Am Freitag findet der offizielle Festakt zum zum 125-jährigen Bibliotheksjubiläum statt. Foto: Thomas Kunz
Von Donnerstag bis Sonntag, 25. bis 28. Juni, wird der Münsterplatz zum Open-Air-Wohnzimmer für alle Bücherfans: Bequeme Sitzsäcke, Hängematten, über 3.000 Bücher und ein buntes Programm warten beim StadtLesen-Lesefestival auf Interessierte und Leselustige. Das diesjährige Festival steht im Zeichen eines besonderen Meilensteins: Die Stadtbibliothek Freiburg feiert ihr 125-jähriges Bestehen.
Den Auftakt des Programms bildet am Donnerstag, 25. Juni, um 19.30 Uhr die Open-Air-Lesung auf dem Münsterplatz. Im Rahmen der etablierten Reihe „Freiburger Andruck“ stellt die Historikerin und Autorin Helena Barop ihr neues Sachbuch „Mythen, Macht und Muttermund: Eine feministische Geschichte der Geburt“ vor. Barop beleuchtet darin die Entwicklung der Geburtshilfe vom 18. Jahrhundert bis in die Gegenwart. Moderiert wird die Lesung von Philine Sauvageot vom SWR. Die Eröffnung findet in Kooperation mit dem Literaturhaus, dem Kulturamt, dem SWR-Studio, dem Theater Freiburg und der Badischen Zeitung statt.
Am Freitag, 26. Juni, findet von 11 bis ca. 13 Uhr der offizielle Festakt zum 125-jährigen Bibliotheksjubiläum in der Musikbibliothek statt. Am Samstag, 27. Juni, lädt der Münsterplatz den gesamten Tag über zum Verweilen im Freiluft-Lesebereich ein. Für die Verpflegung am Nachmittag sorgt eine kulinarische Station des Vereins Capoa Freiburg mit afrikanischen Speisen. Am Nachmittag um 15 Uhr steht mit dem Alpacah-Theater ein eigens für Kinder konzipiertes Theaterstück auf dem Programm. Zum Familienlesetag am Sonntag, 28. Juni, findet zunächst um 14.30 Uhr eine Medien-Rallye in der Stadtbibliothek statt. Als Highlight des Tages lesen um 15.30 Uhr SC-Spieler Matthias Ginter und seine Ehefrau Christina Ginter anlässlich der WM 2026 aus ihrem neuen Buch „Die Pfotenkicker“ vor.
Zusätzlich zu den regulären Öffnungszeiten hat die Hauptstelle am Münsterplatz am Samstag, 27. Juni, von 15 bis 19 Uhr sowie am Sonntag, 28. Juni, von 12 bis 19 Uhr als FlexiBib ohne Fachpersonal geöffnet. Die Schirmherrschaft für die viertägige Veranstaltung hat Bürgermeister Roland Meder. Der Eintritt ist für alle Besucher frei.
Ausgelassene Stimmung herrschte wieder beim CSD: Fächer und bunte Schirme waren aufgrund des sommerlichen Wetters Pflicht. Foto: Berthold Krieger
Trotz Sommerhitze feierten am Samstag rund 17.000 Menschen wieder ausgelassen und fröhlich den „Christopher Street Day“ in der Innenstadt und setzten so ein farbenfrohes Zeichen für Toleranz. Die Party-Meute zog zu Technobeats und Samba-Trommelschlägen durch die Straßen. Natürlich wehten hier nicht nur viele Regenbogen-Fahnen, sondern die Teilnehmer hatten wieder jede Menge kreative Outfits kreiert. Pompöser Feder-Kopfschmuck, Engelsflügel, knappe Glitzer-BHs und knallige Farben waren angesagt. Es wird viel getanzt und gelacht. Wichtige Accessoires waren Fächer oder Schirme gegen die Hitze.
Das Motto lautete dieses Jahr „Resisdäncia – Party, Sahne, Widerstand“. Aber die Teilnehmer wollen nicht nur Party machen, es ist auch ein politischer Protest. „Das ist eine Demonstration und wir wollen ein kraftvolles politisches Zeichen setzen“, sagte Versammlungsleiter Ronny Pfreundschuh der BZ. Nach dem Umzug trat abends dann noch die Punkband Pussy Riot auf, die Musikerinnen protestierten international gegen den russischen Präsidenten. Die Songs, die Taso Pletner, Marija Aljochina, Alina Petrova performten, handelten vom Kampf für die Freiheit und Feminismus. Ein besonderer Abschluss des bunten Protests.
Die Teilnehmer hatten sich wieder kreative Kostüme einfallen lassen – oder verzichteten bei dem Wetter einfach auf möglichst viel Stoff. Fotos: Berthold Krieger
Die Aktivistinnen der russischen Band Pussy Riot Taso Pletner, Marija Aljochina, Alina Petrova traten beim Freiburger CSD auf. Foto:Maximo-Hans Musielik
Beim Oberlindenhock gibt es für die Besucher altbewährtes Flair und neue kulinarische Highlights. Foto: Thomas Kunz
Vom 25. bis 28. Juni verwandelt sich Freiburgs obere Altstadt erneut in eine gemütliche und lebendige Festmeile: Der 53. Oberlindenhock lädt zum Feiern, Genießen und Verweilen ein – mit Musik, Kulinarik dem einzigartigen Flair der Freiburger Altstadt. Organisiert wird das traditionsreiche Stadtteilfest von der ARGE Oberlindenhock im Lokalverein Innenstadt Freiburg. Bereits am Donnerstagabend beginnt das Fest mit dem „After Work Hock“. Ab 18 Uhr heißt es: entspannt den Feierabend einläuten, ein kühles Getränk genießen und das Wochenende vorziehen. Der Donnerstag bildet damit erneut das stimmungsvolle Pre-Opening des Oberlindenhocks. Der offizielle Auftakt folgt am Freitag, 26. Juni, um 19 Uhr mit dem traditionellen Fassanstich mit Bürgermeisterin Carolin Jenkner am Oberlindenbrunnen.
Musikalisch hat der Oberlindenhock traditionell einiges zu bieten: Auf zwei Bühnen – in Oberlinden und in der Herrenstraße – erwartet Besucherinnen und Besucher von Freitag bis Sonntag ein abwechslungsreiches und hochkarätiges Musikprogramm. Mit dabei sind neue Künstler, aber auch echte Publikumslieblinge, die seit vielen Jahren fest zum Oberlindenhock gehören und mit ihrer mitreißenden Musik für beste Stimmung sorgen. Das musikalische Spektrum reicht von Rock ’n’ Roll über Soul und Blues bis hin zu Boogie, Swing und Elektro. Vertraute Klänge, tanzbare Rhythmen und jede Menge Leidenschaft garantieren drei Tage lang authentisches Hock-Feeling im Herzen der Freiburger Altstadt.
Das Bühnenprogramm im Überblick: Freitag, 26. Juni: 19.30 Uhr – Boogie Project (Herrenstraße), 19.30 Uhr – Little Walter’s Rock’n’Roll Zirkus (Oberlinden). Samstag, 27. Juni: 19 Uhr – Bluesdriver (Herrenstraße), 19 Uhr – Chiara und Manu/Pace (Oberlinden). Sonntag, 28. Juni:18 Uhr – Simon & Simon (Herrenstraße), 18 Uhr – DJ Stivo (Oberlinden)
Auch kulinarisch ist für alles gesorgt: Von badischen Spezialitäten über internationale Köstlichkeiten bis zu erfrischenden Getränken – das Angebot der teilnehmenden Gastronomiestände ist vielfältig wie immer. Das gesamte Verzeichnis aller Stände und Anbieter gibt es unter www.oberlindenhock.de/betreiber. Öffnungszeiten: Donnerstag: 18 bis 23 Uhr, Freitag & Samstag: 17 bis 24 Uhr, Sonntag: 15 bis 22 Uhr.
Das Luchsjunge während der Untersuchung und beim Wiegen durch das Monitoring-Team der FVA. Foto: FVA BW/Wittemann
Dieser tierische Schnappschuss sorgt für Begeisterung in den sozialen Netzwerken und ist eine kleine Sensation. Ein Luchs-Baby, das von Experten der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt (FVA) untersucht wird. Es ist der erste Luchsnachwuchs in freier Wildbahn in Baden-Württemberg seit rund 200 Jahren. Das Jungtier stammt von Lüchsin Elisabeth, die Ende September 2025 im Nordschwarzwald ausgewildert wurde. Genetische Proben sollen in den kommenden Wochen weitere Erkenntnisse liefern – unter anderem zur Vaterschaft. Laut den Experten ist es ein etwa drei bis vier Wochen altes Mädchen. Ganz geheuer ist der kleinen Raubkatze das Ganze offensichtlich nicht. Aber das Wichtigste, das Luchsbaby ist „gesund und munter“, so die FVA. Wie süß!
Nikki (Inde Navarrette) verhält sich auf einmal seltsam und zeigt starkes Interesse an Bear. Foto: Focus Features
Als der hoffnungslose Romantiker Bear einen magischen Gegenstand nutzt, damit sein Schwarm endlich Gefühle für ihn entwickelt, muss er feststellen, dass manche Wünsche einen finsteren, unheimlichen Tribut fordern. Der Hype um den Film ist riesig, der bereits mehr als 287 Millionen Dollar eingespielt hat.
Bear (Michael Johnston, „Teen Wolf“) leidet unter dem unerwarteten Tod seiner Katze. Auf der Suche nach einem Halt beschließt er, an diesem Abend endlich seiner langjährigen Flamme Nikki (Inde Navarrette, „Tote Mädchen lügen nicht“) seine Gefühle zu gestehen. Er nutzt ein „One-Wish-Willow“, um sie für sich zu gewinnen. Dieser magische Gegenstand erfüllt Wünsche, wenn man ihn zerbricht. Zunächst scheint er genau das zu bekommen, was er sich schon immer wünschte. Doch Nikki verhält sich auf einmal seltsam, und plötzlich ist sie es, die ein starkes Interesse an ihm zeigt – sie ist geradezu besessen vor Liebe. Was als Erfüllung eines Herzenswunsches beginnt, entwickelt sich rasch zu etwas Dunklem und Unheimlichem. Ein Pakt, den er mit dem übernatürlichen Artefakt unwissentlich geschlossen hat, fordert einen hohen Preis.
Der vermeintlich harmlose Wunsch wird zunehmend zu einem wahr gewordenen Albtraum mit weitreichenden Konsequenzen. In weiteren Rollen sind Cooper Tomlinson („Friendzoned“), Megan Lawless („Play by Play“) und Andy Richter („Buddy – Der Weihnachtself“) zu sehen. Der 26-jährige YouTuber und Filmemacher Curry Barker („The Chair“) führte Regie, schrieb das Drehbuch und hat den Film selbst geschnitten. Er wurde vor allem durch seinen YouTube-Channel „that’s a bad idea“ bekannt. Dort veröffentlichte er auch seinen ersten Spielfilm, den Horrorfilm „Milk & Serial“.
In den USA ist der Hype um den Film groß und spielte bislang bereits mehr als 287 Millionen Dollar ein. Damit gilt er schon jetzt als bislang erfolgreichster Horrorfilm des Jahres. Und das, obwohl die Produktion gerade einmal 750.000 Dollar gekostet hat.
Supergirl (Milly Alcock) schließt sich aufgrund eines skrupellosen Gegners widerwillig mit einem ungewöhnlichen Verbündeten zusammen. Foto: Warner Bros.
In „Supergirl “ absolviert Kara Zor-El alias Supergirl (Milly Alcock, „House of the Dragon“), die Cousine von Superman, ihren ersten Einsatz im neuen DC-Filmuniversum. Supergirl ist willensstark und nicht selten etwas leichtsinnig. Dennoch strahlt sie eine eigene Art von heroischer Kraft aus: Sie ist stets aufrichtig und authentisch.
Aufgrund eines skrupellosen Gegners schließt sich Kara widerwillig mit einem ungewöhnlichen Verbündeten zusammen. Dabei versuchen sie, das eigene Verlangen nach Rache mit dem Kampf für Gerechtigkeit in Einklang zu bringen – und das Leben von Karas Hund Krypto zu retten.Craig Gillespie („I, Tonya“) führte Regie, in weiteren Rollen sind Matthias Schoenaerts, Eve Ridley, Emily Beecham und Jason Momoa zu sehen.
Ingeborf Bachmann (Sandra Hüller) in ihrer Wohnung in Rom. Foto: Zeerone Film GmbH
In einer poetischen Spurensuche lässt Regisseurin Regina Schilling das Publikum am Entstehen von Kunst teilhaben: Schauspielerin Sandra Hüller nähert sich dem Leben von Ingeborg Bachmann an einem imaginären Tag und verleiht ihren Worten eine eindringliche Präsenz.
Mit einem kunstvollen Geflecht aus improvisierten Szenen, Archivschätzen, Interviews und Bachmanns eigenen Texten durchmisst der Film die zentralen Lebensphasen der Autorin – von der Kriegskindheit in Kärnten über den Aufstieg zum Star der Gruppe 47 bis zu den letzten Tagen in Rom. Der Weg ist gezeichnet von ihren komplizierten Beziehungen zu Paul Celan, Hans Werner Henze und Max Frisch und einem unnachgiebigen Ringen um eine eigene Sprache.
Das „Adam-Haus“ soll einem Neubau weichen. Foto: Joers
An einer städtebaulich bedeutenden Ecklage gegenüber des Hauptbahnhofs soll ein Hochhaus-Projekt auf den Weg gebracht werden. Das bestehende zwölfgeschossige Gebäude an der Eisenbahnstraße/Bismarckallee – auch „Adam-Haus“ genannt – soll demnach abgerissen und neu gebaut werden. Auch im Untergrund ergäben sich dadurch Chancen.
Im Freiburger Wochenbericht vom 15. Februar 1968 wurde mit überschwänglichen Worten die nahende Eröffnung eines neuen Ladenzentrums am Eingang zur Eisenbahnstraße begrüßt. Das Modegeschäft „Adam“ eröffnete im 1967 erbauten Hochhaus der Iduna-Versicherung seine Türen – „ein Fachgeschäft, das sich, wie schon der Name vermuten lässt, an die Herrenwelt wendet“, so der Wochenbericht damals. Das Hochhaus, in dem auch Büros und weitere Geschäfte unterkamen, wurde als „besonders eindrucksvolle Visitenkarte einer modernen und aufgeschlossenen Stadt“ gepriesen.
Nun blickt das sogenannte „Adam-Haus“ wohl seinem Ende entgegen. Am Mittwoch beschäftigt sich der Bau-, Umlegungs- und Stadtentwicklungsausschuss der Stadt Freiburg mit den Ergebnissen einer städtebaulichen Voruntersuchung für das Eckgrundstück zwischen Eisenbahnstraße und Bismarckallee. Dem Grundstück komme aufgrund seiner Lage im Ein- und Ausgangsbereich des Hauptbahnhofs „eine herausgehobene städtebauliche Bedeutung zu“, heißt es im Stadtplanungsamt.
Bestandssanierung aus wirtschaftlicher Sicht „keine gute Lösung“
Die Studie, die vom Architektur- und Stadtplanungsbüro ASTOC zusammen mit Fachplanern durchgeführt wurde, kommt zu dem Ergebnis, dass eine Sanierung des Bestandsgebäudes zwar technisch möglich sei. Aufgrund des damit verbundenen großen Aufwands könne über den Bestandserhalt jedoch „keine gute Lösung und auch keine Wirtschaftlichkeit erreicht“ werden, heißt es in der Vorlage. Vor allem die niedrigen Raumhöhen, die mangelnde Tageslichtversorgung, unzureichende Belüftung, veraltete Haustechnik und Brandschutzmängel stünden dem entgegen. Schon jetzt gebe es dort eine Leerstandsquote von 20 Prozent.
Eigentümer des Gebäudes ist die Sicore Real Assets, eine Immobilieninvestmentfirma mit Sitz in Hamburg. Dort spricht man sich nach Abwägung aller Aspekte gegen einen Erhalt des Gebäudes aus. Noch steht das Vorhaben aber ganz am Anfang. Die formale Investitionsentscheidung stehe noch aus, wie der für das Projekt zuständige Pressesprecher Johannes Braun auf Anfrage mitteilt. Die Freiburger Stadtverwaltung schlägt für den geplanten Neubau ein Wettbewerbsverfahren vor. Der Clou: Auch die Bahnhofsunterführung könnte im geplanten Wettbewerbsverfahren für das „Adam-Haus“ eine gewichtige Rolle spielen.
So soll geprüft werden, ob das Neubauvorhaben dazu beitragen kann, die Unterführung unter Bismarckallee attraktiver und barrierefrei nutzbar zu machen. Die Idee: Die Handelsflächen des möglichen Neubaus könnten auf das Untergeschoss ausgeweitet werden und so an die Bahnhofsunterführung angebunden werden. Die Passanten hätten also die Möglichkeit unterirdisch direkt in die Geschäfte des Neubaus weiterzulaufen. Die südliche Treppe der Unterführung würde in diesem Fall wegfallen. Die Freiburger Wirtschaftsförderung (FWTM) soll für diese Idee ihre Erfahrungen in das Verfahren einbringen.
Das Freiburger Stadtverwaltung sieht in einem Neubau viele Vorteile. So könne eine Neuentwicklung mit zeitgemäßen Geschosshöhen, flexiblen Flächenzuschnitten, besseren Belichtungs- und Belüftungsmöglichkeiten sowie modernen Rettungs- und Erschließungswegen „eine langfristigere Nutzungsperspektive bieten“, heißt es. Ziel des geplanten Wettbewerbs ist es, eine Architektur zu finden, die sowohl den städtebaulichen Anforderungen als auch den Bedürfnissen künftiger Nutzer gerecht wird. Dabei soll auch geprüft werden, wie das neue Gebäude zur Belebung und Verbesserung der öffentlichen Räume im Umfeld beitragen kann.
Neben der Wettbewerbsauslobung ist die Vorbereitung eines Aufstellungsbeschlusses für einen Bebauungsplan vorgesehen. 2027 soll beides in den städtischen Bauausschuss zum Beschluss eingebracht werden.
Die städtebauliche Voruntersuchung schlägt als Idee eine unterirdische Verlängerung der Bahnhofsunterführung ins Untergeschoss des Neubaus vor. Eine der beiden Treppen würde dafür wegfallen. Visualisierung: Astoc
„Wir wollten unbedingt wieder hier spielen, und das Artik bietet sich als Location bestens an“, so Simon Käflein (3.v.l.), der die Musik schreibt, Gitarre spielt und gelegentlich im Background singt, über das Konzert in Freiburg. Hier mit seinen Bandkollegen (v.l.): Sebastian Scherrer, David Schuldis, Oliver Berlin, Cornelius Heck, Johannes Joseph und Tobias Weinreich. Foto: Oliver König
Seit mehr als 20 Jahren begeistert die Band „Finsterforst“ Metalfans. Die Veröffentlichung ihres neuen Albums feiern die Bandmitglieder aus der Region und dem Schwarzwald mit einem besonderen Konzert im Freiburger Artik am 27. Juni. Am 1. August tritt die Band beim legendären Wacken-Festival auf. Was das für die Band bedeutet und wie sich deren Sound verändert hat, verrät Gründungsmitglied Simon Käflein im Gespräch mit Saskia Schuh.
Die Band beschreibt ihren Stil als Black Forest Metal. Was kann man sich darunter vorstellen?
Simon Käflein: In den Anfangstagen vor rund 20 Jahren waren wir im damaligen Pagan-Folk-Metal-Hype unterwegs. Viele Bands – vor allem aus Skandinavien – inszenierten sich mit Trinkhörnern und Wikinger-Ästhetik, und auf diesen Zug sind wir mit aufgesprungen. Mit der Zeit hat sich unsere Musik jedoch stark verändert: Sie wurde schwerer, härter, tiefgründiger und aufwendiger. Viele Elemente kamen hinzu – neben Schlagzeug und E-Gitarren etwa Keyboard-Flächen, orchestrale Passagen, Akkordeon, Akustikgitarren und Chorgesang. Wir haben uns – auch mit einem Augenzwinkern – den Stempel Black Forest Metal gegeben. Das passt zum Bandnamen Finsterforst und ist ein Verweis auf den Schwarzwald. Wer dabei an Black Metal denkt, liegt nicht völlig falsch, denn Einflüsse gibt es.
Eines der Markenzeichen sind aber auch sehr lange Songs?
Käflein: Ja. Unsere Stücke waren von Beginn an überdurchschnittlich lang, und im Laufe der Jahre sind Struktur und Komplexität weiter gewachsen. Wir haben die 20-Minuten-Marke geknackt, auf unserem Album „Zerfall“ von 2019 gibt es etwa den Song „Ecce Homo“, der 36 Minuten dauert. 2022 haben wir mit „Jenseits“ eine EP veröffentlicht, die aus einem einzigen, 40-minütigen Stück besteht. Gleichzeitig habe ich irgendwann gedacht: Es macht zwar Spaß und ist ein Markenzeichen, aber wir rudern etwas zurück. Auf dem neuen Album gibt es noch ein langes Stück, insgesamt sind die Strukturen jedoch zugänglicher geworden. Das hat sich in den letzten Jahren einfach so entwickelt.
Das Release-Konzert für das neue Album spielt die Band in Freiburg. Wie besonders ist es, in der Heimat aufzutreten?
Käflein: Das liegt für uns nahe. Freiburg und die Region sind unsere Heimat: Einige der Bandmitglieder kommen aus dem Elztal, andere aus dem Dreisamtal. Wir wollten unbedingt wieder hier spielen, und das Artik bietet sich als Location bestens an. Als Support ist das Hack String Quartet dabei, geleitet von Jonathan Heck, dem Bruder unseres Drummers. Danach spielen wir zwei Stunden. Das wird ein langes Set – ich bin extrem gespannt.
Der neue Song „Stille Nacht“ hat schon über 37.000 Klicks auf YouTube. Was erwartet die Fans auf dem neuen Album?
Käflein: Unser Sänger Olli verarbeitet auf dem aktuellen Album auch persönliche Erfahrungen. Er ist studierter Sozialarbeiter mit einem sehr fordernden Job und arbeitet mit Menschen in schwierigen Lebenslagen. Dazu kommt der Blick auf unsere Gesellschaft insgesamt: Es gibt viele Problemfelder, Social Media ist nur eines davon. Daraus ergeben sich unzählige Themen. Musikalisch hört man den typischen Finsterforst-Sound. Jedes Album soll dennoch eigene Akzente setzen: Wie erwähnt sind mehrere Songs diesmal kürzer und strukturell simpler – gleichzeitig bleibt die Musik extrem hart und tief. Auch zwei Coversongs finden sich hier wieder.
Inwiefern sind die Region und der Schwarzwald eine Inspiration?
Käflein: Ich kann nur für mich sprechen: In die Musik fließt alles ein, was ich höre und erlebe. Aber ich habe ein starkes Verbindungsgefühl zum Schwarzwald. Ich bin sehr gern dort. Der Schwarzwald kann düster, episch, geheimnisvoll, schön, aber auch wild, wüst, tief und dunkel sein – er ist in jeder Witterung atemberaubend. Beim Schreiben habe ich diese Bilder im Kopf und eine klare Vision, wie die Musik klingen soll.
Die Band tritt dieses Jahr wieder bei Wacken auf – das zweite Mal nach 2013. Wie groß ist die Vorfreude?
Käflein: Die Vorfreude ist riesig, und wir sind sehr aufgeregt. Es gibt kaum eine größere Bühne für Metal-Festivals. Unser erster Auftritt 2013 war schon ein absolutes Highlight für uns. Damals spielten wir am Samstag zur Primetime auf der Wackinger Stage, dieses Jahr dürfen wir wieder zur Primetime ran. Wir sind dankbar für die Gelegenheit – die hat nicht jede kleinere Band.
Was steht dieses Jahr noch an?
Käflein: Zunächst erscheint das Album am 31. Juli, also unmittelbar vor unserem Wacken-Auftritt. Für 2027 hoffe ich auf einige Festival Gigs. Aber die meisten von uns haben Familie und Jobs. Da ist Touren nicht leicht, zumal die Band unser Hobby ist und kein Beruf. Aber ich bin optimistisch und hoffe auf ein starkes Jahr.
Info: Album-Release-Konzert von „Finsterforst“ mit dem Hack String Quartet als Support am 27. Juni, 21 Uhr im Artik (Haslacher Straße 43). Mehr unter www.finsterforst.de.
„Einer für Bayern“: Johan Manzambi (links), hier beim Bundesliga-Gastspiel der Münchner in Freiburg. Foto: Detlef Berger
Johan Manzambi vom SC Freiburg gelang für die Schweiz am Donnerstag ein Doppelpack bei der Fußball-Weltmeisterschaft. Sein mitreißender Auftritt gegen Bosnien-Herzegowina sorgt nun für viel Aufsehen.
Nach seinem Doppelpack im zweiten WM-Spiel der Schweiz beim 4:1 gegen Bosnien-Herzegowina wird Freiburgs Johan Manzambi von Experten und Medien mit Lobeshymnen überhäuft. „Sank Johan“ titelt zum Beispiel die Schweizer Zeitung Blick.
Und für Fußball-Weltmeister und Magenta-TV-Experte Thomas Müller ist der als Joker eingewechselte Freiburger sogar ein Kandidat für einen Wechsel zum FC Bayern München. „Man spürt die Flexibilität und Unbekümmertheit, aber auch schon eine gewisse Reife. Ich finde seine Entwicklung sehr, sehr gut“, so der 36-Jährige und rät seinem Ex-Verein: „Das ist für mich einer, den sich auch der FC Bayern mal genauer anschauen sollte.“ „Oder der BVB“ , grätschte Müllers Experten-Kollege und Ex-Dortmunder Mats Hummels sofort dazwischen.
Auch der Schweizer Mannschaftskapitän Granit Xhaka lobt das Auftreten der Einwechselspieler (darunter auch Torschütze Ruben Vargas). Über Manzambi sagte Xhaka: „Er ist jung, er hat eine große Zukunft vor sich.“
Für Manzambi selbst ging nach seinen beiden Toren in der 74. und der 90. Minute nach eigener Aussage „ein Traum“ in Erfüllung. „Heute kann ich sicher nicht schlafen“, sagte der 20-Jährige, der großen Anteil an der zurückliegenden Erfolgssaison des SC Freiburg hatte. In 27 Bundesligaspielen für den SC erzielte er in der vergangenen Saison fünf Tore und kam auf vier Vorlagen. „Wenn ich spiele, will ich immer einen Impact haben. Heute denke ich, dass ich der Mannschaft gut geholfen habe“, sagte Manzambi, der im zweiten WM-Spiel seiner Karriere zum ‚Man of the Match‘ gekürt wurde.