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Großdemo am 2. Juni: Vor der Wahl ein Zeichen gegen Rechts setzen

Demo gegen RechtsMehr als 30.000 Teilnehmer waren bei der letzten Großdemo gegen Rechts dabei – am 2. Juni folgt die nächste. Foto: Rita Eggstein

Es war die größte Demo der Freiburg der Nachkriegsgeschichte: mehr als 30.000 Menschen gingen Anfang Februar gegen Rechtsextremismus auf die Straße. Am 2. Juni ruft ein breites Bündnis unter dem Motto „Wir sind die Brandmauer“ erneut dazu auf, sich auf dem Platz der Alten Synagoge zu versammeln. Was dahinter steckt und warum es gerade jetzt wichtig ist, dabei zu sein, erklärt Lotta Fröhlich, eine Organisatorin der Demonstration, im Gespräch mit Saskia Schuh.

Frau Fröhlich, warum ist es gerade jetzt wichtig, ein Zeichen gegen Rechtsextremismus zu setzen?

Lotta Fröhlich: In Zeiten zunehmender politischer Polarisierung und einem besorgniserregenden Anstieg an rechtsextremen Aktivitäten, zunehmendem Hass und Intoleranz ist es uns total wichtig zu zeigen, dass eine breite Mehrheit gegen Rechtsextremismus aufsteht und sich für unsere Demokratie und eine offene Gesellschaft einsetzt. Gerade jetzt ist es von entscheidender Bedeutung, weil die Demonstration am 2. Juni stattfindet, also eine Woche vor den Europa- und Kommunalwahlen.

„Wir hoffen, dass sich viele ermutigt fühlen, jetzt nochmal Flagge zu zeigen“, sagt Lotta Fröhlich, eine der Organisatorinnen. Foto: Privat

Wer ist bei der Demo dabei?

Fröhlich: Unser Bündnis ist sehr breit aufgestellt, mehr als 200 Organisationen sind dabei. Nach der Welle an Demonstrationen im Februar haben wir uns intensiv vernetzt. Dort ist sichtbar geworden, dass die Mehrheit sagt: hier ist die Brandmauer, hier ist die Grenze und wir stehen geschlossen hinter unserer Demokratie. Wir hoffen, wieder zahlreiche Menschen mobilisieren zu können. Für die Demonstration und die Wahlen – es ist wichtig, jetzt Präsenz zu zeigen. Wir sind Gruppen aus allen gesellschaftlichen Bereichen – von Gewerkschaften, über die Kirche bis hin zu Vereinen, kulturellen Einrichtungen oder Einzelhändlern. Auch wenn sich unsere Meinungen unterscheiden, sind wir uns bei diesem Thema alle einig. Die Lösung für die aktuellen Krisen liegt nicht darin, rechtsextreme Parteien zu wählen. Rechtsextreme Kräfte tragen dazu bei, dass sich unsere Gesellschaft polarisiert und der Diskurs schwieriger wird. Natürlich sind Lösungen nicht leicht zu finden, aber wir brauchen dafür eine demokratische Basis.

Ist es auch ein Appell, wählen zu gehen?

Fröhlich: Auf jeden Fall. Wir wollen mit der Demonstration auch alle Bürger:innen auffordern, ihr Wahlrecht zu nutzen, um demokratische Parteien zu wählen. Weil auch klar ist, jede Stimme, die nicht abgegeben wird, kommt rechtsextremistischen Parteien zu gute.

Aktuell zeigen Umfragen zur Europawahl einen Abwärtstrend der AfD, haben die Großdemos da auch etwas bewirkt?

Fröhlich: Ich kann mir das schon vorstellen, jede Demonstration regt Leute zum Nachdenken an. Gerade wenn man sich dann mit rechtsextremistischen Parteien beschäftigt und merkt, dass deren Wahlprogramm anders ist, als man dachte. Wir glauben aber, dass die Welle noch nicht gebrochen ist und dass sich Menschen von vermeintlich einfachen Lösungen für die Probleme unserer Zeit angezogen fühlen. Es geht uns um die Wahl, aber auch um ein gesellschaftliches Gefühl, unser Appell ist auch: Lasst uns nicht gegeneinander aufbringen, sondern lasst uns zusammen Lösungen
finden.


Im Februar waren es rund 30.000 Teilnehmer – rechnen Sie mit einer ähnlich großen Zahl?

Fröhlich: Wir hoffen, dass sich viele ermutigt fühlen, jetzt nochmal Flagge zu zeigen. Wir fänden es schön an die Teilnehmerzahl anschließen zu können, das Momentum der Correktiv-Recherche haben wir jetzt natürlich nicht mehr. Aber aktuell sieht man ja auch, dass sich Angriffe auf Politiker häufen. Ich könnte mir vorstellen, dass das einige mobilisiert, die zeigen wollen, dass das nicht geht.

Info: Das Bündnis „Wir sind die Brandmauer“ ruft am 2. Juni, ab 14 Uhr zur Großdemo auf dem Platz der Alten Synagoge auf. Hier wird es auch Redebeiträge geben und Gruppierungen aus Freiburg stellen sich vor. Die Organisatoren freuen sich auch über weitere Unterstützer. Infos unter https://wirsinddiebrandmauer.fr

Angriffe auf Rettungssanitäter sind nach wie vor selten

Die Besatzung eines Rettungswagen der Malteser wurde in der Nacht auf den 16. Mai von einem Patienten angegriffen – es gab einen Verletzten. Foto: Patrick Seeger / Malteser Freiburg

Zu einem Angriff mit Folgen kam es in der Nacht vom 15. auf den 16. Mai in der Freiburger Innenstadt: Ein Patient ging auf zwei Notfallsanitäter los und verletzte einen davon erheblich. Lennart Schmedding ist stellvertretender Leiter des Rettungsdienstes der Malteser. Im Gespräch mit Enya Steinbrecher berichtet er von dem Vorfall und von großem Rückhalt in der Bevölkerung, denn eine solche Eskalation ist selten.

Am 16. Mai kam es zu einem Angriff auf die Besatzung eines Rettungswagens der Malteser.
Was genau ist passiert?

Lennard Schmedding ist stellvertretender Leiter der Malteser Freiburg. Foto: Seeger / Malteser

Schmedding: In der Nacht vom 15. auf den 16. Mai wurde die Besatzung gegen halb zwei zu einem bewusstlosen Patienten in der Innenstadt geschickt. Vor Ort fanden sie auch einen bewusstlosen Patienten vor und haben die Behandlung begonnen. Währenddessen ist der Patient plötzlich wach geworden, hat sofort um sich geschlagen und dabei auch gezielt auf ein Besatzungsmitglied eingeschlagen. Der Patient trug außerdem ein Klappmesser bei sich, das zwar noch zusammengeklappt war, aber mit dem er ebenfalls gedroht hat. Die Besatzung konnte sich in den Rettungswagen retten, aber der Patient hat weiterhin randaliert und auch das Auto mit einem schweren Gegenstand beschädigt und die Tür eingedellt.


Letzten Endes musste die Polizei die Situation entschärfen. Kommt so etwas häufig vor?

Schmedding: Eine Eskalation in diesem Ausmaß haben wir bei den Maltesern Freiburg noch nie erlebt. Es kommt zwar immer wieder zu Aggressionen auch gegenüber dem Rettungsdienst, aber eine Zunahme sehen wir nicht: In der Statistik bezieht sich diese meist auf die Polizei. Natürlich kommt es hin und wieder auch vor, dass zum Beispiel Betrunkene aktiv den Rettungsdienst angehen oder behindern. Bei den meisten Einsätzen richten sich Aggressionen allerdings nicht gegen den Rettungsdienst als solchen, sondern gegen den Nächstbesten.


Wie geht es jetzt weiter?

Schmedding: Der Notfallsanitäter hat erhebliche Verletzungen im Gesichtsbereich davongetragen und wurde in der Uniklinik behandelt. Die anwesende Sanitäterin hat körperlich keine Verletzungen erlitten – das größere Thema ist hier aber meist die psychische Komponente.


Wo erhält Ihr Team in solchen Fällen Hilfe?

Schmedding: Wir haben bei den Maltesern niederschwellige Kontaktmöglichkeiten, zum Beispiel geschulte Ansprechpartner aus dem Kollegium. Außerdem gibt es eine Hotline, wo unsere Mitarbeiter anonym über ihre Erlebnisse sprechen können. Für größere Probleme arbeiten wir mit Psychologen der Uniklinik zusammen. Dass wir so viele Angebote haben, ist gut, weil jeder Mensch eine andere Art der Unterstützung bevorzugt.


Bereiten Sie Ihre Mitarbeitenden auf solche Situationen vor?

Schmedding: Das Thema ist Teil der Berufsausbildung: Wir müssen immer ein Stück weit vorausplanen. Solche Extremsituationen kann man allerdings nicht planen. Wir müssen bei jedem Patienten davon ausgehen, in einer geschützten Umgebung zu sein. Bei bestimmten Einsätzen gehen wir allerdings defensiver vor, wenn wir von einer Eskalation ausgehen müssen. Das kann zum Beispiel sein, wenn wir bei einer Schlägerei erst auf die Polizei warten. Bei einem Großteil der Einsätze gibt es für uns allerdings keine Bedrohungssituation. Der Rückhalt aus der Bevölkerung ist groß. Auch die unterstützenden Reaktionen in den sozialen Medien auf den Vorfall spiegeln dies wieder.

Christian Streich erlebt beim SC Freiburg einen fast perfekten Abschied

Christian StreichFußballtrainer durch und durch: Christian Streich prägte den SC Freiburg drei Jahrzehnte lang. Foto: Achim Keller

Es hat nicht sollen sein: Der SC Freiburg beendet die zurückliegende Saison ohne erneute Europa-Qualifikation. Was am Ende bleibt, ist der Trost für Christian Streich, zum richtigen Zeitpunkt seinen Abschied zu nehmen.

1:2 verloren und Europa verpasst – das, was der SC Freiburg am Samstag in Berlin durchlebte, ist mit Gefühlschaos ganz gut beschrieben: Die Enttäuschung über das Scheitern an der erneuten Europapokal-Qualifikation vermengte sich mit dem Abschiedsschmerz und der Dankbarkeit über die gemeinsamen Jahre mit Christian Streich und sorgten für eine besondere Stimmung, die diesen 34. und letzten Spieltag nach einer komplizierten Saison umwehte.

„Dass wir heute und die letzten Wochen kein Spiel gewonnen haben, das muss ich mir vorwerfen lassen, das ist nicht schön“, sagte Streich nach seinem letzten Spiel als SC-Trainer und sprach von „einer persönlichen Enttäuschung“. So tragisch es ist – aber das war der Sound, den Streich ausgerechnet nach seinem allerletzten Bundesligaspiel als SC-Trainer anstimmen musste.

Vor der Partie stand der 58-Jährigen mit Tränen in den Augen und zittriger Stimme am Sky-Mikrofon und sagte auf die Frage, was er am meisten vermissen werde: „Die Menschen.“

All die Zuneigung, die ganze Liebe und Dankbarkeit, die ihm in diesem wochenlangen Abschiedzeremoniell entgegen geflogen war, als er mit Geschenken überhäuft wurde und die Menschen zu den öffentlichen Trainings gepilgert waren, hätte Streich am liebsten über eine erneute Europa-Quali zurückgezahlt. Und so erlebten die Fans des SC Freiburg im Moment der Niederlage einmal noch diesen facettenenreichen Fußballtrainer. Mit entschuldigendem Blick und ausgebreiteten Armen verneigte er sich nach dem Abpfiff vor den mitgereisten Freiburger Fans – als wollte er sagen: ’Ich hab’s versucht, aber es hat nicht geklappt.’

„Die Entscheidung, jetzt beim SC Freiburg aufzuhören, ist genau die richtige Entscheidung. Darüber bin ich sehr glücklich.“

Christian Streich

Die zurückliegende Saison stand vom Start weg unter keinem guten Stern. Früh in der Vorbereitung begannen die Verletzungssorgen, die sich durch die gesamte Spielrunde ziehen sollten: Allen voran die komplizierte Langzeitverletzung von Kapitän Christian Günter und die Parallel-Ausfälle des Stamminnenverteidigerduos Matthias Ginter und Philipp Lienhart. Daran hatte das Team zu knabbern. „Wir haben immer wieder mit neuen Aufstellungen spielen müssen“, sagte Günter in Berlin. Im DFB-Pokal handelte sich das Team zudem gegen Zweitligist Paderborn ein bitteres Zweitrunden-Aus ein.

Doch trotz der komplizierten Umstände war es der Mannschaft gelungen, immer in Reichweite der Euroapokalplatzierungen zu bleiben. In der Europa League sorgte der SC ein weiteres Mal für Furore, kam zwei Runden weiter und schied – wie schon im Vorjahr – erst im Achtelfinale aus. „Das ist alles nicht normal für uns. Deshalb müssen wir die Kirche im Dorf lassen. Und können trotzdem stolz sein“, so Günter.

Was wird aus Streich?

Nun also übernimmt Julian Schuster das Ruder beim SC und es wird ohne Christian Streich weitergehen müssen, der so großen Anteil an der rasanten Entwicklung des Vereins hat: Sei es vom Aufbau der Freiburger Fußballschule, seinen Erfolgen mit den SC-A-Junioren (einmal deutscher Meister & dreimal Pokalsieger), dem Klassenerhalt 2012 in seinem ersten Jahr als Chefcoach, der direkte Wiederaufstieg 2016 nach einem Jahr in der zweiten Liga, der viermaligen Qualifikation für den Europa-Pokal und natürlich dem Einzug ins DFB-Pokalfinale vor zwei Jahren.

In einer Sache ist Streich mit sich im Reinen – trotz des enttäuschenden Saisonfinales: „Ich habe keinerlei Bedenken, was jetzt kommt“, sagte er in Köpenick. „Die Entscheidung, jetzt beim SC Freiburg aufzuhören, und dass der Julian (Schuster, d. Red.) und die Jungs, die da bleiben, das zusammen machen, das ist genau die richtige Entscheidung. Darüber bin ich sehr glücklich.“ Dass er den Zeitpunkt seines Abschieds selbst habe entscheiden dürfen, sei „ein Geschenk“. Und so machte er das bedeutendste Geschenk am Ende selbst.

Ob man ihn irgendwann wieder an der Seitenlinie sehen wird? Streich schließt das nicht aus: „Eine Pause ist es nicht, Rentner bin ich nicht. Wir werden es sehen.“

Die Guildfordalle wird wegen Bauarbeiten gesperrt

Die Rampenbrücke in der Hagelstauden wird derzeit saniert: Dafür wird es zwischen Mittwoch, 22. Mai, und Montag, 27. Mai, für den Kfz-Verkehr von der Uffhauser Straße und von der Basler Landstraße kommend nicht möglich sein, auf die Guildfordallee (B3/B31) in Richtung Schallstadt aufzufahren.

Zwischen Montag, 27. Mai, und Freitag, 19. Juli, wird die Hagelstaudenbrücke über der Guildfordallee gesperrt. Der Radverkehr (FR2) wird nahräumig in beide Fahrtrichtungen über die Carl-Mez-Straße und Obere Hardtstraße auf die Hagelstauden umgeleitet.

Stadt Freiburg vergibt die tausendste Ehrenamtskarte

Die Stadt Freiburg hat die tausendste Ehrenamtskarte vergeben.

Die Stadt Freiburg hat die tausendste Ehrenamtskarte vergeben. Im Januar gab es einen Booster für die Ehrenamtskarte, seither sind neben diversen Vergünstigungen auch etliche „Extras fürs Ehrenamt“ zu haben. Das Modellprojekt des Landes in Freiburg boomt.

Die zitronengelbe Karte dient als Anerkennung und Wertschätzung für die vielen freiwillig Engagierten. Sie wurde als Modellprojekt für zwölf Monate in vier Kommunen in Baden-Württemberg eingeführt. Neben der Stadt Freiburg auch im Landkreis Calw, im Ostalbkreis und in Ulm. Inhaber und Inhaberinnen der Ehrenamtskarte profitieren von ermäßigten Eintritten in verschiedenen Kultur-, Bildungs- und Freizeiteinrichtungen.

Seit Beginn des Jahres bieten auch Akteure der Stadtgesellschaft zahlreiche exklusive Veranstaltungen und Führungen, mit denen sie ihrerseits den Ehrenamtlichen ein Geschenk machen. Zu den bisherigen Angeboten zählten Filmvorführungen, Erdmännchenführungen auf dem Mundenhof, Freikarten für EHC-Spiele und Mundart-Kurse.

Ausstellung bietet faszinierende Einblicke in die Unterwasserwelten mitten in Freiburg

Oceans Ausstellung in SparkasseAm 28. Mai, 17 Uhr gibt es eine kostenlose öffentliche Führung durch die Ausstellung mit dem Verein Unterwasserwelten. Foto: Sparkasse

Die Ausstellung „OCEANS #searchforhope“ bietet einen faszinierenden Einblick in die Schönheit der Ozeane und rückt die globalen Herausforderungen in den Fokus, mit denen sie konfrontiert sind. Zu sehen ist diese bis einschließlich 28. Mai in der Meckelhalle im FinanzZentrum der Sparkasse Freiburg-Nördlicher Breisgau. Öffnungszeiten: Montag bis Freitag 9 bis 17 Uhr, Donnerstag bis 18 Uhr.

„Die Besucher:innen werden nicht nur von beeindruckenden Unterwasseraufnahmen begeistert sein, sondern auch von den inspirierenden Geschichten von Menschen, die sich leidenschaftlich für den Schutz der Natur einsetzen“, so Sparkassen-Vorstandsvorsitzender Daniel Zeiler.

Die Ausstellung wurde durch die Zusammenarbeit von Umweltaktivist und Freitaucher Daniel Bichsel und Filmemacher Chris Keller ins Leben gerufen. Inspiriert vom „Unterwasserwelten Camp“ im Jahr 2017, wo beide erstmals aufeinandertrafen, starteten sie ihre Mission, die in der Filmserie „Oceans #searchforhope“ gipfelt. Am 28. Mai, 17 Uhr gibt es eine kostenlose öffentliche Führung mit dem Verein Unterwasserwelten.

Heavy Metal und schräge Charaktere: Bülent Ceylan begeistert Freiburger

Bülent Ceylan auf der BühneBülent Ceylan gab auf der Bühne Gas. Foto: Simon Hofmann

Headbanging-Einlagen und jede Menge Gags: Comedy-Star Bülent Ceylan hat in der ausverkauften Sick-Arena mächtig für Stimmung gesorgt. Hier war er am vergangenen Freitag mit seinem neuen Programm „Yallah Hopp“ („Auf geht’s“) zu Gast. Den Titel nahm sich der 48-Jährige auf jeden Fall zu Herzen und gab auf der Bühne Gas.

Neben jeder Menge Stand-Up-Comedy durften seine Lieblingsfiguren nicht fehlen: von der schrulligen Anneliese über Hausmeister Mopfred bis hin zu Macho Hassan. Im Mittelpunkt stand natürlich wieder der Clash der Kulturen – er nahn Vorurteile und Dialekte aufs Korn, und sorgte mit absurden Szenarien und komischen Anekdoten für Lacher. Auch wenn bei dem unterhaltsamen Abend Hiobsbotschaften des Alltags außen vor bleiben sollten, ging es nicht ohne den einen oder anderen politischen Gag – und er machte sich auf humorvolle Weise gegen Hass und Gewalt stark.

Und auch Heavy-Metal-Fans kamen hier auf ihre Kosten. Denn der Comedian macht neuerdings auch Musik und tourt mit seinen Songs durchs Land. Die Kostprobe begeisterte die Freiburger Fans. Für seine Ballade gab’s Standing Ovations. Der Comedian zeigte sich sichtlich gerührt und verabschiedete sich mit einem „Seid lieb zueinander“.

Warum mehr als 23.000 Freiburger bei der Kommunalwahl nicht mitwählen dürfen

Wahlkreis 100 Prozent FreiburgCarolina Bahamondes Pavez (links), Zweite Vorsitzende von „Wahlkreis 100 Prozent“, mit Unterstützern in der Freiburger Fußgängerzone. Gegründet wurde die Initiative im Jahr 2002. Foto: Rita Eggstein

Wenn am 9. Juni in Freiburg der Gemeinderat und das Europaparlament neu gewählt werden, dürfen 23.700 Menschen, die in Freiburg leben, nicht ihr Kreuzchen machen. Eine Ungerechtigkeit, die einer Demokratie nicht gut zu Gesicht steht, sagt der Freiburger Verein „Wahlkreis 100 Prozent“ – und will das ändern.

Bei der Oberbürgermeisterwahl 2002 waren 14.000 Menschen von der Wahl ausgeschlossen. Bei der Kommunal- und Europawahl 2024 werden es 23.768 Menschen sein. „Die Zahl wächst und das Problem wird nicht kleiner“, sagt Carolina Bahamondes Pavez, die zweite Vorsitzende von „Wahlkreis 100 Prozent e.V.“. Sie kam vor 26 Jahren aus Chile nach Deutschland. Dass sie hier bei Wahlen noch immer keine Stimme habe, sei „kein schönes Gefühl“ und „ein Demokratiedefizit“, so die promovierte Psychologin. Während am 9. Juni zumindest alle EU-Bürger wahlberechtigt seien, sei das Problem bei der Bundestagswahl 2025 noch größer. Dann dürfen 36.867 Freiburger im wahlfähigen Alter nicht mitwählen.

Symbolisches Stimmrecht

Andere Länder sind da weiter: In Spanien dürfte Bahamondes Pavez als Chilenin nach sechs Monaten wählen. In ihrem Heimatland geht es, wenn man als Zugewanderter seit fünf Jahren dort wohnt. Das Paradebeispiel ist Neuseeland – hier erhält man nach einem Jahr das Wahlrecht. Eine EU-Empfehlung wiederum liegt bei drei Jahren. „Immer mehr Städte und Länder bekennen sich dazu“, sagt Bahamondes Pavez.

Deshalb engagieren sich Menschen wie sie oder die Kanadierin Sophia Silverton bei „Wahlkreis 100 Prozent“. Bis zum 9. Juni helfen sie an den Infoständen mit, symbolische Wahlen abzuhalten. Die Idee dafür stammt aus dem Jahr 1914, als Frauenwahlrechtlerinnen in Paris für ihr Stimmrecht eintraten. Am Wahlsonntag wird der Verein mehrere Wahllokale öffnen. „Es ist eine Frage der Fairness. Es fühlt sich enttäuschend an, ohne Teilhabe zu sein“, sagt Silverton – gerade, wenn man wie die 27-Jährige voll berufstätig sei und hier Steuern zahle.

Gerade erst half sie selbst mit bei dem Wahlstand, der jeden Samstag vor dem Stadttheater steht. Auffällig sei, dass manche Menschen auch mit Unverständnis auf die Initiative reagierten. „Es gibt Spannungen, weil es ein sensibles Thema ist“, so Silverton. „Wenn man dann aber mit den Leuten ins Gespräch kommt, stößt man häufig auf Verständnis.“ Die „große Mehrheit“, so Bahamondes Pavez, würde das Anliegen unterstützen. Wie groß die Mehrheit sei, zeigt sich nach der Wahl: Dann wird der Verein alle symbolischen Stimmen den gewählten Kandidaten persönlich überreichen.

Info: www.wir-wählen.org (unter Veranstaltungen / Baden-Württemberg)
Instagram: wahlkreis100
E-Mail: kontakt@wahlkreis100.de

Die besten Tennis-Senioren der Welt schlagen beim Freiburger Tennis-Club auf

Freiburger TC Center CourtAuf den 15 Plätzen des Freiburger TC in der Schwarzwaldstraße finden erstmals die International Masters Open statt. Foto: FTC

Beim Freiburger TC findet noch bis Sonntag ein international besetztes Masters-Turnier. Das Premierenturnier glänzt mit einem hochkarätig besetzten Teilnehmerfeld der Altersklassen 30 bis 90 Jahre.

170 Meldungen gab es beim Freiburger Tennis-Club für die ersten International Masters Open, die am Montag gestartet sind und noch bis zum kommenden Sonntag, 26. Mai dauern. Das Senioren-Turnier der Alterklasse 30 bis 90 Jahre ist in der international zweithöchsten Kategorie angesiedelt. Entsprechend stark besetzt ist das Teilnehmerfeld: Neben den amtierenden Weltmeistern Marc Renoult aus Frankreich (M70+), Horst Haetti (M85+) und Herbert Althaus ( M90+) aus Deutschland, der in Freiburg bei den Herren 85+ mitspielt, sind mit Norbert Henn, Reinhilde Adams und Heide Orth (alle Deutschland) auch weitere ehemalige Einzelweltmeister in den Meldelisten zu finden.

Das Turnier ist der Nachfolge-Wettbewerb der European Senior Open in Baden-Baden, die einer Europameisterschaft im Senioren-Tennis gleichen und einen hohen Stellenwert im Turnierkalender des DTB und ITF besitzen. Zuletzt fand das Turnier in Nordrhein-Westfalen statt. Eva Birkle-Belbl, Clubmanagerin des FTC, zeigt sich hocherfreut: „Wir sind stolz darauf, dass wir mit unserer schönen Club-
Anlage in Freiburg dem Turnier ein neues Zuhause geben und der Region dadurch Tennis der Extraklasse bieten können.“ Durch die Verlegung nach Freiburg würde eine neue Ära für das Format eingeleitet, so Birkle-Belbl.

Auch die Veranstalter um Frauke Emmelmann und Torsten Jüchter von der Agentur Senior Tennis Events freuen sich auf eine schöne Woche in Freiburg mit Matches auf Top-Niveau: „Nachdem wir im letzten Jahr den Kontakt zum Freiburger TC gesucht haben, hatten wir schon im ersten Gespräch mit Eva Birkle-Belbl den Eindruck, dass hier ein tolles Event wachsen kann. Und wenn wir jetzt das Engagement des Clubs für die International Masters Open sehen, sind wir umso begeisterter. Wir hoffen, dass auch SpielerInnen und ZuschauerInnen die besondere Atmosphäre wahrnehmen können und eine tolle Zeit haben“, resümiert
Jüchter nach den letzten Tagen der intensiven Vorbereitung.

Info: Der Eintritt zum Turnier an der Schwarzwaldstraße ist an allen Tagen frei. Weitere Informationen unter www.freiburgertc.de

Professionelles Bündnis für den Einzelhandel in der Freiburger Innenstadt

Erfolgreiche Events wie das Fashion und Food Festival sollen weitergeführt werden. Foto: FWTM

Im Freiburger Innenstadthandel kündigt sich ein Veränderung an: Verschiedene Akteure sind derzeit intensiv in die Planungen einer City-Initiative involviert. Damit wollen sich die Händler der Freiburger Innenstadt schlagkräftiger aufstellen.

Einzelhändler-Interessenenbündnisse wie Z´Friburg in der Stadt, Herzschlag Freiburg, die Schneckenvorstadt sind ebenso involviert wie die Freiburg Wirtschaft Touristik und Messe (FWTM) und die Stadtverwaltung. Konkret soll die Innenstadtkoordination und Planung von Marketing-Events auf professionelle Füße gestellt werden. Bisher laufen alle Initiativen auf ehrenamtlicher Basis. Die neue Organisationsform möchte neue Impulse setzen und dabei so viele städtische Gewerbetreibende wie möglich bündeln.


„Es ist eine wirklich tolle Geschichte für uns Händler und für die gesamte Innenstadt“, erklärt Lena Sutter-
Kiefer, Vorsitzende der Händler-Aktionsgemeinschaft „z’Friburg in der Stadt“. Noch befinde man sich in der Findungsphase, aber Ideen seien reichlich vorhanden. Aufbruchsstimmung mache sich breit, sagt sie. Die neue, noch namenlose Innenstadt-Initiative soll regelmäßig Zuschüsse aus dem Tourismuskonzept der FWTM erhalten. Als Betrag nennt Sutter-Kiefer 150.000 Euro pro Jahr, die zugesagt worden seien.

„Zusammen mit den Mitgliedsbeiträgen gibt uns das eine tolle finanzielle Ausstattung, mit der wir Events ganz anders planen können“, sagt Sutter-Kiefer. Auch erlaube die neue finanzielle Ausstattung, dass Mitarbeiter der neuen City-Initiative fest angestellt werden können.


Kernaufgabe wird es sein, die Innenstadt weiter aufzuwerten. Dazu, so Sutter-Kiefer, sei eine enge Kooperation von Stadtverwaltung, FWTM und Stadt, Freiburger Einzelhandel, Gastronomie und weiteren Gewerbetreibenden nötig. In den Findungsprozess, der durch das Bundesförderprogramm „Zukunftsfähige Innenstädte und Zentren (ZIZ)“ finanziert wird, seien Vertreter aller Branchen involviert. „Spätestens im Herbst hoffen wir an den Start zu gehen. Wir Händler werten das als ganz großen Erfolg für Freiburg. In vielen anderen Städten gibt es diese professionellen Strukturen schon länger und dort bringt das sichtbare Erfolge“, so Lena Sutter-Kiefer. Dass daneben auch das ehrenamtliche Engagement der Händler weiter wichtig sein wird, verstehe sich dabei von selbst.


Erfolgreiche Events wie das Fashion und Food Festival, das in diesem Jahr am 27. und 28. September stattfindet, würden selbstverständlich weitergeführt. Die Besucher dürfen sich dabei auf zwei Tage voller Inspiration, Kultur und Genuss freuen. „Fashion und Food ist eine große Erfolgsgeschichte, die zeigt, in welche Richtung die Innenstadt strebt. Daneben werden sicher weitere Veranstaltungen entwickelt werden“, sagt Lena Sutter-Kiefer. „Die Stimmung unter den Händlern ist augenblicklich richtig gut. In einzelnen Straßen wie Geberau oder Konviktstraße ist eine neue Dynamik, man hält zusammen und blickt optimistisch nach vorne“, berichtet die Vorsitzende der Händler-Aktionsgemeinschaft „z’Friburg in der Stadt“.