Das SWR Politik Talk-Magazin „Zur Sache Baden-Württemberg“ geht einmal im Monat raus ins Land. Alexandra Gondorf und Florian Weber sprechen mit Bürgerinnen und Bürgern über Themen, die sie bewegen. Foto: SWR
Noch rund fünf Monate bis zur Landtagswahl: Das SWR Politik-Talk-Magazin „Zur Sache Baden-Württemberg“ geht raus ins Land. Am Donnerstag, 16. Oktober wird die Sendung live aus dem Gasthaus „Schützen“ in Freiburg übertragen. Es geht um das Reizthema „Migration – zwischen Überforderung, Ängsten und Chancen“.
Viele Städte und Gemeinden im Land sind am Limit: Die Unterbringung und Integration von Geflüchteten belasten Schulen, Kitas und Behörden, Wohnraum ist knapp. Auch rund um Freiburg spüren Kommunen den Druck. Bürgerinnen und Bürger klagen, sie würden bei Entscheidungen über neue Unterkünfte nicht ausreichend einbezogen, viele fühlen sich nicht gehört – manche haben auch schlichtweg Angst vor Einwanderung.Gleichzeitig zeigen viele Beispiele: Geflüchtete tragen längst zum Funktionieren der Gesellschaft bei – ob in der Pflege, im Nahverkehr oder in der Gastronomie. Migration bleibt damit eines der zentralen Themen im Land: voller Konflikte, aber auch voller Chancen.
Das Publikum vor Ort kann mitdiskutieren
SWR-Moderator Florian Weber spricht im Gasthaus „Schützen“ in Freiburg mit Migrationsministerin Marion Gentges (CDU), Freiburgs Oberbürgermeister Martin Horn (parteilos) sowie mit Bürgerinnen und Bürgern, Geflüchteten und Ehrenamtlichen. Gemeinsam diskutieren sie, wie Integration gelingt, wie Ängste ernst genommen werden können und welche Perspektiven die Politik vor der Wahl aufzeigen muss. Die Sendung wird live übertragen.
Auch die Zuschauer kommen zu Wort: Etwa 40 Menschen können an der Diskussion teilnehmen und den Kandidaten ihre Fragen stellen. Wer an der Livesendung in Freiburg teilnehmen möchte, kann sich anmelden per Mail an zursache@swr.de.
Jolanda Kallabis in der Act-Now-Halle, umringt von Gratulanten aus Sport und Politik: Bei ihrer Ehrung überraschte die FT die Läuferin mit einem XXL-Foto ihres DM-Laufs. Foto: Joers
Sie startete bei der WM in Japan und wurde nun von ihrem Heimatverein gebührend geehrt: Obwohl die Freiburger Profi-Leichathletin Jolanda Kallabis nur noch aus dem Koffer lebt, ist ihr die Nähe zur FT und ihrer Heimat wichtig.
Mit einem Lächeln stand Jolanda Kallabis am Mittwoch im Untergeschoss der Act-Now-Halle und schaute auf sich selbst: Dort, in der Dreifeldhalle der FT 1844 Freiburg sind die Wände mit großformatigen Sportporträts dekoriert. Nun ist auch die Deutsche Meisterin und WM-Teilnehmerin über 1.500 Meter hier verewigt. „Ich muss es mal irgendwann erwähnt haben, dass ich so ein Foto von mir ganz cool fände“, sagt sie. An diese Wort hatten sich FT-Geschäftsführer Peter Gerspach und sein Team erinnert und den Wunsch der 20-Jährigen anlässlich der Ehrung am Mittwoch umgesetzt.
„Es war überwältigend“Im Beisein von Freiburgs Erstem Bürgermeister Ulrich von Kirchbach und weiteren Vereinsvertretern erzählte Kallabis noch einmal ihre Erfolgsgeschichte des Jahres 2025. Wie sie in Dresden in einem Herzschlagfinale zu ihrem ersten Deutschen Meistertitel im Aktivenbereich lief. Und kurz darauf – für sie selbst überraschend – auch noch die WM-Norm unterbot und zu den globalen Leichtathletik-Wettkämpfen nach Japan reiste. Dort schied sie zwar im Vorlauf aus. Doch die Erfahrung und die Erinnerungen bleiben. „Es war so überwältigend, ich habe fast angefangen zu weinen“, erzählt sie von dem Moment, als sie in Tokio die Atmosphäre kurz vor dem Start ihres Laufs aufsaugte. 60.000 Zuschauer füllten die Arena. Und im Ziel durfte sie zum Interview ans Mikrofon der ARD Sportschau – „zu dem Mann, den ich bisher nur aus dem Fernsehen kannte“, erzählt sie staunend.
Kallabis ist in einer Lauffamilie geboren. Ihr Mutter Nina Rosenplänter, die ihre Tochter bis 2023 bei der FT trainierte und ihr Vater Damian Kallabis, Europameister von 1998 über 3.000 Meter Hindernis, haben ihr das Leichtathletik-Gen vermacht: „Soweit ich mich erinnern kann, war klar, dass ich Profisportlerin werde.“ Als Läuferin des OAC Europe Profiteams ist Kallabis zwar meistens auf Achse und nur noch selten in Freiburg. Statt dessen verbringt sie die Sommer mit ihrem Team in St. Moriz und die Winter in Südafrika. Doch die Verbundenheit zu ihrem Heimatverein ist ihr wichtig: „Ich mag Freiburg einfach gerne, auch weil es hier so viele Sportler gibt“, sagt sie. Deshalb steht es für sie außer Frage, dass sie weiterhin für die Freiburger Turnerschaft an den Start gehen wird.
Ihr nächstes Ziel ist 2026 die Qualifikation für die Europameisterschaft in Birmingham. Wer weiß: Vielleicht muss die FT in den nächsten Jahren Platz schaffen für weitere Kallabis-Fotos.
Freiburgs Erste Bürgermeister Ulrich von Kirchbach überbrachte die Grußworte der Stadt Freiburg für Jolanda Kallabis. Foto: Joers
Überwältigend: Das Bild im Hintergrund zeigt das Fotofinish von Jolanda Kallabis‘ erstem Deutschen Meistertitel über 1.500 Meter bei den Frauen. Foto: Joers
Darstellerin Ferguson in „A House of Dynamite“08.10.2025, FWB – KINO: Rebecca Ferguson als Captain Olivia Walker in A House of Dynamite.
Acht Jahre nach ihrem letzten Spielfilm („Detroit“) meldet sich Kathryn Bigelow, die erste Frau, die je den Oscar für die beste Regie gewann, mit einem Projekt zurück, das auf unsere Gegenwart maßgeschneidert scheint: „A House of Dynamite“ ist ein Thriller über die letzten Minuten vor einem nuklearen Gegenschlag.
Als in den USA von Unbekannten eine Rakete gestartet wird, beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit, um die Urheber und eine mögliche Reaktion zu bestimmen… Kathryn Bigelow ist zurück – und wie. Der neue hochspannende Thriller der Oscarpreisträgerin lässt kaum ein Moment zum Durchatmen. Die Handlung entfaltet sich über mehrere Perspektiven, der militärischen, der geheimdienstlichen, der politischen, von der Raketenbasis bis ins Weiße Haus. Rebecca Ferguson als Captain Olivia Walker, Gabriel Basso als überforderter Berater, Jared Harris, Idris Elba – alle hinterlassen bleibenden Eindruck.
Sie spielen keine Helden aus der Retorte, sondern lebensechte, greifbare Menschen, zerrissen zwischen Pflicht, Angst und familiären Bindungen. Die Regisseurin beweist erneut ihr Talent, große Bedrohungen auf intimer Ebene zu erzählen. Die Kameraarbeit, der Schnitt, das Spiel mit Licht und Raum lassen das Szenario zugleich global und erschreckend nah wirken – und ein Sounddesign, das jedes Telefonklingeln zum Schockmoment erhebt: Der Score von Volker Bertelmann hämmert wie ein Herzschlag. Es entsteht eine Art bürokratischer Horror, der die Absurdität und die Bedrohung der nuklearen Krise sichtbar macht.
Intensiver Thriller Dieser intensive Kinofilm ist nicht nur ein Thriller, er ist ein Alarmruf: präzise inszeniert, zutiefst beunruhigend und erschütternd aktuell. „Spannender als die meisten Thriller und furchterregender als die meisten Horrorfilme“, adelt die britische BBC – „Ein Knaller“, frohlockt der Hollywood Reporter.
„TRON: Ares“ erzählt von dem hochentwickelten Programm Ares (Jared Leto), das auf eine gefährliche Mission aus der digitalen Welt in die reale Welt geschickt wird. Zum ersten Mal begegnet die Menschheit einer künstlichen Intelligenz aus dem digitalen Raum.
Der neue Science-Fiction-Film ist der Nachfolger von „Tron“ aus dem Jahr 1982 und der Fortsetzung „Tron: Legacy“ von 2010 Regie führt Joachim Rønning. Der Cast umfasst neben Leto, Greta Lee, Evan Peters, Hasan Minhaj, Jodie Turner-Smith, Arturo Castro, Cameron Monaghan und Gillian Anderson. Auch Jeff Bridges ist wieder mit an Bord, der in seine Rolle als Kevin Flynn aus dem Orginalfilm zurückkehrt. foto: disney
Als hätten sie nicht schon genug Probleme, geraten Resi und ihre drei Freunde auf der Fahrt in die Alpen in einen tödlichen Unfall. Prompt findet sich die Clique in einer bayerischen Jenseits-Behörde wieder, die über ihr weiteres Schicksal entscheiden soll.
Doch was passiert mit jemandem, der zu Lebzeiten an NICHTS geglaubt hat? Musikalisch begleitet wird der Film von Roy Bianco & Die Abbrunzati Boys.
Der junge Nanning in „Amrum“. Foto: Warner Bros. / Timpen
Amrum, Frühjahr 1945. Seehundjagd, Fischen bei Nacht, Schuften auf dem Acker – nichts ist zu mühsam oder gefährlich für den zwölffährigen Nanning (Jasper Billerbeck), um seiner hochschwangeren Mutter Hille (Laura Tonke) in den letzten Kriegstagen zu helfen, die Familie zu ernähren.
Doch nach der Nachricht von Hitlers Tod versinkt die führertreue Hille in tiefe Traurigkeit und verweigert jedes Essen….Ein eindringliches Kriegsdrama in zarten Bildern von Fatih Akin.
Nils Petersen, Rekordtorjäger des SC Freiburg, ist am Samstag ab 12 Uhr bei Reha Süd in der Lörracher Straße vor Ort. Foto: Reha Süd
Stillstand ist bei Reha Süd ein Fremdwort: Nicht nur, weil sich das ambulante Rehabilitationszentrum auch nach 33 Jahren ständig weiterentwickelt. Sondern vor allem, weil Bewegungsformen aller Art zum Wesenskern des Rehazentrums gehören. Beim Tag der offenen Tür am Samstag, 11. Oktober, von 10 bis 17 Uhr gibt es konkrete Einblicke in alle Bereiche bei Reha Süd.
Mit Nils Petersen, Rekordtorjäger des SC Freiburg, gibt sich am Samstag auch ein prominenter Gast die Ehre. Der nahbare Sympathieträger und Fußball-TV-Experte ist ab 12 Uhr vor Ort und gibt ab 14 Uhr eine Autogrammstunde.
Für das Team von Reha Süd ist der Tag der offenen Tür ein besonderes Ereignis. Denn vielen Menschen ist das Leistungsspektrum des Rehazentrums nicht immer bewusst. „Wir wollen die Menschen dazu bringen, sich wieder mehr um ihren Körper zu kümmern und wieder Spaß an der Bewegung zu haben“, sagt Dr. Roman Pfeifer, Ärztlicher Leiter und Geschäftsführer von Reha Süd. Der überwiegende Teil der Patienten von Reha Süd sind Berufstätige, nicht selten ist deren Erwerbstätigkeit aufgrund ihrer körperlichen Situation eingeschränkt oder sogar gefährdet. Diesen Menschen hilft Reha Süd seit inzwischen über 30 Jahren auf nachhaltige Weise im Alltag wieder Fuß zu fassen. Das umfangreiche Angebot in den Praxisräumen in der Lörracher Straße 16 a umfasst die ambulante orthopädische Rehabilitation, aber auch ergo- oder physiotherapeutische Einzelbehandlungen. „Rehabilitation ist die effektivste Maßnahme zur Sicherung eines möglichst langen Verbleibs im Arbeitsprozess“, sagt Pfeifer.
Mit dem neuen Angebot „Reha Süd erklärt“ wird es künftig außerdem zweimal im Monat die Möglichkeit für Patienten oder Angehörige geben, sich direkt vor Ort zu informieren, was eine ambulante Reha beinhaltet. „Ein niederschwelliges Angebot für jeden“, so Pfeifer.
Berufsbegleitend trainieren mit RV Fit
Ein weiterer Weg, sozusagen als Vorstufe zur Reha, ist das Präventionsprogramm RV Fit der Deutschen Rentenversicherung – das kostenfreie, berufsbegleitende Trainingsprogramm mit Elementen im Bereich Muskelaufbau, Ausdauertraining, Ernährung und Entspannung lässt sich ganz ohne ärztliche Verordnung beantragen.
Beim Tag der offenen Tür wird außerdem ein neues Testlab vorgestellt, mit dem sich Belastungstests an Patienten durchführen lassen. „Das neue Testlab ist deutlich flexibler, sodass wir unsere Patienten damit noch gezielter therapieren können“, sagt Roman Pfeifer.
Das kompetente Team von Reha Süd in Freiburg hilft den Patienten, selbstständig einen Weg zurück in Alltag und Beruf zu finden. Foto: Reha Süd
EHC-Spieler Maximilian Leitner, Eisvogel Paula Paradzik, OB Martin Horn, HSG-Handballerin Julia von Kampen und FT-Volleyballer Lorenz Rudolf. Foto: Joers
Mit mehreren Neuerungen gehen die Großen Spiele in ihre mittlerweile vierte Saison. Der erste von insgesamt acht Großen-Spiele-Spieltage findet am kommenden Sonntag (18.30 Uhr) in der Echte Helden Arena statt – dort empfängt der EHC Freiburg die Lausitzer Füchse. Groß gefeiert wird außerdem am 16. Oktober.
„Die Großen Spiele sind eine Freiburger Erfindung. Kompliment für dieses Engagement“, sagte Freiburgs Oberbürgermeister Martin Horn am Dienstag in der Volksbank Freiburg. Auf der dortigen Pressekonferenz gaben Initiator Dietmar Junginger und die beteiligten vier Freiburger Vereine – HSG, USC, EHC und FT 1844 – den Startschuss für die neue Saison.
Noch mehr SichtbarkeitNeu ist nicht nur der monatliche Spielrhythmus: jeden Monat findet jetzt ein Große-Spiele-Spiel statt (wir berichteten). Die Aktion sorgt in diesem Jahr zudem für noch mehr Sichtbarkeit der vier Vereine. So werden als direkte Folge der Sportinitiative die Red Sparrows der HSG Freiburg ihre beengte Gerhard-Graf-Sporthalle für die Zweitliga-Spiele verlassen und ihre zwei Großen Spiele in der Act-Now-Halle der FT 1844 Freiburg austragen – vor deutlich mehr Publikum. „Ich hoffe, dass der eine oder andere Zuschauer den Weg zu uns findet“, sagt HSG-Spielerin Julia von Kampen. Und wenn am Sonntag (18.30 Uhr) beim Heimspiel des EHC Freiburg gegen Weißwasser der erste von insgesamt acht Große-Spiele-Spieltage startet, wird die Sport-Initiative erstmals auch in der Echte Helden Arena mit ihrem Logo und auf den EHC-Trikots präsent sein. Zu verdanken ist das Unternehmer Max Zimber-Morat von Große-Spiele-Hauptsponsor IMS Gear: Er hat von AHP Merkle die Patenschaft für die Namensgebung der Echte Helden Arena übernommen – den Schriftzug aber den Großen Spielen überlassen.
Tickets für die Großen Spiele sind noch erhältich – entweder als Flexticket oder als 8er-Komplett-Paket. Rund 220 von 300 Tickets wurden bereits verkauft. Ein bekanntes Highlight ist außerdem die Eventnight, die in diesem Jahr am Donnerstag,16. Oktober bei freiem Eintritt stattfindet. Gastgeber sind zum zweiten Mal die M.A.K. Studios im Freiburger Friedrichsbau.
Gefeiert wird am 16. August auch auf der Eventnight in den Freiburger M.A.K. Studios im Friedrichsbau. Der Eintritt ist kostenlos. Foto: Grosse Spiele / Achim Keller
Ein Foto aus der Premierensaison 1975 der SC-Frauen (rechts der damalige Trainer Horst Klein). Foto: SC Freiburg
Seit 50 Jahren wird beim SC Freiburg Frauenfußball gespielt – ein Jubiläum, das am Sonntag, 14 Uhr gegen Eintracht Frankurt im Dreisamstadion groß gefeiert wird. Eine, die wie kaum eine andere für diese Entwicklung steht, ist Hasret Kayikci. Die ehemalige Nationalspielerin und SC-Rekordspielerin war fast 14 Jahre lang das Gesicht der SC-Frauen. Im Interview mit Matthias Joers blickt sie zurück – und nach vorn.
Frau Kayikci, was bedeutet Ihnen das 50-jährige Jubiläum der Frauenfußballabteilung?
Hasret Kayikci: Ich finde es großartig, dass der Verein das so feiert. Viele Menschen haben dazu beigetragen, dass wir heute hier stehen. Der Frauenfußball in Freiburg hat einen langen, steinigen Weg hinter sich – und jede Generation hat ihren Teil dazu beigetragen. Dieses Jubiläum ist ein Meilenstein, auf den alle stolz sein können.
Hasret Kayikci (33) arbeitet inzwischen im Management und im Scouting der Frauen- und Mädchenfußballabteilung des SC Freiburg. Foto: SC Freiburg
Zum Jubiläumsspiel werden viele ehemalige Spielerinnen erwartet.
Kayikci: Ja, wir haben alle eingeladen. Jede Einzelne ist Teil dieser Geschichte. Deswegen ist es einn super-besonderes Spiel für uns als Verein. Mein erstes Spiel hier im Dreisamstadion war ein ganz besonderer Moment. Früher habe ich hier den Männern zugesehen und gedacht: „Hier wirst du nie spielen.“ Jetzt ist es unser Stadion. Das zeigt, wie weit wir gekommen sind.
Wie sahen die Bedingungen zu Beginn Ihrer Karriere aus?
Kayikci: Ganz anders als heute. In Duisburg habe ich als junge Spielerin 250 Euro im Monat verdient – davon musste ich noch Miete zahlen. Das waren die Strukturen in der höchsten Liga. Später in Freiburg hatten wir morgens um 7.45 Uhr Krafttraining, im Winter auf gefrorenem Boden oder Kunstrasen. Kein Profi-Männerteam würde unter solchen Bedingungen trainieren. Dass wir heute feste Trainingsplätze, einen eigenen Kraftraum und Top-Bedingungen haben, ist ein riesiger Fortschritt.
Inzwischen gilt der SC als Vorreiter in Sachen Infrastruktur.
Kayikci: Ja, gemeinsam mit Bayern München haben wir top Bedingungen. Der Verein hat viel investiert, und das merkt man. Trotzdem gibt es immer noch Vereine, die mit den Anforderungen in der 1. Bundesliga kämpfen. Grundsätzlich aber hat sich der Frauenfußball in den letzten Jahren enorm weiterentwickelt.
Trotzdem ist die Bezahlung weiter Thema.
Kayikci: Viele verstehen das mit Equal Pay falsch. Keine Spielerin erwartet Millionen. Es geht einfach darum, dass man vom Fußball leben kann – und nach der Karriere nicht direkt in Existenznot gerät. Wer Profi ist, kann nebenher kaum arbeiten. In Freiburg sind wir auf einem guten Weg, aber insgesamt gibt es in Deutschland noch Nachholbedarf.
Sie selbst mussten in Ihrer Anfangszeit noch arbeiten.
Kayikci: Ja, ich habe 40 Stunden bei einer Firma gearbeitet, während ich abends trainierte. Mein Tag ging von 6.30 bis 21 Uhr. Das war extrem anstrengend. Viele Spielerinnen machen heute ein Fernstudium, um sich auf die Zeit nach der Karriere vorzubereiten. Aber das ist nicht einfach, weil sich Trainings- und Spielzeiten ständig ändern. Umso wichtiger ist es, dass Vereine professionelle Strukturen bieten.
Was waren Ihre persönlichen Höhepunkte beim SC?
Kayikci: Das Pokalfinale war sicher ein Highlight, auch wenn wir den Titel verpasst haben. Es war der Traum von uns allen, diesen ersten Titel für den Verein zu holen. Aber ich hoffe natürlich, dass wir das als Abteilung irgendwann schaffen. Und mein erstes Spiel im Dreisamstadion – das war ein unbeschreibliches Gefühl.
Ab 2026 sollen auch die Mädchen-Teams des Vereins ins Dreisamstadion ziehen.
Kayikci: Das ist ein wichtiger Schritt. So sehen die jungen Spielerinnen, wo sie hinwollen, und können sich mit der ersten Mannschaft identifizieren. Der SC setzt seit auf Nachwuchsarbeit – das ist der Freiburger Weg. Und unter den heutigen Bedingungen wird es für die Talente deutlich einfacher, sich zu entwickeln.
Um auf das 50-jährige Gründungsjahr der SC-Frauen und das Jubiläumsspiel am Sonntag aufmerksam zu machen, verteilten die SC-Spielerinnen (im Bild Svenja Fölmli und Greta Stegemann, re.) am Dienstag das Sondertrikot an die Beschicker des Freiburger Münstermarkts. Foto: SC Freiburg
Die Bundesliga-Männer tragen zum Jubiläum in ihrem Heimspiel am 19.10. auch das Sondertrikot der Frauen. Wie finden Sie das?
Kayikci: Das ist etwas ganz Besonderes. Vor 20 Jahren wäre das undenkbar gewesen. Zu Beginn meiner Karriere mussten wir noch Trikots im Männerschnitt tragen. Ich sah darin aus wie ein Kartoffelsack – das war einfach absurd. Dass heute die Männer unser Jubiläumstrikot tragen, zeigt, wie weit wir gekommen sind. Am Ende sind wir ein Verein – egal ob Männer, Frauen oder Jugend. Das ist ein schönes Zeichen.
Was würden Sie sich für die nächsten 50 Jahre Frauenfußball beim SC Freiburg wünschen?
Kayikci: Ich würde mir wünschen, dass es weiterhin superprofessionell bleibt. Dass dieser Weg mitgegangen wird, dass Spielerinnen dieses professionelle Leben leben können. Dazu gehören viele Faktoren. Das fängt schon in der Jugend an. Und ich wünsche mir für die Mädels vollere Stadien. Es gibt kein geileres Gefühl, als in einem vollen Stadion zu spielen. Das ist auch eine Art Wertschätzung, die man für die harte Arbeit bekommt.
Info: Vor 50 Jahren wurde zum ersten Mal ein Frauenfußball-Team beim SC Freiburg gegründet. 50 Jahre später steigt das Jubiläumsspiel der SC-Frauen im Dreisamstadion: Am Sonntag, 12. Oktober, trifft der Sport-Club um 14 Uhr auf Eintracht Frankfurt. Rund um die Partie warten auf Klein und Groß mehrere Mitmach-Aktionen wie Glücksräder, eine Foto-Station, eine Torschussanlage, Musik und vieles mehr. Das Dreisamstadion – und auch die Stände des Fanfests – öffnen bereits um 12 Uhr. Tickets für das Jubiläumsspiel der SC-Frauen gibt es im Online-Ticketshop des SC Freiburg unter scfreiburg.com.
Das Ehrenamt ist nicht immer ganz einfach für das Team: regelmäßige Schulungen und Supervisionen
sorgen für ein qualitativ hochwertiges Angebot. Fotos: Regio-Krisendienst
In Krisensituationen hat der Regio-Krisendienst ein offenes Ohr: Das Angebot bietet seit April Hilfe bei suizidalen Episoden, Panikattacken und anderen psychischen Krisen, wenn andere Hilfsangebote nicht erreichbar sind. Am 16. Oktober lädt der Krisendienst im Rahmen einer Auftaktveranstaltung zum Kennenlernen.
Welche Einsatzgebiete gibt es für den Krisendienst?
Ida Wehinger: Wir sind in Freiburg und im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald tätig. Inhaltlich begleiten wir psychosoziale, psychische und psychiatrische Krisen. Die Themen reichen von Trauer und Verlust über Panikattacken und suizidale oder durch Psychosen ausgelöste Krisen. Häufig rufen Menschen an, die sich in einer Angstsituation befinden, auch Angst vor sich selbst haben oder nicht einordnen können, was gerade mit ihnen geschieht. Unser Schwerpunkt liegt auf akuten Krisen und auf Zeiten, in denen ansonsten niemand erreichbar ist – wenn etwa Praxen geschlossen sind und Therapeutinnen und Therapeuten nicht arbeiten. Grundsätzlich verstehen wir „Krise“ nicht eng: Auch Menschen mit chronischen Depressionen oder in Einsamkeit können sich an uns wenden. Niedrigschwelligkeit ist uns wichtig – niemand soll das Gefühl haben, erst ab einem bestimmten Zeitpunkt zur Zielgruppe zu gehören. Es ist sehr beeindruckend, wie gut Krisen durch ein Telefongespräch abgeschwächt und beruhigt werden können. In akuter Gefährdung kooperieren wir mit Psychiatrien, Polizei und Rettungsdienst, nehmen Kontakt auf und verstehen uns als Vermittler. Anrufer können anonym bleiben und jederzeit auflegen, ohne ihren Namen zu nennen.
Ida Wehinger
Wie gut wird das Angebot angenommen?
Wehinger: Der Krisendienst ist seit April aktiv und wird von Beginn an sehr gut angenommen. Das Angebot trifft einen klaren Bedarf: An manchen Tagen ist sehr viel zu tun, an anderen kaum. Um der Nachfrage gerecht zu werden, erweitern wir von derzeit zwei auf drei Leitungen; ab dem neuen Jahr können somit drei Personen gleichzeitig anrufen. Außerdem bauen wir ein aufsuchendes Team auf: geschulte Ehrenamtliche, die bei Bedarf vor Ort unterstützen – zum Beispiel bei besorgten Angehörigen, wenn die Situation schwer einzuschätzen ist oder eine stationäre Behandlung möglicherweise sinnvoll wäre, der Schritt dorthin aber nicht gelingt. Grundsätzlich lassen sich Schwankungen beobachten: Jahreszeiten und Feiertage können Einfluss haben, etwa die dunkle Jahreszeit. Zugleich treten Krisen immer auf – es gibt auch Tage, an denen unerklärlich viele Anrufe eingehen.
Welche Schulungen durchlaufen die Helferinnen und Helfer?
Wehinger: Es handelt sich um ein herausforderndes Ehrenamt. Wir sind immer wieder beeindruckt, wie gut die Ehrenamtlichen ihre Aufgabe meistern und wie engagiert sie bleiben – wir hatten mit deutlich mehr Abbrüchen gerechnet. Zur Vorbereitung finden Schulungen an zwei Blöcken von jeweils zwei Wochenenden statt. Externe Referentinnen und Referenten vermitteln Inhalte zu Krisen und Suizidalität; ein Wochenende gestalten wir selbst, bei dem es vor allem um eigene Krisenerfahrungen, unsere Haltung und um die Wissensvermittlung von wichtigen Kooperationspartnern und deren Angebote in der Region geht. Zusätzlich gibt es in regelmäßigen Abständen weitere Schulungsblöcke zu unterschiedlichen Themen, fortlaufende Supervision und Teambesprechungen.
Was ist bei der Veranstaltung am 16. Oktober geplant?
Wehinger: Am 16. Oktober findet die offizielle Auftaktveranstaltung des Krisendienstes statt. Wir freuen uns darauf, uns der breiten Öffentlichkeit vorzustellen – der Krisendienst soll nicht nur in den Sozial-psychiatrischen Zentren bekannt sein, sondern wirklich allen. Geplant sind ein Fachvortrag, der unter anderem kritisch fragt, warum es Krisendienste braucht, und eine Podiumsdiskussion, die aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet, weshalb der Krisendienst wichtig ist.
Die Auftaktveranstaltung des Regio-Krisendienstes findet statt am Donnerstag, 16. Oktober, um 18 Uhr in der Aula der Gertrud-Luckner Gewerbeschule Kirchstraße 4. Geboten werden eine Podiumsdiskussion und Fachvorträge sowie die Möglichkeit zum Austausch untereinander.