Christian Streich verabschiedet sich im Sommer vom SC Freiburg. Foto: Detlef Berger
Nach Tagen der Spekulation gibt es jetzt Gewissheit: Wie der SC Freiburg am Montagmorgen in einer Pressemitteilung bestätigte, hört SC-Trainer Christian Streich nach dieser Spielzeit auf.
Streich äußerte sich in einem Statement zu seinem nun angekündigten Karriereende: „Ich habe lange überlegt und viele Gespräche geführt, aber ich glaube, nach 29 Jahren ist jetzt der richtige Zeitpunkt, um Raum zu geben für neue Energien, neue Leute und neue Möglichkeiten. Es war mir schon in der Vergangenheit sehr wichtig, dass ich den Zeitpunkt nicht verpasse, zu dem ich glaube, dass es richtig ist, zu gehen“, sagt Christian Streich. In einer am Montag veröffentlichten Videobotschaft auf der SC-Homepage fügte er hinzu: „Ich glaube auch, dass die Spieler und die Leute drumherum neue Energien brauchen.“
„Ich hatte hunderte von außergewöhnlichen Erlebnissen in meiner Zeit beim Sport-Club. Dieser Verein ist mein Leben und ich bin dankbar für die große Zuneigung und Unterstützung, die ich hier erfahren habe. Ich freue mich auf die Zukunft für diesen Verein und ich weiß, dass sehr gute Entscheidungen getroffen werden, dass es hier so weitergeht, wie es in den letzten Jahren und Jahrzehnten weiterging – immer vorwärts und den Kopf oben, auch wenn es mal schwer war.“
Christian Streich: „Ich glaube auch, dass die Spieler und die Leute drumherum neue Energien brauchen.“ Foto: Detlef Berger
Streich hat eine lange Vergangenheit bei den Breisgauern. Der gebürtige Eimeldinger war bereits in der Saison 1987/88 Profi beim SC und bestritt 22 Zweitligaspiele. 1995 kam er als Jugendtrainer in die Freiburger Fußballschule. Als Trainer der U19 feierte er 2008 die Deutsche A-Junioren-Meisterschaft und gewann dreimal den DFB-Junioren-Vereinspokal. Im Sommer 2007 wurde Streich zusätzlich Co-Trainer bei den Profis. Zur Saison 2011/12 wechselte er fest ins Trainerteam der Bundesliga-Mannschaft und wurde zur Rückrunde Trainer der SC-Profis. Seither betreute der 58-Jährige das Team in 711 Pflichtspielen. In seine Amtszeit fallen die Zweitliga-Meisterschaft 2016, das DFB-Pokalfinale 2022 sowie die viermalige Qualifikation zu internationalen Wettbewerben.
Nachfolger steht noch nicht fest
Sport Vorstand Jochen Saier sagt zum Abschied des 58-Jährigen: „Wir waren in den vergangenen Wochen in einem intensiven, sehr vertrauensvollen und emotionalen Gedankenaustausch mit Christian – an dessen Ende eine Entscheidung steht, die wir bedauern, aber in vollem Maße respektieren und nachvollziehen können. So besonders wie die gemeinsame Entscheidungsfindung, war und ist Christians Wirken in den vergangenen zwölfeinhalb Jahren als Cheftrainer und insgesamt fast drei Jahrzehnten Trainertätigkeit für unseren SC. Der Augenblick, diese so besondere Zeit final zu würdigen ist aber noch nicht gekommen, da die gemeinsame Reise hier und heute nicht zu Ende ist. In den ausstehenden acht Bundesligaspielen gibt es gemeinsam noch zu viel zu erreichen.“
Streich schätzte an seiner Arbeit vor allem die Arbeit mit jungen Menschen. 2011, ein halbes Jahr bevor er in der Winterpause 2011/12 Cheftrainer beim SC wurde, gewann er mit den SC-A- Junioren den DFB-Junioren-Vereinspokal. Foto: Patrick Seeger
Über eine mögliche Nachfolge sagte Saier: „Der transparente Austausch ermöglichte uns, frühzeitig in Gespräche gehen zu können, wie das Trainerteam zur kommenden Saison aufgestellt sein wird. Die Nachfolge von Christian Streich werden wir zeitnah bekannt geben.“ Der Verein werde sich dazu aber erst zum Saisonende näher äußern, so Saier.
Christian Streich steht seit über zwölf Jahren an der Seitenlinie bei den SC-Profis. Foto: Detlef Berger
SC-Trainer Christian Streich wird Anfang der Woche bekannt geben, ob er weiterhin Cheftrainer bei den Breigauern bleiben wird oder nicht. Diese Ankündigung hatte der 58-Jährige bereits nach dem 0:5 (0:2) im Achtelfinal-Rückspiel gegen West Ham United gemacht. Am Sonntagabend nach der 2:3 (1:2)-Niederlage im Bundesliga-Heimspiel gegen Tabellenführer Bayer 04 Leverkusen präzisierte er das und sagte auf die Frage nach seiner Zukunft: „All das erfahren Sie morgen.“
Seit Januar 2012 steht Streich an der Seitenlinie der Freiburger. In den vergangenen Jahren verlängerte er seinen Vertrag jeweils immer nur um eine weitere Saison. Die Entscheidung hierzu fiel meistens rund um den März. Zuletzt musste der gebürtige Eimeldinger häufiger Fragen nach seiner Zukunft beantworten. Ob Streich die nötige Energie für eine weitere Amtszeit findet, bleibt abzuwarten. „Die Gespräche laufen, warten wir es ab“, sagte SC-Sportvorstand Jochen Saier am Donnerstag gegenüber RTL+.
Nach dem 2:3 gegen Leverkusen äußerten sich auch mehrere SC-Spieler zu der Frage nach Streichs Zukunft. „Die Hoffnung stirbt zuletzt. Wir werden seine Entscheidung respektieren und mittragen“, sagte SC-Kapitän Christian Günter. Und Nicolas Höfler sagte: „Ich rechne mit nichts. Ich hoffe nur, dass er weitermacht, weil wir jetzt schon so lange zusammenarbeiten. Und ich dachte eigentlich, dass wir zusammen aufhören und dass das noch zwei oder drei Jahre dauert. Deswegen hoffe ich, dass es jetzt nicht endet, weil das extrem schade wäre“, so Höfler.
Die Gespräche mit Christian Streich laufen, sagt SC-Vorstand Jochen Saier. Foto: Detlef Berger
Auch Nils Petersen, bis vergangenen Sommer Spieler beim SC und Rekordtorschütze des Vereins, äußerte sich in seiner neuen Rolle als TV-Kommentator bei RTL zu Streichs Zukunft: „Es wäre für den SC Freiburg ein großer Verlust wenn Christian Streich aufhören sollte. Aber ich bin mir sicher die Verantwortlichen in Freiburg sind für diesen Fall gut aufgestellt.“
Trotz der großen personellen Konstanz im Freiburger Trainerteam gab es auch beim SC in den vergangenen Jahren Veränderungen. So verließ 2022 Torwarttrainer Andreas Kronenberg nach acht Jahren den Verein und wechselte zum DFB. In diesem Jahr kündigte Co-Trainer Patrick Baier (seit 1999 im Verein) seinen Abschied im Sommer an.
West Ham United war für den SC Freiburg im Rückspiel eine Nummer zu groß. Foto: Detlef Berger
West Ham United steht im Viertelfinale der Europa League und der SC Freiburg ist ausgeschieden: Nach dem 1:0-Hinspiel-Sieg der Freiburger folgte im Achtelfinal-Rückspiel eine deutliche 0:5 (0:2)-Niederlage. Damit sorgte der Tabellen-Siebte der englischen Premier League für klare Verhältnisse gegen den Bundesligisten, dem ein Unentschieden zum erstmaligen Einzug in ein europäisches Viertelfinale gereicht hätte.
SC-Trainer Christian Streich setzte auf diesselbe Anfangself wie im Hinspiel. West Ham United ging bereits in der 9. Minute durch Lucas Paquetá (9.) in Führung. Jarrod Bowen (32.) erhöhte auf 2:0. Freiburg war nicht chancenlos, setzte immer wieder gefährliche Nadelstiche, etwa durch Roland Sallai (10.) und Maximilian Eggestein (39.). „Wir haben die Chance zum 1:1 durch Roland Sallai, dann verlieren wir wieder das Duell und bekommen das 2:0. Ich hatte nicht das Gefühl, dass uns West Ham 90 Minuten an die Wand spielt“, sagte SC-Trainer Christian Streich.
Die zweite Halbzeit begann dann wie die erste mit einem frühen Gegentor: Aaron Cresswell (52.) netzte ein, woraufhin Freiburg zunehmend den Zugriff auf das Spiel verlor. Mohammed Kudus (77./85.) machte schließlich mit einem Doppelpack alles klar. „Wir fanden die Art und Weise, wie Freiburg spielt, immer schwierig. Aber ich finde wir haben heute einen sehr guten Job gemacht“, sagte West Hams Trainer David Moyes.
Rund 2.500 Fans hatten den SC Freiburg ins London Stadion begleitet, wo die Europa-Reise des SC Freiburg ein jähes Ende fand. „Wir sind natürlich sehr enttäuscht“, sagte Christian Streich. „Aber ich kann der Mannschaft keinen Vorwurf machen. Weil wir konnten es heute nicht verteidigen und waren einfach klar unterlegen aufgrund der individuellen Qualität des Gegners.“
Weiter geht es für den SC Freiburg am Sonntag in der Fußball-Bundesliga mit einem Heimspiel. Der Gegner im Europa-Park Stadion ist dann der noch ungeschlagene Spitzenreiter der Bundesliga, Bayer 04 Leverkusen. Anstoß gegen die Werkself ist um 15.30 Uhr.
Wohnraum für alle Lebensstationen soll auf dem Güterbahnhof-Areal entstehen. Foto: Alleswirdgut Architektur
150 sozial geförderte Wohnungen sollen auf dem Güterbahnhofareal entstehen: Die Freiburger Stadtbau investiert dort in das dritte Bauvorhaben. Nun steht der Siegerentwurf fest, der insbesondere durch hohe städtebauliche Qualität überzeugt hat.
Die Freiburger Stadtbau GmbH hatte im Rahmen eines konkurrierenden Verfahrens fünf Architektur-Büros aus Freiburg, Heilbronn, Stuttgart, Frankfurt und Wien eingeladen, das Gebiet auf dem Güterbahnhof-Areal mit einem modernen Wohn- und Geschäftshaus zu überplanen.
Der Entwurf des Büros „AllesWirdGut Architektur“ aus Wien entwickelte ein Gebäude, das den urbanen Charakter des Güterbahnhof-Areals widerspiegelt.Aufgabe war, für alle Lebensstationen geeignete Wohnungen zu schaffen.
Zu den Programmanforderungen gehören unter anderem eine nachhaltige und prägende städtebauliche und architektonische Ausformung sowie Freiräume mit hoher Aufenthaltsqualität im urbanen Umfeld, ein schlüssiges Parkierungs- und Erschließungskonzept integriert in eine effiziente, ökologische und zukunftsorientierte Konzeption.
Das Eckgrundstück zwischen Neunlindenstraße und Freiladestraße, welches im südwestlichen Bereich des Güterbahnhof-Areals liegt, ist eines der letzten zu überplanenden Grundstücke im Gebiet. Die Freiburger Stadtbau investiert damit in das dritte Bauvorhaben auf dem Güterbahnhof-Areal.
Auf dem Grundstück sollen zirka 150 öffentlich geförderte Mietwohnungen und zirka 9.900 Quadratmeter Wohnfläche sowie Gewerbeflächen im Erdgeschoss entstehen, die voraussichtlich im Teileigentum zum Kauf angeboten werden.
Auf Grundlage des Siegerentwurfs werden in den nächsten zwei Jahren die Planungen fortgeführt. Baubeginn könnte Mitte 2027 sein, wenn der aktuelle Pächter dort das Gelände verlässt. Von einer Fertigstellung wäre dann zwei Jahre später auszugehen.
Bei der Baby+Kind in Freiburg herrschte reger Betrieb. Foto: FWTM / KS Fotoaltelier
Rund 13.500 Menschen kamen am vergangenen Wochenende vom 8. bis 10. März zum Messegelände in Freiburg. Hier veranstaltete die FWTM gleich drei Messen. Neben der „Rauch&Glut“ fanden auch die „Baby+Kind“ sowie die „Südbadische Gebrauchtwagen-Verkaufsschau“ statt. Die FWTM zeigt sich zufrieden mit dem Ergebnis: Insbesondere Familien mit Kindern nahmen die Möglichkeit, alle drei Messen mit einem Ticket zu besuchen, wahr.
Kombination der drei Messen kommt gut an
Das Zusammenlegen der „Rauch&Glut“ mit der „Baby+Kind“ und erstmals auch der „Südbadischen Gebrauchtwagen-Verkaufsschau“ kam bei den Besuchern gut an und diese zeigten sich mit dem Angebot und der Produktvielfalt laut Besucherbefragung vor Ort sehr zufrieden. Auch die Aussteller waren begeistert: „Wir sind überwältigt von der großen Resonanz auf der Baby+Kind Messe in Freiburg“, zeigt sich Kevin Röhricht, Verantwortlicher des BabyOne Messestands, begeistert. „Es war fantastisch zu sehen, wie Kundinnen und Kunden aus einem so großen Einzugsgebiet zu uns gefunden haben.“
Bärbel Schäfer scheidet nach zwölf Jahren als Regierungspräsidentin aus dem Amt. Foto: www.pressebuero-freiburg.de
Von einer „Abschiedstour“ will Freiburgs Regierungspräsidentin Bärbel Schäfer lieber nicht reden. Stattdessen ist Schäfers Terminkalender auch kurz vor ihrem Abschied aus dem Amt proppenvoll. Auf das Ende ihrer 12-jährigen Amtszeit blickt die Juristin „mit total durchwachsenen Gefühlen“.
Aufzuhören, so Schäfer, sei wie das „Abspringen von einem fahrenden Zug“ für sie: „Was wir jetzt aufgleisen können, wird aufgegleist.“ Das Regierungspräsidium (RP) Freiburg sei „ein toll aufgestelltes Haus“, und sie sei ja auch jemand, der „gern im Team denkt“, selbst wenn sie sich manchmal als „ein wenig zu schnell“ wahrnehme. Ursprünglich habe sie Richterin werden wollen, sagt Schäfer nicht ohne Selbstironie: „Weil man da immer das letzte Wort hat.“
Als Schäfer vor 12 Jahren ihr Amt antrat, war die Debatte in vollem Gang, ob es Bündelungsbehörden wie die Regierungspräsidien überhaupt noch brauche. Die neue Landesregierung habe die Sorge gehabt, dass die Beamten im RP „wie ein Wurmfortsatz der CDU“ agieren würden. Die Forderung nach weniger Bürokratie habe auch eine Rolle gespielt.
Dabei seien Behörden wie das RP eigentlich prädestiniert für kurze Wege in der Verwaltung: „Bei uns spricht nicht jede Abteilung für sich, beispielsweise wenn man schaut, wie viel unterschiedliches Fachwissen in eine Entscheidung für den Bau eines Windrades einfließen muss“, betont Schäfer. Südbaden sei zudem weit weg von Stuttgart. Da brauche man das RP, um Regierungsentscheidungen in der Fläche zu vertreten und umzusetzen. Schäfer hat dazu beigetragen, die Stuttgarter Vertrauenskrise gegenüber den Behörden im Land zu befrieden: „Wir haben sogar einen Stellenzuwachs erreicht statt geplanter Streichungen. Wir haben gesagt: Wenn ihr uns personell aushungert, können wir nicht effizient sein.“ Klar gebe es „viel Bürokratie“ in Deutschland.
Aber Entscheidungen müssten auch rechtssicher sein. Und je weniger hier differenziert werde, desto weniger Handlungsspielräume gebe es: „Wer Bürokratie abbaut, baut auch Standards und Einzelfallgerechtigkeit ab“, ist Schäfer überzeugt.
Eine Amtszeit geprägt von Flüchtlingskrise und Corona
Man sei „ein Scharnier“ zwischen Land und der Region. „Korrespondierende Röhren“ nennt Schäfer dieses Selbstverständnis, bei dem es nicht nur ums Umsetzen der Ideen aus Stuttgart, sondern auch um die Repräsentanz der Region gegenüber den Ministerien geht. Konkret zum Beispiel bei der Einrichtung des Biosphärengebiets Schwarzwald, das vor 12 Jahren noch eher eine vage Idee war und heute neben der Energiewende ein Herzensthema Schäfers geworden ist.
„Wir haben hier angesichts der touristischen Prägung unserer Region zum Beispiel ganz andere Förderkriterien gebraucht als im Nationalpark.“ Solche Details „von unten nach oben“ zu platzieren sei nicht immer ganz einfach und auch für eine Behörde ein Lernprozess.
Wie auch der völlig unvorbereitete Umgang mit den vielen Geflüchteten, die 2015 im Regierungsbezirk unterzubringen waren, ohne dass es dafür irgendwelche personelle oder räumliche Struktur gegeben hätte – ein Lernprozess und „ein Kelch, der gern an mir hätte vorübergehen können“, so Schäfer weiter. Heute bestimmen in der öffentlichen Debatte oft sogenannte „Wutbürger“ den Diskurs.
„Das ist eine Zerreißprobe“, sagt Bärbel Schäfer. „Das macht uns unglaublich zu schaffen. Es gibt da leider keine Patentrezepte.“ Angefangen habe diese Entwicklung mit der „Pegida“-Bewegung, „dann kamen im Zuge der Covid-Pandemie die Verschwörungstheoretiker dazu.“ Man versuche, mit neuen Beteiligungsformaten oder „niederschwelligen Angeboten“ in den Sozialen Medien gegenzusteuern, um die eigene Arbeit als Behörde zu vermitteln.
„Ich kann mir die Leute ja nicht so backen, wie ich sie haben will. Ich muss sie nehmen, wie sie sind“, so Schäfers pragmatische Sicht auf die Protestkultur von heute. „Ich komme ja aus einer Generation, die sich selbst verwirklichen und die Welt besser machen wollte“, sagt sie.
Als junge Juristin habe sie Bürgergruppen juristisch unterstützt, die sich für Umweltprojekte und gegen Behördenentscheidungen einsetzten. Später als Leiterin des Rechtsamts der Stadt Freiburg sei ihr wichtig gewesen, an einer Verwaltung zu arbeiten, die „die Leute mitnehmen will“.
Ein „Prototyp“ für das Amt als Regierungspräsidentin sei sie damit nicht gewesen. Wenn es nach ihr geht, wird Bärbel Schäfer auch im Ruhestand politisch aktiv sein. Bei der Kommunalwahl tritt sie in Freiburg für die Grünen an. Zeit fürs Wandern, die Familie und ihre Freunde will sie aber auch einplanen. Und „runterkommen“.
Seit jeher am gleichen Standort: Die Parfümerie Kern. Foto: Parfürmerie Kern
Traditionsgeschäft im Herzen der Altstadt: Seit 125 Jahren prägen Tradition und gelebte Werte die Philosophie der inhabergeführten Parfümerie Kern am Martinstor, und das seit jeher am gleichen Standort.
Tobias Kern, der in vierter Generation die Parfümerie führt, hat das Familienunternehmen 2004 übernommen, für das Carl Wilhelm Kern 1899 den Grundstein gelegt hat. Zu Beginn als Großhandel für Farben, Chemikalien, Tierfutter und Naturheilmittel gegründet, hat es sich über die Jahre zu einer modernen Parfümerie mit Erlebnisfaktor für die Kundinnen und Kunden entwickelt.
Kontinuierlich gewachsen
Mittlerweile prägen exklusive Nischenparfums sowie hochwertige Kosmetikprodukte das Sortiment der Parfümerie Kern. Die Beauty-Welt der Parfümerie Kern umfasst auch ein Kosmetikinstitut, in dem sich schönheits- und gesundheitsbewusste Kunden verwöhnen lassen können. Ebenso gehört zum Unternehmen ein Modegeschäft, das von Melanie Kern geführt wird.
Viel ist in diesen 125 Jahren passiert. Zwei Weltkriege, Wirtschaftsaufschwung und Wirtschaftskrisen haben die Kerns in Team-Arbeit mit ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gemeistert. Die Räumlichkeiten vergrößerten sich mit den Jahren und sind immer wieder entsprechend dem jeweiligen Zeitgeist angepasst worden. Die Anpassung an die aktuellen Erfordernisse brachte 2021 als logischen nächsten Schritt die Eröffnung eines Onlineshops mit sich.
Die Gewinner des Abends: Die SC-Fußballerinnen wurden Mannschaft des Jahres. Der Sportler des Jahres Nico Messinger konnte wegen eines Wettkampfs nicht selbst vor Ort sein. Foto: Valentin Behringer
Vor rund 1.200 Besuchern auf der Galanacht des Sports im Konzerthaus Freiburg erhielten Freiburgs Sportlerinnen und Sportler am Samstagabend die wohlverdiente Bühne für ihre Erfolge im vergangenen Jahr.
Insgesamt vergaben Oberbürgermeister Martin Horn und Sportbürgermeister Stefan Breiter 129 städtische Sportmedaillen für die herausragenden Leistungen der Athleten. Der vom Sportkreis Freiburg und Galanacht-Organisator Jens Hoffmann veranstaltete Abend bot einen bunten Mix aus Showacts und Unterhaltung und dauerte auch in diesem Jahr bis tief in die Nacht, als die Gäste nach dem offiziellen Programm das Tanzbein schwingen konnten.
Sportliche Erfolge geehrt
Höhepunkt des Abends war die Bekanntgabe von Freiburgs Sportlerin, Sportler und Mannschaft des Jahr 2023. Für die Sportlerwahl waren im Vorfeld mit dem Freiburger Wochenbericht als Medienpartner mehr als 9.300 Stimmen bei einer Publikumswahl eingegangen.
Sportlerin des Jahres mit 35,6 % der Stimmen wurde Rollkunstläuferin Alina de Silva von der FT 1844 Freiburg, die 2023 Welt- und Europameisterin und Deutsche Meisterin wurde. Nominiert waren außerdem die Ringerin Sophia Schäfle, die Mehrkämpferin Sabine Storz und die Leichtathletin Jolanda Kallabis.
Sportlerin des Jahres Alina de Silva bekam ihre Trophäe von Wochenbericht-Geschäftsführer Martin Zenke überreicht. Foto: Behringer
Bei den Männern ging die begehrte Trophäe an Biathlet und Langläufer Nico Messinger vom Ring der Körperbehinderten. Der dreifache Vizeweltmeister und Mannschaftsweltmeister von 2023 erhielt 40 Prozent der Stimmen. Hier standen außerdem Ringer Lars Schäfle, LAC-Läufer Filmon Teklebrhan-Berhe und der Segler Moritz Weis zur Wahl.
Mannschaft des Jahres wurden die Fußballerinnen des SC Freiburg mit 38,9 Prozent, die im vergangenen Jahr zum zweiten Mal das Finale des DFB-Pokals erreicht hatten. Nominiert waren außerdem die „Affenbande“, die Volleyballer der FT 1844, die Basketballerinnen von der „Birdgang“ des USC Freiburg und die Cheerleading-„Nuggets“ der FT 1844.
Eine Premiere war der Abend auch für Hans-Jürgen Muri, der die Besucher der Galanacht erstmals in seiner neuen Funktion als Vorsitzender des Sportkreises Freiburg begrüßen durfte. „Das Konzerthaus ist an diesem Abend das ’Haus des Sports’“, sagte der Rektor der Freiburger Emil-Thoma-Realschule. Muris Amtsvorgänger beim Sportkreis, Franz Jürgen Zeiser, wurde von Oberbürgermeister Martin Horn mit der Sportverdienstmedaille der Stadt Freiburg geehrt, die das letzte Mal vor fünf Jahren vergeben worden war.
Den Preis der „Eliteschülerin des Sports“ ging an diesem Jahr an Fußballerin Alina Axtmann vom SC Freiburg. Die 18-Jährige wurde im vergangenen Jahr Vize-Europameisterin mit der deutschen U19-Nationalmannschaft und ist Schülerin an der Max-Weber-Schule. Daniel Zeiler, Vorstandschef der Freiburger Sparkasse und Thomas Redhaber, Leiter des Olympiastützpunktes in Freiburg, übergaben den Preis.
Auf der Galanacht des Sports in Freiburg wurde bis spät in die Nacht getanzt. Foto: Valentin Behringer
Geehrt wurde auch die Nachwuchsarbeit des EHC Freiburg mit ihren 100 ehrenamtlichen Helfern. SC-Präsident Eberhard Fugmann überreichte dafür den mit 2.000 Euro ausgelobten SC-Freiburg-Nachwuchsförderpreis – „damit der EHC weiterhin noch viele Pucks in die gegnerischen Tore befördert“, so Fugmann.
Der von SC-Stadionsprecherin und Radiomoderatorin Julica Goldschmidt moderierte Abend war erneut ein großes Klassentreffen der Freiburger Sportfamilie – und um die will sich die Stadt Freiburg weiter kümmern. „Wir dürfen nie damit aufhören, Freiburg über den Sport denken“, sagte Sportbürgermeister Stefan Breiter. Und Oberbürgermeister Martin Horn ergänzte: „Die Sportvereine sind so wichtig für die Stadt. Deshalb ist jeder Euro in den Sport gut investiert.“
Vorteil Freiburg: Die mit Stars gespickte Truppe von West Ham United (links: Edson Álvarez) muss gegen den SC (hier: Maximilian Eggestein und Manuel Gulde) einen 0:1-Rückstand aufholen. Foto: Detlef Berger
Am Donnerstag um 18.45 Uhr (RTL plus) kommt es im London Stadium zum Showdown um den Einzug ins Viertelfinale der Europa League: Freiburg oder West Ham United, einer wird es werden. Für die Breisgauer, die das Hinspiel 1:0 gewannen, wäre ein Weiterkommen historisch. SC-Coach Christian Streich spricht von einem „ganz großen Spiel“. Und schon am Sonntag ist Spitzenreiter Leverkusen zu Gast.
Mit dem wichtigen 2:1 beim VfL Bochum im Rücken (dem ersten Bundesliga-Sieg seit fünf Spielen) reist der SC Freiburg in die englische Hauptstadt. „Jetzt haben wir einen großen Abstand. Das gibt uns Luft. Jetzt gehen wir heim und dann haben wir ein ganz großes Spiel für uns in London“, sagte der 58-jährige SC-Trainer nach dem Auswärtsdreier in der Bundesliga.
Historische Chance
Sollte den Freiburgern am Donnerstag tatsächlich ein Weiterkommen gelingen, wäre das historisch: Noch nie stand der SC im Viertelfinale eines europäischen Wettbewerbs. Die Ausgangslage nach dem 1:0-Sieg am vergangenen Donnerstag ist gut. „So liegt der Druck bei West Ham. Sie müssen erstmal ein Tor aufholen. Und wir können mit jedem Tor, das wir schießen, das Tor ein bisschen weiter aufschlagen Richtung Viertelfinale“, sagt SC-Kapitän Christian Günter
„Wir gehen mit breiter Brust da hin, aber mit dem Bewusstsein, dass es ein sehr schweres Spiel wird.“ Günter hatte die erste Auswärtsfahrt nach London währen der Gruppenphase aufgrund seiner Verletzung noch verpasst.
Auch personell hat sich die Lage beim Sport-Club vor der historischen Chance deutlich entspannt. „Es kommen immer mehr zurück. Es wird immer breiter. Das ist enorm wichtig“, sagt Günter. „Gerade die Jungs, die im Hinspiel reingekommen sind, haben es sehr gut gemacht“, sagt der Linksverteidiger und erwähnt beispielhaft Siegtorschütze Michael Gregoritsch, der auch in Bochum erneut traf sowie Florent Muslija. Dieser wäre in Bochum aufgrund seiner guten Entwicklung sogar beinahe in der Startelf gestanden, verriet SC-Trainer Streich.
Die Freiburger Chancen gegen den Premier-League-Verein stünden laut Innenverteidiger Matthias Ginter 50:50. „Das wird ein hartes Spiel, ähnlich wie am Donnerstag. Wir wissen wie es dort ist. Wir haben es aber jetzt gegen West Ham um einiges besser gemacht als noch in der Gruppenphase.
Das hilft uns und gibt uns Mut“, so Ginter. Gleichwohl hätten die Engländer „eine sehr, sehr hohe individuelle Qualität und im Heimspiel natürlich einen Vorteil. Aber wir haben ein Tor Vorsprung und versuchen unsere Chance zu nutzen“, so der Weltmeister.
Streich fordert Präsenz
SC-Trainer Christian Streich hält sich mit Prognosen für die Partie allerdings noch zurück. „Die Perspektive ist, dass wir eine Chance haben. Wieviel Prozent, weiß ich nicht. Ich will nicht orakeln. Aber es wird ein gnadenlos hartes Spiel“, sagt der SC-Trainer, der davon ausgeht, dass West Ham versuchen werde, „ein brutales Tempo zu gehen“.
Für seine Mannschaft heißt das: „Wir dürfen uns nicht erdrücken lassen. Wir müssen eine hohe, hohe Präsenz haben im Zweikampfverhalten. Sie werden alles einsetzen.“ Hinzu komme die Atmosphäre auf dem Platz, die Streich zufolge ein ganz spezielle werden könnte. „Es wird kein ganz so freundliches Spiel werden. Davon gehe ich aus. Sie werden alles in die Waagschale werfen. Aber wir auch.“
Sorgten mit ihrem mitreißenden Auftritt für Stimmung: die Cheerleader Freiburg Nuggets eröffneten die Galanacht mit einer schwungvollen Show. Foto: Valentin Behringer
Glamouröse Sause: das Konzerthaus wurde bei der Galanacht des Sports am Samstag wieder zum Treffpunkt der Freiburger Sportlerszene. Hier wurden die erfolgreichsten Athleten der Stadt geehrt.
Schon der Empfang der rund 1.200 Gäste am roten Teppich war etwas Besonderes: denn hier stand der Nachwuchs des EHC in voller Montur Spalier, um die Besucher mit Handschlag zu begrüßen. Für richtig Stimmung sorgten die Cheerleader der FT, die Freiburg Nuggets – sie eröffneten die feierliche Gala mit einer mitreißenden Showeinlage.
Die Mitmachangebote der Vereine kamen wieder gut an: Hier schlägt Sportbürgermeister Stefan Breiter am Stand des Freiburger Tennis-Clubs gekonnt auf. Foto: Joers
Bei der Preisverleihung zeigten auch Oberbürgermeister Martin Horn und Sportbürgermeister Stefan Breiter vollen Einsatz. Sie übergaben 129 städtische Sportmedaillen an die strahlenden Gewinner.„Die Galanacht ist eine der coolsten Veranstaltungen in Freiburg, da kommt so viel Positives zusammen“, sagte Oberbürgermeister Martin Horn. Für ihn sind die Sportler „ein leuchtendes Aushängeschild unserer Stadt Freiburg.“ Besonders beeindruckend: „Die jüngsten Geehrten sind gerade mal zehn – und der älteste ausgezeichnete Athlet 84 Jahre alt“.
Nach der feierlichen Gala wurde mit DJ Mr.T auf der Tanzfläche Gas gegeben: auch Rathaus-Chef Martin Horn war dabei. Foto: Valentin Behringer
Moderatorin Julica Goldschmidt führte gewohnt gekonnt durchs Programm. Auch die Mitmach-Angebote der Vereine kamen wieder sehr gut an: selbst Stefan Breiter nahm hier den Tennisschläger in die Hand. Nach dem offiziellen Teil ging die Feier auf der Tanzfläche weiter: hier bewiesen nicht nur die Sportler, sondern auch die Bürgermeister und viele andere Gäste viel Kondition!
Spannende Formate
Der SWR hat seine TV-Highlights dieses Jahres vorgestellt: hier gibt es auch das eine oder andere Freiburger Format, auf das wir uns freuen können. Beispielsweise die Sendung „Notfall Rettung“, die den spannenden und anstrengenden Alltag von Rettungskräften zeigt. Reporter Patrick Hünerfeld hat für die Doku über mehrere Wochen Freiburger Notärzte bei ihrer Arbeit begleitet. Im Juli ist die Ausstrahlung geplant, dafür wird es unter anderem einen SWR-Themenabend geben.
Verraten wurde auch, dass der nächste Schwarzwald-Tatort unter dem Titel „Letzter Ausflug Schauinsland“ am Pfingstmontag in der ARD Premiere feiert. Der wurde im vergangenen September gedreht und rückt Freiburg mal wieder in den Fokus – denn die Ermittler müssen einen mysteriösen Mord in einer Schauinsland-Gondel aufklären.
Ein Jahr lang hat sich der Freiburger Rathaus-Chef Martin Horn von einem TV-Team begleiten lassen. Das Ergebnis „Horn hautnah – Ein Jahr mit dem Freiburger Oberbürgermeister“ ist voraussichtlich im Juni in der ARD-Mediathek und im SWR zu sehen. Der OB gibt einen seltenen Einblick hinter die Kulissen der Kommunalpolitik zwischen Rathaus und Social Media. Die Freiburger Filmemacherin Sigrid Faltin ist dabei, wenn Martin Horn Wohnprojekte plant, sich wegen gestiegener Kita-Gebühren verteidigen muss – und seine Pläne zum Anwohnerparken bundesweit für Aufsehen sorgen, so der SWR. Klingt spannend!
Nils Petersen kommentiert
Im Free-TV können SC-Fans das Spiel leider nicht verfolgen, aber RTL +-Abonnenten dürfen sich erst recht auf morgen Abend (18.45 Uhr) freuen. Denn Ex-SC-Kicker Nils Petersen ist erstmals als Gast dabei. Er wird das Achtelfinal-Rückspiel seiner ehemaligen Kollegen in London mit Cornelius Küpper kommentieren. Schafft der SC erstmals den Einzug in ein Viertelfinale auf europäischer Bühne? Hoffentlich! Wir wollen Nils Petersen am Mikro schließlich richtig jubeln hören, oder?
Bei den Champions-League-Spielen auf Amazon Prime war er schon ein gefragter Experte, morgen kommentiert Nils Petersen (l.) zum ersten Mal ein SC-Spiel. Foto: Instagram/Nils_Petersen18