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Die regionale Band „Finsterforst“ tritt beim Wacken-Festival auf, davor gibt’s ein Konzert in Freiburg

„Wir wollten unbedingt wieder hier spielen, und das Artik bietet sich als Location bestens an“, so Simon Käflein (3.v.l.), der die Musik schreibt, Gitarre spielt und gelegentlich im Background singt, über das Konzert in Freiburg. Hier mit seinen Bandkollegen (v.l.): Sebastian Scherrer, David Schuldis, Oliver Berlin, Cornelius Heck, Johannes Joseph und Tobias Weinreich.„Wir wollten unbedingt wieder hier spielen, und das Artik bietet sich als Location bestens an“, so Simon Käflein (3.v.l.), der die Musik schreibt, Gitarre spielt und gelegentlich im Background singt, über das Konzert in Freiburg. Hier mit seinen Bandkollegen (v.l.): Sebastian Scherrer, David Schuldis, Oliver Berlin, Cornelius Heck, Johannes Joseph und Tobias Weinreich. Foto: Oliver König

Seit mehr als 20 Jahren begeistert die Band „Finsterforst“ Metalfans. Die Veröffentlichung ihres neuen Albums feiern die Bandmitglieder aus der Region und dem Schwarzwald mit einem besonderen Konzert im Freiburger Artik am 27. Juni. Am 1. August tritt die Band beim legendären Wacken-Festival auf. Was das für die Band bedeutet und wie sich deren Sound verändert hat, verrät Gründungsmitglied Simon Käflein im Gespräch mit Saskia Schuh.

Die Band beschreibt ihren Stil als Black Forest Metal. Was kann man sich darunter vorstellen?

Simon Käflein: In den Anfangstagen vor rund 20 Jahren waren wir im damaligen Pagan-Folk-Metal-Hype unterwegs. Viele Bands – vor allem aus Skandinavien – inszenierten sich mit Trinkhörnern und Wikinger-Ästhetik, und auf diesen Zug sind wir mit aufgesprungen. Mit der Zeit hat sich unsere Musik jedoch stark verändert: Sie wurde schwerer, härter, tiefgründiger und aufwendiger. Viele Elemente kamen hinzu – neben Schlagzeug und E-Gitarren etwa Keyboard-Flächen, orchestrale Passagen, Akkordeon, Akustikgitarren und Chorgesang. Wir haben uns – auch mit einem Augenzwinkern – den Stempel Black Forest Metal gegeben. Das passt zum Bandnamen Finsterforst und ist ein Verweis auf den Schwarzwald. Wer dabei an Black Metal denkt, liegt nicht völlig falsch, denn Einflüsse gibt es.


Eines der Markenzeichen sind aber auch sehr lange Songs?

Käflein: Ja. Unsere Stücke waren von Beginn an überdurchschnittlich lang, und im Laufe der Jahre sind Struktur und Komplexität weiter gewachsen. Wir haben die 20-Minuten-Marke geknackt, auf unserem Album „Zerfall“ von 2019 gibt es etwa den Song „Ecce Homo“, der 36 Minuten dauert. 2022 haben wir mit „Jenseits“ eine EP veröffentlicht, die aus einem einzigen, 40-minütigen Stück besteht. Gleichzeitig habe ich irgendwann gedacht: Es macht zwar Spaß und ist ein Markenzeichen, aber wir rudern etwas zurück. Auf dem neuen Album gibt es noch ein langes Stück, insgesamt sind die Strukturen jedoch zugänglicher geworden. Das hat sich in den letzten Jahren einfach so entwickelt.


Das Release-Konzert für das neue Album spielt die Band in Freiburg. Wie besonders ist es, in der Heimat aufzutreten?

Käflein: Das liegt für uns nahe. Freiburg und die Region sind unsere Heimat: Einige der Bandmitglieder kommen aus dem Elztal, andere aus dem Dreisamtal. Wir wollten unbedingt wieder hier spielen, und das Artik bietet sich als Location bestens an. Als Support ist das Hack String Quartet dabei, geleitet von Jonathan Heck, dem Bruder unseres Drummers. Danach spielen wir zwei Stunden. Das wird ein langes Set – ich bin extrem gespannt.


Der neue Song „Stille Nacht“ hat schon über 37.000 Klicks auf YouTube. Was erwartet die Fans auf dem neuen Album?

Käflein: Unser Sänger Olli verarbeitet auf dem aktuellen Album auch persönliche Erfahrungen. Er ist studierter Sozialarbeiter mit einem sehr fordernden Job und arbeitet mit Menschen in schwierigen Lebenslagen. Dazu kommt der Blick auf unsere Gesellschaft insgesamt: Es gibt viele Problemfelder, Social Media ist nur eines davon. Daraus ergeben sich unzählige Themen. Musikalisch hört man den typischen Finsterforst-Sound. Jedes Album soll dennoch eigene Akzente setzen: Wie erwähnt sind mehrere Songs diesmal kürzer und strukturell simpler – gleichzeitig bleibt die Musik extrem hart und tief. Auch zwei Coversongs finden sich hier wieder.


Inwiefern sind die Region und der Schwarzwald eine Inspiration?

Käflein: Ich kann nur für mich sprechen: In die Musik fließt alles ein, was ich höre und erlebe. Aber ich habe ein starkes Verbindungsgefühl zum Schwarzwald. Ich bin sehr gern dort. Der Schwarzwald kann düster, episch, geheimnisvoll, schön, aber auch wild, wüst, tief und dunkel sein – er ist in jeder Witterung atemberaubend. Beim Schreiben habe ich diese Bilder im Kopf und eine klare Vision, wie die Musik klingen soll.


Die Band tritt dieses Jahr wieder bei Wacken auf – das zweite Mal nach 2013. Wie groß ist die Vorfreude?

Käflein: Die Vorfreude ist riesig, und wir sind sehr aufgeregt. Es gibt kaum eine größere Bühne für Metal-Festivals. Unser erster Auftritt 2013 war schon ein absolutes Highlight für uns. Damals spielten wir am Samstag zur Primetime auf der Wackinger Stage, dieses Jahr dürfen wir wieder zur Primetime ran. Wir sind dankbar für die Gelegenheit – die hat nicht jede kleinere Band.

Was steht dieses Jahr noch an?

Käflein: Zunächst erscheint das Album am 31. Juli, also unmittelbar vor unserem Wacken-Auftritt. Für 2027 hoffe ich auf einige Festival Gigs. Aber die meisten von uns haben Familie und Jobs. Da ist Touren nicht leicht, zumal die Band unser Hobby ist und kein Beruf. Aber ich bin optimistisch und hoffe auf ein starkes Jahr.

Info: Album-Release-Konzert von „Finsterforst“ mit dem Hack String Quartet als Support am 27. Juni, 21 Uhr im Artik (Haslacher Straße 43). Mehr unter www.finsterforst.de.