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Tödliche Gefahr für Igel: Stadt Freiburg plant Nachtfahrverbot für Mähroboter

Die kleinen Wildtiere sollen durch das nächtliche Fahrverbot besser geschützt werden.Die kleinen Wildtiere sollen durch das nächtliche Fahrverbot besser geschützt werden. Foto: stockadobe.com

Mähroboter erleichtern die Gartenarbeit, können für Igel und andere Kleintiere, die in der Dämmerung oder im Dunkeln durchs Gras streifen, aber zur tödlichen Gefahr werden. Denn die Igel rollen sich ein, anstatt zu flüchten. Zum Schutz der kleinen Wildtiere plant die Stadt Freiburg nun ein nächtliches Fahrverbot für Mähroboter.

Bundesweit haben mittlerweile mehrere Städte Nachtfahrverbote für Mähroboter per Allgemeinverfügung erlassen. Die Stadt Freiburg plant dies nun ebenfalls. Auf Antrag mehrerer Fraktionen ist dies am 14. Juli Thema im Gemeinderat.
Igel sind nach dem Bundesnaturschutzgesetz besonders geschützt. In den letzten 30 Jahren hat sich ihr Bestand fast halbiert. Seit 2024 steht der Igel auf der internationalen Roten Liste, er gilt als „potenziell gefährdet“. Aufgrund intensiver Landwirtschaft und des Insektensterbens hat sich ein Großteil der verbleibenden Igel vom Land in die Städte verlagert. Ein nächtliches Fahrverbot für Mähroboter ist daher eine einfache Möglichkeit, die bedrohten Tiere zu schützen, so die Stadtverwaltung.
Das Verbot soll sich nach den Zeiten richten, in denen die Igel aktiv sind: eine halbe Stunde vor Sonnenuntergang bis eine halbe Stunde nach Sonnenaufgang in den Monaten März bis November. Aber auch andere Kleintiere wie Kröten und Frösche würden besser geschützt.

Der Igel flüchtet bei Gefahr nicht, sondern rollt sich ein. „Gegen natürliche Feinde schützt das perfekt – gegen die scharfen, rotierenden Klingen eines Mähroboters ist es ein Todesurteil. Da die Geräte oft flach über den Boden gleiten und die Sensoren kleine Hindernisse kaum registrieren, werden die Tiere einfach überrollt. Es gibt derzeit kein einziges Gerät auf dem Markt, das nachweislich Kleinsäuger wie Igel zuverlässig erkennt und stoppt“, so der NABU Freiburg auf Anfrage. „Die Berichte aus den Igelstationen und Tierarztpraxen sind herzzerreißend: Die scharfen Klingen der Mähroboter verstümmeln die Tiere auf grausamste Weise. Besonders tragisch ist die hohe Dunkelziffer: Viele Igel werden nicht sofort tödlich getroffen, sondern schleppen sich mit tiefen Schnittwunden, abgetrennten Gliedmaßen oder infizierten Wunden in Hecken und Gebüsche, wo sie oft tagelang qualvoll und unbemerkt sterben“, betont Ralf Schmidt, Vorsitzender des NABU Freiburg.

Man freue sich sehr, dass sich der Gemeinderat des Themas angenommen habe und hoffe, dass die Verwaltung das Verbot „schnell und konsequent in die Tat umsetzt, damit unsere Freiburger Igel schon bald sicher durch die Nächte wandern können“.
Wer darüber hinaus helfen möchte, dass sich Igel in Freiburg wohlfühlen, kann die Lebensraumvielfalt im eigenen Garten zum Beispiel mit artenreichen Wiesen, Totholzecken oder Laub- und Reisighaufen aufwerten, empfiehlt die Stadtverwaltung. Der NABU empfiehlt außerdem, Flächen vor dem Einsatz von Mährobotern tagsüber nach Jungigeln und Amphibien abzusuchen. Außerdem sollten Zäune Durchgänge für Igel haben, damit diese auf ihren nächtlichen Streifzügen von Garten zu Garten wandern können.