Am Sonntag, 26. April, wählen die Freiburgerinnen und Freiburger ein neues Stadtoberhaupt. Wer noch unsicher ist, wie die Abstimmung abläuft, was bei der Briefwahl gilt und wann erste Ergebnisse zu erwarten sind, findet hier die wichtigsten Informationen zum Wahltag im Überblick.
Wann und wo gewählt wird
Die 139 Wahllokale in Freiburg öffnen am Sonntag um 8 Uhr und schließen um 18 Uhr. Wo genau das zuständige Wahllokal liegt, steht auf der Wahlbenachrichtigung, die alle Wahlberechtigten per Post erhalten haben. Wer Wartezeiten vermeiden will, sollte möglichst früh am Tag wählen gehen. Nach Angaben des Wahlamts ist der Andrang erfahrungsgemäß vor allem zwischen 17 und 18 Uhr besonders groß.
Diese Unterlagen sollten Sie mitbringen
Ins Wahllokal mitbringen sollte man möglichst:
die Wahlbenachrichtigung
den Personalausweis oder Reisepass
Wer die Wahlbenachrichtigung nicht mehr findet, kann trotzdem abstimmen – vorausgesetzt, der Name steht im Wählerverzeichnis. In diesem Fall muss die Identität aber zwingend mit einem Ausweis nachgewiesen werden.
So wird bei der OB-Wahl abgestimmt
Bei der OB-Wahl hat jede Wählerin und jeder Wähler eine Stimme. Auf dem Stimmzettel kann entweder eine der neun vorgedruckten Personen angekreuzt werden oder eine wahlberechtigte Person in die sogenannte freie Zeile eingetragen werden. Ein Musterstimmzettel ist online auf der Seite der Stadt Freiburg zu finden.
Was im Wahllokal erlaubt ist – und was nicht
Im Wahllokal gilt das Wahlgeheimnis. Deshalb muss die Stimme in der Wahlkabine abgegeben werden. Diese darf nur allein betreten werden – auch Familien dürfen nicht gemeinsam in die Kabine. Achtung an alle Selfie-Jäger und Influencer: Filmen und Fotografieren im Wahllokal ist nicht erlaubt.
Die Briefwahl-Frist endete – so viele Briefwähler gibt es
Wer per Briefwahl abstimmen wollte, musste schnell sein: Am vergangenen Freitag um 18 Uhr endete die Frist. Mit der Zahl der Briefwahl-Anträge gibt es auch den ersten Früh-Indikator für die Wahlbeteiligung:
Demnach gibt es 173.005 Wahlberechtigte bei der Wahl und es 42.514 Briefwahlanträge ein. „Erfahrungsgemäß werden nicht alle Briefwahlunterlagen auch wieder zurückgeschickt, im langjährigen Schnitt sind es rund 94%“, sagt Freiburgs Wahlamtsleiter Michael Haußmann. „Bezieht man dies in die Rechnung mit ein, kommen wir schon vor Öffnung der Wahllokale auf eine Wahlbeteiligung von 23,1 %.
Sonderfall Krankheit am Wahlwochenende
Wer kurzfristig erkrankt, kann noch bis 15 Uhr am Wahlsonntag einen Wahlschein mit Briefwahlunterlagen beantragen. Dafür ist allerdings ein ärztliches Attest nötig. Die Unterlagen können dann von einer bevollmächtigten Person im Wahlamt in der Berliner Allee 1 abgeholt werden.
Wie war die Wahlbeteiligung bei den letzten OB-Wahlen?
Bei der OB Wahl 2018 haben 51,0 Prozent (1. Wahlgang) bzw. 51,8 Prozent (2.Wahlgang) der Wahlberechtigten abgestimmt. „Es deutet viel darauf hin, dass dieser Wert dieses Mal deutlich übertroffen wird. Genau wissen wir es aber erst am Sonntagabend“, sagt Wahlamtsleiter Haußmann.
Wann mit Ergebnissen zu rechnen ist
Am Sonntagabend zählen rund 1550 Wahlhelferinnen und Wahlhelfer die Stimmen aus. Das vorläufige Endergebnis wird gegen 20 Uhr erwartet. „Die ersten Ergebnisse aus den Wahllokalen und den Briefwahlbezirken erwarten wir unter gegen 18.20 Uhr“, sagt Haußmann.
Alle Zwischenstände und Ergebnisse können online live unter der städtischen Wahlseite unter www.freiburg.de/wahlergebnis verfolgt werden. Auch der Freiburger Wochenbericht berichtet. Erhält am Sonntag niemand mehr als 50 Prozent der Stimmen, kommt es am 17. Mai zu einer Stichwahl zwischen den beiden stimmenstärksten Bewerbenden.
Wahlabend auf dem Rathausplatz mit Live-Einordnung
Parallel zur Auszählung gibt es am Sonntagabend eine öffentliche Veranstaltung auf dem Rathausplatz. Dazu laden die Stadt Freiburg und die Badische Zeitung gemeinsam ein. Das Programm beginnt um 17.45 Uhr mit Musik. Ab 18 Uhr stehen Informationen rund um die OB-Wahl im Mittelpunkt. Die eingehenden Ergebnisse werden live von Experten wie Michael Wehner von der Landeszentrale für politische Bildung eingeordnet und auf der Bühne präsentiert. Zwischen 18.45 und 19.15 Uhr dürften sich erste Trends verfestigen. Die BZ überträgt die Veranstaltung außerdem live im Internet.
Die Verpackungssteuer soll den Müll im öffentlichen Raum reduzieren – über deren Sinn diskutiert der Gemeinderat im Oktober. Foto: Thomas Kunz
Rund 100 Tage nach Einführung der Verpackungssteuer am 1. Januar zieht die IHK Südlicher Oberrhein eine erste Zwischenbilanz. Grundlage ist eine Umfrage unter 107 Mitgliedsunternehmen, überwiegend aus Gastronomie und Einzelhandel. Die zeigt: Die Steuer sorgt für einen steigenden Aufwand, weniger Umsatz und Konflikte mit den Kunden.
„Wir wollten wissen, wie die Verpackungssteuer bei den Gastronomen und den Kunden ankommt“, erklärt Alwin Wagner, der stellvertretende Hauptgeschäftsführer der IHK, beim Pressetermin in der Sevgin Bäckerei in der Lehener Straße am Dienstag. Die Umfrage zeige deutliche Auswirkungen der Steuer auf das To-go-Geschäft. 66 Prozent der Betriebe verzeichnen weniger Umsatz bei Kaffee und Heißgetränken, 63 Prozent bei warmen Speisen und 48 Prozent bei einwegverpackten Artikeln zum Mitnehmen. Ein Teilnehmer berichtet: „Viele Kunden verzichten inzwischen ganz auf To-go oder überlegen sich den Kauf zweimal.“
Arbeitsaufwand gestiegen
Eine höhere Belastung zeigt sich vor allem im Arbeitsalltag. 83 Prozent der Betriebe beklagen einen zusätzlichen Arbeitsaufwand. Bei 30 Prozent liegt dieser bei ein bis drei Stunden täglich. Kassen mussten umgerüstet werden, für das Personal gab es Schulungen. „Der Erklärungsaufwand ist enorm gestiegen, täglich gibt es unschöne Gespräche an der Verkaufstheke“, betont Christina Gehri, Leiterin des Fachbereichs Standort und Branchen der IHK Südlicher Oberrhein. Oft gebe es Diskussionen, beispielsweise warum zusätzlich zur Verpackungs- noch Mehrwertsteuer anfällt oder über die Höhe der Steuer. Beispielsweise, warum ein Kaffee to go mit Hafermilch (19 Prozent Mehrwertsteuer) mehr kostet als ein Kaffee to go mit normaler Milch (7 Prozent Mehrwertsteuer).
Von Konflikten aufgrund der Verpackungssteuer berichten 53 Prozent der Unternehmen – diese gebe es täglich oder mehrmals pro Woche. Nur 14 Prozent gaben an, dass die Regelung nicht zu Konflikten führt. „Wir haben deutlich mehr Diskussionen an der Kasse“, „einige Kunden reagieren verärgert oder fühlen sich unfair behandelt“ oder „Wir haben bestimmte Produkte aus dem Sortiment genommen, weil es ständig Diskussionen gab“, lauteten die Rückmeldungen von Betrieben. „In einer Bäcker-Filiale musste sogar die Polizei gerufen werden, weil der Kunde Gewalt angedroht hat“, schildern Anja Schneider und Maritta Feitsch von der Bäckerinnung Freiburg Südbaden.
Auch bei den Bäckereien in der Stadt ist der Umsatz zurückgegangen – die Kunden würden aufs Umland ausweichen. „Ein Bäcker hat beim Kaffee zum Mitnehmen komplett auf Mehrweg umgestellt und die Kunden bleiben weg, andere haben warme Speisen aus dem Sortiment genommen. Vor allem kleine Bäckereien können das schwer verkraften.“ In Freiburg seien die Diskussionen auch deutlich häufiger als in Tübingen oder Konstanz, wo es ebenfalls eine Verpackungssteuer gibt. Das sieht auch Stephanie Wolf, stellvertretende Unternehmenssprecherin von McDonald’s so: „Die Beschwerden und das Unverständnis in Freiburg sind erheblich, die Mitarbeiter müssen sehr viel erklären.“ In allen drei Städten sei der Umsatz durch die Steuer zurückgegangen.
Ein zentrales Ziel der Verpackungssteuer ist es, zum Umstieg auf Mehrweg zu bewegen. Die IHK-Umfrage zeigt, dass dieser Effekt noch verhalten ausfällt. 78 Prozent gaben an, dass Einweg nach wie vor bevorzugt wird. Einen Anstieg der Nachfrage nach Mehrweg-Verpackungen gab es bei 22 Prozent.
Nach einem Antrag von SPD/JF, CDU, FDP/BfF und Freien Wählern beschäftigt sich der Gemeinderat im Oktober erneut mit der Verpackungssteuer. Dabei soll die Verwaltung darlegen, wie sich die Steuer finanziell und organisatorisch auf die Betriebe auswirkt und ob sich durch diese der Müll im öffentlichen Raum verringert hat. Der Gemeinderat soll mögliche Anpassungen oder eine Abschaffung diskutieren und beschließen.
Wie geht es weiter mit der maroden Echte Helden Arena? Foto: Joers
Die geplante Sanierung der Eishalle in Freiburg steht vor Problemen: Für die Echte Helden Arena gibt es keinen Zuschuss aus dem Sportfördertopf des Bundes. Auch zwei weitere Projekte aus Freiburg gehen leer aus. Wie es jetzt weitergeht, bleibt offen.
Herber Rückschlag für die vom Gemeinderat im Dezember beschlossene Eishallensanierung: Die Stadt Freiburg erhält für die Bestandssanierung der maroden Echte Helden Arena keine Gelder aus dem Sportfördertopf der sogenannten „Sport-Milliarde“ des Bundes. Das teilte die Freiburger Bundestagsabgeordnete Chantal Kopf (Grüne) am Mittwochnachmittag mit. „Mit großem Bedauern nehme ich zur Kenntnis, dass keines der Projekte aus Freiburg es in die Projektliste des Bundesprogrammes „Sanierung kommunaler Sportstätten“ geschafft hat“, so Kopf.
39 Millionen Euro sind als Kosten für Eishallen-Sanierung veranschlagt. Ein Zuschuss von bis zu acht Millionen Euro des Bundes war darin fest vorgesehen. „Die Fördermittel sind essenziell für das Gesamtprojekt“, sagte Freiburgs Finanzbürgermeister Stefan Breiter im Dezember. Der Eigenanteil des EHC Freiburg liegt bei neun Millionen Euro, wovon fünf Millionen Euro von Mäzen Max Zimber-Morath stammen. Geplant ist eine Sanierung der Eishalle im laufenden Betrieb – jeweils in den Sommermonaten und das drei Jahre lang von 2029 bis 2031. Zur Saison 2031/32 sollte alles fertig sein.
Auch im laufenden OB-Wahlkampf ist die Eishallensanierung Thema: So wurde den Kandidierenden im „Kandidat-O-Mat“ die Frage gestellt, ob die Freiburger Eishalle auch ohne den Bundeszuschuss von acht Millionen Euro wie geplant saniert werden soll. Alle Kandidaten sprachen sich dafür aus auch ohne Bundeszuschuss zu bauen – mit Ausnahme von Florian Braune, der in diesem Fall gleich eine Multifunktionshalle errichten möchte.
Die anderen beiden Projekte, für die die Stadt Freiburg Gelder aus dem Sportfördertopf des Bundes beantragt hatte und die nun ebenso leer ausgehen, sind die geplante Sanierung der Waltershofener Steinriedhalle und des Haslacher Bads.
Cinja, der Partnerin von SC-Kicker Eren Dinkçi ist an Blutkrebs erkrankt. Die Diagnose war für die beiden ein Schock Foto: privat
Nach dem historischen Erfolg in der Europa-League konnten sich die Anhänger des SC Freiburg auch am Sonntag über einen Sieg in der Bundesliga gegen Heidenheim freuen. Trotzdem rückte das Sportliche an diesem Spieltag nahezu in den Hintergrund. Denn eine Nachricht hatte bei den Fußballfans schon im Vorfeld für Betroffenheit gesorgt. Cinja, die Partnerin von SC-Kicker Eren Dinkçi, der leihweise bei Heidenheim spielt, ist an Blutkrebs erkrankt. Deshalb gab es vor dem Heimspiel eine Typisierungsaktion für potenzielle Stammzellenspender im Europa Park-Stadion. 688 Fans haben sich laut SC vor Ort registrieren lassen – dazu kommen bisher mehr als 1.100 Personen, die das online gemacht haben. In Heidenheim findet die Aktion am 25. April ebenfalls statt.
Die Diagnose war ein Schock für das Paar: „Von einem Moment auf den anderen steht alles still und gleichzeitig beginnt ein Weg, den man sich so nie hätte vorstellen können“, sagen Eren Dinkçi und seine Partnerin Cinja, bei der Ende Januar Leukämie diagnostiziert wurde. Der Fußballer war angeschlagen und deshalb am Sonntag nicht im Einsatz. Vor dem Spiel sagte er bei DAZN: „Uns geht es den Umständen entsprechend gut. Wir sind beide relativ positiv. Es muss einfach so weitergehen. Sie ist zu Hause. Eigentlich wollte sie unbedingt zum Spiel kommen, aber ich habe es ihr verboten, weil es einfach zu riskant ist“, so Dinkçi.
Am Anfang sei es relativ schwer gewesen, das Ganze zu realisieren. „Ich versuche, jede freie Sekunde mit ihr zu verbringen – nach dem Training mit FaceTime oder einfach an freien Tagen zu ihr zu fahren.“ Wer nicht im Stadion war, kann trotzdem helfen. Online können sich alle gesunden Menschen zwischen 17 und 55 Jahren unter www.dkms.de/cinja registrieren.
Delijah Haile sang im Recall ein Duett mit Menowin Fröhlich. Foto: RTL / Stefan Gregorowius
Delijah Haile aus Freiburg hat auch beim DSDS-Recall überzeugt, der am gestrigen Dienstag bei RTL zu sehen war. Für sie war die Anreise zu den Dreharbeiten wohl die Kürzeste, denn die fanden im Europa-Park statt. Hier wurde das 4D-Kino zur TV-Kulisse. Dort mussten die 30 Kandidaten vor der gesamten Gruppe antreten und markante Refrains bekannter Songs performen – von der Jury kurz, präzise und gnadenlos bewertet. Der Druck war enorm, denn für die Hälfte von ihnen war die DSDS-Reise nach diesem Auftritt schon beendet. 15 schafften es ins Kandidaten-Camp in „Silver Lake City“ einzuziehen und stellten sich einer Gruppen-Challenge.
Die 24-Jährige performte mit vier weiteren Sängern „What Was I Made For“ von Billie Eilish und sang das Duett „At Last“ (Etta James) mit Menowin Frühölich. Und auch dieses Mal konnte die Freiburgerin die Jury überzeugen und schaffte es eine Runde weiter in die Live-Shows, die am 28. April und 2. Mai ausgestrahlt werden.
Doch hier tritt Delijah nicht mehr an. In der Begleitshow „DSDS Reality“ (verfügbar auf RTL +) begrüßt Isi Glück die Talente, die bei den Live-Shows dabei sind. Aber es sind nur neun anwesend. „Seit dem Recall ist viel Zeit vergangen. Zeit, in der sich Delijah dazu entschieden hat, die Show freiwillig zu verlassen“, erklärt die DSDS-Jurorin. In einer Videobotschaft für die anderen Kandidaten sagte die Freiburgerin: „Ich hatte eine unfassbare Zeit, ich hatte sehr viel Spaß und habe sehr viel dazugelernt. Danke für alles.“ Für sie rücken Noemi Stefaniak und Tyrell Hagedorn nach.
Am 1. Mai gibt es wieder eine kollektive Spaß-Fahrt. Foto: Dietmar vom Berg
Am 1. Mai um 12 Uhr findet der „Free Wheelie“ – der dritte Vintage Bike Ride Out Freiburg statt. Eine kollektive Spaß-Ausfahrt für Vintage-Bike Radler – von Bonanza über BMX, Fatbike, Stahlrahmen-Rennrad, Beach- und City-Cruiser bis hin zum Camping-Klapprad. Die Teilnehmer treffen sich im Stadtgarten. Jeder – ausgestattet mit einem dem Motto entsprechenden Bio-Vehicle – kann mitfahren. Nach einer kurzen Begrüßung und einer aufwärmenden Ehrenrunde ums Münster geht es in unsortierter Kolonne ab auf den von diversen gastronomischen Stopps gespickten Parcours durch die Stadt.
Am Ende der 20-Kilometer-Strecke wird beim After-Ride-Cornern noch das lässigste Bike, die krasseste Bremsspur und der Gewinner des Slow Bike Race (wer fährt am langsamsten, ohne abzusteigen?) gekürt. Für Entertainment sorgen The Bellboys TWC & subculture urban media.
Für seinen Film über den deutschen Adel war Jochen Breyer auch im Schloss Ebnet zu Gast. Foto: ZDF/Nicolai Mehring
Hier ein TV-Tipp für alle, die einen Blick hinter die Kulissen des deutschen Adels werfen wollen. Am 28. April, 20.15 Uhr, wird die Doku „Die geheime Welt des Adels – mit Jochen Breyer“ im ZDF (danach in der ZDF-Mediathek abrufbar) ausgestrahlt (wir berichteten). Der bekannte TV-Moderator war auch bei Nikolaus von Gayling-Westphal, dem 26. Herrn von Schloss Ebnet, zu Gast. Er lebt in einem 276 Jahre alten Schloss, das nie richtig warm wird und monatlich rund 10.000 Euro Nebenkosten verursacht. Trotz eines Sturzes empfängt er Breyer bei den Dreharbeiten vor einem Jahr zum Interview im Himmelbett
.Seit der Abschaffung der Monarchie 1919 ist der Adelsstand rechtlich bedeutungslos. Und doch prägen adelige Familien bis heute Teile des gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Lebens in Deutschland. Der Film von Jochen Breyer beobachtet diesen Spagat zwischen Tradition und Moderne.
Durch die geänderte Parkplatzordnung gibt es in der Reichsgrafenstraße nun weniger Parkplätze. Foto: Thomas Kunz
Wer im Stadtteil Wiehre in Freiburg einen Parkplatz sucht, muss Zeit und Geduld mitbringen: Das altehrwürdige Villenviertel stammt eben aus einer Zeit, als Autos im Leben der Freiburger noch keine große Rolle spielten. Entsprechend eng geht es zu. So zum Beispiel in der Reichsgrafenstraße, wo bis vor einem Jahr auf beiden Straßenseiten bewirtschaftete Parkplätze eingerichtet waren, bei denen es seit Jahrzehnten geduldet wurde, dass Autos auch teilweise auf dem Gehweg stehen.
Doch dann erließ die Stadt eine Anordnung zur verkehrsrechtlichen Neuordnung des Parkraums: mehr Platz für Fußgänger, keine Autos mehr auf dem Gehsteig und Parkplätze nur noch auf einer Straßenseite auf der Fahrbahn am Straßenrand. Dagegen klagte nun ein Anwohner und zog vor das Verwaltungsgericht. Seine Argumentation: Die bisherige Parkplatzregelung sei für ihn und die Menschen in der Wiehre unverzichtbar. Die Stadt habe bei ihrer Entscheidung nicht alle bestehenden Interessen ausreichend gegeneinander abgewogen und gewichtet. Das Gericht sah das anders und wies die beiden Klagepunkte gegen das nun herrschende einseitige absolute Halteverbot in der Reichsgrafenstraße und gegen das Verbot des jahrelang geduldeten Gehwegparkens ab.
Revision nicht zugelassen
Eine Berufung wurde nicht zugelassen. Sollte der Kläger, der in einer Parallelstraße der Reichsgrafenstraße wohnt, dennoch Rechtsmittel einlegen wollen, müsste er zunächst eine Zulassung der Berufung einklagen. Dafür gelten die juristischen Hürden allerdings als hoch. Die neu geregelte Parkraumgestaltung durch die Stadt in diesem Teil der Wiehre dürfte damit Bestand behalten.
Einen dritten Anklagepunkt, in dem es um eine Parkbucht über einem unterirdischen Hydranten ging, der im Brandfall nicht für die Feuerwehr nutzbar gewesen wäre, weil er immer zugeparkt war, zog der Kläger selbst zurück. Im Zuge der Neuregelung ist dieser Hydrant nun auch erreichbar geworden.
Von links: Madita Boddien, Nadja Bach, Redakteurin Enya Steinbrecher, Alexandra Schäfholz und Sophie R. Fotos. Enya Steinbrecher
Lange war die Kampfsportdisziplin Mixed-Martial-Arts – kurz MMA – mit Vorurteilen belastet. Heute erfährt sie einen Beliebtheitsaufschwung – vor allem unter jungen Männern. Doch auch Frauen interessieren sich zunehmend für die Vollkontaktsportart. Ein Selbstversuch.
Ob Selbstverteidigung oder fit werden: Kampfsport hat gleich mehrere Vorteile. Kein Wunder also, dass die Matte am Mittwochabend in der Freiburger Kampfsportschule ExitAsia brechend voll ist. Vorwiegend Männer, aber auch vier Frauen stehen beim MMA-Training auf der Matte.
Nach einem kurzen Aufwärmen geht es direkt los: Schläge, Tritte, Würfe und Hebel – bis auf wenige Ausnahmen ist alles erlaubt. Selbst am Boden liegende Kämpfer dürfen noch angegriffen werden. Im Training kommt es dazu jedoch nicht – hier geht es vor allem um Technik und Ausdauer. Doch wenn die Technik fehlt, hilft letztlich nur rohe Gewalt.
Fallen will gelernt sein
Um schwere Verletzungen möglichst zu vermeiden, werden im Training nicht nur Mundschutz, Schienbeinschoner und Handschuhe getragen – ähnlich wie beim Boxen oder Kickboxen, nur dass die Finger für Würfe und Griffe frei bleiben –, sondern auch das Fallen gelernt. Auch das Training in gemischten Gruppen funktioniert gut. Nils Loton, Standortleiter im Exit Asia, legt Wert darauf, dass sich auch Frauen wohlfühlen: „Bei uns gilt die Regel, wer nicht mit Frauen im Team trainiert, trainiert gar nicht.“ Seit 2014 bietet das Exit Asia in Freiburg MMA an. Schon 2008 gewann eine Sportlerin aus dem Exit Asia die deutsche Meisterschaft der ISKA. „Respektvoller Umgang und Förderung im gleichen Maße sind bei uns selbstverständlich“, so Loton.
Seit zwei Jahren interessieren sich auch immer mehr Frauen für den zuvor von Männern dominierten Sport, so Nils Loton. Kampfsport allgemein ist schon lange kein Männerthema mehr: Gerade im Kickboxen oder auch im Thaiboxen sei der Frauenanteil hoch, so Loton. Damit einher geht auch ein großer Erfolg weiblicher Kämpferinnen bei Wettbewerben. „Im MMA ist das derzeit noch zurückhaltend“, so Loton. Das steigende Interesse an Vollkontaktsportarten bei Frauen habe schon vor Corona begonnen und ziehe sich über mehrere Kampfsportarten.
Vier Frauen stehen am Mittwochabend im Exit Asia auf der Matte – und auch für sie ist der Sport eher neu. Sophie R. kommt ursprünglich aus dem Kickboxen und hat vor einem halben Jahr mit MMA begonnen. „Der Sport ist unglaublich vielseitig und vereint Elemente von allen Kampfsportarten.“ Ihr gefällt, dass nicht nur die körperliche Komponente, sondern auch die geistige im Vordergrund steht. Ihr Umfeld reagiere oft überrascht, wenn sie von dem männerdominierten Sport erzähle, die Reaktionen seien aber durchweg interessiert und positiv. Vorurteile gegenüber dem Sport kämen vor allem von Leuten, die sich nicht damit befassen: „Daher ist es mir wichtig, mich dafür stark zu machen und Vorurteile aus dem Weg zu räumen.“ Sophie R. zieht eine klare Linie zwischen MMA als männerdominiertem Sport und als Männersportart: „MMA ist für jeden geeignet, der Lust drauf hat.“
„Das ist ein Sport, in dem man sehr viel Kopf und einen extremen Fokus braucht – sonst landet man am Boden.“ Madita Boddien, MMA-Sportlerin
Anfangs habe sie im Training Berührungsängste gehabt, diese seien jedoch schnell abgebaut gewesen: „Die Männer bei uns sind sehr lieb und viele sind schon sehr lange dabei – da kann man viel lernen.“ Dass wenige Frauen im Training waren, hatte bei Madita Boddien zunächst dazu geführt, dass sie vom MMA ins Kickboxen gewechselt habe. Seit letztem Sommer kommt sie jedoch wieder regelmäßig. Inspiriert zu der Sportart habe sie „eine krasse Marvel-Phase“: „Ich wollte das auch können“, sagt sie.
An MMA schätzt sie vor allem eines: „Das ist ein Sport, in dem man sehr viel Kopf und einen extremen Fokus braucht – sonst landet man am Boden“, so Madita Boddien. Im Kampf gegen die Männer im Training sieht sie als Vorteil, dass sie nicht automatisch Rücksicht nehme. Stattdessen wolle sie sich beweisen und traue sich auch mehr. Gleichzeitig wolle sie für das Training anderer Männer keine Bremse sein – das komme jedoch auch in anderen Kampfsportarten vor. Unterschiedliche Gewichtsklassen im MMA würden sich dafür schnell bemerkbar machen. Die Männer im Training seien jedoch „total lieb und unterstützend“, sagt sie: „Ich kann mit gutem Gewissen sagen, dass ich in keinem anderen Sport so eine Gemeinschaft erlebt habe wie im MMA.“
Trotzdem handle es sich bei MMA um keinen ungefährlichen Sport – „Plus die Option, dass man mit dem Gesicht in irgendjemandes verschwitzter Achselhöhle hängt, ist nicht für jeden was.“ Auch sie würde sich wünschen, dass MMA nicht mehr als Männersportart angesehen wird. „Es sollte komplett normal sein, dass Frauen im MMA sind.“
Die City-Nature-Challenge kommt am Wochenende nach Freiburg. Foto: Adobe Stock
Gemeinsam Artenvielfalt erforschen: Das ist das Ziel der City-Nature-Challenge. Am kommenden Wochenende findet sie erstmals auch in Freiburg statt. Mitmachen kann jeder. Organisator Elias Freyhof im Interview.
Worum geht es bei der City Nature Challenge?
Elias Freyhof: Bei der City Nature Challenge geht es darum, Naturbeobachtungen zu machen und diese mit anderen zu teilen. Dabei werden am kommenden Wochenende in über 600 Städten weltweit im Rahmen eines freundschaftlichen Wettbewerbs Tier- und Pflanzenarten fotografiert und auf der Meldeplattform iNaturalist hochgeladen. Die so entstandenen Daten tragen zum Verständnis und Schutz der Natur weltweit bei.
Elias Freyhof.
Wie kam sie nach Freiburg und welche Erfahrungen konnte man damit bereits in anderen Städten sammeln?
Freyhof: Ich habe vor zwei Jahren in Berlin zum ersten Mal teilgenommen und war beeindruckt, wie viele Arten an nur einem Wochenende beobachtet wurden und welche inspirierenden Menschen ich dadurch kennengelernt habe. Deswegen dachte ich, das kann Freiburg auch. Ich freue mich, dass die City Nature Challenge, das weltweit größte Naturbeobachtungs-Event, 2026 erstmals auch in Freiburg stattfindet.
Wie kann man mitmachen?
Freyhof: Mitmachen ist ganz leicht. Man braucht nur sein Handy, die iNaturalist-App und ein Stück Natur in Freiburg oder dem Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald. Vom 24. bis 27. April fotografiert man dann so viele Arten wie möglich und lädt sie auf iNaturalist hoch.
Infobox: Die City-Nature-Challenge wurde von der California Academy of Sciences ins Leben gerufen und findet am kommenden Wochenende (24. bis 27. April) statt. Im Anschluss können die Fotos bei iNaturalist hochgeladen werden, die Ergebnisse sind ab 13. Mai zu sehen.