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Noah Darvich vom SC Freiburg: Erst die Schule, dann die Zukunft

Noah DarvichNoah Darvich mit EM-Pokal in der Hand: Beim Pokalfinale in Berlin genossen das SC-Eigengewächs und die U17-Nationalmannschaft um Trainer Christan Wück (rechts) die große Bühne. Foto: Picture Alliance / Firo Sportphoto

Mit dem Titelgewinn gegen Frankreich krönte die deutsche U17-Nationalmannschaft die Europameisterschaft im Ungarn. Kapitän der Elf von Trainer Christian Wück ist der 16-jährige Noah Darvich vom SC Freiburg. Im entscheidenden Elfmeterschießen verschoss er zwar. Doch seine Leistungen sorgen europaweit längst für Interesse.

Mit einer Willensleistung hat sich die U17-Nationalmannschaft in Ungarn den EM-Titel gesichert. Mittendrin: Der 16-jährige Noah Darvich vom SC Freiburg. 0:0 stand es nach 120 Minuten im Finale von Budapest. Kapitän Darvich trat als erster Schütze für Deutschland an, scheiterte aber am französischen Torwart. Doch am Ende setzte sich die Elf von Christian Wück 5:4 durch. „Über das gesamte Turnier haben wir es verdient“, sagte der DFB-Trainer.

Mittelfeldspieler Darvich stand in allen sechs EM-Partien auf dem Feld und erzielte zwei Tore. Bis 2017 spielte der dribbelstarke Bad Krozinger beim SF Eintracht Freiburg, ehe er in den SC-Nachwuchs wechselte. Darvichs Weg ähnelt dem von Yannik Keitel, der beim SC längst den Durchbruch in den Profibereich geschafft hat. Auch Keitel feierte mit dem DFB Erfolge, erreichte unter anderem das Viertelfinale der WM 2017 in Indien. Auch damals hieß der U17-Bundestrainer Christian Wück. Bei Darvich allerdings nimmt trotz seines jungen Alters die Diskussion über seine Zukunft bereits jetzt schon Fahrt auf, gilt er doch als eines der größten deutschen Talente des 2006er-Jahrgangs. Ein EM-Titel in der Vita stehen zu haben, heizt die Begehrlichkeiten zusätzlich an. Das letzte Mal wurde die deutsche U17 im Jahr 2009 Europameister. Damals standen Shkodran Mustafi, Mario Götze und im Tor Marc-André ter Stegen auf dem Rasen. Es sind Namen wie diese, mit denen Darvich sich nun Vergleiche gefallen lassen muss.

Medienberichten zufolge sollen Europas Topvereine die Fühler nach dem SC-Youngster ausgestreckt haben – darunter die englischen Spitzenvereine Manchester City, Chelsea und der FC Arsenal, aber genauso Paris St. Germain und der FC Bayern München. Unter dem Radar flog Darvich schon vor dem EM-Titel nicht. Doch spätestens jetzt zeigt sich an der Anzahl der Medienberichte über Darvich im In- und Ausland, was für ein Talent hier in Südbaden heranreift.

Bleibt er weiter in Freiburg?

Beim SC Freiburg durfte er zuletzt bereits bei der U19 reinschnuppern, obwohl er offiziell noch der U17 angehörte. Der schmerzhafte Abstieg der Freiburger U19 aus der A-Junioren-Bundesliga wirft nun die Frage nach seiner Zukunft auf. Laut Bundestrainer Christian Wück hat der SC aber weiterhin sehr gute Karten – und einen Plan: „Er fühlt sich dort sehr, sehr wohl. Und meine Info ist, dass der SC Freiburg auch Lösungen gefunden hat, die ihn sportlich zufriedenstellen“, sagt Wück in einem SZ-Interview.

Bis 2024 soll Darvichs Jugendvertrag in Freiburg laufen. Nicht auszuschließen, dass der SC ihm den Verbleib in Freiburg mit einem Profivertrag schmackhaft macht und ihm eine Perspektive in der U23 bietet. Schließlich ist das Eigengewächs beim Sport-Club an der richtigen Adresse, wenn es darum geht, die eigenen Ziele und Erwartungen (und die aus dem Umfeld) in Relation zu dem zu setzen, was wirklich zählt. Und für den als bodenständig geltenden Darvich ist das im Moment die schulische Laufbahn. Deshalb sagt auch Wück: „Speziell bei Noah mache ich mir keine Gedanken. Ich weiß, dass er nächstes Jahr das Abitur machen will und muss – in Freiburg“, so der DFB-Trainer. Für die Schule muss der Traum vom Fußballprofi-Dasein kurzzeitig zurückstecken – EM-Titel hin oder her. Und danach? Aus Freiburger Sicht sollte man die Daumen drücken, dass Darvichs Weg beim SC noch eine ganze Weile weitergeht.

Europas erster Radweg mit Solardach steht in Freiburg

Radweg mit Solarüberdachung in FreiburgVisionär: Der neue Radweg an der Messe Freiburg soll nicht der letzte seiner Art bleiben. Foto: Joers

Ein innerstädtischer Radweg, überdacht mit 900 Solarmodulen – ein solches, bundesweit einmaliges Projekt, beschert der Stadt Freiburg seit Wochen viel Aufmerksamkeit. In der vergangenen Woche wurde der 300 Meter lange Radweg an der Messe offiziell eröffnet. Die Frage ist: Wozu all das?

Für die Stadt Freiburg, die bis zum Jahr 2035 klimaneutral sein möchte, steckt hinter dem neuen Radweg viel mehr als nur Prestige. „Es geht darum, über solche Dinge nicht nur zu sprechen, sondern sie auch in die Tat umzusetzen“, sagt Oberbürgermeister Martin Horn im Rahmen der Eröffnung des Radwegs.

Noch ist das Projekt zu teuer

Denn was als Idee reichlich simpel klingt – eine Photovoltaikanlage über einen Radweg zu bauen – war in der Umsetzung weitaus komplexer als ein Laie vermuten mag. Das galt vor allem für die notwendigen Genehmigungen: „Die Konstruktion befindet sich auf einer Verkehrsfläche, da gelten andere Rahmenbedingungen als auf einer Freifläche“, sagt Klaus Preiser, Chef der Badenova-Tochter Wärmeplus.

Mit dem Endergebnis ist die Badenova als beteiligter Projektpartner sehr zufrieden – und zugleich der Überzeugung, dass es nicht das letzte Projekt dieser Art in Freiburg bleiben wird.

„Die Idee ist absolut reproduzierbar und alltagstauglich. Und jetzt, wo wir wissen, wie es geht und worauf wir achten müssen, wird es beim nächsten Mal auch deutlich günstiger werden“, sagt Badenova-Vorstand Heinz-Werner Hölscher. Zur Hälfte wurde das rund eine Million Euro teure Projekt aus dem Klimaschutzfond der Stadt Freiburg finanziert.

Als mögliche Einsatzflächen in Zukunft nennt Hölscher neben Radwegen zum Beispiel auch Parkflächen in Freiburg, wie zum Beispiel die Park-Ride-Parkplätze. Bis 2030 sollen in Freiburg 100 Gigawattstunden Strom aus erneuerbaren Energien stammen. Um das zu erreichen, brauche „es ganz viele Bausteine“, so Hölscher.

Neben Windkraft-Anlagen im Schwarzwald seien das Photovoltaikanlagen (PV) auf Industrieanlagen, auf Freiflächen oder auch Agri-PV-Anlagen. „Auch da sind wir an einem Projekt dran, um zum Beispiel im Weinbau Flächen doppelt zu nutzen.“ Der Radweg sei genau solch ein Projekt. „Versiegelte Flächen doppelt nutzen, da müssen wir gemeinsam hin“, sagt Hölscher.

Freiburgs Oberbürgermeister Martin Horn, unterwegs auf dem neuen Solardach-Radweg. Foto: Joers

Dass die in Freiburg umgesetzte Idee eines Solardach-Radwegs kein Luftschloss ist, zeigt die Nachfrage. „Wir haben Anfragen für vier bis fünf Kilometer aus Städten in ganz Deutschland, die so einen Radweg bauen möchten“, sagt Alexander Koller, Chef der Freiburger Firma Clickon, die das Trägersystem für den Radweg entworfen hat. Bisher habe die Firma vor allem mit Solarüberdachungen von Parkplätzen Erfahrungen gesammelt – doch auch Koller hält die Radweg-Idee für absolut zukunftsfähig.

Klar ist: Die bis zu 240.000 kWh Strom aus der Radweganlange, die zu Forschungszwecken an das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE fließen werden, können nur ein Anfang sein. „Der Radweg ist kein Gamechanger im Kampf gegen die Klimaerwärmung. Die Kosten-Nutzen-Rechnung ist noch überschaubar – aber es ist der erste Solardachradweg in Europa“, sagt Oberbürgermeister Martin Horn.

Zu der Tatkraft, die dieses Projekt allen Beteiligten abverlangte, passt auch die Geschichte, wie die Idee überhaupt entstand: Auf einer Südkorea-Reise zu Freiburgs Partnerstadt Suwon konnte Klaus von Zahn, Umweltamtsleiter der Stadt, ein ähnliches Projekt bestaunen – den mehr als 30 Kilometer langen Solardachradweg zwischen Daejon und Sejong. Von Zahn, der zu der Zeit in einem Bus saß, ließ diesen kurzerhand stoppen, stieg aus und schaute sich den Radweg näher an. Das Ende dieser Geschichte lässt sich nun an der Messe Freiburg bestaunen.

Das Güterbahnhofsareal in Freiburg boomt und ist fast fertig

Güterbahnhofareal in FreiburgAuf dem Güterbahnhofareal zeigt Freiburg ein modernes urbanes Gesicht. Das Quartier wächst und gedeiht kräftig. Foto: Thomas Kunz

Das Güterbahnhofsareal nördlich des Hauptfriedhofs ist die derzeit wohl boomendste Ecke Freiburgs. Nirgends ist mehr Dynamik drin. Eine ähnlich große und zugleich innenstadtnahe Fläche wird die Stadt wohl auf sehr lange Zeit nicht mehr entwickeln können.

Der Güterbahnhof Nord in Freiburg wurde von 1901 bis 1905 gebaut, um den Güterverkehr vom Personenverkehr am Hauptbahnhof zu trennen. Lange Zeit lag das Areal mehr oder weniger brach, bis das Güterbahngelände ab dem Jahr 2002 gemeinsam von der Stadt und dem Immobilienunternehmen Aurelis in ein modernes Wohn- und Gewerbequartier umgewandelt wurde. Inzwischen ist die Entwicklung weit fortgeschritten.

Cafés, Restaurants, Fitnessstudios und Läden bereichern das Areal. Noch in diesem Jahr erhält das Boom-Quartier den Stadtbahn-Anschluss. Mit Fertigstellung des Quartiers werden dort einmal 3.500 Menschen in rund 1.600 Wohnungen leben. Hinzu kommen rund 6.000 Arbeitsplätze.

„Es ist ein wirklich urbanes, großstädtisches Quartier mit hoher Dichte entstanden, ohne den Freiburger Maßstab völlig zu verlieren. Wir konnten damit auch viele Unternehmen überzeugen, sich hier anzusiedeln und damit die Wirtschaftskraft der Stadt zu stärken. Dass wir rückblickend vielleicht die eine oder andere Freifläche mehr hätten einplanen können, sei zugestanden“, erklärt Martin Haag im Gespräch mit dem Wochenbericht.

Neben den oft bemängelten zu wenigen Freiflächen sind es die Einkaufsmöglichkeiten und die zu unoriginelle Architektur, die als Kritikpunkte gelten. Keine Frage: Mehr außergewöhnliche moderne Vorzeigebauten hätten dem Quartier gut getan. Ein echtes Prunkstück ist hingegen die mit viel Fingerspitzengefühl restaurierte Lokhalle mit Kreativpark und stylisch eingerichtetem italienischem Restaurant.

Optischer Fixpunkt: Der Green City Tower mit seiner markanten Fassadenbegrünung ist das höchste Gebäude in Freiburgs Güterbahnhofareal. Foto: Joers

Auch Freiburgs Projektentwickler Peter Unmüßig, der auf dem Areal jüngst sein Prestigeobjekt Green City Tower einweihen konnte und weiter nördlich seine Firmenzentrale betreibt, sieht den Mini-Stadtteil als Erfolgsgeschichte. „Es war das letzte große innerstädtische Sahnestück. Zum Glück hat man den großen Fehler der Anfangsphase, als die Stadt nur Büro- und Gewerbebauten vorgesehen hatte, korrigiert“, erklärt er.

Zeichen der Standortstärke

Unmüßig wertet es als gutes Zeichen für den Standort Freiburg, dass auf dem Areal innerhalb relativ kurzer Zeit ein milliardenschweres Investitionsvolumen verbaut wurde. In der hohen Nachfrage nach den hochpreisigen Wohnungen zeige sich jedoch auch das Freiburger Dilemma: In der Stadt gibt es praktisch keine Wohnungen – insbesondere für niedrigere Einkommen bezahlbare. Im Güterbahnhofsareal lebt vor allem, wer es sich leisten kann.

Die anderen, wenn sie nicht gerade das Glück haben, in städtischem Wohnungsbau unterzukommen, schauen in die Röhre. Die relativ hohe Dichte und die höhere Bebauung sieht Unmüßig indes als Fingerzeig für die Zukunft: „Das ist nicht nur eine Frage des Flächenfraßes, sondern auch in vielen anderen Aspekten ökologischer und ökonomischer“, sagt er.

Auch die Ansiedlung der Firmenzentrale des global vernetzten Unternehmens Falk Pharma auf dem Güterbahnhofareal in Freiburg ist ein Ausrufezeichen. Foto: Cobe

Bis 2028 soll das Quartier fertiggestellt sein. Derzeit läuft die weitere Planung auf Hochtouren: Unter anderem das Baugruppenprojekt „Nestbau 3“, ein 13-geschossiges Mietwohngebäude mit Bio-Supermarkt oder ein städtisches Multifunktionsgebäude mit Kinder- und Jugendtreff sowie einem Quartierstreff sind vorgesehen. Auch die Ansiedlung der Firmenzentrale des global vernetzten Unternehmens Falk Pharma gegenüber der Lokhalle ist ein Ausrufezeichen.

Sechs weitere Baufelder werden zudem von privaten Entwicklern fertiggestellt. Und auch für das kostengünstigere Segment soll etwas entstehen: In der Neunlindenstraße soll ein Gebäude der Freiburger Stadtbau entstehen, mit gefördertem Wohnungsbau. Insgesamt, das lässt sich feststellen, ist Freiburgs jüngster Modellstadtteil eine Erfolgsstory. Dem Mischkonzept zwischen Wohnen und Arbeiten gehört die Zukunft.

Wie die Schreinerinnung Freiburg einen Stuhl an Papst Benedikt persönlich übergab

Schreinerinnung Freiburg übergibt Papst Benedikt XVI. GebetsstuhlGeneralaudienz auf dem Petersplatz in Rom am 14. Juni 2006: Innungs- Obermeister Bernhard Schwär (rechts) übergibt im Beisein des päpstlichen Privatsekretärs Georg Gänswein (Mitte) den von der Schreinerinnung Freiburg angefertigten Gebetsstuhl an Papst Benedikt XVI. (links). Foto: Privat

Der Tod des emeritierten Papstes Benedikt XVI. aus Deutschland weckt die Erinnerungen an einen besonderen Tag für die Schreinerinnung Freiburg: Am 14. Juni 2006 konnte Innungs-Obermeister Bernhard Schwär bei der Generalaudienz auf dem Petersplatz in Rom einen Gebetsstuhl an den Papst übergeben. Diesen hatten die Schreiner eigens für den Heiligen Vater gebaut. Ein Rückblick.

70.000 Menschen hatten sich am 14. Juni 2006 auf dem Petersplatz in Rom versammelt. Bei strahlendem Sonnenschein warteten sie darauf, einen Blick auf den Papst zu erhaschen und vielleicht sogar ein Wort mit dem Heiligen Vater zu wechseln. Einer, dem diese Ehre zuteil wurde, war Bernhard Schwär, Obermeister der Schreinerinnung Freiburg. Er nutzte die Generalaudienz, um einen Gebetsstuhl an Papst Benedikt XVI. zu überreichen. Nach dem Tod des emeritierten Papstes am 31. Dezember 2022 erinnert er sich zurück an dieses „Riesenerlebnis für die Innung“.

Post aus dem Vatikan

Die Übergabe des Stuhls war der Höhepunkt einer viertägigen Rom-Reise der Innung mit 41 Personen. Bereits ein Jahr zuvor hatten die Planungen begonnen. „Wir haben damals alle Kontakte selbst hergestellt“, erinnert sich Schwär. Per Post ging zunächst eine von den Mitgliedern unterschriebene Festschrift zum 175-jährigen Innungsjubiläum nach Rom. Doch der beim Vatikan vorgetragene Wunsch nach einer Audienz beim Papst blieb zunächst ohne Resonanz. Schwär blieb jedoch dran. Die Idee mit dem Gebetsstuhl entstand. Eine am PC entworfene Musterzeichnung eines „ergonomischen Betstuhls“ mit Papstwappen schickte er am 12. Mai 2006 nach Rom. Und tatsächlich: Zwei Wochen später kam die Einladung aus dem Vatikan zur Generalaudienz am 14. Juni.

„Intensive Begegnung“

Entworfen und gebaut hatten den Stuhl neben den Vorständen der Innung der Schreinermeister Hansjörg Disch aus Gundelfingen-Wildtal und Richard Emmenecker aus Bollschweil. Bernd Schwär machte außerdem einen Intarsienmeister aus Como in Italien ausfindig, der das päpstliche Wappen in den aus Kirschbaumholz konstruierten Stuhl einarbeitete.

Wie gut das kunsthandwerkliche Geschenk beim Papst ankam, erfuhr Schwär dann bei der Begegnung mit dem Heiligen Vater, die er als „intensiv“ beschreibt. Während seine 40 Mitreisenden die Audienz von der 13. Reihe aus verfolgten, durfte Schwär in einem abgesperrten Bereich ein fünfminütiges Gespräch mit dem Papst persönlich führen. Schon die Zeichnungen des Stuhls hätten ihm gut gefallen, ließ Benedikt den Gast aus Freiburg wissen und bedankte sich ausdrücklich „für dieses sinnvolle Geschenk“. Im Gegenzug erhielt Schwär fünf Rosenkränze: zwei vom Papst, und drei von Georg Gänswein, dem aus dem Schwarzwald stammenden Privatsekretär des Papstes.

Heute, sieben Jahre später, zeigt sich Schwär beeindruckt, wie sehr sich der Papst vor dem Treffen mit der Schreinerinnung auseinandergesetzt habe. Der Obermeister aus Freiburg spricht von einem „sehr schönen Erlebnis, das noch immer einen unheimlichen Nachhall hat. Denn es ist ein positives Beispiel dafür, was das Schreinerhandwerk auch sein kann. Ich empfinde daher große Dankbarkeit für die Begegnung mit Papst Benedikt.“

Am 14. Juni 2006 bei Generaudienz auf dem Petersplatz in Rom übergibt die Schreinerinnung Freiburg an Papst Benedikt XVI. den Gebetsstuhl. Foto: Privat

Wo ist der Stuhl heute?

Als Benedikt XVI. am 31. Dezember 2022 in Rom verstarb, befand sich auch der Gebetstuhl aus Freiburg noch immer bei ihm. „Der Stuhl ist dort, wo auch Papst Benedikt bis zuletzt gelebt hat“, sagt Innungsmeister Bernhard Schwär. Seit seinem Amtsverzicht im Jahr 2013 lebte Benedikt im Kloster „Mater Ecclesiae“ in den vatikanischen Gärten. Schwär erinnert sich an die Worte des Papstes 2006 in Rom: „Er sagte mir, der Stuhl sei das einzige Geschenk, das ihm gehöre, weil sein Papstwappen darauf war.“ Geschenke, die das nicht haben, seien Eigentum des Vatikans.

Das Pokalfinale in Berlin hat den SC Freiburg verändert

SC-Trainer Christian Streich verbeugt sichTiefe Verneigung vor dem eigenen Anhang: Christian Streich im DFB-Pokal-Finale in Berlin. Foto: Achim Keller

Als der SC Freiburg 2015 den bitteren Gang in die zweite Liga antreten musste, sagte sein Trainer: „Der Verein ist ein kleiner Verein, aber ein großer in seinem Wesen“. Wie recht Christian Streich behalten sollte, zeigte das zurückliegende DFB-Pokal-Finale. Vor allem die Fans des Vereins übertrafen trotz der Niederlage gegen Leipzig alle Erwartungen – und machen Lust auf mehr.

Am Rande des Empfangs für den SC Freiburg auf dem Platz der Alten Synagoge am Sonntagabend sagte Freiburgs Oberbürgermeister Martin Horn einen bemerkenswerten Satz: „Man macht sich selbst nicht groß, indem man andere klein macht.“ Er sprach damit den Unterschied zwischen dem SC Freiburg und einem Vereins-Gebilde wie RB Leipzig an, das aus lediglich 21 handverlesenen Clubmitgliedern besteht. Dieser Unterschied wurde am Samstag in der Hauptstadt anhand der beiden Fanlager für jedermann offenkundig. Und wie.

Da waren die rund 40.000 SC-Fans, die in Berlin für eine denkwürdige Atmosphäre gesorgt hatten, die in einem friedlichen Fanmarsch zum Spiel gepilgert waren und das Olympiastadion zum Beben brachten – und ihre Mannschaft auch dann noch feierten (oder erst recht), als die bittere Niederlage im größten Spiel der Vereinsgeschichte längst feststand.

Die 12.000 Fans auf dem Platz der Alten Synagoge am Sonntag bildeten hierzu den krönenden Abschluss. Und der Leipziger Anhang? Der kam im Angesicht des Triumphs seltsam stimmungsarm daher. Das nötigte auch dem diplomatischen Herrn Horn Respekt ab: „Man hat nur einen Fanblock gehört, und das war unserer“, sagte er. Sich selbst groß machen, das zeigte das Pokalwochenende, hat dieser SC Freiburg aber gar nicht nötig. Dem Sport-Club fliegen seit Jahren die Sympathien zu – und er stößt spätestens seit dem Finale in neue Dimensionen vor.

„Der SC Freiburg ist sowieso überragend gut. Der Verein ist in Deutschland sehr beliebt, und wenn ich ins Ausland gehe, wird auch über Freiburg gesprochen.“

Joachim Löw, SC-Ehrenspielführer und früherer Bundestrainer

Ex-Bundestrainer und SC-Ehrenspielführer Joachim Löw drückte es in den Katakomben des Olympiastadions nach dem Abpfiff des Finales so aus: „Der SC Freiburg ist sowieso überragend gut. Der Verein ist in Deutschland sehr beliebt, und wenn ich ins Ausland gehe, wird auch über Freiburg gesprochen. Das hat schon auch einen Grund. Der Grund ist, dass sie einfach nicht nur gut Fußball spielen, sondern für gewisse Werte stehen: Bescheidenheit, Bodenständigkeit, und dass die Spieler, die da sind, besser werden und trotzdem auf dem Boden geblieben sind. Das macht einfach Spaß“, sagte Löw.

Zu dem denkwürdigen Auftritt des SC Freiburg in Berlin passen die Reaktionen der bundesweiten Presse nach dem Finale: „Der SC Freiburg holt viele Herzen“, schreibt Die Zeit. Die Süddeutsche Zeitung attestiert dem SC „bodenständige Wertarbeit“ und die Badische Zeitung zieht das Fazit, der SC habe trotz der unglücklichen Niederlage nach dem Spiel „Größe und Haltung“ gezeigt: „Allen voran Trainer Christian Streich.“

Die Hauptstadt war am Samstag fest in Freiburger Hand. Foto: Detlef Berger

Als dieser 2012 das Cheftraineramt beim SC übernahm, hatte der Verein 4.300 Vereinsmitglieder. Heute sind es über 35.000 – auch dank der Finalteilnahme und einer starken Bundesliga-Saison, die dem SC die Teilnahme an der Europa League bescherte.

Von der friedlichen Begeisterung der Fans in Berlin und Freiburg zeigte sich der 56-jährige SC-Coach tief beeindruckt – und sagte deshalb am Sonntag auf der Bühne vor dem Platz der Alten Synagoge, während an seiner Seite Freiburgs unterlegene Pokalhelden standen: „Wenn ich ganz ehrlich sein soll, habe ich keine Sorgen vor der nächsten Saison. Nur ein bisschen. Ich freue mich wahnsinnig. Wir haben am Donnerstag Europapokal, wir spielen am Sonntag Bundesliga und am Donnerstag spielen wir wieder Europapokal.“ Dann reckt er die Faust in die Höhe und ruft zu den Fans: „Mit Euch! Mit Euch!“

Freiburg wirbt mit neuem Logo für den Tourismus

Freiburg Logo Tourismus StadtplanAuf Stadtplänen, Broschüren und mehr wird das neue touristische Logo der Stadt Freiburg in Zukunft zu sehen sein. Foto: FWTM

Die Stadt Freiburg will Erlebnisse abseits des klassischen Städtetourismus bieten. Teil des neuen Konzepts ist auch ein neues, einheitliches Logo, das bei sämtlichen touristischen Flyern, Broschüren und Giveaways sowie beim touristischen Leitsystem in der Innenstadt zu sehen sein wird.

Mit einem neuen, frischen Logo inklusive touristischer Marke will die Freiburg Wirtschaft Touristik und Messe GmbH & Co. KG (FWTM) den Tourismus in der Stadt stärken. „Wie viele andere Städte auch steht Freiburg im Wettbewerb um Fachkräfte, Unternehmen und Gäste. Der Tourismus ist dabei ein wichtiger Wirtschaftsfaktor“, so FWTM-Geschäftsführerin Hanna Böhme.

Zwei Jahre Arbeit und 200.000 Euro hat es gekostet, nun sollen die Gäste überall auf das stempelähnliche Logo treffen: Zum Beispiel an der Tourist-Information am Rathausplatz, bei sämtlichen touristischen Flyern, Broschüren und Give-aways oder beim touristischen Leitsystem in der Freiburger Innenstadt. In den Prozess waren von Anfang an Leistungsträger der hiesigen Tourismusbranche einbezogen worden.

Entwickelt wurde das Konzept im Rahmen des 2019 vom Gemeinderat beschlossenen Tourismuskonzepts. Insgesamt 82 Maßnahmen sieht das Konzept vor. Die Priorisierten, wie das Logo und die Marke, werden nun konsequent in der nahen Zukunft umgesetzt.

Für die Umsetzung der touristischen Marke habe man sich auf die Stärken Freiburgs fokussiert. Freiburg sei aktiv, „wunderfitzig“, „freiköpfig“, aber eben auch nachhaltig, selbstbestimmt und lebenslustig. Diesen Kern gelte es nun auszuarbeiten, sich vom klassischen Städtetourimus zu distanzieren. Selfiespots und Schnappschusskulissen seien es nicht, die Freiburg auszeichnen würde, heißt es von Seiten der FWTM.

Um die Marke mit Leben zu füllen, sei es wichtig, dass die verschiedenen Akteure nun weiterhin zusammenarbeiten. Für die kommenden Monate sind deshalb Workshops geplant, um den touristischen Partnern Möglichkeiten für die inhaltliche und optische Umsetzung der neuen touristischen Marke aufzuzeigen.

Autorin: Claudia Kleinhans

Seltener Waldrapp Zoppo in Freiburg und im Dreisamtal gesichtet

„Waldrappe sind gute Flieger, da steckt durchaus die Neugier dahinter“, sagt der Freiburger Ornithologie-Professor Gernot Segelbacher. Foto: Adobe.Stock

Langer, gebogenen Schnabel, eine schwarze Halskrause und punkige Frisur: die Sichtung eines Waldrapps hat in der vergangenen Woche in Freiburg und der Region für Aufsehen gesorgt.

Er hört auf den Namen „Zoppo“ und stammt aus einem Auswilderungsprojekt in Überlingen am Bodensee. Der seltene Vogel war in Freiburg unterwegs, schaute am Flugplatz und bei der JVA vorbei. Auch in der Nähe von Endingen am Kaiserstuhl haben Vogelfreunde ihn entdeckt. Sein Ausflug führte ihn bis ins Elsass.

Und am Montag dann gleich die nächste Sensation für Vogelfans: mit „Obelix“ war ein weiterer Waldrapp in Freiburg und im Dreisamtal unterwegs – gesichtet wurde er am Montagabend und am Dienstag unter anderem auf den Feldern zwischen Zarten und Ebnet und bei Kirchzarten. Er verweilte nach seiner Rückkehr aus Italien nur kurz in Überlingen und startete dann seine Erkundungstour.

„Seit das Aufzucht-Projekt in Überlingen angefangen hat, sind bei uns in der Gegend regelmäßig einige Waldrappe unterwegs. Im Raum Freiburg war das jetzt aber der erste Nachweis und eine Art, die mal ausgestorben war und die jetzt wieder zurückkommt in der freien Natur zu sehen, das ist schon außergewöhnlich“, sagt Professor Gernot Segelbacher, Ornithologe und wissenschaftlicher Mitarbeiter im Bereich Wildtierökologie und Wildtiermanagement an der Uni Freiburg.

Das Projekt ist der erste Versuch, eine hierzulande ausgestorbene Zugvogelart wiederanzusiedeln. Die Tiere wurden mit der Hand aufgezogen, auf Motorflieger trainiert und fliegen so mit menschlicher Hilfe in ihr Überwinterungsquartier nach Italien. Nach zwei bis drei Jahren kehren sie selbstständig zurück, so wie „Zoppo“. Kurz nach seiner Rückkehr, machte er sich zu seinem Ausflug nach Freiburg auf.

„Da steckt Neugier dahinter“

„Waldrappe sind gute Flieger, da steckt durchaus die Neugier dahinter, was es noch so gibt. Es kann schon sein, dass da in Zukunft immer mal wieder einer zu uns kommt“, sagt der Ornithologe. Wer einen der gefiederten Exoten entdeckt, hat keine schlechten Chancen, ein Foto zu schießen. „Da sie von Hand aufgezogen wurden, tolerieren sie Menschen und sind auch gerne am Flughafen oder an anderen Flächen mit kurzem Rasen unterwegs.“

Mit der App „Animal Tracker“ kann man die Route der Zugvögel, die einen GPS-Tracker tragen, verfolgen und Sichtungen melden. Wer einen Waldrapp entdeckt kann diesen per Fußring über die App zuordnen – „Zoppo“ trägt beispielsweise die Nummer 164, „Obelix“ die 302.

Teilnahmebedingungen für Gewinnspiele auf der Instagram-Seite des Freiburger Wochenbericht

Wir verlosen 2 x 2 Sitzplatz-Eintrittskarten für das Bundesliga-Heimspiel des SC Freiburg gegen den 1. FC Heidenheim am Sonntag, 19. April 2026 um 15.30 Uhr im Europa-Park Stadion in Freiburg auf dem Instagram-Account des Freiburger Wochenbericht.

1. Veranstalter:

1.1 Veranstalter des Gewinnspiels ist die Freiburger Wochenbericht Verlags GmbH, Lörracher Str. 3, 79115 Freiburg, im Folgenden als Freiburger Wochenbericht bezeichnet.

1.2 Mit der Teilnahme erklärt sich der Gewinnspielteilnehmer mit der Geltung der Teilnahmebedingungen sowie den Datenschutzbedingungen einverstanden.

2. Teilnahme:

2.1 Um am Gewinnspiel teilnehmen zu können, müssen die Teilnehmenden dem Freiburger Wochenbericht Instagram-Account folgen und den Beitrag liken.

2.2 Das Gewinnspiel startet am 9.4.2026 und endet mit Ablauf des 14.4.2026 (nachfolgend „Aktionszeitraum“ genannt).

2.4 Als Gewinn verlost der Freiburger Wochenbericht 2 x 2 Sitzplatz-Eintrittskarten für das Bundesliga-Heimspiel des SC Freiburg gegen den 1. FC Heidenheim am Sonntag, 19. April 2026 um 15.30 Uhr im Europa-Park Stadion in Freiburg.

3. Teilnahmeberechtigung:

3.1 Teilnahmeberechtigt ist nur, wer das 18. Lebensjahr vollendet hat und seinen ständigen Wohnsitz in Deutschland hat.

3.2 Nicht teilnahmeberechtigt am Gewinnspiel sind alle an der Konzeption und Umsetzung des Gewinnspiels beteiligten Personen und Mitarbeiter des Freiburger Wochenbericht.

3.3 Die Teilnahme am Gewinnspiel ist kostenlos und in keiner Art und Weise vom Erwerb einer Ware oder Inanspruchnahme einer Dienstleistung abhängig.

3.4 Das Gewinnspiel steht in keinerlei Verbindung zu Instagram und wird in keiner Weise von Instagram gesponsert, unterstützt und organisiert. Instagram ist von jeglichen Schadensansprüchen, die bei der Durchführung des Gewinnspiels entstehen können, freigestellt.

3.5 Der Freiburger Wochenbericht übernimmt keine Verantwortung für technische Probleme oder sonstige Schwierigkeiten, die außerhalb ihres Einflussbereichs liegen und die Teilnahme am Gewinnspiel beeinträchtigen könnten.

3.6 Der Freiburger Wochenbericht behält sich das Recht vor, das Gewinnspiel ohne Ankündigung und ohne Angabe von Gründen abzubrechen. In diesem Fall besteht kein Anspruch auf Durchführung des Gewinnspiels. Von dieser Möglichkeit macht der Freiburger Wochenbericht insbesondere Gebrauch, wenn aus technischen oder aus rechtlichen Gründen eine ordnungsgemäße Durchführung des Gewinnspiels nicht gewährleistet werden kann.

4. Gewinnermittlung, Gewinnbenachrichtung und Gewinnverteilung:

4.1 Die Ermittlung der Gewinner erfolgt zeitnah nach Ablauf des Aktionszeitraum per Losverfahren.

4.2 Die Gewinner der Verlosung werden nach Beendigung des Gewinnspiels per Instagram Privatnachricht informiert.

4.3 Die Aushändigung des Gewinns erfolgt nach Beendigung des Gewinnspiels ausschließlich per Instagram-Direktnachricht, per E-Mail-Versand oder per Selbstabholung unter dieser Adresse: Freiburger Wochenbericht Verlags GmbH, Lörracher Straße 3, 79115 Freiburg. Für den Versand des Gewinns wird eine E-Mail Adresse benötigt. Eine Aushändigung des Gewinns auf dem Postweg ist nicht möglich.

4.4 Eine Barauszahlung im Falle des Gewinns ist nicht möglich.

5. Datenschutz:

5.1 Für die Teilnahme am Gewinnspiel ist die Angabe von persönlichen Daten notwendig. Alle Namen und Telefonnummern der Teilnehmenden werden erfasst und zur Gewinnermittlung gespeichert. Die Kontaktdaten, die vom Gewinner mitgeteilt werden, werden ausschließlich zur Versendung des Gewinnes genutzt und innerhalb eines Jahres gelöscht. Eine weitere Nutzung oder Weitergabe der Daten an Dritte findet nicht statt. Den Teilnehmenden stehen gesetzliche Auskunfts-, Änderungs- und Widerrufsrechte zu. Fragen oder Beanstandungen im Zusammenhang mit diesem Gewinnspiel sind an die im Impressum angegebenen Kontaktdaten des Veranstalters zu richten.

5.2 Die Gewinner sind damit einverstanden, im Falle eines Gewinns vom Freiburger Wochenbericht über den Umstand, gewonnen zu haben, informiert und entsprechend kontaktiert zu werden.

6. Rechtsweg:

6.1 Das Gewinnspiel des Betreibers unterliegt ausschließlich dem Recht der Bundesrepublik Deutschland. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Christian Streich: Nach Sorgs Entlassung beim SC Freiburg steht er wider Willen im Rampenlicht

SC-Trainer Christian Streich im Jahr 2011SC-Trainer Christian Streich bis der Podiumsdiskussion 2011 in der Freiburger Fußballschule. Foto: Patrick Seeger

Der SC Freiburg hat Marcus Sorg als Trainer entlassen. Nachfolger ist Christian Streich, der für diesen Job wie geschaffen scheint – ihn so aber nicht wollte. Am Mittwoch fliegt der SC Freiburg ins Trainingslager und lässt eine turbulente Woche hinter sich. Mit dem neuen Trainer Christian Streich soll alles besser werden.

Es ist nicht lange her, am 24. Oktober des gerade abgelaufenen Jahres, da geschah in der Freiburger Fußballschule Bemerkenswertes. Am Wochenende davor war der SC Freiburg erstmals ans Tabellenende der Bundesliga gestürzt – nach einem 0:1 in Kaiserslautern am zehnten Spieltag der Saison. An diesem Montagabend in der Fußballschule also, ausgerechnet zum Festakt ihres zehnjährigen Bestehens, fragte der Moderator nach den Gründen für die sportliche Misere des Sportclubs. Es war die erste Frage des Abends. Derjenige, demdie Frage gestellt wurde, wippte leicht nervös von einem Fuß zum anderen. Es war nicht Cheftrainer Marcus Sorg.

Das Drehbuch des Abends wollte es so, dass Sorg nur als Zuhörer unten im Plenum neben SC-Präsident Fritz Keller saß – und zuhören musste, wie sein Co-Trainer Christian Streich oben im Rampenlicht die Frage beantwortete.

Als Chef ins Trainingslager

Heute, gut zwei Monate später, ist Christian Streich (46) selbst Cheftrainer beim Sportclub. Die Talfahrt in der Tabelle hat erstaunliche Ereignisse im Breisgau ausgelöst. Erst sagte der Verein fünf Spielern, darunter dem beliebten Kapitän Heiko Butscher, dass sie sich einen neuen Verein suchen sollen. Und keine Woche später wird Marcus Sorg, der diese Entscheidung maßgeblich initiiert haben soll, entlassen und Christian Streich als neuer Cheftrainer vorgestellt. In der Regel läuft das anders herum: Ein neuer Trainer kommt, der dann den Kader ausmisten darf. Zumindest diesbezüglich bleibt der SC der „etwas andere“ Verein.

Heute reist Streich mit der Mannschaft zum Trainingslager ins spanische Rota. Seine plötzliche Beförderung ist ihm höchst unangenehm. In Bezug auf VorgängerMarcus Sorg sei es „vielleicht die schwierigste Entscheidungmeines Lebens“ gewesen, das ihm angetragene Amt zu übernehmen.
Und: „Ich habe nie gedacht, dass ich mal Cheftrainer eines Bundesligavereins werde“, so Streich.

Streich ist seit 1995 Jugendtrainer beim SC. Mit den A-Junioren sind ihm zahlreiche Erfolge gelungen. Streichs größter Erfolg bleiben aber seine Verdienste als sportlicher Leiter der Freiburger Fußballschule. Jetzt steht er vor der wohl größten Aufgabe seines Lebens. Ermuss einem mutlosen Team die Augen öffnen – und entstandene Wunden kitten.

Wie das gehen soll, zeigte Streich am Montag, bei seinem ersten Training als Chefcoach. Zwischen den
Einheiten holte er die Spieler immer wieder zu sich und sagte einige Worte. Einer der vielleicht wichtigsten
Gründe, warum Präsident Fritz Keller und Sportdirektor Dirk Dufner Ex-Trainer Sorg durch Streich ersetzt
haben, ist wohl in dessen Art der Kommunikation begründet. Dufner sagt über Streich: „Er ist jemand, der
manchmal viel schroffer sein kann.“

Was dieser Satz im Umkehrschluss über Ex-Trainer Marcus Sorg verrät, sagt der Sportdirektor nicht. Die Fans sind enttäuscht Der Verdacht, dass einige Spieler Internas an die Presse weitergeleitet haben sollen, kanzelt Streich denn auch mit deutlichen Worten ab: „Wenn das so war, dann ist das ein absoluter Affront“, sagt er.

Christian Streich steht am Anfang einer schwierigen Aufgabe muss aber nicht nur den Teamgeist
wiederherstellen, sondern entstandene Wunden heilen. Auch gegenüber den Fans. Die trauern noch immer dem geschassten Kapitän Heiko Butscher nach. Eine Entscheidung die Streich nach eigener Aussagemitträgt. „Der SC war mein Verein“, sagte der enttäuschte Butscher, als er am Montag das Trainingsgelände verließ. Die Anhänger dankten es ihm mit einem warmen Applaus. Das zeigt: Schon die Suche nach einem neuen Kapitän macht Streichs neue Aufgabe so schwer. Eine Aufgabe,
die erst begonnen hat.

Papst Benedikt XVI. zeigt sich begeistert von Besuch in Freiburg

Übergabe des Gastgeschenks: Freiburgs Oberbürgermeister überreicht dem Heiligen Vater eine von Juwelier Jürgen Wiedemann entworfene Schale aus Silber, mit Solarzellen und einer mittig aufgesetzten Skulptur.Der Heilige Vater in Freiburg – hier an der Seite von Oberbürgermeister Dieter Salomon (2.v.l.) und Papstsekretär Georg Gänswein (re.). Foto: Zurbonsen

Ein Brief vom Heiligen Vater: Papst Benedikt XVI. dankt Erzbischof Zollitsch in einem Brief für die Gastfreundschaft, die er bei seinem Besuch in Freiburg erlebt.

In einem Schreiben an Erzbischof Robert Zollitsch hat sich Papst Benedikt XVI. für die Gastfreundschaft in der Erzdiözese Freiburg bedankt: „Mit großer Freude und Dankbarkeit denke ich an meine Apostolische Reise nach Deutschland zurück. Dieser Besuch mit seinen eindrucksvollen Stationen in Berlin, Erfurt, Etzelsbach und Freiburg bleibt mir in lebendiger Erinnerung. Vielen Menschen durfte ich begegnen, ihnen die Frohe Botschaft verkünden, mit ihnen zusammen beten und sie im Glauben stärken.“

In dem Brief des Papstes an den Erzbischof von Freiburg heißt es wörtlich: „Die herzliche Aufnahme durch die Bischöfe und die Gläubigen in Deutschland und die sichtbar zum Ausdruck gebrachte Verbundenheit mit dem Nachfolger Petri haben mich in meinem Petrusdienst bestärkt.“ Allein an der Vigilfeier und der Heiligen Messe mit Benedikt XVI. hatten in Freiburg rund 130.000 Pilger teilgenommen. (fwb)