Auf dem Weg ins Europa-League-Finale von Istanbul hat der SC Freiburg im Halbfinal-Hinspiel einen Dämpfer erlitten. Trotz eines beherzten Auftritts verlor die Schuster-Elf bei Sporting Braga 1:2 (1:1). Das entscheidende Gegentor fiel erst in der zweiten Minute der Nachspielzeit.
Eingebettet in die Felsenlandschaft des Estádio Municipal de Braga und getragen von der lautstarken Kulisse – darunter rund 2.000 mitgereiste Freiburger Fans – erlebte der SC Freiburg in Portugal einen historischen Abend: Erstmals stand der Klub in einem europäischen Halbfinale.
Die Gastgeber erwischten den besseren Start und gingen bereits früh in Führung: Nach einer unsauberen Klärung von Jordy Makengo im Freiburger Strafraum nutzte Braga die Situation eiskalt aus und traf in der 8. Minute zum 1:0. Freiburg zeigte sich davon jedoch unbeeindruckt, stabilisierte sich zusehends.
Der Ausgleich fiel folgerichtig in der 16. Minute: Nach einem Ballgewinn im Mittelfeld schalteten die Breisgauer blitzschnell um. SC-Rekordtorschütze Vincenzo Grifo vollendete ein präzises Zuspiel von Niklas Beste zum 1:1.
Kurz vor der Pause wurde es noch einmal dramatisch: Nach VAR-Eingriff entschied der englische Schiedsrichter Anthony Taylor auf Elfmeter für Braga und korrigierte damit seine eigene Entscheidung. Doch Freiburgs Keeper Noah Atubolu parierte Zalazars Schuss stark und hielt sein Team im Spiel.
Im zweiten Durchgang zeigten die Freiburger einen höchst disziplinierten und kontrollierten Auftritt. Es entwickelte sich ein Spiel auf Augenhöhe zwischen dem Tabellenvierten aus Portugal und dem Tabellenachten der Bundesliga. Doch in den letzten 20 Minuten erhöhten die Gastgeber immer mehr den Druck auf das Freiburger Tor.
Schuster: Spätes Gegentor „sehr, sehr ärgerlich“
Mit der letzten Aktion schlugen die Portugiesen dann zu: Ein Schuss von Vitor Carvahlo ließ Noah Atubolu nach vorne abprallen. Dorgeles reagierte am schnellsten und erzielte das Last-Minute-Tor zum 2:1-Endstand (90.+2). „Wir haben es in wenigen Momenten nicht gut verteidigt. Da sind wir bestraft worden. Das können wir besser“, so SC-Trainer Schuster nach der Partie gegenüber RTL. „Es ist natürlich sehr, sehr ärgerlich, dass wir so ein spätes Gegentor bekommen. Das darf uns natürlich nicht passieren.“ Das Spiel sei für seine Mannschaft sehr „aufwändig“ gewesen, so Schuster.
Noah Atubolu: „Sehe den Ball fast nicht“
Noah Atubolu sagte nach der Partie. „So ein unnötiges Gegentor, es ist unfassbar. Die Kraft hat uns am Ende ein bisschen gefehlt. Wir machen uns das Leben selber schwer“. Zum späten Gegentor sagte der Freiburger Keeper. „Das Problem war, dass ich den Ball fast nicht sehe, weil Philipp Lienhart vor mir stand. Ich sehe ihn noch gerade so, kriege die Hände weg und dann prallt er irgendwo hin“, so der SC-Torwart.
Damit benötigen die Freiburger im Rückspiel am Donnerstag (21 Uhr) im Europa-Park Stadion einen Heimsieg, um den Traum vom Finale am 20. Mai in Istanbul wahrzumachen. „Wir wissen ganz genau, was auf uns zukommt. Zuhause mit unseren Fans ist alles möglich“, so Schuster.
Das zweite Halbfinal-Hinspiel des Abends zwischen den englischen Premier-League-Vereinen Nottingham und Aston Villa endete mit einem 1:0 (0:0)-Heimerfolg für Nottingham Forest.


Der SC Freiburg hat das Hinspiel in Braga durch ein Last-Minute-Tor verloren. Archivfoto: Detlef Berger