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Missbrauchsvorwürfe auf TikTok: Gerüchte und Verleumdung gegen Freiburger Kita gehen weiter

Eine selbst ernannte Kinderschützerin verbreitete ihre frei erfundenen Missbrauchsvorwürfe unter anderem bei TikTok und Instagram.Eine selbst ernannte Kinderschützerin verbreitete ihre frei erfundenen Missbrauchsvorwürfe unter anderem bei TikTok und Instagram. Foto: Tashatuvango/Adobe Stock

In einer Freiburger Kita sollen Männer sich Kinder ausgesucht und anderen für sexuelle Missbrauchshandlungen übergeben haben, so der Vorwurf einer Influencerin auf der Plattform TikTok. Kita-Leitung, Polizei und Behörden wüssten davon. Die Vorwürfe wurden längst als unwahr entlarvt. Nun laufen die Ermittlungen gegen die Video-Urheberin.

Seit über zwei Wochen halten frei erfundene Vorwürfe über angebliche Missbrauchsfälle in Kindertagesstätten in Freiburg Polizei, Staatsanwaltschaft und Stadtverwaltung in der Stadt auf Trab und sorgen für große Empörung. In die Welt gesetzt wurden die Behauptungen von einer Tiktokerin und selbsternannten Kinderschützerin. Die Frau war bis vor wenigen Monaten in der Stadt wohnhaft gemeldet, bestätigt die Polizei auf Nachfrage. Wo sie jetzt stecke, wisse man aber nicht, so Polizeisprecher Michael Schorr.

Auf TikTok ist die Frau mittlerweile zwar gesperrt. Aber auf YouTube und anderen Kanälen trieb sie zuletzt weiterhin ihr Unwesen. So gab es einen zweistündigen Live-Stream auf dem YouTube-Kanal eines Schweizer Verschwörungstheoretikers, in dem die unwahren Vorwürfe wiederholt wurden. Ein Verhalten, so ist in Freiburg zu hören, durch das zwar „kein Kind geschützt“, wohl aber die „Kitas kaputtgemacht“ würden.

Die Stadtverwaltung hatte das Thema bekannt gemacht und rechtliche Schritte eingeleitet. Zudem wurde berichtet, dass man wegen Morddrohungen in den Sozialen Medien einen Sicherheitsdienst vor einer Kita eingerichtet habe. Der Sicherheitsdienst wurde zwischenzeitlich wieder abgezogen, die fragliche Kita ist in den Sommerferien. Sie hatte laut Polizei auch nichts mit den ursprünglichen Missbrauchsvorwürfen dreier Mütter vom April zu tun, die sich gegen zwei Kita-Bedienstete richteten und die auch hinter der aktuellen viralen Hetz-Kampagne stecken dürften. Diese ursprünglichen Vorwürfe wurden von der Polizei nach umfangreichen Ermittlungen als haltlos und falsch entlarvt, die diesbezüglichen Ermittlungsverfahren im Mai eingestellt. Gegen eine der damals Beschwerde führenden Mütter erging eine Unterlassungserklärung.

Dennoch flacht die Aufregung um die Verleumdungen nicht ab. Man erhalte mittlerweile im Zweistundentakt Presseanfragen aus ganz Deutschland, so die Polizei. Die Verunsicherung in der Bevölkerung sei groß, so Polizei und Staatsanwaltschaft in einer gemeinsamen Mitteilung. Mehrere Personen hätten Strafanträge gestellt, denen die Behörden nun nachgehen. Ermittelt werde wegen des Verdachts der Verleumdung, übler Nachrede und dem öffentlichen Aufruf zu Straftaten. Besonders gravierend: Nach einer im Internet verbreiteten Morddrohung gegen den Leiter einer Freiburger Kita ermitteln Staatsanwaltschaft und Kripo. Wer dazu aufrief, den Mann zu töten, sei bisher nicht bekannt.

Bernd Peters

Nanosatellit ERNST aus Freiburg startet ins All

Forschende am Fraunhofer-Institut für Kurzzeitdynamik EMI haben federführend einen Kleinsatelliten entwickelt. Am 16. August 2024 startete dieser in den Orbit. Foto: Fraunhofer Emi

Raketenstarts könnten zukünftig noch früher erkannt werden – um dies zu ermöglichen, startete der erste Forschungssatellit des Fraunhofer Instituts ERNST am 16. August von Kalifornien aus ins All. Die Mission des Kleinsatelliten: Er soll neue Technologien unter Weltraumbedingungen testen und untersuchen, ob mit schuhkartongroßen Kleinsatelliten auch Raketenstarts detektiert werden können.

Forschende am Freiburger Fraunhofer-Institut für Kurzzeitdynamik EMI haben den kleinen Satelliten federführend entwickelt und betreuen die rund dreijährige Mission. Förderer des Forschungsprojektes ist das Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw).

Frank Schäfer, Leiter des Geschäftsfeldes Raumfahrt am Fraunhofer-Institut für Kurzzeitdynamik EMI bezeichnet den Nanosatelliten in einer Pressemitteilung als „Meilenstein in der Raumfahrtforschung“. Mit ihm könne man Innovationen im Weltraum testen und Erkenntnisse sammeln, so Schäfer. Mit an Bord ist unter anderem eine leistungsstarke Infrarot-Kamera, die die Wärmeabstrahlung von startenden Raketen erfassen kann.

Große Technologien auf kleinem Raum

Trotz großer Forschungsaufgaben ist ERNST ein Winzling. Er ist klein wie ein Schuhkarton, verfügt jedoch über zahlreiche technologische Innovationen. Für seine Hauptaufgabe ist er mit einer hochempfindlichen Infrarotkamera ausgestattet. Sie muss auf minus 160 Grad Celsius gekühlt werden, um optimale Bilder zu liefern.

Außerdem sind eine optische Kamera zur Erdbeobachtung im sichtbaren Spektralbereich und ein vom Fraunhofer INT aus Euskirchen entwickelter Strahlungsdetektor an Bord. Der Detektor misst hochenergetische Weltraumstrahlung und hilft damit, deren Einfluss auf die Elektronik von Kleinsatelliten zu untersuchen.

Die Satellitenplattform könnte sowohl für militärische als auch für zivile Forschungsaufgaben wertvolle Ergebnisse liefern. „Denkbar ist beispielsweise, dass wir ERNST in Zukunft auch nutzen, um Waldbrände frühzeitig zu erkennen“, so Schäfer. ERNST ist der erste Kleinsatellit der Fraunhofer-Gesellschaft. Entwickelt wurde er unter Federführung des Fraunhofer-Instituts für Kurzzeitdynamik EMI in Freiburg. Beteiligt waren das Fraunhofer-Institut für Naturwissenschaftlich-Technische Trendanalysen INT und das Fraunhofer-Institut für Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung IOSB.

Bisher ist Deutschland auf dem globalen Markt für Satelliten kaum vertreten: Im vergangenen Jahr kamen nur fünf von über 2500 gestarteten Satelliten aus Deutschland. Der überwiegende Anteil der Satelliten fällt in die Größenklasse der Kleinsatelliten. Die in Freiburg entwickelte Satellitenplattform hilft so deutschen Unternehmen, ihre Technologien und Sensoren ins All zu bringen.

Am Ende seiner Mission wird ERNST wieder in die Erdatmosphäre eintreten und dort verglühen. So wird Weltraumschrott vermieden und der Orbit nachhaltig genutzt.

21-Jähriger erleidet Stichverletzung im Rücken

Eine Stichverletzung im Rücken erlitt ein 21-Jähriger bei einer Auseinandersetzung.

Eine Stichverletzung im Rücken erlitten hat ein 21-Jähriger bei einer Auseinandersetzung in der Nacht von Donnerstag auf Freitag, 16. August, in Freiburg-Weingarten.
Nach derzeitigem Kenntnisstand sollen zwei bislang unbekannte Personengruppen in der Krozinger Straße aus ungeklärter Ursache in Streit geraten sein. Es kam schließlich zu einer körperlichen Auseinandersetzung zwischen mehreren Personen, bei der ein 21-Jähriger vermutlich mit einem Messer schwer verletzt wurde. Er wurde zur Behandlung in ein Krankenhaus gebracht.

Die Polizei hat die Ermittlungen zum Vorfall aufgenommen und bittet mögliche Zeugen, sich unter der Telefonnummer 07 61/ 8 82-28 80 zu melden.

Podcast-Plauderei mit dem Freiburger Rathaus-Chef Martin Horn

Für die neueste Folge ihres Podcast „Deutschland3000“ besuchte Politikjournalistin Eva Schulz Rathaus-Chef Martin Horn in Freiburg – als Geschenk gab’s für den OB ein neues Paar ausgefallener Socken.Für die neueste Folge ihres Podcast „Deutschland3000“ besuchte Politikjournalistin Eva Schulz Rathaus-Chef Martin Horn in Freiburg – als Geschenk gab’s für den OB ein neues Paar ausgefallener Socken. Foto: www.instagram.-com/martinhornfrbg

Zahlreiche bekannte Persönlichkeiten wie Entertainer Klaas Heufer-Umlauf, Comedian Atze Schröder oder Sänger Nico Santos hat Politikjournalistin Eva Schulz schon für den beliebten Podcast „Deutschland3000 – ne gute Stunde mit Eva Schulz“ interviewt. Jetzt hat sie Rathaus-Chef Martin Horn in Freiburg besucht, um mit ihm über zahlreiche Themen zu plaudern. Die neue Folge könnt ihr euch in der ARD-Audiothek anhören.

Dabei ging’s um ernste Themen wie Anfeindungen in der Kommunalpolitik, bezahlbares Wohnen, Tempo30-Limit oder warum er am Tag seiner Wahl eine gebrochene Nase hatte. Aber teilweise ging’s auch lockerer zu: der Oberbürgermeister schwärmte von der „coolen, jungen Stadt“ und erzählte, dass sein erster Berufswunsch Brummifahrer war, weil er als Kind die Kassetten der Drei Fragenzeichen liebte und sie so die ganze Zeit hätte hören könnte. Er verriet auch, dass er eine „ziemlich wilde Jugend hatte“ und als OB in Freiburg nicht zu exzessiv feiern gehen würde, „dafür verlasse ich dann die Stadt.“

Und er zeigte sich als Fan der Sportfreunde Stiller. Als die 2022 mit einem Konzert in der Innenstadt überraschen und so Promo für ihren ZMF-Auftritt machen wollten war schon nach einem Auftritt Schluss – der Vollzugsdienst beendete den Auftritt. „Ein riesen PR-Coup für die Band, der durch alle Medien ging“, so Horn. Er besuchte die Musiker daraufhin bei ihrem ZMF-Konzert backstage. „Wir haben lange und nett geplaudert und ich habe ihnen einen Gutschein für ein Straßenkonzert in Freiburg geschenkt“. Vielleicht kommen die Freunde nun nochmal zum Überraschungsauftritt in die Innenstadt? Dass der OB ein Faible für ausgefallene Socken hat – deshalb gab’s als Geschenk „Deutschland3000“- Socken.

Mehrmonatige Einbruchserie in Freiburger Fahrradgeschäfte aufgeklärt – zwei Tatverdächtige auf frischer Tat ertappt

Die Einbruchserie in Freiburger Fahrradgeschäfte ist aufgeklärt. Symbolfoto: PixabayDie Einbruchserie in Freiburger Fahrradgeschäfte ist aufgeklärt. Symbolfoto: Pixabay

Ermittlungserfolg für die Polizei Freiburg: In der seit Monaten anhaltenden Einbruchserie in Fahrradgeschäfte in der Region und dem Diebstahl hochwertiger E-Bikes konnten nun zwei Tatverdächtige ermittelt werden. Sie wurden auf frischer Tat ertappt.

Dem Polizeipräsidium Freiburg ist nach eigenen Angaben „ein wichtiger Schlag gegen den gewerbsmäßigen Fahrraddiebstahl“ gelungen. Seit Beginn des Jahres 2024 war es im Stadtgebiet Freiburg und im Landkreis Emmendingen zu mehreren Einbrüchen in Fahrradgeschäfte gekommen. Dabei wurden jedes Mal hochwertige E-Bikes gestohlen. Die Täter seien dabei meist nach dem selben Prinzip vorgegangen: Die Schaufensterscheiben der Fahrradläden wurden mit einem Gegenstand eingeworfen und im Anschluss die E-Bikes entwendet.

Im Rahmen „umfangreicher, mehrmonatiger Ermittlungen“ ist es einer gemeinsamen Ermittlungsgruppe von Kriminal- und Schutzpolizei nun gelungen, den Tatverdacht gegen zwei Männer zu erhärten. Die beiden Männer waren in den Abendstunden des 14. April 2024 im Rahmen eines Polizeieinsatzes in Berghaupten im Ortenaukreis auf frischer Tat ertappt und festgenommen worden.

Durch die Staatsanwaltschaft Freiburg konnten beim zuständigen Amtsgericht Haftbefehle erwirkt werden. Beide dringend Tatverdächtige befinden sich seitdem in Untersuchungshaft. Im Zuge der Ermittlungen können den mutmaßlichen Tätern nach derzeitigem Kenntnisstand der Polizei insgesamt 14 vollendete und zwei versuchte Einbrüche in Fahrradgeschäfte angelastet werden.

Der Gesamtdiebstahlschaden belaufe sich auf circa 300.000 Euro. An den Geschäften selbst sei zudem ein Sachschaden von weiteren, mehreren tausend Euro entstanden, so die Polizei.

„Die wilden Mäuse“ erleben ein lustiges Abenteuer auf hoher See

Die tierischen Abenteurer treffen auf launige Zyklopen, eine Bande Mafia-Ratten und sogar eine echte Riesenkrake Die tierischen Abenteurer treffen auf launige Zyklopen, eine Bande Mafia-Ratten und sogar eine echte Riesenkrake. Foto: Apollo Films

In dem Animationsfilm träumt die kleine Maus Pattie vom großen Abenteuer – ganz im Gegenteil zu ihrem besten Freund, dem gemütlichen (und vegetarisch lebenden) Kater Sam, der immer brav in ihrer Heimat, der griechischen Stadt Iolkos, bleiben will. Als dort eine Statue zu Ehren des Göttervaters Zeus enthüllt wird, zieht dies den Zorn des Meeresgottes Poseidon auf sich. Er soll auch eine Statue bekommen. Ausgerechnet der klapprige Held Iason soll den Saphir finden, der den Dreizack schmücken soll.

Da sieht Pattie ihre Chance auf ein Abenteuer gekommen und schleicht sich auf Iasons Schiff – in Begleitung ihres Freundes Sam. Unterwegs treffen sie auf tierische Unterstützer, launige Zyklopen, eine Bande Mafia-Ratten und sogar eine echte Riesenkrake.

Zirkus Charles Knie kommt nach Freiburg

Die Besucher erwartet ein mitreißendes Programm: mit beeindruckenden Artisten – hier der italienische Shooting-Star Devin de Bianchiz – und einem großen Wasserspektakel.Die Besucher erwartet ein mitreißendes Programm: mit beeindruckenden Artisten – hier der italienische Shooting-Star Devin de Bianchiz – und einem großen Wasserspektakel. Foto: Zirkus Charles Knie

Der in Monte Carlo im Jahre 2017 preisgekrönte Zirkus Charles Knie kommt zu einem Gastspiel nach Freiburg und gastiert vom 21. August bis 1. September auf dem Messegelände. Das Programm ist dieses Jahr noch bunter und lebendiger, noch spektakulärer und vor allem noch lustiger. Dabei spielen 100.000 Liter Wasser, die bis zu 15 Metern hoch in die Zirkuskuppel katapultiert werden, eine zentrale Rolle.Im Jahr 2022 präsentierte der Zirkus Charles Knie seine hochmoderne „On-Stage-Produktion“ erstmals einem begeisterten Publikum, und wurde mit dieser neuen Form einer riesigen Zirkusshow zum Trendsetter für eine ganze Branche. Ein Volltreffer – ausverkaufte Vorstellungen, ein geradezu euphorisches Publikum und Standing Ovations nach jeder Show.

Über 40 internationale TOP-Artistinnen und Artisten, Tänzerinnen und Tänzer, Sängerin und Comedians feiern mit dem Publikum das Leben und eine echte Zirkusparty, befinden sich entweder an einem tropischen Strand oder tauchen ab in die Tiefen des Meeres. Wohl kaum ein reisender Zirkus transportiert soviel Technik von Standort zu Standort wie der Zirkus Charles Knie, denn die Materialschlacht, die für das Spektakel benötigt wird ist gigantisch. „Wir verpacken einen ganzen Ocean in über 40 Sattelauflieger“, so Sascha Melnjak, Inhaber und Geschäftsführer des Zirkus Charles Knie. Denn um den Traum von Sonne, Strand und Meer perfekt in die Kulisse eines Zirkuszeltes zu integrieren benötigt der Zirkus unzählige Effekte, Licht, perfekten Sound und ganz viel Wasser.

„Wir begreifen unsere Idee von einem zeitgemäßen Zirkus als große Show für die ganze Familie. Und diese Show findet auf einem Niveau statt, die dem Vergleich mit z.B. großen Musicalproduktionen jederzeit standhält“, erklärt Sascha Melnjak dieses für die Zirkusbranche neue und einzigartige Konzept. Die Transformation des klassischen Zirkus ins Jetzt ist dem Zirkus Charles Knie mehr als gelungen. Und explizit weist Sascha Melnjak darauf hin, dass diese Show kein Bruch mit den Traditionen des Zirkus ist. Keine krampfhaft bemüht moderne Show, die dann schnell übers Ziel hinausschießt. „Wir sind weiterhin Zirkus im besten Sinne, eine echte Feel-Good-Family-Show“. Sascha Melnjak ist sich sicher, auch die Gäste in Freiburg restlos zu begeistern.

Tickets (20 bis 44 Euro) gibt es unter www.zirkus-charles-knie.de oder www.reservix.de, unter der Reservix-Hotline 06 9/ 4 27 26 26 55 sowie täglich ab 10 Uhr an den Zirkuskassen.

Ex-Freiburger Matthias Ruhl hat alle 145 Drei-Sterne Restaurants der Welt getestet

Kulinarische Kunstwerke aus der Sterneküche probierte Matthias Ruhl in 20 Ländern: Beispielsweise ein Gericht mit Sardine, Tomate, Ringelblume und Escabeche-Soße im „Plénitude“ in Paris. Fotos: Privat

Er hat es sich schmecken lassen, dabei war sein Ziel sportlich: Matthias Ruhl, der aus Freiburg stammt, hat alle 145 Drei-Sterne-Restaurants der Welt besucht. Seine Leidenschaft für gutes Essen führte ihn so in 20 Länder. Besonders beeindruckt hat ihn die japanische Küche, auch wenn es nicht immer einfach war, einen Tisch zu ergattern.

Freiburg ist seine alte Heimat, hier ist er aufgewachsen und hat studiert, wohnte in Kirchzarten, bis er mit 24 in die USA auswanderte. Heute lebt er in Los Altos in Kalifornien. Dort hat er bereits 2007 seine Leidenschaft für die Gourmet-Küche entdeckt, als ein Restaurant in der Nähe mit dem dritten Michelin-Stern ausgezeichnet wurde. Auf Geschäftsreisen und im Urlaub war er dann immer in Drei-Sterne-Lokalen essen.

Im neuesten Drei-Sterne-Restaurant, dem „Jordnær“ bei Kopenhagen gab’s Chawanmushi (Japanischer Eierstich), Koenigskrabbe, rote Garnelen, Sancho Pfeffer, Limettenschale, Osetra Kaviar, Blumen, frischer Wasabi

Aber erst während der Corona-Pandemie setzte er sich das ehrgeizige Ziel, bis zum seinem 50. Geburtstag alle 145 Sterne-Restaurants der Welt besucht zu haben – in rund 70 davon hatte er zu diesem Zeitpunkt schon gegessen. Möglich machte das Genussreisen eine berufliche Auszeit, er war bei einem Start-up in der IT-Branche tätig, „80 bis 100 Wochenstunde waren normal“, erzählt er. Da kam der kulinarische Rekordversuch recht: auch seine Frau war bei den meisten Testessen dabei, „das ging aber nicht immer, wir haben zwei kleine Kinder, da mussten wir dann eine Betreuung organisieren.“
Anfang Juli hatte es Matthias Ruhl tatsächlich geschafft und mit dem „Jordnær“ bei Kopenhagen das 145. Drei-Sterne-Restaurant besucht.

Das „L’Effervescence“ in Tokio servierte einen Salat mit 58 Zutaten.

Beeindruckt hat ihn besonders die japanische Küche: „dort ist man sehr perfektionistisch in Bezug auf das Essen und wie es angerichtet ist, aber auch überaus gastfreundlich und nett“. Trotzdem hat er manchmal an seinem ehrgeizigen Vorhaben gezweifelt, beispielsweise, wenn er eine Reservierung fast wegen eines Staus verpasst hatte oder es unmöglich schien, „überhaupt eine Reservierung zu bekommen“. Allein im „Makimura“ in Tokio brauchte er Monate, um einen Tisch zu ergattern.

Vor allem hat es ihm aber Spaß gemacht und er hat es sich schmecken lassen. „Es gab sehr viele gute Restaurants. Besonders in Erinnerung geblieben sind mir zum Beispiel das ’Waldhotel Sonnora’ nördlich von Saarbrücken mit unglaublich guter französischer Küche oder auch Das ’Alinea’ in Chicago mit sehr kreativen Menüs – nachdem das mit drei Sternen ausgezeichnet wurde, war es aber leider nicht mehr so spannend“, erzählt er.

In einem Blog berichtet er von seinen Erlebnissen

Das teuerste Menü gab’s im „Ultraviolet“ in Shanghai. Stolze 1.400 Euro standen auf der Rechnung, „im Schnitt kostet der Besuch im Drei-Sterne-Restaurant pro Essen 250 bis 500 Euro“. Und was hat ihn das kulinarische Hobby gekostet? „Ich habe das nie ausgerechnet, aber geschätzt waren es so 100.000 fürs Essen und nochmal das gleiche für die Reisekosten.“

Matthias Ruhl testete die Sterne-Restaurants meist nicht alleine: seine Frau teilt seine Leidenschaft

Auf seinem Blog „Travels for Stars“ (www.travelsforstars.com) hält er seine Restaurantbesuche fest. Das kommt gut an und „ist auch der Sinn der Sache, ich möchte anderen meine Erfahrung weitergeben. Dafür bekomme ich sehr positives Feedback“. Und wie geht es nun weiter – als Testesser aller Zwei-Sterne-Restaurants auf der Welt? „Das wären wohl zu viele und das ändert sich ständig, da käme man nicht hinterher. Aber mir fällt bestimmt etwas ein, die neuen Drei-Sterne-Restaurants, die hinzukommen, werde ich auf jeden Fall besuchen“, sagt er und lacht.

In Freiburg und die Region reist der Wahl-Kalifornier auch gerne – erst Mitte Juli hat er seine Schwester in Kirchzarten besucht. Eine Rückkehr ist nicht ausgeschlossen: „Meine Frau findet es hier toll, vor allem im Dreisamtal, ich könnte mir vorstellen mal wieder hierher zu ziehen“. Matthias Ruhl ist ein Fan von badischem Essen, da dürfen es „dann aber gerne auch mal einfach nur Brägele mit Kräuterquark oder Wurstsalat“ für den Genießer sein.

Perfekt angerichtet: Geräucherter Aal mit Aprikose, Lorbeerblatt und Meerrettich im „Uliassi“ in Senigallia in Italien.

Hausfassade am X-Press-Gebäude wird renoviert

Zweieinhalb Jahre lang hingen die Fangnetze an der Fassade. Foto: Kunz

Seit über zwei Jahren sollen Fangnetze am X-Press-Gebäude an der Bahnhofsachse verhindern, dass Passanten von herabfallenden Fassadenteilen getroffen werden. Nun werden die Fangnetze laut BZ entfernt: Das Gebäude soll nun saniert werden. Die bisherige Fassadengestaltung wird dann durch ein modernes Wärmedämmverbundsystem ersetzt. Damit soll auch der Energieverbrauch des Gebäudes gesenkt werden.

Leerstand in der Innenstadt: „Wir müssen mehr Entertainer sein“

Die spanische Modekette Zara rückt bald dem Leerstand des ehemaligen Modehaus Kaiser zu Leibe. Foto: Joers

Immer häufiger schließen Geschäfte in der Freiburger Innenstadt – viele Räumlichkeiten bleiben danach Jahrelang ungenutzt, so wie das ehemalige Modehaus Kaiser, in das nun nach zwei Jahren Leerstand eine Filiale der spanischen Modekette Zara ziehen soll. Dabei gibt es Aktionen, die die Innenstadt attraktiv machen sollen.

Superdry, Scotch & Soda und nun auch Esprit: Auch große Marken müssen schließen. Und die Eigentümer tun sich schwer damit, Nachmieter zu finden.

Nun gibt es erste Lichtblicke am Horizont: In das seit zwei Jahren leerstehende Gebäude des Modehaus Kaiser soll eine Zara-Filiale einziehen. Eine Entwicklung, die David Lehr aus dem Vorstand von z´Friburg in der Stadt e.V. und Geschäftsführer von Breuninger begrüßt: „Zara ist ein Frequenzmagnet für die Freiburger Innenstadt.“ Zara locke Menschen aller Altersgruppen in die Stadt – und nicht nur Freiburger. „Zara wird auch Menschen aus dem Speckgürtel in die Innenstadt ziehen“, so Lehr.

Seit 15 Jahren würden sich die Freiburger eine Zara-Filiale wünschen, sagt auch Innenstadt-Koordinator der FWTM Thorsten Schäfers. „Die Zara-Filiale wird der Freiburger Innenstadt guttun und auch weitere gute Marken anziehen“, so Schäfers.

Wichtig sei aber vor allem ein Gesamtkonzept in der Innenstadt: „Die Leute müssen sich in der Innenstadt aufhalten wollen und dafür muss sie auch gut erreichbar sein“ sagt Schäfers. Die FWTM mache regelmäßig Umfragen über ein Institut, das auch deutschlandweit Daten zur Attraktivität der Innenstädte erhebt: Behördengänge, Ärzte, Arbeit und Ausbildung seien die Gründe, warum Menschen in die Innenstadt gingen. „Wir müssen das Rundumprogramm in der Innenstadt lassen.“

Räumungsverkauf bei Paul Green in der Schiffstraße. Foto: Joers

Thorsten Schäfers sieht die Innenstadt derzeit sehr gut aufgestellt: Allgemein würden Innenstädte aufgrund eines veränderten Kaufverhaltens weniger besucht – dies betreffe aber nicht nur Freiburg, sondern ganz Europa.

„Für die Händler ist extrem wichtig, dass die Frequenz in der Stadt stimmt“, sagt auch David Lehr. Auf der KaJo fehlen laut Lehr Cafés mit Möglichkeiten zum Draußensitzen. „Wir müssen ein Freizeitangebot für die Kunden darstellen mit gutem Service und einem vielfältigen Passepartout.“

Um die Innenstadt weiterhin attraktiv zu halten, müsse man sie wie einen Erlebnispark denken, sagt auch Schäfers. Eine bestimmte Marke gebe da nicht den Ausschlag. Was heute im Trend liegt, kann schon bald nicht mehr modern sein. Als Beispiel nennt Schäfers die Marke Scotch & Soda.

Statt also bestimmte Marken anzusiedeln brauche es kleine Attraktionen, sogenannte Microevents. An Veranstaltungen wie dem Weinfest oder dem Fashion & Food Festival sei die Innenstadt stets gut besucht. „Da kommen die Leute, weil etwas passiert“, so Schäfers. Es sei wichtig, hier lockerer zu werden. „Wenn die Geschäfte schließen, warum stellen wir dann keine Tische dort hin – oder Tischtennisplatten?“

Man brauche die Mehrfachnutzung der Innenstadt und dafür auch Eigeninitiative der dort ansässigen Einzelhändler. Dies sieht auch David Lehr: „Wir müssen mehr denn je Entertainer sein und Events kreieren.“ Dazu gehöre, Synergien zu finden, Dinge gemeinsam zu machen – und vor allem das Verständnis, dass es am Ende nur gemeinsam gehe.

Am Münstermarkt soll nun ein Pop-Up-Store nach diesem Prinzip entstehen: So soll es Ping-Pong-Partys, Laut-und-Lyrik-Veranstaltungen und Kunst-und-Wein-Events geben. Dadurch würden alle Zielgruppen angesprochen werden. „Ladenflächen müssen auch mal neue Chancen bieten“, sagt Schäfers. Und: „Die Innenstadt ist die Innenstadt von allen. Innenstadtakteure und Stadtverwaltung müssen gemeinsam mehr mutige Konzepte verfolgen. Mixed-Used-Konzepte bieten neue Chancen auf öffentlichen Flächen und in Ladengeschäften. Dazu müssen alle Beteiligten an einem Strang ziehen.“

Auch David Lehr blickt positiv in die Zukunft. Sollte es für Zara gut laufen, geht er davon aus, dass sich auch weitere Marken der Inditex-Gruppe in Freiburg niederlassen könnten – dazu gehören unter anderem die Modemarken Stardivarius, Bershka und Pull & Bear.