In der Regel machen die SC-Ultras mit guter Stimmung auf sich aufmerksam. Aber inzwischen häufen sich auch in Freiburg die unschönen Seiten der Ultra-Szene, wie der Vorfall vom Samstag zeigt. Foto: Detlef Berger
Ein größerer Polizeieinsatz in der Freiburger Innenstadt vor dem jüngsten Heimspiel des SC Freiburg sorgt seit Samstag für Aufsehen. Zwei verletzte Polizisten, ein Platzverweis gegen 78 Ultra-Anhänger und ein Stimmungsboykott der organisierten Fanszene waren die Folge. Im Netz wird der Fall rege diskutiert und auch die Corillo Ultras bezogen jetzt Stellung.
Spätestens seit dem Mai 2023, als bei einem Pokalspiel des SC Freiburg eine Handvoll Fans wutentbrannt auf das Spielfeld stürmte, steht die Fankultur auch beim SC Freiburg unter Beobachtung. Am Samstag gab es nun den nächsten Vorfall, der die Gemüter erhitzt: Mehr als 100 Mitglieder der Freiburger Ultra-Szene waren laut Polizeiangaben vor dem Heimspiel in Richtung Hauptbahnhof marschiert, dorthin, wo sich zum selben Zeitpunkt Gladbacher Fans aufhielten. Die Polizei vermutete, dass die SC-Ultras „die Konfrontation“ suchten.
Fans widersprechen Polizei
Die Corillo-Ultras stellen den Vorfall in einer Stellungnahme vom Dienstag gänzlich anders dar: „Was ein Aufenthalt auf dem Weihnachtsmarkt werden sollte“, so die Fangruppierung, habe darin geendet, „dass die Polizei daraus einen Angriffsversuch konstruiert, um ihre Maßnahmen zu rechtfertigen“, schreiben die Ultras. Zu den konkreten Vorwürfen der Polizei, wonach einzelne Personen sich in Krawall-Absicht bereits vermummt und einen Mundschutz angelegt hätten, und die Polizisten aus der Freiburger Gruppe „vereinzelt angegriffen worden“ seien und zwei Polizisten verletzt worden seien, so dass diese „dienstunfähig“ waren, schreiben die Corillo Ultras dagegen nichts.
Laut Polizeisprecher Árpád Kurgyis werde inzwischen gegen 60 Personen ermittelt. Dabei gehe es um Straftaten wie dem tätlichem Angriff auf Polizeibeamte, Landfriedensbruch und Verstöße gegen das Vermummungsverbot. Die beiden verletzten Polizisten befänden sich „in ärztlicher Behandlung“: Einer erlitt einen Schlag auf die Hand, der andere verletzte sich durch einen Sturz, „nachdem die Gruppierung eine Polizeikette durchbrach“, so der Polizeisprecher.
In den SC-Fanforen und den sozialen Medien wird der Vorfall heiß debattiert. Vor allem, dass die Polizei gegen 78 der 100 Fans einen Platzverweis für die Innenstadt und den Stadionbereich aussprach, stößt auf ein geteiltes Echo – denn aus Protest gegen diese ihrer Ansicht nach „willkürlichen Kollektivstrafen“ entschied sich der harte Ultra-Kern dem Heimspiel komplett fern zu bleiben. „Würde es euch wirklich um den Verein gehen, wärt ihr im Stadion. Aber es geht euch nur darum, dass ihr euch profilieren könnt“, schreibt ein Instagram-Nutzer in Richtung der SC-Ultras. Das betont selbstbewusste und teilweise aggressive Auftreten des „schwarzen Blocks“ auf der Südtribüne ist vielen langjährigen SC-Fans schon länger ein Dorn im Auge – auch das zeigen viele Online-Kommentare. Was gleichfalls viele kommentierten: Auch ohne die durch-getakteten Ultra-Fangesänge sei die Stimmung am Samstag sehr gut gewesen.
Ritsu Doan ist aktuell in Topform. Foto: Detlef Berger
Der SC Freiburg hat durch den 3:1-Heimsieg gegen Borussia Mönchengladbach seine Bilanz in der Bundesliga-Historie aufgehübscht: In der Ewigen Tabelle ist der SC nun unter den Top 18. Und Freiburg bester Torschütze hat seinen eigenen Trainer eingeholt.
In der Ewigen Tabelle stehen die Freiburger mit nun 1.024 erzielten Punkten in den Top 18 der Bundesliga – punktgleich mit Fortuna Düsseldorf, den der SC aufgrund des besseren Torverhältnisses überholte.
Doan holt Schuster ein
Eine Verschiebung gab es auch in der vereinsinternen Torjägerliste: Dort ist der Japaner Ritsu Doan inzwischen mit seinem Chef gleichgezogen. Wie SC-Trainer Julian Schuster (242 Spiele für Freiburg) steht Doan (100 Spiele) dank seines 2:0-Tores gegen Gladbach inzwischen bei 21 Toren für den SC.
„Die Trainer und Teamkollegen lernen mich von Saison zu Saison besser kennen“, sagt Freiburgs bislang torgefährlichster Spieler (5 Tore) über seinen Lauf. „Sie geben mir mehr Bälle und somit mehr Möglichkeiten, zu treffen“, so Doan. Am Sonntag (17.30 Uhr / DAZN) spielt der SC bei der TSG Hoffenheim.
Auf dem Papier sah das jüngste Resultat der Wölfe Freiburg in der DEL 2 ernüchternd aus: ein 0:3 gegen Rosenheim. Doch selbst der Gästetrainer zollte seinen Respekt für die gute Freiburger Leistung. Doch an der dritten Niederlage in Folge änderte das nichts. Grund für Panik bestehe aber keine, sagt der EHC-Coach.
1.903 Besucher hofften am Sonntag auf drei Punkte für den EHC Freiburg nach zuletzt zwei Auswärtsniederlagen. Doch daraus wurde wieder nichts: Nach drei gespielten Dritteln leuchtete ein 0:3 auf den Anzeigetafeln der Echte-Helden-Arena auf. „Es war sicherlich kein 0:3-Spiel. Unser bester Mann war unser Torwart“, sagte Rosenheims deutsch-finnischer Gästetrainer Jari Pasanen, der die von Mikhail Nemirovsky trainierten Freiburger lobte: „Nemos Mannschaft hat richtig Druck gemacht und hatte mehr Torchancen als wir.“
Kein Grund für Panik
Das wiederum ist die bittere Erkenntnis dieses Null-Punkte-Wochenendes: Bei der 4:1-Niederlage am Freitag in Dresden und dem 0:3 gegen Rosenheim erarbeitete sich der EHC rund 50 Torchancen. Und trotzdem sprang aus beiden Spielen nur ein Tor heraus. Gerade in den Überzahlspielen erwies sich der EHC erneut als wenig torgefährlich. Freiburgs Powerplayquote von 12,7 Prozenten ist die schlechteste der Liga. Angesichts des Freiburger Chancenwuchers assistierte Gästetrainer Jari Pasanen seinem Team das „Glück des Tüchtigen“.
Für Freiburgs Trainer Nemirovsky sei die aktuelle Situation aber kein Grund „in Panik“ zu verfallen. Ja, seine Mannschaft habe gegen Rosenheim einen schlechten Start erwischt, kaum Zweikämpfe geführt und die Powerplays nicht genutzt. „Unser Spiel war zunehmend verzweifelt“, so der Wölfe-Trainer.
Seine Marschroute lautet: schmutzig spielen, um wieder effektiver zu werden. „Man muss auch mal unschöne Schrotte-Tore schießen können“, so Nemirovsky. Sein Hauptaugenmerk in der Trainingswoche vor dem Freitagsspiel in Kaufbeuren und dem Sonntag-Heimspiel gegen die Selber Wölfe wolle er daher darauf legen, für mehr Verkehr vor dem gegnerischen Tor zu sorgen. „Es ist wichtig vor allem auf die zweiten Scheiben zu gehen“, so Nemirovsky, der sich mit seinem Team trotz zuletzt ausbleibender Resultate auf dem richtigen Weg sieht: „Wir müssen Vertrauen haben in den Prozess. Wir müssen bleiben, wer wir sind“, so Nemirovsky.
Rona (Saoirse Ronan) kehrt aus London auf die abgelegenen Orkney-Inseln zurück, um wieder zu sich selbst zu finden. Foto: Studiocanal
Nach mehr als einem Jahrzehnt kehrt die 29-Jährige Rona (Saoirse Ronan) auf die Orkney-Inseln am nördlichsten Ende Schottlands zurück. Ihre Studienzeit in London war geprägt von Partyexzessen und ihrer Alkoholsucht. Diese will sie nach einer Entziehungskur in der abgelegenen Heimat nun endlich überwinden. Doch die Rückkehr ist nicht so einfach wie gedacht.
Während sie die einzigartige, wilde und wunderschöne Landschaft, in der sie aufgewachsen ist, wiederentdeckt, vermischen sich ihre Kindheitserinnerungen mit der letzten, von Sucht geprägten Zeit. Ihr damaliger Aufbruch in die Stadt und die folgenden ausschweifenden Jahre in London endeten in einem schmerzhaften Absturz. Der Weg zur Selbstfindung und die Abkehr von der Sucht ist lang und schwer. Doch nach und nach wird die Begegnung mit der rauen Natur der Inseln zu einer Chance auf ein neues Leben. Nur das belastete Verhältnis zu ihren Eltern, die immer noch auf einer einsamen Schaffarm auf der Insel leben, sorgt für Schwierigkeiten. Die Hauptrolle in dem autobiographischen Drama um Aufbruch und Neuanfang hat die vierfach oscarnominierte Saoirse Ronan („Lady Bird“) übernommen. An ihrer Seite spielen Paapa Essiedu („I May Destroy You“) und Stephen Dillane („Alex Rider“).
Das Drama basiert auf dem gleichnamigen, preisgekrönten britischen Bestsellerroman von Amy Liptrot, der in Deutschland unter dem Titel „Nachtlichter“ erschienen ist. Die Buchautorin hat gemeinsam mit Nora Fingscheidt das Drehbuch geschrieben. Nach ihrem preisgekrönten Regiedebüt „Systemsprenger“ und „The Unforgivable“ ist der Film die dritte Regiearbeit von Nora Fingscheidt. Sie erzählt mit dem bewegenden Drama die stürmische Reise einer jungen Frau zu sich selbst vor atemberaubender Naturkulisse.
Elena (Jimena Lindo) und ihre Mädchen Lucia (Abril Gjurinovic) und Aurora (Luana Vega) hoffen auf ein besseres Leben in den USA. Foto: Arsenal Filmverleih
Lima im Sommer 1992: Elena (Jimena Lindo) und ihre Mädchen Lucia (Abril Gjurinovic) und Aurora (Luana Vega) bereiten ihre Abreise von Peru, wo sich soziale und politische Unruhen breitmachen, in die USA vor. Mit widersprüchlichen Gefühlen blicken se ihrem Abschied entgegen – von ihrem Land, von Familie und Freundinnen und von Carlos (Gonzalo Molina). Als das Reisedatum näher rückt, versucht er, sich seinen Töchtern wieder anzunähern.
Das autobiografische Drama von Klaudia Reynicke („Love me tender“) geht für die Schweiz ins Rennen als bester internationaler Film bei den Oscars, erhielt bei der Berlinale den Großen Preis der Internationalen Jury und beim Lorcarno Film Festival den Publikumspreis.
Helene (Christine Ostermayer) und Toni (Margarethe Tiesel) starten in Richtung Schweiz – ob das gut geht? Foto: Orbrock Film
Helene (Christine Ostermayer), eine einst gefeierte Theaterdiva, lebt zurückgezogen in einer Seniorenresidenz. Mit weit über 80 und der Diagnose einer unheilbaren Krankheit hat sie sich bereits einen Termin in einer Sterbeklinik organisiert. Nur mit der Anreise gibt es Probleme, denn Madame kann ihren Jaguar nicht mehr selbst fahren. Der Neffe (Manuel Rubey) verweigert jede Hilfe als Chauffeur.
Dafür bringt das Schicksal unerwartet Toni (Margarethe Tiesel) ins Spiel. Die patente Lebenskünstlerin muss sich nach einem Sturz vorübergehend in eben dieser Residenz erholen. Die anfängliche Abneigung der beiden unfreiwilligen Zimmernachbarinnen weicht langsam einer ziemlich besten Freundschaft und so sitzt das ungleiche Damen-Duo bald im stattlichen Oldtimer und fährt gen Schweiz. Sterben ist nichts für Feiglinge – das Leben aber auch nicht. Eine warmherzige Komödie über Freundschaft und den Mut, immer wieder neu anzufangen.
Bei den Brandstiftungen auf der Dietenbach-Baustelle enstand laut Stadt ein Schaden im hohen sechstelligen Bereich. Fotos: Stadt Freiburg
In der Nacht auf Freitag und am frühen Samstagmorgen gegen 5 Uhr kam es auf der Baustelle des neuen Stadtteils Dietenbach zu mehreren Brandstiftungen an Baustellenfahrzeugen. Laut Angaben der Stadt Freiburg entstand ein Sachschaden in hohem sechstelligen Euro. Das Rathaus verurteilt die Taten.
Bereits in der Nacht zum Freitag wurde im Bereich „Am Tiergehege“ eine Baumaschine in Brand gesetzt. Das hierbei entstandene Feuer hat das Fahrzeug stark beschädigt. Am Samstagmorgen gegen 5 Uhr kam es erneut zu einer Brandlegung an einem Baufahrzeug und einer Baustellentoilette. Während die ersten Einsatzkräfte vor Ort eintrafen, wurde im entfernten Bereich ein weiteres Baugerät durch eine dunkel gekleidete, vermummte Person angezündet. Trotz sofortiger Verfolgung und eingeleiteter Fahndung gelang ihr unerkannt im Nebel und in der Dunkelheit die Flucht.
Freiburgs Stadtspitze zeigt sich „fassungslos“
„Das macht einfach fassungslos“, reagierte Freiburgs Oberbürgermeister Martin Horn am Montag auf die Brandstiftungen: „Egal ob blinde Zerstörungswut oder Ausdruck von Protest: Brandstiftungen müssen entsprechend hart bestraft werden.“ Horn erinnerte daran, dass alle Entscheidungen, die zum Bau des neuen Stadtteils geführt hätten, demokratisch getroffen worden seien.
2019 haben sich die Freiburgerinnen und Freiburger in einem Bürgerentscheid mehrheitlich für den Bau des neuen Stadtteils entschieden. In der vergangenen Woche stimmte auch der Freiburger Gemeinderat dem ersten Bebauungsplan zu. „Und mehrheitlich getroffene Entscheidungen sind in einer Demokratie zu respektieren. Gewalt, Drohungen und Brandstiftungen sind niemals legitime Mittel“, so Horn. „Menschen mit Fäkalien bewerfen, Umweltmaßnahmen zerstören oder Baumaschinen anzünden: Das ist keine Meinung, das ist kriminell! Niemand steht über Recht und Gesetz.“
Seit Monaten kommt es im Bereich des Langenmattwäldchens, wo teilweise Rodungen für den Bau des neuen Stadtteils anstehen, zu Dauer-Protesten sowie zu Sabotageakten an Baumaschinen und -geräten. Baumbesetzer halten sich vor Ort auf, um für den Erhalt des Waldes zu kämpfen. Bei einem städtischen Rundgang über das Gelände im Juli sollen Protestierer sogar Fäkalien in die Richtung der Teilnehmer ausgeschüttet haben. Insgesamt sollen vom 13,4 Hektar großen Langmattenwäldchen rund 1,75 Hektar gerodet werden. In dem künftigen Stadtteil Dietenbach sollen künftig rund 15.000 Menschen leben.
Anstehende Waldrodung: Stadt erlässt Allgemeinverfügung
Derzeit bereitet sich die Stadt Freiburg auf die Rodung der Bäume vor. Per Allgemeinverfügung ließ das Rathaus daher einen Teil des Wäldchens sperren. Die Sperrung gilt ab kommenden Samstag, 7. Dezember. Vor Ort müssen alle Personen den Bereich bis Freitag (6.12.) um 24 Uhr verlassen haben.
Für die Baumbesetzer in Freiburg ist die Botschaft klar: Hände weg vom Dietenbachwald. Foto: Enya Steinbrecher
„Für den neuen Stadtteil Dietenbach und die neue Straßenbahnlinie müssen zunächst leider Bäume gefällt werden – das ist nicht schön. Aber wir benötigen dringend mehr bezahlbaren Wohnraum – alleine im ersten Bauabschnitt bauen wir 1.650 Wohnungen und fünf Kindergärten“, sagt Freiburgs Baubürgermeister Martin Haag, der die Brandstiftungen ebenfalls verurteilte. „Natürlich darf man trotzdem gegen eine neue Straßenbahnlinie, gegen neue Wohnungen und gegen Baumfällungen sein. Aber Zerstörung und Brandstiftung dürfen niemals Mittel des Protests sein, das werden wir nicht akzeptieren.“
Die Kriminalpolizei Freiburg (Tel.: 07 61 / 8 82 – 28 80) hat die Ermittlung im Fall der Brandstiftungen übernommen und sucht Zeugen, die Hinweise geben können.
Noah Atubolu und seine Freiburger konnten gegen Gladbach endlich wieder jubeln. Foto: Detlef Berger
Der SC Freiburg hat nach vier sieglosen Bundesliga-Partien und drei Spielen in Folge ohne eigenes Tor wieder einen Dreier eingefahren. Die Breisgauer setzten sich am 12. Spieltag im Europa-Park Stadion mit 3:1 gegen Borussia Mönchengladbach durch und erhöhten ihr Punktepolster auf 20 Punkte. Matchwinner war Lucas Höler, der zwei Treffer erzielte und so die Weichen für den Erfolg stellte.
SC-Trainer Julian Schuster musste im Heimspiel gegen die Borussia auf den gesperrten Patrick Osterhage verzichten. Stattdessen begann Michael Gregoritsch, der zuletzt auch in der österreichischen Nationalmannschaft mit guten Leistungen zu überzeugen wusste. Zudem fehlte Angreifer Junior Adamu, der bei der Freiburger 0:4-Niederlage in Dortmund die Rote Karte gesehen hatte und für drei Spiele gesperrt ist.
Höler trifft zur überraschenden Pausenführung
In einer von Taktik geprägten Anfangsphase neutralisierten sich beide Teams weitgehend. Freiburg fand zwar zunehmend Sicherheit im Passspiel, doch gefährliche Chancen blieben aus. Die Gäste aus Gladbach wirkten aktiver und hatten durch Alassane Pléa die beste Gelegenheit: Der Franzose setzte in der 34. Minute einen Linksschuss aus 13 Metern nur knapp am langen Eck vorbei. Schon in der 8. Minute war Pléa nach bei einer Konterchance nur knapp am Torerfolg gescheitert.
Umso überraschender fiel kurz vor der Pause die Führung für Freiburg. Nach einem klugen Pass von Philipp Lienhart sprintete Gregoritsch durch die Mitte, scheiterte aber am Gladbacher Torhüter Moritz Nicolas. Höler reagierte gedankenschnell und versenkte den Abpraller im Fallen zum 1:0 (41.). Ein glücklicher Pausenstand, denn zuvor hatte Plea zweimal das mögliche 1:0 für die Borussia verpasst.
Doan und Höler sichern Freiburg den Sieg
Der zweite Durchgang begann mit einem Blitzstart des SC Freiburg. In der 49. Minute nutzte Ritsu Doan eine Unsicherheit in der Gladbacher Defensive eiskalt aus. Nach Gregoritschs Kopfballablage passte der Japaner quer auf Höler, dessen Schuss zunächst geblockt wurde. Doch Doan setzte nach und traf per Schrägschuss ins lange Eck zum 2:0.
Gladbach gab sich nicht geschlagen und kam durch den früheren Freiburger Tim Kleindienst zurück ins Spiel. Nach einer präzisen Flanke von Ullrich köpfte Kleindienst kraftvoll ins linke Eck und erzielte den Anschlusstreffer zum 2:1 (61.). Der sonst stark haltende Noah Atubolu im Freiburger Tor war hier ohne Chance.
Freiburg verteidigt clever
Die Antwort der Gastgeber folgte jedoch postwendend. Keine Minute nach dem Gladbacher Tor setzte sich erneut Gregoritsch durch und bediente Höler, der schneller als Friedrich war und mit einem platzierten Linksschuss durch die Beine von Nicolas zum 3:1 traf (62.).
Für den SC Freiburg geht es nun Schlag auf Schlag weiter: Bereits am Dienstag steht das DFB-Pokal-Achtelfinale bei Arminia Bielefeld an (18 Uhr), bevor am Sonntag (17.30 Uhr) darauf das Derby bei der TSG Hoffenheim wartet.
Kann Michael Gregoritsch (hier rechts neben Matthias Ginter) der SC-Torflaute ein Ende setzen? Foto: Detlef Berger
Julian Schuster muss seine erste echte Bewährungsprobe als neuer Cheftrainer des SC Freiburg bewältigen: Vor allem vorne hapert es zuletzt bei den Breisgauern, wie drei Spiele in Folge ohne selbst erzieltes Tor zeigen. Die Chancen dafür waren da. Ist es im Heimspiel gegen Gladbach Zeit für einen Wechsel im Angriff?
Schon beim desolaten 0:4 in Dortmund sah die Freiburger Startelf ganz anders aus als in den überwiegend hocherfolgreichen Vorwochen, als Schuster nur kaum Veränderungen vornahm. Lucas Höler begann beim BVB für den zuletzt glücklosen Adamu und Nicolas Höfler ersetzte den am Knie verletzten Eren Dinkci.
„Drei wichtige Spiele“
Am Samstag im Heimspiel gegen Gladbach (15.30 Uhr / Sky) dürfte es weitere Änderungen geben – zu schwach war die Darbietung bei den Westfalen. Doch aufgrund der Platzverweise für Osterhage (Gelb-Rot) und Adamu (Rot nach Tätlichkeit) sollten Höfler und Höler erneut gute Chancen auf ein Startelfmandat haben. Eine Comeback könnte nach seiner Verletzungspause auch Merlin Röhl feiern: „Er ist absolut eine Option fürs Wochenende“, sagte Schuster auf der Pressekonferenz vor dem Heimspiel. Aber vor allem allem der Platzverweis von Adamu (Schuster: „Bereut er jetzt schon“) hat gravierende Folgen: Das DFB-Sportgericht sperrte den Angreifer für drei Spiele, der SC akzeptierte das Urteil. Auch für Adamus Landsmann Michael Gregoritsch könnte das eine Chance sein.
In der österreichischen Nationalelf lief er zuletzt regelmäßig von Beginn an auf. Gegen Norwegen im Okober und Mitte November in Kasachstan erzielte er jeweils ein Tor. In der Bundesliga dagegen wurde er erst vier Mal Mitte der zweiten Halbzeit eingewechselt. Auch am Samstag in Dortmund war der 30-Jährige ohne Einsatz im Kader. Allein im DFB-Pokal gegen den Hamburger SV absolvierte Gregoritsch 70 Minuten vom Start weg.
Pokal ist auch das Stichwort für die Personalplanungen von Julian Schuster: Drei Tage nach dem Gladbach-Spiel (Dienstag, 18 Uhr) ist der Sport-Club zu Gast bei Armina Bielefeld. „Wir sind natürlich voll auf Samstag fokussiert. Wir müssen für Dienstag schauen, wer wie durch das Spiel kommt“, so Schuster.
Auf das DFB-Pokal-Achtelfinale wiederum folgt am Sonntag darauf das nächste schwierige Auswärtsspiel in Hoffenheim. „Da sind drei wichtige Spiele für uns“, sagte Vincenzo Grifo am Sonntag nach der Partie in einem SC-Videointerview. Der zuletzt ausbleibende (Tor)-Erfolg nagt jedenfalls am Selbstverständnis der Freiburger: „Wir haben in Leipzig ein sehr, sehr gutes Spiel gemacht, auch bei Union, wo wir uns die letzten Jahr schwer getan haben, haben wir es richtig gut gemacht. Deshalb war die Sehnsucht da, auch in Dortmund ein gutes Spiel zu machen“, so Grifo. In den verbleibenden fünf Spielen in der Liga und im Pokal wolle das Team deshalb alles rausholen, sagt er.
Am kommenden Freitag, 19 Uhr, sind die Berlin Volleys, amtierender Meister und Champions-League-Dauergast, auf Freiburg-Besuch. Für das FT 1844-Team ein echtes Highlight. Im Pokal in Giesen allerdings gab es für die Freiburger nichts zu feiern.
Die Freiburger Act-Now-Halle steuert auf ihren nächsten Höhepunkt zu: Am Freitag um 19 Uhr empfangen die Erstliga-Volleyballer der FT 1844 Freiburg den deutschen Meister. Vor der Partie jedoch hatte das Team von Trainer Jakob Schönhagen das Aus im DVV-Pokal zu verdauen. „Schade, aber für uns eine lehrreiche Niederlage“, fasste FT 1844-Manager Florian Schneider hinterher das Spielgeschehen zusammen. In der Tat hatte die 0:3-Niederlage der FT 1844 Freiburg im Pokal beim Champions League Teilnehmer Giesen viel Lehrreiches.
Vor allem konnten die 1844-Recken feststellen, dass manchmal gegnerische Teams an manchen Tagen schlicht besser sind. Eine Phrase. In diesem Fall aber enthielt sie beim Viertelfinal-Aus viel Wahres: Am Sonnabend war Giesen in allen klassischen Volleyball-Bereichen überlegen – Aufschlag-Annahme, Block, Angriff. Am Ende stand ein klares 3:0 – die deutlichste 1844-Niederlagen der bisherigen Spielzeit, die dritte Pleite im elften Pflichtspiel – bei immerhin auch schon acht Siegen.
Mit entscheidend war , dass die FT Endes des zweiten Satzes den Faden verlor und Giesen davon zog. „Wenn wir daraus in Zukunft gelernt haben werden, dann geht die Niederlage gegen einen starken Gegner in Ordnung“, resümierte Schneider.
Das Spiel zeigte auch: Wenn 1844 nicht spielerisch an die Kante geht, ist heuer selten was zu holen. „Wir haben es nicht geschafft, unser Maximum abzurufen“, befand 1844-Kapitän Luc Hartmann deshalb auch hinterher. Mit Blick auf das Heimspiel gegen Berlin am Freitag eine wichtige Erkenntnis für den Tabellenvierten aus Freiburg.