Bei den Geburten gab es auch 2025 keinen Rekord. in Freiburg Mit 5.600 gab es aber ein leichtes Plus im Vergleich zum Vorjahr. Foto: stock.adobe.com
Ein Brautpaar kam mit dem Lastenrad zur Trauung, die Eltern eines anderen brachten einen großen Teppich mit, auf dem sich das Ja-Wort gegeben wurde, und ein Baby hatte es eilig und kam einen Tag vor der Hochzeit zur Welt. Das Freiburger Standesamt hat seine Bilanz für 2025 vorgestellt – da durften die beliebtesten Babynamen und kuriosesten Trauungen nicht fehlen.
„Geburten und Trauungen bewegen sich in etwa auf dem Niveau des Vorjahrs – hier gibt es nur leichte Schwankungen. Aufgefallen ist uns aber die Heiratslust der älteren Semester“, verriet Standesamtsleiterin Dominique Kratzer beim Pressetermin am vergangenen Freitag.
Bei den Geburten gab es auch 2025 keinen Rekord. Die 6.000er-Marke wurde seit 2021 nicht mehr überschritten. Mit 5.600 gab es ein leichtes Plus im Vergleich zum Vorjahr (5.511). Auch dieses Mal erblickten mehr Jungen (2.856) als Mädchen (2.742) das Licht der Welt. Der „Geburtstag des Jahres“ fiel in den Frühherbst: Am 5. September wurden 26 Kinder in den Freiburger Kreißsälen geboren.
Die Statistik liefert auch kuriose Zufälle: Ein Kind kam am 12.12. um 21.21 Uhr auf die Welt, ein anderes wurde am 7.03 um genau 7.03 Uhr geboren. Bei dieser Familie passen die Daten perfekt zusammen: Die Eltern heirateten an einem 20. März, Geburtstag haben sie am 20. April und am 20. Mai und ihr Kind kam am 20. Juni auf die Welt. Drei Tage in Folge feiern kann eine andere Familie: Die Eltern sind am 5. und 6. August geboren, ihr Kind am 7. August. Bei einem Paar hatte es der Nachwuchs eilig und kam einen Tag vor der Hochzeit zur Welt.
Kreative Babynamen: Von Aura und Lumi bis hin zu Everett
2025 haben sich 1.017 Paare das Ja-Wort gegeben, etwas weniger als im Vorjahr (1.032). Auch hier sind dem Team vom Standesamt kuriose Momente in Erinnerung geblieben. „Ein Paar kam mit dem Rad zur Trauung, sie saß vorne im Lastenrad, er fuhr. Und auch die Gästeschar war mit Rädern unterwegs“, erzählte Bettina Zipfel, stellvertretende Leiterin des Standesamts. Die Eltern eines anderen Paares, das aus Italien stammt, legten einen großen Teppich im Trauzimmer aus. Denn das soll Glück bringen, wenn man sich darauf das Ja-Wort gibt. Ein Paar mit vielen Tattoos ließ sich auch die Ringe tätowieren, und an einem Freitag, den 13. hatte ein Trauzeuge tatsächlich Pech. Er fuhr einen Reifen an einem Bordstein platt, hatte es zu Fuß aber zum Glück nicht weit bis zum Rathaus.
Sehr heiratslustig waren die älteren Semester: 18 Frischvermählte waren über 70 Jahre alt (2024: 7); und sechs Eheleute über 80 (2024: 1). „Seit Beginn der Aufzeichnung im Jahr 1977 hatten wir noch nie diesen hohen Wert bei den Senioren“, so Bettina Zipfel. Der größte Altersunterschied lag bei 35 Jahren: er war 83 Jahre alt und sie 48.
Bei den beliebtesten Babynamen ist Sophia wieder der Spitzenreiter der Hitliste – von 2022 bis 2025 war sie nur einmal nicht auf Platz eins. Auf Platz zwei liegt Emilia, gefolgt von Lilly. Neu in der Liste der beliebtesten Mädchennamen sind unter anderem Charlotte, Tilda, Elisa und Luna. Bei den Jungs ist Matteo der neue Spitzenreiter und löst damit Noah ab, der auf Platz 2 landet, gefolgt von Jakob. Neu dazugekommen sind unter anderem Toni, Valentin und Moritz.
Bei den Babynamen waren einige aber auch wieder kreativ. „Die Bedeutung spielt für viele Eltern eine wichtige Rolle“, so Laura Tritschler vom Standesamt. Sie nannten ihren Nachwuchs beispielsweise „Peri“ (engelartige Fabelwesen aus der persischen Mythologie) oder „Aura“ (griechische Göttin des Windes). Auch die finnischen Namen „Auri“ (goldene Morgenröte) oder „Lumi“ (Schnee) wurden vergeben – so wie der der Name „Everett“, altenglisch für „tapferes Wildschwein“. Eltern ließen sich auch von Literatur inspirieren. „Atréju“ stammt aus „Die unendliche Geschichte“, aus dem Nigerianischen kommt „Ayomide“ (Meine Freude ist angekommen).
Lamia (Baneen Ahmed Nayyef) versucht mit ihrem Hahn Hindi die Zutaten auf dem Markt zu bekommen. Foto: Vuelta Germany
Der Irak in der 90er-Jahren. Während Diktator Saddam Hussein seinen Geburtstag landesweit feiern lässt, zieht die 9-jährige Lamia ein gefürchtetes Los: Sie muss den Kuchen für die örtlichen Feierlichkeiten backen. Eine fast unlösbare Aufgabe, denn alle Lebensmittel sind knapp. Doch sie muss es schaffen, sonst drohen ihrer Familie harte Strafen.
Mit nur zwei Tagen Zeit, der Unterstützung ihres Klassenkameraden Saeed und begleitet von ihrem Hahn Hindi bricht sie auf, um die Zutaten aufzutreiben. Es ist eine abenteuerliche Suche durch eine Welt voller Ungewissheit und Entbehrung, aber auch kleiner Wunder. Bewegender und bittersüßer Abenteuerfilm von Hasan Hadi, in dem kindliche Unschuld auf die harsche Wirklichkeit eines unterdrückten Landes trifft.
Adrian Becker, Leiter des Briefzentrums in Freiburg-Hochdorf, mit den Wahlbenachrichtungen der Stadt Freiburg für die Landtagswahl am 8. März. Foto: Joers
Die Stadt Freiburg hat mit dem Versand der Wahlbenachrichtungen für die Landtagswahl am 8. März begonnen. Vom Briefzentrum der Deutschen Post in Hochdorf werden die Briefe ab Samstag in die einzelnen Haushalte zugestellt.
161.842 Wahlberechtige aus Freiburg dürfen an der Landtagswahl am 8. März 2026 teilnehmen. Die Grenze von zwei Wahlkreisen verläuft dabei mitten durch die Stadt: 112.641 Wahlberechtige sind es im westlichen Teil der Stadt, der dem Wahlkreis 47 Freiburg II – und weitere 49.201 Wahlberechtige im östlichen Teil Freiburg, aus dem Wahlkreis 46 Freiburg I.
Alle diese Menschen erhalten ab Samstag Post. Im Briefzentrum der Deutschen Post begann am Freitag der Versand Wahlbenachrichtungen. „Anders als bei der Bundestagswahl haben wir bei der Landtagswahl business as usual“, sagt Freiburgs Wahlamtsleiter Michael Haußmann. „Eigentlich ist nichts groß anders als sonst – außer dass wir diesmal mehr Wahlberechtigte haben.“ Das liege zum einen daran, das Freiburgs Einwohnerzahl weiter wächst und zudem erstmals auch die 16- und 17-Jährigen zur Wahl aufgerufen sind.
Angesichts der seit Jahren steigenden Briefwahlzahlen setzt die Stadt auf eine weitgehend ausgelagerte, professionelle Abwicklung. Ein Dienstleister hat die Briefe im Vorfeld gedruckt und mit einem Umschlag versehen. Der LKW mit der rund 1,5 Tonnen schweren Last kam am Freitag im Briefzentrum der Deutschen Post in Hochdorf an, wo die Briefe direkt für den Versand vorbereitet wurden. „Inzwischen haben wir so viel Briefwahl, dass das einfach professionell und schnell laufen muss“, sagt Haußmann.
40.000 Briefe pro Stunde könne eine der vier Sortiermaschinen im Briefzentrum verarbeiten, berichtet Adrian Becker, Leiter der Briefzentren in Freiburg und Offenburg. Am Samstag startet die Verteilung, spätestens am Montag sollte jeder sein Brief im Briefkasten haben, so Becker.
Damit danach alles reibungslos klappt, könnten auch die Wählerinnen und Wähler helfen, „indem sie ihre Briefwahlunterlagen zügig auf den Weg bringen“, so Becker. Am einfachsten geht das mit dem auf der Wahlbenachrichtung abgedruckten QR-Code. „Den fotografiert man mit dem Handy und dann kommt man auf einen vorausgefüllten Briefwahlantrag. Man muss nur wenig ausfüllen und auf Absenden klicken – schon ist der Antrag im System“, erklärt Wahlamtsleiter Haußmann. Wer mit QR-Codes nichts anfangen kann, kann die Daten der Wahlbenachrichtigung auch manuell im Online-Formular eingeben oder ganz klassisch schriftlich oder persönlich im Briefwahlbüro den Antrag stellen. Ab dem 9. Februar verschickt die Stadt die Briefwahlunterlagen.
Sortiermaschine im Briefzentrum der Deutschen Post in Hochdorf. Foto: Joers
Die Landtagswahl ist um Übrigen nicht die einzige größere Abstimmung in Freiburg in diesem Jahr. Am 26. April steht die Oberbürgermeisterwahl an, ein möglicher zweiter Wahlgang ist für den 17. Mai vorgesehen. Auch bei der OB-Wahl wird es das bewährte System mit der Briefwahl geben. Die Wahlbenachrichtigungen dafür sollen Ende März verschickt werden, wenn die Landtagswahl abgeschlossen ist. „Wir haben da nichts, was sich für die Bevölkerung nach außen hin überschneidet“, so Haußmann.
Info: Wer die Wahlbenachrichtigung erhalten hat, kann per QR-Code auf der Wahlbenachrichtung oder online unter www.freiburg.de/briefwahl, oder schriftlich die Briefwahlunterlagen beantragen. Von Montag, 9. Februar bis Freitag vor der Wahl, 6. März 2026, 15 Uhr, kann die Briefwahl auch persönlich vor Ort im Briefwahlbüro in der Berliner Allee 1 (Erdgeschoss, Telekom-Gebäude / Raum E11) beantragt werden. Öffnungszeiten des Wahlbüros: Mo, Mi, Fr 8.30 – 15 Uhr sowie Di. und Do. 10 -18 Uhr. Ab dem 9. Februar beginnt der Versand der Briefwahlunterlagen.
Eren Dinkci will seinem früheren Arbeitgeber aus Heidenheim bei der Mission Klassenerhalt helfen. Foto: Detlef Berger
Eren Dinkçi, 24-jähriger Angreifer des SC Freiburg, wird bis Saisonende zu seinem Ex-Verein 1. FC Heidenheim verliehen. Das gab der Sport-Club am Freitag bekannt.
Schon am Donnerstagabend, am Rande des Europa League-Spiels beim OSC Lille, hatte Freiburgs Sportvorstand Jochen Saier angedeutet, dass der SC in der Wintertransferperiode wohl noch einen Spieler verleihen werde. Am Freitag folgte dann die Bestätigung: Eren Dinkci, der im Sommer 2024 von Werder Bremen zum SC Freiburg gekommen war, wechselt vorerst bis zum Saisonende zurück zu seinem früheren Verein nach Heidenheim.
„Eren kam, auch aufgrund von Verletzungen, in den vergangenen Monaten nicht auf die Spielzeit, wie wir und er sich das wünschen. Mit Blick auf den hohen Konkurrenzdruck bei uns im Kader ist die Leihe eine für beide Seiten gute Lösung“, sagte Jochen Saier.
In seinem ersten Freiburger Jahr kam der Offensivspieler auf 24 Einsätze, in der aktuellen Spielzeit stand der 24-Jährige in zehn Pflichtspielen auf dem Feld und erzielte in der ersten Pokalrunde bei den Sportfreunden Lotte einen Treffer. In der Europa League kam der pfeilschnelle Offensiver dreimal zum Einsatz. In der laufenden Bundesliga-Saison absolvierte Dinkci dagegen in acht Spielen lediglich 245 Einsatzminuten.
Über seine Rückkehr nach Heidenheim sagte Dinkci: „Ich freue mich sehr, wieder beim FCH zu sein. Egal, ob im Verein oder im Umfeld – ich habe mich in Heidenheim sehr wohlgefühlt, was ein ganz wichtiger Aspekt für meine Entscheidung bei dieser Leihe war.“ Über Vertragsinhalte machte der SC Freiburg wie üblich keine Angaben.
In Freiburg steht die Alte Stadthalle vor einer neuen Zukunft: Ein Mehrgenerationenhaus mit dem Johannisheim könnte dort einziehen. Die Entscheidung fällt bald. Als alternative Nutzung wurde außerdem eine Feuerwache für den Freiburger Osten vorgeschlagen.
Vor einem Jahr machte die Stadt Freiburg die Idee publik, dass in die leer stehende Alte Stadthalle ein Mehrgenerationenhaus einziehen könnte. Mit der Stiftungsverwaltung, die eine dringend benötigte neue Heimat für ihr in die Jahre gekommenes Johannisheim sucht, war auch ein passender Nachmieter gefunden. Der Clou des ungewöhnlichen Vorschlags: Das Pflegeheim wäre ein Gebäude im Gebäude und würde eine stützende Wirkung für das einsturzgefährdete Dach der denkmalgeschützten Halle übernehmen.
Stadthalle oder Zinklern?Eine finale Entscheidung über das Vorhaben steht noch aus. „Die Entscheidung, in der Halle ein Heim einzubauen oder nicht, muss die Stiftungsverwaltung treffen. Das ist unserer Kenntnis nach noch nicht endgültig geschehen. Die Stadtverwaltung wird diesen Prozess begleiten“, erklärt Toni Klein von der städtischen Pressestelle. Denn wie die BZ berichtet, prüft die Stiftungsverwaltung parallel einen Alternativstandort auf einem Grundstück im Neubaugebiet Zinklern in Lehen. Im zweiten Quartal wolle die Stiftungsverwaltung die Pläne dem Stiftungsrat zur Entscheidung vorlegen.
Und wenn sich der Stiftungsrat am Ende gegen die Stadthalle entscheidet? „Dann nehmen wir den Prozess der Ideenfindung und Vermarktung wieder auf“, so Klein. Die Tragwerkskonstruktion in der Halle sei überprüft, und das Hallendach „so abgestützt, dass es keine Einsturzgefährdung mehr gibt“.
Eine mögliche alternative Nutzung für das Gebäude, falls das Pflegeheim nicht kommt, brachte kürzlich Stadtbrandmeister Achim Müller auf der Wehrversammlung der Freiburger Feuerwehr ins Spiel. Er könnte sich die Stadthalle als Standort für die geplante Feuerwache Ost vorstellen. Hierzu sagt Toni Klein von der städtischen Pressestelle: „Da es bisher keine Alternativlösung zum Heimbetrieb gab, haben wir auch nicht nach Interessenten gesucht. Das gilt auch für einen möglichen Prüfprozess zur Feuerwache Ost.“
Nichts geht mehr am Montag: Die Busse und Bahnen der VAG werden von Verdi bestreikt. Foto: VAG
Wegen eines Verdi-Streiks fahren am Montag keine Busse und Bahnen der Freiburger Verkehrs AG (VAG). Die Dienstleistungsgewerkschaft hatte zuvor zu einem bundesweiten Streik im öffentlichen Nahverkehr aufgerufen.
Die Freiburger Verkehrs AG (VAG) wird am Montag, 2. Februar, ganztägig bestreikt. Der Arbeitskampf der Gewerkschaft Verdi beginnt mit Betriebsstart und endet mit Betriebsschluss. In dieser Zeit fahren keine VAG-Stadtbahnen und nur ein sehr kleiner Anteil der Busse. Auch die Schauinslandbahn bleibt außer Betrieb. Zusätzlich sind das VAG-Kundenzentrum, das Fundbüro sowie die Abteilung für das erhöhte Beförderungsentgelt geschlossen.
Hintergrund des Streiks sind die laufenden Tarifverhandlungen für den kommunalen Nahverkehr, die am Montag, 20. Januar, in Stuttgart begonnen haben. So fordert Verdi bessere Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten, darunter eine Verkürzung der Wochenarbeitszeit und der Schichtzeiten, eine Verlängerung der Ruhezeiten, aber auch durch höhere Zuschläge für Arbeit in der Nacht und am Wochenende. Insgesamt sind bundesweit rund 100.000 Beschäftigte in 150 städtischen Verkehrsunternehmen und Busbetrieben zu dem Streik aufgerufen.
Von den Streik betroffen sind in Freiburg alle Bus- und Straßenbahnlinien, die direkt von der VAG betrieben werden. Ausgenommen sind lediglich Fahrten, die von privaten Auftragnehmern übernommen werden. Weitgehend in Betrieb bleiben daher die Linien 15 und 32. Auf den Linien 24, 33 und 34 verkehrt etwa die Hälfte der Fahrten. Alle übrigen Bus- und sämtliche Stadtbahnlinien entfallen.
Die VAG weist darauf hin, dass ein Notfallfahrplan nicht angeboten werden kann und die verbleibenden Buslinien keine Anschlüsse an andere Stadtbahn- oder Buslinien der VAG gewährleisten. Fahrgäste können sich über die tatsächlich stattfindenden Fahrten in der elektronischen Fahrplanauskunft informieren. Unabhängig vom Streik bleiben Ziele in Freiburg über die Linien der Breisgau-S-Bahn erreichbar. Auch der Regionalverkehr der Deutschen Bahn mit seinen innerstädtischen Haltepunkten sowie einzelne Buslinien aus dem Umland fahren weiterhin.
Laut VAG-Angaben habe Verdi den Verkehrsbetrieb seit 2023 an insgesamt zwölf Betriebstagen bestreikt, das letzte Mal im März vergangenen Jahres. Die VAG-Vorstände Oliver Benz und Stephan Bartosch üben daher scharfe Kritik an den Streiks. Benz wird in einer VAG-Mitteilung mit den Worten zitiert, die Tarifverhandlungen seien sachlich und konstruktiv gestartet, und die VAG habe erwartet, dass Verdi Verständnis für die schwierige Haushaltslage habe. „Umso unverständlicher und überraschender ist dieser Streik. Die Leidtragenden sind unsere Fahrgäste“, so Benz. Und sein Vorstandskollege Bartosch wünsche sich einen „verantwortungsvolleren Umgang“ mit dem Streikrecht. Der kommunale Nahverkehr biete gerade in Krisenzeiten sichere Arbeitsplätze und attraktive Bedingungen. „Das sollte auch die Gewerkschaft anerkennen und entsprechend berücksichtigen“, so Bartosch weiter.
Der SC Freiburg hat am letzten Spieltag der Europa League-Ligaphase trotz einer 0:1 (0:0)-Niederlage beim französischen Erstligisten OSC Lille das Achtelfinale erreicht. Freiburg spielte rund 20 Minuten in Unterzahl.
Schon vor der Partie hatte der SC das Ticket für die K.O.-Phase der Europa League sicher. Im nordfranzösischen Lille hätte den Breisgauern ein Punkt gereicht, um den direkten Einzug ins Achtelfinale perfekt zu machen. Am Ende gelang das auch trotz einer knappen Niederlage.
Die erste Halbzeit blieb ereignisarm. Freiburg stand defensiv sicher und ließ kaum gegnerische Offensivaktionen zu. Selbst gefährlich wurden die Breisgauer aber kaum. Im zweiten Durchgang verpasste Junior Adamu aus aussichtsreicher Position bei einem Freiburger Konter die Führung für den SC (56. Minute). In der 74. Minute sah schließlich Maximilian Eggestein die Rote Karte. Der Freiburger Mittelfeldspieler war mit offener Sohle seinem Gegenspieler auf den Knöchel getreten. Bei einer vergleichbaren Szene nur zwei Minuten zuvor auf der anderen Seite beließ es der Schiedsrichter bei einer Gelben Karte für Lilles Benjamin André. Aber auch in Unterzahl gelang es der Schuster-Elf die offensiv anrennenden Franzosen in Schach zu halten.
Alles schien auf ein 0:0 für Freiburg hinauszulaufen. Doch in der ersten Minute der Nachspielzeit gab es einen Elfmeter für Lille. Nach einem Foul des eingewechselten Cyriaque Irié zeigte der Schiedsrichter auf den Punkt. Lilles Angreifer Oliver Giroud ließ sich die Chance nicht nehmen und verwandelte den Elfmeter sicher. SC-Torhüter Noah Atubolu erahnte die richtige Ecke, kam aber nicht mehr an den platziert ins rechte Toreck geschossenen Ball.
Atubolu: „Können komplett stolz auf uns sein“
Für Freiburg blieb die einzige Niederlage in der Ligaphase letztlich folgenlos. Als Tabellensiebter erreichte die Mannschaft von Julian Schuster das Achtelfinale der Europa League. „Am Ende musst Du dich freuen, dass wir es geschafft haben. Ich persönlich rege mich aber sehr auf, dass wir das Gegentor noch bekommen“, sagte Noah Atubolu im RTL-Interview. „Aber bei aller Selbstkritik: Wir sind Siebter der Europa League und können komplett stolz auf uns sein.“
Die Auslosung für das Achtelfinale erfolgt am Freitag, 27. Februar. Gespielt wird die Runde der letzten 16 am Donnerstag, 12. März und am Donnerstag, 19. März.
In der Kaiser-Joseph-Straße in Freiburg soll ein Mann bei einem mutmaßlichen Suizidversuch mit voller Wucht auf eine unbeteiligte Frau gesprungen sein. Symbolfoto: Joers
Drama in der Freiburger Innenstadt: Ein Mann soll sich in der Freiburger Innenstadt versucht haben, mit einem Sprung aus dem Fenster das Leben zu nehmen. Dabei stürzte er auf eine Passantin. Das berichtet die Badische Zeitung.
Der tragische Vorfall soll sich demnach am Dienstag gegen 19 Uhr in der Kaiser-Joseph-Straße, Freiburgs zentraler Einkaufsmeile, ereignet haben. Der Mann soll bei einem mutmaßlichen Suizidversuch aus einem Fenster im dritten Stock eines Gebäudes gesprungen sein. Genau in dem Moment lief eine unbeteiligte Passantin auf dem Gehweg vorbei und wurde von dem Körper des Mannes getroffen. Der Mann sei der jungen Frau demnach direkt auf den Kopf gefallen. Ein Ersthelfer war sofort zur Stelle, um der Frau zu helfen. Wie sich erst später herausgestellt habe, soll sich die Frau laut BZ-Informationen durch die Wucht des Aufpralls eine schwere Verletzung im Nackenbereich zugezogen haben. Sie musste demnach operiert werden.
Wie die BZ außerdem berichtet, soll der Mann den Sturz zunächst schwer verletzt überlebt haben und musste in einer Klinik reanimiert werden. Ob er den Suizidversuch überlebt habe, sei am Donnerstag demnach nicht bekannt gewesen. Die Kriminalpolizei ermittelt in dem Fall (zum BZ-Artikel geht es hier).
Info: Haben Sie suizidale Gedanken oder diese bei einem Angehörigen oder einer Bekannten festgestellt? Hilfe gibt es bei der Telefonseelsorge: Anonyme Beratung erhält man rund um die Uhr unter den kostenlosen Nummern 0800/111 0 111 und 0800/111 0 222, www.telefonseelsorge.de.
OB Martin Horn im Kreise seiner Unterstützer – darunter Jobrad-Gründer
Ulrich Prediger (links), Innenstadt-Akteurin Anca Rosler-Koslar (2.v.l.),
Senay Awad (Sozialdienst muslimischer Frauen, 3.v.l.) und Barock-Orchester Intendant Hans-Georg Kaiser (rechts). Foto: Bernd Peters
Der amtierende Freiburger Oberbürgermeister Martin Horn (parteilos) hat zum Auftakt seines OB-Wahlkampfs eine Initiative gegen die Wohnungslosigkeit in Freiburg angekündigt. „Das Thema muss gebündelt angegangen werden“, so der OB. Der Anstieg der Wohnungslosigkeit in Freiburg insbesondere unter Frauen sei nicht hinnehmbar. Beim sozialen Wohnungsbau wolle er verstärkt das Land in die Pflicht nehmen.
Außerdem wolle der Amtsinhaber Freiburg dauerhaft unter den fünf attraktivsten Standorten für Unternehmensgründungen in Deutschland etablieren, so Horn am Montag weiter. Ab diesem Mittwoch werde er mit dem Haustür Wahlkampf beginnen, um für seine Wiederwahl um Vertrauen zu werben: Er wolle Tausende Umfrage-Postkarten unter die Bevölkerung bringen, um dort die Stimmung und Bedürfnisse der Menschen abzufragen. Via QR-Code könne jeder sich an der Erhebung beteiligen und Wünsche und Kritik einbringen. „Mir ist wichtig, noch einmal ’Ja, ich will’ zu sagen zu dieser Kandidatur“, so Horn am Montag.
Den Rücken gestärkt bekommt er dabei von der Unterstützer-Initiative „Wir für hier“, in der von der Schülerin bis zum Orchester-Intendanten ein breiter Querschnitt durch die Freiburger Stadtgesellschaft vertreten ist, und die nicht spart mit Lob für „ihren“ OB: Er fühle sich durch Horns Standortpolitik „gut abgeholt“ als Unternehmer, so Jobrad-Gründer und „Wir für hier“-Mitglied Ulrich Prediger am Montag. Horn habe die richtige „kommunikative Handschrift“ und setze sich für die Kulturschaffenden ein, lobte Hans-Georg Kaiser, der Intendant des Freiburger Barock Orchesters (FBO). Horn sei obendrein „erreichbar für jeden“ und sehr interessiert am interreligiösen Dialog in Freiburg, so Senay Awad vom Sozialdienst muslimischer Frauen: seit Horns Wahl vor acht Jahren könnten sich Muslime erstmals als Teil der Mehrheitsgesellschaft in Freiburg fühlen. „Wir brauchen Martin Horn in Freiburg“, so Awads Fazit.
OB: „Bin kein Polterer und kein Spalter“
Horn tritt für eine zweite Amtszeit in Freiburg an. Aufgrund des derzeitigen Landtagswahlkampfes wolle er aber erst ab März weitere konkretere Details zu seinen Vorhaben für die kommenden acht Jahre konkretisieren. Ihm sei es jedoch wichtig, so der Amtsinhaber, eine neue Vision für die Freiburger Innenstadt zu entwickeln. Als Beispiel nannte er Pläne, einmal im Jahr über mehrere Tage hinweg eine Illumination des Freiburger Münsters im Kulturleben zu etablieren. Mit den Einnahmen solle der Erhalt des Freiburger Münsters unterstützt werden.
Ihm liege außerdem am Herzen, im Wahlkampf auf das Miteinander der Menschen zu setzen und nicht Wahlkampf gegen einen oder mehrere seiner Herausforderer zu führen. Konfrontiert mit dem Vorwurf, er gelte in Teilen der Gesellschaft in Freiburg als zu konfliktscheu und verspreche den Leuten zu viel, sagte Horn am Montag, er sei eben „kein Polterer und kein Spalter“. Ihm gehe es immer um bestmögliche Lösungen für die Stadt. Seine Wahlversprechen aus dem Jahr 2016 habe er nahezu komplett umgesetzt. Bernd Peters
Der Blick in leuchtende Kinderaugen – für MIchael Pfahler von den
Rebläusen in St. Georgen das Größte an Fastnacht. Foto: Rita Eggstein
Die Fasnet lebt – aber nicht von allein. 25 Aktive der Reblauszunft stemmen in St. Georgen das ganze närrische Jahr, mit Herzblut, Zeit und Verantwortung. Doch es wird eng und Familienzunft zu sein heißt heute, sich neuen Lebensrealitäten zu stellen – ohne die Tradition zu verlieren.
Wenn Michael Pfahler, Zunftvogt der Reblauszunft in St. Georgen, über die Fasnet spricht, wird schnell deutlich: Es geht um weit mehr als Masken, Umzüge und närrisches Treiben. Die Fasnet ist für ihn ein soziales Fundament des Ortes – ein Treffpunkt für Menschen aller Generationen, Herkunft und Persönlichkeiten.
Aktuell sieht sich die Reblauszunft in Sachen Gemeinschaft und Zusammenhalt gut aufgestellt. Rund 25 aktive Hästräger tragen die Verantwortung für die Gestaltung der Ortsfasnet. Eine Zahl, die jedoch kritisch ist. „Bei Krankheit oder Ausfällen wird es schnell schwierig“, sagt Pfahler. Besonders im Alterssegment zwischen 25 und 40 Jahren ist die Zunft unterbesetzt – dabei sei genau diese Gruppe für viele Vereine entscheidend, um langfristig bestehen zu können.
Nicht nur an der Fasnet aktiv
Traditionell versteht sich die Zunft als Familienzunft. Lange lebte sie davon, dass ganze Familien mitwirkten. Doch das Freizeitverhalten hat sich verändert. Verpflichtungen sind vielfältiger geworden, Verlässlichkeit schwieriger. „Die große Flexibilität von heute erfordert auch von uns neue Antworten“, so Pfahler. St. Georgen wächst, aber der Kontakt zu Neubürgern kommt nur schwer zustande. „Ich weiß nicht, ob man sich heute noch so selbstverständlich in den Ort einbringen möchte“, so der Zunftvogt.
Dabei ist das Zunftjahr alles andere als ruhig. Die Bürgerfasnet und der Zunftabend am Wochenende des 31. Januar und 1. Februar bildet zwar den Höhepunkt, doch auch darüber hinaus ist die Zunft das ganze Jahr aktiv: bei Weinfesten, Freizeitaktionen und gemeinschaftspflegenden Veranstaltungen. Nach der Fasnet kehrt keine Ruhe ein – das Miteinander bleibt zentral.
Mit 25 aktiven Hästrägern hat die Reblauszunft an der Fasnet viel zu tun. Foto: Rita Eggstein
In leuchtende Kinderaugen blicken
Besonders bewegen Pfahler die Begegnungen während der närrischen Tage. „In leuchtende Kinderaugen zu blicken, während man selbst unter der Maske steckt, ist sensationell“, sagt er. Man spüre sofort, ob ein Kind offen oder eher zurückhaltend ist – doch gerade dieser direkte, ehrliche Kontakt mache den Reiz aus. Auch bei Seniorinnen und Senioren seien die Narren beliebt, wenn sie mit Humor und Respekt für Abwechslung sorgen.
Gleichzeitig beobachtet der Zunftvogt eine Veränderung der Fasnet. Traditionen würden nicht immer eingehalten, vor allem durch neu gegründete Zünfte. Manche Bräuche würden falsch verstanden oder überzogen: Schuhe an den Schnürsenkeln zusammenbinden könne man noch positiv sehen, doch mit Klebeband zusammenkleben, Schuhe ausziehen oder gar wegwerfen gingen zu weit. Auch das Bemalen von Gesichtern – und teils sogar Kleidung – mit Farbstiften habe man wieder eingestellt. Für Pfahler ist klar: Der Narr ruft „Narri“, wartet auf die Antwort und wirft Bonbons. Körperlicher Kontakt gehört zum Schunkeln und Tanzen – nicht zu Zwang oder Grenzüberschreitungen.
Umso größer ist die Vorfreude auf die eigenen Veranstaltungen: Narrensuppe, Besuche in Schule, Kindergarten und Seniorenheim, Narrenmessen, Schnurren in St. Georgen, Scheibenschlagen, Kappensitzung, Rathaussturm und der Rosenmontagsumzug der Breisgauer Narrenzunft. Ein besonderes Highlight ist die Ratssuppe, bei der auch politische Gäste erscheinen – vom Oberbürgermeister über Gegenkandidaten bis hin zu Landtagskandidaten und Gemeinderäten.
DieFasnet ist auch politisch
Für Pfahler ist die Fasnet auch politisch im besten Sinne: Der Narr hält den Bürgern den Spiegel vor. Büttenreden, Schnurren und Tänze sind Ausdruck einer Narrenfreiheit, die als Form der Meinungsfreiheit oft unterschätzt wird. „Der Verbindung von Fasnet und Ballermann müssen wir entgegenarbeiten“, mahnt er. Denn Fasnet bedeute Gemeinschaft, soziales Miteinander und kulturelle Tiefe – ein Faktor, dessen Bedeutung häufig verkannt werde.
Ein besonderes Beispiel für gelebte Gemeinschaft sind die Rebrolltrudeviecher, in denen Kinder zwischen einem und 15 Jahren aus allen vier St. Georgener Zünften zusammenkommen. Drei- und Sechzehnjährige stehen gemeinsam auf der Bühne – und erleben ein starkes Gemeinschaftsgefühl, das über Altersgrenzen hinweg trägt.
Am Ende bleibt für Pfahler eine klare Überzeugung: „Fasnet ist nichts, was man mit KI nachbilden kann.“ Sie lebt vom Mitmachen, vom persönlichen Einsatz, von echten Begegnungen. Und genau darin liegt ihre unverwechselbare Stärke.