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„Die Unzertrennlichen“: Fantasievolles Animationsabenteuer von den „Toy“-Story-Machern

Don und DJ Doggie Dog erleben eine aufregende Reise, die sie nach New York führt. Foto: Inwave Pictures.Don und DJ Doggie Dog erleben eine aufregende Reise, die sie nach New York führt. Foto: Inwave Pictures.

Lustiger Animationsfilm von den „Toy Story“-Machern mit einer bezaubernden Botschaft über die Kraft von Fantasie und Freundschaft: In „Die Unzertrennlichen – Zwei durch dick und dünn“ erleben die Freunde Don und DJ Doggie Dog eine aufregende Reise. Vor der aufregenden und modernen Kulisse von New York City inszeniert der französische Regisseur Jérémie Degruson ein Abenteuer zwischen Realität und zauberhafter Fantasie für die ganze Familie – in der deutschen Synchronfassung perfekt besetzt mit Star-Comedian Chris Tall als Sprecher des sympathisch-humorvollen DJ Doggie Dog.

Schusters Debüt macht Lust auf mehr

Kapitän und Anführer der Mannschaft: Christian Günter wurde für 400 Pflichtspiele ausgezeichnet. Foto: Detlef Berger

Es begann mit einer kalten Dusche und endete mit einem heißen Dreier: Der SC Freiburg hat am vergangenen Samstag nach einem frühen Rückstand das Spiel gedreht und den Ländle-Rivalen aus Stuttgart mit 3:1 deklassiert. Mit diesem Resultat steht das südbadische Team an der Tabellenspitze der Bundesliga.

Dies hat nach dem ersten Spieltag natürlich noch keine Aussagekraft. Ein kleines Signal ist es aber schon: Mit dem Sportclub wird diese Saison zu rechnen sein – und Julian Schuster kann Bundesliga. Natürlich freut man sich im Europa-Park-Stadion über den Erfolg, mit dem die Ära Schuster begonnen hat: Im Pokal ist man eine Runde weiter und den heimischen Fans hat man vor ausverkauftem Haus ein emotionales High beschert. Aber naturgemäß drücken die Freiburger gleichzeitig auf die Euphoriebremse: „Es sind erst zwei Spiele gespielt. Wir wissen, was noch vor uns liegt“, sagte Torwart Florian Müller, der den Stammkeeper Noah Atubolu (Trainingsrückstand nach Blinddarm-OP) solide vertritt.


Das kommende Auswärtsspiel wird kein Spaziergang. Ausgerechnet beim deutschen Rekordmeister FC Bayern München muss der Sportclub am kommenden Sonntag (17.30 Uhr/DAZN) antreten. Müller empfiehlt folgende Herangehensweise: „Wir müssen versuchen, unsere Stärken durchzusetzen. Keine Angst haben, mutig spielen – und dann schauen, was geht.“


Kapitän Christian Günter, der am Samstag sein 400. Pflichtspiel für den SC bestritt und gegen Stuttgart den zweiten Treffer durch Ritsu Doan sehenswert auflegte, weiß aus eigener Erfahrung, dass man nicht mit zu hohen Erwartungen in die bayerische Landeshauptstadt reisen sollte: „Wir sind schon ein paar Mal hingefahren, waren Zweiter oder so, und wurden dann mit einer schönen Packung heimgeschickt. Deshalb machen wir da keine Kampfansage an Bayern.“


Gleichwohl betont Günter: Wenn jeder Spieler an sein Limit geht, kann man selbst in der Allianz-Arena bestehen. Jüngstes Beispiel: Der glorreiche 2:1-Sieg der Freiburger beim FC Bayern am 4. April 2023 im Viertelfinale des DFB-Pokals. Der verwandelte Handelfmeter von Lucas Höler in der fünften Minute der Nachspielzeit besiegelte den Bayern-Knockout und wird wohl für immer im kollektiven Gedächtnis der SC-Fans bestehen bleiben.


Personell ist das Team gut gerüstet. Fast alle Feldspieler sind voraussichtlich einsatzbereit, nur Verteidiger Manuel Gulde (Rückenprobleme) und Stürmer Michael Gregoritsch (Muskelfaserriss) müssen passen. Wegen der Größe des Kaders hatte Schuster gegen Stuttgart die Qual der Wahl und konnte es sich leisten, Routiniers wie Roland Sallai und Matthias Ginter als Einwechselspieler von der Bank zu bringen.


Gleichzeitig gaben Youngster wie Max Rosenfelder (Innenverteidiger) und Bruno Ogbus (Rechtsverteidiger) ein starkes Liga-Debüt. Überhaupt stimmte im Derby die Gesamtleistung, so dass Schuster resümierte: „Ich will da gar keinen herausheben, denn es haben wirklich viele auf Top-Niveau gespielt. Das Kollektiv war entscheidend, dass wir das Spiel drehen konnten. Ich bin froh, dass wir uns gegen einen guten Gegner mit so einer Leistung belohnt haben.“ Der Fußball der Marke Schuster macht Spaß – und Lust auf mehr.

Autor: David Weigend

Kinotipp: In der Komödie „Alles Fifty Fifty“ herrscht Patchwork-Chaos in den Ferien

Ex-Paar im unfreiwillig gemeinsamen Familienurlaub: Andi (Moritz Bleibtreu) und Marion (Laura Tonke).Ex-Paar im unfreiwillig gemeinsamen Familienurlaub: Andi (Moritz Bleibtreu) und Marion (Laura Tonke). Foto: Leonine Filmvererleih

Von den Produzenten von „Wochenendrebellen“ kommt eine Komödie voller Scharfsinn, Humor und Herzenswärme: „Alles Fifty Fifty“ erzählt von Familie, Erziehung und erster Liebe, von Unabhängigkeit und Zusammenhalt – eben all das, worauf kein Erziehungsratgeber der Welt einen vorbereiten kann.Marion (Laura Tonke) und Andi (Moritz Bleibtreu) halten sich trotz Trennung für Vorzeigeeltern und kümmern sich fifty-fifty um ihren elfjährigen Sohn Milan (Valentin Thatenhorst).

Der gemeinsame Sommerurlaub in Italien, bei dem auch Marions neuer Freund (David Kross) dabei ist, zeigt jedoch überraschende Erziehungslücken auf: Milan ist ein verwöhntes Einzelkind, der gezielt seine Eltern gegeneinander ausspielt, Espresso trinkt, aber noch nicht mal schwimmen kann. Zeit für ein neues Kapitel elterlicher Fürsorge. Marion und Andi beschließen, die Versäumnisse ihrer Erziehung nun gemeinsam anzugehen und kommen sich dabei wieder näher. Während Milan auf dem Campingplatz neben dem Luxushotel seine erste zarte Liebe erlebt und die Eltern sich neu entdecken, wächst die Hoffnung, wieder zu einer Familie zusammenzufinden

„Alles Fifty Fifty“ geht mit Herz und Humor den Erziehungsfragen unserer Zeit auf den Grund: Wie viele Grenzen braucht mein Kind und sollten Eltern sich nicht grundsätzlich etwas lockerer machen, damit Kinder eigene Erfahrungen sammeln? Wie viel Zeit mit digitalen Geräten ist noch gesund? Können unterschiedliche Erziehungsstile dem Kind schaden? Und ist der Wunsch nach Familienharmonie in Patchworkfamilien realistisch?

Der preisgekrönte Filmemacher Alireza Golafshan („JGA – Jasmin. Gina. Anna.“) blickt liebevoll und klug auf seine Figuren, die herausragend besetzt sind, allen voran mit Moritz Bleibtreu („Ich war noch niemals in New York“), Laura Tonke („Mängelexemplar“), David Kross („Der Pfau“), Axel Stein („Die Goldfische“) und Nachwuchstalent Valentin Thatenhorst.

Spannende historische Einblicke am Tag des Denkmals in Freiburg

Rund um die Gaskugel in Betzenhausen wird anlässlich des Tags des offenen Denkmals Musik und mehr geboten.Rund um die Gaskugel in Betzenhausen wird anlässlich des Tags des offenen Denkmals Musik und mehr geboten. Foto: Rita Eggstein

Der bundesweite Tag des Denkmals am 8. September steht in diesem Jahr unter dem Motto „Wahr-Zeichen. Zeitzeugen der Geschichte“. Hier können Interessierte sonst Verschlossenes und Unbekanntes entdecken.

In Freiburg gibt es unter anderem Führungen in Museen und ein buntes Programm bei der Gaskugel in Betzenhausen. Der Eintritt ins Archäologische Museum Colombischlössle und ins Museum für Stadtgeschichte sind an diesem Tag frei. In beiden Museen gibt es ein spannendes Programm für Groß und Klein. Im Museum für Stadtgeschichte finden die Führung „Christian Wentzinger und sein Künstlerhaus“ sowie die Familienführung „Vom Ritter mit dem dicken Bauch im Künstlerhaus“ für Familien mit Kindern ab fünf Jahren statt. Im Archäologischen Museum Colombischlössle gibt es die Führung „Das Colombischlössle: Vom Traumhaus zum Museum“ und „Vom Eiszeitstar zu keltischen Promis – Berühmte Gäste im Colombischlössle“.

Auch bei der Gaskugel in Betzenhausen wird ein buntes Programm veranstaltet. Den Auftakt macht die Band „Unscheinbar“ um 16 Uhr, gleichzeitig beginnt eine Führung im Außenbereich mit Infos rund um das Industriedenkmal (30 Minuten). Um 17 Uhr spricht unter anderem Oberbürgermeister Martin Horn. Für den stimmungsvollen musikalischen Ausklang sorgt „Sonny Erixxon“ mit seiner Gitarre ab 18 Uhr. Wer Teil des Bürgerprojekts „Die Kugel“ werden möchte, kann hier Kugelpate oder -Patin werden, Infos hierzu gibt es um 18.45 Uhr. Eine Klanginstallation von Elena Ralli an der Dreisam thematisiert die Gaskugel als Sonne und wandelt irrlichternde Photons in Bassklänge um, eine Zusammenarbeit mit der Hochschule für Musik Freiburg, die von 16 bis 20 Uhr zu hören ist. Leider ist das Gaskugel-Gelände am „Tag des offenen Denkmals“ wie in den Vorjahren wieder ein „Tag des geschlossenen Denkmals“. Der Gasbehälter selbst und das Grundstück sind nicht zugänglich. Weitere Infos unter www.gaskugel-freiburg.de.

Im Erzbischöflichen Ordinariat in der Schooferstraße in Freiburg sind Interessierte von 15 bis 18 Uhr zu einem historischen Rundgang eingeladen. In Zusammenarbeit mit dem Erzbischöflichen Archiv ist zudem eine Ausstellung entstanden, die Einblicke in die Geschichte des Hauses eröffnet. Im Freiburger Münster gibt es Führungen, die Evangelische Christuskriche ist von 12 bis 18 Uhr für Besucher geöffnet, genauso wie das Haus der Badischen Heimat von 11 bis 17 Uhr mit Kaffee, Kuchen und Bücherbasar.

Weitere Teilnehmer und mehr zum Programm unter www.tag-des-offenen-denkmals.de.

Zeitgenössischer Tanz im Freiburger Seepark und auf dem Schlossberg

Im Seepark gibt es wieder eine Open-Air-Veranstaltung mit zeitgenössischem Tanz.Im Seepark gibt es wieder eine Open-Air-Veranstaltung mit zeitgenössischem Tanz Foto: Marc Doradzillo

Nach dem Erfolg von „Tanz zu Dir“ 2021 und dem „Nexo“-Festival 2022 präsentieren die beiden international wirkenden Freiburger Tanzensembles „Vaya Art of Human Movement“ (Tina Halford) und Nadine Gerspacher als „Nexo e.V.“ am 31. August und 1. September eine weitere Auflage der sommerlichen Open-Air-Veranstaltung für zeitgenössischen Tanz.

Bei freiem Eintritt und mit musikalischem Rahmenprogramm werden ab 18 Uhr auf der Seebühne im Seepark (31. August) und auf dem Kanonenplatz am Schlossberg (1. September) vier Kurzstücke internationaler Kompanien unterschiedlicher Stilrichtungen präsentiert. Eintritt frei, Spenden erwünscht. Ergänzt werden die Aufführungen von einem Workshop-Angebot der Mitwirkenden für semi-professionelle und professionelle Tänzer. Infos: https://n-e-x-o.de.

Straffreiheit für Schwarzfahrer?

Die SPD und die linksgerichtete Fraktion „Eine Stadt für Alle“ im Freiburger Stadtrat wollen eine politische Debatte in Freiburg anstoßen: Das Schwarzfahren in Bussen und Bahnen der städtischen Verkehrsgesellschaft VAG soll entkriminalisiert werden.

„Einige Kommunen“ in Deutschland hätten ein Ende der Strafverfolgung von Leuten, die ohne Fahrkarte im ÖPNV unterwegs sind, bereits beantragt und durchgesetzt. Darüber solle nun auch im Stadtrat in Freiburg diskutiert werden.Bundesweit würden jedes Jahr bis zu 7.000 überwiegend arme und ohnehin in ihrer Mobilität benachteiligte Menschen ins Gefängnis gehen, weil sie ihre Strafzettel fürs Schwarzfahren nicht bezahlen können. Wissenschaftler und Kriminologen würden dies kritisieren und fordern, den Straftatbestand des Schwarzfahrens abzuschaffen, so die beiden Fraktionen. Zuletzt hatten sich auch Landesverkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) und Bundesjustizminister Marco Buschmann (FDP) dafür ausgesprochen, den Straftatbestand des Schwarzfahrens in eine weniger schwerwiegende Ordnungswidrigkeit umzuwandeln. Ein wichtiges Motiv dabei: Die Justiz soll entlastet werden, um sich um Dringenderes zu kümmern.

Doch gibt es auch kritische Stimmen: Bei den Freiburger Verkehrsbetrieben VAG sieht man das Thema mit gemischten Gefühlen. Prinzipiell sei die Debatte „ein politisches Thema“, so VAG-Sprecher Andreas Hildebrandt. Wichtig sei aus VAG-Sicht, dass die Entkriminalisierung nicht zu Lasten der Verkehrsbetriebe durchgesetzt werde. Grundsätzlich sei es wichtig, eine Sanktionierungsmöglichkeit für Fahrgäste zu haben, die ohne Fahrkarte unterwegs sind. Solange Schwarzfahren eine Straftat sei, könne man Fahrgäste bis zum Eintreffen der Polizei festhalten, wenn sie ihre Personalien nicht herausgeben wollen. Sollte aus der Straftat Schwarzfahren eine Ordnungswidrigkeit werden, sei diese Möglichkeit nicht mehr gegeben, so Hildebrandt. Der Straftatbestand sei „prinzipiell sinnvoll“, angezeigt werde in der Regel ohnehin nur, wer mehrfach beim Schwarzfahren erwischt werde.

Die Freiburger Stadtverwaltung hat als Reaktion angekündigt, dass sie einer politischen Debatte im Stadtrat nicht mit einer Positionierung vorgreifen will. Und diese Debatte könnte sich bin in den Spätherbst hinziehen: Mitte September wird das Thema erstmals in Form eines „Aufsetzungsantrags“ im Gemeinderat auf der Tagesordnung erscheinen. Sollte dieser Antrag angenommen werden, werde man eine inhaltliche Vorlage erstellen und die Position der Stadtverwaltung aufarbeiten, so Rathaussprecherin Tabea Krauss. Wichtig sei aber, dass der Stadtrat die politische Debatte zu dem Thema führen und die Faktenlage zum Thema Schwarzfahren kenne, bevor eine politische Festlegung erfolge.

Bernd Peters

Starkoch Johann Lafer serviert feine Gerichte bei Breuninger in Freiburg

Stoßen auf ein schönes Sommer-Dinner auf der Breuninger Rooftop-Bar an: Jens Szabo (v.l.), Teamleiter der Breuninger-Confiserie, Matthias Schwarz, Abteilungsleiter Breuninger, Peter Lammer, F&B-Manager Breuninger, Hannah Oberbauer von Geldermann und Fernsehkoch Johann Lafer.Stoßen auf ein schönes Sommer-Dinner auf der Breuninger Rooftop-Bar an: Jens Szabo (v.l.), Teamleiter der Breuninger-Confiserie, Matthias Schwarz, Abteilungsleiter Breuninger, Peter Lammer, F&B-Manager Breuninger, Hannah Oberbauer von Geldermann und Fernsehkoch Johann Lafer. Foto: Schuh

Ein Sommer-Dinner mit feinen Kreationen von Starkoch Johann Lafer mit Blick aufs Münster genießen: das durften am Montagabend die Gäste eines nationalen „Breuninger“-Events. An einer langen sommerlich geschmückten Tafel auf der Rooftop-Bar wurde ein Vier-Gänge-Menü mit Sekt und Champagner serviert – denn das Event wurde unter anderem von Geldermann gesponsert.

Zuvor begrüßte der Fernsehkoch jeden Gast auf dem Münsterplatz bei einem kleinen Umtrunk persönlich, nahm sich Zeit zum Plaudern und natürlich auch für das eine oder andere Selfie. „Freiburg ist eine sehr schöne Stadt, ich war schon öfter da und gehe hier auch sehr gerne Essen“, verrät er mir. Mit dem Elzacher Fotograf Michael Wissing hat er schon für einige Bücher zusammengearbeitet und wenn er dort zu Besuch war, hat der Fernsehkoch auch immer gerne in Freiburg vorbeigeschaut. Denn er ist „ein Fan der badischen Küche“.

Für die Gäste gab’s nicht nur leckeres Essen wie ein Duett von Shortribs und Rinderfilet mit Aubergine oder Kabeljau in Zedernholz mit gegrilltem Gemüse, sondern auch zahlreiche Anekdoten vom Starkoch. Gut gelaunt plauderte er aus dem Nähkästchen. Beispielsweise, dass er in einem Restaurant natürlich immer gefragt werde, wie es geschmeckt hat. Wenn es nicht so besonders war, antwortete er oft einfach nur „interessant“. Oder bei der ZDF-Show„Lafer! Lichter! Lecker!“ lobte er dann doch lieber einfach „Horst Lichters schönes Porzellan.“

Freiburg: Mehr Raubüberfälle mit Messern – Wie man sich in so einer Situation verhält und ob es strengere Gesetze geben sollte

Polizeiauto und Täter in HandschellenMehr Raubstraftaten konnten aufgeklärt werden: Das lag oft an Zeugen oder daran, dass die Polizei schnell vor Ort war, und den Tatverdächtigen noch in der Nähe festnehmen konnte. Symbolbild: Adobe Stock

Mehrere Raubüberfälle auf offener Straße an einem Wochenende, bei denen Passanten mit einem Messer bedroht wurden (16. und 17. August), „Zwei Verletzte nach Streit mit Messer“ (19. August), „19-Jähriger ausgeraubt und durch Glasflasche verletzt“ (21. August) – so lauteten einige Polizei-Meldungen in den vergangenen Tagen. Ob solche Vorfälle zunehmen und wie man sich im Ernstfall richtig verhält, erklärt Árpád Kurgyis, Pressesprecher der Polizei Freiburg, im Gespräch mit Saskia Schuh.

Herr Kurgyis, haben Raubüberfällen und Messerangriffe in jüngster Zeit zugenommen?

Árpád Kurgyis: Was wir tatsächlich beobachten, insbesondere auch in den Sommermonaten, ist eine leichte Zunahme dieser Delikte. Das liegt vor allem daran, dass die Menschen in dieser Jahreszeit einfach mehr auf den öffentlichen Straßen und Plätzen unterwegs sind.


Gibt es einen Trend hin zu mehr Gewalt auf den Straßen?

Kurgyis: Wenn wir ganz allgemein auf Raubstraftaten der letzten fünf Jahre blicken, haben wir da tatsächlich einen spürbaren Anstieg. Von 2019 bis 2023 gab es laut Kriminalstatistik eine Zunahme von rund 46 Prozent. Eine Statistik zum Einsatz von Messern bei diesen Delikten wurde erst im Jahr 2022 eingeführt. Dort zeigt sich im Vergleich zu 2023 eine leichte Zunahme von knapp unter zehn Prozent. Bei rund zwölf Prozent aller Raubstraftaten wurde im Stadtkreis Freiburg jemand mit einem Messer bedroht oder verletzt. Genaue Zahlen für dieses Jahr liegen noch nicht vor, es lässt sich aber ein Trend erkennen: von Januar bis Juli verzeichnen wir steigende Zahlen.


Werden denn viele der Täter gefasst?

Kurgyis: Bei der Aufklärungsquote konnten wir wir uns leicht steigern, diese lag im Jahr 2022 bei etwa 51 Prozent, 2023 dann bei 60 Prozent, das ist erfreulich. Der Trend von Januar bis Juli 2024 ist steigend. Bei Fällen, bei denen Messer zum Einsatz kamen, konnten wir im Vergleich zum Vorjahr – hier lag die Quote bei etwa 46 Prozent – bisher sogar deutlich mehr aufklären.


Woran liegt das?

Kurgyis: Das ist unterschiedlich, aber oft lag es an sehr guten Zeugenhinweisen oder daran, dass die Kollegen sehr schnell vor Ort waren und den Tatverdächtigen noch in der Nähe festnehmen konnten.
Am 16. und 17. August wurden im Bereich Runzmattenweg gleich sechs Mal Passanten auf der Straße ausgeraubt, gibt es hier schon eine heiße Spur?Kurgyis: Bisher gibt es hier leider noch keine neuen Erkenntnisse, die Ermittlungen dauern an. Die Kollegen sind weiterhin auf Hinweise aus der Bevölkerung angewiesen.

„Grundsätzlich versuchen wir durch mehr Präsenz das Gefühl der Sicherheit bei den Bürgern zu steigern und potenzielle Täter abzuschrecken – oder schnell festzunehmen“, so Árpád Kurgyis, Pressesprecher der Polizei Freiburg. Foto: PP Freiburg


Wie reagiert die Polizei auf die gestiegene Zahl von Raubüberfällen, wie sollen diese verhindert werden?

Kurgyis: Es sind oft spontane Gelegenheitstaten, die sind schwer vorherzusehen. Grundsätzlich versuchen wir durch mehr Präsenz das Gefühl der Sicherheit bei den Bürgern zu steigern und potenzielle Täter abzuschrecken – oder schnell festzunehmen. Es gibt natürlich auch präventive Ansätze, wir versuchen durch Aufklärungsarbeit zu sensibilisieren und bestenfalls zu verhindern, dass jemand Opfer eines Raubes wird.


Gibt es Hotspots in der Stadt?

Kurgyis: Das können wir nicht durch Zahlen belegen. Wenig frequentierte oder schlecht beleuchtete Plätze sind prädestiniert, aber wir hatten solche Delikte auch schon mitten in der Stadt. Beispielsweise vor einer Diskothek, wo das Opfer von mehreren Leuten angegriffen wurde.


Wie reagiert man Ernstfall richtig?

Kurgyis: Man sollte bewusst auf seine Umgebung achten und beispielsweise nicht aufs Handy fokussiert sein. Es ist sinnvoll, den Heimweg in einer Gruppe anzutreten und das am Besten über beleuchtete und belebte Wege – auch wenn das vielleicht einen kleinen Umweg bedeutet. Kommt man in so eine Situation, dass man beispielsweise mit einem Messer bedroht oder beraubt wird, sollte man laut auf sich aufmerksam machen, aber keine Gegenwehr leisten und nicht den Helden spielen. Wichtig ist es, umgehend die Polizei unter der 110 zu rufen und nicht etwa bis zum nächsten Tag zu warten. Denn dann ist die Chance am größten, den Täter noch in der Nähe festzunehmen.


Nach dem Messerangriff in Solingen, bei dem drei Menschen getötet wurden, diskutiert die Politik über strengere Regeln für das Mitführen von Messern. Würden Sie das befürworten und sollte es Ihrer Meinung nach Messerverbotszonen geben?

Kurgyis: Wir haben die Sicherheitslage im Blick, analysieren diese ständig und prüfen in Abstimmung mit der Stadt Freiburg fortlaufend unterschiedliche Maßnahmen. Weniger mitgeführte oder bei Kontrollen eingezogene Messer würden ein Mehr an Sicherheit für die Bürger und auch für unsere Polizeibeamte bedeuten. Die Einrichtung von Waffen- und Messerverbotszonen kann entsprechend ein Baustein von vielen sein, um die Sicherheit der Menschen zu erhöhen. Gemäß der aktuellen Rechtslage des Landes Baden-Württemberg besteht die rechtliche Möglichkeit zur Einrichtung von Waffen- und Messerverbotszonen durch die zuständigen Behörden.

Das Autismus-Zentrum Südbaden schließt

Sonja Pöhlitz, Therapeutische Leitung Dipl.-Sozialpädagogin (FH) Foto: Autismus-Zentrum

Das Zentrum für Autismus-Kompetenz Südbaden (ZAKS) muss Ende des Monats schließen. Zuletzt war es immer mehr in finanzielle Schieflage geraten. Im Gespräch berichtet die therapeutische Leitung Sonja Pöhlitz über Alternativen und die Vorteile von Kompetenzzentren beim facettenreichen Thema Autismus.


Ende August schließt das ZAKS. Wie kam es dazu?

Pöhlitz: Die Ursachen sind vielfältig. In der Vergangenheit hat unsere Geschäftsführung zu wenig Controlling ausgeübt, also nicht genau genug berechnet, wie viele Therapien zu welchem Satz gemacht werden müssen, um das Unternehmen tragfähig zu halten. Dadurch sind wir immer weiter ins Minus gerutscht. Trotz eines Sanierungsplans konnte in den Verhandlungen mit den zuständigen Ämtern kein Konsens für höhere Sätze gefunden werden: Der Satz pro Therapiestunde war einfach zu niedrig.

Auch inhaltlich gab es Differenzen. So gilt für uns Qualität vor Quantität. Andere machen die Arbeit vielleicht billiger, aber mit einem begrenzten Angebot. Oder sie können ihren ambulanten Bereich durch andere Bereiche querfinanzieren oder zahlen ihre Mitarbeiter nicht tarifgerecht.

Inhaltlich gab es Differenzen, zum Beispiel bei der Eltern- und Umfeldarbeit: Autismus ist sehr komplex. Es reicht nicht aus, Einzeltherapien mit den Kindern zu machen. Es braucht den Transfer nach Hause und ins Umfeld des Kindes, um dazu beizutragen, dass jedes Kind so gut wie möglich in seinem persönlichen Rahmen selbstständig werden kann.


Wer sind Ihre Patientinnen und Patienten und wo können sie nun Hilfe finden?

Pöhlitz: Autismus ist eine Spektrumstörung und damit extrem vielfältig. Wir haben bei uns schwerst mehrfachbehinderte Kinder, bei denen der therapeutische Aufwand extrem hoch ist.

Andere dagegen haben eine hohe Intelligenz, meistens Asperger-Autisten. Damit gehen häufig komorbide Störungsbilder einher: Depressionen, Selbstverletzung, Suizidalität. Für diese extremen Fälle gibt es meines Erachtens wenige, die das auffangen können.

chwierig wird die Situation auch für autistische Mädchen – diese werden sehr oft fehldiagnostiziert, weil sie sich sehr gut anpassen können und ihre Symptome, um nicht aufzufallen, nach außen verschleiern.

Wie geht es für Ihre Mitarbeiter weiter?

Pöhlitz: Wir haben unsere Mitarbeiter schon immer tarifgerecht bezahlt – das ist anderenorts oft nicht der Fall. Zurzeit bewerben sich viele unserer Mitarbeiter und wir hören, dass andere Stellen deutlich weniger zahlen – teilweise im oberen dreistelligen Bereich.

Jetzt soll möglicherweise ein Ersatz her: Andere Anbieter wollen etwas Neues aufbauen und Mitarbeiter übernehmen. Das ist erst einmal sehr positiv. Trotzdem werden langjährige Teams auseinandergerissen, da manche Mitarbeiter schon neue Stellen haben. Aber vor Allem: Ist das wirklich günstiger, etwas Neues aufzubauen, anstatt uns das zu zahlen, was wir benötigt hätten?

Dazu kommt der Beziehungsabbruch für die Kinder: Für autistische Kinder sind Veränderungen an sich schwierig. Außerdem haben die meisten von ihnen in der Vergangenheit oft Ablehnung erfahren und hier bei uns zum ersten Mal gespürt, dass sie so sein dürfen, wie sie sind

. Aber wir sehen auch viel Betroffenheit bei den Eltern: Eltern von autistischen Kindern kämpfen meist von Geburt an für ihr Kind. Hier haben sie Unterstützung bekommen, andere Eltern kennengelernt und häufig eine enge Bindung zu den Therapeuten aufgebaut. Viele Eltern und Kinder waren jahrelang hier.

Einkaufen am Automaten wird immer beliebter

Automatenläden erfreuen sich immer größer werdender Beliebtheit. Foto: Sven Meyer

Automatenläden erleben einen regelrechten Boom – vor allem in infrastrukturschwachen Gegenden komplettieren sie die Nahversorgung. Doch auch in Freiburg und dem Dreisamtal gibt es Automatenläden. Immer mehr Läden ergänzen ihr Angebot auch um einzelne Automaten, um auch die Schließzeiten abzudecken.

Einkaufen rund um die Uhr – in Automatenläden ist das möglich. Damit können auch Gebiete versorgt werden, in denen es aufgrund mangelnder Nachfrage eher schwierig ist, einen Supermarkt zu etablieren.

Ein Automatenladen steht in Ebnet beim Café Lilou: Aufgrund der Parksituation und dem Platz an der Kreuzung sei ein angedachter Supermarkt hier nicht möglich gewesen, so Daniela Siegel, Geschäftsführerin der DS Food GmbH. Die Ebneter seien froh, dass es ein vielfältiges Sortiment gibt: „Hier ist für jeden etwas dabei.“

Neben einem Automaten mit Getränken / Softdrinks gibt es auch Säfte und Saftschorlen von einem Kirchzartener Bauern – gibt es Fleisch- und Wurstwaren, Milchprodukte, Obst und Gemüse, aber auch Sushi, Blumen, Snacks und Nudeln. „Man sitzt
öfter mal am Abend oder am Wochenende da, der Kühlschrank ist leer, und fragt sich – wo bekomme ich jetzt noch etwas leckeres zu Essen her?“, so Siegel.

Im Automatenladen sei alles zu finden, um sich spontan ein Gericht zubereiten zu können – auch wenn man nichts zu Hause hat. Das Konzept sei „ein riesen Mehrwert“, so Siegel: So spare man Personal und die Öffnungszeiten rund um die Uhr ermöglichen auch spontane Kurzeinkäufe.

Da der Automatenladen in Ebnet direkt an das Café Lilou angegliedert ist, kann man sich bei Fragen oder Problemen jederzeit an das Personal des Cafés wenden. Aber: „Die jungen Leute kommen mit dem System ohnehin gut klar und die meisten Älteren verstehen es auch – die kennen das noch von Zigaretten- oder Getränkeautomaten“, sagt Daniela Siegel.

In Zukunft wünscht sie sich, dass durch Automatenläden Standorte erhalten werden können, die sonst aufgrund von Personalmangel und fehlender Frequentierung nicht bedient werden könnten – so wie es zum Beispiel in Ebnet der Fall ist. „Das Personal wird weniger werden“, so Siegel. Trotzdem sollten Automatenläden keine Supermärkte ersetzen – auch diese hätten ganz klar ihre Daseinsberechtigung.

Doch nicht nur ganze Läden werden gerne angenommen: Der „Strudelmat“ bei Strudels Scheunenlädele bietet auch in Zarten im Dreisamtal die Möglichkeit, Lebensmittel spontan nachzukaufen. Die Idee kam ebenfalls aufgrund von Personalmangel, so Anette Strudel: „Wenn unser Hofladen mal zu hat, kommen die Leute nicht umsonst her.“

Der Strudelmat bei Strudels Scheunenlädele in Zarten. Foto: privat

Lange Öffnungszeiten seien schwierig umzusetzen und würden auch die Mitarbeiter nicht glücklich machen. Zwar bevorzugt Anette Strudel selbst den persönlichen Kontakt im Supermarkt oder im Hofladen, die Mehrheit der Rückmeldungen zum „Strudelmat“ seien allerdings positiv: „Viele sind froh darüber, dass es auch bei uns noch Möglichkeiten zum Einkaufen gibt.“ Wenn nach den Öffnungszeiten jemand beim Hofladen auftaucht, wird er auf den „Strudelmat“ hingewiesen.

Bei Bedarf begleitet Anette Strudel auch zum Automaten und erklärt die Bedienung. „Die Älteren haben teilweise eine Scheu davor“, ist ihr aufgefallen. Meist liege dies an der Technik. Junge Leute oder auch kleine Kinder hingegen seien sehr fit im Bedienen. Die Bedienung sei einfach und selbsterklärdend – man müsse nur den Aufforderungen im Display folgen.

Als Zahlungsmittel werden Bargeld, EC- und Kreditkarte sowie das Handy akzeptiert. „Man kann keinen Fehler machen“, so Strudel, die bei Bedarf auch selbst Automaten zum Einkaufen nutzt. Gerade im Entscheidungszeitraum hatte sie bewusst andere Automaten ausprobiert. „Wir sind ein Hofladen und wollen mit der Zeit gehen“, sagt sie.

Trotzdem arbeitet sie gerne noch so wie früher, nimmt sich Zeit für die Kunden und freut sich über den Kontakt. Aber: „Wir müssen auch zukunftsorientiert sein und dürfen uns nicht vor Neuem scheuen.“