bz.medien-logo

News

Pilotprojekt in Freiburg: Scan-Fahrzeug erkennt Falschparker in Sekundenschnelle

Das Scan-Fahrzeug überprüft mit einem präzisen GPS-System und optischen Sensoren Fahrzeuge, die auf öffentlichen Flächen abgestellt sind.Das Scan-Fahrzeug überprüft mit einem präzisen GPS-System und optischen Sensoren Fahrzeuge, die auf öffentlichen Flächen abgestellt sind. Foto: Schuh

Das neue Scan-Fahrzeug wird zweimal für jeweils zwei Wochen in Freiburg unterwegs sein. Pilotgebiet ist der Stadtteil Brühl westlich der Zähringer Straße. Hier soll es Falschparker, die beispielsweise im Halteverbot stehen, erkennen, aber auch Fahrzeuge, die ohne Berechtigung abgestellt sind. In der ersten Phase steht der technische Ablauf im Fokus, da wird es noch keine Knöllchen für Falschparker geben, die vom Scan-Car entdeckt wurden. Aber parallel dazu werden Kontrolleure zu Fuß unterwegs sein.

Jeder fünfte Unfall in einer Stadt hängt mit dem ruhenden Verkehr zusammen, betonte der baden-württembergische Verkehrsminister Winfried Hermann, der am Montag beim Pressetermin dabei war. „Es geht um mehr Sicherheit und regelkonformes Parken, Ziel ist es nicht, möglichst viele Bußgeldbescheide zu generieren“, so der Minister. Die wird es trotzdem geben, denn bis zu 1.000 parkende Fahrzeuge pro Stunde kann das Auto überprüfen. Ein Kontrolleur, der zu Fuß unterwegs ist, schafft in dieser Zeit nur etwa 50.

Das Fahrzeug ist normal im Straßenverkehr unterwegs und scannt mit einem präzisen GPS-System und optischen Sensoren Fahrzeuge, die auf öffentlichen Flächen abgestellt sind. Diese werden automatisch mit hinterlegten Parkberechtigungen und Regelungen abgeglichen. Nach drei Minuten dreht das Fahrzeug eine weitere Runde in derselben Straße, um zu überprüfen, ob die Fahrzeuge auch wirklich geparkt wurden oder jemand nur kurz angehalten hat.

Die registrierten Daten wie das Kennzeichen werden gleich verschlüsselt und anonymisiert. Nur wenn falsch geparkt wurde, werden die Daten ans Amt für öffentliche Ordnung übermittelt. „Diese werden dann von einem Mitarbeiter nochmal überprüft“, so Bürgermeister Stefan Breiter. Personen würden automatisch verpixelt.
„Fairness im öffentlichen Straßenraum, das ist unser Ziel. Viele Freiburger Stadtteile leiden unter einem zunehmend hohen Parkdruck. Der Gemeindevollzugsdienst tut bereits sein Bestes, aber auch wenn die Kollegen alles geben – irgendwo enden die Kapazitäten“, so Stefan Breiter weiter. Außerdem sei es generell schwierig, Personal zu finden, das bei Wind und Wetter unterwegs ist und bei den Kontrollen teilweise auch noch beschimpft werde.

Die Kosten des Pilotprojekts in Freiburg trägt das Verkehrsministerium Baden-Württemberg. Diese liegen bei rund 90.000 Euro. Wenn alle Ergebnisse ausgewertet sind, soll entschieden werden, ob Freiburg künftig eigene Scan-Fahrzeuge anschaffen soll. Ein solches kostet rund 120.000 Euro. „Diese Ausgabe hätte sich nach ein bis zwei Jahren amortisiert“, so Winfried Herrmann. Dafür müsste es dann auch moderne Parkscheinautomaten geben, bei denen die Autonummer registriert wird. Auch Anwohnerparkausweise oder Sonderberechtigungen – beispielsweise von Handwerkern – müssten in einer Datenbank hinterlegt sein, so Projektleiter Simon Greif.

Freiburg bildet nach Hohenheim, Heidelberg, Mannheim und Waldshut-Tiengen den Abschluss des Pilotprojekts. Eine erste Bilanz aus Heidelberg gibt es bereits: „Hier konnten die Scan-Fahrzeuge voll überzeugen. Hier ist die digitale Parkraumkontrolle deutlich schneller und damit auch kostengünstiger als die herkömmliche Kontrolle zu Fuß.“ Sollte die Stadt Freiburg Scan-Fahrzeuge anschaffen, werde das Personal aber nicht weniger, „das wird sich in den Innendienst verlagern“, so Stefan Breiter. Denn die deutlich höhere Anzahl der Bußgeldbescheide müsse ja auch abgearbeitet werden.

Der baden-württembergische Verkehrsminister Winfried Hermann und Bürgermeister Stefan Breiter stellten das Scan-Fahrzeug bei einem Pressetermin am Montag vor. Foto: Schuh

Freiburger Unternehmen: Lexware wird neuer Hauptsponsor des SC Freiburg

SC FreiburgVon links nach rechts: Christian Steiger (Geschäftsführer Lexware), SC-Vorstand Oliver Leki, Birte Hackenjos (CEO Haufe Group), SC-Vorstand Jochen Saier. Foto: SC Freiburg

Der SC Freiburg präsentiert Lexware als neuen Hauptsponsor. Die Partnerschaft mit dem Freiburger Software-Unternehmen umfasst künftig Trikotsponsoring bei Profis, U23 und erstmals auch bei den SC-Frauen.

Lexware wird ab der Saison 2026/27 neuer Haupt- und Trikotsponsor des SC Freiburg. Das Freiburger Software-Unternehmen löst damit den bisherigen Hauptsponsor Jobrad ab und wird künftig bei allen Wettbewerben auf der Brust der SC-Männer sowie der U23 zu sehen sein.

Lexware und der SC Freiburg arbeiten bereits seit 1999 zusammen. Aus zunächst kleineren Engagements in der Freiburger Fußballschule entwickelte sich in den vergangenen Jahren eine umfassende Partnerschaft: Seit der Saison 2023/24 ist Lexware Exklusivpartner des Sport-Club, seitdem auch Ärmelsponsor der SC-Männer. In der Spielzeit 2024/25 kam die Rolle als Hauptsponsor der Freiburger Fußballschule hinzu, die Lexware auch künftig behält – inklusive Trikotsponsoring bei allen Juniorenteams.

Mit dem neuen Vertrag weitet das Unternehmen sein Engagement weiter aus. Laut Bild-Informationen überweist Lexware dafür sieben bis acht Millionen Euro an den SC. Neben der Trikotbrust bei den Profis und der U23 umfasst die Kooperation laut Verein künftig auch umfangreiche TV-relevante Werberechte im Stadion- und Spieltagsumfeld sowie Presenting- und Aktivierungsrechte, etwa auf den digitalen Kanälen des SC. Auf den Shirts der Einlaufkinder bei den Bundesliga-Heimspielen der SC-Männer bleibt Lexware ebenfalls präsent. Neu hinzu kommt das Ärmelsponsoring bei den SC-Frauen, wo das Unternehmen bislang als Co-Sponsor auftritt.

Der SC verweist zudem auf das langjährige Engagement Lexwares im regionalen Breitensport. Das Unternehmen unterstützt seit mehr als 30 Jahren über 150 Vereine in der Region und war in der Vergangenheit unter anderem an den „Füchsle-Camps“ und „Füchsle-Tagen“, am Sponsoring der Einlaufkinder sowie an der Sanierung verschiedener Bewegungsanlagen in Freiburg beteiligt.

„Lexware ist seit 1999 ein verlässlicher und starker Partner an unserer Seite, der mit seiner Professionalität, mit seinen Wurzeln in Freiburg und seiner erfolgreichen Unternehmensentwicklung hervorragend zu uns passt“, wird SC-Vorstand Oliver Leki in der Mitteilung zitiert. Er freue sich, „die gemeinsame Geschichte ab der kommenden Saison in neuer Konstellation, dann mit unserem neuen Hauptsponsor Lexware, weiterzuschreiben“.

Haufe-CEO Birte Hackenjos: „Teilen mit dem SC gemeinsames Werteverständnis“

Birte Hackenjos, CEO der Haufe Group, zu der Lexware gehört, betont die regionale Verwurzelung: Die Partnerschaft unterstreiche die enge Verbundenheit mit der Region, deren Entwicklung man seit vielen Jahren aktiv mitgestalte. „Mit dem SC Freiburg teilen wir ein gemeinsames Werteverständnis“, sagt Hackenjos. Lexware-Geschäftsführer Christian Steiger stellt den Bezug zur eigenen Zielgruppe heraus: Mehr als vier Millionen Selbstständige in Deutschland würden „jeden Tag das machen, was sie lieben – wir erledigen für sie den Bürokram“. Mit dem Engagement sei man dort präsent, „wo viele von ihnen Woche für Woche mitfiebern“. Lexware mit Sitz in Freiburg unterstützt nach eigenen Angaben Selbstständige, Gründerinnen und Gründer sowie kleine Unternehmen mit kaufmännischer Software, digitalen Services und Wissensangeboten und ist Marktführer im Bereich Unternehmenssoftware für kleine Unternehmen. Das Unternehmen gehört seit 1992 zur Haufe Group, die einen Umsatz von 562 Millionen Euro erwirtschaft. 2.700 Menschen sind bei der Hauge Group angestellt, 2.200 davon in Freiburg selbst.

Barrierefreie Bushaltestelle in Freiburg-Günterstal wird zum juristischen Zankapfel

Bushaltestelle GünterstalDie besagte Haltestelle in Günterstal: Vergeblich versuchten die Kläger, vor dem Verwaltungsgericht Freiburg dagegen vorzugehen. Foto: Bernd Peters

Knapp drei Jahre sind vergangen, seit die Stadt Freiburg den barrierefreien Umbau der Bushaltestelle „Dorfstraße“ im Stadtteil Günterstal auf den Weg gebracht hat. Hier endet eine Tramlinie, die weitere Verkehrsanbindung in Richtung Schauinsland erfolgt per Bus. Für den ländlichen Freiburger Stadtteil ist diese Station so etwas wie eine Verkehrsdrehscheibe, zumal dort auch noch ein sogenanntes „Mitfahrerbänkle“ für Anhalter bereitsteht.

Der barrierefreie Umbau der Bushaltestelle, die gleichzeitig Pausenort für die Busfahrer der städtischen Verkehrsbetriebe VAG ist, ließ sich technisch nicht am bisherigen Standort in der Buswendeschleife umsetzen. Er erfolgte daher wenige Meter weiter direkt an der Durchgangsstraße des Stadtteils – und direkt vor der Haustür der Eheleute W., die seither keine ruhige Minute mehr haben, weil parkende Busse mit teils laufendem Motor und lärmige, rauchende Fahrgäste, die auf den Bus warten, ihnen von früh bis spät das Leben schwer machen.

„Wir haben unser Schlafzimmer ins Wohnzimmer verlegen müssen“, so Klägerin W. und ihr Mann nun in der Verhandlung vor dem Freiburger Verwaltungsgericht. Das Paar hat gegen die Stadt geklagt und will, dass die Haltestelle wegkommt, weil sie nicht nur Lärm verursacht, sondern auch aus Sicht der Kläger ein Sicherheitsrisiko darstellt und den Verkehr auf der engen Dorfstraße behindert. Zuvor war eine Beschwerde der beiden Kläger gegen den Umbau vom Regierungspräsidium Freiburg abgewiesen worden.

In der Verhandlung vergangene Woche wurde jedoch schnell klar, dass die rechtlichen Chancen der Kläger schlecht stehen. Der Vorsitzende Wilfried Holz regte eine Klagerücknahme an, um Kosten zu sparen, und mahnte Juristin Birte Schöler vom Freiburger Rechtsamt und Sandra Beck von der Freiburger Verkehrsbehörde an, das Gespräch mit der VAG zu suchen, um verkehrswidriges Parken der Stadtbusse vor dem Haus der Kläger zu unterbinden. Denn klar ist: Sechs oder acht Minuten Parkpause vorm Fenster der Familie W. sind nicht erlaubt, hier darf nur maximal drei Minuten lang ein- und ausgestiegen werden, Pausenort bleibt die alte Haltestelle in der Wendeschleife 20 Meter weiter.

Barrierefreiheit geht vorDass die Haltestelle wieder verschwindet, ist indes kaum zu erwarten: Die Stadt habe bei solchen Projekten einen Ermessensspielraum, so Richter Holz, und das Interesse der Allgemeinheit an Barrierefreiheit im ÖPNV sei sicher höher zu bewerten als die Probleme, die der neue Haltepunkt den Eheleuten W. bereitet: „In der Regel überwiegt in solchen Fällen das öffentliche Interesse“, so Holz schon zu Verfahrensbeginn. Aber wenn die Stadt mit der VAG die Lage erörtern würde, könnte man vielleicht „einzelne Punkte verbessern“, was ja, wie Anwältin Schöler bestätigte, auch im Interesse der Stadt wäre. „Wir sehen die Verschlechterung, die die Haltestelle für die Kläger bringt“, so Schöler. Man habe den Umbau aber im städtebaulichen Bestand umsetzen müssen, und das sei „nicht immer optimal“ machbar. Eine Rücksprache mit der VAG habe ergeben, dass das Konzept funktioniert.

Die Eheleute W. dürfte das wenig trösten: „Vor unserem Haus hält nun bis zu 68 Mal am Tag der Bus“, so der Kläger. Die Zahl seiner Beschwerden über rechtswidrig parkende Busse vor seinem Haus liege bei über 100 mittlerweile, die städtische Ordnungsbehörde habe absolut nichts unternommen dagegen. Das Verwaltungsgericht Freiburg hat die Klage, wie zu erwarten, abgewiesen. Der Anwalt des Paars, Marc Malleis aus Lahr/Ortenau, hat angekündigt, Rechtsmittel einlegen zu wollen und das Verfahren vor den Verwaltungsgerichtshof des Landes in Mannheim zu bringen.

Autor: Bernd Peters

Freiburger Politikexperte zur Landtagswahl: „Das letzte Wort hat der Wähler“

LandtagAm 8. März wird ein neuer Landtag gewählt. Foto: Landtag Baden-Württemberg

Am 8. März wählen die Baden-Württemberger einen neuen Landtag. Politikwissenschaftler Michael Wehner, Leiter der Landeszentrale für politische Bildung in Freiburg, spricht im Interview mit Redaktionsleiter Matthias Joers über den laufenden Wahlkampf und dessen Besonderheiten.

Herr Wehner, wie schätzen Sie dreieinhalb Wochen vor der Wahl die Situation im Land ein? Michael Wehner: Das letzte Wort haben die Wählerinnen und Wähler am 8. März – beziehungsweise jene, die sich bereits an der Briefwahl beteiligen. Umfragen sind Orientierungswerte, aber keine Wahlergebnisse. In den verbleibenden gut drei Wochen kann noch einiges passieren – von persönlichen Ereignissen wie einer Hochzeit bis hin zu politischen Großwetterlagen, die für einen Stimmungsumschwung sorgen können.

Das Rennen ist offen, sagt Michael Wehner, Leiter der Landeszentrale für politische Bildung in Freiburg Foto: Hans-Maximo Musielik

Setzt der Trend zur Briefwahl die Parteien stärker unter Druck?

Wehner: Das hängt vom Momentum im Wahlkampf ab. Einerseits ist die Briefwahlquote deutlich gestiegen, viele Menschen treffen ihre Wahlentscheidung heute früher. Andererseits gibt es weiterhin zahlreiche Spätentscheider, die selbst 48 Stunden vor der Wahl noch nicht wissen, wem sie ihre Stimme geben. Daraus ergeben sich strategische Fragen: Wann sollten Social-Media-Beiträge platziert werden? Wann sind Großveranstaltungen sinnvoll? Wie gestaltet man die dauerhafte mediale Präsenz? Und wie inszeniert man die Spitzenkandidaten wirkungsvoll?

Welche Art des Wahlkampfs erleben wir zurzeit?

Wehner: Seit Jahrzehnten sehen wir eine Amerikanisierung der Wahlkämpfe: professionellere Auftritte, Inszenierungen, Feelgood-Botschaften und starke Personalisierung über Spitzenkandidaten. Dabei bedient man die ganze Klaviatur der Human-Interest-Themen – etwa Cem Özdemir, der am vergangenen Wochenende geheiratet hat. Programme spielen weniger die Hauptrolle als der Showdown der Spitzenkandidaten.

Auch bei dieser Landtagswahl?

Wehner: Ja, und gerade diese Landtagswahl ist besonders interessant, weil der Amtsinhaber nicht mehr antritt. Normalerweise ist der Ministerpräsident der Platzhirsch und die anderen sind eher No Names. Diesmal ist das Rennen offen. Wir sehen den ersten wirklich durchgängig geführten Social-Media-Wahlkampf in Baden-Württemberg. Die ganze Palette von Instagram bis TikTok gehört
dazu, daran kommen Politiker nicht vorbei.

Welche Inhalte werden in den verbleibenden Wochen mitentscheidend sein?

Wehner: Umfragen zeigen klar: Migration ist als Top-Thema vom Komplex Wirtschaft abgelöst – Automobilindustrie, Arbeitsplatzsorgen, Wohlstands- und Verlustängste. Wirtschaft ist in allen Programmen das Hauptthema. Für die Grünen ist das heikel: Sie haben mit Cem Özdemir zwar den bekanntesten Spitzenkandidaten, aber der Trend für die Partei zeigt eher nach unten oder zumindest nicht deutlich nach oben. Die Grünen gelten nicht als Wirtschaftskompetenzpartei Nummer eins.

Läuft es auf eine grün-schwarze Koalition mit umgekehrten Vorzeichen hinaus, mit der CDU als stärkster Kraft?

Wehner: Das ist derzeit die wahrscheinlichste Variante. Für die von Manuel Hagel favorisierte Schwampel- oder Deutschlandkoalition aus CDU, SPD und FDP reichen die Umfragewerte aktuell nicht. Spannend wird, ob FDP und Linke die Fünf-Prozent-Hürde überspringen. SPD und FDP haben derzeit keine realistische Machtoption.

Wird die „Lifestyle-Teilzeit“ zur Hypothek für die CDU und Manuel Hagel?

Wehner: Spricht man mit ihm, sagt er klar: Friedrich Merz verschafft uns derzeit keinen Rückenwind – auch wegen der Performance der Koalition. Er versucht, das teils auf den Koalitionspartner zu schieben, weil die SPD mit Sorgen und Nöten beschäftigt sei. Aber insgesamt fehlt der Bundesrückenwind – für die CDU ebenso wie für die SPD.

Auch Cem Özdemir nutzt fast jede Gelegenheit, um sich von seiner Partei abzugrenzen – zuletzt etwa beim Mercosur-Abkommen.

Wehner: Das sehen wir seit Jahren: Schon 2018 im OB-Wahlkampf von Salomon in Freiburg war das grüne Logo auf Plakaten kaum zu sehen. Ähnlich plakatiert jetzt Özdemir – die Sonnenblume ist winzig. Beim Wahl-O-Mat zeigt sich der größte Widerspruch: Bei der These zum Verbrenner-Aus positionieren sich die
Grünen in der Begründung anders als in der Ja-Nein-Enthalten-Antwort. Nutzer melden vermeintliche Fehler; wir weisen darauf hin, dass die Partei den Widerspruch kennt. Das ist so gewollt, um Ambivalenzen offenzuhalten.

Kann der aktuelle Vorwurf der Vetternwirtschaft die AfD Prozentpunkte kosten?

Wehner: Das ist durchaus möglich. Bei einigen Wählern bestätigt sich in der Gesamtwahrnehmung ein Bild von Funktionären, die sich bedienen und Gefolgsleute versorgen. Das ist in der Politik immer kontraproduktiv – zumal selbst Tino Chrupalla sagt, es sei zwar rechtlich zulässig, politisch aber mehr als fragwürdig.

Noch ein Satz zum nahenden TV-Duell: Kann ein TV-Duell die Wahlentscheidung beeinflussen?

Wehner: Ja. Beim letzten Duell Eisenmann gegen Kretschmann sahen vor fünf Jahren mehr als 500.000 zu. Das sind Miniatur-Wahlkämpfe im 90-Minuten-Takt: ein kompaktes Format, das Bürgerinnen und Bürgern zeitökonomisch die Kernsätze, kernprogrammatischen Positionen und die Unterschiede der Persönlichkeiten vor Augen führt. Dieses Mal gibt es erstmals eine SWR-„Dreier-Debatte“. Dieses sportliche Schlagabtausch-Format kann Sympathien, Antipathien und Kompetenzzuschreibungen prägen und damit Wählerinnen und Wähler beeinflussen.

Info: Public Viewing der TV-Dreier-Debatte: Özdemir vs. Hagel vs. Frohnmaier, Dienstag, 24. Februar, 19.30-21 Uhr, Landeszentrale für politische Bildung Außenstelle Freiburg (Rathausgasse 33). Politikwissenschaftler Thomas Waldvogel analysiert im Anschluss den Auftritt der Politiker.

Beliebte Ausstellung: Der Familienklassiker „Vom Ei zum Küken“ startet am 21. Februar

Der flauschige Hühner-Nachwuchs begeistert im Museum Natur und Mensch.Der flauschige Hühner-Nachwuchs begeistert wieder im Museum Natur und Mensch. Foto: Patrick Seeger/Stadt Freiburg

Hör mal, wer da raschelt, pickt und piepst! Im Museum Natur und Mensch geht am Samstag, 21.
Februar, die allseits beliebte, sehnsüchtig erwartete Ausstellung „Vom Ei zum Küken“ in die nächste Runde. Zum 35. Mal können kleine und große Fans beim Schlüpf-Marathon mitfiebern und den flauschigen Hühner-Nachwuchs bewundern.

Zum Jubiläum blickt die Schau auf eine erfolgreiche Laufzeit zurück: Allein in den letzten zehn Jahren zog sie über 235.000 Besuchende an. Bis Sonntag, 12. April, gibt es jede Menge Spannendes über die Welt der Hühner und eierlegenden Tiere, eine verantwortungsvolle Nutztierhaltung sowie Feste und Bräuche zu entdecken.

Winzig, bunt und wuselig: Die unterschiedlichen Küken seltener Hühnerrassen begeistern alle. Dabei sind die Museumsküken nicht nur süß. Sie regen auch zum Nachdenken an: Was bedeuten die Zahlen auf den Eiern im Supermarkt? Wie viel Platz haben Hühner bei den diversen Haltungsformen? Welche Produkte enthalten Eier, wo wir sie gar nicht erwarten? Und was ist eigentlich ein Zweinutzungshuhn? Antworten bieten verschiedene Mitmachstationen, die spielerisch für bewussten Konsum, Tierwohl und nachhaltige Landwirtschaft sensibilisieren.

In der Mitmachausstellung erfahren Neugierige Wissenswertes über Feste und Bräuche: vom mexikanischen Glücksbringer bis zum hartgekochten Beizah des Pessach-Festes. Doch damit nicht genug. Beim Rätseln und Ausprobieren wird klar: Das Ei ist überall im Tierreich präsent. Ob der Schopf-Tinamu mit seinem grün-glänzenden Gelege oder die Gespenstschrecke, deren winzige Eier erst unterm Mikroskop ihre bizarre Schönheit offenbaren – es gibt so einiges zu erkunden.

Ebenso vielfältig ist das Begleitprogramm der Ausstellung: Veranstaltungen laden zum Mitmachen und Spaßhaben ein. Wer mag, geht beim Info- Nachmittag der Reptilienauffangstation auf Tuchfühlung mit Schildkröten und anderen Reptilien oder lässt der Fantasie beim Küken-Filzen freien Lauf.
Ein Highlight: die Lesung und der Workshop zum Buch „Das Osterküken“ mit der Illustratorin Alexandra Junge. Gemeinsam mit Henne Hilda suchen die Kinder nach dem Geheimnis von Ostern, lernen wie ein Bilderbuch entsteht und schaffen eigene Bildwelten. Das Veranstaltungsangebot und Tickets
finden sich im Online-Shop der Museen Freiburg: museen-freiburg.de/shop.

Bei einer nagelneuen Rallye können Spürnasen jedes Alters auf der Jagd nach dem geheimnisvollen Eierdieb ihr detektivisches Geschick erproben. Das Küken-Mitmachheft gibt es wieder für 2,50 Euro an der Museumskasse.

Auch für Schulen und Kitas verspricht die Ausstellung nicht nur Spaß. Sie erfüllt auch einen wichtigen Bildungsauftrag: Entsprechend der Leitlinien zur Bildung für eine nachhaltige Entwicklung erfahren Kinder und Jugendliche in vielseitigen Programmen mehr über artgerechte Tierhaltung und reflektieren
ihr Konsumverhalten. Die Buchung ist möglich unter museen.freiburg.de/kita-schule.

Beim Kreativwettbewerb haben Kita- und Grundschulgruppen die Chance, sich künstlerisch auszutoben und tolle Preise abzustauben. Bis Sonntag, 15. März, können die Kinder Eier-Kreationen gestalten, die dann am bunten „Eierhimmel“ als Teil der Ausstellung präsentiert werden. Unter allen Einsendungen wählen die Besuchenden ihre Lieblingsstücke aus. Die Hauptgewinner können sich auf einen aufregenden Ausflug zum Bio-Bauernhof freuen.


Das Museum Natur und Mensch ist dienstags von 10 bis 19 Uhr und mittwochs bis sonntags von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Der Eintritt kostet 5 Euro, ermäßigt 3 Euro. Für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene unter 27 Jahren, Mitglieder des Freundeskreises und mit dem Museums-Pass-Musées ist der Eintritt frei. Mehr unter museen.freiburg.de/aktuelles.

Wandel und Schönheit des Planeten: Live-Reportagen von Greenpeace im Freiburger Friedrichsbau

Ein Clownfisch, Seeanemomen und eine Riesenmuschel zeigen ein gesundes Korallenriff - doch diese sterben weltweit ab. Auch darum geht es im Live-Vortrag vom Markus Mauthe am 20. Februar Foto: Markus MautheEin Clownfisch, Seeanemomen und eine Riesenmuschel zeigen ein gesundes Korallenriff – doch diese sterben weltweit ab. Auch darum geht es im Live-Vortrag vom Markus Mauthe am 26. Februar im Friedrichsbau-Kino. Foto: Markus Mauthe

Bei den Greenpeace Live-Reportagen im Friedrichsbau-Kino nehmen Naturfotograf Markus Mauthe und Journalistin Louisa Schneider mit auf eine Reise zu den Brennpunkten der Erde – dorthin, wo die Klimakrise bereits heute spürbar ist. Sie haben mit Menschen gesprochen, die sich mutig für den Schutz ihrer Umwelt einsetzen.

Am 26. Februar, 19 Uhr, macht Markus Mauthe mit eindrucksvollen Fotografien und lebendigen Erzählungen globale Zusammenhänge sichtbar und feiert zugleich die Schönheit des Planeten. Am 30. April, 18.30 Uhr, zeigt Louisa Schneider mit eindrucksvollen filmischen Interviews und persönlichen Geschichten, dass es nie zu spät ist, sich für eine gerechtere und nachhaltigere Welt stark zu machen.

Der Eintritt ist frei, eine Ticketbuchung ist allerdings im Voraus notwendig. Für das Ticketsystem fällt eine kleine Servicegebühr von 2,50 Euro an. Infos und Tickets unter https://outdoor-ticket.net/events/grad-jetzt-markus-mauthe

Einzigartige Natur auf La Réunion: Mundologia-Vortrag am 26. Februar

Steffen Hoppe hat die einzigartige Landschaft in atemberaubenden Bildern eingefangen. foto: hoppeSteffen Hoppe hat die einzigartige Landschaft in atemberaubenden Bildern eingefangen. Foto: Steffen Hoppe

Zwischen Vulkanen, Regenwäldern und abgelegenen Dörfern zeigt Steffen Hoppe beim Mundologia-Vortrag am 26. Februar, 19.30 Uhr, im Bürgerhaus Seepark das Unesco-Weltnaturerbes La Réunion als eine der spektakulärsten Wander- und Naturdestinationen der Welt. Die Insel beeindruckt mit Wasserfällen, Regenwäldern, Vulkanen und Bergen. Die unterschiedlichen Mikroklima haben eine einzigartige Natur erschaffen. Bergsteiger und Fotograf Steffen Hoppe hat die landschaftlichen Reize in atemberaubenden Bildern eingefangen.

Tickets und Infos unter www.mundologia.de

Freiburger Einzelhandel: Wer öffnet, wer schließt?

Neueröffnung HerderThalia lockt die Bücherfreunde in die modernisierte Filiale. Foto: Joers

Vom Karlsbau bis zur KaJo, überall in der Freiburger Innenstadt ist Bewegung drin: So gab es am
vergangenen Wochenende eine große Wiederöffnung zu feiern, andere Geschäfte dagegen stehen vor dem baldigen Aus.

Ein größerer Umbau steht in der westlichen Karlsbau-Passage bevor. Die Drogeriekette Müller hat bereits geschlossen. Spätestens Ende Februar schließt auch das Modegeschäft Bonanza nach mehr als 40 Jahren, Ende März folgt das Einrichtungshaus Saumer. Künftig soll nach Wochenbericht-Informationen ein größerer Edeka im Karlsbau-Erdgeschoss eröffnen, wie auch die BZ vermeldete. Die Karlsbau-Eigentümer wollten eine Einigung mit Edeka auf Anfrage unserer Redaktion noch nicht bestätigen. Die umfassende Sanierung soll in diesem Jahr starten.

Auf der Kaiser-Joseph-Straße erfolgte am Freitag die feierliche Wiederöffnung der Thalia-Filiale nach einem Großumbau (mehr dazu hier). „Für die Frequenz auf der Kaiser-Joseph-Straße ist diese Wiederöffnung von großer Bedeutung“, sagt David Lehr aus dem Vorstand der Stadtinitiative Gemeinsam Freiburg und Chef des Freiburger Modehauses Breuninger. Noch offen ist, was aus den übergangsweise von Thalia-Herder genutzten Räumen im früheren Salamanderhaus am Martinstor wird.

Juwelier Drubba Moments öffnet im Frühjahr

Kurz vor der Eröffnung steht dagegen die Filiale von Blume 2000 im Galeria-Kaufhaus – geplanter Eröffnungstermin ist der 19. Februar. Neu eröffnet wird in Kürze außerdem der Juwelier Drubba Moments. Dieser zieht im Frühjahr in das frühere Breuninger Outlet an der Ecke Münsterplatz und Münsterstraße.

Ein eher ungewöhnliches Konzept, dass sich an Kleinstunternehmer und Start-ups richtet, wird dagegen bald in Unterlinden an der Hausnummer 10 zu finden sein: Dort eröffnet im März „S’Fachl“, welches Verkaufsflächen in zentraler Innenstadtlage für einen bestimmten Zeitraum an Interessenten vermietet. Das Konzept gibt es bereits an über 30 Standorten in Österreich, Deutschland und der Schweiz.

Im Karstadt eröffnet bald die Filiale einer Blumen-Kette. Foto: Joers

Erlös aus Gastro-Silvester: Südstar spendet für den guten Zweck

Südstar Spende Gastro-Silvester 2026Scheckübergabe: Martin Ehmer (links) und Antje Kössl-Janssen (beide Geschäftsführer Palliativnetz gGmbH) mit Markus Weiss (Geschäftsführer Südstar Getränke GmbH).

Die Südstar Getränke GmbH hat mit Unterstützung ihrer Partner aus der Getränkeindustrie bereits zum dritten Mal das „Südstar-Gastro-Silvester“ veranstaltet. Das besondere Event richtet sich an Gastronominnen und Gastronomen sowie deren Mitarbeitende, die am 31. Dezember im Einsatz waren, damit ihre Gäste feiern können – und bietet ihnen die Möglichkeit, Silvester gemeinsam nachzufeiern.

Die Veranstaltung war erneut ein großer Erfolg. Den Erlös von 12.352 Euro spendet Südstar nun in Höhe von jeweils 6.176 Euro an die Freiburger StraßenSchule e.V. sowie an das Palliativnetz Freiburg.

Südstar und das gesamte Team freuen sich über die gelungene Veranstaltung und darüber, mit der Spende zwei wichtige soziale Einrichtungen in der Region unterstützen zu können.

Freude auch bei der Freiburger StraßenSchule e.V.: Markus Weiss (Geschäftsführer Südstar Getränke GmbH) und mit Cornelia Weiß (Öffentlichkeitsarbeit Freiburger StraßenSchule). Foto: Südstar

Freiburger Buchladen Thalia feiert Wiedereröffnung mit Joachim Löw

Buchladen ThaliaEx-Bundestrainer Joachim Löw mit Verleger Manuel Herder (r.). Foto: Rita Eggstein

Das erste Buch, das bei der Neueröffnung der Herder & Thalia-Buchhandlung am vergangenen Freitag über den Ladentisch ging, kaufte Ex-Bundestrainer Joachim Löw. Er entschied sich für eine Biografie über Mustafa Kemal Atatürk. Nach Abschluss der ein Jahr andauernden Umbau- und Modernisierungsarbeiten präsentiert sich die Traditionsbuchhandlung an ihrem alten Standort in der Kaiser-Joseph-Straße 180 in völlig neuem Gewand.

Durch die komplette Versetzung des Treppenhauses und des Fahrstuhls hat die Buchhandlung deutlich an Platz und Übersicht gewonnen. Das umfangreiche Buchsortiment, die große Auswahl an Spielen und Spielwaren sowie Trend- und Geschenkartikeln werden nun übersichtlich und in völlig neuem, modernen Thalia Ladenbau präsentiert. Im ersten Obergeschoss lädt das Selbstbedienungscafé zur Kaffeepause mit Blick auf die Kaiser-Joseph-Straße ein. „Wir freuen uns, Freiburg auf vertrauter Fläche eine ganz neue Buchhandlung präsentieren zu können“, sagt Manuel Herder, Verleger und Mehrheitsgesellschafter von Thalia.