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Bunte Party-Parade: Ausgelassene Stimmung und ausgefallene Outfits beim Freiburger CSD

Besucher des CSD Engelsgleich trotzte dieses Trio dem Regen beim Christopher Street Day am Samstag. Foto: Janos Ruf

Party-Parade war der Freiburger Christopher Street Day auch in diesem Jahr. Mehr als 12.000 Besucher setzten am Samstag in der Innenstadt ein farbenfrohes Zeichen für Toleranz. Das Motto lautete in diesem Jahr „Aus die Maus – Sendeschluss für rechte Hetze.“ Jede Menge Glitzer, Regenbogenfahnen sowie kreative und knallige Outfits durften hier nicht fehlen.

Von der Drag Queens in pompösen Kleidern bis hin zu himmlischen Gestalten – mit Engelsflügeln und Sonnenkronen – hier gab es wieder viel zu sehen. Zu Techno-Beats wurde gefeiert – da störte auch der leichte Regen nicht. Neben viel nackter Haut waren daher dieses Mal ebenfalls viele bunte Schirme angesagt, als die Menge durch die Stadt zog. Dabei waren neben Bürgermeister Ulrich von Kirchbach sogar CSD-Urgesteine wie Stefanie Rappe oder Dominique Schirmer, die 1989 den ersten CSD in Freiburg organisiert haben.

Auffällig, in knalligen Farben und extravagant – das ist beim CSD für viele ein Muss. Foto: Janos Ruf
Aufgrund des Schmuddelwetters durften bunte Schirme nicht fehlen – die Stimmung war bei der queeren Community trotzdem bestens. Foto: Janos Ruf
Die Power-Percussion-Gruppe Brasilikum sorgte für den passenden Sound Foto: Janos Ruf

Neu im Kino: „A Quiet Place: Tag Eins“ – Das Prequel des Horror-Hits zeigt, wie die Alien-Invasion alles verändert

In New York bricht das Chaos ausIn New York bricht Chaos aus, als flammende Meteoriten die Stadt treffen. Auch Sam (Lupita Nyong’o, gelbe Jacke) versucht sich und ihre Katze in Sicherheit zu bringen – nicht ahnend, welche Folgen dieser Tag für die gesamte Menschheit haben wird. Foto: Paramount Pictures

In den „A Quiet Place“-Filmen machen Monster in einer postapokalyptischen Welt Jagd auf Menschen. Sie orientieren sich ausschließlich über ihr Gehör: wer laute Geräusche macht, stirbt. Das spannungsgeladene Prequel des Horror-Hits erzählt, wie die Alien-Invasion begann und wie es auf der Erde totenstill wurde.

Als über New York plötzlich flammende Meteoriten vom Himmel fallen, bricht das blanke Chaos aus. Die Menschen in der Stadt geraten in Panik – und diese wird noch größer, als gefährliche Monster auftauchen, die sie brutal angreifen und töten. Der erste Tag der Apokalypse hat begonnen, die die Welt für immer verändern wird. Mittendrin steckt eine junge Frau namens Sam (Lupita Nyong’o), die alles tun muss, um zu überleben, während die Stadt um sie herum in Chaos und Zerstörung versinkt. Bei Eric (Joseph Quinn) findet sie zunächst Unterschlupf und muss sich schon bald in der neuen Welt zurecht finden, in der eine Totenstille herrscht und jedes Geräusch tödlich sein kann. Im Sequel der Horror-Erfolge „A Quiet Place 1 und 2“ stehen statt der Familie Abbott neue Charaktere im Mittelpunkt, die versuchen, den Monstern zu entkommen.

Neben Oscar-Preisträgerin Lupita Nyong’o („Black Panther: Wakanda Forever“) sind Joseph Quinn („Stranger Things“), Alex Wolff („Oppenheimer“) und Djimon Hounsou („A Quiet Place 2“) in den Hauptrollen zu sehen.

John Krasinski („Jack Ryan“) landete mit „A Quiet Place“ einen Überraschungshit – der Film spielte stolze 340 Millionen Dollar ein und bekam sehr gute Bewertungen (Score von 96 Prozent bei Rotten Tomatoes), auch der zweite Teil konnte an den Erfolg anknüpfen. Regie führte dieses Mal Michael Sarnoski („Pig“), der zusammen mit John Krasinski auch das Drehbuch schrieb. (fwb)

Mann schlägt PKW-Fahrerin durch offenes Autofenster

Ein Rollerfahrer hat eine Autofahrerin geschlagen – die Polizei sucht Zeugen.

Am 24. Juni, zwischen 11.30 Uhr und 12 Uhr soll ein Rollerfahrer durch das geöffnete Fenster auf eine im Auto sitzende Frau eingeschlagen haben. Der Vorfall ereignete sich im Bereich Malteserordensstraße in St. Georgen. Anschließend setzte der Tatverdächtige seine Fahrt fort. Die Frau wurde leicht verletzt.

Zeugen werden gebeten, sich tagsüber beim Polizeiposten Freiburg St. Georgen, 07 61/ 12 01 71 40 oder rund um die Uhr unter 07 61 /8 82-44 21 zu melden.

Roland Sallai vom SC Freiburg steht bei der EM im Schaufenster

Roland Sallai vom SC FreiburgMacht Roland Sallai auch gegen Deutschland mit guten Leistungen auf sich aufmerksam?

Roland Sallai ist einer von vier SC-Spielern, die bei der Fußball-EM an Bord sind. Mit den Ungarn steht der 27-Jährige aber bereits gehörig unter Druck. Gegen Deutschland am Mittwoch (18 Uhr / ARD) müssen Sallai & Co. punkten, wollen sie ihre Chance auf das Achtelfinale wahren.

Für Roland Sallai ist das Kontinentalturnier im Land seines Arbeitgebers die größtmögliche Bühne, um mit Leistungen zu glänzen. Und nichts anderes hat sich der Ungar offenbar vorgenommen. Schon im letzten Testspiel vor EM-Beginn, beim 3:0 gegen Israel, traf der 27-Jährige zum 1:0 und bereitete ein weiteres Tor vor. „Diese Form müssen wir uns für die EM erhalten“, sagte er nach der Partie.

Sallai überzeugt bislang

Ein Unterfangen, das der Mannschaft von Nationaltrainer Marco Rossi im ersten Gruppenspiel gegen die Schweiz nicht ganz gelang. „Wir waren zu passiv, haben individuelle Fehler begangen, die für mich schwer zu erklären sind“, sagte Rossi nach der 1:3-Niederlage. Aber erneut zählte Sallai zu den besten Akteuren und wieder war er an einem Tor beteiligt, Mit viel Zug zum Tor leitete er Dominik Szoboszlais Flanke ein, die schließlich auf Vargas Kopf und zum 1:2 im Tor der Schweizer landete.

Ob es die Ungarn gegen Deutschland noch besser machen werden? Rossi jedenfalls bezeichnet die DFB-Elf als den „absoluten Favoriten bei diesem Turnier.“ Die Ungarn wiederum sind darauf angewiesen zu punkten – eine Niederlage gegen Deutschland, und für sie wäre das EM-Aus früh besiegelt. Das Team um Sallai und den zweiten Freiburger, Hoffenheims Leihspieler Attila Szalai, wird das zu verhindern versuchen.

Für Sallai, dessen Vertrag 2025 endet, geht es dabei auch um seine persönliche Zukunft. Wohl kaum ein Spieler des SC Freiburg ist in den vergangenen Jahren so oft mit einem möglichen Transfer in Verbindung gebracht worden, wie der Offensivspieler. Sallai, der 2016 sein Debüt in der A-Nationalmannschaft gab und seit 2018 in Freiburg spielt, soll den Traum vom nächsten Schritt noch nicht ausgeträumt haben.

Auch SC-Sportvorstand Jochen Saier ließ Ende April durchblicken, dass der Verein versuchen will, in diesem Sommer frisches Geld in die Kasse zu bekommen. „Wir werden einen Spieler abgeben. Weil es richtig ist, Dinge zu verändern und den richtigen Zeitpunkt nicht zu verpassen, um Transfererlöse zu erzielen“, so Saier. Sallai gilt dafür als idealer Verkaufskandidat – erst recht, wenn seine Leistungen stimmen.

In Freiburg warten Wohngeldempfänger lange auf ihre Bescheide

Das Sozialamt im Rathaus im Stühlinger wird von Wohngeldanträgen geflutet.

Um finanzielle Engpässe zu überbrücken, gibt es zahlreiche staatliche Hilfen. Vereinzelt kommt es hier jedoch zu langen Wartezeiten – Wohngeldempfänger in Freiburg warten bisweilen mehrere Monate auf eine Bewilligung. Gründe dafür sind fehlende Unterlagen, Rückfragen, aber auch eine Wohngeldreform, die Anfang letzten Jahres in Kraft getreten ist.

Rund 2.300 Haushalte in Freiburg erhielten im Mai 2024 Wohngeld: Das bedeutet, dass sie zu den einkommensschwachen Haushalten gehören, ohne jedoch Anspruch auf Transferleistungen zu haben. Darunter sind neben alleinstehenden Singles auch Pärchen oder Familien mit Kindern.

Auf die Bearbeitung ihrer Anträge müssen sie derzeit jedoch warten: Bei vollständig eingereichten Anträgen könne man derzeit mit einer Bearbeitungszeit von vier Wochen rechnen, so Boris Gourdial, Leiter des Amts für Soziales der Stadt Freiburg.

Boris Gourdial ist Leiter des Sozialamts Freiburg.

Schwieriger werde es, wenn Unterlagen fehlen und nachgefordert werden müssen, oder es zu Rückfragen kommt, die sich aus den eingereichten Unterlagen ergeben. „Dann kann sich das über einen längeren Zeitraum hinweg ziehen“, so Gourdial.

Bis zu 70 Prozent mehr Anträge

Doch nicht nur fehlende Unterlagen sorgen für lange Bearbeitungszeiten: „Durch die Wohngeldreform zum 1. Januar 2023 haben wir deutlich höhere Antragszahlen verglichen zum Vorjahr“, so Boris Gourdial. Von Januar bis Oktober 2023 gingen im Schnitt rund 70 Prozent mehr Anträge auf Wohngeld bei der Stadt ein.

Darüber hinaus habe man sich intern umstrukturiert: Dazu gehören neben der neuen E-Akte auch zwei Sachgebiete mit insgesamt fünf Teams, die neu eingeführt wurden. „Wir sind auch noch weiter dabei, an den Strukturen zu arbeiten“, so Goudrial. Die dadurch bestehenden Rückstände müssten nun abgearbeitet werden.

Kommen Änderungen während der Bearbeitung hinzu – zum Beispiel in der Einkommenssituation oder der Anzahl der Haushaltsmitglieder sowie ein Umzug – dauert es noch länger.

Personell aufgestockt

Um der Flut an Anträgen Herr zu werden, hat die Stadt Änderungen angestoßen: Seit letztem Oktober ist die Abteilung 7, Wohngeld und Wohnungssuche Bestandteil des Amtes für Soziales und nicht mehr des Amtes für Liegenschaften und Wohnungswesen.

„Seitdem haben wir viele Veränderungen vorgenommen, in der Organisation, in den Prozessen und auch in der Personalstruktur“, sagt Amtsleiter Boris Gourdial. In diesem Zuge wurde personell aufgestockt: Von den neun neuen Mitarbeitern haben drei bereits einen eigenen Bereich übernommen, die anderen sechs werden noch eingearbeitet.

Einzelne Wochen wurde außerdem die Erreichbarkeit der Mitarbeiter eingeschränkt, damit diese offene Anträge abarbeiten konnten: „In dieser Zeit waren wir nur per Mail erreichbar“, so Gourdial. Einen Teil der Rückstände habe man so aufarbeiten können. „Unser Ziel ist es, die Anträge effizienter zu bearbeiten und die offenen Anträge möglichst schnell abzuarbeiten – auch um die Zufriedenheit unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu steigern“, sagt Boris Gourdial.

Seit Anfang dieses Monats können Anträge auch vorläufig bewilligt werden: „Wir machen das zunächst nur bei Anträgen auf Weiterbewilligung und zwar dann, wenn die grundlegenden Unterlagen vorliegen, die wir dann summarisch prüfen“, so Boris Gourdial.

Auch das Sozialtickets wird um bis zu drei Monate weiterbewilligt. Kinder, deren Familien auf den Weiterbewilligungsbescheid für das Wohngeld warten, erhalten Gutscheine für das Mittagessen an städtischen Schulen. Diese gelten ab dem 1. Juli und bis Ende des Schuljahres 2024/2025.

Auf der Webseite freiburg.de/wohngeld finden Antragstellerinnen und Antragsteller eine Checkliste für den Wohngeldantrag. Boris Gourdial rät, diese zu benutzen, damit gleich ein vollständiger Antrag vorliegt.

Freiburg: Tunnel an der B31 Ost werden voll gesperrt

Die Tunnelanlagen an der B31 Ost werden drei Nächte hintereinander gesperrt.

Kontrolle, Wartung und Reparatur: Das Garten- und Tiefbauamt wird ab dem 25. Juni in den Tunnelanlagen der B31 Ost (Schützenalleetunnel, Galerie und Kappler Tunnel) arbeiten. Aus diesem Grund werden die Tunnelröhren in den folgenden drei Nächten von Dienstag, 25. Juni bis Freitag, 28. Juni, jeweils von 20 bis 6.30 Uhr in beiden Fahrtrichtungen voll gesperrt.

Filmhits unter freiem Himmel: Am 28. Juni startet das beliebte Freiburger Sommernachtskino

Publikum im SommernachtskinoDas Freiburger Sommernachtskino bietet wieder ein umfangreiches Programm. Zu sehen sind im Innenhof des Schwarzen Klosters unter anderem die Publikumslieblinge der letzten zwölf Monate und kultige Klassiker. Foto: Thomas Kunz

Kinogenuss unterm Sternenhimmel im lauschigen Innenhof des Schwarzen Klosters: darauf dürfen sich Filmfans ab dem 28. Juni wieder freuen. Denn dann startet das beliebte Sommernachtskino. Auf dem Programm stehen zahlreiche Premieren, die Publikumslieblinge des vergangenen Jahres und kultige Klassiker.

Weil es so gut bei den Freiburgern ankommt, ist es auch dieses Jahr ein XXL-Sommernachtskino, das bis zum 7. September läuft. Rund drei Wochen länger als früher. Der Innenhof des Schwarzen Klosters bietet Platz für rund 260 Zuschauer, eine Neuerung in diesem Jahr: es gibt wieder feste Plätze. „Dafür haben wir uns aufgrund vieler Rückmeldungen entschieden, jetzt kann man sich seinen Platz wieder beim Ticketkauf vorab aussuchen“, so Veranstalter Ludwig Ammann. Trotzdem sollte man nicht auf den letzten Drücker kommen: „Letztes Jahr waren viele erst kurz vor knapp da, da verpasst mancher aufgrund der Wartezeit dann den Beginn des Films.“ Ebenfalls neu: der Eintrittspreis wurde leicht erhöht von elf auf zwölf Euro. Dafür gibt es in diesem Jahr erstmals eine Ermäßigung. „Jetzt bekommt man die zwölf Prozent Rabatt der Cinecard auch auf das Ticket fürs Sommernachtskino“, erklärt Ludwig Ammann.

Das Programm kann sich sehen lassen: allein bis Ende Juli werden acht Filmpremieren gezeigt. Darunter „der sehnsüchtig erwartete neue Film von ’Poor Things’-Regisseur Giorgos Lanthimos. Jetzt kommt ’Kinds of Kindness’ mit Emma Stone und Willem Dafoe und es wird noch wilder und abgedrehter.“ Oder auch „Madame Sidonie in Japan“ und „Ein kleines Stück vom Kuchen“, „ein ganz großer Publikumsliebling der Berlinale“. Aber auch kultige Klassiker dürfen nicht fehlen, so wie „Sommer vor dem Balkon“, „Im Rausch der Tiefe“ von Luc Besson, „Thelma & Louise“ oder „Blues Brothers“.


Beim Sommernachtskino sind auch wieder zahlreiche Premieren zu sehen – beispielsweise von „Kinds of Kindness“ mit „Poor Things“-Star Emma Stone (3.v.l.). Foto_ Searchlight Pictures

Auf dem Programm stehen ebenfalls die Kinohits der letzten zwölf Monate. So wie „Perfect Days“ von Wim Wenders oder „Morgen ist auch noch ein Tag“ – „das sind Filme, die die Freiburger besonders lieben und teilweise sogar mehrmals reingehen, beide laufen auch noch immer hier im Kino“. Auch wenn es kein klassisches Popcornkino ist, wird der oscarprämierte Film „The Zone of Interest“ gezeigt. Und natürlich darf die Freiburger Erfolgsdoku „Fitness California“ nicht fehlen, „die weiterhin – mittlerweile seit 33 Wochen – auch bei uns in der Harmonie einmal die Woche zu sehen ist. Es werden wieder Darsteller und Regisseurin bei der Vorstellung dabei sein.“

Gezeigt werden außerdem die erfolgreichsten Blockbuster des vergangenen Jahres – „Barbie“ und „Oppenheimer“. Genauso wie „Challengers“ mit Zendaya oder „The Fall Guy“ mit Ryan Gosling, „unterhaltsame Action, die perfekt zum Sommernachtskino passt“, so Ammann. Natürlich wünscht er sich schönes Wetter, aber selbst bei Regen bleiben die Besucher dem Kino unter freiem Himmel treu. Letztes Jahr wurde „es trotz Schmuddelwetter das dritterfolgreichste Sommernachtskino aller Zeiten.“

Friedrichsbau-KIno ab dem 1. Juli geschlossen


Parallel zum Open-Air-Filmgenuss wird das Friedrichsbau ab dem Juli geschlossen, um die neue Lüftungsanlage einzubauen. „Dann können die Leute einfach draußen statt drinnen ins Kino. Wer den – bequemeren – Online-Vorverkauf scheut, bekommt seine Tickets zum Anfassen dann nur noch in Harmonie und Kandelhof, aber nicht mehr im Friedrichsbau“. Der soll dann am 13. September wieder öffnen.

Weitere Infos und Tickets gibt es online unter sommernachts-kino.de

EM-Stimmung in der Region Freiburg: „Die Euphorie ist da“

Public Viewing im Europa-ParkBeste Stimmung auch im Europa-Park bei Freiburg, wo 1.500 Fans das deutsche 5:1 beim Public Viewing bejubelten. Foto: Europa-Park

Fußballvorfreude ist die beste Freude: Das sagen sich auch viele Freiburger und sind voller Euphorie auf den EM-Zug aufgesprungen: Der Absatz von TV-Geräten zieht an, Deutschland-Trikots im Sportfachhandel sind ausverkauft und die Biergärten gut besucht. So kann es weitergehen.

Würde man nur von der Anzahl der Flaggen ausgehen, die die Fassaden in Freiburg schmücken, könnte man meinen: EM-Fieber? Fehlanzeige! Anders als bei früheren Turnieren halten sich die Freiburger dieses Mal mit Fahnen zurück. Und noch etwas ist Jens Zimmermann von der Othello Bar und dem Bertolds in der Bertoldstraße aufgefallen: „Früher gab es mehr Autokorsos.“ Aber von getrübter EM-Laune kann keine Rede sein. Zimmermann jedenfalls ist zufrieden: „Beim Deutschland-Spiel war die Nachfrage richtig groß“. Bei den anderen Spielen sei das Gästeaufkommen zwar verhaltener gewesen. Aber, so der Barbetreiber: „Man hat schon gemerkt, dass die Stimmung sehr, sehr gut war.“

EM-Vorbereitung im Kastaniengarten: Die Fußball-Atmosphäre in Freiburg ist längst turniertauglich, berichten Gastronomen und Einzelhändler. Foto: Thomas Kunz

Auch Sabine Scholz von der Greiffenegg GmbH, die den Kastaniengarten auf dem Schlossberg betreibt, sagt: „Die Euphorie ist da. Wenn die Stimmung bei einem 5:1 nicht gut ist, dann weiß ich auch nicht“, schmunzelt sie. Ihr Chef, Gastronom Toni Schlegel, berichtet von „Super-Stimmung“, die beim Sieg der Deutschen im Biergarten geherrscht habe: „Es waren viele junge Leute da, alle in Deutschland-Trikots. Das hat Potenzial für ein zweites Sommermärchen“, so Schlegel.

Ähnlich sah es im Dorint Thermenhotel im Mooswald aus. „Besonders viel los war beim Deutschlandspiel. Aber auch bei den Spielen der Schweiz und Frankreich hatten wir im Barbereich einige Hotelgäste, die fleißig mitgefiebert haben“, so Michelle Becker vom Gesundheitsresort. Und auch im Europa-Park bejubelten mehr als 1.500 Fans das deutsche 5:1 beim Public Viewing auf der Piazza des Hotels Colosseo.

Fans decken sich mit TV-Geräten ein

Von der Lust der Kunden auf die EM kann auch Henner Wieschmann berichten. „Die Nachfrage nach TV-Geräten ist bei uns erheblich höher als sonst“, sagt der Geschäftsführer des MediaMarkts in der Schwarzwald City. Großzoll-Fernseher zwischen 75 und 100 Zoll, „die es mittlerweile zu erschwinglichen Preisen gibt“, fänden guten Absatz. Beamer seien sogar ganz ausverkauft. Neben Soundbars für mehr Stadionatmosphäre würden sich die Kunden auch über Alternativen zum Kabelanschluss informieren, da zum Monatsende das Nebenkostenprivileg für Kabel-TV endet. „Damit sollte man sich beschäftigen, bevor am 1. Juli das Achtelfinale startet“, rät der MediaMarkt-Chef.

Deutschland-Trikots sind begehrt

Fast schon zur Mangelware sind Deutschland-Trikots geworden – vor allem die weißen Heim-Trikots, aber auch die in Pink. „Am Freitag haben wir noch einmal einen Satz Trikots bekommen. Aber die waren am Samstag schon wieder ausverkauft“, so Frank Rodinger, Abteilungsleiter bei Sport Bohny in Freiburg. Sehnsüchtig wartet er auf Nachschub von Hersteller Adidas. Auch das Jersey der italienischen Squadra Azzura sei beliebt. Natürlich hänge der Absatz vom Erfolg der deutschen Elf ab, so Rodinger. „Aber die EM-Euphorie ist schon deutlich zu spüren.“

Info: Hier finden sie unsere Übersicht mit allen Public Viewings in Freiburg und der Region

Deutschland-Flaggen an den Hausfassaden, wie hier im Freiburger Stadtteil Stühlinger, sieht man bislang nur vereinzelt. Foto: Joers

Interview: Was bedeutet der Rechtsruck bei Jungwählern bei der Europawahl?

EU Wahl

Das Interview mit dem Freiburger Politikwissenschaftler Michael Wehner führte Redaktionsleiter Sven Meyer.

Herr Wehner, wenn junge Menschen wählen, dann kommt das in der Regel eher Parteien aus dem linken bis linksliberalen Lager zugute. Diese Rechnung scheint, wenn man die Ergebnisse der Europawahl ansieht, nicht mehr aufzugehen.

Michael Wehner: Früher gaben alle Studien das Bild her, dass junge Wähler eher links-progressiv abstimmen. Aktuell kann man nicht mehr davon ausgehen. Die AfD war bereits bei den Landtagswahlen in Bayern und Hessen die stärkste Partei bei jungen Wählern. Das ist letztlich ein Spiegelbild der gesamtgesellschaftlichen Entwicklung. Der Trend wurde bei der Europawahl bestätigt. Insofern verändert sich da gerade etwas.


Die Gewinner sind neben Union und AfD, die kleinen Parteien, wie Volt, die ebenfalls auf Kosten vor allem der Grünen, hinzugewonnen haben. Wo liegen die Gründe für diese Verschiebung?

Wehner: Noch bei der letzten Bundestagswahl waren die Grünen und die FDP die Parteien der Jungwähler. Somit ist das Teil eines noch nicht festgelegten Wahlverhaltens dieser Wählergruppe. Die jungen Menschen sind nicht so festgelegt und reagieren auf Trends deutlicher als es ältere Wähler tun. Bei den Gründen spielen sicherlich die Nachwirkungen von Corona eine Rolle, das Gefühl der weitgehenden Nicht-Beachtung der Jugendlichen, hinzu kommt ein weit verbreiteter Eindruck, dass man von den etablierten Parteien nicht gehört wird und generelle Zukunftssorgen – das reicht von Jobs über bezahlbaren Wohnraum bis hin zu Ukrainekrieg und auch Migrationsängste spielen eine Rolle. Eine weitere bedeutende Rolle spielten auch die sozialen Medien, in denen die AfD junge Menschen sehr erfolgreich angesprochen hat. Wer sich von den Grünen hin zu Volt entwickelt hat, ist wiederum mit der Rolle der Grünen als Regierungspartei nicht zufrieden. Volt vereint linke Themen wie Klima mit dem Freiheitsgedanken und trifft kommunikativ eher den Ton junger Menschen.


Wie ist der Zuwachs bei der Union zu erklären? Ist die Jugend wertkonservativer als man animmt?

Wehner: Wertkonservatismus ist auch immer schon bei Jugendlichen ausgeprägt gewesen. So haben wir in den achtziger Jahren die Popper-Generation oder die Gründung der jungen Liberalen als Beispiel für traditionelle Wertorientierungen und die neoliberale Internet- und Startup-Generation in den Neunzigern wäre ebenfalls ein Beispiel. Das Bedürfnis nach Sicherheit in Krisenzeiten führt möglicherweise ebenfalls zu einer neokonservativen Hinwendung zur Union.


Die AfD hat teilweise klar fremdenfeindliche Clips geschaltet. Offenbar war sie damit erfolgreich. Drückt das aber wirklich jugendliche Befindlichkeiten aus?

Wehner: Meine Einschätzung ist eher, dass es die gesamtgesellschaftliche Verunsicherung samt ökonomischer Zukunftsängste ist, die oft dahintersteckt. Unsere Gesellschaft ist mit stark veränderten Rahmenbedingungen konfrontiert, davon profitieren unter anderem rechtspopulistische Stimmen. Auch bei Jugendlichen gibt es fremdenfeindliche Projektionen. Und natürlich gibt es auch reale Probleme in der jugendlichen Lebenswelt, etwa wenn junge Frauen respektlos in der Disko angetanzt werden. Das Thema Sicherheit spielt eine Rolle. Aber man muss genauso feststellen, dass auch 83 Prozent Jungwähler – Erstwähler – demokratische Parteien gewählt haben. Das darf in der Debatte um den Rechtsruck nicht untergehen.


Nun spricht alles über TikTok, dessen Wirkung offenbar die anderen Parteien völlig unterschätzt haben.

Wehner: Fakt ist, dass zwei Drittel der jungen Leute sich nicht mehr über klassische Medien informieren. Diese stark vereinfachten Clips mit einseitigen Positionen werden konsumiert. Man ist schnell in einer Blase und fühlt sich dann jeden Tag mehr in seiner Weltanschauung gestärkt. Die AfD hat das konsequent genutzt. Ich bin sehr sicher, dass die anderen Parteien ihre Verweigerungshaltung gegenüber sozialen Medien, speziell TikTok, aufgeben werden und versuchen, in dieser stark emotionalisierten Welt entsprechende Gegenbotschaften zu senden.


Bei den unter 24 Jahre alten Wählern hat nur noch jeder zehnte Grün gewählt. Eben hatten wir noch Fridays for Future und jetzt ist das Thema Klimawandel auf einmal nicht so wichtig oder wie ist das zu interpretieren?

Wehner: In der Tat steht das Thema gerade nicht mehr ganz oben auf der Agenda. Es wird von anderen Krisenthemen überlagert. Aber ich deute das eher als Momentaufnahme. Lassen Sie mal zwei, drei Hitzesommer ins Land ziehen, dann kann sich das schnell wieder ändern.


Denken Sie, dass der ständige Ampelzoff für junge Wähler ein triftiger Grund war, zu anderen Parteien zu wechseln oder die Regierung bewusst abzustrafen?

Wehner: Die politische Realität der ungeliebten Kompromisse und die Anpassung an weltpolitische Krisen führt mitunter zu herber Enttäuschung – auch bei den Jungwählern. Aufgrund der 3-Parteien-Koalition fühlen sich nun viele enttäuscht. Die jungen FDP-Wähler ärgern sich über die aus ihrer Sicht missglückte Wirtschaftspolitik, während sich viele junge Grünenwähler verwundert die Augen reiben, dass aus der ehemals pazifistischen Partei eine Kriegspartei geworden ist.


Wird das Pendel wieder in die andere Richtung ausschlagen?

Wehner: Europawahlen sind Denkzettelwahlen, bei denen eher Protest ausgedrückt wird. Letztlich kann sich das relativ schnell wieder ändern, wenn es der Ampel gelänge, verlorenes Vertrauen wieder zu gewinnen und speziell jüngere Wähler besser anzusprechen. Andererseits führt die Migrationsfrage zu nationalstaatlichen Renaissancen, die ihre Eigendynamik entwickeln können.

Ausgelassene Sause auf Mallorca: So erlebten die SC-Kicker den EM-Auftakt

Gruppenbild Fuball-Sause im Megapark Mallorca mit SC-KickernLießen sich den EM-Auftakt nicht entgehen und feierten die Torgala der deutschen Nationalelf ausgelassen : SC-Kicker Nicolas „Chicco“ Höfler (l.) und sein Ex-Mannschaftskollege Nils Petersen (l. hinten), der den Schnappschuss aus dem Megapark in Mallorca bei Instagram und Co. teilte. Mit dabei war auch Sky-Reporter Philipp Hinze (vorne Mitte). Foto: www.instagram.com/Nils_Petersen18

Oh, wie ist das schön: groß ist die Euphorie der Fußballfans nach dem fulminanten Auftakt der deutschen Elf bei der Heim-EM. Manch einer träumt nach der Torgala beim 5:1 gegen Schottland jetzt schon vom Sommermärchen 2.0. Während in anderen Städten Tausende gemeinsam beim Public Viewing feierten, gibt es das in Freiburg dieses Jahr leider nicht. Aber zahlreiche Kneipen, Biergärten und Co. zeigen die Spiele natürlich. Deshalb war hier der Andrang groß, um gemeinsam mitzufiebern.

Auch für unsere SC-Kicker geht es im wohlverdienten Urlaub natürlich nicht ohne Fußball. Beispielsweise bei Matthias Ginter. Der war für die Nationalelf leider nicht mehr nominiert, darf dafür aber ganz entspannt das Spiel verfolgen. Er war mit seiner Frau Christina beim Auftaktspiel in der Allianz Arena dabei und erlebte den Sieg der Nationalelf hautnah.

SC-Kicker Matthias Ginter und seine Frau Christina waren live in der Münchener Allianz Arena dabei. Foto: www.instagram.com/chrissy_ginter

Etwas wilder gefeiert wurde bei SC-Kicker Nicolas „Chicco“ Höfler und seinem Ex-Kollegen Nils Petersen. Im Mallorca-Urlaub wurde im Megapark mit Kumpels – unter anderem Sky-Reporter Philipp Hinze – und mit dem einen oder anderen Bierchen ausgelassen mitgefiebert. Und das auch in pink-lila Fantrikots. Die mischen sich immer mehr unter den Klassiker weiß mit rot schwarz gold. Anfangs heiß diskutiert, ist das pinke Shirt laut Sponsor Adidas mittlerweile sogar das am besten verkaufte in der Geschichte aller DFB-Trikots.

Während die einen Kicker als Fußball-Fans bei der EM dabei sind, wird es für andere SC-Spieler heute Abend im nächsten Spiel der Nationalelf ernst. Roland Sallai und Attila Szalai könnten für Ungarn auf dem Platz stehen. Bei aller Fanliebe für den SC Freiburg drücken wir heute Abend aber auf jeden Fall unserer Nationalelf die Daumen, oder? Für ein neues Sommermärchen müssen die schließlich weiterhin ordentlich Gas geben.