Ex-Boxerin Regina Halmich wird für ihren Kampf mit Stefan Raab mit der Narrenschelle im Europa-Park ausgezeichnet. Foto: Regina Halmich
Foto: Marc Niemeyer
Ex-Boxweltmeisterin Regina Halmich bekommt in diesem Jahr die Goldene Narrenschelle der Vereinigung Schwäbisch-Alemannischer Narrenzünfte. Diese wird am 19. Februar im Europa-Park verliehen. „Wohl keine andere deutsche Sportikone hat im vergangenen Jahr wie sie bewiesen, dass sie vom närrischen Schlag ist“, sagt Roland Wehrle, Präsident der Narrenvereinigung. Er bezeichnet es als „Narrheit des Jahres“, dass Halmich Jahre nach ihrer Profikarriere noch ein Mal in den Ring gestiegen ist, um sich mit Stefan Raab zu duellieren. „Dieser kuriose Kampf „hatte ja schon etwas zutiefst Närrisches, sie macht mal eben den Raab zu ihrem ganz persönlichen Quoten-Clown“.
Er würdigt außerdem ihr großes soziales Engagement etwa im Kampf gegen Gewalt an Frauen oder beim Deutschen Kinderhilfswerk. „Da hat sie eine große Gemeinsamkeit mit den Narren. Auch wir wollen anderen eine Freude machen“, erklärt Wehrle. Für den Narrenverband steht fest: Wenn eine Badnerin im Rheinland Stefan Raab die Rückkehr ins Rampenlicht ermöglicht, ist es höchste Zeit, dass sie auch für die schwäbisch-alemannische Fastnacht in den Ring steigt.
Die 48-Jährige ist die dritte Frau, die die Schelle bekommt. Über diese durften sich unter anderem auch schon die Entertainer Thomas Gottschalk und Frank Elstner, Sänger Tony Marshall oder Ex-SC Freiburg-Trainer Christian Streich freuen.
Das TV-Team mit Jacques Lesgardes (Zinedine Soualem), Geoff Mason (John Magaro), Marianne Gebhard (Leonie Benesch) und Carter (Marcus Rutherford) berichtet live über die Geiselnahme. Foto: Constantin Film
Der packenden Thriller erzählt die Geschichte der Geiselnahme israelischer Athleten während der Olympischen Spiele 1972 in München aus einer besonderen Perspektive: die wahre Geschichte eines Fernsehteams, das an diesem Tag von Sportberichterstattung zu Echtzeit-Nachrichten wechseln muss. Erstmals werden Live-Bilder eines Terrorakts in die ganze Welt übertragen.
München, 5. September 1972, zehnter Wettkampftag der Olympischen Sommerspiele. Erstmals seit 1936 wieder in Deutschland, sollten es die „heiteren Spiele“ werden und der Welt das Bild eines neuen, liberalen Deutschlands vermitteln. Doch um 4.40 Uhr hört die Frühschicht des amerikanischen Senders ABC Schüsse aus dem nahe gelegenen Olympischen Dorf. Eine Gruppe palästinensischer Terroristen hat elf Mitglieder der israelischen Mannschaft als Geiseln genommen. Gegen den Widerstand der eigenen Nachrichtenabteilung berichtet das ABC-Sports-Team live über die 21-stündige Geiselnahme.
Erzählt wird die Geschichte von Geoff (John Magaro, „Past Lives“), einem jungen, ehrgeizigen Producer, der sich bei seinem Chef, dem legendären Roone Arledge (Peter Sarsgaard, „Aus Mangel an Beweisen“), beweisen will. Mit Hilfe der deutschen Dolmetscherin Marianne (Leonie Benesch, „Babylon Berlin“) übernimmt Geoff unerwartet die Leitung der Livesendung. Während die Zeit drängt, widersprüchliche Gerüchte die Runde machen und das Leben der Geiseln auf dem Spiel steht, muss Geoff schwierige Entscheidungen treffen und sich mit seinem eigenen moralischen Kompass auseinandersetzen. Wie soll man über eine solche Situation berichten, wenn die Täter die mediale Aufmerksamkeit für ihre Zwecke nutzen?
Der preisgekrönte Regisseur Tim Fehlbaum („Hell“) erzählt die Geschichte des Olympia-Attentats von 1972 aus einer ungewöhnlichen Perspektive. Was als einfache Sportberichterstattung begann, entwickelte sich an diesem Tag zu einer Live-Übertragung, die die Welt für immer verändern sollte. Das Fernsehteam wird zum ersten Mal mit dem journalistischen Dilemma der Terrorberichterstattung konfrontiert und muss sich fragen, inwieweit ihre Arbeit die Ereignisse beeinflusst. Ein Film über die Verantwortung der Medien – nicht nur in den 70er-Jahren.
Die Beziehung von Almut (Florence Pugh) und Tobias (Andrew Garfield) wird auf eine harte Probe gestellt. Foto: Constantin Filmverleih
Almut (Florence Pugh, „Dune“) und Tobias (Andrew Garfield, „The Amazing Spider-Man“) begegnen sich in einem völlig unerwarteten Moment ihres Lebens, der den Auftakt ihrer gemeinsamen Geschichte bildet: der Zauber des Kennenlernens, wie sie eine Familie gründen und als Paar ihre Zukunft planen.
Doch ihre Beziehung wird überschattet von einer Nachricht, die beide auf eine harte Probe stellt und sie schlussendlich erkennen lässt, jeden Moment ihrer besonderen Liebe im Hier und Jetzt zu genießen. Regie bei dem zutiefst bewegenden Romantik-Drama führte der Oscar-nominierte Regisseur John Crowley
Amon Maynard (Laurence Rupp) und seine Frau Viktoria (Ursina Ladi) glauben, dass sie sich alles erlauben können. Foto: Grandfilm
In diesem Film sind Tatortreiniger mehr als einmal gefragt: Denn Patriarch Amon Maynard (Laurence Rupp) würde keinem Tier etwas zuleide tun, Menschen allerdings schon. Und so jagt dieser amoralische Superreiche beliebige Personen in einem Spiel auf Leben und Tod. Für seine Work-Life-Balance. Er ist sich sicher, straffrei alles tun zu können, was er will. Seine Frau Viktoria (Ursina Ladi) verleiht mit ihrem Beruf als Anwältin der Erniedrigten der Familie eine positive Außenwirkung.
In ihrer Satire zeigen Daniel Hoesl und Julia Niemann: Grausamkeit ist Lustgewinn aus dem Leiden der Anderen. Der Film ist eine Anklage von Dekadenz und Whitewashing, aber auch ein Spiel mit der Lust am Verbotenen.
Eine 23-jährige Frau wurde an Silvester von einer Rakete im Gesicht getroffen. Foto: Adobe.Stock
Am Silvesterabend kam es auf der Freiburger Eichhalde zu einem schweren Zwischenfall mit Feuerwerk: Eine 23-jährige Frau wurde durch eine Rakete im Gesicht verletzt. Die Polizei sucht nun nach einem bislang unbekannten Mann, der die Rakete gezündet haben soll.
Ein schwerer Unfall mit Feuerwerk passierte am Silvesterabend in Freiburg: Gegen 23.59 Uhr wurde auf der Eichhalde eine 23-jährige Frau von einer Rakete im Gesicht getroffen und schwer verletzt. Nach bisherigen Ermittlungen hatte ein bislang unbekannter Mann mehrere Raketen gezündet, wobei es zu dem folgenschweren Vorfall kam.
Der Mann hatte zunächst versucht, eine Rakete vom Boden aus starten zu lassen. Diese explodierte jedoch ohne abzuheben. Anschließend wollte er zwei weitere Raketen aus einer Flasche abschießen. Während des Zündens kippte die Flasche um, wodurch eine der Raketen in Richtung der Frau flog und nahe ihres Kopfes explodierte.
Die 23-Jährige erlitt durch die Explosion schwere Verletzungen, darunter Verbrennungen im Gesicht, Hämatome sowie Verletzungen am Auge. Sie verlor kurzzeitig das Bewusstsein. Drei junge Männer, die sich in der Nähe befanden, brachten sie umgehend in die Notaufnahme der Universitätsklinik Freiburg, wo sie ärztlich versorgt wurde.
Die Polizei beschreibt den mutmaßlichen Täter wie folgt: Er ist etwa 1,70 bis 1,80 cm groß, war dunkel gekleidet und trug eine Jacke mit Kapuze. Der Mann sprach kein Deutsch und war in Begleitung einer Gruppe, die ebenfalls Feuerwerkskörper zündete.
Die Ermittlungen werden vom Polizeiposten Freiburg-Herdern geführt. Zeugen, die Hinweise zum Geschehen oder zur Identität des Mannes geben können, werden gebeten, sich unter der Telefonnummer 07 61 / 2 96 07 – 0 tagsüber zu melden. Das Polizeirevier Freiburg-Nord nimmt zudem rund um die Uhr Hinweise unter der Nummer 07 61 / 8 82 – 42 21 entgegen.
Noah Weißhaupt vom SC Freiburg soll mehr Spielpraxis erhalten und wechselt deshalb zum FC St. Pauli. Foto: Detlef Berger
Noah Weißhaupt und Kenneth Schmidt vom SC Freiburg haben den Verein gewechselt: Der quirlige Weißhaupt wechselt zu Ligakonkurrent FC St. Pauli, Innenverteidiger Schmidt schließt sich Zweitligist Hannover 96 an. In beiden Fälllen handelt es sich um Ausleihen ohne Kaufoptionen für die neuen Klubs.
Am Donnerstag machte der SC Freiburg die Ausleihe von Noah Weißhaupt offiziell. Der Offensivspieler wechselt bis Saisonende auf Leihbasis zu Fußball-Erstligist FC St. Pauli. „Noah sollte jetzt, zum einen für sich, zum anderen für die Zukunft bei uns, regelmäßig auf dem Platz stehen und sich auf hohem Niveau behaupten“, sagt Freiburg-Vorstand Jochen Saier. „Das Halbjahr beim FC St. Pauli bietet ihm die Möglichkeit, dieses Etappenziel zu erreichen.“
Weißhaupt kam bereits als Elfjähriger in die Freiburger Fußballschule und durchlief beim SC sämtliche Jugendmannschaften. In der laufenden Saison bestritt der 23-jährige Offensivspieler erst drei Pflichtspiele. In Hamburg trifft Weißhaupt mit Robert Wagner, Philipp Treu und Carlo Boukhalfa auf drei ehemalige Freiburger Mitspieler.
Bereits am Neujahrstag bestätige der SC die Leihe von Kenneth Schmidt an Zweitligist Hannover. Der 22-jährige Defensivspieler kam 2017 in die Freiburger Fußballschule und rückte über die U19 und die U23 zur Winterpause 2022/23 fest in den Bundesliga-Kader auf. Seither kam der gebürtige Freiburger in 13 Pflichtspielen in der Bundesliga, im DFB-Pokal und in der UEFA Europa League zum Einsatz. „Kenneth besitzt zweifellos großes Potenzial, welches er nun durch regelmäßige Spielzeit auf den Platz bringen sollte“, sagt SC-Sportdirektor Klemens Hartenbach.
Schmidt hatte wegen einer Bauchmuskelverletzung im Kalenderjahr 2024 viele Spiele verpasst. In der laufenden Saison stand er fünfmal für die Zweite Mannschaft in der Regionalliga Südwest auf dem Platz.
Kenneth Schmidt verpasste aufgrund von Verletzungen viele Spiele im Jahr 2024. Jetzt soll er in Hannover durchstarten. Foto: Detlef Berger
In der Opitzstraße brannte ein Fahrradunterstand. Foto: DRK-Kreisverband Freiburg / Reinbold
Die Silvesternacht in Freiburg brachte ein hohes Einsatzaufkommen für Feuerwehr, Rettungsdienste und die Polizei. Während vielerorts friedlich gefeiert wurde, gab es für die Einsatzkräfte viel zu tun – darunter ein Brand im Freiburger Tierheim. Eine Bilanz der wichtigsten Ereignisse.
Die Feuerwehr Freiburg zählte in der Silvesternacht mehr als 50 Einsätze. Insgesamt 53 freiwillige Feuerwehrleute unterstützten die regulären Einsatzkräfte, wodurch zehn Löschfahrzeuge, zwei Drehleitern und vier Führungsfahrzeuge bereitstanden. Es kam zu 28 Kleinbränden, elf Alarmierungen durch Brandmeldeanlagen und drei größere Brände. Anders als in den Vorjahren habe es keine gewalttätigen Angriffe auf Einsatzkräfte gegeben.
Brand im Tierheim
Ein schwerer Brand im Tierheim Freiburg-Lehen forderte die Feuerwehr am frühen Morgen des 1. Januar. Gegen 7:36 Uhr war der Notruf eingegangen. Das Feuer breitete sich im Erdgeschoss eines Nebentrakts aus und griff auf die Deckenkonstruktion über, was die Löscharbeiten erschwerte. Die meisten Tiere konnten gerettet werden, jedoch verendeten mehrere Vögel und Igel. Die Polizei hat die Ermittlungen zur Brandursache aufgenommen und sucht nach Zeugen.
LKW-Brand in Freiburg-Brühl
In der Neunlindenstraße brannte in der Silvesternacht gegen 00:45 Uhr das Führerhaus eines LKW. Die Feuerwehr konnte das Feuer schnell löschen, doch der Sachschaden beläuft sich auf einen mittleren fünfstelligen Betrag. Auch ein angrenzendes Gebäude wurde beschädigt. Die Ermittlungen zur Ursache laufen, und Zeugen werden gebeten, sich beim Polizeirevier Freiburg-Nord unter 07 61 8 82 – 42 21 zu melden.
Brand eines Fahrradunterstands im Stadtteil Betzenhausen
Um 04:15 Uhr wurde die Feuerwehr zu einem brennenden Fahrradunterstand in der Opitzstraße gerufen. Der Brand griff auf die Fassade eines sechsgeschossigen Wohnhauses über und zerstörte Fenster der oberen Geschosse. Vier Bewohner erlitten Verdacht auf Rauchgasvergiftung, und drei Wohnungen sind unbewohnbar. Der Sachschaden liegt im sechsstelligen Bereich. Auch hier ermittelt die Polizei zur Brandursache.
Bilanz der Freiburger Verkehrs AG
Die Freiburger Verkehrs AG zeigte sich zufrieden mit dem Verlauf der Silvesternacht. Trotz tausender feiernder Fahrgäste und voll besetzter Busse und Bahnen verlief der Betrieb reibungslos. Das Sicherheitskonzept mit zahlreichen Servicekräften in den Fahrzeugen und an den Haltestellen habe sich bewährt. Negative Vorkommnisse wurden kaum registriert.
Viele Einsätze für die Rettungsdienste
Das Deutsche Rote Kreuz Freiburg hatte eine geschäftige Nacht mit erhöhten Einsätzen, insbesondere aufgrund von Verletzungen durch Böller und Feuerwerk. Typische Silvester-Verletzungen wie Knalltraumata und chirurgische Eingriffe machten Kliniktransporte erforderlich. Auch alkoholisierte Personen und weitere medizinische Notfälle beschäftigten die Rettungskräfte. Positiv auch hier: Es wurden keine Fälle von Gewalt gegen Einsatzkräfte gemeldet.
Bilanz des Innenministeriums
Das Innenministerium von Baden-Württemberg verzeichnete landesweit eine weitgehend friedliche Silvesternacht. Dennoch entstanden durch das Abbrennen von Pyrotechnik Brände mit einem geschätzten Gesamtschaden von etwa zwei Millionen Euro.
Im Freiburger Cinemaxx-Kino gab es in der Nacht einen Feuerwehreinsatz. Foto: Joers
Ein Schmorbrand im Freiburger Cinemaxx-Kino löste in der Nacht auf Donnerstag einen Feuerwehreinsatz aus. Rund 100 Personen mussten evakuiert werden. Wegen des Vorfalls zeigt das Kino vorerst keine Filme.
Wie die Polizei Freiburg mitteilt, wurde im Cinemaxx-Kino an der Bertoldstraße in Freiburg am Donnerstag um 00:25 Uhr die Brandmeldeanlage ausgelöst. Ursache war ein technischer Defekt, der zu einem Schmorbrand im Technikraum führte.
Die Berufsfeuerwehr Freiburg rückte umgehend mit einem Löschzug an und konnte den Brand zügig unter Kontrolle bringen. Der betroffene Bereich wurde gelöscht, sodass keine weiteren Schäden entstehen konnten.
Aus Sicherheitsgründen musste das Kino kurzzeitig vollständig evakuiert werden. Rund 100 Personen mussten das Gebäude verlassen. Verletzt wurde niemand. Die Höhe des entstandenen Sachschadens könne derzeit noch nicht beziffert werden.
Kinogänger, die einen Besuch im Cinemaxx geplant hatten, müssen jetzt umplanen. Am Donnerstagmorgen hing ein Hinweis an den verschlossenen Türen des Kinos, dass wegen des Brands der Spielbetrieb „vorerst“ ruhen muss. Grund sei ein Stromausfall in Folge des Schmorbrands. Bereits gekaufte Online-Tickets würden automatisch zurückerstattet.
Ein Hinweisschild am Cinemaxx-Eingang weist auf die vorübergehende Schließung hin. Foto: Joers
Die Arbeiten am Augustinermuseum sollen endlich abgeschlossen werden – nach über 20 Jahren. Foto: Michael Bamberger
Das neue Jahr hat begonnen und auch dieses Mal stehen einige große Änderungen und Meilensteine an: Ob neuer Wohnraum, Abschluss der Bauarbeiten in kulturellen Bereichen oder lang erwartete Eröffnungen – das Jahr 2025 bringt für Freiburg großes mit sich.
Freibad im Westbad eröffnet
Die Badesaison 2025 lockt mit einem neuen Highlight: Das lang erwartete Außenbecken im Westbad, das seit 20 Jahren brach liegt und für das 2024 die Arbeiten begonnen hatten, soll 2025 endlich eröffnet werden. Dabei soll barrierefrei, seniorengerecht und familienfreundlich gebaut werden, um ein Freibad für alle zu gestalten.
Kleineschholz
Weitere Meilensteine sollen 2025 beim Baugebiet Kleineschholz erreicht werden: Im Dezember 2024 hatte der Gemeinderat die Vergabe der Grundstücke an die 11 besten Konzepte bestätigt, sodass nun die Erschließungsarbeiten laufen. In den kommenden Monaten wird die Radvorrangroute FR2 ausgebaut, die Lärmschutzwand errichtet sowie die Einmündung der Quartiersgarage in die Lehener Straße realisiert.
NS-Dokuzentrum eröffnet
2018 fasste der Gemeinderat den Entschluss zum Bau eines NS-Dokumentationszentrums am Rotteckring, nun befinden sich die Bauarbeiten auf der Zielgeraden: Im März steht die Eröffnung an. Hier soll die Geschichte des Nationalsozialismus in der Region aufgearbeitet werden. Wie groß das Interesse daran ist zeigte eine Sonderausstellung 2016 im Augustinermuseum, die sich mit den Schicksalen von verfolgten und ermordeten Freiburgern und Freiburgerinnen während der NS-Zeit befasste. Doch auch die vielen Leerstellen, die es in diesem Zusammenhang gibt, wurden hier sichtlich: Diesen soll nun im NS-Dokuzentrum zu Leibe gerückt werden.
Städtepartnerschaft mit Suwon wird 10 Jahre alt
Freiburg liebt seine Partnerstädte und hegt engen Kontakt zu ihnen. Ein besonderes Jubiläum steht 2025 auf dem Plan: Die Städtepartnerschaft zur Südkoreanischen Stadt Suwon besteht seit nunmehr 10 Jahren. Damit ist sie die jüngste der Freiburger Städtepartnerschaften. Bei gegenseitigen Besuchen im Jubiläumsjahr wollen die Oberbürgermeister beider Seiten für 10 Stunden in die Fußstapfen des anderen treten und die Arbeitsplätze tauschen.
Abschluss der Bauarbeiten am Augustinermuseum
Was lange währt, wird endlich gut: Die Bauarbeiten am Augustinermuseum, die in drei Abschnitten durchgeführt wurden, sollen 2025 zum Ende kommen. Aus einer Dauer von fünf bis acht Jahren für die Bauarbeiten wurden 21 Jahre, aus den veranschlagten 23 Millionen Euro 91 Millionen. Das alte Gemäuer hielt so einige Überraschungen für die Bauherren bereit. Nun soll das alles ein Ende haben: Die Neueröffnung ist für Ende des Jahres geplant.
650 neue Wohnungen
Einen großen Beitrag zum Kampf gegen Wohnraummangel möchte die Freiburger Stadtbau 2025 leisten: Über 1.200 neue Stadtbau-Wohnungen sind dieses Jahr im Bau, zum Beispiel im Elefantenweg und in der Wirthstraße. Fertiggestellt werden etwa 650 Wohnungen, unter anderem in den Baugebieten „Wohnkarree Uffhauser Straße“ sowie an der Ingeborg-Krummer-Schroth-Straße auf dem Zollhallenareal. Ab dem Frühjahr sollen auch die Wohnungen im Westteil des ersten Bauabschnittes „Im Metzgergrün“ bezogen werden können. Ab Herbst laufen die Arbeiten für den zweiten Bauabschnitt mit 188 Wohnungen. Für sieben weitere Bauprojekte der FSB fällt 2025 der Startschuss, zum Beispiel im Lindenwäldle und der Drei-Ähren-Straße.
Musik auf dem Münsterplatz
Regelmäßig im Hochsommer beleben die Münsterplatzkonzerte den Münsterplatz. Auch für die Ausgabe 2025 steht der Termin schon fest: Vom 26. bis 31. August steht der Münsterplatz wieder ganz im Zeichen der Musik. Als Highlight mit dabei ist dieses Jahr Wincent Weis. Auch das Freiburger Barockorchester gibt auf dem Münsterplatz ein Konzert von Mozart zum Besten.
| Hinweis der Redaktion: In einer früheren Version dieses Artikels haben wir geschrieben, dass die Bauarbeiten am Augustinermuseum im Frühjahr dieses Jahres abgeschlossen sein werden. Tatsächlich sind die Bauarbeiten erst Ende des Jahres 2025 abgeschlossen. Wir haben den Fehler korrigiert.
„Ich würde sogar behaupten, kaum eine andere Stadt in Deutschland macht so viel wie wir“, erklärt Freiburgs Oberbürgermeister Martin Horn zum Thema Wohnungsbau. Foto: Thomas Kunz
Eine Großstadt wie Freiburg steht niemals still. Die Entwicklung schreitet ständig voran und das, wie Oberbürgermeister Martin Horn (parteilos) im Wochenbericht-Interview erklärt, auf vielen Feldern sehr erfolgreich. Im Gespräch mit Redaktionsleiter Sven Meyer blickt er unter anderem auf Meilensteine des neuen Jahres und erklärt, warum er 2026 wieder antreten wird.
Rückblickend: Was hat Sie, Herr Horn, im gerade zu Ende gegangenen Jahr 2024 am meisten bewegt?
Martin Horn: Politisch war es ein sehr intensives Jahr: Vom Krieg in der Ukraine, über die Eskalation der Gewalt im Nahen Osten bis hin zur Wahl von Donald Trump und dem Ampel-Aus in Berlin. In Anbetracht all dieser internationalen Krisen erinnere ich mich gerne zurück an den Besuch bei der ältesten Freiburgerin mit 105 Jahren. Wenn so jemand erzählt, wird man ganz klein und demütig. Was diese Frau alles in über 100 Jahren erlebt hat, ist unglaublich. Wenn wir heute jammern und denken, es wird alles schlimmer und schlimmer, sollten wir uns zusammenreißen. Wir fokussieren uns zu oft auf Probleme und schaffen damit oftmals nur neue Probleme. Es wird Zeit endlich den Fokus auf Lösungen zu legen.
War es denn ein gutes Jahr für Freiburg?
Horn: Es hat sich in Freiburg richtig viel bewegt und man kann wohl sagen: in der Gesamtheit zum Positiven hin. Da ist der Spatenstich für unseren neuen Stadtteil Dietenbach zu nennen – gemeinsam mit Bundeskanzler Olaf Scholz. Überhaupt gab es sehr viele neue Spatenstiche für Wohnungen, Unternehmen oder auch Wohnheime für Studierende oder Auszubildende. Wir hatten Kommunalwahlen, bei denen unsere Stadt Freiburg durch Rekordwahlbeteiligung unter allen Großstädten in Baden-Württemberg aufgefallen ist, was zeigt, dass die Demokratie hier quicklebendig ist. Gleichzeitig hatten wir in Freiburg die meisten Kandidierenden jemals und prozentual die wenigsten Stimmen für die AfD. Ein beeindruckend starkes Zeichen war aus meiner Sicht auch die größte Demonstration der Stadtgeschichte: als über 25.000 Freiburgerinnen und Freiburger für Vielfalt und Toleranz und gegen Rechtsextremismus auf die Straßen gegangen sind. Auch das neue Windrad an der Holzschlägermatte, das doppelt so viel Strom erzeugt, wie seine beiden Vorgänger zusammen, ist eine positive Weiterentwicklung.
Womit sind Sie unzufrieden, wo wurden Fehler gemacht, Chancen liegen gelassen?
Horn: Die Entwicklungen rund um den sogenannten Pergolaplatz für Suchtkranke waren für uns alle sehr unbefriedigend und leider eine sehr große Herausforderung – insbesondere für die Anwohnerinnen und Anwohner. Allerdings haben wir innerhalb weniger Wochen mit Nachdruck umgesteuert. Mit dem Ausweichplatz an der Stephan-Meier-Straße hat sich die Situation deutlich gebessert. Unzufrieden bin ich mit der Gesamtsituation auf dem Wohnungsmarkt in Freiburg, auch wenn wir auf diesem Gebiet wohl so viel tun wie kaum eine andere Stadt. Und generell bin ich persönlich immer unzufrieden, wenn es um soziale Herausforderungen und Ungerechtigkeiten geht und es einfach fair nicht rund läuft. Das heißt, wenn man zu lange auf Wohngeld, Einbürgerung oder eine Kinderbetreuung warten muss.
Sie sind damals angetreten, die Wohnungsmisere in Freiburg zu lindern. De facto hat sich an der Situation, wie Sie gerade gesagt haben, trotz allen Bemühens nichts geändert. Haben Sie das Thema unterschätzt?
Horn: Nein, keineswegs. Wir machen wahnsinnig viel. Wie gesagt, ich würde sogar behaupten, kaum eine andere Stadt in Deutschland macht so viel wie wir. Wir sind wirklich mutig und kraftvoll unterwegs. Seit meiner Wahl verkaufen wir keine Grundstücke mehr, sondern kaufen sie zurück. Wir haben inzwischen über eine Million Quadratmeter als Stadt zurückgekauft – dazu kommen nochmals die Dietenbachgrundstücke. Der Gemeinderat hat die Stadtbauoffensive bestätigt. In zehn Jahren werden über 2.500 Wohnungen entstehen. Das sind 750 Millionen Euro, die investiert werden. Allein mit den Projekten, die die FSB 2025 beginnt, werden 650 neue Wohnungen entstehen. Dazu kommt mit Kleineschholz ein Quartier, in dem nur gemeinwohlorientierte Bauträger zum Zuge kommen – ein Großteil ist sozial geförderter Wohnungsbau. Für mich ist das ein Meilenstein. Nach Ewigkeiten des Stillstands legen wir auch Im Zinklern im Stadtteil Lehen in diesem Jahr los. Um nur einige zu nennen. Es tut sich mächtig was, aber es dauert. Doch die Weichen haben wir gestellt.
„Wir machen wahnsinnig viel“, sagt Oberbürgermeister Martin Horn – hier beim Spatenstich für Freiburgs neuen Stadtteil Dietenbach mit Bundeskanzler Olaf Scholz (3.v.l.). Foto: Meyer
Trump-Wahl, Ampel-Chaos, Pöbel-Wahlkampf – was tun Sie, um der Politikverdrossenheit entgegenzuwirken?
Horn: Zu einem gewissen Grad kann ich Politikverdrossenheit sogar verstehen. Täglich prasseln auf uns negative Nachrichten ein: Kriege, internationale Krisen, dauerhafte Streitigkeiten in der Politik, dazu ein politischer Rechtsruck und wachsender Nationalismus in Europa… aber mit Selbstmitleid oder Dauerfrust bringen wir nichts voran. Ich habe ja vorhin die 105-Jährige Freiburgerin erwähnt. Dinge werden nur besser, wenn man sie besser macht. Deswegen müssen wir weniger jammern und mehr machen – vor allem besser machen. In Freiburg schwimmen wir deswegen in vielen Bereichen gegen den Strom. Da, wo andere Investitionen in den sozialen Bereichen wegkürzen, legen wir drauf. Wo andere Kommunen Baugebiete stoppen, gehen wir in die Offensive und nehmen Geld in die Hand. Gegen Politikverdrossenheit hilft genau das: Ärmel hochkrempeln und anpacken. Und die Leute mitnehmen, indem man offen und transparent agiert. Deswegen mache ich auch jeden Monat die Stadtteilgespräche. Und ich stelle mich auch Menschen, die anderer Meinung sind. Austausch und Diskussionen sind essentiell für eine Demokratie, aber Ton und Umgang miteinander müssen dabei immer fair bleiben.
Wenn Sie bei diesen Terminen auf Tuchfühlung zu den Freiburgerinnen und Freiburgern gehen. Welchen Eindruck haben Sie da: Wie ist die Stimmung in der Stadt?
Horn: Also ich nehme das Klima deutlich besser wahr, als es oft dargestellt wird. Vom Ton her viel weniger aggressiv und krawallig als man meinen könnte. Das Problem ist aber, dass die wenigen wirklich Lauten besonders stark wahrgenommen werden. Natürlich gibt es Ausnahmen. So gab es leider auch Situationen, wo ich bei uns zu Hause die Polizei rufen musste, weil wir als Familie belästigt wurden. Das ist völlig daneben. Bei allen aufgewühlten Zeiten und politischen Diskussionen müssen die Grenzen des Anstands eingehalten werden. Aber wie gesagt, das sind Einzelfälle, die man kritisieren, aber nicht verallgemeinern sollte.
Eine gute Fee sagt, Sie haben drei Wünsche für Ihre Stadt frei – was würden Sie sich wünschen?
Horn: Zuerst wünsche ich mir ein sofortiges Ende der Kriege in der Welt – dabei denke ich natürlich insbesondere an die Ukraine und den Nahen Osten. Für unsere Stadt würde ich mir dauerhaft faire Mieten und genügend Wohnangebote wünschen. Außerdem mehr Fairness in der Gesellschaft in puncto Bildungschancen, Klimaschutz und Verhinderung häuslicher Gewalt. Außerdem hätte ich gerne einen unlimitierten Gutschein für den Baumarkt, damit wir die Sanierungen unserer Schulen und Turnhallen noch schneller angehen können.
Noch ein kurzer Ausblick auf die kommenden 12 Monate. Was wird da die größte Herausforderung oder Errungenschaft?
Horn: Ich freue mich, wenn wir eine ganze Reihe von Projekten endlich fertigstellen. Darunter das Augustinermuseum als Kulturleuchtturm und Millionenbaustelle. Dann das NS-Dokuzentrum, das im März gemeinsam mit der baden-württembergischen Landtagspräsidentin Muhterem Aras eingeweiht wird. Und ich freue mich wahnsinnig auf die Eröffnung des neuen Außenbeckens im Westbad. Das ist ein echtes Herzensprojekt von mir, damit sorgen wir im Freiburger Westen für mehr Freizeitqualität, ein echter Gewinn für die gesamte Stadt.
2025 ist schon Vorlauf für ihre Wiederwahl – ich nehme an, Sie wollen wieder antreten, oder?
Horn: Ich liebe diese Stadt und ich liebe die vielfältigen Aufgaben, auch wenn sie familiär, persönlich und politisch natürlich immer wieder sehr herausfordernd sind. Aber diese Vielfalt im Zusammenhang mit dem Kontakt mit Menschen ist sehr erfüllend. Umso mehr freue ich mich, wenn es gelingt Freiburg weiterzubringen, das Außenbecken im Westbad ist ein schönes Beispiel dafür. Ich freue mich über die vielen initiierten und gemeinsam erfolgreich umgesetzten Projekte in den vergangenen Jahren. Gleichzeitig gilt es so viel zu tun, Neues anzugehen und Begonnenes fortzusetzen. Daher möchte ich wieder antreten und würde mich freuen, wenn die Freiburgerinnen und Freiburger mir erneut das Vertrauen schenken würden.