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Deutsche Jugendbande soll Raubserie im Freiburger Seepark verübt haben

SeeparkDer Schwerpunkt der Raubserie lag im Freiburger Seepark. Foto: majo

Nach einer Raubserie im Freiburger Seepark und im Stadtteil Betzenhausen hat die Polizei einen Ermittlungserfolg erzielt: Demnach soll eine Bande deutscher Jugendliche eine Vielzahl der Taten verübt haben. Die Tatverdächtigen sitzen jetzt in U-Haft.

Das Polizeipräsidium Freiburg hatte zwischen Oktober 2024 und Januar 2025 über mehrere Raubstraftaten mit Schwerpunkt im Freiburger Stadtteil Betzenhausen und insbesondere im dortigen Seepark berichtet. Bei den Taten hatten die damals noch unbekannten Täter ihre Opfer unter anderem mit Pfefferspray, Messern und Teleskopschlagstöcken bedroht oder diese eingesetzt und dadurch mehrere Geschädigte teils leicht verletzt. Die Täter erbeuteten dabei meist geringe Bargeldbeträge und Alltagsgegenstände.

Gemeinsam mit der Staatsanwaltschaft ist es der Kriminalpolizei Freiburg jetzt gelungen, eine Jugendgruppierungen zu ermitteln, die für die Taten verantworlich seien sollen. Die Bande stünde laut Polizei in „dringendem Tatverdacht“, insgesamt neun Raubstraftaten im genannten Zeitraum begangen zu haben.

Anfang Februar 2025 gab es es auf Antrag der Staatsanwaltschaft Freiburg mehrere Wohnungsdurchsuchungen. Dabei konnten drei Jugendliche deutscher Staatsangehörigkeit im Alter zwischen 15 und 17 Jahren gefasst werden. Sie sitzen inzwischen in Untersuchungshaft.

Ob die dringend Tatverdächtigen noch für weitere Raubdelikte in Frage kommen, ist unter anderem Gegenstand der derzeitigen Ermittlungen.

SC Freiburg: Sorgt die neue Situation in der Offensive für mehr Tore?

Ritsu Doan (links) ist einer der wichtigsten Impulsgeber für die Offensivbemühungen des SC Freiburg. Foto: Detlef Berger

Grifo, Doan, Beste – drei klingende Namen, die die Herzen der SC-Anhängerschaft derzeit höher schlagen lassen. Der 1:0-Erfolg gegen Heidenheim deutete bereits an, wie der SC Freiburg aus dieser Konstellation Kapital in der zweiten Saisonhälfte der Fußball-Bundesliga schlagen könnte.

Die Torausbeute des SC Freiburg in dieser Saison fällt bislang nicht so hoch aus, wie sie es könnte. Auch in der jüngsten Partie gegen Heidenheim verpasste die Schuster-Elf trotz guter Gelegenheit das erlösende 2:0. Der 1:0-Heimsieg gegen den FCH zeigte aber noch etwas: Dank der Verpflichtung von Jan-Niklas Beste scheint in der Freiburger Offensive eine neue Dynamik entstanden zu sein, die sich fast zwangsläufig in mehr Toren auszahlen müsste.

„Ein Hauen und Stechen“

Vincenzo Grifo, der einmal mehr ein Tor erzielte, Wirbelwind Ritsu Doan, der Grifos 1:0 mit seiner Vorarbeit erst ermöglichte und der eingewechselte Niklas Beste, dem in nur zehn Minuten Spielzeit fast eine Torvorlage zum 2:0 gelang – der SC kann sich glücklich schätzen, solche Spieler in seinen Reihen zu haben. Vor allem aber kann es für einen Spielverlauf von enormer Bedeutung sein, wenn eine Mannschaft in der Lage ist, Spieler von solch einem Format als Einwechselspieler zur Verfügung zu haben. SC-Kapitän Christian Günter zog einen passenden Vergleich zu den Münchner Bayern, die ihre Gegner erst recht dadurch mürbe machen, indem sie Spieler wie einen Kingsley Coman oder Leroy Sané einwechseln können.

Grifo, Doan, Beste – ein Trio, mit dem es Freiburgs Gegner sicher nicht gerne aufnehmen. Foto: Detlef Berger

Genau diesen Effekt erwartet sich Günter auch von der Beste-Verpflichtung. „Es ist super, wenn Jungs reinkommen, die den Unterschied machen können. Das wird ein Hauen und Stechen in den nächsten Wochen, und das tut uns gut. Das macht uns nur besser“, so der 31-jährige Tennenbronner über den angefachten Konkurrenzkampf im Freiburger Kader. „Ich glaube, dass er uns sehr, sehr gut weiterhelfen kann“, sagt er über Niklas Beste.

Unter der Woche vermeldete der SC Freiburg dann noch eine weitere Personalie: Passenderweise vor der Partie am Samstag (15.30 Uhr/Sky) bei seinem früheren Arbeitgeber FC St. Pauli verlängerte Freiburgs Co-Trainer Florian Bruns seinen Vertrag. Seit 2017 arbeitet der gebürtige Oldenburger im Freiburger Trainerstab, damals noch unter Christian Streich. Für den 45-Jährigen war die Verlängerung seines Vertrags offensichtlich nicht mit Zweifeln verbunden: „Die Entwicklung der Mannschaft und des Vereins ist nach wie vor hoch spannend und ich freue mich riesig, an dieser Entwicklung weiterzuarbeiten.“

„One Billion Rising“: Großer Tanzflashmob gegen Gewalt an Frauen in Freiburg

Auf dem Platz der Alten Synagoge findet am Freitag wieder der Tanz-Flashmob „One Billion Rising“ statt.Auf dem Platz der Alten Synagoge findet am Freitag wieder der Tanz-Flashmob „One Billion Rising“ statt. Foto: Rita Eggstein

Am 14. Februar um 16 Uhr setzt Freiburg ein lautes Zeichen für Gleichberechtigung. Interessierte Bürger sind eingeladen, beim Tanzflashmob „One Billion Rising“ auf dem Platz der Alten Synagoge mitzumachen. Die Aktion ist Teil einer globalen Bewegung gegen Gewalt an Frauen und Mädchen.

Simone Thomas, Frauenbeauftragte der Stadt Freiburg, eröffnet die Veranstaltung am Freitag. „Wir möchten mit diesem Event auf das Problem der Gewalt gegen Frauen aufmerksam machen, aber auch einen Raum schaffen, in dem Gemeinschaft und Empowerment gefeiert werden“, betont Thomas. „Jede und jeder kann Teil dieser Bewegung sein – egal ob beim Tanzen oder einfach nur beim Zuschauen.“

Die internationale Kampagne gibt es seit 2012. Der Name „One Billion Rising“ verweist auf die schätzungsweise eine Milliarde Frauen weltweit, die im Laufe ihres Lebens Gewalt erfahren. Jedes Jahr am Valentinstag versammeln sich Menschen in Städten auf der ganzen Welt, um ihre Solidarität auszudrücken. Die Veranstaltung ist kostenfrei und offen für alle Altersgruppen. Viele Teilnehmer tragen beim Flashmob rote Kleidung, um auf die Aktion aufmerksam zu machen. In Freiburg organisiert die Fachberatungsstelle gegen sexuelle Gewalt Frauenhorizonte e.V. die Veranstaltung. Im Vorfeld bietet diese am 13. Februar, 18 Uhr, eine gemeinsame Tanzprobe in der Basler Straße 8 an. Weitere Infos: www.onebillionrising-freiburg.de.

Turnerinnen des PTSV Jahn Freiburg in die Oberliga gestartet

PTSV Jahn Freiburg Turnen Frauen OberligaZeigten sich gut in Form beim Saisonauftakt in Singen – v.l.n.r.: Lilly Schwarz, Carola Willaredt, Miriam Herzig, Marla Kowalczyk, Anna Gijsbers, Ronja Fürst, Annika Weiß. Foto: Privat

Die Turnerinnen des PTSV Jahn Freiburg haben ihren ersten Wettkampf in der neuen Oberliga-Saison absolviert. Zum Heimkampf in Freiburg kommt es am 22. Februar.

Am Samstag startete der PTSV Jahn Freiburg in die neue Oberligasaison. Beim ersten Wettkampf in Singen zeigte sich die Mannschaft, eine Mischung aus erfahrenen Routiniers und talentierten Newcomern, in guter Form. Am Ende reichte es jedoch mit 120,05 Punkten, wie erwartet, nur für den vierten Platz. Gewonnen hat der TV Ichenheim mit 134,05 Punkten, gefolgt von Muggensturm (129,85) und Singen (129,75).

Am Sprung zeigte Anna Gijsbers zum ersten Mal einen Tsukahara im Wettkampf, der super gelang und mit 11,70 Punkten belohnt wurde. Neuzugang Annika Weiß (11,35 Punkte) und PTSV-Eigengewächs Lilly Schwarz (10,55 Punkte) punkteten mit sauber ausgeführten Sprüngen. Am Barren kamen alle sauber und ohne Sturz durch ihre Übungen. Miriam Herzig holte sich souverän mit hoher Schwierigkeit und sauberer Ausführung die Tageshöchstwertung an diesem Gerät (11,50 Punkte).

Am Samstag, 22. Februar bestreiten die Turnerinnen des PTSV einen Heimwettkamp. Beginn ist um 14 Uhr in der Sporthalle des Walter Eucken Gymnasium. (fwb)

WM-Gold für die in Freiburg lebende Para-Biathletin Johanna Recktenwald

Para Ski Nordisch Biathlon-WeltmeisterschaftJohanna Recktenwald (links) und ihre Begleitläuferin Emily Weiß aus Kirchzarten. Foto: Ralf Kuckuck / DBS

Die in Freiburg lebende und am hiesigen Olympiastützpunkt trainierende Para-Biathletin Johanna Recktenwald ist zu WM-Gold im Einzel über 12,5 Kilometer gefahren. Im Ziel hatte sie dank einer starken Leistung einen komfortablen Vorsprung.

Bei den Para Biathlon-Weltmeisterschaften im slowenischen Pokljuka siegte die in Freiburg lebende Blindensportlerin mit ihrer Begleitläuferin Emily Weiß dank einer fulminanter Schieß- und Laufleistung. Mit einem Vorsprung von 23,9 Sekunden kam sie ins Ziel. „Sensationell“, fand das Bundestrainer Ralf Rombach. „Das war Johannas Tag heute. Sie hat am Ende total durchgezogen und alles gezündet.“

Auch Recktenwald, die für das Biathlon-Team Saarland startet, jubelte über ihren Premierenerfolg: „Unglaublich, wow! Emily hat mich so laut den Anstieg hochgeschrien. Ich dachte gleich explodiert der Lautsprecher“, sagte die frisch gebackene Weltmeisterin. Leonie Walter (SC St. Peter) machte derweil mit ihrem Guide Christian Krasman durch eine starke Schlussrunde den dritten deutschen Doppelsieg dieser Wettkämpfe perfekt.

Bester Deutscher bei den Männern der stehenden Klasse wurde Alexander Ehler (SV Kirchzarten), der nach einem Fehler als Siebter abschloss und damit seinen Nationalkader-Status bestätigte. „Für mich fühlt sich dieser siebte Platz wie eine Goldmedaille an“, sagte der Oldie im deutschen Team. Anja Wicker (MTV Stuttgart) fuhr derweil nach Silber im Sprint und Bronze auch in der Sprint-Verfolgung im Einzel zu Silber.

Breisgauer Narrenzunft feiert Kappensitzung – Der Freiburger Wochenbericht verlost Tickets

Auch in diesem Jahr gibt es bei der Kappensitzung ein buntes und unterhalsames Programm. Foto: Breisgauer NarrenzunftAuch in diesem Jahr gibt es bei der Kappensitzung ein buntes und unterhalsames Programm. Foto: Breisgauer Narrenzunft

Mit einem bunten Programm feiert die Breisgauer Narrenzunft (BNZ) ihre traditionelle Kappensitzung am Samstag, 15. Februar, 19.11 Uhr (Einlass 18 Uhr). Die Veranstaltung geht dieses Jahr zum zweiten Mal im Bürgerhaus am Seepark über die Bühne. Für Stimmung sorgen unter anderem die Auftritte von der „BNZ Clownerie“, „s´Dorle aus Zähringe“, dem „Herdermer Tanzballett“ oder „The Rolling Titanic“. Die Veranstaltung ist bereits gut gebucht, einige Restkarten gibt es unter www.breisgauer-narrenzunft.de

Der Freiburger Wochenbericht verlost drei Mal zwei Karten für die Kappensitzung der Breisgauer Narrenzunft. Wer gewinnen möchte, ruft bis Donnerstag, 13. Februar, 0 Uhr unter der Telefonnummer 01 37/9 37 95 95 (0,50 € pro Anruf aus dem Dt. Festnetz/Mobilfunk) an, nennt das Stichwort „Kappensitzung“. Teilnahme ab 18 Jahren. Ein Gewinnspiel von: Freiburger Wochenbericht Verlags GmbH, Lörracher Str. 3, 79115 Freiburg. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Viel Glück! foto: breisgauer narrenzunft

Interview mit Vaddi-Geschäftsführer Marc Oßwald über seinen AC/DC-Coup

Konzertveranstalter Marc OßwaldTeufelshörner als Markenzeichen: Angus Young, Leadgitarrist von AC/DC. Konzertveranstalter Marc Oßwald (links) holt die Band vor 90.000 Rockfans nach Karlsruhe. Fotos: Thomas Kunz/PR

Die Freiburger Konzertagentur Vaddi Concerts macht Rockfans in Baden glücklich und holt AC/DC für ein Open-Air am 17. August nach Karlsruhe. Ein Auftritt an der Freiburger Messe sei der Band zu klein gewesen, heißt es bei Vaddi Concerts. Redaktionsleiter Sven Meyer sprach darüber mit Vaddi-Geschäftsführer Marc Oßwald.

Herr Oßwald, AC/DC dürften das größte Konzert sein, das in diesem Jahr im Südwesten gespielt wird. Wie kam es zu diesem Coup und ist der Gig schon ausverkauft?

Marc Oßwald: Wir haben in den ersten zwei Stunden 50.000 Tickets verkauft und gehen seither mit
großen Schritten Richtung ausverkauft. Zum Konzert in Karlsruhe kam es, weil wir bei der Suche nach einem geeigneten Gelände im Südwesten helfen konnten und weil wir mit dem jahrzehntelangen Tourveranstalter von AC/DC, Marcel Avram, ein sehr langes gutes Verhältnis pflegen.

Ist dieses Konzert auch für Sie etwas Besonderes – vielleicht sogar eine Herzensangelegenheit?

Oßwald: Ich habe immer gesagt, dass ich einmal im Leben AC/DC veranstalten möchte. Eigentlich wollte ich es in Freiburg tun, nun ist es Karlsruhe geworden.

Hat man als Konzertveranstalter vor Ort direkten Kontakt zu der Band?

Oßwald: Es kommt sehr oft vor. Es wäre mir jedenfalls eine große Ehre, weil ich zuallererst ein Riesen-Fan bin. Ich würde ihnen gerne unseren Sold-Out-Award, eine Original Kuckucksuhr aus dem Schwarzwald, überreichen.

War Freiburg zunächst wirklich eine Option für diesen Gig?

Oßwald: Ich hatte Freiburg als erstes in den Ring geworfen, so wie ich es immer tue. Aber es war schnell klar, dass 50.000 auf der Messe eine zu geringe Kapazität sind.

Wie könnte man in Zukunft mehr größere Namen nach Freiburg holen – oder ist die Stadt zu klein?

Oßwald: Nein, Freiburg ist ja nicht viel kleiner als Karlsruhe und es gab ja schon viele große Konzerte hier. Aber die Konkurrenz ist da, mit Stuttgart, Mannheim und jetzt Karlsruhe. Es wird nicht einfacher.

Portugal, Indonesien und Rad-Abenteuer: Spannende Vorträge bei der Mundologia

Steffen Hoppe präsentiert Indonesiens einzigartige Naturwunder, kulturelle Schätze und persönliche Geschichten.Steffen Hoppe präsentiert Indonesiens einzigartige Naturwunder, kulturelle Schätze und persönliche Geschichten. Foto: Steffen Hoppe

Ein dreitägiges Abenteuerprogramm vom 18. bis 21. Februar (jeweils 19.30 Uhr) präsentiert die Mundologia-Reihe im Bürgerhaus am Seepark. Zweimal ausverkauft auf dem 21. Mundologia-Festival ist die Vollzeit-Abenteurerin Tamar Valkenier am 18. Februar nochmal mit ihrem beeindruckenden Vortrag im Bürgerhaus am Seepark zu sehen. Im Alter von 28 Jahren tauschte sie ihre Karriere als Kriminalpsychologin bei der Polizei gegen ein Leben als Abenteurerin ein – sie reiste auf Schlittschuhen, auf Kamelen, mit einer Pulka und Skiern, mit einem Esel, mit dem Hundeschlitten, auf einem Fahrrad, das sie aus gebrauchten Materialien gebaut hatte und zu Fuß in die entlegensten Winkel unseres Planeten.

Am 20. Februar steht Steffen Hoppe auf der Bühne und es folgt eine Reise durch Indonesien, ein Land voller Kontraste, von Regenwäldern bis hin zu aktiven Vulkanen. Seit 1995 reist er immer wieder in die einzigartigen Inselwelten. Am 21. Februar begeistert Gerhard Czerner mit „Sattelfest“. Er berichtet von spektakulären Mountainbike-Touren zu den höchsten Bergen der Welt, wie dem Kilimandscharo und K2. Festgehalten in atemberaubenden Aufnahmen präsentiert Gerhard Czerner live, begeisternd und humorvoll seine schönsten Touren. Online-Tickets sowie Infos zum Programm unter www.mundologia.de.

Interview: Wieviele kommen zur Klimademo am Freitag in Freiburg?

Fridays for Future in Freiburg im Juli 2019Die ganze große Mobilisierung – wie hier beim Klimastreik 2019 – fand zuletzt in Freiburg nicht mehr statt. Foto: Joers

Auf dem Platz der Alten Synagoge steht am Freitag (13 Uhr) der nächste Klimastreik an. Zuletzt gingen die Teilnehmerzahlen bei den Demos von Fridays for Future (FFF) in Freiburg zurück. Auch im Bundestagswahlkampf spielt die Klimafrage zurzeit nur eine Nebenrolle. Im Interview fragten wir deshalb den Freiburger FFF-Aktivisten Merlin Geburek, wo die Klimabewegung zurzeit steht.

Mit wie vielen Teilnehmern rechnen Sie am Freitag?

Merlin Geburek: Wir haben diese Demo relativ stark mobilisiert. Wir haben ganz viel Werbung gemacht und treten mit einem breiten Bündnis an. Deshalb haben wir ein gutes Gefühl, auch was Anfragen von möglichen Rednern und beteiligten Organisationen angeht. Jetzt muss noch das Wetter mitspielen. Es ist aber ein zweischneidiges Schwert, weil es gerade sehr viele Demos gegen Rechts gibt. Die sind super, an denen sind wir auch mitbeteiligt. Aber deshalb können wir noch nicht einschätzen, ob die Menschen noch Lust haben, auf die nächste Demo zu gehen. Erfahrungsgemäß rechnen wir aber mit 2.000 bis 3.000 Teilnehmern. Und da ist noch mehr drin.

Im September kamen nur 1.600 Menschen, im März 2023 waren es noch 9.000 Teilnehmer. Was sind die Gründe für den Rückgang?

Geburek: Man muss dazu sagen, dass wir es letztes Jahr etwas übertrieben haben, mit drei Demos innerhalb von drei Monaten. Aber es stimmt: Es kamen weniger Menschen auf die Straße. Das liegt einfach daran, dass da viel Frustration ist. Wir hatten die großen Protestwellen, dann kam die Fortschrittskoalition und man dachte, jetzt muss sich was bewegen. Und dann hat sich doch wieder wenig bewegt. Die anderen Krisen, die Coronapandemie, der Ukrainekrieg haben uns als Bewegung einen schweren Schlag versetzt. Neulich habe ich gelesen, die Midlife Crisis als solches gibt es nicht mehr. Gerade für junge Menschen fühlt es sich eher wie eine Dauer-Crisis an. Viele können es sich nicht mehr leisten auf die Straße zu gehen, oder es fehlen der Mut oder die Motivation.

Was sagt ihr zur geringen Präsenz von Klimathemen im aktuellen Bundestagswahlkampf?

Geburek: Das finden wir ganz furchtbar. Bestes Beispiel war das Kanzlerduell von Scholz und Merz, als es nur 1:37 Minuten von eineinhalb Stunden um das Thema Klima ging. Das ist schon unverschämt. Es kam keine einzige Frage von den Moderatorinnen dazu. Auch die Kandidaten haben es nicht für nötig gefunden, darüber zu reden. Auf der anderen Seite gibt es gerade eine aktuelle Wählerumfrage der FAZ (Frankfurter Allgemeine Zeitung, d. Red.), bei der heraus kam, dass die Klimafrage sogar das wichtigste WählerInnnen-Thema ist. In anderen Umfragen rangiert es immerhin auf Platz drei, vier oder fünf. Und trotzdem findet es keine Gestaltung bei den meisten Parteien.

Merlin Geburek (hier links an der Seite seiner Mitstreiter von Fridays for Future Freiburg) ist zuversichtlich, dass die Klimademo am Freitag viel Zulauf erhält. Foto: Privat

Ist es nicht so, dass Fridays for Future inzwischen weniger eine Protestbewegung ist, sondern viel mehr Lobbyarbeit macht?

Geburek: Wir haben uns sehr stark professionalisiert. Das kann man auf jeden Fall so sagen. Wir machen aber immer noch Demos, das ist unser Kerngeschäft, wenn man so will. Aber wir können das mittlerweile so gut, das ist so eingespielt. Das hat man auch an den großen Brandmauer-Demos gesehen. Das waren an vielen Orten ehemalige FFF-Leute, die sofort auf ihre Pläne und Ressourcen zurückgreifen konnten und die wussten, so geht das. Wir machen Lobby für das Klima, für die jungen Menschen, aber auch für die Wissenschaft. Wir verstehen uns immer noch als Sprachrohr der Wissenschaft, die ganz eindrücklich vor den Gefahren des Klimawandels warnt.

Kinotipp: „Wunderschöner“ – Die Fortsetzung der Erfolgskomödie von und mit Karoline Herfurth

Sonja (Karoline Herfurth) verabredet sich wieder für Dates.Sonja (Karoline Herfurth) verabredet sich wieder für Dates. Foto: Warner Bros.

„Wunderschön“ war im Jahr 2022 ein Kinohit. Jetzt kommt die Fortsetzung der episodisch erzählten, dramatischen Komödie „Wunderschön“ von Regisseurin Karoline Herfurth in die Kinos. Der Film begleitet viele der liebgewonnenen Figuren aus dem ersten Teil auf ihrem weiteren Weg zu sich selbst.

Sonja (Karoline Herfurth, „Wunderschön“) und Milan (Friedrich Mücke, „Ballon“) leben inzwischen getrennt. Das Scheitern ihrer Beziehung und die Suche nach einer gemeinsamen Sprache versuchen sie in der Familientherapie zu managen – doch als Sonja herausfindet, dass Milan eine andere Frau datet, trifft sie das hart. Aus Angst davor, als oller Rest übrig zu bleiben, probiert sie sich ebenfalls im Dating und merkt dabei schnell, dass sie etwas ganz anderes braucht.

Im Mittelpunkt des Films stehen neben Sonja vier weitere Frauen, die ihr Leben und ihren Selbstwert nicht länger danach ausrichten wollen, begehrenswert zu sein. Fast jede Frau wächst damit auf, an sich arbeiten zu müssen, um begehrenswert zu bleiben. Warum? Ein moderner Film über moderne Frauen und Männer – die vielleicht eine gemeinsame Sprache finden können.

Unterstützt wird Karoline Herfurth wieder von einem weiblichen Star-Ensemble: An ihrer Seite stehen Anneke Kim Sarnau („Sweethearts“), Emilia Schüle („Marie Antoinette““), Nora Tschirner („SMS für Dich“), Dilara Aylin Ziem („Wunderschön“) und Newcomerin Emilia Packard vor der Kamera. Auch die Männerrollen sind mit Godehard Giese ( „Babylon Berlin“), Maximilian Brückner („Das schönste Paar“), Malick Bauer („Sam – Ein Sachse“) und Samuel Schneider (Asphaltgorillas“) erstklassig besetzt.

Nach „SMS für Dich“, „Sweethearts“, „Wunderschön“ und „Einfach mal was Schönes“ ist auch die fünfte Regiearbeit von Karoline Herfurth ganz nah am Puls der Zeit, eine humorvolle und emotionale Analyse gesellschaftlicher Dynamiken, eine verspielte Auseinandersetzung mit Frauenbildern im Spannungsfeld zwischen Selbstbild und vermeintlich notwendiger Selbstoptimierung.