Bis zum 14. August laufen die
Arbeiten in der Eschholzstraße. Foto: Joers
In der Eschholzstraße im Stadtteil Stühlinger werden ab Montag, 20. Juli, die Fahrbahn markiert und Teile der Straße umgestaltet, um den Rad- und Fußverkehr sicherer zu machen. Um den Sicherheitsabstand zu parkenden Autos zu vergrößern, wird künftig ein 75 Zentimeter breiter Schutzstreifen zwischen Radführung und Parkstreifen markiert, teilt die Stadtverwaltung mit. Von derzeit rund 90 Parkmöglichkeiten fallen zudem rund 40 weg, sodass künftig etwa 50 Park- und Liefermöglichkeiten verbleiben.
Die Verwaltung entfernt nach eigener Darstellung nur so viele Parkplätze wie unbedingt notwendig, um die Auswirkungen auf Anwohnerinnen und Anwohner und Gewerbetreibende möglichst gering zu halten. Durch den Wegfall der Parkplätze werden außerdem die teilweise sehr schmalen Gehwege breiter. Das Garten- und Tiefbauamt (GuT) wird außerdem „in regelmäßigen Abständen“ fünf Lieferzonen einrichten. Um den Wegfall von Parkplätzen etwas zu kompensieren, sei geplant, die bestehenden sieben Bewohnerparkgebiete zu zwei großen Gebieten zusammenzulegen.
Die Arbeiten laufen bis Freitag, 14. August. Der Kfz-Verkehr kann während der Bauzeit in beide Richtungen fahren. Zeitweise ist der Radfahrstreifen nicht benutzbar. Das Garten- und Tiefbauamt informiert am Dienstag, 14. Juli, von 15 bis 18 Uhr an der Kreuzung Eschholzstraße/Wannerstraße direkt vor Ort mit einem kleinen Infostand zu den Planungen und zum Bauablauf.
Kritisch sieht die Gemeinderatsfraktion der Freien Wähler, dass die Stadt das Bauvorhaben lediglich im nichtöffentlichen Teil des Mobilitätsausschusses vorgestellt habe. Den Umfang des geplanten Parkplatzabbaus sieht die Fraktion „mit Sorge“. (fwb)
Dieses Foto von 2023 ist sinnbildlich ist für die Situation in Freiburgs Klassenzimmern. Foto: Michael Bamberger
Freiburg schwitzt und schwitzt. Ganz besonders rückt an diesen heißen Tagen die Situation an den städtischen Schulen und Kitas in den Fokus. Freiburger Gemeinderäte fordern deshalb einen besseren Hitzeschutz für die Jüngsten. Die Stadt verweist auf kurzfristige Maßnahmen, die sie umsetzt.
Die Hitzewelle im Juni sorgte für Ausnahmesituationen an Freiburgs Schulen. An der Tullaschule im Stadtteil Brühl wurden zeitweise 31 Grad in den Klassenzimmern gemessen, sodass die Schülerinnen und Schüler verkürzte Unterrichtszeiten hatten. Im besonders betroffenen Kepler-Gymnasium im Rieselfeld kühlt das Gebäude auch nachts kaum aus. Und in der für 110 Millionen Euro neu gebauten Staudinger-Gesamtschule wurde ein Hitzenotfallplan aktiviert, weil die moderne Gebäudetechnik Aussetzer hatte, wie die BZ berichtet. In diesem Stil ließe sich die Freiburger „Schwitze“-Liste fortsetzen.
Die Stadt als Schulträgerin erklärt auf Anfrage, dass es zahlreiche Maßnahmen gebe, mit der sie in der aktuellen Hitzeperiode für Entlastung sorge. So würden Ventilatoren beschafft, Hitzeschutzfolien angebracht und die Schulen bei der Nachtauskühlung in Ausnahmefällen organisatorisch unterstützt. Das Amt für Schule und Bildung kümmere sich zudem um die Schulhöfe und beschafft für diese Großschirme, so der städtische Pressesprecher Toni Klein. Zudem würde das Immobilienmanagement auf verschiedene Maßnahmen setzen, um die Hitze in den Gebäuden zu reduzieren. „Dazu gehört, die Verschattung der Innenräume zu verbessern, die Nachtauskühlung zu nutzen, mehr Bäume zu pflanzen. Bei dauerhaften Höchsttemperaturen stoßen aber auch diese Maßnahmen zwangsläufig an ihre Grenzen“, so Toni Klein.
Im Freiburger Gemeinderat zeigt man sich derweil unzufrieden mit der Stadtverwaltung. „Es ist nicht akzeptabel, dass Kinder unter Bedingungen lernen müssen, die ihre Gesundheit gefährden“, sagt zum Beispiel Stadträtin Petra Himmelspach-Haas von den Grünen. Die stärkste Gemeinderatsfraktion fordert etwa die Installation von Wasservernebelungsanlagen auf Schulhöfen, die Einrichtung eines Krisenstabs für Hitzewelle und die Aufhebung des Verbots für mobile Klimaanlagen.
Dieses Verbot habe der Stadt zufolge energetische Gründe. „Auf Klimaanlagen wird aufgrund des hohen Energieverbrauchs und der Wartungsintensität in städtischen Gebäuden grundsätzlich verzichtet“, so Toni Klein. Auch bauliche Gründe spielten eine Rolle. So erforderten mobile Klimaanlagen eine Öffnung für den Abluftschlauch, was entweder Eingriffe in die Bausubstanz bedeute oder bei der dauerhaften Öffnung von Fenstern wiederum Wärme hereintrage.
Auch Fragen zum geplanten Hitzeschutz an künftigen Neubauten werden gestellt. In einem Schreiben an den Oberbürgermeister möchte die Fraktion der Freien Wähler wissen, welche Hitzeschutzmaßnahmen zum Beispiel am neuen Schulcampus Dietenbach geplant seien. „Wir halten es für erforderlich, dass Freiburg bei neuen Schulbauten eine Vorreiterrolle übernimmt und konsequent auf wirksamen Hitzeschutz setzt“, schreibt die Fraktion. Die städtische Pressestelle erklärt hierzu auf Anfrage, dass dieses Thema in der Planung für den Schulcampus berücksichtigt werde, etwa mit Hilfe von Temperierung durch Grundwasser, so Toni Klein. Dieses Verfahren strebt die Verwaltung außerdem bei anderen geeigneten Neubauprojekten an, etwa bei der Kita im Moos und der Kita Violett.
Bei dem Festival gibt es wieder Konzerte, Aufführungen, Workshops,
Kulinarik und mehr. Foto: Marc Doradzillo
Vom 10. bis 12. Juli findet das 14. AgriKultur Festival im Eschholzpark sowie in der Edith-Stein-Schule statt. Der Veranstalter AgriKultur e.V. lädt zu einem vielfältigen dreitägigen Programm ein, das sich rund um nachhaltige Landwirtschaft, regionale Ernährungssysteme und kulturellen Austausch dreht.
Besucher erwartet ein breites Spektrum an Veranstaltungen, darunter Konzerte, Theateraufführungen, Filme, Paneldiskussionen, sowie zahlreiche Mitmachaktionen wie Schnippeldisko und Workshops. Ergänzt wird das Programm durch ein umfangreiches Kinderangebot, kulinarische Genüsse aus der Region sowie einen AgriKultur Markt, auf dem Initiativen und bäuerliche Betriebe ihre Arbeit und ihr Engagement präsentieren. So gibt es beispielsweise Musik vom „Peaceful Peas“ (Freitag 18.30 Uhr), Trancy and the Space Dogs (Freitag 20.30 Uhr), dem Südufer Kinderchor (Samstag 13 Uhr), „As Karuana“ (Samstag 20.30 Uhr), „Somas“ (Sonntag 13.30 Uhr) oder „Flammara Hill“ (Sonntag 15.30 Uhr). Das Spielmobil ist zu Gast, außerdem stehen Kochworkshops, Silent Discos, Acroyoga und eine Ausstellung zur gemeinsamen Agrarpolitik auf dem Programm.
In den vergangenen 14 Jahren hat sich der Verein für eine faire und klimafreundliche Land- und Ernährungswirtschaft eingesetzt. Das Festival versteht sich als Plattform, um regionale Akteure sichtbar zu machen, den Dialog zwischen Stadt und Land zu fördern und konkrete Ansätze zur Stärkung regionaler Versorgungssysteme weiterzuentwickeln. Spenden zur Unterstützung des Festivals sind willkommen. Mehr zum Programm unter https://agrikulturfestival.de.
In zehn Kurzstücken widmen sich die Tänzer dem Dazwischen.
Foto: Jonathan Schmid
Mit „unfolding the inbetween“ präsentieren 20 Absolventen der zweijährigen Tanzausbildung von bewegungs-art freiburg ihre Abschlussarbeiten im E-Werk. In zehn Kurzstücken widmen sie sich dem Dazwischen, jenem Raum zwischen jetzt und bald, zwischen Vergangenheit und Zukunft, zwischen Gewissheit und Möglichkeit an der Kante zur Extreme. Fragil, flüchtig und offen für Neues erkunden die Tänzer Übergänge, Brüche und Verbindungen. Mit den Mitteln des zeitgenössischen Tanzes, der Choreografie, Improvisation, des Theaters und der Performance entstehen poetische Bilder, persönliche Geschichten und abstrakte Räume. Die Aufführungen geben Einblick in die künstlerische Entwicklung der Absolventen und versprechen einen abwechslungsreichen Abend voller Bewegung, Ausdruck und überraschender Perspektiven.
Premiere ist am Freitag, 17. Juli. Weitere Vorstellungen finden am 18., 19., 23., 24. und 25. Juli jeweils um 19.30 Uhr im E- Werk, Eschholzstraße 77, statt. Tickets kosten 10 bis 25 Euro (solidarisches Preissystem). Kartenvorverkauf unter: www.ewerk-freiburg.de.
Das Foto zeigt die Bronzefigur „Ein Gedanke” von Susanne Kraißer . Foto: Susanne Kraißer
Die Galerie Atelier4e (Riegeler Straße 4e auf der Haid) zeigt vom 10. Juli bis 10. Oktober die Ausstellung „Zeit für Muse“ mit Bronzeplastiken von Susanne Kraißer. Seit 2022 fokussiert sich die Künstlerin auf Figuren in Lebensgröße. So sind viele neue großformatige Arbeiten entstanden, von denen die Galerie einen Teil in einer gesonderten Ausstellung würdigen will. Im Gegensatz dazu wird ein weiterer Schwerpunkt der Ausstellung ihre kleinformatigen Arbeiten sein. Vernissage am 11. Juli, 11 Uhr.
Öffnungszeiten während der Ausstellungen: Donnerstag 15 bis 19 Uhr, Freitag 15 bis 17 Uhr, Samstag 13 bis 16 Uhr und nach Vereinbarung. Mehr unter www.atelier4e.de.
Die kleinen Wildtiere sollen durch das nächtliche Fahrverbot besser geschützt werden. Foto: stockadobe.com
Mähroboter erleichtern die Gartenarbeit, können für Igel und andere Kleintiere, die in der Dämmerung oder im Dunkeln durchs Gras streifen, aber zur tödlichen Gefahr werden. Denn die Igel rollen sich ein, anstatt zu flüchten. Zum Schutz der kleinen Wildtiere plant die Stadt Freiburg nun ein nächtliches Fahrverbot für Mähroboter.
Bundesweit haben mittlerweile mehrere Städte Nachtfahrverbote für Mähroboter per Allgemeinverfügung erlassen. Die Stadt Freiburg plant dies nun ebenfalls. Auf Antrag mehrerer Fraktionen ist dies am 14. Juli Thema im Gemeinderat. Igel sind nach dem Bundesnaturschutzgesetz besonders geschützt. In den letzten 30 Jahren hat sich ihr Bestand fast halbiert. Seit 2024 steht der Igel auf der internationalen Roten Liste, er gilt als „potenziell gefährdet“. Aufgrund intensiver Landwirtschaft und des Insektensterbens hat sich ein Großteil der verbleibenden Igel vom Land in die Städte verlagert. Ein nächtliches Fahrverbot für Mähroboter ist daher eine einfache Möglichkeit, die bedrohten Tiere zu schützen, so die Stadtverwaltung. Das Verbot soll sich nach den Zeiten richten, in denen die Igel aktiv sind: eine halbe Stunde vor Sonnenuntergang bis eine halbe Stunde nach Sonnenaufgang in den Monaten März bis November. Aber auch andere Kleintiere wie Kröten und Frösche würden besser geschützt.
Der Igel flüchtet bei Gefahr nicht, sondern rollt sich ein. „Gegen natürliche Feinde schützt das perfekt – gegen die scharfen, rotierenden Klingen eines Mähroboters ist es ein Todesurteil. Da die Geräte oft flach über den Boden gleiten und die Sensoren kleine Hindernisse kaum registrieren, werden die Tiere einfach überrollt. Es gibt derzeit kein einziges Gerät auf dem Markt, das nachweislich Kleinsäuger wie Igel zuverlässig erkennt und stoppt“, so der NABU Freiburg auf Anfrage. „Die Berichte aus den Igelstationen und Tierarztpraxen sind herzzerreißend: Die scharfen Klingen der Mähroboter verstümmeln die Tiere auf grausamste Weise. Besonders tragisch ist die hohe Dunkelziffer: Viele Igel werden nicht sofort tödlich getroffen, sondern schleppen sich mit tiefen Schnittwunden, abgetrennten Gliedmaßen oder infizierten Wunden in Hecken und Gebüsche, wo sie oft tagelang qualvoll und unbemerkt sterben“, betont Ralf Schmidt, Vorsitzender des NABU Freiburg.
Man freue sich sehr, dass sich der Gemeinderat des Themas angenommen habe und hoffe, dass die Verwaltung das Verbot „schnell und konsequent in die Tat umsetzt, damit unsere Freiburger Igel schon bald sicher durch die Nächte wandern können“. Wer darüber hinaus helfen möchte, dass sich Igel in Freiburg wohlfühlen, kann die Lebensraumvielfalt im eigenen Garten zum Beispiel mit artenreichen Wiesen, Totholzecken oder Laub- und Reisighaufen aufwerten, empfiehlt die Stadtverwaltung. Der NABU empfiehlt außerdem, Flächen vor dem Einsatz von Mährobotern tagsüber nach Jungigeln und Amphibien abzusuchen. Außerdem sollten Zäune Durchgänge für Igel haben, damit diese auf ihren nächtlichen Streifzügen von Garten zu Garten wandern können.
Vaiana (Catherine Laga’aia) begibt sich auf eine abenteuerliche Reise. Foto: Disney Enterprises
Realverfilmung des beliebten Disney-Animationsabenteuers, in dem Vaiana zum ersten Mal ihre Heimat verlässt und den Ozean überquert. Ein bildgewaltiges Insel-Abenteuer mit Catherine Laga’aia als furchtlose Vaiana und Dwayne Johnson als schlitzohrigen Halbgott Maui.
In der Realverfilmung des Oscar-nominierten Animationsabenteuers folgt Vaiana (Catherine Laga’aia, „Die verlorenen Blumen der Alice Hart“), die Tochter des Stammesanführers, dem Ruf des Ozeans und wagt sich zum ersten Mal über das Riff ihrer Heimatinsel Motunui hinaus. Denn die natürlichen Ressourcen auf der Insel verschwinden und eine Reise über den Ozean würde völlig neue Möglichkeiten eröffnen.
Gemeinsam mit dem berühmt-berüchtigten Halbgott und Gestaltwandler Maui (Dwayne Johnson, „Jumanji: Willkommen im Dschungel“) begibt sie sich auf eine abenteuerliche Reise über die Weiten des Meeres, um die Zukunft ihres Volkes zu sichern.
Der Film entstand unter der Regie von Thomas Kail („Hamilton“). Neben Catherine Laga’aia und Dwayne Johnson gehören John Tui („Young Rock“) als Vaianas resoluter Vater Chief Tui, Frankie Adams („The Expanse“) als lebensfrohe wie willensstarke Mutter Sina sowie Rena Owen („Siren“) als die verehrte Gramma Tala zum Cast.
Halbgott Maui (Dwayne Johnson) begleitet die furchtlose Vaiana. Foto: Disney Enterprises
Susan (Tandi Wright) merkt, dass in ihrem Haus etwas Gruseliges vor sich geht. Foto: Warner Bros.
„Evil Dead Burn“ entfesselt das bisher furchterregendste Abenteuer der Reihe. Nach dem Tod ihres Mannes sucht Alice (Souheila Yacoub, „Dune: Part Two“) Trost bei ihren Schwiegereltern auf deren abgelegenem Familienanwesen. Als sich jedoch einer nach dem anderen in Deadites verwandelt, wodurch das Beisammensein zu einem Familientreffen aus der Hölle wird, muss sie feststellen, dass die Versprechen, die sie zu Lebzeiten gegeben hat, selbst im Tod weiterleben.
Zum Cast gehören auch Tandi Wright, Hunter Doohan, Luciane Buchanan, Errol Shand, Maude Davey, George Pullar und Greta Van Den Brink. Regie führte Sébastien Vaniček.
Katharine Hilbery (Haley Bennett) kann dem Charme von Ralph Denham (Elyas M’Barek) nicht widerstehen. Foto: Woolf Comedy Productions
London, 1910. Katharine Hilbery (Haley Bennett), Enkelin eines Dichters, verachtet Lyrik, schwärmt für Mathematik und tut alles, um der Liebe aus dem Weg zu gehen. Als ihr Vater (Timothy Spall) sie bei einer Veranstaltung der Astronomischen Gesellschaft erwischt, die nur Männern vorbehalten ist, verlangt er, dass sie ihre wissenschaftlichen Ambitionen aufgibt und ihren ältesten Freund William (Jack Whitehall) heiratet. Doch dann lernt Katharine bei einer Teeparty die temperamentvolle Frauenrechtlerin Mary (Lily Allen) kennen. Und stolpert dabei über Ralph Denham (Elyas M’Barek), einen charmanten Editor aus der Arbeiterklasse, der sie völlig aus dem Konzept bringt.
Als ein Komet an der Erde vorbeizieht und ein schwerer Schicksalsschlag die Familie trifft, wenden sich die romantischen Vorzeichen. William verliebt sich in Katharines Cousine Cassandra (Camilla Borghesani), während Katharine Ralphs Anziehungskraft nicht länger ignorieren kann. Schließlich muss sie erkennen, dass Wissenschaft doch nicht ihre einzige Leidenschaft ist.
Eine Komödie über eine leidenschaftliche junge Astronomin, die nicht mit der Liebe rechnet: Basierend auf Virginia Woolfs humorvollstem Roman erzählt der Film eine Geschichte über Identität, Liebe und den Drang einer jungen Frau nach Selbstbestimmung in einer Welt gesellschaftlicher Zwänge.
Von links: Birgit Bindnagel (Mekriba Stiftung), OB Martin Horn, Frauenbeauftragte Simone Thomas und Sabine Burkhardt präsentieren die Motive der städtischen Kampagne. Foto: Joers
„Nicht okay. Nicht egal. Nicht deine Schuld“ – eine neue Kampagne der Stadt Freiburg will auf häusliche Gewalt, sexuelle Belästigung, digitale Gewalt oder Übergriffe im öffentlichen Raum aufmerksam machen. Es ist eine von acht Maßnahmen, die die Stadt im Zuge der Istanbul-Konvention auf den Weg gebracht hat. Freiburg gilt hier sogar als Vorreiterstadt.
„Wir wollen, dass das Thema aus der Tabuzone kommt. Und die Stadt Freiburg ist hier ein Vorbild mit Strahlkraft“, sagt Birgit Bindnagel, Sprecherin der Mekriba Stiftung. Die bundesweit agierende Stiftung unterstützt das Engagement der Stadt Freiburg gegen geschlechterspezifische Gewalt mit einem Betrag von 100.000 Euro. Die Stadt selber nimmt im Rahmen des vom Gemeinderat 2025 beschlossenen Aktionsplans 450.000 Euro in die Hand, um die acht Einzelmaßnahmen umzusetzen. Diese sind Teil der Istanbul-Konvention, mit der sich Bund, Länder und Kommunen verpflichtet haben, geschlechtsspezifische Gewalt konsequent zu bekämpfen und Betroffene besser zu schützen.
Kampagne „nur ein Baustein“
Mit der Kampagne „Nicht okay. Nicht egal. Nicht deine Schuld.“ will die Stadt diese Arbeit nun im öffentlichen Raum sichtbar machen. Die Plakate und Social-Media-Motive zeigen Alltagssituationen, ergänzt um Zahlen und Fakten, die deutlich machen, wie verbreitet Gewalt und Diskriminierung noch immer sind. Gleichzeitig informiert die Kampagne über Hilfsangebote und möchte Menschen „ermutigen, hinzuschauen, Unterstützung anzunehmen und Betroffene nicht allein zu lassen“, so Oberbürgermeister Martin Horn.
So sieht eines der Plakatmotive der Kampagne aus. Foto: Stadt Freiburg
Die ersten Litfaßsäulen und Plakate sind in der Stadt bereits zu sehen, weitere sollen in den kommenden Monaten noch folgen, sagt die städtische Frauenbeauftragte Simone Thomas. Es ist das erste Mal, dass sie und ihr Team Maßnahmen in dieser Größenordnung umsetzen. „Es gibt auch keine Stadt in dieser Größe in Deutschland, die so ein umfangreiches Programm macht“, so Thomas. Die Plakatkampagne sei laut Horn „nur ein Baustein einer umfassenden Strategie, die wir gemeinsam mit vielen engagierten Partnerinnen und Partnern in unserer Stadt umsetzen.“ Insgesamt 70 Akteure seien beteiligt.
Es gehe der Stadt Freiburg auch darum, die Zivilcourage zu fördern. „Wir brauchen alle, um zu erreichen, dass Freiburg gewaltfrei ist“, sagte Sabine Burkhardt, die bei der Stadt Freiburg die Umsetzung der Istanbul-Konvention koordiniert. „Gewalt beginnt nicht erst bei körperlichen Übergriffen. Sie zeigt sich in vielen Formen – im privaten Umfeld, am Arbeitsplatz, im öffentlichen Raum oder im Internet“, sagt Simone Thomas und verweist zudem auf aktuelle Fälle, wie jene von Gisèle Pelicot oder Collien Fernandes. Noch immer seien die Dunkelziffern viel zu hoch. Hier wolle die Stadt Freiburg mit ihren Partnern anknüpfen und für mehr Aufmerksamkeit sorgen.