Mit viel Liebe zum Detail wurden die Krippen gestaltet. Foto: Markus Eichin
Zum fünften Mal organisiert der Lokalverein Freiburg Haslach e.V., der Predigtbezirk der evang. Melanchthongemeinde sowie die katholische St. Michael Gemeinde einen Krippenweg durch den Stadtteil Haslach. 53 Familien, Firmen, Kirchen und Einrichtungen, 11 mehr als im letzten Jahr, haben über den gesamten Stadtteil Krippen aufgebaut, die bis mind. 20 Uhr am Abend beleuchtet sind.
Dieses Jahr gibt es eine Rekordteilnahme: 53 Krippen sind zu sehen. Die Organisatoren haben einen Wegvorschlag ausgearbeitet, der auf einmal oder auch in Etappen begangen werden kann. Alles befindet sich im Außenbereich (bis auf die beiden Kirchen). Gerade an den Weihnachtstagen bietet sich der Weg für den Familienspaziergang geradezu an. Insgesamt warten rund zwölf Kilometer Strecke auf die Wegbegeher. Sie werden auch dieses Mal wieder neue Ecken des Stadtteils kennen lernen und schöne Krippen finden.
Die Eröffnung wird am 23. Dezember um 17.30 Uhr mit einem ökumenischen Impuls und weihnachtlichen Weisen, gesungen vom Singtreff der Pfarrei St. Michael unter der Leitung von Michaela Lampert, bei der Melanchthonkirche (Markgrafenstraße 18 b) stattfinden. Diese Eröffnung ist auch gleichzeitig die Abschlussveranstaltung des Haslacher Adventskalenders. Im Anschluss wird es Glühwein, Punsch und Gebäck geben. Die Aktion ist kostenfrei.
Einen Flyer mit dem Wegverlauf gibt es an den Krippenstandorten, in den Haslacher Geschäften oder den Kirchen sowie auf dem Haslacher Freitagsmarkt sowie online unter www.freiburg-Haslach.de.
Am Dienstag empfangen die Wölfe die Bietigheim Steelers – allerdings ohne Rekordmann Chris Billich, der wegen einer Handverletzung pausieren muss. Foto: Achim Keller
Während der Fußball eine Pause einlegt, flitzt im Eishockey die Scheibe ohne Pause übers Eis: Vier Spiele innerhalb von acht Tagen haben die Wölfe vor der Brust – davon zwei vor eigenem Publikum. Auch personell gab es Veränderungen – und einen Rekord.
Der EHC Freiburg siegte am Freitag im Heimspiel gegen Crimmitschau 1:0 und bezwang am Sonntag auch noch die Düsseldorfer EG im Auswärtsspiel 3:1. Einen Tag vor Heiligabend (19:30 Uhr) empfangen die Wölfe Freiburg in der DEL 2 nun die Bietigheim Steelers zum Weihnachtsheimspiel in der heimischen Echte Helden Arena. Die Steelers befinden sich aktuell im Aufwind und konnten vier ihrer letzten fünf Spiele gewinnen. Nach einem wechselhaften Saisonverlauf scheint das Team rechtzeitig vor den Feiertagen wieder Stabilität gefunden zu haben.
Die bisherigen Saisonduelle der beiden Mannschaften verliefen ausgeglichen – jeweils die Heimmannschaft setzte sich durch. Diese Serie möchten die Wölfe fortsetzen. Im Tor ist Olaf Schmidt mit einer Fangquote von über 90 Prozent ein sicherer Rückhalt. Offensiv führen Jack Dugan (32 Scorerpunkte) sowie weitere Importspieler die vielseitigen und gefährlichen Angriffsreihen an.
Enger Terminkalender
Danach stehen für die Wölfe die Auswärtsspiele in Kaufbeuren (Freitag, 18.30 Uhr) und Landshut an (Sonntag, 17 Uhr), ehe wiederum am Dienstag vor Silvester die Blue Devils Weiden in der Freiburger Eishalle gastieren – Spielbeginn ist um 19.30 Uhr
Profivertrag für Ludwig
Personell stellt der EHC die Weichen auf die Zukunft und stattete den 16-jährigen Fynn Ludwig mit einem Profi-Vertrag aus. Nachwuchsstürmer ist damit in der DEL 2 spielberechtigt. Bereits in der Vorbereitungsphase konnte er wertvolle Erfahrungen im Profiteam der Wölfe sammeln. Ludwig stammt aus dem eigenen Nachwuchs des EHC Freiburg und gilt als eines der vielversprechendsten Talente des Vereins. Mit erst 16 Jahren ist er bereits Leistungsträger und Topscorer des U20-Teams in der DNL2.
Rekordspieler Billich
Ein Wechselbad der Gefühle erlebt dagegen Chris Billich in diesen Tagen. Wegen einer Handverletzung, die er sich beim 3:1-Sieg in Regensburg zuzog, muss der Flügelstürmer laut EHC „mehrere Wochen“ pausieren. Gleichzeitig erreichte der 38-Jährige einen echten Meilenstein und absolvierte sein 1000. Profispiel – davon allein für Freiburg über 780 Spiele. „Seine Verbundenheit zum EHC Freiburg steht sinnbildlich für Loyalität, Heimatnähe und echte Vereinstreue“, schreibt der EHC.
Vincenzo Grifo: Keiner hat mehr Pflichtspieltore für den SC Freiburg erzielt. Foto: Detlef Berger
Vincenzo Grifo schreibt Geschichte und ist neuer alleiniger Rekordtorschütze des SC Freiburg
Beim letzten Bundesliga-Spiel vor der Winterpause hat Vincenzo Grifo einen historischen Meilenstein für den SC Freiburg gesetzt: Mit seinem 70. Bundesliga-Tor für den Verein ist der 32-jährige Mittelfeldspieler nun alleiniger Rekordtorschütze des SC Freiburg und löst damit Nils Petersen an der Spitze der Bundesliga-Torschützenliste des Klubs ab.
Im Auswärtsspiel beim VfL Wolfsburg am Samstag, das der SC mit 4:3 gewann, verwandelte Grifo in der 56. Minute einen Foulelfmeter zum zwischenzeitlichen 2:2 – und stellte damit den neuen Bestwert von 70 Bundesliga-Treffern in einem SC-Trikot auf. Zuvor hatte Petersen mit 69 Bundesliga-Torpunkten den Rekord gehalten. „Ich bin unglaublich stolz darauf, alleiniger Rekordtorschütze des SC Freiburg zu sein, von meinem Herzensverein. So macht Weihnachten richtig Spaß“, sagte Grifo und verriet, dass er auch mit Petersen Kontakt hatte.
Grifo, der in zwei Abschnitten seit 2015 wiederholt für den SC Freiburg spielt, gilt längst als prägende Figur des Clubs. Neben seiner Torgefahr steht seine Kreativität im zentralen und offensiven Mittelfeld, mit der er über Jahre konstante Leistungen gezeigt hat. Auch in der laufenden Saison 2025/26 hat er erneut viel dazu beigetragen, damit Freiburg als Neunter und mit 20 Punkten in der Tabelle eine gute Ausgangsposition vor der Winterpause einnimmt.
Weihnachtlicher Lichterglanz in der Freiburger Innenstadt. Foto: Joers
Das Team des Freiburger Wochenberichts wünscht allen Lesern, Geschäftspartnern und Austrägern frohe Weihnachten und für das neue Jahr Optimismus, Gesundheit und Zufriedenheit! Unsere nächste Ausgabe erscheint am Mittwoch, 7. Januar 2026.
Die Tage rund um Weihnachten und den Jahreswechsel laden uns jedes Jahr dazu ein, kurz innezuhalten. Sie markieren eine Zäsur im Kalender und im eigenen Empfinden: Ein Jahr geht zu Ende, ein neues liegt offen vor uns. Gerade in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten, in denen Unsicherheiten den Alltag vieler Menschen prägen, gewinnt dieser Moment des Atemholens eine besondere Bedeutung. Nutzen Sie ihn! Im gemeinsamen Essen, im Gespräch am Küchentisch, im stillen Spaziergang oder im bewussten Abschalten von Nachrichten und Bildschirmen entsteht Raum für gegenseitiges Verständnis. Miteinander heißt in diesen Tagen auch, füreinander da zu sein – besonders für jene, die allein sind oder Sorgen mit sich tragen.
In diesem Sinne wünschen wir vom Freiburger Wochenbericht Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, allen Geschäftspartnern und Austrägern frohe, schöne Weihnachten! Wegen der Feiertage erscheint unsere nächste gedruckte Ausgabe erst wieder am Mittwoch, 7. Januar. Daher wünschen wir auch bereits jetzt an dieser Stelle für das neue Jahr Optimismus, Gesundheit und Zufriedenheit!
Lucas Höler (Mitte) behielt gegen Dortmund auch unter Bedrängnis die Übersicht. Foto: Detlef Berger
Dem Punktgewinn gegen Dortmund vor eigenem Publikum soll am Samstag (15.30 Uhr / Sky) ein Dreier beim VfL Wolfsburg folgen – mit diesem Ziel geht der SC Freiburg ins letzte Pflichtspiel des Jahres. Jede Menge Lob gab es für Traumtorschütze Lucas Höler.
Direkt nach Abpfiff des 1:1 gegen Dortmund mutmaßten auch die SC-Spieler, ob die Auszeichnung des „Tor des Monats“ den Weg bald wieder nach Freiburg würde. Denn alles redete über Lucas Hölers Traumtor aus der zweiten Halbzeit. „Es muss erstmal jemand ein schöneres Tor schießen“, sagte Kapitän Christian Günter und lobte den Torschützen in den höchsten Tönen: „Er hat ein sensationelles Spiel gemacht, nicht nur wegen des Tors. Viele sehen das nicht, aber Luci ist mit seiner Spielweise für diese Mannschaft sehr wichtig. Es ist toll, dass er sich für diese Leistung belohnt hat“, so der 32-jährige Tennenbronner.
„Wäre mehr drin gewesen“
Dass es gegen den BVB am Ende nur zu einem Punkt gereicht hatte, sorgte für mächtig Verdruss im Freiburger Lager. „So wie das Spiel läuft, wäre mehr drin gewesen“, sagte Torschütze Lucas Höler, der sich darüber freute, mit seinem sehenswerten Drehschuss der Mannschaft geholfen zu haben. Nun wolle man den Punkt am Samstag in Wolfsburg „vergolden“, so der 31-Jährige über den Jahresabschluss in der Autostadt. „Da wollen wir auf jeden Fall gewinnen, damit wir dann die 20 Punkte haben, bevor es in die Ferien geht“, sagte der Angreifer. Einfach werde die Aufgabe aber keineswegs. „Wolfsburg ist eine gute Mannschaft“, sagte Höler und verwies auf den jüngsten 3:1-Erfolg der Niedersachsen in Mönchengladbach. „Da müssen wir dasselbe abrufen wie gegen Dortmund“, mahnte er an.
Das Engagement, das die Freiburger gegen die Borussen auf den Rasen brachten, überzeugte auch den SC-Trainer. „Wir wollten es der Mannschaft anmerken, dass sie das Spiel erzwingen und im Idealfall den Sieg holen wollte. Das war absolut da“, so Schuster, der sich natürlich mehr als angetan von Lucas Hölers Leistung zeigte – und die Hoffnung äußerte, dass dessen Kritiker endlich verstummen mögen. „Sein Mehrwert für uns ist unglaublich, wie er die Bälle festmacht und sich behauptet, auch unter Druck“, so Schuster. Und zu Hölers Sahnetreffer sagt er nur: „Wenn das kein ’Tor des Monats’ wird, dann weiß ich auch nicht“.
Die schwedische Metal-Band „Sabaton“ eröffnet 2026 die Münsterplatzkonzerte. Foto: Ben Alexis
Das Programm der Münsterplatzkonzerte 2026 steht. Nach Clueso (11. Juni) und SDP (12. Juni) wurden weitere Acts bekannt gegeben. Das Musikfestival wird am 10. Juni, 19 Uhr von der schwedischen Metal-Band „Sabaton“ eröffnet. Gerade befinden sie sich auf ihrer „The Legendary Tour“, kurz vor ihrem Auftritt in Freiburg werden sie als Co-Headliner bei „Rock am Ring“ zu sehen sein.
Am 13. Juni, 16 bis 22 Uhr, spielen Marco Carola, Jan Blomqvist Band und Nora En Pure „Finest Eletronic Music“. Marco Carola tritt zum ersten Mal seit acht Jahren in der Region auf. Jan Blomqvist ist mit neuem Live-Band-Format zu Gast – mit Drummer und erweiterten Arrangements. Nora En Pure, Queen des Deep House, bringt ihren unverwechselbaren Sound nach Freiburg. Ab 22:30 Uhr geht es weiter zur Aftershow in mindestens drei Locations: Drifter’s Club, Karree und Theaterbar stehen bereits fest.
Der Weihnachtsbaum im eigenen Wohnzimmer gehört für viele Freiburger zu einem besinnlichen Fest dazu. Foto: adobe.stock.com
Rund 25 Millionen Weihnachtsbäume schmücken die Wohnzimmer der Deutschen auch in diesem Jahr. Die gehören auch für Freiburger zum besinnlichen Fest.
„Der Verkauf läuft gut, wir sind super zufrieden“, sagt Andreas Göppner, der Christbäume an der Basler Straße bei der Kinder Galaxie verkauft. Regionale Tannen sind begehrt: „Die Kunden schätzen die Qualität der frisch geschlagenen Bäume aus Schweighausen. Ich brauche jedes Jahr mehr Tannen.“ Der Verkaufsschlager ist die Nordmanntanne, die gibt es hier für 25 Euro pro Meter. Einziges Manko: „Für uns ist es schade, dass wir sonntags nicht verkaufen dürfen.“ Nach einem Streit unter den Baumverkäufern im Jahr 2012 hatte die Stadt die Standortvergabe übernommen – seitdem gibt es keinen Sonntagsverkauf mehr.
Ein Tipp vom Profi: Ob der Weihnachtsbaum frisch ist, erkennt man daran, „dass die Äste schön nach oben zeigen und nicht schon Nadeln verlieren, wenn man diese anhebt. Auch unten am Schnitt sieht man, ob der Baum frisch geschlagen wurde.“
Ein besonderes Event ist das Aussuchen des Weihnachtsbaums in Freiburg-Kappel, denn im Forst oberhalb des Sportplatzes gibt es die Tannen seit über 20 Jahren zum Selbstschlagen. „Da ist immer viel los, unsere Aktion wird sehr gut angenommen. Da kommen vor allem Familien mit Kindern. Der Nachwuchs bestimmt dann, welcher Baum es wird“, so Hugo Bernauer. Helfer sind natürlich vor Ort und beraten. Nach getaner Arbeit gibt es dann noch Glühwein oder Kinderpunsch, die nächste Aktion zum Weihnachtsbäume Selbstschlagen gibt es am kommenden Sonntag (mehr unter hugos-privatwald.de). Wer nicht selbst sägen will, kann sich seinen Baum beim Verkauf ab Hof aussuchen. Zehn Sorten stehen zur Auswahl, aber auch bei Hugo Bernauer „ist und bleibt die Nordmanntanne der Renner und macht 90 Prozent der verkauften Weihnachtsbäume aus. Weil sie sich gut schmücken lässt und lange hält“. Auch er ist mit dem bisherigen Verkauf zufrieden. Bei ihm gibt es die beliebte Tanne für 23 Euro pro Meter.
Info: Die Stadt hat wieder Flächen für den Christbaumverkauf zur Verfügung gestellt. Bis Heiligabend, 13 Uhr, sind alle zwölf Stände montags bis samstags von 9 bis 20 Uhr geöffnet. Die Standorte: Strandbad-Parkplatz, Alter Wiehrebahnhof, Annaplatz, Johanneskirche, ZO, Alfred-Döblin-Platz, Herdermer Kirchplatz, Konradskirche, Parkplatz beim Friedhof (Haslach), Stühlinger Kirchplatz, Maria-von-Rudloff-Platz und auf dem Parkplatz an der Schauinslandstraße (Günterstal).
Der Green Industry Park liegt im nördlichen Teil des Industriegebiet Nords in Freiburg (Freifläche in der Bildmitte). Dort hat Endress+Hauser eine Fläche von rund 20.000 Quadratmeter erworben. Foto: Michael Saurer
Gute Nachricht für den Wirtschaftsstandort Freiburg: Der Schweizer Messtechnik- und Automationsspezialist Endress+Hauser investiert einen hohen zweistelligen Millionenbetrag für einen eigenen Campus im Industriegebiet Nord. Auf einem 20.000 Quadratmeter großen Grundstück im Green Industry Park möchte das Unternehmen 450 Arbeitsplätze bündeln.
Endress+Hauser wird in den nächsten Jahren einen eigenen Unternehmenscampus in Freiburg im Breisgau entwickeln. Das gaben der Mess- und Automatisierungstechnik und die Freiburg-S-Wirtschaftsimmobilien GmbH & Co. KG (FWI) am Donnerstag in einer gemeinsamen Pressemitteilung bekannt. Endress+Hauser hat demnach ein rund 20.000 Quadratmeter großes Grundstück im Green Industry Park im Industriegebiet Nord erworben, auf der einst der Sportverein SV Rhodia beheimatet war. Die Firmengruppe will dort etwa 450 Arbeitsplätze bündeln, die bislang über die Region Freiburg verteilt sind. Für das gesamte Projekt ist ein hoher zweistelliger Millionenbetrag veranschlagt.
Mehr als 17. 000 Menschen arbeiten beim Messtechnik- und Automationsspezialist Endress+Hauser. Foto: Endress+Hauser
Der Wirtschaftsstandort Freiburg setzt damit ein weiteres Ausrufezeichen, nach dem zuvor bereits die Ansiedlung des US-Unternehmen Intuitive Surgical im Green-Industry-Park gelungen war. „Nach der Ansiedlung von Intuitive Surgical zeigt nun auch die erfolgreiche Vermarktung einer weiteren Fläche an die Endress+Hauser Unternehmensgruppe, dass das vor über 30 Jahren gegründete Public-Private-Partnership-Modell FWI auch in Zeiten zunehmender Flächenknappheit erfolgreiche Arealentwicklung und Unternehmensansiedlungen umsetzt“, sagt der FWI-Aufsichtsrat und stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Freiburg, Bern Rigl. Der 60 Millionen-Euro-Neubau von Intuitive war eine der größten Firmenansiedlungen der vergangenen Jahrzehnte in Freiburg. Nun folgt Endress+Hauser auf einem benachbarten Grundstück an der Hermann-Mitsch-Straße. „Wir investieren in Zukunftsfähigkeit, Nachhaltigkeit und Wettbewerbsfähigkeit, schaffen attraktive Arbeitsplätze, effiziente Abläufe und Raum für weiteres Wachstum“, betont Peter Selders, CEO der Endress+Hauser Gruppe.
Peter Selders, Chef von Endress+Hauser. Foto: Endress+Hauser
Die ersten Entwürfe sehen ein sechsstöckiges Bürogebäude mit Restaurant und Schulungsräumen sowie ein zweistöckiges Produktionsgebäude vor, das bei Bedarf erweitert werden kann – insgesamt mehr als 15.000 Quadratmeter Nutzfläche. Zwischen den Baukörpern soll eine Grünfläche für ein angenehmes Arbeitsumfeld sorgen, so heißt es. „Die Ansiedlung von Endress+Hauser ist ein klares Bekenntnis zum Standort Freiburg und ein weiterer Meilenstein für die Entwicklung des Green-Industry-Parks“, sagt Freiburgs Oberbürgermeister Martin Horn.
Gemeinsames Dach für verschiedene Aktivitäten
Auf den neuen Campus ziehen soll der Freiburger Standort des IT-Dienstleister Endress+Hauser InfoServe. Daneben soll dort die Produktion von Analysatoren für die Gas- und Staubmessung von Endress+Hauser SICK gebündelt werden. Bislang ist dieser Bereich des Joint-Ventures mit dem Waldkircher Sensorttechnikunternehmen SICK auf Produktionsstandorte in Reute und Freiburg-Hochdorf verteilt und umfasst auch mehrere Logistikflächen. Geplant ist zudem, dass Vertriebs- und Servicemitarbeitende von Endress+Hauser Deutschland, die bislang ihre Büros in Waldkirch-Kollnau haben, nach Freiburg wechseln.
Noch ist das Projekt in einer Entwurfsphase; sämtliche Eckpunkte sind ungefähre Angaben. Bei der Entwicklung des neuen Standorts lege man jedoch „großen Wert auf nachhaltige Gebäudekonzepte und effiziente Betriebstechnik“, so Pieter de Koning, Chief Information Officer der Firmengruppe, der das Projekt vorantreibt. Dieser Ansatz sei ganz im Sinne der Ziele, die die Stadt Freiburg mit dem Green Industry Park erreichen möchte – nämlich dem „eines nachhaltigen, energie- und ressourceneffizienten Industriegebietes“, so die scheidende FWTM-Geschäftsführerin und FWI-Aufsichtsrätin Hanna Böhme in einem Statement.
Marlon Lückert, Sara Egetemeyr und Jonas Mehrabanian Al-Nemri haben eine KI entwickelt, die
gegen Hass im Netz angehen soll. Foto: Silvia Wolf / Penemue
Hate-Speech im Internet ist ein großes Problem und betrifft immer mehr Menschen. Ein Freiburger Entwicklerteam wollte Abhilfe schaffen – und entwickelte mit Penemue eine KI, die für ein besseres Miteinander im World Wide Web sorgen soll.
Als „Heiler der Dummheit der Menschen“ gilt Penemue in der henochischen Überlieferung. Nach ihm benannt ist auch die KI Penemue, die gegen Hass und Hetze im Netz vorgehen soll. „Penemue hat der Überlieferung nach zwar den Menschen das Schreiben beigebracht, ihnen aber nicht erklärt, wie man es sinnvoll nutzt – das holen wir jetzt nach“, so Jonas Mehrabanian Al-Nemri aus dem Entwicklerteam.
Schon seit über zehn Jahren beschäftigt er sich mit Künstlichen Intelligenzen, die sich vor allem mit Sprache und Schrift befassen. Ein öffentlich rechtlicher Sender sei dann auf ihn zugekommen, da es Probleme auf den Kanälen mit Hate-Speech gab, so Mehrabanian Al-Nemri. „Wir wollten etwas für die Gesellschaft tun“, sagt er. Die Idee zu Penemue war geboren. Vor zwei Jahren ging die KI der Freiburger Entwickler an den Start.
Eine KI zu entwickeln, die sich mit Sprache befasst, war nicht so einfach. Reine Filter, wie sie zum Beispiel bei Spam-Verdacht eingesetzt werden, sind nicht sinnvoll. „Hass ist ganz oft etwas Impliziertes“, so Mehrabanian Al-Nemri. Die KI musste daher nicht nur Kontext, zum Beispiel von Bildpostings, verstehen, sondern sich auch mit codierter Sprache – zum Beispiel in gesellschaftlichen Nischen – befassen.
Auch Satire und Ironie sollte sie verstehen. Das führt auch dazu, dass Mehrabanian Al-Nemri und sein Entwicklerteam stets dahinter her sind, die KI weiterzuentwickeln. „Sprache wandelt sich schnell“, weiß Mehrabanian Al-Nemri. Gerade in Verbindung mit Rassismus und jugendgefährdenden Inhalten sei dies ein wichtiger Faktor. Die KI greift auch auf Echtzeitereignisse zurück und setzt Aussagen in den dementsprechenden Kontext: „Penemue weiß genau, was hier gerade abgeht.“
Gegen Verrohung im Netz
Wer Penemue nutzt, kann die KI als Autoguardian nutzen, die die Posts selbst moderiert, oder sich die Inhalte zur eigenen Kontrolle anzeigen lassen. Das hat den Vorteil, dass sich gerade Einzelpersonen, die in der Öffentlichkeit stehen, mit beleidigenden Inhalten und Drohungen gegen ihre Person nicht befassen müssen. Penemue bietet außerdem die Möglichkeit, juristisch relevante Inhalte anzuzeigen – und schätzt direkt die Wahrscheinlichkeit einer juristischen Verfolgung ein.
Dass KI Fluch und Segen zugleich sein kann, weiß Jonas Mehrabanian Al-Nemri: „Wir sind ein Positiv-Beispiel.“ KI sei Teil des Problems – zum Beispiel in Form von Deep-Fakes und Bots, die teilweise auf sehr hohem Niveau arbeiten würden und kaum noch von echten Usern zu unterscheiden seien. Gleichzeitig sei KI jedoch auch ein Teil der Lösung: „Gegen diese Bots kommt nur noch KI an.“
Zu den Nutzern gehören neben Menschen aus der Politik auch Freiburger Vereine und Organisationen. Das Entwicklerteam möchte die Organisationen hinter den Menschen ansprechen und Parteien, NGOs und Vereine dazu auffordern, ihre Abgeordneten und Mitglieder zu schützen. „Der Umgang miteinander im Internet ist schlimmer geworden, die Betroffenenrate wächst“, weiß Mehrabanian Al-Nemri.
Er ist der Meinung, dass gegen Hass und Hetze im Netz viel zu lange nicht vorgegangen und das Thema dadurch normalisiert wurde. Für ihn sei es auch wichtig, abzuwägen, wann eine Zensur stattfinde: Die Nutzung einer solchen KI empfindet er als nicht problematisch. „Durch Hass und Hetze im Netz werden die Stimmen derer aus dem Internet verdrängt, die Angst vor einem Shitstorm haben“, so Mehrabanian Al-Nemri. Sein Ziel: Mit Penemue weltweit für Sicherheit sorgen und zeigen, dass das Internet kein rechtsfreier Raum ist. „Wir brauchen Schutz für die Menschen, die sich für Dinge einsetzen.“
Der Freiburger Wochenbericht reagiert auf die veränderten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Foto: Joers
Der kleine Luxus, einmal in der Woche den Freiburger Wochenbericht im Briefkasten vorzufinden ist für viele Leserinnen und Leser eine beliebte Gewohnheit. In einzelnen Stadtteilen wird es diesen Luxus ab Januar 2026 nicht mehr geben. Martin Zenke, Geschäftsführer des Freiburger Wochenberichts, erklärt im Interview mit Redaktionsleiter Matthias Joers die Auflagenreduzierung auf 80.100 Exemplare und die neue Zustellstrategie in Freiburg.
Warum wenden Sie sich heute mit einer eher unerfreulichen Nachricht an Ihre Leserschaft?
Martin Zenke: Transparenz ist uns wichtig. Seit vielen Jahren arbeiten wir mit großem Einsatz daran, den Freiburger Wochenbericht verlässlich in jeden Briefkasten zu bringen. 52 Mal im Jahr mit einem kleinen und sehr engagiertem Team eine gute Zeitung herauszubringen, das ist eine Herausforderung. Wir machen das mit Leidenschaft! In den vergangenen Jahren haben sich die Rahmenbedingungen jedoch so grundlegend verändert, dass es uns leider nicht mehr möglich ist, den Wochenbericht lückenlos in jedem Stadtteil zu verteilen. Unsere bislang schon hohe Auflagenzahl reduzieren wir daher auf weiterhin starke 80.100 Exemplare pro Woche.
Martin Zenke, Geschäftsführer des Freiburger Wochenbericht. Foto: Joers
Welche Rahmenbedingungen meinen Sie?
Zenke: Neben dem seit der Corona-Pandemie vielfach höherem Papierpreis sind es zwei Entwicklungen, die das bisherige Modell besonders belasten: Zum einen steigt zum Jahreswechsel erneut der gesetzliche Mindestlohn um 8,4 Prozent. Für unsere Zustellerinnen und Zusteller ist das eine wichtige und richtige Anerkennung ihrer Leistung. Es führt aber zugleich zu deutlich höheren Verteilkosten pro Exemplar. Zum anderen verzeichnen wir spürbare Rückgänge bei den Anzeigen- und Beilagenumsätzen, obwohl unsere Inserenten nachweislich erfolgreich im Freiburger Wochenbericht werben. Deshalb gerät das Modell der kostenlosen Zustellung, das sich ausschließlich über Anzeigen und Beilagen finanziert, unter Druck. Wenn die Einnahmen sinken, kippt die Kosten-Nutzen-Rechnung der flächendeckenden Zustellung.
Was wird sich im neuen Jahr konkret ändern?
Zenke: Wir bündeln unsere Zustellressourcen dort, wo wir mit verlässlichen Zustellern die Gebiete besetzen können und setzen verstärkt auf eine bedarfsorientierte Verteilung. Das heißt, wir werden in einzelnen Stadtteilen statt der Haushaltszustellung sogenannte „Stille Verkäufer“ einrichten – also Abholstellen an gut erreichbaren, öffentlich zugänglichen Einrichtungen wie zum Beispiel in Bäckereien, Baumärkten oder Supermärkten (Anm.: die Liste der Sonderauslagestellen finden Sie hier).
Ändern sich auch die Inhalte des Wochenberichts?
Zenke: Nein! Unser Anspruch, die Menschen zuverlässig über das Stadtgeschehen zu informieren bleibt unverändert bestehen. Redaktionelle Qualität und lokale Relevanz stehen für uns nicht zur Disposition. Wir investieren wie bisher in Recherche, Themenvielfalt und Service und versuchen weiterhin lokale Einrichtungen wie Sport- oder Kulturvereine zu unterstützen.
Wie schwer fällt Ihnen der Schritt?
Zenke: Unser Anspruch, die Menschen in Freiburg zuverlässig zu informieren, bleibt bestehen. Der Freiburger Wochenbericht ist eine Marke und bei allem, was sich in Freiburg so tut, sind wir vorne mit dabei. Natürlich fällt es uns nach vielen Jahren extrem schwer unsere Auflage zu reduzieren. Doch wir sind davon überzeugt, dass wir weiterhin einen großen Teil von Freiburg abdecken können. Und nicht zu vergessen: Alles was uns ausmacht – aktuelle Lokalstories, Kinotipps, Sportberichte, Freiburg Privat und Neuigkeiten aus dem Einzelhandel und der lokalen Wirtschaft – gibt es weiterhin kostenlos online auf unserer Homepage sowie auf unseren Social-Media-Kanälen auf Instagram oder auf Facebook, wo uns allein über 27.000 Follower lesen. Auf unserer Internetseite findet man den Wochenbericht als E-Zeitung mit allen Stories und allen Anzeigen unserer Kunden, und im Übrigen auch über die BZ-App.
Welche Botschaft ist Ihnen wichtig?
Zenke: An die lokale Wirtschaft: Ihre Anzeigen wirken – gerade in diesen herausfordernden Zeiten. Werben Sie regional, unterstützen Sie Journalismus vor Ort und profitieren Sie von einer starken Leserschaft. Und natürlich wollen wir 2026 wieder mit guten Lokalstories aus Freiburg, wie zum Beispiel von Firmenjubiläen, für jede Menge Lesefreude sorgen. Und im Namen des gesamten Teams des Wochenberichts wünsche ich allen unseren Leserinnen und Lesern, Freunden, Partnern sowie ihren Familien erholsame Feiertage sowie ein gesundes, friedliches und erfolgreiches neues Jahr 2026.