Beste Stimmung herrschte im Francek-Salon: der Freiburger Star-Friseur Francek Prsa und sein Team sorgten bei den Miss Germany-Anwärterinnen für den perfekten Look. Die wollen aber vor allem mit ihrem Engagement und ihrer Botschaft überzeugen. Foto: Meyer
Sie sind einzigartig, bewusst und setzen sich aktiv für Veränderungen in der Gesellschaft ein: die Kandidatinnen für die Miss Germany-Wahl. Einst zählte nur die Schönheit, doch das ist vorbei, heute müssen sie mit Persönlichkeit, Engagement und ihrer Botschaft überzeugen.
So wie Tamara Schwab aus Bayern: sie trägt seit zweieinhalb Jahren ein Spenderherz in ihrer Brust und setzt sich leidenschaftlich für das Thema Organspende ein, gibt aber auch Seminare zur Resilienz. Sie will anderen Menschen helfen, schwierige Situationen mental gesund zu bewältigen, außerdem hat sie Wirtschaftspsychologie studiert. Oder aber Lehrerin Julia Schneider aus Hessen. Ihre Mission: ein modernes Bildungssystem für Kinder und Jugendliche – die will sie körperlich fitter machen, aber auch das Lernen verbessern.
Eine der Anwärterinnen auf den Miss Germany-Titel: Tamara Schwab aus Bayern: sie trägt ein Spenderherz in ihrer Brust und setzt sich für das Thema Organspende ein. Foto: Meyer
Nur zwei Beispiele für die Powerfrauen, die dieses Jahr bei der Miss Germany-Wahl dabei sind. Ein Termin durfte nicht fehlen, der als Vorbereitung aufs Finale im Europa-Park seit Jahren Tradition ist. Die Kandidatinnen waren am Sonntag bei Francek in Freiburg zu Gast und wurden von Starfriseur Francek Prsa und seinem Team gestylt. Hier erhielt jede Kandidatin einen individuellen Look, der perfekt zu ihr passt – die Stimmung war ausgelassen, es wurde entspannt geplaudert und gescherzt. „Es macht so viel Spaß wie beim ersten Mal.
Es sind alles unglaublich tolle Persönlichkeiten“, schwärmt ein gutgelaunter Francek Prsa über die Miss Germany-Anwärterinnen. Welche der Kandidatinnen sich über den Titel freuen darf, zeigt sich am kommenden Samstag im Europa-Park. Darüber entscheidet eine Promi-Jury, unter anderem mit „Prince Charming“ Nicolas Puschmann und Influencer twenty4tim. Durch den Abend führt TV-Moderatorin Lola Weippert, das Finale ist auch als Livestream bei „Twitch“ zu sehen.
„Wahnsinn“
Sie konnte es selbst kaum fassen: der Freiburger Klippenspringerin Anna Bader ist bei der Schwimm-WM eine kleine Sensation geglückt. Denn sie hat im High Diving den Sprung unter die Top 10 geschafft. Am alten Hafen von Doha belegte sie nach vier Sprüngen aus 20 Metern Höhe Platz sechs.
Die Freiburger Klippenspringerin Anna Bader darf sich über ein sensationelles WM-Ergebnis freuen. Foto: Dean Treml/Red Bull Content Pool
Alles andere als selbstverständlich, denn sie hatte im September 2022 einen schweren Unfall, kam bei einem Sprung falsch auf, war bewusstlos und wurde aus dem Wasser gerettet. Mit einer Gehirnerschütterung und einem Pneumothorax lag sie im Krankenhaus – ihr erster Unfall, nachdem sie rund 18 Jahre gesprungen war. Und nun das phänomenale Comeback der 40-Jährigen auf der großen WM-Bühne.
„Wahnsinn“, rief sie, als das Ergebnis feststand: „Ich bin so glücklich, dass ich so nah an der Weltspitze dran bin, ich kann es kaum glauben.“ Im Vorfeld der WM hatte sie offen über ihre gemischten Gefühle gesprochen: „Viel Angst, viele Zweifel. Ich bin Mutter, ich bin alt vergleichsweise“. Trotzdem habe sie gewusst, dass sie es noch kann und das hat sie nun allen eindrücklich bewiesen. Ob sie bei der nächsten WM dabei ist? Vielleicht: „Ich habe schon so oft aufgehört und auch wieder angefangen“, sagte sie lachend. Glückwunsch zur tollen Leistung!
Auszeit im Schnee
Aufgrund des ziemlich milden Wetters müssen Skifahrer, die endlose weiße Landschaften und perfekte Pisten genießen wollen, derzeit leider weiter als in den Schwarzwald fahren. So wie Rathaus-Chef Martin Horn, der sich einen Kurztrip in den Alpen gönnte. „Wunderbare kleine Auszeit mit meinem Vater in den Alpen. Viel zu kurz, aber ungemein wertvoll“, postete er samt Schnappschuss vor verschneiter Panoramaaussicht bei Instagram. Ob im Schnee oder nicht, für so einen Ausflug mit der Familie oder Freunden sollten wir uns alle mal wieder Zeit nehmen, oder?
Schnappschuss aus den Alpen: Rathaus-Chef Martin Horn und sein Vater. Foto: Instagram/MartinHornFrbg
Auch im Fernverkehr brauchen Bahnfahrer Geduld – auf der Strecke Richtung Norden bereits im Sommer. Foto: Adobe.Stock
Beim Mega-Projekt Ausbau der Rheintalbahn geht es voran: in diesem Jahr startet die Deutsche Bahn die Sanierung der viel befahrenen Strecke zwischen Karlsruhe und Basel. Das hat auch Auswirkungen auf Bahnfahrer aus Freiburg. Beispielsweise durch Schienenersatzverkehr zwischen Baden-Baden und Rastatt. Aber auch in der Region sorgt das Thema schon für Wirbel – unter anderem durch eine Vollsperrung und eine Verlegung der Bahnstrecke.
Busse statt Züge im Sommer
Wer im Sommer in Richtung Norden der Republik unterwegs ist, sollte vermutlich mehr Zeit einplanen, denn im Zuge der Sanierung der Rheintalstrecke wird der südliche Anschluss des Rastatter Tunnels fertiggestellt. Deshalb gibt es vom 10. bis 30. August eine dreiwöchige Vollsperrung der Strecke zwischen Rastatt und Baden-Baden. Für Reisende im Nah- und Fernverkehr heißt das: sie müssen auf einen Schienenersatzverkehr mit Bussen umsteigen.
„Die Bahn bündelt die Baumaßnahmen möglichst während den pendlerarmen Ferienzeiten, in diesem Fall den baden-württembergischen Sommerferien. Die Alternative zur dreiwöchigen Sperrung wären rund 50 einzelne Sperrungen gewesen, das heißt beispielsweise ein Jahr lang fast jedes Wochenende“, erklärt eine Bahnsprecherin auf Anfrage des Wochenbericht.
„Die Maßnahme ist sehr unangenem für Bahnreisende, aber notwendig. Allerdings glaube ich, dass es in kürzerer Zeit machbar wäre, wenn man es anders planen würde. So eine lange Sperrung ist ärgerlich“, hält Jochen Barth, Landesvorsitzender des Fahrgastverbands Pro Bahn Baden-Württemberg dagegen.
Schneller und ruhiger
Rund 14,2 Milliarden Euro investieren der Bund und die Deutsche Bahn in das Großprojekt. Durch den viergleisigen Ausbau der Rheintalstrecke sollen die Züge zukünftig schneller – bis zu 250 Stundenkilometer – und pünktlicher sein. Dafür braucht es einen Neubau der Gleise.
Im Breisgau realisiert die Bahn zwei Projekte: zum einen den Neubau einer zweigleisigen Strecke für den Güterverkehr entlang der A 5 zwischen Kenzingen und Müllheim, durch den es für Anwohner entlang der Strecke deutlich ruhiger werden soll. Im Abschnitt zwischen Riegel und March könnte es mit dem Bau der neuen Güterzugstrecke bereits 2025 los gehen. Zum anderen den Ausbau der bestehenden Rheintalbahn zwischen Teningen und Buggingen. Seit Mitte Januar wird hier im Auftrag der Bahn gebohrt, um den Untergrund für den Bau zu untersuchen.
Vollsperrung in Zukunft
Auch wenn es noch etwas dauert, bewegt dieses Thema die Region schon jetzt. Während die Bestandsstrecke umgebaut wird, soll sie für sechs Jahre – 2036 bis Ende 2041 – komplett gesperrt werden. Dann sollen zwischen Riegel und Offenburg Ersatzbusse fahren. Eine teilweise Sperrung sei laut Bahn deutlich teurer und würde die Bauzeit verdoppeln. Das sieht Joachim Barth anders: „Eine komplette Sperrung über sechs Jahre geht gar nicht, die Strecke müsste mindestens einspurig befahrbar sein, damit der Regionalverkehr aufrecht erhalten werden kann.
Auch hier sollten die Pläne nochmal überarbeitet werden“. Trotzdem ist der Ausbau ansich auch für ihn „schon lange nötig, die Strecke ist überlastet, da muss etwas getan werden und es braucht dringend Überholmöglichkeiten im Regional- und Fernverkehr“.
Reben müssen weichen
Auch dieses Thema sorgte jüngst für Gesprächsstoff: Die Bahnstrecke zwischen St. Georgen und Leutersberg wird mehr in den Hang hineinrücken, die Abweichung betrage bis zu 30 Meter maximal. „Dadurch wird die Bahnkurve abgeflacht und die Züge können die Gleise schneller befahren“, so die Bahnsprecherin. Zwischen Teningen und Buggingen erreichen sie dann bis zu 200 Stundenkilometer statt bisher maximal 160.
Dafür müssen Rebflächen weichen, laut Bahn sei noch nicht klar, welche und wieviele, laut BZ sind voraussichtlich mehr als zehn Hektar betroffen. Ende 2024 sollen Anwohner und Interessierte zu Infomärkten eingeladen werden, auf denen die Planung vorgestellt und Fragen beantwortet werden.
Ausbau bis 2041
Proteste in der Region hatten dafür gesorgt, dass es bei dem Großprojekt nur schleppend voran geht. Trotzdem zeigt sich die Bahn mit dem aktuellen Fortschrittt „sehr zufrieden“. Bis die Züge schneller unterwegs sind, brauchen Bahnfahrer jedoch noch Geduld. 2035 soll die Strecke zwischen Karlsruhe und Basel viergleisig sein, bis 2041 soll der Ausbau für Geschwindigkeiten von bis zu 250 Stundenkilometern fertig sein. „Ich befürchte allerdings, dass sich das alles noch weiter zieht, momentan gibt es ja bei Baustellen schon oft Terminüberschreitungen.“ Die werden seiner Ansicht nach für Bahnfahrer in den nächsten Jahren generell ein sehr großes Thema sein, „es wird immer wieder unangenehm und das zusätzlich zu Verspätungen, Personalmangel, Streiks oder fehlenden Zügen oder und lieferbaren Ersatzteilen für die Freiburg S-Bahn“, so Barth.
„Der schöne Begriff der Schneesicherheit ist nicht mehr gegeben“: Beim Weltcup der Nordischen Kombinierer Ende Januar in Schonach fuhren die Langläufer über ein schmales Schneeband. Foto: Picture Alliance / DPA, Bernd Weißbrod
Für die Liftbetreiber im Schwarzwald fällt der Winter bislang mau aus. Die große Mehrzahl der Lifte in den Skigebieten steht still. Längst überlegen die Betreiber, wie sie sich auf den Klimawandel einstellen müssen. Denn der lässt die Winter immer milder werden.
Für Matthias Schneider und seinen Familienbetrieb von den Skiliften Todtnauberg fällt der bisherige Winter ernüchternd aus: „Bislang kommen wir auf 20 Betriebstage – das ist natürlich deutlich zu wenig“, sagt Schneider, der das Skigebiet gemeinsam mit seiner Schwester betreibt. Keiner der sieben Lifte ist derzeit in Betrieb. Schneider, der den 1962 von seinem Vater gegründeten Liftbetrieb seit rund 20 Jahren führt, kann sich noch an einen Winter Ende der 1980er Jahre erinnern, als es noch schlimmer gewesen sei: „Da hatten wir mal null Betriebstage, aber auch noch keine Schneebeschneiungsanlage.
Mit Schneebeschneiung muss eigentlich mehr drin sein“, sagt er. Das Hauptproblem seien die Betriebskosten, „die gehen ins Unermessliche“ und müssten auf das ganze Jahr gesehen werden – bei inzwischen rund zwei Monaten Skisaison.
Schnee wird es immer geben – nur nicht mehr konstant
Im gesamten Skiliftverbund Feldberg sind von den 43 Liften derzeit nur acht in Betrieb. „Das ist erschreckend“, sagt Meteorologie-Professor Andreas Matzarakis von der Universität Freiburg. „Der Wintertourismus lebt ja davon, dass man zwischen Weihnachten und Fasching genug Schnee hat“, so Matzarakis. Nichts scheint mehr sicher für die Skiliftbetreiber in Zeiten des Klimawandels. „Der schöne Begriff der Schneesicherheit ist nicht mehr gegeben“, sagt Matzarakis. „Im Zuge des Klimawandels wird es insgesamt wärmer und unsere Winter milder.“
Auch die Daten des Deutschen Wetterdienstes zeugen von den voranschreitenden Klimaveränderungen: 2023 war in Deutschland das wärmste Jahr seit Messbeginn 1881. Auch in Baden-Württemberg wurde mit durchschnittlich 11,0 °C ein neuer Rekord erreicht. Der Dezember begann zunächst winterlich, dann wurde es rund um Weihnachten jedoch wieder milder, regnerischer und windiger. „Dieses Jahr war es wirklich unglücklich“, sagt Matthias Schneider, der nun darauf hofft, „dass wir nochmal zwei, vielleicht sogar drei Wochen Winter bekommen.“
Ausgeschlossen sei das nicht, so Matzarakis: „Der Februar ist im meteorologischen Winter der kälteste Monat. Von daher sind wir noch nicht über den Berg.“ Zwar sei es derzeit frühlinghaft, das aber könne „in zwei Wochen wieder anders aussehen“, sagt der Experte.
Während über das Jahr gesehen laut Matzarakis die Extreme – Überschwemmungen, Trockenheit, Hitzeentwicklungen – zunehmen werden, heiße das nicht, „dass die kommenden zwei, drei Generationen keinen Schnee mehr sehen werden. Aber es wird weniger Schnee sein.“ Vor allem die niedriger gelegenen Regionen unterhalb von 1.500 Metern stünden in Zukunft schlechter da. Darauf müssten sich die hiesigen Wintersportgebiete einstellen.
Das, so Matthias Schneider, geschehe auch seit rund zehn Jahren. Aktuell laufe für seinen Betrieb ein Planfeststellungsverfahren. Dessen Ziel sei es, die Schlepplift- in eine Sesselbahn- Anlage umzubauen mit einer Mountaincart-Strecke als Sommerattraktion. „Das wird die einzige Lösung sein, dass wir hier längerfristig Wintersport anbieten können. Schneien wird es immer. Aber die Konstanz fehlt“, so Schneider.
Das Spiel mit dem Ei: Bei Freiburgs FT-Footballern ist die Vorfreude auf den Super Bowl groß. Foto: Adobe.Stock
In der Nacht auf den 12. Februar tragen die Kansas City Chiefs und die San Francisco 49ers das Endspiel um den 58. Super Bowl aus. Weltweit verfolgen jedes Jahr rund 900 Millionen Menschen das Spektakel um die NFL-Trophäe. Auch in Freiburg sind die Augen auf das Finale im Allegiant Stadium in Las Vegas gerichtet.
Die USA sind im Football-Fieber, und mit ihnen Millionen von Fans weltweit: Wenn am Sonntag Vorjahressieger Kansas City Chiefs und die San Francisco 49ers die Klingen kreuzen, herrscht in der Regel Ausnahmezustand. Auch Jochen Kern von den Sacristans-Footballern der FT 1844 Freiburg blickt gebannt auf das Endspiel der National Football League (NFL). „Es ist das Sportereignis schlechthin“, sagt Kern und verweist auf die Einschaltquoten. Unter den Top 31 der zuschauerstärksten TV-Übertragungen aller Zeiten in den USA sind allein 30 Super-Bowl-Finals (und als Ausreißer das Finale der TV-Serie MAS*H von 1983).
Noch am Wochenende konnte sich Jochen Kern mit seinem amerikanischen Headcoach der FT-Footballer, Gray Levy, über die Finalpaarung unterhalten. „Coach Gray geht davon aus, dass es ein enges Spiel wird. Auch die letzten Super Bowls waren immer sehr knapp“, so Kern. Er selbst glaubt, dass die Kansas City Chiefs mit Quarterback Patrick Mahomes und ihrem Headcoach Andy Reid („ein super erfahrener Coach“) die Nase vorn haben könnten.
Aber auch die San Francisco 49er haben mit Brock Purdy einen spannenden Quarterback in ihren Reihen. Er wurde im NFL-Draft 2022 erst in der siebten Runde als letzter Spieler von den 49ers ausgewählt, was ihn zum „Mr. Irrelevant“ machte. „Und dann hat er es vom Nobody zu demjenigen geschafft, der San Francisco in den Super Bowl geführt hat“, so Kern.
Hype um den „Swift Bowl“
Im Vorfeld des Events ist das Medienspektakel gigantisch. In diesem Jahr könnten sogar mehr Menschen denn je einschalten, was am Hype um Pop-Megastar Taylor Swift liegt, die mit Chiefs-Profi Travis Kelce liiert ist – schon ist die Rede vom „Swift Bowl“.
Irre Fakten rund um den Super Bowl machen seit Jahren die Runde: Für ihre TV-Werbespots von 30 Sekunden Länge bezahlten die Unternehmen 2023 im Schnitt sieben Millionen US-Dollar. Im Schnitt melden sich sieben Millionen Amerikaner am Tag nach dem Super Bowl krank. Und wenn in der Halbzeitpause rund 90 Millionen Fans gleichzeitig auf die Toilette gehen, sollen dabei angeblich 1,4 Milliarden Liter Wasser in die Kanalisation der USA gespült werden.
Auch in Deutschland ist der Hype längst riesig. „Wenn der Einzelhandel bei uns im Vorfeld spezielle Super-Bowl-Produkte anbietet, sieht man, dass das in der Mitte der Gesellschaft ankommt“, so Jochen Kern. Das Freiburger Football-Team, das im Vorjahr nur knapp am Titel der 3. Liga Südwest und damit dem Aufstieg in die zweite Liga vorbeischrammte, profitiert laut Kern von dem Hype allerdings nicht allzu sehr: „Im Gegenteil: Die Vereine haben echt Probleme die Kader voll zu bekommen. Ein Großteil derjenigen, die auf den Football-Zug aufspringen, sind Konsumenten“, sagt der Football-Experte.
Bei der FT laufen indes die Planungen für die neue Saison, die im April mit einem Heimspiel gegen Reutlingen beginnt. „Wir planen ein paar neue Dinge für unsere Heimspiele. Für die Fans soll es dann noch attraktiver werden“, kündigt er an. Der sportliche Anspruch kommt dabei nicht zu kurz – der angestrebte Aufstieg in die zweite Liga sei „kein Tabu-Wort“ mehr, so Kern. Dafür hat sich das Team mit einem weiteren Trainer verstärkt, dem 40-jährigen US-Coach Durven Dawes. „Sein Fokus wird primär auf den Quarterbacks liegen“, sagt Kern.
Und perspektivisch soll die Entwicklung der FT-Footballer vorangehen. Von den aktuell laufenden Baumaßnahmen im FT-Sportpark werden am Ende auch die Sacristans profitieren, so Kern. Unter anderem wird es dann eine richtige Tribüne für die Zuschauer geben. „Diese Saison müssen wir mit der Baustelle noch durchhalten. Aber ich freue mich schon sehr darauf, wenn die neue Anlage fertig ist.“
Er zeigt wieder, wo es lang geht: Christian Günter. Foto: Detlef Berger
Der SC Freiburg kann wieder auf Christian Günter zählen, der sein Comeback herbeigesehnt hat. In seiner Verletzungspause habe er Wochen der Ungewissheit durchleben müssen, sagt der Kapitän. Dass er nun erstmals wieder auf dem Platz stehen konnte, sei deshalb hoch emotional gewesen. Nur mit dem Ergebnis gegen den VfB konnte er sich nicht abfinden. In Dortmund soll es deshalb besser laufen.
Es war wohl der emotionale Höhepunkt in einem an Emotionen wahrlich nicht armen Fußballspiel: In der 73. Minute konnte Christian Günter, der für Jordy Makengo aus Feld kam, endlich wieder die Kapitänsbinde über den Arm streifen. Vize-Kapitän Vincenzo Grifo hatte das Stückchen Stoff über viele Monate bestens behütet – und nun an seinen angestammten Platz zurückgegeben.
„Einfach nur schön“
Der doppelte Unterarmbruch – der zweite passierte als Folge einer bis dahin unentdeckten Infektion der Wunde – hatte Christian Günter über Monate außer Gefecht gesetzt. Auch dunkle Stunden habe er dabei durchlebt, wie er im Anschluss an das Spiel verriet. „Der zweite Bruch war im Grunde mein Glück. Ich will lieber nicht darüber nachdenken, was passiert wäre, wenn das nicht geschehen wäre“, sagte er. Der laute Applaus und die Rufe der Fans bei seiner Einwechslung seien dafür umso schöner gewesen.
„Nach so einer langen und schweren Zeit war das einfach nur schön, dass die Zuschauer mich so willkommen geheißen haben. Der Moment war besonders, das werde ich noch lange in Erinnerung behalten – ich hatte Gänsehaut“, so der 30-Jährige.
Zwar habe er noch „noch die eine oder andere“ Einschränkung. Aber: „Ich bin einfach froh, wieder meinen Beruf ausüben zu können. Ich war schon froh, als ich meine Kinder wieder auf den Arm nehmen konnte. Das sind Dinge, die man zu schätzen weiß, wenn man es eine zeitlang nicht tun konnte.“ Womit er sich trotz seines emotionalen Comebacks aber so gar nicht anfreunden konnte, war das 1:3 gegen den VfB. „Ein Derby verliere ich immer noch nicht gerne als Badener, deswegen tut es es jetzt extrem weh.“
Sein Trainer zeigte sich trotz der bitteren Niederlage hoch erfreut über das Comeback seines Kapitäns. „Er hat sehr gut trainiert, hat sehr gute Fitnesswerte, weil er so professionell ist. Es war geplant ihn reinzuwerfen, weil er wieder 30 oder 45 Minuten marschieren kann“, so Streich. Unter diesen Voraussetzungen ist sogar davon auszugehen, dass Günter beim kommenden Auswärtsspiel in Dortmund am Freitag (20.30 Uhr /DAZN) ein Startelfmandat erhält.
Die Partie beim Tabellenvierten ist für gewöhnlich eine der schwierigsten Aufgaben, die der SC bisher nur selten gemeistert hat. Trotz der dürftigen SC-Auswärtsbilanz in Dortmund (20 Niederlagen, 3 Unentschieden, 1 Sieg) will Günter die Segel nicht von vorneherein streichen.
„Es wird irgendwann mal Zeit auch dort was zu holen. Wir fahren da hin mit einem gewissen Selbstvertrauen“, sagt der Kapitän und verweist auf die Heidenheimer, die dem BVB zuletzt ein 0:0 abtrotzen konnten. „Warum sollen wir es dann in Dortmund nicht auch können? Aber da bedarf es natürlich einer guten, defensiven Leistung, weil die eine Wahnsinnsqualität haben.“ Aber, wenn sein Team gute Lösungen mit dem Ball finde, „dann ist auch in Dortmund was möglich“, so der Rückkehrer.
Der Freiburger Gemeinderat wird im Juni neu gewählt. Foto: Ingo Schneider
Bei der Gemeinderatswahl im Juni dieses Jahres wird Freiburg vermutlich wieder Spitze sein: In keiner anderen Stadt in Baden-Württemberg treten mehr Listen an. Diesmal könnten es 20 sein. Hinzu kommt, dass das Mindestalter für Kandidierende ebenso wie das Wahlrecht auf 16 Jahre herabgesetzt wurde. Was das bedeutet, erklärt ein Freiburger Experte.
Bei den Kommunalwahlen in Freiburg am 9. Juni könnten bis zu 20 Listen antreten – das wäre ein neuer Rekord. Freiburg dürfte damit auch landesweit Spitze sein. Im aktuellen Gemeinderat mit seinen 48 Mandaten sitzen Vertreter von 16 Parteien und Gruppierungen. Das ist schon jetzt die höchste Anzahl in Baden-Württemberg. Es wird wohl ab Juni noch bunter. Jede Liste muss zur Wahl 48 Kandidaten aufstellen. Da es keine 5-Prozent-Hürde gibt, können auch Kleinst-Listen mit weniger als zwei Prozent auf einen Sitz im Gemeinderat hoffen. Ein Novum: Das Mindestalter für Kandidierende beträgt nicht mehr 18, sondern 16 Jahre. Auch das Wahlrecht gilt erstmals ab 16.
Der Freiburger Politikwissenschaftler Michael Wehner stuft die daraus folgenden Konsequenzen eher gering ein: „Größere Auswirkungen sehe ich nicht. Es ist zu hoffen, dass die Gemeinderäte etwas jünger und diverser werden, bislang gilt ja für viele das „3 M-Mantra: männlich, mittelalterlich, Mittelschicht-Zugehörigkeit“. Und dass die Wahlbeteiligung hoffentlich aufgrund des „ersten Mals“ in der Altersgruppe der 16- bis 21-Jährigen etwas über der durchschnittlichen Wahlbeteiligung liegt, ansonsten ist diese Altersgruppe eben auch Spiegelbild der Gesamtgesellschaft. Das gilt auch für die Parteienidentifikationen“, so der Leiter der Außenstelle der Landeszentrale für politische Bildung in Freiburg.
Entscheidungen werden komplizierter
Die Vielzahler der Listen betrachtet der Politikwissenschaftler zwiespältig: Die kommunalpolitische Ebene sei schon immer bunter und vielfältiger als die Parteienlandschaft auf landes- oder bundespolitischer Ebene. Demokratietheoretisch sei dieses breite politische Engagement ein gutes Zeichen. Die Volksparteien seien indes seit eh und je in den kommunalen Parlamenten nicht so bestimmend.
Dabei ergebe sich durch die Vielfalt jedoch eine Problematik: „Die Mehrheitsbildung im Gemeinderat wird dadurch nicht erleichtert, sondern verkompliziert die Entscheidungsfindung, besonders wenn es keine Sperrklausel gibt und das Auszählungsverfahren auch noch kleine Parteien begünstigt.“ Sprich: Das Aushandeln von Kompromissen wird durch die Vielzahl unterschiedlicher Listen komplizierter.
Bislang gilt im politischen Freiburg als sicher, dass die AfD bei den nächsten Gemeinderatswahlen im Zuge des Bundestrends stark zulegen wird. 2019 kam sie auf 3,6 Prozent und zwei Ratssitze. Doch werden die Anti-Rechtsextremismus-Proteste, die in erster Linie Anti-AfD-Proteste sind, eine Rolle spielen – zumal mehr junge Wähler zum Urnengang aufgerufen sind? Laut Wehner lassen sich diesbezüglich noch keine seriösen Prognosen ableiten: „Bis zum 9.6. ist es noch Zeit, zu lange, um diese Frage beantworten zu können. In früheren Jahren tendierten Jungwähler zu linken Parteien und Listen und den Grünen. Aber: Bei der letzten Bundestagswahl konnte neben den Grünen, besonders die FDP in dieser Altersgruppe Erfolge erzielen und bei den jüngsten Landtagswahlen in Hessen und Bayern war es die AfD.“Sven Meyer
2024 hält in Freiburg das Gendersternchen Einzug in städtische Schriftstücke. Foto: Joers
Das Gendersternchen bleibt ein Dauerthema: Nun möchte Innenminister Thomas Strobl (CDU) den Landesbehörden das Gendern per Gesetz verbieten. Mit diesem Vorstoß hat er eine Debatte losgetreten. Die Stadtverwaltung Freiburg bemüht sich indes seit 2018 um eine geschlechtergerechte Sprache – und will den eigenen Sprachregeln nun ein Update verpassen.
Für Kommunen in Baden-Württemberg bestehen aktuell weder Landes- noch Bundesvorgaben für konkrete Sprachregelungen zur Umsetzung einer geschlechtergerechten Sprache. Das könnte sich nach dem Willen von Innenminister Thomas Strobl (CDU) ändern: Er möchte im Schriftverkehr von Ministerien oder Regierungspräsidien Sonderzeichen wie Binnen-I und Gendersternchen künftig verbieten. In der Rechtssprache, so Strobl, seien Sternchen & Co. bereits verboten – dies soll nun auch auf Verwaltungsebene gelten, um „Regelungsdefizite zu heilen“, so Strobl.
Sternchen statt Unterstrich
Das Freiburger Rathaus verfolgt schon länger das Ziel, eine einheitliche und antidiskriminierende Verwaltungssprache zu gewährleisten. Im Januar 2018 trat eine entsprechende Organisationsverfügung zur verbindlichen Anwendung der geschlechtergerechten Sprache in Kraft. „Diese gilt für alle Dezernate, Ämter, Dienststellen und Eigenbetriebe der Stadt Freiburg“, so Martina Schickle von der Pressestelle der Stadt.
Neben dem gesetzlichen Auftrag zum Abbau von Diskriminierung sei es das Ziel, die „respektvolle Ansprache aller in Freiburg lebender Menschen auf der sprachlichen Ebene umzusetzen.“ Die rechtliche Grundlage dafür seien die ersten drei Artikel des Grundgesetzes, das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) und das Personenstandsgesetz, erläutert Schickle.
Konkret verwendet die Stadtverwaltung in ihren Schriftstücken je nach Situation, Anlass und Thema neutrale Formulierungen wie z.B. „Mitarbeitende“ oder „Personen“. Alternativ werden die unterschiedlichen Personengruppen explizit aufgelistet, „um die gesellschaftliche Vielfalt sprachlich sichtbar zu machen“, so Schickle. Oder es kommen geschlechterinklusive Kurzformen zum Einsatz. Und genau hier soll es 2024 eine Neuerung geben. Denn seit 2017 verwendet die Stadt Freiburg – „auf dem Stand der damaligen Erkenntnisse“ – den Unterstrich, auch Gender-Gap genannt.
Das soll sich noch in diesem Jahr ändern: „Mit der Einführung des neuen Corporate Designs der Stadt Freiburg wird die Stadt voraussichtlich zum zweiten Halbjahr 2024 vom Gender-Gap zum Genderstern als geschlechterinklusive Kurzform wechseln“, erklärt Schickle. Dieser sei bisher in Texten nicht mit einer Bedeutung belegt. Der Unterstrich werde dagegen häufig als Lücke verstanden. Der Doppelpunkt wiederum, der ebenfalls als Genderzeichen Verwendung findet, ist gleichzeitig ein Satzzeichen.
Mittlerweile, so Schickle, sei der Genderstern die am meisten genutzte Kurzform geschlechtergerechter Sprache. Das Rathaus verweist auf Städte wie Hannover (seit 2019) oder Köln (seit 2021), wo das Sternchen bereits Usus ist.
Besonders gute Erfahrungen hat die Stadtverwaltung indes mit der seit zwei Jahren geltenden Umstellung auf das (a) für „alle“ in den städtischen Stellenausschreibungen gemacht. Viele potenzielle Angestellte hätten die Stadtverwaltung als Arbeitgeber davor nicht auf dem Schirm gehabt. Das habe sich seit der Umstellung geändert.
Die teilweise vorgebrachten Sorgen vor massiven negativen Reaktionen auf Bewerberseite seien „absolut unbegründet“, so Schickle. Im Gegenteil: „Interessant ist, dass sich im Zeitraum 2022, also dem Jahr unserer Umstellung auf die weibliche Schreibweise und das (a), der Anteil an männlichen Bewerbenden erhöht hat“, so Schickle. Deshalb stehe fest: „Am (a) im Jobtitel halten wir fest“, so Schickle.
Am Sonntag erlebte Freiburg eine der größten Demonstrationen der Nachkriegsgeschichte. Foto: Michael Bamberger
Eine spontan organisierte Anti-Rechts-Demo wurde zum historischen Ereignis. Mit über 25.000 Teilnehmern war es eine der größten Demonstrationen der Freiburger Nachkriegsgeschichte. Vielen scheint plötzlich bewusst zu sein: Demokratie und Freiheit sind keine Selbstverständlichkeit.
Hunderttausende Menschen gingen am Wochenende bundesweit gegen rechts und für die Demokratie auf die Straße. Nachdem bekannt wurde, dass Spitzenpolitiker der AfD gemeinsam mit Verbündeten ein ethnisch weitgehend homogenes Deutschland mittels Vertreibung planen, scheint ein Ruck durchs Land zu gehen.
„Die Correctiv-Recherche über das Geheimtreffen in Potsdam, die hohen Umfragewerte für die AfD und deren schrill-radikaler Ton erfüllen viele Menschen mit Sorge. Das Motto lautet: Lieber jetzt die Stimme erheben, bevor es möglicherweise zu spät ist“, erklärt der Freiburger Politikwissenschaftler Michael Wehner gegenüber dem Wochenbericht.
Zwischen 25.000 und 30.000 Menschen, so die Schätzungen, versammelten sich allein am Sonntag auf dem Platz der Alten Synagoge und zogen anschließend durch die Innenstadt. Zwischenfälle gab es keine. Die Botschaft: „Demokratie vereint stärken und schützen“. Es war in Freiburg die dritte Anti-Rechts-Demo binnen weniger Tage.
Die Demoteilnehmer bildeten die Breite der Bevölkerung ab: von Studenten, über junge Familien bis hin zu Rentnern. Viele hatten selbst gebastelte Schilder mit klaren politischen Botschaften mitgebracht. „Im 75. Jahr des Grundgesetzes ist es im Bewusstsein vieler, dass viele Dinge, die wir lange als selbstverständlich angesehen haben, auf dem Spiel stehen könnten und verteidigt werden müssen“, erklärt der Politikwissenschaftler Wehner. Er hält die Entstehung einer dauerhaften sozialen Bewegung für Demokratie und gegen Menschenfeindlichkeit für denkbar.
Dejan Mihajlovic, der Organisator der Demo gegen Rechtsextremismus vom Sonntag, berichtete gegenüber der Badischen Zeitung von dem positiven Feedback, das er erhalten habe: „Viele haben Hoffnung und Mut geschöpft: Nach den ganzen Nachrichten, die man die letzten Monate gelesen hat, waren doch viele verunsichert. Wenn dann so viele Menschen auf die Straße gehen und ein Zeichen setzen, ist einfach klar: Das ist das, was Freiburg ausmacht.“ Freiburgs Oberbürgermeister Martin Horn appellierte, jeder solle mutig für mehr Miteinander und eine starke Demokratie einstehen und sich nicht einschüchtern lassen.
Innen- und Linksverteidiger Attila Szalai kommt auf Leihbasis bis zum Saisonende nach Freiburg. Foto: SC Freiburg
Wenn es dicke kommt, dann aber so richtig: Was der SC Freiburg in dieser Saison an Verletzungsproblemen zu verkraften hat, sprengt so langsam die Grenzen des Machbaren. Die Leisten-Operation von Innenverteidiger Philipp Lienhart war nur der jüngste Schlag in die Magengrube. Zu allem Überfluss ist dessen Ersatzmann Manuel Gulde nun für ein Spiel gesperrt. Aus Hoffenheim kommt in Attila Szalai erfahrene Verstärkung.
Für Freunde von Namensspielereien gibt es beim SC neues Futter. Künftig gilt es im Kader des Bundesligisten die ungarischen Landsmänner und Nationalelf-Kollegen Roland Sallai und Attila Szalai auseinander zu halten. Wie der 26-Jährige in einem Video auf der SC-Homepage erläuterte, spricht sich der Neue nur mit einem „S“ aus und der andere (Sallai) mit „Sch“.
Weit wichtiger als die phonetischen Feinheiten dürfte für SC-Trainer Christian Streich aber sein, dass der SC einen erfahrenen Abwehrspieler per Leihe von der TSG Hoffenheim für sich gewinnen konnte. Denn durch die Leistenoperation Ende vergangener Woche von Philipp Lienhart hatte sich die Personalsituation beim SC weiter verschärft. Laut Streich werde der Leistungsträger dem SC rund sechs Wochen fehlen.
Mit dem 1,92 Meter großen Attila Szalai, der im Sommer von Fenerbahçe Istanbul in die Bundesliga gewechselt war, verpflichtet der SC einen Spieler, der es auf 218 Profispiele bringt. „Für die aktuelle Situation bei uns haben wir eine sehr gute Lösung gefunden. Attila hat internationale Erfahrung und kann uns sofort helfen“, sagt Sportdirektor Klemens Hartenbach.
Der Innen- und Linksverteidiger spielte zuvor bei Apollon Limassol auf Zypern, beim ungarischen Erstligisten Mezkövesd-Zsóry SE und bei Rapid Wien. Szalai durchlief zudem sämtliche U- Nationalmannschaften das ungarischen Verbandes und ist aktueller A-Nationalspieler. „Mit seiner Robustheit und Zweikampfstärke kann er ein wichtiger Faktor für jede Abwehr sein. Wir freuen uns sehr auf die gemeinsame Zeit und arbeiten alle hart daran, unsere Ziele zu erreichen.“
Szalai selbst sagt: „Ich habe mir für dieses Jahr mit der anstehenden Europameisterschaft in Deutschland viel vorgenommen und werde dafür mein Bestes geben.“ Er freue sich sehr auf seine neuen Teamkollegen und die Herausforderung beim SC, heißt es in einer Pressemitteilung des Vereins.
Zusätzliche Brisanz erhielt die Personalsituation in der Freiburger Hintermannschaft durch die umstrittene Gelb-Rote Karte für Manuel Gulde beim 3:2-Heimsieg gegen Hoffenheim. Gulde hatte in den vergangenen Spielen als Backup für Philipp Lienhart mit konstant zuverlässigen Leistungen viel Lob eingeheimst. Vor der Partie am Samstag hatte der 32-Jährige, der seit 2016 im SC-Dress spielt zudem seinen Vertrag verlängert.
Von den Spielern, die nicht direkt beim Sport-Club ausgebildet wurden, ist nur Lukas Kübler noch länger ohne Unterbrechung im Verein. „Manuel ist eine Konstante in unserer Mannschaft und hat nicht zuletzt in den vergangenen Spielen gezeigt, dass auf ihn Verlass ist“, sagt Vorstand Jochen Saier. „Die lange Zusammenarbeit ist ein Zeichen gegenseitiger Wertschätzung und wir freuen uns, Manuel mit seinen Qualitäten auch weiterhin bei uns zu haben.“
Gulde bestritt 165 Pflichtspiele für den SC und erzielte dabei sieben Tore. In der laufenden Saison kam der Innenverteidiger bereits 18-mal zum Einsatz. Manuel Gulde selbst sagt: „Ich merke auch nach beinahe acht Jahren in Freiburg, dass ich hier am richtigen Ort bin und der Mannschaft weiterhelfen kann. Über das Vertrauensverhältnis außerhalb des Platzes müssen wir nach einer so langen Zeit ohnehin nicht reden. Daher freue ich mich über die Vertragsverlängerung und werde hier auch weiterhin alles einbringen.“
Zusammenhalt ist der Trumpf des SC Freiburg
Dass es der Freiburger Mannschaft trotz der seit Saisonbeginn anhaltenden Personalprobleme gelingt, eine bis dato sehr erfolgreiche Saison zu spielen, hänge laut SC-Angreifer Michael Gregoritsch mit dem Zusammenhalt innerhalb des Teams zusammen. Dass die Mannschaft gegen Hoffenheim nur 17 Feldspieler im Kader hatte, aber auf Platz sieben in der Tabelle steht, nennt Gregoritsch „krass“. Und weiter: „Es ist eine außergewöhnliche Truppe. wie wir jede Woche zusammen stehen und im Training Gas geben. Da sind Leute drin, die geben jeden Tag hier Vollgas. Das zeichnet uns aus“, so der Torjäger.
Ein Zusammenhalt, der dem SC helfen soll, auch beim kommenden Auswärtsspiel in Bremen am Samstag (15.30 Uhr/Sky) zu bestehen. Mit der Partie im hohen Norden beginnt dann auch die Abschiedstournee von Yannick Keitel. Wie der Kicker meldet, wird das SC-Eigengewächs den Verein im Sommer nach 13 Jahren verlassen. Als Keitels künftiger Arbeitgeber wird der VfB Stuttgart gehandelt.
Fußballprominenz in Rust: SC-Sportdirektor Klemens Hartenbach, Weltmeister-Trainer Joachim Löw und TV-Moderator Tom Bartels, der durch den Abend führte (v.l.n.r.). Foto: Joers
Illustre Gäste, launige Talks, und jede Menge Fußball: Der SC Freiburg hat am Montag im Europa-Park beim jährlichen SC-Anstoß das neue Jahr begrüßt. Vor rund 600 geladenen Gästen aus Politik, Wirtschaft und Sport gab der Verein auch einen Ausblick auf das anstehende Vereinsjubiläum.
„Man sieht es dem Verein nicht an, aber er wird 120 Jahre alt“, sagten die SC-Vorstände Oliver Leki und Jochen Saier bei der Begrüßung der Gäste im rappelvollen Europa-Park-Dome in Rust. Um das Programm für das Jubiläum macht der Verein zwar (noch) ein Geheimnis. Leki enthüllte aber, dass es gemeinsam mit dem 40. Zelt-Musik-Festival in diesem Jahr eine SC-Gala auf dem ZMF-Gelände geben werde. Außerdem, so Leki, sei ein Fußballturnier mit allen Freiburger Stadtteilen geplant, bei dem der Freiburger Stadtmeister gekürt werde.
Löw: „Der SC ist ein Vorbild“
Dass der Verein bei seinem jährlichen Neujahrsempfang mit 600 Gästen eine neue Rekordkulisse begrüßen konnte, sei ein Spiegel der Gesamtentwicklung des Vereins, so Leki und Saier. Aktuell zähle der SC 65.000 Mitglieder „und es kommen immer noch Neue dazu. Das ist toll und wir genießen das sehr“, so Leki.
Neben zahlreichen Sponsoren des Vereins waren unter den Gästen sämtliche Bürgermeister der Stadt Freiburg, Regierungspräsidentin Bärbel Schäfer, die Bundestagsabgeordnete Claudia Raffelhüschen (FDP) sowie mehrere Freiburger Gemeinderäte. In einem Legendentalk gaben frühere SC-Stars wie Rodolfo Cardoso, Richard Golz, Tobias Willi, Julian Schuster und der Kapitän der 1978er-Aufstiegsmannschaft, Werner Blank, Anekdoten zum Besten.
Richard Golz, Christian Streich und Rodolfo Cardoso (v.l.n.r.) – drei Protagonisten des SC Freiburg vereint auf der Bühne im Europa-Park in Rust. Foto: Achim Keller
So erzählte Cardoso, wie er nach seiner Ankunft 1993 in Freiburg einige Wochen im Haus des langjährigen SC-Präsidenten Achim Stocker wohnte: „Abends früh ins Bett und morgens hat Frau Stocker Frühstück gemacht“, so Cardoso. Im Anschluss herzte er Hanne Stocker, die Witwe des verstorbenen Präsidenten.
Der prominenteste Gast, Weltmeister-Trainer und SC-Ehrenspielführer Joachim Löw, fand nur lobende Worte für den Verein: „Freiburg ist in jeder Hinsicht ein Vorbild in unserem Land“, sagte er in einem Talk mit SC-Trainer Christian Streich. „Der SC Freiburg lebt Kontinuität, der SC hat sich fußballerisch verbessert, der SC lebt die Verknüpfung zwischen Ausbildung und Profis, der SC ist wirtschaftlich erfolgreich und der Verein genießt unglaublich hohe Sympathien.“
Der Moderator des Abends, TV-Reporter Tom Bartels, entlockte Streich und Löw auch Einschätzungen zur Lage der Deutschen Nationalmannschaft vor der anstehenden Heim-EM. „Sie müssten sich mal auf ein paar gemeinsame Dinge einigen und Dinge besprechen. Das wäre der erste Schritt“, sagte Christian Streich. Ex-Bundestrainer Löw pflichtete ihm bei und sagte: „Man müsste sich auf eine Art zu spielen einigen, und vor allem auf eine Achse, und dass man zum Beispiel gute taktische Lösungen entwickelt.“