Oktoberfeste, so wie hier im Europa-Park, erfreuen sich großer Beliebtheit. Bei der Auswahl ihrer Outfits achten die Besucher auf jedes Detail und lassen sich das auch etwas kosten. Foto Europa-Park
Freiburg bereitet sich auf die Wiesn-Saison vor. Gleich mehrere große Oktoberfeste in und um Freiburg gibt es auch in diesem Jahr. Trachtenausstatter berichten von einer erhöhten Nachfrage nach dem perfekten Outfit. Warum die bayrisch angehauchten Partys auch bei uns so beliebt sind, erklärt ein Freiburger Soziologe.
Wer zünftig feiern will, wird auch in diesem Jahr in Freiburg fündig: Bei der Ganter Brauerei findet vom 25. September bis 4. Oktober das 11. Ganter-Oktoberfest statt. Und zur Freiburger Herbstmess’ kehrt an vier Abenden das Badische Oktoberfest mit bis zu 10.000 Gästen auf die Messe zurück (mehr dazu auf Seite 6). Auch der Europa-Park in Rust lädt an fünf Abenden wieder zum großen Oktoberfest in der Europa-Park Arena.
„Es wird von Jahr zu Jahr mehr“
Wie beliebt die badisch angehauchten Wiesn-Feste in unserer Region sind, weiß Sarah Goldschmidt. Die Marketingverantwortliche von Goldschmidt Trachten in Kirchzarten bei Freiburg berichtet von einer großen Nachfrage. „Das ist schon extrem. Und es wird von Jahr zu Jahr mehr“, sagt sie. Besonders auffällig sei, dass sich die Menschen immer mehr mit den Details ihres Wiesn-Outfits beschäftigen würden. Möglichst originalgetreu müssten diese inzwischen sein. „Während früher sehr kurze Dirndl mit Schnürung beliebt gewesen sind, sind inzwischen längere Modelle ohne Schnürung gefragt“, sagt sie. Und die Herren wählen zur Lederhose ein weißes Hemd und eine passende Weste dazu. Vornehmlich jüngere Menschen zählten zu den Kunden, die sich ihr Outfits etwas kosten lassen. Während vor einigen Jahren ein Dirndl für 100 Euro als teuer empfunden wurde, werden inzwischen Preise von 500 bis 600 Euro gezahlt. „Vor allem bei den Männern ist die Bereitschaft, mehr Geld auszugeben, größer geworden“, sagt Goldschmidt.
Die unterschiedlichsten Trachten-Styles hat in Freiburg auch Breuninger im Sortiment. „Tracht ist mehr als Mode, sie ist ein Lebensgefühl, tief verwurzelt in Tradition und Heimat“, sagt Breuninger-Geschäftsführer David Lehr. „Es geht nicht um kurzfristige Trends sondern um etwas, das bleibt und sich gut anfühlt.“ In dieser Saison seien bei den Damen kräftige, aquatische Farben wie blau-grün und monochrome Looks angesagt sowie oft hochgeschlossene Dirndlblusen mit Puffärmeln. Für die Herren gibt es moderne Schnitte, sowie klare Formen und Farben, wie zum Beispiel oliv-dunkelblau, kombiniert mit lässigen Hemden, so David Lehr.
Der Freiburger Pop-Soziologe Sacha Szabo hat das Phänomen Oktoberfest wissenschaftlich untersucht und darüber ein Buch verfasst („Außeralltägliche Welten“). „Feste ganz allgemein haben die Funktion, dass sich eine Gemeinschaft ihrer Identität versichert. Das trifft auf das Oktoberfest zu, genauso aber auch auf das St. Georgener Weinfest“, sagt er. Dabei habe sich das Oktoberfest trotz seines bayrischen Ursprungs zu einem Botschafter „typisch“ deutscher Kultur entwickelt: „Eine Kultur, die ganz anders wirkt, als das gewohnte Bild Deutschlands. Geselliger, gemütlicher und auch etwas anarchischer.“
Genau dieses spezielle Gefühl macht die Feste so beliebt, und das auch in unserer Region: „Was diese Feste so attraktiv macht, ist das Erlebnis der Gemeinschaft. Das einzelne Individuum verschmilzt schunkelnd und singend mit seinen Tischnachbarn zu einer ekstatischen Feiermasse und der Alkohol ist dabei der soziale Kitt, der alles miteinander verbindet und zusammenhält“, sagt Szabo.
Besucherinnen und Besucher bestaunen die Architektur des Münsters auf der Chorplattform beim Tag der offenen Baustelle 2023. Foto: Münsterbauverein Freiburg
Am Sonntag, 14. September, öffnet der Freiburger Münsterbauverein anlässlich des bundesweiten Tags des offenen Denkmals seine Baustelle am Münster für die Öffentlichkeit. Unter dem Motto „Wert-voll: unbezahlbar oder unersetzlich?“ stehen ab 14 Uhr Führungen auf der Chorplattform im Mittelpunkt – mit exklusiven Einblicken in die aktuellen Arbeiten und den herausfordernden Umgang mit Sandstein im Wandel der Zeit. Treffpunkt ist der Baustellenaufzug auf der Nordseite des Münsterplatzes gegenüber der Stadtbibliothek.Führungszeiten: 14, 14.30, 15, 15.45, 16, 16.45 und 17 Uhr, Anmeldung vor Ort, Teilnehmerzahl pro Führung begrenzt, Dauer: jeweils 45 Minuten.
Die Schwestern Ida (Zoë Baier) und Tilda (Luna Wedler) müssen gemeinsam eine schwere Zeit meistern. Foto: Constantin Film Distribution
Lang erwartete Verfilmung des gleichnamigen Bestsellers von Caroline Wahl. „22 Bahnen“ erzählt von zwei Schwestern, die sich mit unerschütterlichem Glauben an die Schönheit des Lebens gegen schlechte Voraussetzungen wehren, um ihrem Leben eine andere Richtung zu geben.
Tildas (Luna Wedler, „Das schönste Mädchen der Welt“) Tage sind streng durchgetaktet: studieren, an der Supermarktkasse sitzen, schwimmen, sich um ihre kleine Schwester Ida (Zoë Baier, „In die Sonne schauen“) kümmern – und an schlechten Tagen auch um ihre Mutter (Laura Tonke, „Alles Fifty Fifty“). Zu dritt wohnen sie im traurigsten Haus der Fröhlichstraße in einer Kleinstadt, die Tilda hasst. Ihre Freunde sind längst weg, leben in Amsterdam oder Berlin, nur Tilda ist geblieben. Denn irgendjemand muss für Ida da sein, Geld verdienen, die Verantwortung tragen. Nennenswerte Väter gibt es keine, die Mutter ist alkoholabhängig.
Eines Tages aber geraten die Dinge in Bewegung: Tilda bekommt eine Promotion in Berlin in Aussicht gestellt, und es blitzt eine Zukunft auf, die Freiheit verspricht. Und Viktor (Jannis Niewöhner, „Je suis Karl“) taucht auf, der große Bruder von Ivan, den Tilda fünf Jahre zuvor verloren hat. Viktor, der – genau wie sie – immer 22 Bahnen schwimmt. Doch als Tilda schon beinahe glaubt, es könnte alles gut werden, gerät die Situation zu Hause vollends außer Kontrolle. Ein Film über das Erwachsenwerden, die Liebe und bedingungslosen Zusammenhalt.
Die Regie übernahm Mia Maariel Meyer („Push“) nach dem Drehbuch von Elena Hell („Sisi“). Die Buchvorlage „22 Bahnen“ von Caroline Wahl hielt sich 2023 monatelang in den Top 20, und das Taschenbuch stieg im April des vergangenen Jahres direkt auf Platz 1 der Spiegel-Bestseller ein. Auf der Frankfurter Buchmesse wurde es als #BookTok-Bestseller des Jahres 2024 ausgezeichnet. Der Roman wurde im deutschsprachigen Raum über eine Million Mal verkauft.
Tafiti, ein aufgewecktes Erdmännchen und das tollpatschige Pinselohrschwein Pinsel wollen Opapa retten. Foto: Tradewind Pictures
Basierend auf der erfolgreichen Kinderbuchreihe von Julia Boehme und Julia Ginsbach kommt Tafiti jetzt auf die große Leinwand – ein warmherziges Wüstenabenteuer über Mut, Zusammenhalt und die Magie echter Freundschaft – mit viel Witz und Herz erzählt. In der Savanne Afrikas lebt Tafiti, ein aufgewecktes kleines Erdmännchen. Als er Pinsel kennenlernt, ein fröhliches und etwas tollpatschiges Pinselohrschwein, ändert sich alles. Als Großvater Opapa von einer Giftschlange gebissen wird, beginnt für Tafiti und Pinsel das größte Abenteuer ihres Lebens: Denn nur eine seltene blaue Blume, die hinter der Wüste wächst, kann Opapa retten.
Ed und Lorraine Warren (Vera Farmiga und Patrick Wilson) werden mit finsteren Mächten konfrontiert. Foto: Warner Bros.
„Conjuring 4: Das letzte Kapitel“ ist der mittlerweile neunte Teil der erfolgreichen „Conjuring“-Reihe, die weltweit mehr als zwei Milliarden US-Dollar an den Kinokassen erzielt hat. Inszeniert wurde der neueste Film von Franchise-Veteran Michael Chaves. James Wan und Peter Safran, die Schöpfer der Reihe, produzierten den Film.
Vera Farmiga und Patrick Wilson schlüpfen für einen letzten Fall in die Rollen der legendären paranormalen Ermittler Ed und Lorraine Warren. Ihre Ermittlungen führen sie zur Smurl-Familie rund um Familienvater Jack, Mutter Janet (Rebecca Calder), ihren Kinder und dem Familienhund. Sie werden in ihrem Haus von bösartigen Geistern terrorisiert.
Einer der ausgebrannten Malteser Rettungswagen. Insgesamt entstand ein Schaden rund 450.000 Euro. Foto: Malteser Hilfsdienst Hierholzer
Am frühen Morgen des 18. März wurden bei einem Brand auf dem Gelände des Malteser Hilfsdienstes drei Krankentransportwagen und ein Auto des Ärztlichen Bereitschaftsdiensts durch ein Feuer komplett zerstört. Der Sachschaden liegt bei insgesamt rund 450.000 Euro, da auch medizinisches Equipment zerstört wurde.
Seit Montag steht ein 56-jähriger Deutscher vor dem Freiburger Landgericht, der dafür verantwortlich sein soll. Er ist angeklagt wegen Brandstiftung, Sachbeschädigung, Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte und Beleidigung. In dem Sicherungsverfahren wird verhandelt, ob der Mann in einem psychiatrischen Krankenhaus untergebracht wird. Denn aufgrund einer bipolaren Störung könnte er schuldunfähig sein, so die Staatsanwaltschaft. Dazu wird es noch ein Gutachten geben.
Am Abend des 17. März legte er gegen 22 Uhr ein Feuer an einer Holztreppe eines leerstehenden Hauses in der Steinhalde in Ebnet, in den folgenden Stunden zog er durch die Innenstadt und zündete verschiedene Müllcontainer und Kartons an, bis er um 5 Uhr das Gelände der Malteser erreichte. Hier legte er an den beiden Rettungswagen und an dem Pkw ein Feuer. Nur das schnelle Eingreifen der Feuerwehr verhinderte laut Staatsanwaltschaft, dass sich das Feuer auf die Garage und ein benachbartes Pflegeheim ausbreitete. Auch die Sauerstoffflaschen in den Krankenwagen hätten explodieren können. Das habe der 56-Jährige billigend in Kauf genommen, diese Gefahr sei ihm bewusst gewesen, da er früher bei den Maltesern tätig war, heißt es in der Anklage. Er wollte sich nicht dazu äußern, warum er die Feuer gelegt hat, nur zu dem Brand an dem leerstehenden Gebäude sagte er am Montag: „Das ist nicht meine Art.“ Der Angeklagte, in hellblauem Hemd und Anzughose, verfolgte den Prozess ruhig und gefasst.
Zahlreiche Zeugen wurden zu einem Vorfall in einem Emmendinger Café am 16. März angehört. Hier wollte der Angeklagte mit einem 100-Euro-Schein zahlen, der Besitzer rief die Polizei, weil er den Verdacht hatte, es könnte sich um Falschgeld handeln. Als die eingetroffenen Beamten seinen Ausweis sehen wollten, beleidigte und bedrohte der 56-Jährige die Polizisten – das aggressive Verhalten setzte sich auch auf dem Revier fort. Zeugen, die bei dem Vorfall dabei waren, beschrieben schlagartige Stimmungsschwankungen von ruhig und freundlich zu sehr ausfallend. Der Angeklagte entschuldigte sich bei den Polizisten, die er beleidigt und getreten hatte: „Das ist nicht mein Stil“, sagte er. Der Auslöser des Ganzen – der 100er-Schein – stellte sich als echt heraus.
Am Beispiel von Freiburg simulierten die Forschenden auf den Quadratmeter genau drei verschiedene Klimaszenarien für den Zeitraum von 2070 bis 2099. Foto: Stock.Adobe
Wie heiß wird es in Freiburg in 50 Jahren sein? Das soll ein neues KI-Modell der Universität Freiburg und des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) berechnen können. Am Beispiel von Freiburg simulierten die Forschenden auf den Quadratmeter genau drei verschiedene Klimaszenarien für den Zeitraum von 2070 bis 2099. Ferdinand Briegel ist Postdoc am Institut für Meteorologie und Klimatologie des KIT und hat am Projekt mitgearbeitet. Er berichtet, welche Erkenntnisse sich daraus für die Stadtplanung ableiten lassen.
Welche drei Szenarien zeigt das Modell auf und welches davon ist das Wahrscheinlichste?
Ferdinand Briegel: Das Modell zeigt die Szenarien RCP2.5, RCP4.5 und RCP8.5, die als RCP (Representative Concentration Pathways) bezeichnet werden. Dabei handelt es sich um Klimaszenarien, die beschreiben, wie stark sich die Erde je nach zukünftigen Treibhausgasemissionen erwärmt. Welches Szenario eintritt, hängt natürlich auch vom globalen Willen zum Klimaschutz ab, weshalb eine Vorhersage schwer zu treffen ist. Wahrscheinlich wird es irgendwo zwischen RCP4.5 und RCP8.5 liegen.
Welche Faktoren fließen bei der Berechnung mit ein?
Briegel: Zu den meteorologischen Faktoren zählen beispielsweise Lufttemperatur, Feuchte, Strahlung und Windgeschwindigkeit. Darüber hinaus werden 3D-Daten zur Bebauung und Vegetation berücksichtigt.
An welchen Orten in der Stadt wird die Temperatur voraussichtlich besonders steigen?
Briegel: Zunächst muss klargestellt werden, dass wir die gefühlte Temperatur berechnen. In diese Berechnung fließen neben der Lufttemperatur auch deren Feuchte, die Windgeschwindigkeit sowie die Strahlung – also ob ein Punkt beschattet oder in der Sonne ist – ein. Zudem muss zwischen Tag und Nacht unterschieden werden. Viele Prozesse, die tagsüber für Beschattung und Abkühlung sorgen, hindern nachts die Wärme zu entweichen. Tagsüber sind vor allem freie, asphaltierte Flächen betroffen, das heißt vor allem Industriegebiete. Nachts sind es hauptsächlich dicht bebaute Gegenden mit großem Baumbestand. In diesen Gebieten ist die Durchlüftung geringer und Gebäude und Bäume verhindern, dass die Oberflächen abstrahlen. Dadurch wird die Hitze zurückgehalten. Das ist ein ähnlicher Effekt wie bei klaren Nächten, die kälter sein können als bewölkte Nächte.
Kann das Modell auch auf andere Städte angewandt werden – und wenn ja, wie steht Freiburg im Vergleich da?
Briegel: Um das Modell auf andere Städte anzuwenden, muss es zunächst an die dort vorherrschenden baulichen Gegebenheiten angepasst werden. In Freiburg gibt es beispielsweise keine Hochhäuser, wie sie in Frankfurt zu finden sind. Hier müsste das Modell zunächst getestet werden. Generell kann man zu Freiburg sagen, dass es aufgrund seiner Lage im Oberrheingraben zu den wärmeren Städten Deutschlands gehört. Aufgrund seiner Lage am Fuße des Schwarzwaldes ist Freiburg zudem begünstigt (also kühler) im Vergleich zu anderen Städten im Oberrheingraben, was sowohl die Tagesmaxima als auch die nächtlichen Temperaturen angeht. Die Stadt ist im Vergleich zu anderen Städten in ganz Deutschland bereits sehr grün und bietet viele „kühle“ Orte innerhalb der Stadt.
Wie können Städte im Bezug auf Klimaanpassung mit dem Modell arbeiten?
Briegel: In erster Linie ist dieses Forschungsprojekt ein Versuch, Klimaprojektionen auf Gebäude- und Straßenebene runterzuskalieren. Wir konnten zeigen, dass dies möglich ist. In Zukunft werden dazu sicherlich auch Anwendungen entstehen, die allerdings nicht von uns erstellt werden können, da der Fokus unserer Arbeit auf genau solchen Forschungsvorhaben liegt. Aufgrund von Rechenintensität und Ressourcenverbrauch war es bisher nicht möglich, mit klassischen physikalisch-numerischen Modellen solch lange Zeiträume für ganze Städte zu simulieren. Das konnte nun mit Hilfe von KI geschafft werden.
Info: Das KI-Modell hat drei Szenarios für den Zeitraum 2070 bis 2099 entwickelt. So wären unter dem pessimistischsten Szenario pro Jahr tagsüber bis zu 307 Stunden mit starker Hitzebelastung über 32 °C gefühlter Temperatur möglich. In der Referenzperiode zwischen 1990 bis 2019 waren es 135 jährlich. Die Stundenanzahl mit sehr starker Hitzebelastung über 38 °C gefühlter Temperatur könnte sogar um das Zehnfache steigen: auf 71 Stunden pro Jahr im Zeitraum 2070 bis 2099, verglichen mit sieben Stunden jährlich in der Referenzperiode. Im Vergleich steigen im Szenario mit der geringsten Erwärmungsentwicklung die Stunden unter starker Hitzebelastung auf jährlich 149 an. Die Anzahl der Stunden mit sehr starker Hitzebelastung beläuft sich in diesem Szenario auf zwölf Stunden.
Das KI Modell wurde anderem von Ferdinand Briegel entwickelt. Foto: KIT
Bonez MC, einer der erfolgreichsten und einflussreichsten Deutsch-Rapper des vergangenen Jahrzehnts, kommt zum „Heroes Festival“ in Freiburg. Foto: Kingstar Music
Am 5. und 6. September geht bei der Messe Freiburg zum vierten Mal das „Heroes Festival“ über die Bühne – wie in den vergangenen Jahren werden rund 10.000 Zuschauer bei dem Deutschrap-Festival erwartet. Als Headliner sind Sido, Ski Aggu, Rapper Bonez MC, Tream und Ufo361 dabei.
Newcomer und Allstars finden beim Heroes genauso ihren Platz wie die heißesten Acts der Stunde – wie beispielsweise TikTok-Star und Schlagerrapper Tream. Im Line-Up verschmelzen neue Trends und Legenden mit dem aktuellen Zeitgeist, so die Veranstalter. Tagestickets gibt es ab 85 Euro, ein Weekend-Ticket ab 145 Euro. Infos und Tickets unter heroes-festival.com
Der Berliner Rapper Ufo361 macht mit seiner aktuellen Tour Halt in Freiburg. Foto: Kingstar Music
Auf junge Entdecker wartet im Archäologischen Museum Colombischlössle ein neues Abenteuer. Foto: Marc Doradzillo
Im Archäologischen Museum Colombischlössle wartet ein neues Abenteuer: Ab sofort können sich Kinder ab 8 Jahren mit der Rallye „Zeitmaschine“ auf eine spannende Reise durch die Jahrtausende begeben. Von der Steinzeit bis ins Frühmittelalter entdecken die jungen Besucher spielerisch archäologische Funde und deren Geschichten aus vergangenen Zeiten.
Was stellten Steinzeitmenschen aus Tierknochen her? Welche Werkzeuge benutzen römische Legionäre? Und wofür stehen die geheimnisvollen Runen auf den Anhängern von stolzen Reitern und mächtigen Frauen? Auf ihrem Rundgang durch das Museum lösen die Kinder knifflige Aufgaben und lernen dabei vergangene Kulturen kennen. Die Rallye ist an der Museumskasse für 1 Euro erhältlich. Wer nach der Rallye noch tiefer in die Vergangenheit eintauchen möchte, kann die kostenfreie „ArCo-Museum“-App nutzen. Auf dem eigenen Smartphone tauchen die Kinder bei einem Hörspiel mit den Figuren Briana und Enno in das Leben der Menschen aus der Eisenzeit ein. Die App ist kostenlos in allen App-Stores für iOS- und Android-Geräte verfügbar.
Draußen warten schon die nächsten Abenteuer: Auf dem benachbarten Colombini-Spielplatz können die kleinen Zeitreisenden weiter in die römische Welt eintauchen – ob auf dem Streitwagen, dem Kastell oder in der Schmiede.
Das Archäologische Museum Colombischlössle, Rotteckring 5, hat dienstags bis sonntags von 10 bis 17 Uhr und mittwochs bis 19 Uhr geöffnet. Der Eintritt kostet 5 Euro, ermäßigt 3 Euro. Für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene unter 27 Jahren, für Mitglieder des Freundeskreises, mit Freiburg-Pass und mit Museums-PASS-Musées ist er frei.
Kunstwerke bis unter die Decke: Heinz Soucek in seinem Wohnzimmer im Stadtteil Stühlinger.
Foto: Sven Meyer
Heinz Soucek, seines Zeichens künstlerischer Tausendsassa und stadtbekannter Exzentriker, wird in diesem Jahr 84. Sein Alter ist ihm nicht anzumerken. Man muss ihn nur kurz anstupsen und es sprudelt ohne Punkt und Komma aus ihm heraus. Der Mann ist selbst ein Kunstwerk und inzwischen ist es auch seine Wohnung im Stühlinger: Souceks Kunstwerke stapeln sich in jedem Raum bis unter die Decke, das Wohnzimmer wirkt opulent wie eine orthodoxe Kirche. Kurz kommt der Gedanke auf, ob da die Statik mitspielt. An die 100 seiner Werke stapeln sich hier. Manche davon so schwer, dass man selbst zu zweit Mühe hat, sie zu hochzuheben.
Der gut gealterte Senior mit den pechschwarz gefärbten Haaren und den leuchtend hellblauen Augen hat einen Lebenslauf, der für einen Roman taugen würde: Einst als Kind durch die böhmischen Wälder nach Deutschland geflüchtet, später ein wildes Leben bei der Handelsmarine, gelernter Bäcker, Küchenchef im Kurheim Rothmeier, St. Blasien, Perückenverkäufer, Versicherungskaufmann … bis er schließlich seine wahre Bestimmung fand: Aktionskünstler, Fotograf, Dosenkunst-Virtuose!
Mit seiner typischen Collagetechnik upcycled er Getränkedosen aus bedrucktem Blech, fügt aufgedruckte Schriften, kleine Motive, Fotos, Skizzen und Ölmalerei hinzu – auch verwendet er Fahrradreflektoren und lässt diese wie Bernstein funkeln. Vor allem die Arbeit mit den Dosen forderte bei Soucek einigen Bluttribut. Es sei kaum vermeidbar, sich dabei nicht in die Finger zu schneiden, weshalb einige seiner Kunstwerke auch ein paar Tropfen Blut enthalten dürften.
Die Synapsen in Heinz Souceks Gehirn haben nie Pause, in seinem Kopf sprudeln immer wieder neue Ideen. Die jüngste ist ein Kunstwerk, das in seiner Badewanne entstand. Ein dynamisches Bild aus Blumenerde, das mal ein Antlitz formt, mal eine abstrakte Figur. Er hält die einzelnen Stadien auf Kamera fest. „Mit dieser Art von aus Erde erschaffener, sich verändernder Kunst in einer Badewanne, dürfte ich wohl der erste sein“, betont Soucek.
Eines seiner Steckenpferde ist das Mitwirken an wohltätigen Projekten: ob zugunsten des Fördervereins für krebskranke Kinder Freiburg e.V., den Freiburger Münsterbauverein, Schulprojekte und viele mehr. Er sagt, er habe viel Glück gehabt im Leben, trotz einer Kindheit in Armut, sei er immer zufrieden gewesen und blicke mit Dank auf alles. Er habe die aufregendsten Orte der Welt gesehen und später durch seine Künstlertätigkeit viele Figuren der Zeitgeschichte getroffen und bedeutende Orte besucht – davon möchte er etwas zurückgeben, daher sagt er, wenn es um Charity geht, nie nein. Sein großer Traum ist es, eine Stiftung zu gründen, die Kunst in Freiburg fördert und Künstlern Raum gibt, ihre Werke zu präsentieren.
Mit 83 Jahren genießt Freiburgs schillerndster Künstler, der sich bester Gesundheit erfreut, sein Leben mit täglichen Besuchen im UC Café sowie gemeinsamer Zeit mit seiner langjährigen Lebensgefährtin. Und natürlich lässt ihn auch weiterhin die Kunst nicht los. Neue Ideen kommen ihm fast täglich – zuletzt beschäftigte ihn das Erdkunstwerk. Doch der nächste Einfall, das ahnt man, schlummert bereits ihn ihm. Es ist diese unverwüstliche Umtriebigkeit und das Blitzen in den Augen – die Kreativität kennt keinen Ruhestand.