Freiburgs Innenstadt hat viel zu bieten, eine neue Händlergemeinschaft will die Vitalisierung der Innenstadt stärker voranbringen, indem sie Kräfte bündelt. Foto: Thomas Kunz
Neuer Schwung für die Innenstadt: Die Gewerbetreibenden der Freiburger Innenstadt schließen sich neu zusammen. Um die Interessen zur Belebung der Innenstadt in Zukunft noch besser zu bündeln, hat sich die Initiative „Gemeinsam Freiburg e.V.“ gegründet. Es wird professionelle Strukturen geben und einen kurzen Draht ins Rathaus.
„Gemeinsam Freiburg“ tritt die Nachfolge der Händlergemeinschaft „Z’Friburg in der Stadt“ an. Es sind alle Händler vertreten. Nach Auskunft des neuen Vorstands markiert dieser Schritt einen Wendepunkt in der Organisation und Vernetzung der Innenstadtakteure. Als übergreifende Organisation aller Gewerbetreibenden soll „Gemeinsam Freiburg“ künftig die Anliegen des Handels, der Gastronomie, der Dienstleistungen, der Immobilienbesitzenden und der Kultur gemeinsam vertreten.
„Als zentrale Interessenvertretung verstehen wir uns gegenüber Politik, Stadtverwaltung und FWTM als Ideengeber, Sparringspartner und Umsetzungs-Unterstützer für alle gemeinsamen Innenstadt-Themen“, erklärt Breuninger-Geschäftsführer David Lehr, der zum ehrenamtlichen Vorsitzenden gewählt worden ist.
Die Stadtinitiative wird ihren Aufgaben entsprechend ausgestattet sein: Mehrere Köpfe werden neben dem hauptamtlichen Geschäftsführer, der noch gesucht wird, tätig sein, darunter ein Projektmanager. Auch sollen neue Kommunikationskanäle zur Stadtverwaltung künftig Prozesse vereinfachen und beschleunigen. Jeweils 150.000 Euro jährlich wird die Stadt Freiburg über ihre Tochter FWTM in den nächsten drei Jahren aus den Mitteln der Bettensteuer beisteuern, der Rest kommt aus Mitgliedsbeiträgen.
Der Vorstand von „Gemeinsam Freiburg“: Filipos Klein, Lena Sutter-Kiefer, Jörg Gisinger, David Lehr, Uli Steinfels, Stefan Schupp und Matthias Sasse (von links). Foto: Privat
Im Gegenzug wird die Initiative die Großveranstaltung „Fashion & Food Festival“ verantworten und finanzieren. Das Konzept zur Initiative wurde gemeinsam mit Vertretern der verschiedenen Branchen, der FWTM und der Agentur Stadt und Handel erarbeitet. Ermöglicht wurde es durch das Bundesförderprogramm „Zukunftsfähige Innenstädte und Zentren“.
Positive Dynamik entfesseltFür David Lehr ist die Gründung von „Gemeinsam Freiburg“ eine klare Verbesserung: „Gemeinsam erreicht man mehr, das hat die immer stärkere Vernetzung in den letzten Jahren gezeigt. Künftig sprechen wir mit einer Stimme, wir wollen ganz nah an den Akteuren sein, deren Interessen kommunizieren und viel Präsenz zeigen.“
Und weiter: „Wir sind gerade intensiv dabei eine geeignete Geschäftsführung zu finden und können aus über 40 Bewerbungen auswählen. Am 14. Oktober wird es zudem gemeinsam mit Oberbürgermeister Martin Horn eine Veranstaltung geben, auf der wir unsere Maßnahmen vorstellen werden. Es ist gerade sehr viel positive Dynamik drin“, so Lehr.
Auch für die Zukunft der Freiburger Innenstadt ist Lehr optimistisch gestimmt: Dass die populäre spanische Modekette Zara ins bis dato leerstehende Modehaus Kaiser einziehe, sei ein sehr positives Zeichen. „Das bringt Frequenz in die Innenstadt. Das tut allen gut. Und ich weiß, dass demnächst noch mehr kommt: attraktive gute Geschäfte, die auch nochmal Frequenz bringen. Ich denke, man kann positiv nach vorne schauen.“
Laura Lay, Head of Sales beim Traditionshaus Schafferer, ist ebenfalls zuversichtlich gestimmt: „Freiburg ist eine super schöne Stadt. Es tut einem weh, wenn es hier in zentraler Lage Leerstand gibt. Daher bin ich sehr froh, dass sich da etwas bewegt. Dass sich die bestehenden Händler mit so viel Herzblut für die Innenstadt einsetzen und am gleichen Strang ziehen, sehe ich sehr positiv. “
Aus Sicht von Lay gebe es aber noch einige Hausaufgaben, denen man sich im Rathaus annehmen sollte: „Einmal im Jahr ein Festival und ein paar neue Geschäfte dürfen erst der Anfang sein. Ich denke zum Beispiel, dass bezahlbare und ausreichende Parkmöglichkeiten ein großer Faktor sind. Das darf man nicht unterschätzen. Wenn das nicht gegeben ist, hält das Leute davon ab, in die Stadt zu kommen. Auch kostenfreien Nahverkehr könnte man auch an weiteren Wochenenden anbieten.“
Kein Zutritt: Die Alte Stadthalle in Freiburg ist einsturzgefährdet. Foto: Michael Bamberger
Ein einsturzgefährdetes Dach sorgt für Kopfzerbrechen im Freiburger Rathaus: Seit bald zwei Jahren ist die Alte Stadthalle im Freiburger Osten wegen Statikproblemen gesperrt. So ist der aktuelle Stand.
70 Jahre ist sie alt – und fristet derzeit ein Schattendasein im Freiburger Stadtbild: Die Alte Stadthalle, die seit bald zwei Jahren niemand mehr betreten darf. Im Dezember 2022 war das Bauwerk wegen Problemen mit der Statik aus Sicherheitsgründen gesperrt worden. Nach einer Begutachtung hatte ein Tragwerksplaner damals die Tragfähigkeit des Dachs in Frage gestellt und ein sofortiges Begehungsverbot ausgesprochen. An diesem Zustand hat sich seitdem nicht viel geändert.
Auf Anfrage des Wochenberichts teilt die Pressestelle der Stadt Freiburg jetzt mit, dass derzeit Sicherungsmaßnahmen in der Halle laufen würden. „Unter anderem werden zwei Sicherungstürme aufgebaut“, berichtet Pressesprecher Toni Klein. Seit der aufwändigen Räumung im Frühjahr 2023, bei dem unter anderem Musiker ihre in der Halle gelagerten Instrumente herausholen durften, ist die Halle für die Öffentlichkeit tabu. Unter der Regie des städtischen Gebäudemanagement (GMF) war in der Folge ein Sicherungs- und Untersuchungskonzept erstellt worden.
Gutachten wird erstellt
Nun geht die Stadt davon aus, dass die derzeit laufenden Sicherungsmaßnahmen an der Halle bis Ende Oktober abgeschlossen seien. „Dann folgt eine Begehung der Dachkonstruktion durch den Tragwerksplaner. Er wird ein Gutachten erstellen, aus dem sich dann die weiteren Schritte ergeben“, so Rathaussprecher Toni Klein.
Auch Abstimmungen in Sachen Denkmalschutz hätten in der Vergangenheit bereits stattgefunden. Über allem steht die Frage, wie und ob das 1954 eröffnete Gebäude in Zukunft noch genutzt werden könnte. Vorschläge dafür gab es viele in der Vergangenheit – von der Verwendung der Stadthalle als Groß-Gerichtssaal, über einen Mobilitätspark bis hin zu einem Filmstudio für die Kirchzartener Black Forest Studios. Allesamt Pläne, die sich aufgrund der weiterhin unsicheren Lage an der Alten Stadthalle vorerst zerschlagen haben.
Am Donnerstag finden alle Aktionen des Pre-Openings des Fashion & Food Festival wie geplant in der Zeit 15:00 – 22:00 Uhr statt. Nur die Fashion Show auf der Schlossbergtreppe entfällt wetterbedingt. Foto: FWTM
Aufgrund der aktuellen Wetterlage muss das Programm des diesjährigen Fashion & Food Festivals Freiburg am Donnerstag, dem 26. September, kurz fristig angepasst werden. Die Änderung betrifft eine geplante Modeschau am Schlossberg. Das Programm am Freitag und Samstag bleibt unverändert.
Die für das diesjährige Fashion & Food Festival geplante Fashion-Show auf der Schlossbergtreppe kann leider nicht stattfinden. Aufgrund der Wetterlage entfällt der Programmpunkt. Stattdessen werden in einzelnen Geschäften Fashion-Shows angeboten, bei denen Mode hautnah erlebt werden kann.
Alle weiteren Aktionen der teilnehmenden Einzelhandelsgeschäfte und der Gastronomie werden wie geplant durchgeführt. Auch das Programm am Freitag, dem 27. September, und Samstag, dem September, bleibt unverändert. Auf die Besucher wartet eine Vielzahl von Fashion-Shows, gastronomische Highlights und ein abwechslungsreiches Unterhaltungsprogramm in der Freiburger Innenstadt freuen.
Ritsu Doan (hier gegen Bochum) gelang mit seinem sehenswerten Tor in den linken Torwinkel der Dosenöffner gegen Heidenheim. Foto: Detlef Berger
Julian Schuster und der SC Freiburg ernten auch am vierten Spieltag die verdienten Früchte ihrer Arbeit: Erneut konnte der SC ein Spiel im zweiten Durchgang für sich entscheiden und ist damit jetzt schon so erfolgreich in die Bundesliga gestartet wie zuvor nur in den Jahren 2011, 2019 und 2022. Diese Erfolgsbilanz ist wohl alles andere als Zufall – und soll am Samstag gegen Aufsteiger St. Pauli möglichst so weitergehen.
Erst ein sehenswertes Tor von Ritsu Doan, danach der Doppelpack von Vincenzo Grifo – zweite Halbzeiten scheinen dem SC Freiburg bislang besonders gut zu liegen: Wie schon beim Auftaktsieg gegen Stuttgart und zuletzt gegen Bochum machte der SC Freiburg auch beim Gastspiel in Heidenheim mit Toren im zweiten Durchgang alles klar.
„Zu unsauber am Ball“„Wir haben wiederbelebt, dass man uns nicht abschreiben darf“, sagt Maximilian Eggstein über ein Spiel, das der SC nach dem 0:0 zur Pause am Ende überzeugend auf seine Seite zog. Das kommt vermutlich nicht von ungefähr. Von einem „sehr intensiven Training“ in der Saisonvorbereitung hatte Freiburgs Florent Muslija vor der Saison im SWR berichtet, verbunden mit der Überzeugung, „dass wir dadurch wissen, dass wir einfach mehr Körner haben“. SC-Angreifer Michael Gregoritsch pflichtete ihm bei. Das Training unter Trainer Julian Schuster sei bislang anstrengender als das unter Vorgänger Christian Streich. „Wenn sich das nicht auszahlt, dann weiß ich auch nicht“, so der Österreicher.
Bis jetzt zahlt es sich aus. Drei Siege und neun Punkte aus vier Spielen – nur in den Saisons 2010/11, 2019/20 und 2022/33 ist der SC Freiburg genauso gut in eine Bundesligasaison gestartet. Ein weiterer Dreier am Samstag gegen St. Pauli und auch der Allzeit-Rekord aus dem Jahr 22/23 (4 Siege, 1 Niederlage nach fünf Spielen) ist erreicht.
Der Ball ist sein Freund: Vincenzo Grifo gelangen in Heidenheim gleich zwei Treffer. Foto: Berger
Fragt man aber den Trainer, heißt das nicht, dass vor der anstehenden Partie gegen St. Pauli alles perfekt läuft im Breisgau. „Wir waren ein Stück weit zu unsauber mit dem Ball“, so das Fazit von Julian Schuster über die erste Halbzeit beim FCH: „Wir müssen präziser sein in der Ballablage und haben teilweise zu früh den finalen Pass gespielt.“ In der zweiten Halbzeit habe seine Mannschaft das viel besser gelöst, auch weil das Trainerteam in der Pause mit der Mannschaft über genau diese Defizite gesprochen habe. Sorge, dass die Mannschaft aus dem traumhaft erfolgreichen Saisonstart die falschen Schlüsse für das Spiel gegen den Vorletzten St. Pauli ziehen könnte, hat der SC-Trainer nicht: „Diese Jungs muss ich nicht auf den Teppich runterholen. Das sind ganz tolle Persönlichkeiten, die genau einschätzen können, wie man in das nächste Spiel startet.“
Nach der digitalen Taxivermittlung Freenow ist in Freiburg nun auch Uber offiziell gestartet. Foto: Adobe.Stock
Wer in Freiburg ein Taxi braucht, kann dafür seit Neuestem auch die App des US-Fahrdienstvermittlers Uber verwenden. Was in anderen deutschen Städten schon länger möglich ist, ist jetzt auch in Freiburg offiziell gestartet. Dafür kooperiert Uber mit lokalen Taxibetrieben.
Der sogenannte „Softlaunch“ von Uber lief schon seit einigen Tagen, jetzt ist der Taxi-Vermittler auch ganz offiziell mit seiner App in Freiburg angekommen. Dass der Fahrtdienst auch hier gestartet ist, lag nicht zuletzt an der hohen Nachfrage. „Mehr als 50.000 Bestellversuche“, so Oliver Fritz von Uber Deutschland habe man über die App in den letztem 12 Monaten in Freiburg registriert. Das, und die Tatsache, dass man nun lokale Taxibetriebe für eine Kooperation gefunden habe, habe den Ausschlag für einen Launch in Freiburg gegeben.
Es gilt der lokale Taxitarif
Abgerechnet wird hier allerdings nicht nach einem Festpreis. Darin unterscheidet sich das Freiburger Uber von Städten wie Berlin oder München, wo die Kommunen sogenannte „flexible Vorab-Festpreise“ eingeführt haben. In Freiburg hängt der Fahrtpreis statt dessen vom lokalen Taxitarif ab und wird wie üblich mit einem Taxameter abgerechnet. In der App wird den Nutzern daher nur ein geschätzter Fahrpreis angezeigt. Für eine Fahrt vom Hauptbahnhof zum Europa-Park Stadion zeigt Uber zum Beispiel Kosten zwischen 17 und 21 Euro an. Außer dem Preis sehen die Fahrgäste in der App den Namen des durch Uber vermittelten Taxiunternehmens, das Profil des professionellen Fahrers mit Foto, das Kennzeichen und eine Service-Bewertung. Nach Abschluss der Fahrt wird automatisch bargeldlos bezahlt.
Uber-Deutschlandchef Christoph Weigler sagt, dass auch die lokalen Taxi-Partner vor Ort profitieren würden. „Mit der Vermittlung über die Uber-App bringen wir ihnen zusätzliche Aufträge“, außerdem würden neuen Zielgruppen angesprochen.
Martin Wohlleber von der Freiburger Taxi-Vereinigung ist davon weniger überzeugt. Er sagt gegenüber der BZ, der größte Teil der Kundschaft in Freiburg sei „mobilitätseingeschränkt und telefoniert lieber“.
Veranstaltungstipps aus Freiburg und der Region. Foto: FWB/Pixabay
Konzerte, Theater, Ausstellungen: Was ist los in in den nächsten Tagen? Hier ist unsere Kurzübersicht mit sieben Tipps aus Freiburg und der Region.
•• Vorlesung: Bei der diesjährigen Walter-Eucken-Vorlesung am 2. Oktober, 18.30 Uhr, Aula der Universität, KG I, ist Isabel Schnabel, Mitglied im Direktorium der Europäischen Zentralbank zu Gast. Sie spricht über das Thema „Der Stagnation entkommen: der Weg zu einem stärkeren Euroraum“. Anmeldung an dinter@eucken.de.
•• Buchvorstellung: In einem epochalen Wahljahr wie 2024 in den USA spielt die neue Protestkultur des 21. Jahrhunderts eine Schlüsselrolle. Das zeigt der Politologe Tareq Sydig auf der Buchvorstellung von „Die neue Protestkultur“ am 1. Oktober um 19.30 Uhr als Gast des Carl-Schurz-Hauses im Wintererfoyer des Theaters Freiburg, Bertoldstraße 46. Eintritt: 14/ 9 Euro ermäßigt, Vorverkauf über das Theater.
•• Konzert: Das Duo „Graceland“ spürt dem musikalischen Geist von Simon & Garfunkel nach und macht mit seinem Tribute-Programm am 28. September, 20 Uhr, Halt im Bürgerhaus am Seepark. Karten beim BZ-Kartenservice oder unter reservix.de
•• Talk: Unter dem Titel „Zwischen Hochkultur und Überleben“ findet am 30. September, 19.30 Uhr, Haus der Evangelischen Kirche, ein Talk mit Ulrich von Kirchbach statt. Nach über 20 Jahren im Amt geht es darum, mit welchem Anspruch der Bürgermeister gestartet ist und wie sich dieser entwickelt hat. Eintritt auf Spendenbasis. www.erwachsenenbildung-freiburg.de.
•• Sinfonieorchester: Am Sonntag, 29. September um 18 Uhr im Konzerthaus Freiburg spielt das Sinfonieorchester crescendo ein Konzert zugunsten von Wildwasser Freiburg e.V. Aufgeführt wird unter der Leitung von Felix Mildenberger Johannes Brahms’ Klavierquartett op. 25 und Igor Stravinskys „Le Sacre du Printemps“. Karten ab 15 Euro beim BZ-Kartenservice oder unter reservix.de
•• Musiktheater: Das Freiburg-Debüt von Nachwuchs-Regisseurin Ulrike Schwab und ihre Erzählung von Puccinis Meisterwerk „Tosca“ feiert am 29. September, 18 Uhr Premiere am Großen Haus im Theater. Der Polit-Psychothriller verspricht Hochspannung vom ersten bis zum letzten Takt. Infos: theater.freiburg.de
•• Radtour: Zu einer Radtour zu Vaubans Partnergemeinde Endingen lädt der Stadtteilverein Vauban am 29. September ein. In Kiechlinsbergen wird das Zwiebelkuchenfest besucht. Anmeldung bis 28. September, 12 Uhr unter kontakt@stadtteilverein-vauban.de oder 0761/76 99 43 70. Die Teilnahme ist gratis. Treffpunkt : 10.30 Uhr auf dem Marktplatz in Vauban.
Flanieren und Feilschen zwischen Ständen: Flohmärkte treffen den Zahn der Zeit. Foto: Enya Steinbrecher
Flohmärkte erleben eine regelrechte Renaissance: Von Frühjahr bis Herbst gibt es kaum ein Wochenende, an dem kein Flohmarkt stattfindet. Auch in Freiburg sind die Trödelmärkte so beliebt wie nie zuvor.
Seit rund 13 Jahren ist Andreas Wölfle im Organisationsteam des Flohmarkts in der Habsburgerstraße, des größten Flohmarktes in Freiburg. Bis zu 18.000 Besucher und 300 Aussteller aus ganz Baden-Württemberg zieht der Flohmarkt an. „Hier wird einfach alles verkauft“, so Wölfle.
Die Leute kommen, um zu stöbern – und aufgrund des besonderen Flairs in der Straße, so Wölfle. Gerade nach Corona hätten die Leute regelrecht mit den Hufen gescharrt: „Da standen alle in den Startlöchern – es sammelt sich ja auch einiges zu Hause innerhalb von drei Jahren.“ Auch der Stadtteilverein Vauban richtet seit 10 Jahren regelmäßig Flohmärkte aus: Das Interesse innerhalb des Stadtteils sei konstant geblieben, so Olena Lytvynenko. Seit Kurzem verzeichne man jedoch viele Anfragen aus dem Umkreis von Freiburg. „Das ist neu“, so Lytvynenko.
Unter den jungen Menschen seien Flohmärkte beliebt, so Angelika Bährle, die den Güterbahnhof- und den Wiehrebahnhof-Flohmarkt ausrichtet. Früher seien Flohmarktgänger oft der älteren Generation angehörig gewesen, in der Zwischenzeit seien zwei Drittel junge Menschen. „Bei den Verkäufern ist es hälftig“, sagt Bährle.
Vom Zulauf habe sich wenig verändert – „es war schon immer sehr voll“, so Bährle. Das Angebot ist abwechslungsreich und hat ein hohes Niveau: Kleidung, Dekoartikel und Bücher, aber auch Schallplatten, Schuhe und Geschirr werden gesucht. „Dinge des täglichen Bedarfs“, so Bährle. Heute seien Flohmärkte Zeitgeist, so Angelika Bährle. Die Einkommen seien oft nicht so hoch, dass man sich alles neu kaufen kann oder will. Aber: „Ein Flohmarkt ist auch ein Forum für Menschen“, sagt sie. So würden sich hier Menschen immer wieder treffen und Bekanntschaften entstehen.
Dieter Maier von SüMa Maier Veranstaltungen zählt mit 42 Jahren Erfahrung zu den ältesten Veranstaltern in ganz Baden-Württemberg und veranstaltet regelmäßig Flohmärkte in der Messehalle in Freiburg. In den 90er-Jahren habe er einen extremen Flohmarktboom erlebt – damals hatte er im Jahr bis zu 170 Flohmärkte. Heute sind es nur noch 16 – „wir machen aber auch nur noch die auf der Messe Freiburg.“
Trotzdem ist er zufrieden: „Wir haben konstant gleichen Erfolg und fast immer alles ausverkauft“, so Maier. Die Besucherzahlen schwanken zwischen 2.000 und 3.000 Besuchern. Im Schnitt seien 50 Nationalitäten auf den Märkten vertreten. „Viele kaufen gebrauchte Haushaltsgegenstände oder Kleidung“, so Maier. Rund ein Drittel der Stände hätten Antiquitäten mit Sammlerwert.
Neu sei auch hier, dass viele junge Menschen die Flohmärkte besuchen. Zwei Mal im Jahr veranstaltet Maier einen Mädchenflohmarkt – „da kommen in vier Stunden zweieinhalbtausene junge Mädchen“, sagt er. Der Reiz eines Flohmarktes sei, den Preis zu verhandeln – von zehn auf sieben Euro, das geht auf dem Flohmarkt, aber nicht im Geschäft. Und: „Jeder sucht etwas, von dem er noch gar nicht weiß, dass er es sucht.“
Regelmäßig auf Flohmärkten anzutreffen ist Celina Rombach. Was Dieter Maier über Flohmarktgänger zu berichten weiß, trifft auf sie zu: „Ich suche nichts Bestimmtes“, sagt die 24-Jährige. Der Besuch auf dem Familienflohmarkt des Klara-Familienzentrums im Stühlinger war eine spontane Idee ihrer Schwester.
„Ich möchte mehr Second-Hand-Kleidung kaufen – wegen der Umwelt und weil es günstiger ist“, so Celina Rombach. Rund 70 bis 80 Prozent ihrer Garberobe besteht aus Second-Hand-Kleidung. Der besondere Reiz: „Man sieht hier einiges, was man in Läden nicht findet.“ Außerdem sei der Kontakt persönlicher.
Auch im Handeln versucht sie sich: „Wenn mir der Preis zu hoch ist, dann handle ich schon einmal runter“, sagt Rombach. Anderen Flohmarktgängern rät sie, nicht mit einem bestimmten Ziel hinzugehen, sondern sich Zeit zu nehmen – vor allem, wenn man sich unsicher ist.
Archivmaterial aus dem Loretto-Krankenhaus Freiburg. Foto: Loretto-Krankenhaus
Die Pflegeschule am Loretto-Krankenhaus Freiburg feiert in diesem Jahr ihr 100-jähriges Bestehen. Unter dem Motto „Pflege im Spiegel der Zeit“ lädt die Schule herzlich zu einem Jubiläumsfest am Montag, 30. September, von 14 bis 19 Uhr ein.
Die Veranstaltung bietet eine einzigartige Gelegenheit, auf ein Jahrhundert der Pflegeausbildung zurückzublicken und die Entwicklung der Schule sowie des Pflegeberufs insgesamt zu würdigen. In den letzten 100 Jahren hat die Pflegeschule maßgeblich zur Ausbildung von Pflegefachkräften beigetragen und sich als eine der festen Freiburger Institutionen in diesem Bereich etabliert.
Das Jubiläumsprogramm startet um 14 Uhr mit einem feierlichen Empfang im Saal St. Josef des Loretto-Krankenhauses. Ab 15 Uhr wird die Feier in den Räumlichkeiten der Pflegeschule, in der Villa am Loretto-Krankenhaus Freiburg, fortgesetzt. Besucherinnen und Besucher können sich auf einen abwechslungsreichen Nachmittag freuen, der sowohl bewegende Erinnerungen als auch spannende Einblicke in die Entwicklung der Pflegeschule bietet.
Das Event bietet auch die Gelegenheit, mit ehemaligen Auszubildenden, Ordensschwestern und Leitungspersonen anderer Pflegeschulen ins Gespräch zu kommen. Die Veranstaltung wird durch festliche Programmpunkte und eine besondere Einweihung abgerundet.
Aufgrund von Nahrungsmangel machen sich Schwalben im Winter auf den Weg in den Süden – doch dieses Jahr erreichen besonders viele ihr Winterquartier nicht. Im Süden war für einige Zeit ein Schwalbensterben sondergleichen im Gange – warum weiß Beate Hippchen vom NABU Freiburg.
Was ist die Ursache für das Schwalbensterben derzeit?
Beate Hippchen: Derzeit sind die Schwalben auf dem Vogelzug: Weil es bei uns im Winter kaum fliegende Insekten gibt, fliegen sie im Herbst in Gebiete südlich der Sahara. Letzte Woche kamen sie in der Bodenseeregion an und hätten über die Alpen fliegen müssen, was besonders kräftezehrend ist. Nun hat es in der Region viel geregnet und es sind wenige Insekten geflogen – Schwalben, aber auch Mauersegler sind aber Insektenfresser und können nicht auf andere Nahrung ausweichen.
Das halten sie mal einen Tag aus, am zweiten kann es schon gefährlich werden. Hinzu kommt, dass sie Auftrieb durch ein Hoch brauchen, um über die Alpen zu kommen. Beides war leider nicht der Fall. Zuletzt gab es ein solches Schwalbensterben vor 50 Jahren aufgrund eines plötzlichen frühen Wintereinbruchs.
Wie sieht es bei uns in Freiburg aus?
Hippchen: Bei uns in Freiburg ist der Schwalbenbestand stabil, wenn auch nicht auf einem hohen Niveau. Eine solche Wetterlage beim Vogelzug wäre nicht ganz so schlimm, weil nicht direkt hinter Freiburg die Alpen beginnen.
Auch hier merkt man jedoch, dass die Schwalben deutlich abnehmen: In den letzten 30 Jahren um etwa die Hälfte – das ist sehr viel. Bei anderen Vogelarten wie Kiebitze oder Lerchen ist es noch schlimmer: Sie sind um 95 bis 99 Prozent zurückgegangen.
Woran liegt das?
Hippchen: Bei den Schwalben ist der Grund, dass wir deutlich weniger Insekten haben: Das liegt zum einen an der heutigen intensiven Landwirtschaft, zum anderen aber auch daran, wie wir unsere Gärten und Parks nutzen.
Weiterhin brüten Schwalben gerne an Häusern und Ställen. Manche Leute entfernen ihre Nester – obwohl das verboten ist. Extremwetterlagen durch den Klimawandel verstärken den Rückgang noch.
Wie kann man den Schwalben helfen?
Hippchen: Helfen kann man natürlich mit Nisthilfen oder insektenfreundlichen Gärten. Der NABU selbst hat ein Schwalbenhaus im Rieselfeld errichtet: Dort waren im letzten Jahr alle 41 Nester besetzt. Generell können Schwalben oder auch andere Insektenfresser mal ein solches Jahr überstehen, aber nicht mehrmals hintereinander.
Unter den immer häufiger werdenden Extremwetterlagen und deren Folgen, wie zum Beispiel Dürre, Überschwemmungen und Waldbrände, leiden Menschen, aber auch die Natur und insbesondere Tiere. Wir dürfen auch die immensen Kosten für die Beseitigung der dadurch entstehenden Schäden nicht vergessen: Das Geld könnte man auch in Vorbeugung stecken.
Der Mond spielt eine zentrale Rolle beim Konzert im Planetarium. Foto: Planetarium Freiburg
Das Planetarium Freiburg lädt am 26. September, um 19.30 Uhr zu einem Konzerterlebnis der besonderen Art ein: Unter der Fulldome-Kuppel, in der sonst die Sterne funkeln, widmen Inga Schaefer und Walter-Michael Vollhardt dem Mond ein ganzes Konzert. Der Eintritt kostet 24 Euro, ermäßigt 18 Euro.
Tag und Nacht, Sonnenfinsternis, Vollmond oder Neumond: Der hellste Himmelskörper an unserem Sternenhimmel fasziniert seit jeher. Die Sopranistin Inga Schaefer und der Cellist Walter-Michael Vollhardt lassen zusammen mit dem Pianisten Christian Nagel einige dieser Glanzlichter von Schubert, Debussy und Stravinsky über lateinamerikanische Klänge bis hin zu Gershwin und Sinatra erstrahlen.
Von allen Seiten betrachtet sehen und hören die Zuschauer den Mond, der ruhig durch die Kuppel des Planetariums wandert. Zu hören gibt es Werke von Robert Schumann, Johannes Brahms, Hugo Wolf, Giuseppe Verdi oder auch Leonard Bernstein und Glenn Miller.
Karten unter 0761 / 38 90 63 0 oder auf www.planetarium-freiburg.de.