„Die Verteidigerin: Der Fall Belling“ mit Andrea Sawatzki als Verteidigerin Lou Caspari. Gemeinsam mit Thomas Limpinsel als Roland Bernard führt sie in Freiburg eine Anwaltskanzlei. Foto: SWR/Hardy Spitz
Freiburg ist der Schauplatz für die neue TV-Reihe „Die Verteidigerin“ für den ARD Film Mittwoch. Darin spielt Andrea Sawatzki eine Freiburger Anwältin. Am vergangenen Freitag endeten die Dreharbeiten zum ersten Teil der Reihe „Der Fall Belling“.
Darum geht’s: Eine Beschuldigte, die aus Reue einen Selbstmordversuch unternimmt und nicht anwaltlich vertreten werden will: Rechtsanwältin Lou Caspari fühlt sich von diesem Pflichtmandat herausgefordert. Ihre neue Mandantin Linda Belling wird beschuldigt, ihren Mann vom Balkon gestoßen zu haben. Die Künstleragentin streitet die Tat auch gar nicht ab, sie ist voller Schuldgefühle und erwartet von dem bevorstehenden Prozess wegen Totschlags einen Schuldspruch. Doch auch wenn Belling nur Gutes über ihren Mann äußert, findet Lou bei der Prozessvorbereitung immer mehr Hinweise darauf, dass die Ehe zerrüttet war und ihre Mandantin von ihrem Mann herabgewürdigt und misshandelt wurde. Unterstützt von eindrucksvollen Zeugenaussagen gelingt es der Anwältin vor Gericht überzeugend darzulegen, dass diese Hintergründe einzuberechnen sind. Belling kommt mit einer Bewährungsstrafe frei, Lou Caspari erntet allgemein Lob.
Lou Caspari ist zwar durchaus zufrieden mit ihrer Arbeit, Linda Bellings anhänglicher Enthusiasmus aber gibt ihr zu denken. Genau wie die Begegnung mit einem Mann aus Bellings Vergangenheit, der Lou gegenüber Zweifel an der Wahrhaftigkeit ihrer Mandantin sät. Was gar nichts mehr ändern kann, das Verfahren ist beendet. Trotzdem lässt die neue Erkenntnis Lou keine Ruhe. Als Linda Belling das bemerkt, lernt Lou eine ganz neue und äußerst beunruhigende Seite an ihrer ehemaligen Mandantin kennen.
An der Seite von Andrea Sawatzki spielen Valery Tscheplanowa, Adriana Altaras, Sarah Bauerett und Thomas Limpinsel.
Zur Filmkulisse wurden zahlreiche Orte in der Stadt, beispielsweise die Fischerau, die Herrenstraße, in der Gerberau, beim Polizeirevier Nord und vor der Gewerbeschule, wie mir der SWR verraten hat. Aber auch in Oberried und Breitnau war das TV-Team unterwegs. Bis zur Ausstrahlung müssen wir uns aber leider noch etwas gedulden, ein Termin steht noch nicht fest, frühestens Ende 2025 soll der Film dann in der ARD zu sehen sein.
Schnappschuss auf dem Rathaus-Balkon: Großherzog Henri von Luxemburg (2.v.r.) besuchte mit einer Delegation Freiburg. Er wurde unter anderem von OB Martin Horn (r.) und dem Ersten Bürgermeister Ulrich von Kirchbach (3.vl.) empfangen. Foto: Schuh
Ein Hauch von royalem Glanz wehte vergangenen Freitag in Freiburg: denn seine königliche Hoheit Großherzog Henri von Luxemburg besuchte Freiburg. Für diesen besonderen Anlass legte Rathaus-Chef Martin Horn sogar seine Amtskette um, als er das Staatsoberhaupt von Luxemburg im Rathaus in der Innenstadt in Empfang nahm. „Es ist eine große Ehre, Sie hier begrüßen zu dürfen“, sagte der OB, der tags zuvor seinen 40. Geburtstag gefeiert hatte. Der Großherzog trug sich in das Goldene Buch der Stadt ein und bekam ein besonderes Geschenk: einen original Münster-Stein, über den sich der royale Besuch sichtlich freute.
Das Staatsoberhaupt von Luxemburg trug sich ins Goldene Buch der Stadt ein. Foto: Schuh
Danach ging es zu einem Rundgang ins Rathaus im Stühlinger und dann ans Fraunhofer Institut. Hier ging es vor allem um Photovoltaik, die auf bereits genutzten Flächen eingesetzt wird oder um die Herstellung von grünem Wasserstoff. Dabei war neben dem Großherzog eine Delegation aus Politik und Wissenschaft. Die luxemburgische Ministerin für Digitalisierung und Forschung, Stéphanie Obertin, hatte den Besuch organisiert, um die Greencity kennenzulernen und um sich über gemeinsame nachhaltige Projekte in Zukunft auszutauschen.
Der Großherzog durfte sich über ein besonderes Geschenk freuen: einen original Münster-Stein Foto: Schuh
Aufwendige Deko und tolle Stimmung: Der erste „Circus der Getränke“ im „Purino“ kam sehr gut an. Foto: Meyer
Manege frei hieß es am Freitag und Samstag. Da feierte ein grandioser Mix aus Getränkemesse, Netzwerk-Event und Partysause rauschende Premiere: Südstar’s Circus der Getränke freute sich über seine erste, eigene große Veranstaltung im Restaurant Purino auf dem Alten-Güterbahnhofs-Areal. Die vielen hundert Gäste freuten sich über die Darbietung der Getränkezubereitung der besten Bar-Artisten.
Unter den Gästen war praktisch alles, was in der Gastroszene Rang und Namen hat. Die Südstar Getränke GmbH ist der mit Abstand größte Getränke-Fachgroßhandel in der Region. „Einmal im Jahr laden wir unsere Kunden ein, um für die vertrauensvolle Zusammenarbeit danke zu sagen, und um die neuesten Trends aus der Getränkewelt zu präsentieren“, erklärt Geschäftsführer Markus Weiss, der ebenso wie Prokurist Armin Moessinger von der Location völlig begeistert ist: „Ein solches Ambiente muss man lange suchen. Wenn man die Leute so sieht, sind sie alle mega glücklich!“ Stimmt! Entsprechend ausgiebig wurde gefeiert.
Ein solches Ambiente muss man lange suchen. Wenn man die Leute so sieht, sind sie alle mega glücklich!“, schwärmte Prokurist Armin Moessinger vom Veranstalter Südstar Foto: Meyer
Die Karrieremesse bietet die ideale Gelegenheit, um sich über potenzielle Arbeitgeber zu informieren. Foto: CSK-Foto
Südbadens führende Messe für Karriere, Studium, Aus- und Weiterbildung, Marktplatz Arbeit Südbaden, setzt ihren Wachstumskurs fort und kann für ihre 20. Ausgabe im November über 100 Aussteller begrüßen. Die Messe bestätigt damit, dass sie dafür sorgt, dass der erste Schritt zum beruflichen Erfolg leicht und schnell getan sein kann.
„Unser Angebot ist breit gefächert“, betont Projektleiterin Stefanie Salzer-Deckert, die die Messe von Anfang an betreut und immer weiter fortentwickelt hat: „Ob es nun Schulabgänger auf der Suche nach Orientierung oder Berufstätige auf der Suche nach Informationen und Kontaktmöglichkeiten sind, bei uns wird jeder fündig!“ Es zeichne die Messe in besonderem Maß aus, dass sie Angebote für viele Besuchergruppen im Portfolio hat. „Dazu kommen spezielle Features und Beratungsangebote, die dem Messebesuch einen weiteren echten Mehrwert verleihen“, so Salzer-Deckert weiter.
Die Messe ist auch im November 2024 wieder eine echte „Zukunftshalle“ voller Chancen, Tipps und Anregungen für Berufseinsteiger und alle, die das berufliche Weiterkommen im Blick haben, so Salzer-Deckert. Die Veranstaltung präsentiert in diesem Jahr über 100 Unternehmen und Institutionen und über 400 Studiengänge, Aus- und Weiterbildungsangebote. „Für junge Leute in der Phase der Berufsorientierung ist Marktplatz Arbeit Südbaden eine ideale Anlaufstation, denn hier werden praktische und theoretische Einblicke praxisnah vermittelt“, so die Projektleiterin.
Kostenlose Vorabregistrierung notwendig
Die beiden Messetage am 15. und 16. November seien eine wirkungsvolle Plattform für erste Kontakte zu Unternehmen, Berufsfach- und Hochschulen. gewerbliche, kaufmännische, logistische Berufe, Berufe aus der Medienwelt, kreative Berufe, Berufe im Umgang mit Menschen und Pflegeberufe, Studiengänge unter anderem im Ingenieurwesen, Informatik, Erziehung & Bildung und Abschlüsse vom „Bachelor of Arts Data Science & KI“ bis hin zu „BWL Hotelmanagement“ und dem „Master of Arts Maschinenbau“ machen die Bandbreite der Berufschancen bei Marktplatz Arbeit Südbaden riesengroß.
Um Wartezeiten für Besucher zu vermeiden, ist eine kostenlose Vorabregistrierung für den Messebesuch über www.marktplatzarbeit.de notwendig.
Info: Marktplatz Arbeit Südbaden Messe für Karriere, Studium, Aus- und Weiterbildung
Messe Freiburg, Halle 1, 15. und 16. November – Freitag: 14 bis 19 Uhr, Samstag: 11 bis 16 Uhr
Die stillgelegte Gaskugel in Betzenhausen wird nun doch kein Leuchtturmprojekt. Foto: Joers
Die Stadt Freiburg hat die Antragsfrist für eine Millionenförderung des Bundes für das Projekt „Die Kugel – bürgerschaftlich getragene Transformation zum Kulturort“ verstreichen lassen. Damit gehen der Stadt zweckgebundene Fördermittel in Höhe von drei Millionen Euro durch die Lappen, die der Bund im Sommer in Aussicht gestellt hatte. Die Initiatoren des Kulturprojekts sehen in der Folge des städtischen Rückzugs nun keine Zukunft mehr für ihre Pläne.
Zur Begründung für den Rückzieher hieß es aus dem Freiburger Rathaus, das Kostenrisiko des Projekts sei zu hoch: Die Fördermillionen aus Berlin wären daran gebunden, dass die Stadt noch einmal eineinhalb Millionen Euro zuschießt. Die geplanten Kosten für die Sanierung der denkmalgeschützten Kugel lagen zunächst bei 5,5 Millionen, so dass immer noch eine Finanzierungslücke bestanden hätte. Dieses Geld hätte von der Stiftung Baukulturerbe des Freiburger Architekten Klaus Grundmann und von der Bürgerinitiative, die für den Erhalt der Kugel kämpft kommen sollen. Die Stiftung sollte auch die Umsetzung des Projekts vornehmen.
Aus Sicht der Stadtverwaltung war dabei die Krux, dass das Rathaus einerseits Antragsteller für die Fördermittel und somit verantwortlich für die Umsetzung gegenüber dem Bund gewesen wäre, während sie gleichzeitig das Geld an die Stiftung aus den Hand geben sollte, was das Risiko des Projekts schwer beherrschbar gemacht hätte: Es sei unklar, ob die Pläne der Stiftung umsetzbar seien, die zeitlichen Vorgaben bei der Bundesförderung seien nicht passend für das Projekt, hieß es dazu.
Zerknirschte InitiatorenStiftungsvorstand Klaus Grundmann kritisiert diese Argumentation der Stadt als „fadenscheinig“: Der Rückzug der Stadt habe ihn und seine Mitstreiter „kalt erwischt“. Zwar gebe es nun noch Gespräche mit Baudezernent Martin Haag (parteilos), aber beim Kugel-Projekt sei nun „die Luft raus“, fürchtet er: „Fünf Jahre ehrenamtliche Tätigkeit und auch Investitionen unsererseits waren umsonst.“ Er fürchte, so Grundmann weiter, dass die Kugel, die derzeit noch dem Energieversorger Badenova gehört, perspektivisch von innen heraus rostet und schließlich abgerissen werde. Noch am Wochenende habe man mit Elan an den Plänen gesessen. „Aber jetzt sehen wir keine Chance mehr, dass es weitergehen wird.“
„Die Kugel“ ist ein 2019 stillgelegter, denkmalgeschützter, rund 34 m hoher Gastank des regionalen Energieversorgers Badenova im Stadtteil Betzenhausen, der von der Bürgerinitiative „Arbeitsgruppe Gaskugel“ nach der Stilllegung zunächst mit dem Ziel vorm Abriss bewahrt werden konnte. Der Tank gilt als Wahrzeichen von Betzenhausen. Geplant war, ein Café und kulturelle Nutzungsmöglichkeiten, zum Beispiel Klanginstallationen der Musikhochschule Freiburg, in dem riesigen Stahlball und auf dem umliegenden Gelände zu ermöglichen.
Der römische General Marcus Acacius (Pedro Pascal) stürzt sich selbst ins Getümmel der Schlacht. Foto: Paramount Pictures
24 Jahre nach dem oscarprämierten Action-Epos „Gladiator“ kommt die langersehnte Fortsetzung der epischen Saga um Macht, Intrigen und Rache im antiken Rom ins Kino. Bei dem bildgewaltigen Historien-Film hat erneut Ridley Scott die Regie übernommen.
Vor Jahren musste Lucius (Paul Mescal) den Tod des geliebten Helden Maximus durch die Hand seines Onkels miterleben. Jetzt ist er gezwungen, selbst das Kolosseum zu betreten, nachdem seine Heimat von den tyrannischen Kaisern erobert wurde, die Rom nun mit eiserner Faust regieren. Die Zukunft des Reiches steht auf dem Spiel, und mit Wut im Herzen muss sich Lucius auf seine Vergangenheit besinnen, um die Stärke zu finden, den Ruhm Roms seinem Volk zurückzugeben.
Lucius (Paul Mescal) muss im Kolosseum kämpfen, nachdem seine Heimat von den tyrannischen Kaisern erobert wurde. Foto: Paramount Pictures
An der Seite von Actionheld Denzel Washington (Macrinus) besteht Newcomer-Superstar Paul Mescal (Lucius) spektakuläre Kämpfe. Connie Nielsen verkörpert erneut Lucilla. Den hochkarätigen Cast vervollständigen Pedro Pascal (Marcus Acacius) und Joseph Quinn (Kaiser Geta). Der Film entstand als Sequel zum Oscar-prämierten Filmklassiker „Gladiator“, ebenfalls unter der Regie von Ridley Scott.
Ursprünglich wurden die Produktionskosten auf 175 Millionen US-Dollar geschätzt, insgesamt wurden in den Film jedoch mehr als 300 Millionen US-Dollar investiert. Die ersten Kritiker sind begeistert und allein der Trailer für den Blockbuster wurde in den ersten 24 Stunden nach der Veröffentlichung 128 Millionen Mal angeklickt. Zum Vergleich: das ist fast doppelt so viel wie der erste Trailer des Kinohits „Top Gun: Maverick“ mit Tom Cruise.
Bastian Maria und Viviane berichten von ihrer abenteuerlichen Reise per Anhalter nach Fernost. Foto: Mundologia/Bastian Maria
Die Mundologia-Reihe präsentiert drei spannende Vorträge im Bürgerhaus am Seepark. Katja und Josef Niedermeier erkunden in „Madagaskar – Das Erbe von Lemuria“ die faszinierende Tier- und Pflanzenwelt der isolierten Insel Madagaskar, die als eigenständiger Mikrokontinent voller Naturwunder besticht. Zu sehen am 20. November um 19:30 Uhr.
Katja und Josef Niedermeier bieten einen Einblick in die faszinierende Tier- und Pflanzenwelt Madagaskars. Foto: Mundologia/Josef Niedermeier
Am 21. November um 19:30 Uhr beleuchten Nadine Pungs und Lutz Jäkel in „Yalla Yalla Arabia“ die Vielfalt der Arabischen Halbinsel. Mit spannenden Geschichten und Fotografien zeigen sie die Kontraste zwischen Tradition und Moderne und räumen dabei mit westlichen Klischees auf. Bastian Maria und Viviane berichten am 22. November um 19:30 Uhr in „Daumen hoch – Per Anhalter nach Fernost“ von ihrer abenteuerlichen Reise per Anhalter nach Japan. Durch 12 Länder und über 10.000 Kilometer hinweg erlebten sie unvergessliche Begegnungen und Herausforderungen.
Auch farbintensive Kompositionen von Fritz Ascher sind zu sehen.
Foto: Patrick Seeger/Stadt Freiburg
Die starke und einzigartige künstlerische Stimme des Expressionisten Fritz Ascher zeugt von seinem bewegten Leben. Ascher überlebte zwei Weltkriege, den ersten an der Front, den zweiten im Versteck – von den Nazis wurde er als jüdisch verfolgt. Das Haus der Graphischen Sammlung zeigt seine Werke in der Ausstellung „Liebe und Verrat“.
Ob intime Skizze oder farbintensive Komposition: Aschers Porträts, Charakter- und Milieustudien zeichnen ein eindrucksvolles Bild der deutschen Gesellschaft Anfang des 20. Jahrhunderts. Auch mit mythologischen und christlichen Motiven setzte er sich intensiv auseinander und interpretierte sie radikal neu. Liebe und Verrat sind zentrale Themen. Als das nationalsozialistische Regime seine Bilder als „entartet“ einstufte und er sich aufgrund der antisemitischen Bestimmungen verstecken musste, verfasste er eindrucksvolle Gedichte – „ungemalte Bilder“ – von außergewöhnlicher Emotionalität.
Das Haus der Graphischen Sammlung zeigt eine konzentrierte Auswahl von Kohle-, Grafit- und Tuschezeichnungen sowie starkfarbigen Gouachen, die alle vor 1933 entstanden. Hinzu kommen Gedichte aus den Jahren 1942 bis 1945. Die Ausstellung „Liebe und Verrat – Der Expressionist Fritz Ascher aus New Yorker Privatsammlungen“ ist bis 2. März 2025 zu sehen.
Die Bombardierung am 27. November 1944 zerstörte einen Großteil der Gebäude um das Münster – hier der Posaunenengel nach dem Luftangriff. Foto: Freiburger Münsterbauverein/Bildarchiv
Zum 80. Mal jährt sich am 27. November die Bombardierung Freiburgs. Der Freiburger Münsterbauverein hat diesen Jahrestag zum Anlass genommen, Bildmaterial zu recherchieren, das diesen einprägsamen Moment und seine Folgen einfängt und dabei das Münster in den Mittelpunkt stellt. Bislang unveröffentlichte Fotografien aus der Sammlung des Vereins sowie privaten Fotoalben und Archiven sind Teil der Ausstellung. Ein umfassendes Rahmenprogramm bringt weitere Perspektiven in den Diskurs, wie Berichte von Zeitzeugen. Die Ausstellung läuft vom 9. November bis 21. Dezember im c-punkt Münsterforum, der Eintritt ist frei. Zur Ausstellung bringt der Verein thematisch entlehnt und unter gleichem Titel den zweiten Band der hauseigenen „Kleinen Schriftenreihe“ heraus, der ab dem 8. November im Münsterladen erhältlich ist.
Sonst war es still“ – Titel von Ausstellung und Buch sind einem Zeitzeugenbericht entnommen und schildern die Stimmung kurz vor der Bombardierung Freiburgs in der Nacht vom 27. November 1944. Das dunkelste Kapitel Deutschlands forderte unzählige Menschenleben. Auch bei der Befreiung durch die Alliierten starben Menschen, in Freiburg waren es in besagter Nacht 2797 Personen. Ein Großteil der Gebäude um das Freiburger Münster legte die Bombardierung in Schutt und Asche. Die Kirche selbst blieb wundersamerweise nahezu unversehrt. Fotomaterial trägt davon Zeuge und ist teilweise erstmals der Öffentlichkeit im Rahmen der Ausstellung zugänglich. Ergänzt werden die großformatigen Bilder durch ausgewählte Objekte: persönliche Erinnerungen, wie ein Poesiealbum und Briefe, oder auch Fundstücke aus dem Münster, wie abgebrochene Steine oder ein Dachziegel.
Bei der Ausstellung sind historische Aufnahmen zu sehen, beispielsweise vom Hauptportal des Münsters mit einer ersten Sicherung. Foto: Münsterbauverein/Bildarchiv
Eng mit der Ausstellung verknüpft ist ein Buch entstanden. Darin sind 45 Bildträgern 40 Berichte von Zeitzeuginnen und Zeitzeugen gegenübergestellt. Einem Aufruf Anfang des Jahres folgten zahlreiche Menschen, die teils selbst als Kinder die Nacht erlebten oder die Erinnerungen ihres Vaters, der Großmutter oder des Freundes weitergeben wollen. Werner Kästle war damals 12 Jahre alt und erzählt in dem Buch über die Bombennacht und seine anschließende Tätigkeit bei den „Münsterbuben“, die bei Aufräumarbeiten und dem Decken des Dachs vom Münster halfen.
Kuratorin und Buchautorin Andrea Hess hat so unterschiedlichste Geschichten zusammengetragen, die ganz verschiedene Perspektiven auf die Nacht der Bombardierung und das in Trümmern stehengebliebene Münster eröffnen. Sie eint jedoch, dass ihnen die fast vollständige Unversehrtheit des Münsters Hoffnung gab. Andrea Hess fasst ihre Arbeit so zusammen: „‚Sonst war es still‘ ist ein Herzensprojekt, das aus meiner Beschäftigung mit den historischen Fotos des Freiburger Münsterbauvereins ebendort entstanden ist. Hinzu kamen nach einem Aufruf zahlreiche Zeitzeuginnen und Zeitzeugen, die mir ihr Vertrauen schenkten, indem sie mir ihre Geschichten schrieben oder erzählten.“
Eine Aufnahme von spielenden Kindern auf den Trümmern nach der Bombardierung. Foto: Kreisarchiv Breisgau-Hochschwarzwald/Sammlung Fritz Aly
Ergänzt werden Ausstellung und Buch durch ein umfassendes Rahmenprogramm, welches Vorträge sowie Gespräche und einen Film mit Zeitzeuginnen und Zeitzeugen beinhaltet. Auszüge aus dem Film laufen auch in Dauerschleife in der Ausstellung.
Möglich gemacht haben Ausstellung und Buch eine Förderung der Erzbischof Hermann Stiftung, wie die Münsterbaumeisterin Anne-Christine Brehm im Pressegespräch betont. Außerdem bedankt sie sich für die gute, über Jahre erprobte Zusammenarbeit mit dem Rombach Verlag. Auch der c-punkt Münsterforum spielt als Kooperationspartner eine wesentliche Rolle: Inhaltlich hat man eng zusammengearbeitet, er hat viele Angebote des Rahmenprogramms konzipiert und zudem findet in seinen Räumen die Ausstellung Platz.
Öffnungszeiten der Ausstellung: Montag bis Samstag, jeweils 10 bis 16 Uhr, Eintritt frei. Infos unter www.muensterbauverein-freiburg.de.
Wahllokal in Freiburg: Eine Wahl bestehe nicht nur aus dem Wahlsonntag und Stimmzetteln, die gedruckt werden müssen, sagt der Freiburger Wahlamtsleiter Michael Haußmann. Foto: Rita Eggstein
Am 23. Februar 2025 soll ein neuer Bundestag gewählt werden. Vorausgegangen war eine tagelange und scharf geführte Debatte um einen möglichen Wahltermin. Die wurde auch im Freiburger Rathaus verfolgt, denn hier muss letztendlich die Wahl für Freiburg organisiert werden. Denn vorgezogene Neuwahlen bedeuten für das Wahlamt und auch die Parteien viel Arbeit.
„Jeder Tag, an dem wir einen Wahltermin wissen, ist für uns ein Riesengewinn“, sagt Freiburgs Wahlamtsleiter Michael Haußmann. Insofern scheint diese Kuh wohl vom Eis. Vertreter von Opposition und Regierungsparteien einigten sich Medienberichten zufolge am Dienstag auf den 23. Februar 2025 als Termin für die Bundestagswahl. Bundeskanzler Olaf Scholz soll am 16. Dezember die Vertrauensfrage im Bundestag stellen und am 27. Dezember würde das Parlament aufgelöst werden. Danach bleiben laut Verfassung 60 Tage Zeit für eine Neuwahl.
„Diese 60-Tagesfrist, die im Grundgesetz steht, resultiert aus Zeiten, in denen die Briefwahl noch keine Rolle gespielt hat“, sagt Haußmann. Inzwischen aber würden rund 50 Prozent der Wähler per Brief abstimmen. Das hohe Briefwahlaufkommen sei einer der Knackpunkte auf dem Weg zu vorgezogenen Neuwahlen. „Wir stellen bei jeder Wahl Personal ein, damit wir unsere Wahlbüros öffnen können, um die Briefwahl abzuwickeln. Auch da brauchen wir einen Termin. Wir müssen Arbeitsverträge machen und den Leuten sagen, wann wir mit einem Einsatz rechnen“, erklärt Haußmann.
Auch die viel zitierte Aussage von Bundeswahlamtsleiterin Ruth Brand, die bei einem zu frühen Wahltermin von „unabwägbaren Risiken auf allen Ebenen“ sprach, sei Haußmann zufolge nicht ohne Grund erfolgt. „Da sprechen wir über Zeiträume, die sind aus wahlorganisatorischer Sicht fast nicht machbar. Das liegt nicht daran, dass die Verwaltung versagt oder das nicht so schnell hin bekommt. Sondern wir möchten das ganze verfassungsgemäß durchführen“, sagt Haußmann mit Blick gerade auf die Parteien, die zunächst mal ihre Kandidaten finden müssen. Und kleinere Parteien, die noch gar nicht im Parlament vertreten seien, müssten als allererstes die notwendigen Unterstützungsunterschriften sammeln, um überhaupt zur Wahl zugelassen zu werden.
Personal, Räume, MaterialDie Wahl bestehe also nicht nur aus dem Wahlsonntag und Stimmzetteln, die gedruckt werden müssen. „Es gibt Ausschüsse, die gebildet werden müssen, um Wahlvorschläge zuzulassen. Und erst nachdem diese zugelassen sind und auch die Beschwerdefrist abgelaufen ist – wir sind ja ein Rechtsstaat – erst dann kann man die Stimmzettel drucken und verteilen“, so Haußmann.
Im städtischen Wahlamt habe man seit dem Ampel-Aus vor allem intern diskutiert und abgestimmt, mit wie vielen Wahlbezirken die Stadt Freiburg ins Rennen gehen werde oder ob die Briefwahlauszählung wieder zentral stattfinden solle. Jetzt, wo der Termin festzustehen scheint, stehen Haußmann und sein Team in den Startlöchern, um die Wahlmaschinerie ins Laufen zu bringen. Es müssen Gebäude reserviert werden, in denen gewählt wird und auch notwendige Materialien termingerecht beschafft werden: „Wir brauchen natürlich nun schnellstmöglich Gewissheit zu dem in der Presse genannten Termin am 23. Februar 2025“, sagt er.
Aus organisatorischer Sicht am wichtigsten sei aber die Personalgewinnung. Schließlich stehen auch bei vielen städtischen Angestellten die Weihnachts- oder Skiurlaube an, sagt Haußmann: „Da müssen wir frühzeitig raus mit einer Voranfrage, damit wir unsere Leute zusammenbekommen. Das bereiten wir jetzt vor.“