Freiburgs bekanntester Baum schwächelt dramatisch. Foto: Michael Bamberger
Es gibt Anzeichen, dass der beliebte Baum in Freiburg-Oberlinden nicht mehr standsicher ist. Wie die Stadt Freiburg mitteilt, soll nun ein Fachgutachen Gewissheit über die Zukunft des Baums bringen.
Bangen um ein beliebtes Freiburger Wahrzeichen – und leider stehen die Vorzeichen nicht gut: Die Linde am Brunnen in Freiburg Oberlinden ist ein markantes Fotomotiv und viele Menschen in der Stadt schätzen den Baum. Leider schwächelt dieser jedoch seit vielen Jahren und das Garten- und Tiefbauamt (GuT) musste die Krone bereits mehrfach zurückschneiden, um den Baum zu erhalten. Nun gibt es Hinweise, dass der Baum nicht mehr sicher steht. Wegen der besonderen Bedeutung der Linde soll ein Fachgutachten kommende Woche zeigen, wie standsicher der Baum noch ist und ob es eine Möglichkeit gibt, ihn zu erhalten.
Vor Ort werde das laut Angaben der Stadt Freiburg wie folgt ablaufen: Zuerst werde ein Ankerpunkt in der Krone gesetzt. Dann wird mithilfe eines an einem Fahrzeug befestigten Seilzuges stufenweise eine Kraft in den Baum eingebracht. Diese Kraft entspricht der Windlast, welcher der Baum an diesem Standort in Zukunft bei Stürmen ausgesetzt sein könnte. Durch sensible Messgeräte wird dabei die Neigung am Stammfuß des Baumes ermittelt und diese mit dem generellen Neigungsverhalten windbelasteter Bäume verglichen. Diese Daten lassen dann Rückschlüsse darüber zu, wie fest der Baum noch im Boden verankert ist.
Die Aktion am kommenden Dienstag werde rund eine Stunde dauern und die Herrenstraße in dem Bereich während dieser Zeit kurzeitig gesperrt. Die Auswertung der Messergebnisse wird dann in ein bis drei Wochen nach der Untersuchung vorliegen. Erst dann werde feststehen, wie es mit der Linde am Oberlindenplatz weitergeht, so die Stadt.
In der Rathausgasse werden bis Pfingsten Kanäle erneuert. Das Erdreich muss dafür aber nicht aufgegraben werden. Foto: Joers
Am Mittwoch starten dringendende Kanalarbeiten in der Freiburger Rathausgasse. Bis zu den Pfingstferien dauert die Baustelle. Die Rathausgasse bleibt zu jeder Zeit für Fußgänger passierbar.
Die Kanäle in der Altstadt stammen zum größten Teil aus dem Jahr 1891. Besonders in der Rathausgasse weisen sie altersbedingt starke Mängel auf. Daher werde der Eigenbetrieb Stadtentwässerung (ESE) der die Kanäle sukzessive mit einer Innenauskleidung versehen, heißt es in einer Pressemitteilung der Stadt. Dies geschieht laut Angaben der Stadt ohne dass dafür ins Erdreich gegraben werden muss im sogenannten „Schlauchlining“-Verfahren, dass aus einem alten Rohr ein neues Rohr macht. Für die Renovierung werden aber im ersten Schritt zugängliche Schächte benötigt – deshalb muss die Stadt zwei vorhandene Schächte erneuern.
Die Baumaßnahme in der Rathausgasse beginnt am Mittwoch, 17. April. Eingeplant ist eine Bauzeit von rund sechs Wochen. Die Rathausgasse werde aber zu jeder Zeit für Fußgänger passierbar sein, so die Stadt. Die beiden Baustellen an den Schächten befinden sich direkt am Rathausplatz bzw. an der Ecke Rathausgasse/Kaiser-Joseph-Straße. An den beiden Engpässen könne es kurzzeitig zu Behinderungen kommen.
Schlauchlining erlaube es, vorhandene Schäden und Abnutzungen ohne langwierige Aufgrabungen im Verkehrsraum zu beheben, so die Stadt. Wer dieses Bauverfahren nutze, setze dem Rathaus zufolge bis zu 80 Prozent weniger CO2 frei als durch herkömmliche Verfahren.
Als Stefan Möller mit Nachnamen noch Mienack hieß, trainierte er die Eisvögel des USC Freiburg schon einmal und führte sie unter anderem zum Pokalsieg. Foto: Eisvögel Freiburg
Trainerwechsel: Zur neuen Saison wird Stefan Möller Nachfolger von Harald Janson als Headcoach der USC-Basketballerinnen. Er ist Bundestrainer und gewann mit dem USC-Team schon einmal einen nationalen Pokal.
Mit Stefan Möller unterzeichnet der aktuelle Bundestrainer für den weiblichen Nachwuchs bei den Eisvögeln als neuer Headcoach von Freiburgs Erstligabasketballerinnen. In der Unisporthalle ist Möller bei weitem kein Unbekannter: In den Saisons 2012 / 2013 und 2013 / 2014 stand Stefan Möller damals noch unter seinem ursprünglichen Namen Mienack schon einmal in Freiburg an der Seitenlinie. Gesucht und gefundenIm Frühjahr 2013 wurde er mit den Eisvögeln Deutscher Pokalsieger, dem ersten nationalen Titel für die USC-Frauen überhaupt.
Möller ist mit der ehemaligen Eisvögel-Spielerin Sabrina Möller verheiratet, die bis zu ihrer Schwangerschaft Kraft- und Athletiktrainerin des USC-Bundesligateams war. Beide haben einen vier Monate alten Sohn. „Es gibt in Deutschland keinen fundierteren Kenner der weiblichen Basketballszene als Stefan. Der Kontakt mit ihm ist seit seinen ersten beiden Saisons in Freiburg nie abgebrochen und wir freuen uns ungemein auf die Zusammenarbeit“, sagt der aktuelle Headcoach und Sportliche Leiter der Eisvögel, Harald Janson.
„Es ist eine große Auszeichnung für uns, dass mit Stefan ein Bundestrainer des DBB Freiburg und die Eisvögel als attraktiven Standort und ambitioniertes Programm für sein weiteres Schaffen ausgewählt hat.“ Die Personalentscheidung werten die Eisvögel, die in diesem Jahr das Playoff-Viertelfinale erreichten und vor zwei Jahren Deutsche Meisterinnen waren, als weiteren Schritt in Richtung Professionalisierung.
„Ich sehe ein großes Potential“
Auch Möller freut sich auf die Rückkehr an seine alte Wirkungsstätte und darauf, wieder ein Bundesligateam zu coachen: „Ich sehe für den Mädchen- und Frauenbasketball ein großes Potential in diesem Programm und dieser Stadt, denen ich immer sehr verbunden geblieben bin. Umso mehr werde ich all die Qualitäten, die die Eisvögel auszeichnen, auch mit voller Leidenschaft leben.“
Dass die seit Jahren praktizierte Philosophie der Eisvögel, junge deutsche Spielerinnen auszubilden, zu fördern und an den Spitzen-Basketball heranzuführen, wie gemalt für Möller sind, sagt auch er selbst: „Deutsche Talente zu entwickeln und mit deutschen Spielerinnen in der DBBL an den Start zu gehen, sind zwei Inhalte, für die ich mich persönlich immer eingesetzt habe und für die ich stehe.“ Das Ende der Fahnenstange sieht er in Freiburg aber noch lange nicht erreicht: „Ich glaube sehr daran, dass die bereits ausgezeichneten Strukturen in Freiburg nochmal erweitert und ausgebaut werden können und der Standort und die gesamte Region noch sehr viel zu bieten haben, um die Eisvögel auf ein noch höheres Niveau zu bringen.“
Patrick Osterhage wechselt vom VfL Bochum zum SC Freiburg. Foto: SC Freiburg
Mittelfelspieler Patrick Osterhage von Fußball-Bundesligist VfL Bochum wechselt zur neuen Saison zum SC Freiburg. Das gaben die Breisgauer am Montag offiziell bekannt.
Der SC Freiburg hatte den 24-jährigen Bochumer schon länger auf dem Schirm, wie SC-Sportdirektor Klemens Hartenbach am Montag im Zuge der Verpflichtung bestätigte. „Wir beschäftigen uns schon seit mehreren Jahren mit Patrick. Mit seiner tollen Einstellung und Haltung zu seinem Beruf hat er sich in jungen Jahren schon durch schwierige Phasen gekämpft“, wird Hartenbach in der SC-Mitteilung zitiert. An dem gebürtigen Göttinger schätzt er besonders seine Vielseitigkeit: „Er kann in der zentralen Zone verschiedene Positionen spielen“, so Hartenbach und sagte, Osterhage könne gute Bälle spielen und auch selbst zum Abschluss kommen: „Mit seiner Dynamik, Schnelligkeit und einem großen Laufpensum wird er eine absolute Bereicherung für unsere Mannschaft sein“, so Hartenbach, der sich überzeugt davon zeigt, „dass noch enormes Potential in ihm steckt.“
Osterhage spielte in der Jugend für den SV Werder Bremen und Borussia Dortmund. Mit dem BVB wurde er 2019 als Kapitän Deutscher A-Jugendmeister und machte für die zweite Mannschaft seine ersten Spiele im Männerbereich. 2021 wechselte Osterhage zum VfL Bochum, für den er bislang 61 Pflichtspiele absolvierte. Der Mittelfeldspieler durchlief von der U18 bis zur U21 die Nachwuchsauswahlen des DFB.
„Wenn man sich den SC Freiburg anschaut, ist in den vergangenen Jahren eine stete Entwicklung zu sehen. Ich möchte dazu gerne meinen Teil beitragen und bin auch überzeugt davon, dass das für meinen persönlichen Weg der richtige Schritt ist“, sagt Patrick Osterhage zu seiner Verpflichtung. Inden restlichen Wochen dieser Saison liege sein Fokus „aber natürlich noch voll beim VfL Bochum.“
Ritsu Doan (links) und Vincenzo Grifo: Der eine traf entscheidend, der andere musste zur Pause vom Feld. Foto: Detlef Berger
Der SC Freiburg hat sein Bundesliga-Auswärtsspiel beim SV Darmstadt mit 1:0 (1:0) gewonnen. Siegtorschütze war der Japaner Ritsu Doan, der zu den besten Freiburgern gehörte.
In einem über weite Strecken ausgeglichenen Spiel setzte sich der SC Freiburg am Sonntagnachmittag knapp gegen die Lilien durch. Das Tor des Tages erzielte Freiburgs japanischer Nationalspieler Ritsu Doan in der 36 Spielminute. Maximilian Eggestein hatte Doan auf der rechten Außenbahn in Szene gesetzt, wo der Japaner nach einem Doppelpass mit Gregoritsch, der den Ball zurück auf Doan ablegte, zum Abschluss kam. Sehenswert schlenzte er den Ball von der Strafraumgrenze links ins lange Eck zum 1:0. „Das ist eine Form, die wir auch im Training öfter üben und Ritsu trifft ihn dann super“, sagte SC-Angreifer Gregoritsch bei DAZN.
Bereits drei Minuten davor hatte Doan von der Strafraumkante auf Gregoritsch geflankt, der nur knapp am linken Darmstädter Pfosten die Führung verpasste. In der 27. Minute war Doan auch entscheidend in der Defensive beteiligt, als er im Fünfmeterraum Seydel in aussichtsreicher Position am Torschuss hinderte.
„Da haben wir Glück gehabt und einen guten Torwart“
SC-Trainer Christian Streich über die Großchance zum Darmstädter Ausgleich
Kurz vor der Pause in der 43. Minute hatten die Gastgeber die Großchance zum 1:1: Darmstadts Kapitän Fabian Holland luchste an der Strafraumgrenze Maximilian Eggestein den Ball ab und lief allein auf SC-Torhüter Noah Atubolu zu. Doch Hollands Schuss aus kurzer Distanz parierte der U21-Nationaltorwart glänzend. „Solche Fehler passieren Maxi Eggestein, der sich super bei uns entwickelt hat, normalerweise nicht“, sagte Streich auf der Pressekonferenz nach Spielende und fügte hinzu, dass man seiner Mannschaft die kräftezehrende Saison mit vielen Europapokalspielen nun so langsam anmerke. „Da haben wir Glück gehabt und einen guten Torwart“, so Streich.
Grifo muss zur Pause runter
Zur Halbzeit nahm SC-Trainer Christian Streich Vincenzo Grifo vom Feld und brachte für diesen Merlin Röhl. Der Spielverlauf blieb in der Folge weiter offen. Darmstadt zeigte eine engagierte Leistung und hatte im zweiten Durchgang Möglichkeiten, den Ausgleich zu erzielen, unter anderem durch Kempe (55.) und Seydel (86.). „Darmstadt hat eine gute Struktur und eine herausragende Mentalität. Wir haben die ganze Woche darüber geredet, dass es richtig zur Sache geht“, sagte Streich. Der SC wiederum hatte eine der besten Chancen der zweiten Hälfte durch Yannik Keitel, der in der 70. Minute knapp über das Darmstädter Tor köpfte, dabei aber den hinter ihm besser postierten Gregoritsch übersah. Und kurz vor Schluss in der 95. Minute hätte Sildillia beinahe auf 2:0 für Freiburg erhöht, sein Schuss ging jedoch ans Außennetz.
Am Ende bleibt für den SC Freiburg ein wichtiger Arbeitssieg, über den sich auch SC-Kapitän Christian Günter freute. „Im Großen und Ganzen, sind wir einfach froh, dass wir hier gewonnen haben. Viele lange Bälle von Darmstadt, das musst Du erstmal weg verteidigen“, sagte Günter bei DAZN. SC-Trainer Streich sprach von einem „aus Darmstädter Sicht glücklichen Sieg“ und lobte den Gegner: „Darmstadt hat alles in die Waagschale geworfen und uns vor große Probleme gestellt“, so der 58-Jährige.
In der Tabelle sind die Freiburger mit 39 Punkten auf Rang acht jetzt punktgleich mit dem siebtplatzierten FC Augsburg und damit weiter aussichtsreich im Rennen um die erneute Qualifikation für den europäischen Wettbewerb. Am kommenden Sonntag (19.30 Uhr) empfängt der SC Freiburg im Heimspiel den 1. FSV Mainz 05.
Vandalismus auf der Colombipark-Baustelle: Die neu verlegten Pflasterstein wurden mit Motoröl beschmiert. Foto: Stadt Freiburg
In der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag, 11. April haben Unbekannte im Colombipark großen Schaden angerichtet. Sie haben die neu gepflasterten Flächen, die Randeinfassungen aus Sandstein sowie zwei Bagger und einen Brunnen mit Motoröl beschmiert.
Die angerichteten Zerstörungen, die am Donnerstag entdeckt wurden, sind vor allem aus einem Grund besonders ärgerlich: Denn laut Angaben der Stadt Freiburg wird der Schaden voraussichtlich dauerhaft sichtbar bleiben, da das Öl in den gerade erst neu gepflasterten Naturstein eingezogen ist und so eine restlose Reinigung nicht möglich ist. Wie hoch der finanzielle Schaden tatsächlich ist, wird sich in den kommenden Tagen erst zeigen. Auch die Hintergründe der Tat sind bislang nicht bekannt.
Auch dieser Bagger auf der Baustelle wurde beschmiert. Foto: Stadt Freiburg
Seit dem vergangenen Frühjahr wird der Colombipark aufwändig umgebaut, um die Aufenthaltsqualität in dem zentrumsnahen Park zu erhöhen. Die Arbeiten an dem nun in Teilen zerstörten Pflastersteinen haben erst im vergangenen Januar begonnen. Kostenpunkt: 80.000 Euro. So wurden der Rundlauf um den Brunnen und auch die südliche Rampe neu gepflastert. Zudem erhielt die Rampe einen 1,5 Meter breiten Abschnitt mit geschliffenem Großpflaster. Auch ein neuer Spielplatz im Colombipark wird gebaut. Die gesamte Umgestaltung des Colombiparks soll im zweiten Quartal 2025 abgeschlossen werden und insgesamt mehr als vier Millionen Euro kosten.
Die Stadtverwaltung und die ausführende Firma haben Anzeige gegen Unbekannt erstattet und werden die Baustelle künftig per Video überwachen. Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen und bittet Zeugen, sich mit dem Polizeirevier Freiburg-Nord unter 07 61 / 8 82 – 42 21 in Verbindung zu setzen.
So sah das beschädigte Pflaster am Freitag nach der Tat aus. Die Polizei ermittelt inzwischen und sucht nach Zeugen des Vorfalls. Foto: Joers
Die Freiburger Alexandra Janz und Jürgen Häringer haben geschafft, wovon viele Träumen. sind nach Naples in Florida ausgewandert und dort als Immobilienmakler erfolgreich. Foto: Privat
Ihre Erfolgsgeschichte wäre perfekt für das das erfolgreiche TV-Format „Goodbye Deutschland“: Alexandra Janz, ein waschechtes Freiburger Bobbele und ihr Mann Jürgen Häringer führen ein Leben, von dem viele träumen. Mehr als 300 Sonnentage im Jahr und weiße Sandstrände soweit das Auge reicht:
In Naples im Südwesten Floridas haben sie sich als erfolgreiche Immobilienmakler einen Namen gemacht. Von der Ferienwohnung für Deutsche bis hin zur luxuriösen Villa mit Pool für die zahlreichen Millionäre – die erfahrenen Makler finden für jeden das Passende. Für den einen oder anderen bekannten Sportler oder Geschäftsleute haben sie schon ein neues Domizil gefunden, Namen verraten sie aber natürlich nicht. Als Immobilienmaklerin war Alexandra Janz bereits mit ihrer Firma im Stadtteil St. Georgen erfolgreich, „ich liebe meine Heimatstadt, wollte aber immer schon nach Florida und dachte, jetzt oder nie“, verrät sie mir per Videocall. Sie und ihr Mann, der in Freiburg bei der Landespolizei und als Anwalt arbeitete, bewarben sich bei der Greencard-Lotterie und hatten Glück.
Naples in Florida: Dort arbeiten, wo andere Urlaub machen – die Freiburger Auswanderer haben geschafft, wovon viele Träumen. Foto: Privat
Im Sommer 2016 sind sie ausgewandert – „wir mussten komplett von vorne anfangen und uns behaupten.“ Trotzdem haben sie relativ schnell ihre erste Immobilie vermittelt und seitdem ging es steil bergauf. Doch wer denkt, das Leben im Sunshine State besteht vor allem aus Zeit am Strand und ab und an ein Haus verkaufen, der irrt gewaltig. „Es ist sehr viel Arbeit und es gibt kein Wochenende. Bei den Amerikanern beginnt der Tag sehr früh. Ich bin bereits um 6 Uhr morgens im Fitnessstudio, danach geht es ins Büro, wir machen Besichtigungstouren oder ein Open House auch an den Wochenenden. Abends gehe ich auch mal Laufen am Strand, sonst habe ich von dem noch nicht viel gesehen, seitdem wir hier leben“, sagt sie und lacht.
An den Amerikanern schätzt sie vor allem ihre positive und hilfsbereite Art: „Man gönnt sich den Erfolg, wenn etwas nicht klappt, steht man wieder auf und versucht es weiter.“ An ihrer Heimat vermisst die Freiburgerin vor allem die „Freunde, die tolle Stadt, die kurzen Wege in andere Länder. Wir sind auch öfter zu Besuch, Freiburg wird immer eine Rolle für uns spielen, mein Bruder lebt auch noch dort und wir sind öfter zu Besuch“.
Trotzdem lieben sie ihr Leben im Sunshine State und denken nicht an eine Rückkehr nach Deutschland. Und auch wenn privat kaum Gelegenheit bleibt, den Traumstrand vor der Haustür zu genießen, können sie es beruflich ab und an: Denn sie sind nicht nur staatlich anerkannte Makler, sondern auch Notare. „Daher durften wir schon ein Ehepaar am Strand trauen“, erzählt Alexandra Janz.
Bei der Horizon erfahren Jugendliche alles über den potenziellen Wunschberuf aus erster Hand. Foto: Horizon
Am kommenden Samstag, 13. April können sich Jugendliche auf der Horizon Freiburg in der Messe Freiburg rund um die Themen Ausbildung, Studium und Gap Year beraten lassen. Die Chancen stehen gut, dass sie bei den rund 50 Ausstellerinnen und Ausstellern ihren Traumberuf finden und die ersten Schritte in Richtung konkrete Ausbildungsstelle oder festen Studienplatz gehen.
Kurz vorm Schulabschluss häufen sich die Fragen: Was mache ich danach? Welcher der vielen Berufe passt zu mir? Bringe ich die richtigen Voraussetzungen mit? Und wie läuft das mit der Bewerbung? Auf der Berufswahlmesse Horizon Freiburg am 13. April können sich Schülerinnen und Schüler sowie deren Eltern zu allen Ausbildungs- und Studienmöglichkeiten beraten lassen.
Rund 50 Aussteller informieren und beraten
Die rund 50 Ausstellerinnen und Aussteller kommen aus dem Raum Freiburg, Baden-Württemberg, aber auch aus dem ganzen Bundesgebiet und dem angrenzenden Ausland. Sie informieren über alle Optionen rund um Ausbildung, Studium, duales Studium, Auslandsaufenthalt, Praktikum und Freiwilligendienst. Wer zum Beispiel noch gar keinen Plan für die Zeit nach der Schule hat, kann sich bei der Berufs- und Studienberatung der Agentur für Arbeit Freiburg weiterhelfen lassen. Alternativ stehen die Profis von Wegweiser Bildung, der Freiburger Beratungsstelle für Bildungswege, bereit, helfen bei allgemeinen Fragen und geben wertvolle Tipps.
Spannende Vorträge und Horizon Walks
Neben den vielfältigen Beratungsmöglichkeiten haben die Besucherinnen und Besucher auch die Chance, sich Vorträge zu Themen wie Studienfinanzierung, Auslandsaufenthalt oder Gap Year anzuhören. Wer sich schon für eine grobe berufliche Richtung entschieden hat, kann sich mit Hilfe der Horizon Walks zu passenden Ausstellerständen führen lassen. Zur Auswahl stehen insgesamt zehn Rundgänge: Der Walk „Fit for Life“ beispielsweise dreht sich um die Themen Gesundheit und Sport, der Walk „Big Business“ beschäftigt sich mit Management und Wirtschaftswissenschaften und der Walk „Alltagshelden“ bringt Interessierten soziale Berufe näher.
Info: Die Horizon Freiburg findet am 13. April von 10 bis 16 Uhr in der Messe Freiburg statt. Der Eintritt ist wie immer frei, eine vorherige Registrierung ist allerdings notwendig. Details zu den Ausstellern und zum Vortragsprogramm gibt es unter www.horizon-messe.de/freiburg.
Die ASF lädt weibliche interessierte Frauen zum Schnuppertag ein. Foto: Ingo Schneider
„Wir haben keine Männerberufe“ – mit einer neuen Kampagne will die Abfallwirtschaft und Stadtreinigung Freiburg (ASF) auch Frauen dazu motivieren, über eine Bewerbung bei der ASF nachzudenken.
Mit über 480 Beschäftigten gehört die Abfallwirtschaft und Stadtreinigung Freiburg GmbH (ASF) zu den starken mittelständischen Betrieben in der Region. Egal, ob Müllabfuhr oder Stadtreinigung – täglich prägt die grüne Fahrzeugflotte der ASF das Stadtbild. Reine Männersache? Ganz und gar nicht!
Mit der Kampagne „Frauen in Orange: Wir haben keine Männerberufe“ bringt die ASF zum Ausdruck, dass die operativen Tätigkeiten von Frauen und Männern gleichermaßen ausgeübt werden können. Hiermit sollen Frauen motiviert werden, über eine Bewerbung bei der ASF nachzudenken.
Müllwerkerin, Müllwagenfahrerin und Recyclinghofmitarbeiterin
Bei einem Schnuppertag für Frauen sollen nun Berührungsängste abgebaut und die Jobvielfalt gezeigt werden. Hier erhalten alle Besucherinnen auf dem Betriebshof interessante Einblicke in die operativen Berufsfelder Reinigerin, Müllwerkerin, Müllwagenfahrerin und Recyclinghofmitarbeiterin. Wer Lust hat, kann dabei schon eines der beliebten E-Lastenfahrräder „Gässleflitzer“ ausprobieren, in einem Müllfahrzeug Platz nehmen oder Mülltonnen leeren.
Das als familienfreundlich zertifizierte Unternehmen bietet zahlreiche Arbeitnehmervorteile: flexible Arbeitszeiten in Teil- oder Vollzeit, überdurchschnittlicher Verdienst nach Tarifvertrag, betriebliche Altersvorsorge, JobTicket, Hansefit, JobRad, Kinderbetreuungszuschuss, hauseigene Kantine, betriebliches Gesundheitsmanagement, und, nicht zuletzt, einen krisensicheren Job.
„Wir möchten mit dem Klischee aufräumen, dass nur Männer die Jobs draußen schaffen können“, so Michael Broglin, Geschäftsführer der ASF. Julia Holzer, stellvertretende Geschäftsführerin der ASF, ergänzt, man profitiere von gemischten Teams und wolle die ASF als attraktiven Arbeitgeber auch Frauen vorstellen.
Info: Die ASF lädt auf das Betriebsgelände in der Hermann-Mitsch-Str. 26 am Samstag, 13. April zwischen 9 und 14 Uhr zum Schnuppertag. Eine Voranmeldung ist nicht erforderlich. Für Verpflegung und Kinderaktivitäten ist gesorgt.
Bernhard Bieschke und Tobias Pietsch (rechts) vom Hanfnah-Shop in Freiburg. Pietsch betreibt zwei weitere Geschäfte in Lahr und in Lörrach. Foto: Joers
Seit der Cannabis-Legalisierung am 1. April erlebt ein Freiburger Fachgeschäft für Marihuana-Bedarf einen Kundenansturm. Der Bußgeldkatalog des Landes Baden-Württemberg für Verstöße gegen das Cannabis-Gesetz liegt derweil noch nicht vor – und auch die Polizei will den illegalen Verkauf konsequent verfolgen.
150 Menschen. So viele Besucher zählte der Hanfnah-Shop hinterm Schwabentor am Ostermontag, als das Cannabis-Gesetz in Kraft trat. Seit dem 1. April darf in Deutschland legal Cannabis konsumiert werden – und das taten die Menschen an diesem Tag im Cannabis-Fachgeschäft von Inhaber Tobias Pietsch. Und noch etwas stellen er und sein Kollege Bernhard Bieschke seitdem fest.
Seit dem Inkrafttreten des Gesetzes würde vermehrt ältere Kundschaft den Hanfnah-Shop, den es seit einem Dreivierteljahr gibt, aufsuchen. Davor seien nur jüngere Menschen gekommen. „Wir sind von morgens bis abends zu zweit dabei, die Kunden zu beraten“, berichtet Pietsch. Die hohe Hemmschwelle vor dem Thema Cannabis sei bei vielen inzwischen endgültig gefallen. Dass man jetzt „ganz legal“ in ein Fachgeschäft gehen könne, mache für viele Menschen einen großen Unterschied aus, so Pietsch: „Das zeigt, wie wichtig das Gesetz ist und wie es zur Entstigmatisierung von Cannabis beiträgt.“
Mehr noch: Pietsch berichtet von emotionalen Diskussionen mit enttäuschten, älteren Kunden, die dachten, sie könnten sich in dem Geschäft jetzt einfach einen Joint kaufen. Doch das Gesetz legalisiert nur den Konsum, nicht aber den Verkauf von Cannabis, was vielen nicht bewusst sei. „Eine ältere Dame war deswegen richtig sauer, bis ich ihr dann die Hintergründe und die Entscheidungen der Politik erklären konnte“, so Pietsch.
„Vom Azubi bis zum Rentner, mit Budgets von 500 bis 2.000 Euro – bei den Kunden ist alles dabei.“
Bernhard Bieschke, Hanfnah-Shop Freiburg
Der Beratungsbedarf sei hoch, und ebenso die Nachfrage: Substrate, Erde, Dünger, Anbauzelte, „sogar die Samen“ würden mittlerweile knapp, „die Leute reißen uns alles aus den Händen“, sagt Bernhard Bieschke: „Vom Azubi bis zum Rentner, mit Budgets von 500 bis 2.000 Euro – bei den Kunden ist alles dabei.“ Und Pietsch ergänzt: „Das große Problem ist, dass auch im Groß- und Onlinehandel die Lager wie leer gefegt sind. Wenn ich gewusst hätte, welche Entwicklung das nimmt, hätte ich im Vorfeld mehr Ware bestellt“, sagt er und zeigt auf die verbliebenen zwei Säcke mit Substrat, die im hinteren Teil des Geschäfts lagern.
Die hohe Nachfrage führt zu regelrechten Preissprüngen. Am Montag habe er beim Internetriesen Amazon einen Sack Erde zum Stückpreis von 40 Euro statt der üblichen 15 Euro entdeckt. Sein Geschäft wolle aber trotz der Goldgräberstimmung fair zu den Kunden bleiben. „Wir haben vielleicht im Moment nichts da, aber wenn, dann verkaufen wir die Ware zu vernünftigen Preisen“, so Pietsch.
Wird Freiburg Cannabis-Modellregion?
Und die Zukunft könnte für Fachgeschäfte wie seines weiterhin rosig aussehen. So bewirbt sich die Stadt Freiburg als Modellregion für den Cannabis-Verkauf durch staatlich lizenzierte Geschäfte. Der Bund will hierzu ein weiteres Gesetz vorlegen. Pietsch ist sich sicher, dass Freiburg gute Chancen habe, als Modellregion zugelassen zu werden. Diese zweite Stufe könne dann noch einmal einen Schub geben. „Viele wollen nicht extra in einen Cannabis-Club eintreten, um zu konsumieren“, sagt er. In der Gesellschaft, sagt Pietsch, sei mit dem 1. April etwas passiert: „Das, was viele 50 Jahre lang heimlich im Keller gemacht haben, geht jetzt ganz legal. Es ist ein Gefühl von Leben und Freiheit, das die Menschen endlich ausleben können.“
Doch trotz der neuen Freiheit, gibt es auch die andere Seite: Das Gesetz regelt klar, wo der Konsum erlaubt ist und wo nicht – in Sichtweite und im Umkreis von 100 Metern um Spielplätze, Sportanlagen, Schulen sowie Kinder- und Jugendeinrichtungen ist das Kiffen verboten. Online findet man bereits sogenannte ’Smoke Maps’, die für jede Kommune die Verbotszonen zeigen.
Im Umkreis von bis zu 100 Metern um Schulen, Kitas, Jugendzentren, Spielplätzen und öffentlich zugänglichen Sportstätten sowie in Fußgängerzongen von 7 bis 20 Uhr ist der öffentliche Cannabis-Konsum verboten. Sogenannte ‚Smoke Maps‘ (hier für Freiburg) zeigen die Verbotszonen. Foto: Bubatzkarte / Openstreetmap
Die Freiburger Polizei will das Einhalten der Verbote überwachen, sagte Pressesprecherin Laura Riske. „Wir als Polizeipräsidium Freiburg haben uns auf die Teil-Legalisierung von Cannabis vorbereitet“ und das Vorgehen sei „eng mit den Staatsanwaltschaften“ abgestimmt. Dabei hätten der Schutz von Kindern und Jugendlichen und die Sicherheit im Straßenverkehr „für uns weiterhin höchste Priorität“, so Riske: „Daher werden wir – im Zuge ganzheitlicher Kontrollen – diese naturgemäß auch im Umfeld von Spielplätzen und Schulen durchführen“, so die Polizeisprecherin. Wer dabei mehr als 25 Gramm Cannabis bei sich führt, begeht eine Ordnungswidrigkeit, bei über 30 Gramm eine Straftat.
Noch geht die Polizei davon, dass das Cannabis aus illegalen Quellen stammt
In einer gemeinsamen Pressemitteilung der Staatsanwaltschaft Freiburg und des Polizeipräsidiums Freiburgs vom Mittwoch heißt es außerdem, dass die Polizei nach dem Legalitätsprinzip verpflichtet sei, tätig zu werden, wenn der Anfangsverdacht einer Straftat besteht. Konkret heißt das: Wenn die Polizei aktuell Personen antrifft, die Cannabis bei sich führen, geht sie davon aus, dass dieses „nicht aus legalen Quellen stammen kann, da die Regelungen zum (legalen) Erwerb von Cannabis in Anbauvereinigungen erst am 01.07.2024 in Kraft treten werden“, so Laura Riske. Zwar sei der private Eigenanbau seit dem 1. April erlaubt, doch „aufgrund der erforderlichen Wachstums- und Trocknungsphase“ seien „konsumfähige Erzeugnisse zum jetzigen Zeitpunkt ausgeschlossen“, heißt es in der Mitteilung. Erst ab dem 1. Juli ist es Cannabis-Clubs in Deutschland (und auch nur diesen) erlaubt, ihren Mitgliedern das Gras verkaufen.
Der Besitz und inländische Erwerb von Cannabis innerhalb der erlaubten Mengen seien aktuell nicht strafbar. Strafbar aber sei die Weitergabe und der Verkauf von Cannabis „durch unbekannte Dritte“, weswegen die Polizei den Handel mit Cannabis „weiter konsequent“ strafrechtlich verfolgen werde, „insbesondere im Hinblick auf die cannabisbezogene Organisierte Kriminalität“, heißt es. Wer von der Polizei also derzeit wegen des Besitzes von Cannabis kontrolliert wird, sei automatisch „Zeuge im Verfahren gegen die nicht bekannten, zweifellos illegalen Verkäufer“, teilen Staatsanwaltschaft und Polizei mit. Diese Zeugen sei dann zu wahrheitsgemäßen Angaben verpflichtet, auch ihre Personalien werde die Polizei aufnehmen.
Stadt Freiburg entscheidet bei Bußgeldern je nach Einzelfall
Wieviel Bußgeld die Kommunen im Land bei Ordnungswidrigkeiten verlangen können, ist noch nicht bekannt. Der Bußgeldkatalog des Landes Baden-Württemberg liegt noch nicht vor. Laut Tabea Krauß, Pressesprecherin der Stadt Freiburg, werde der Städtetag Baden-Württemberg gegenüber dem Sozialministerium anregen, eine Empfehlung mit Rahmen- und Regelsätzen zu geben. „Solange es so eine Empfehlung noch nicht gibt, entscheidet die Bußgeldbehörde je nach den Umständen des Einzelfalls über die Höhe des Bußgelds“, so Krauß.