In der Sommervorbereitung trifft der SC Freiburg unter anderem auf Racing Straßburg und den AC Florenz. Foto: Joers
Am 24. August startet der SC Freiburg wieder in die Fußball-Bundesliga. Welche Testspiele bis dahin noch anstehen zeigt unsere Übersicht.
Den ersten Härtetest hat der SC Freiburg unter seinem neuen Trainer Julian Schuster bereits hinter sich. Im Trainingslager in Schruns gab es ein 1:1 (0:0) gegen den österreichischen Erstligisten SCR Altach. Die Freiburger Führung in Österreich gegen die Österreicher erzielte – wie sollte es anders sein – ein Österreicher: Junior Adamu traf zum 1:0 nach einer zielgenauen Flanke von Kapitän Christian Günter (83. Minute). Luca Kronberger (85.) markierte den 1:1-Endstand.
Weiter geht es mit den Testspielen noch in dieser Woche: Zum Abschluss des Trainingslagers trifft der SC am Freitag, 26. Juli auf die Spvgg. Greuther Fürth. Anpfiff in Schruns gegen den Zweitligisten um deren Trainer Alexander Zorniger ist um 14 Uhr. Mit Luca Itter und Maximilian Dietz stehen gleich zwei Ex-Freiburger im Fürther Kader.
Der dritte Test der Vorbereitung steht am Samstag, 3. August auf dem Programm: Gegner ist Racing Straßburg, der Vorjahres-13. der ersten, französischen Liga. Anpfiff ist um 15:30 Uhr im Colmar Stadium in Frankreich.
Der Testspiel-Abschluss ist zugleich der Höhepunkt der Sommervorbereitung: Im Rahmen der Saisoneröffnung am Samstag, 10. August empfängt der SC den AC Florenz im Europa-Park-Stadion (15:30 Uhr). Das Spiel gegen den letztjährigen Finalisten der Europa Conference League und Achten der Serie A steht ganz im Zeichen des 120-jährigen Vereinsjubiläum des SC. Ein Wiedersehen wird es dann mit Lucas Beltrán, Angreifer bei der Fiorentina geben – im Sommer 2023 hatte der SC Freiburg vergeblich versucht eine Einigung mit River Plate über einen Transfer Beltráns in den Breisgau zu erzielen.
Eine Woche später steht das erste Pflichtspiel der Saison an: In der ersten Runde des DFB-Pokals am Samstag, 17. August (15.30 Uhr) muss der SC bei Zweitliga-Absteiger VfL Osnabrück ran. Im Kader der Osnabrücker steht mit Lars Kehl auch ein Freiburger Eigengewächs, das von 2012 bis 2023 die diversen Jugendmannschaften des SC Freiburg durchlief und für Freiburg sein Profidebüt gab.
In der Fußball-Bundesliga wird es das erste Mal eine Woche später am Samstag, 24. August um 15:30 Uhr ernst: Zum Auftakt empfängt der SC Freiburg den VfB Stuttgart für das Baden-Württemberg-Derby im Europa-Park Stadion.
Daniel-Kofi Kyereh – hier beim Heimspiel gegen Mönchgladbach im Oktober 2022 – hat erneut mit seiner Knieverletzung zu kämpfen. Foto: Berger
Daniel-Kofi Kyereh vom Fußball-Bundesligisten SC Freiburg hat nach erneuten Knieproblemen das Trainingslager in Schruns vorzeitig verlassen. Der 28-Jährige, der im Februar 2023 zum zweiten Mal im selben Knie einen Kreuzbandriss erlitt, muss nun erneut operiert werden.
Bittere Nachricht für Freiburgs Pechvogel Daniel-Kofi Kyereh: Wie der Verein am Mittwoch mitteilte, ist der Ghanaer vorzeitig aus dem Trainingslager in Schruns abgereist. Nach den gesteigerten Belastungen seien erneute Probleme in Kyerehs verletztem Knie aufgetreten, so der SC. Ein „operativer Eingriff“ solle nun Aufschlüsse darüber geben, wie die weitere Behandlung und Belastungssteuerung zielgerichtet fortgeführt werden könne.
Kyereh hatte sich im Februar 2023 im Training das Kreuzband gerissen. Es war die zweite Verletzung dieser Art im selben Knie. Kyereh war zur Saison 2022/23 vom SC Freiburg für 4,5 Millionen Euro vom damaligen Zweitligisten FC St. Pauli verpflichtet worden. Doch immer wieder bremsten den hoch veranlagten Offenisvspieler Verletzungen aus. Für den SC lief er bislang in 18 Spielen auf und erzielte drei Tore.
Fortschritte und das Heranreifen der Schülerinnen und Schüler begleiten, für Kim Vu ist das eine erfüllende Lebensaufgabe.
Foto: Privat
Kim Vu, Lehrerin der Staudinger-Gesamtschule, hat den diesjährigen Freiburger Lehrerpreis gewonnen. Die 32-Jährige, die bei der Schülerschaft mit Humor, Empathie und Scharfsinn punktet, unterrichtet Englisch, Chemie und Ethik. Im Gespräch mit Redaktionsleiter Sven Meyer spricht sie über die Herausforderungen ihres Berufes.
Frau Vu, Sie sind Freiburgs Lehrerin des Jahres. Was empfanden Sie, als Ihnen die Nachricht dieser Auszeichnung übermittelt wurde?
Kim Vu: Es war sehr überwältigend, aufregend und sehr rührend. Ich war vor allem überwältigt von der Freude der Kinder, die mit mir die Nachricht gehört haben. Es berührt mich immer noch, welche Worte und Stimmungen ich gehört und erfahren habe. Auf der anderen Seite möchte ich diese Auszeichnung nicht alleine tragen, weil es so viele Lehrkräfte gibt, denen ich sie geben würde und die ich bewundere.
Was zeichnet Sie und Ihren Unterricht aus?
Vu: Was ich aus den Antworten der Schülerinnen und Schüler entnehmen konnte, unter anderem Vertrauenswürdigkeit, Klarheit, Sachlichkeit und Humor. Ich fand es sehr schön, dass meine Schüler das so wahrnehmen. Beziehungsarbeit, Rituale und Regeln sind mir immens wichtig. Wir begegnen uns respektvoll und auf Augenhöhe. In unserem Kollegium arbeiten wir miteinander, teilen Einheiten für das Schuljahr auf, teilen Unterrichtsmaterial etc., das erleichtert die organisatorische Arbeit sehr. Ich bin inspiriert von meinen Kolleginnen und Kollegen, deren Innovation und Engagement.
Gibt es bestimmte Dinge, auf die Sie beim Unterrichten und bei der Interaktion mit Schülerinnen und Schülern, besonders viel Wert legen?
Vu: Alle miteinzubeziehen. Wertschätzung, Blickkontakt, Wahrnehmen, Offenheit, Lachen, beim Namen zu rufen und vor allem Geduld. Nicht zu Urteilen bei den Handlungen, sondern es immer wieder zu versuchen und Verständnis, aber auch Grenzen aufzuzeigen. Ich finde es auch wichtig zu zeigen, dass man selbst menschlich ist und es erlaubt ist, Fehler zu machen und schlechte Tage zu haben und Chancen anzunehmen. In meiner Jugend war das Lied „Gangsta’s Paradise“ ganz groß und die Zeile „They say I gotta learn, but nobody’s here to teach me – If they can’t understand it, how can they reach me?“ erinnert mich daran, empathisch mit der persönlichen Situation meiner Schüler zu sein und daran zu denken, dass viele Faktoren wichtig sind, um ein angenehmes Lernklima zu schaffen.
Wie empfinden Sie denn die heutige Jugend, die Sie ja unterrichten, generell – hat sich etwas im Vergleich zu Ihrer eigenen Schulzeit verändert?
Vu: Es ist sehr unterschiedlich. Es ist bei uns an der Staudi bunter und offener – aber ich glaube das ist eine Besonderheit meiner Schule und leider keine Selbstverständlichkeit. Wir pflegen eine enge Zusammenarbeit mit dem Elternhaus, haben eine aktive Schulsozialarbeit und ein immer ansprechbares Schulleitungsteam – das habe ich zu meiner Jugend weniger wahrgenommen. Im Hinblick auf die Schülerschaft gibt es Kinder und Jugendliche, die wahnsinnig politisch interessiert und engagiert sind, was in meiner Jugend eher rar war. Integration ist immer noch ein großes Thema. Vielleicht auch ein Größeres als damals. Außerdem beobachte ich einen größeren Medienkonsum, der auch problematisch ist.
Welchen Stellenwert nimmt das Thema Digitalisierung im Unterricht an der Staudinger Schule ein?
Vu: Mit dem Neubau der Staudinger-Gesamtschule wurden wir medial sehr gut ausgestattet. Alle Schüler erhalten ab Klasse 8 ein iPad. Natürlich müssen wir digitale Medien kritisch betrachten, aber es ist das Zeitalter und wir müssen lernen, damit umzugehen, es gut ein- und umzusetzen, es im Unterricht thematisieren und Medienkompetenz entwickeln. Wir haben ein Multimedia-Team, Arbeitskreise und ein Team, das ständig am Medienkonzept arbeitet.
Das deutsche Schulsystem steht stark in der Kritik: Wie erleben Sie das? Muss sich Schule in Deutschland radikal ändern?
Vu: Aus meiner Perspektive steht das deutsche Schulsystem zu Recht unter Kritik. Kritik ist richtig und wichtig. Aus meiner Perspektive muss sich einiges ändern. Lehrermangel wird zwar gerade in den Medien oft thematisiert, aber es ist nicht das Einzige. Dafür, dass wir mit den Menschen unserer Zukunft arbeiten, wird viel zu wenig in Bildung investiert.
Welche drei Tipps würden Sie Lehrer-Neulingen mit auf den Weg geben, um im Lehrberuf erfolgreich sein zu können?
Vu: Sich selbst klar machen, warum man diesen Job machen möchte und Spaß dran haben. Verbündete finden mit denen man Erfahrungen, Ideen und auch schlechte Tage teilt. Verständnis und Geduld haben – für andere und sich selbst.
Sie machen jetzt ein Auszeitjahr: Was planen Sie?
Vu: Menschen und Kulturen kennenlernen. Ein paar Monate woanders zu verbringen. Insgesamt Erfahrungen sammeln, Selbstfürsorge und Energie tanken!
Die Polizei nahm einen Autofahrer fest, der nach mehreren Unfällen geflohen war.
Am Freitag, 19. Juli, kam es gegen 15.25 Uhr auf der A5, Fahrtrichtung Norden, zwischen den Anschlussstellen Freiburg-Nord und Teningen zu gefährlichen Fahr- und Überholmanövern eines schwarzen Mercedes-Benz SUV mit Freiburger Kennzeichen. Unter anderem verursachte dieser hierbei auf dem Autobahnparkplatz „Hölzle“ einen Verkehrsunfall mit einer leicht Verletzten und flüchtete.
Gegen 16.55 Uhr konnte der SUV im Industriegebiet Freiburg-Hochdorf am Kreisverkehr Markwaldstraße / Bebelstraße gesichtet werden, wo er einen weiteren Unfall verursachte und flüchtete.
Der 31-jährige Fahrer, der erheblich alkoholisiert war, konnte im Nahbereich festgenommen werden. Die Verkehrspolizei Freiburg sucht Zeugen und Geschädigte unter 07 61 / 8 82 – 31 00.
Die letzte Fahrerin aus einer Kolonne mit drei Radfahrern stürzte – sie verletzte sich lebensbedrohlich.
Aus bislang ungeklärter Ursache stürzte eine 61-Jährige Radfahrerin am vergangenen Freitag, 19. Juli, gegen 22.25 Uhr auf der Verbindungsstraße zwischen Lehen und Mundenhof (Zum Tiergehege). Die Radfahrerin fuhr als Letzte in einer Kolonne von drei Radfahrerinnen und zog sich durch den Sturz lebensgefährliche Verletzungen zu.
Es werden Zeugen gesucht, die zum Unfallhergang sachdienliche Hinweise geben können. Hinweise die Verkehrspolizei in Freiburg telefonisch rund um die Uhr unter 07 61 / 8 82 – 31 00 entgegen.
Das Jahr 2023 schließt die VAG mit einem Fehlbetrag von 23,1 Millionen Euro ab – geplant war ursprünglich ein Minus von 37,6 Millionen Euro. Dies liegt vor allem an einer Sache: „Wir haben das Jahr im Frühjahr 2022 geplant“, so Vorstandsmitglied Oliver Benz.
Damals waren die Energiepreise hoch, die Corona-Pandemie vorbei. Niemand wusste, dass das Deutschlandticket kommt und der Rettungsschirm vom Bund habe der VAG gut getan, so Benz. Letzten Endes erwirtschaftete die VAG rund sieben Millionen Euro mehr und gab vier Millionen Euro weniger für Energie aus. Für eine kaputte Straßenbahn nach einem Unfall im Februar 2023 zahlte der Versicherer zwei Millionen Euro aus.
Ein besonderer Meilenstein war 2023 die Eröffnung der Stadtbahnlinie Waldkircher Straße. Alles sei im Zeit- und Kostenplan geblieben, so Stephan Bartosch. 50 Prozent der Baukosten wurden gefördert.
Während die Fahrgastzahlen wieder auf Vor-Corona-Niveau sind, fehlen der VAG Fahrer: Zwar brauchte sie keine Notfahrpläne, aber zeitweise mussten Taxis eingesetzt werden. Von den 1.000 Mitarbeitern der VAG sind die Häflte im Fahrdienst tätig. 40 bis 50 Personen gehen jährlich – meist aus Altersgründen.
Der Einstieg in den Fahrdienst soll einfacher werden: Wer den PKW-Führerschein hat und mindestens 24 Jahre alt ist, wird in der Straßenbahn ausgebildet und bekommt laut Benz den Busführerschein gezahlt. Dadurch habe man im vergangenen Jahr rund 80 Fahrer einstellen können. „Im Vorjahr war es nicht einmal die Hälfte“, so Benz.
Mit sechs weiteren Gelenkbussen ist nun ein Drittel der Flotte elektrisch unterwegs. Noch immer spüre man die Nachwehen der Ersatzteilverfügbarkeit. In der nächsten Zeit möchte die VAG Ladestationen ausbauen und die Photovoltaikanlagen erneuern, um Strom selbst zu produzieren.
So sollen Neubau und saniertes Hauptgebäude bald aussehen.
Im Mai 2023 stimmte der Gemeinderat dem Erweiterungsbau der Max-Weber-Schule zu. Jetzt laufen die vorbereitenden Arbeiten für den Neubau: Hier steht derzeit noch ein Anbau, der abgetragen werden muss.
Der Neubau soll auf vier Geschossen 20 Klassen- und zusätzliche Nebenräume beherbergen. Entstehen soll er an der Nordostseite des Bestandsgebäudes in Richtung der Wannerstraße und den Straßenbahngleisen.
Seit rund 20 Jahren steht fest, dass die Max-Weber-Schule saniert werden soll, die Sanierung wurde jedoch immer wieder aufgeschoben. Der Abbruch des bereits bestehenden Anbaus soll in den Sommerferien stattfinden. Die Rohbauarbeiten könnten dann 2025 beginnen. 2026 sollen die Bauarbeiten dann abgeschlossen sein, sodass im Anbau Platz für die längst überfällige Sanierung des Hauptgebäudes besteht.
Der Erweiterungsbau soll rund 23,1 Millionen Euro kosten. Wie teuer die Sanierung des Bestandsgebäudes sein wird, ist hingegen noch nicht zuverlässig zu sagen – die Planungen für die Sanierung sollen 2025 beginnen.
Bernhard Hoetger, gespielt von Moritz Führmann. Foto: Farbfilm Verleih
Seine Bauwerke und Plastiken erregen heute noch Aufmerksamkeit, ihr Erschaffer ist jedoch nahezu vergessen: der Bildhauer und Architekt Bernhard Hoetger. Nun feiert ein Film über den Künstler bundesweiten Kinostart.
Seine Bauwerke und Plastiken erregen heute noch Aufmerksamkeit, ihr Erschaffer ist jedoch nahezu vergessen: der Bildhauer und Architekt Bernhard Hoetger. Der 90minutige Kinofilm „Bernhard Hoetger – Zwischen den Welten“ von Gabriele Rose erzählt das Schicksal dieses eigenwilligen Künstlers. Hoetger wird verkörpert von dem Schauspieler Moritz Führmann.
Hoetger zählt zur Avantgarde des frühen 20. Jahrhunderts. Ludwig Roselius lässt von ihm Teile der Bremer Böttcherstraße entwerfen. In Worpswede prägt er das Bild, das die Menschen heute mit dem Künstlerdorf verbinden. Mitte der 1920er verschlägt es ihn auf einen „nordischen“ Weg. Trotz seiner völkischen Ideen lässt Hitler Hoetgers Werke als „entartet“ einstufen. Im Film kommen Experten und historische Weggefährten, von Schauspielern dargestellt, zu Wort, deren Schilderungen auf Originalzitaten beruhen.
„Deadpool & Wolverine“ neu im Kino. Foto: 20th Century / Marvel
Marvels neuer Action-Kracher ist da! Im dritten Teil der “Deadpool“-Reihe muss der Marvel-Antiheld mit Wolverine zusammenarbeiten.
Seine Tage als Deadpool (Ryan Reynolds, links) liegen hinter ihm, ein lustloser Wade Wilson schuftet im zivilen Leben. Doch als seine Heimat bedroht wird, zieht er widerwillig seinen super Anzug wieder an, um den einstigen X-Men-Helden Wolverine (Hugh Jackman) zu überzeugen, sich ihm anzuschließen.
Dritter Teil der “Deadpool“-Reihe, in dem der Marvel-Antiheld mit Wolverine zusammenarbeiten muss. Unter der Regie von Shawn Levy sorgen Ryan Reynolds, Hugh Jackman, Emma Corrin, Morena Baccarin, Rob Delaney, Leslie Uggams, Karan Soni und Matthew Macfadyen in Deadpool & Wolverine für ein Action-Feuerwerk garniert mit dem serientypischen Deadpool-Humor.
Für die Baumbesetzer in Freiburg ist die Botschaft klar: Hände weg vom Dietenbachwald. Foto: Enya Steinbrecher
Seit Oktober vergangenen Jahres besetzen Aktivisten das Langmattenwäldchen im Freiburger Rieselfeld – im Oktober könnte die Rodung für eine geplante Gasleitung des neuen Stadtteils Dietenbach starten. Doch wer sind die Baumbesetzer, wie läuft ihr Leben im besetzten Wald ab und was sagen sie zu ihrem Fäkalien-Protest während des städtischen Dietenbach-Rundgangs?
Über die Klimagerechtigkeitsbewegung in Lützerath kam Fargo das erste Mal mit der Bewegung in Berührung: „Ich habe da riesige Bagger gesehen, die unsere Lebensgrundlage wegwalzen“, so der junge Mann Anfang zwanzig. Ein paar Jahre älter ist Momo – sie studiert im Bereich Sozialwissenschaft und hat sich ebenfalls den Baumbesetzern im Langmattenwäldchen angeschlossen. Beide möchten ihre richtigen Namen nicht nennen.
Wie viele Personen derzeit im Langmattenwäldchen leben, das sagen sie nicht. Aber: Alle Altersklassen und Menschengruppen seien dort vertreten, sagt Momo. Und: „Wir gehen davon aus, dass die Anzahl der Leute bis Oktober zunehmen wird“, so Fargo.
Oktober. Das ist der Zeitpunkt, zu dem die Rodungen für eine geplante Gasleitung beginnen könnten. Rund vier Hektar sollen für den Stadtteil Dietenbach weichen. „Diese vier Hektar sind nicht nur eine kalte Zahl: Sie sind Lebensraum für viele Tiere und auch Tierarten, die vom Aussterben bedroht sind“, so Fargo. Menschlicher Lebensraum dürfe nicht wichtiger als der für Tiere sein, findet er. „Wir spüren schon jetzt die Folgen des Klimawandels – der Wald ist unsere Klimaanlage.“
„Es ist ein belastendes Gefühl, wenn man an die Rodung denkt“, sagt auch Momo. Ihre Emotionen versuche sie in konstruktive Arbeit zu stecken. „Ich gebe mir Mühe, Verständnis zu haben“, sagt sie. Sie versucht, Öffentlichkeitsarbeit zu betreiben. „Wir wollen aktiv darauf achten, die Menschen mitzunehmen“, sagt sie. Sie möchte nicht, dass sich die Bewegung zu einer Parallelgesellschaft entwickelt: „Wir wollen in die Gesellschaft hineinwirken und zugänglich sein.“
Urinbecher in Richtung von Journalisten ausgekippt: Heiligt der Zweck jedes Mittel?
Dazu gehören auch öffentlichkeitswirksame Auftritte: So war die Bewegung beim Rieselfelder Stadtteilfest mit einer Aktion aktiv, um auf Hitzetote aufmerksam zu machen. Doch es gibt auch negative Schlagzeilen: Zuletzt bei einem Rundgang von Stadt und Presse auf dem geplanten Dietenbachareal.
Dort sollen vermummte Aktivisten unter anderem Fäkalien in Richtung der Teilnehmenden gekippt haben. „Ich hätte mir gewünscht, dass die Diskussion sachlicher verläuft“, sagt Fargo dazu zunächst, hat aber offenbar auch Verständnis für diese Grenzüberschreitung jeglicher Anstandsformen: „Das zeigt einfach, was für eine Sauerei das ist, was gerade passiert.“
Flächenversiegelung dürfe nicht weiter eine Option sein. Stattdessen müsse man zum Beispiel Gebäude umnutzen, die derzeit nicht optimal genutzt würden. „Unser Essen wächst nicht im Supermarkt“, sagt Fargo. „Es gibt Dinge, da kann ich über den Inhalt diskutieren, mich aber innerhalb der Grenzen solidarisch zeigen“, sagt Momo.
Diese Grenze sei jedoch mit Gewalt überschritten. Ein „Fäkalienangriff“ sei laut ihr jedoch der falsche Begriff. Es seien aus ihrer Sicht nur Urinbecher ausgekippt, aber nicht direkt auf Menschen gezielt worden. Über die Aktion diskutiere man jedoch auch innerhalb der Bewegung.
Eines der Baumhäuser, die derzeit im Langmattenwäldchen bewohnt werden. Foto: Dieti_bleibt
Derzeit lebt Momo aufgrund einer Fußverletzung nicht aktiv im Wald. Trotzdem ist sie gerne dort: „Ich habe dort eine ganz andere Verbindung zum Ökosystem, wenn da morgens ein Eichhörnchen am Schlafsack vorbeiläuft oder ich einen Käfer aus nächster Nähe sehe“, sagt sie. Zu wissen, dass das bald vorbei sein könnte – „das macht schon etwas mit einem“, sagt Momo.
Unter den Baumbesetzern geht es zu, wie in einer großen WG: Anschließen könne sich ihnen jeder – die meisten die kämen, blieben direkt für ein paar Wochen. Gemeinsam organisieren die Aktivisten Lebensmittel, kochen auf dem Feuer oder auf Campingkochern. Das Leben sei entschleunigter, allein das Kochen nehme viel Zeit in Anspruch, so Momo.
„In der Waldbesetzungsszene habe ich meine Heimat gefunden“, Fargo, Waldbesetzer aus Freiburg
Feste Aufgaben gibt es im Aktivisten-Camp nicht: Stattdessen kümmert sich jeder um alles. Dabei komme es auch mal zu Konflikten. Trotzdem entstünden am Lagerfeuer wertvolle Gespräche: „In der Waldbesetzungsszene habe ich meine Heimat gefunden“, sagt Fargo.
Sowohl Fargo als auch Momo sind nicht zum ersten Mal bei einer Baumbesetzung dabei. Manche Menschen sehe man bei unterschiedlichen Besetzungen immer wieder. Einige würden nebenher studieren, arbeiten oder sich der Bewegung nach dem Schulabschluss anschließen. Andere leben Vollzeit im Wald: Das bedeutet, auch bei Regen oder im Winter unter schlechten Bedingungen auszuharren. „Das geht an die Substanz“, wissen beide.
Zwischen den unterschiedlichen Charakteren käme es auch bisweilen zu Konflikten, sogar sexuelle Übergriffe kämen vor; nicht mehr, als anderenorts, aber trotzdem müsse sich die Bewegung auch intern überlegen, wie man damit umgehe, so Momo. „Wir sind eng beieinander.“