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Größter Einsatz seit Papstbesuch: Freiburg vor Europa-League-Spiel gegen Tel Aviv

SC FreiburgFahnen wie hier, aber auch Banner wird es am Donnerstag nur eingeschränkt geben. Foto: Bernd Weissbrod / DPA

Am Donnerstag (18.45 Uhr), trifft der SC Freiburg auf den israelischen Verein Maccabi Tel Aviv. Das Spiel gilt als Hochrisiko-Spiel – der SC Freiburg hat Einlasskontrollen verschärft. Für die Polizei und das städtische Amt für Brand- und Katastrophenschutz ist es der größte Einsatz seit dem Papstbesuch 2011.

Es ist das vorletzte Europa-League-Spiel für den SC Freiburg. Doch nicht nur sportlich ist das Spiel für Freiburg sehr wichtig, denn das Spiel gegen den israelischen Verein Maccabi Tel Aviv wird von der aktuellen weltpolitischen Lage überschattet. „Aufgrund der Gesamtsituation handelt es sich für uns um eine besonders herausragende Einsatzlage“, so Polizeipressesprecher Michael Schorr. Eine konkrete Gefährdungserkenntnis liege nicht vor, dennoch steht die Polizei aufgrund der „recht hohen abstrakten Gefährdung“ mit einer vierstelligen Anzahl an Kräften im Einsatz. „Das Polizeipräsidium Freiburg hat auch das mit dem Nahostkonflikt verbundene hohe Emotionalisierungs- und Mobilisierungspotenzial fest im Blick.“

Im November 2024 war es beim Spiel zwischen Maccabi Tel Aviv und dem niederländischen Verein Ajax zu Ausschreitungen gekommen. Das Spiel zwischen Aston Villa und Maccabi wurde im Anschluss aus Sicherheitsgründen ohne israelische Fans ausgetragen.

Für das Spiel am kommenden Donnerstag sind ebenfalls Proteste angemeldet: Eine Demonstration mit Bezug zum Spiel fange gegen 16.30 Uhr auf dem Platz der Alten Synagoge an, anschließend findet ein Aufzug auf den Stühlinger Kirchplatz statt. Rund 200 Personen werden erwartet, so das Amt für Brand- und Katastrophenschutz, das die Versammlungsfreiheit auch am 22. Januar gewährleisten wolle. „Friedlicher Protest ist nicht nur erlaubt – er ist gelebte Demokratie und das schützen wir“, so auch die
Polizei.

Das Amt für Brand- und Katastrophenschutz wird an diesem Tag mit einer vierstelligen Zahl vorwiegend ehrenamtlicher Kräfte im Einsatz sein – auch aus dem benachbarten Ausland sind Hilfsorganisationen im Einsatz. Der Einsatz der rund 2.000 Polizisten, die teils auch aus benachbarten Bundesländern kommen, soll Grenzen für Hass und Gewalt jeglicher Art setzen, so Schorr. „Wie für die Polizei ist es auch für das städtische Amt für Brand- und Katastrophenschutz der größte Einsatz seit dem Papstbesuch 2011“, so Pressesprecherin Martina Schickle.

Auch für das Spiel in Freiburg gab es einen Petition, die den Ausschluss von israelischen Fans forderte: Rund 1.400 Personen haben bisher unterschrieben. Der SC entschied sich gegen einen Ausschluss: „Der SC Freiburg steht für eine gelebte Fankultur und das verbindende Element des Fußballs – gerade in einem europäischen Club-Wettbewerb“, so ein Sprecher des SC. Ein Ausschluss sei keine geeignete Maßnahme. „Fußball soll immer verbinden, niemals trennen. Dieser Anspruch prägt sämtliche Vorbereitungen rund um das Spiel“, so auch SC-Vorstand Oliver Leki.

Auf Grenzen überschreitende Botschaften, von denen in der Petition die Rede ist, werde man angepasst an die jeweilige Situation reagieren. Generell sei außerhalb der Südtribüne mit den Blöcken S, C, F, E und V und des Gästefanbereichs das Mitführen und Präsentieren von Fahnen, Bannern und Schildern nicht gestattet, so der Sprecher. Und: „Grundsätzlich ist der Ordnungs- und Sicherheitsdienst angehalten, sofort gegen jegliche Form von Störung oder provozierendem Verhalten auf den Zuschauerrängen einzuschreiten.“ Das Tragen von Fantrikots, Fanschals und Fanmützen bleibt in
allen Stadionbereichen erlaubt.

Dass das Thema Sicherheit bei diesem Spiel anders gehandelt wird, als sonst, zeigte auch eine polizeiliche Zuverlässigkeitsüberprüfung, die alle beruflich eingesetzten Personen durchlaufen mussten. Laut Aussage des SC seien dies rund 2.000 Personen gewesen. Auch auf verlängerte Einlasskontrollen weist der SC hin: Der Zugang zum Stadion wird ab 16.45 Uhr möglich sein (Anpfiff ist um 18.45 Uhr), eine frühe Ankunft wird empfohlen – gerade aufgrund möglicher Verkehrsbehinderungen und die verlängerten Einlasskontrollen. Der SC weist ausdrücklich darauf hin, dass diese kurz vor Spielbeginn nicht verkürzt oder beschleunigt werden können.

Das Mitführen von Taschen und Rucksäcken jeder Art – auch Bauchtaschen – ist untersagt. Der SC weist darauf hin, dass Hygieneprodukte in allen Damentoiletten kostenlos verfügbar sind. Stichprobenartig werden Metalldetektoren zum Einsatz kommen. Auch erfolgt eine strikte Trennung der Tribünen, weshalb die Zuschauerinnen und Zuschauer gebeten werden, ausschließlich den auf der Eintrittskarte vermerkten Eingang zu wählen. Bei unkooperativem Verhalten kann noch am Einlass Hausverbot für den Spieltag ausgesprochen werden.

Info: Für die Freiburgerinnen und Freiburger kann es am Spieltag zu Verkehrsbeeinträchtigungen kommen. Zudem hat die Stadt Freiburg an diesem Tag ihr Bürgertelefon (0761 201-0) bis 21 Uhr verlängert.