Platzsturm im Europa-Park Stadion. Jetzt hat das emotionale Ereignis ein Nachspiel. Foto: Detlef Berger
Dem SC Freiburg droht wegen des Platzsturms seiner Fans im Europa-League-Halbfinale auf internationaler Bühne ein Zuschauerausschluss. Eine entsprechende Strafe, die auf Bewährung ausgesetzt wurde, hat die Europäische Fußball-Union UEFA gegen die Breisgauer verhängt. Hinzu kommt eine Geldstrafe.
Diese Party könnte dem SC Freiburg teuer zu stehen kommen: Wie die UEFA am Donnerstag mitteilte, hat der friedliche und viel beachtete Platzsturm im Mai beim 3:1-Halbfinalsieg gegen Sporting Braga Konsequenzen für die Breisgauer. Der Verein muss demnach ein internationales Heimspiel unter Ausschluss der Fans austragen, sollte sich der Vorfall innerhalb der nächsten zwei Jahre wiederholen. Zusätzlich zu dem Zuschauerausschluss auf Bewährung müssen die Südbadener 30.000 Euro Strafe zahlen.
Durch den viel umjubelten Sieg gegen Braga hatte die Schuster-Elf den erstmaligen Einzug in ein europäisches Finale erreicht. Im Endspiel von Istanbul verlor der SC Freiburg letztlich klar mit 0:3 gegen Premier-League-Klub Aston Villa.
Aber auch für die Engländer hat der Finalerfolg ein Nachspiel. Wegen eines rassistischen Fanbanners während des Finals müssen die Villans eine Strafe von 10.000 Euro bezahlen. Und auch den Engländern droht ein Spiel ohne die eigenen Fans, auch diese Strafe wurde von der UEFA auf Bewährung ausgesetzt.
Ihre beiden nächsten europäischen Spiele bestreiten die Freiburger in den Playoffs der Conference League. Die Spieltermine sind der 20. und 27. August. Die Auslosung hierfür geht am 3. August über die Bühne. Geht der SC aus den Playoffs als Sieger hervor, darf der Bundesligist in der Ligaphase der Conference League starten.
Franziska Friedrich (ganz links) mit einem Teil ihres Teams in der Reutebachgasse. Die Schnitzel im „Gasthaus Zähringer Burg“ genießen in Freiburg Legendenstatus (hier eine Fotografie von Dennis Grasse aus dem Buch „So isst Freiburg“). Fotos: Dennis Grasse / Joers
Als vor vier Jahren der legendäre „Ochsen“ in Freiburg-Zähringen schließen musste, führte Wirt Michael Winterhalter das Konzept im „Gasthaus Zähringer Burg“ weiter. Schon damals mit an Bord war Franziska Friedrich. Sie hat nun zum 1. Juni die alleinige Führung in dem Wirtshaus übernommen. Das Konzept – saftige Schnitzel mit Brägele und eine gutbürgerliche Küche – bleibt wie bisher.
„80 Prozent unserer Gäste sind Stammkunden“, berichtet Friedrich beim Gespräch in dem eichenholzvertäfelten Gastraum in der unteren Reutebachgasse, der 120 Gästen Platz bietet. Weitere 30 Plätze gibt es draußen. Seit der umfassenden Renovierung im Jahr 2022 durch Architektin Karin Bayer erstrahlt der historische Charakter des früheren Bauernhauses aus dem 19. Jahrhundert in neuem Glanz.
Es war der perfekte Ort für Michael Winterhalter, um den für seine Schnitzel berühmten „Ochsen“ weiterzuführen. Seit 1999 hatte er das kultige Gasthaus geleitet. Mit dem Ortswechsel ins „Gasthaus Zähringer Burg“ (nicht zu verwechseln mit dem Waldrestaurant Zähringer Burg) kam Franziska Friedrich zum Team dazu. Sie stand davor 22 Jahre lang im „Gleis 1 Hugstetten“ hinter der Theke.
Schon mit dem Umzug des Ochsen in die Zähringer Burg war klar, dass Friedrich eines Tages Winterhalters Nachfolge antreten werde. Dieser Wechsel wurde zum 1. Juni vollzogen. Gemeinsam mit ihrer Familie, die tatkräftig mithilft, und den rund 20 Angestellten, kümmert sie sich im gewohnten Stil um die Gäste. „Wir haben durch die Bank weg tolle Gäste. Die kommen natürlich vorwiegend wegen der Schnitzel“, sagt Friedrich.
Die kleine, aber feine Karte bietet dünne, knusprige Schnitzel mit Brägele, Cordon bleu und im Winter Wildspezialitäten. Salate werden – typisch für das Lokal – in einer großen Schüssel serviert. Die Weine kommen ausschließlich aus der Region. Und das Wirtshaus ist das einzige Lokal in der Stadt, das Andechser Hefeweizen vom Fass anbietet. „Eine Augenweide sind auch unsere Desserts“, sagt Friedrich und schwärmt von ihrem Team um Küchenchef Thee Narasak Suksandaw. „Wir haben klasse Mitarbeiter“, so Franziska Friedrich.
Der Gastraum in der „Zähringer Burg“ wurde zum Umzug 2022 behutsam von Architektin Karin Bayer modernisiert. Viele Kunden aus dem früheren „Ochsen“ in Zähringen halten dem Restaurant auch am neuen Standort die Treue – darunter, laut Franziska Friedrich, gleich drei Stammtische. Foto: Joers
Geändert haben sich die Öffnungszeiten – der neue Ruhetag ist der Sonntag, sonst hat das Lokal ab 17.30 Uhr immer geöffnet. Für größere Gruppen oder Familienfeiern ab 30 Personen öffnet das Wirtshaus auf Wunsch auch zur Mittagszeit. Einen barrierefreien Zugang gibt es auf der Gebäuderückseite. Franziska Friedrich überlegt zudem ab Herbst einen Mittagstisch einzuführen. Bei ihr – so viel scheint klar – ist die Zähringer Burg in guten Händen.
Info: Gasthaus Zähringer Burg, Reutebachgasse 19. Öffnungszeiten: Montag bis Samstag ab 17.30 Uhr. Warme Küche jeweils bis 20.45 Uhr. Sonntag Ruhetag. Telefon: 07 61 / 55 38 60.
Hinweis der Redaktion: In der Printversion dieses Artikels steht bei den Öffnungszeiten eine fehlerhafte Uhrzeit. Das Gasthaus „Zähringer Burg“ öffnet um 17.30 Uhr, nicht um 17 Uhr. Wir haben den Fehler auf dieser Seite korrigiert.
Am Freitag findet der offizielle Festakt zum zum 125-jährigen Bibliotheksjubiläum statt. Foto: Thomas Kunz
Von Donnerstag bis Sonntag, 25. bis 28. Juni, wird der Münsterplatz zum Open-Air-Wohnzimmer für alle Bücherfans: Bequeme Sitzsäcke, Hängematten, über 3.000 Bücher und ein buntes Programm warten beim StadtLesen-Lesefestival auf Interessierte und Leselustige. Das diesjährige Festival steht im Zeichen eines besonderen Meilensteins: Die Stadtbibliothek Freiburg feiert ihr 125-jähriges Bestehen.
Den Auftakt des Programms bildet am Donnerstag, 25. Juni, um 19.30 Uhr die Open-Air-Lesung auf dem Münsterplatz. Im Rahmen der etablierten Reihe „Freiburger Andruck“ stellt die Historikerin und Autorin Helena Barop ihr neues Sachbuch „Mythen, Macht und Muttermund: Eine feministische Geschichte der Geburt“ vor. Barop beleuchtet darin die Entwicklung der Geburtshilfe vom 18. Jahrhundert bis in die Gegenwart. Moderiert wird die Lesung von Philine Sauvageot vom SWR. Die Eröffnung findet in Kooperation mit dem Literaturhaus, dem Kulturamt, dem SWR-Studio, dem Theater Freiburg und der Badischen Zeitung statt.
Am Freitag, 26. Juni, findet von 11 bis ca. 13 Uhr der offizielle Festakt zum 125-jährigen Bibliotheksjubiläum in der Musikbibliothek statt. Am Samstag, 27. Juni, lädt der Münsterplatz den gesamten Tag über zum Verweilen im Freiluft-Lesebereich ein. Für die Verpflegung am Nachmittag sorgt eine kulinarische Station des Vereins Capoa Freiburg mit afrikanischen Speisen. Am Nachmittag um 15 Uhr steht mit dem Alpacah-Theater ein eigens für Kinder konzipiertes Theaterstück auf dem Programm. Zum Familienlesetag am Sonntag, 28. Juni, findet zunächst um 14.30 Uhr eine Medien-Rallye in der Stadtbibliothek statt. Als Highlight des Tages lesen um 15.30 Uhr SC-Spieler Matthias Ginter und seine Ehefrau Christina Ginter anlässlich der WM 2026 aus ihrem neuen Buch „Die Pfotenkicker“ vor.
Zusätzlich zu den regulären Öffnungszeiten hat die Hauptstelle am Münsterplatz am Samstag, 27. Juni, von 15 bis 19 Uhr sowie am Sonntag, 28. Juni, von 12 bis 19 Uhr als FlexiBib ohne Fachpersonal geöffnet. Die Schirmherrschaft für die viertägige Veranstaltung hat Bürgermeister Roland Meder. Der Eintritt ist für alle Besucher frei.
Ausgelassene Stimmung herrschte wieder beim CSD: Fächer und bunte Schirme waren aufgrund des sommerlichen Wetters Pflicht. Foto: Berthold Krieger
Trotz Sommerhitze feierten am Samstag rund 17.000 Menschen wieder ausgelassen und fröhlich den „Christopher Street Day“ in der Innenstadt und setzten so ein farbenfrohes Zeichen für Toleranz. Die Party-Meute zog zu Technobeats und Samba-Trommelschlägen durch die Straßen. Natürlich wehten hier nicht nur viele Regenbogen-Fahnen, sondern die Teilnehmer hatten wieder jede Menge kreative Outfits kreiert. Pompöser Feder-Kopfschmuck, Engelsflügel, knappe Glitzer-BHs und knallige Farben waren angesagt. Es wird viel getanzt und gelacht. Wichtige Accessoires waren Fächer oder Schirme gegen die Hitze.
Das Motto lautete dieses Jahr „Resisdäncia – Party, Sahne, Widerstand“. Aber die Teilnehmer wollen nicht nur Party machen, es ist auch ein politischer Protest. „Das ist eine Demonstration und wir wollen ein kraftvolles politisches Zeichen setzen“, sagte Versammlungsleiter Ronny Pfreundschuh der BZ. Nach dem Umzug trat abends dann noch die Punkband Pussy Riot auf, die Musikerinnen protestierten international gegen den russischen Präsidenten. Die Songs, die Taso Pletner, Marija Aljochina, Alina Petrova performten, handelten vom Kampf für die Freiheit und Feminismus. Ein besonderer Abschluss des bunten Protests.
Die Teilnehmer hatten sich wieder kreative Kostüme einfallen lassen – oder verzichteten bei dem Wetter einfach auf möglichst viel Stoff. Fotos: Berthold Krieger
Die Aktivistinnen der russischen Band Pussy Riot Taso Pletner, Marija Aljochina, Alina Petrova traten beim Freiburger CSD auf. Foto:Maximo-Hans Musielik
Beim Oberlindenhock gibt es für die Besucher altbewährtes Flair und neue kulinarische Highlights. Foto: Thomas Kunz
Vom 25. bis 28. Juni verwandelt sich Freiburgs obere Altstadt erneut in eine gemütliche und lebendige Festmeile: Der 53. Oberlindenhock lädt zum Feiern, Genießen und Verweilen ein – mit Musik, Kulinarik dem einzigartigen Flair der Freiburger Altstadt. Organisiert wird das traditionsreiche Stadtteilfest von der ARGE Oberlindenhock im Lokalverein Innenstadt Freiburg. Bereits am Donnerstagabend beginnt das Fest mit dem „After Work Hock“. Ab 18 Uhr heißt es: entspannt den Feierabend einläuten, ein kühles Getränk genießen und das Wochenende vorziehen. Der Donnerstag bildet damit erneut das stimmungsvolle Pre-Opening des Oberlindenhocks. Der offizielle Auftakt folgt am Freitag, 26. Juni, um 19 Uhr mit dem traditionellen Fassanstich mit Bürgermeisterin Carolin Jenkner am Oberlindenbrunnen.
Musikalisch hat der Oberlindenhock traditionell einiges zu bieten: Auf zwei Bühnen – in Oberlinden und in der Herrenstraße – erwartet Besucherinnen und Besucher von Freitag bis Sonntag ein abwechslungsreiches und hochkarätiges Musikprogramm. Mit dabei sind neue Künstler, aber auch echte Publikumslieblinge, die seit vielen Jahren fest zum Oberlindenhock gehören und mit ihrer mitreißenden Musik für beste Stimmung sorgen. Das musikalische Spektrum reicht von Rock ’n’ Roll über Soul und Blues bis hin zu Boogie, Swing und Elektro. Vertraute Klänge, tanzbare Rhythmen und jede Menge Leidenschaft garantieren drei Tage lang authentisches Hock-Feeling im Herzen der Freiburger Altstadt.
Das Bühnenprogramm im Überblick: Freitag, 26. Juni: 19.30 Uhr – Boogie Project (Herrenstraße), 19.30 Uhr – Little Walter’s Rock’n’Roll Zirkus (Oberlinden). Samstag, 27. Juni: 19 Uhr – Bluesdriver (Herrenstraße), 19 Uhr – Chiara und Manu/Pace (Oberlinden). Sonntag, 28. Juni:18 Uhr – Simon & Simon (Herrenstraße), 18 Uhr – DJ Stivo (Oberlinden)
Auch kulinarisch ist für alles gesorgt: Von badischen Spezialitäten über internationale Köstlichkeiten bis zu erfrischenden Getränken – das Angebot der teilnehmenden Gastronomiestände ist vielfältig wie immer. Das gesamte Verzeichnis aller Stände und Anbieter gibt es unter www.oberlindenhock.de/betreiber. Öffnungszeiten: Donnerstag: 18 bis 23 Uhr, Freitag & Samstag: 17 bis 24 Uhr, Sonntag: 15 bis 22 Uhr.
Das Luchsjunge während der Untersuchung und beim Wiegen durch das Monitoring-Team der FVA. Foto: FVA BW/Wittemann
Dieser tierische Schnappschuss sorgt für Begeisterung in den sozialen Netzwerken und ist eine kleine Sensation. Ein Luchs-Baby, das von Experten der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt (FVA) untersucht wird. Es ist der erste Luchsnachwuchs in freier Wildbahn in Baden-Württemberg seit rund 200 Jahren. Das Jungtier stammt von Lüchsin Elisabeth, die Ende September 2025 im Nordschwarzwald ausgewildert wurde. Genetische Proben sollen in den kommenden Wochen weitere Erkenntnisse liefern – unter anderem zur Vaterschaft. Laut den Experten ist es ein etwa drei bis vier Wochen altes Mädchen. Ganz geheuer ist der kleinen Raubkatze das Ganze offensichtlich nicht. Aber das Wichtigste, das Luchsbaby ist „gesund und munter“, so die FVA. Wie süß!
Nikki (Inde Navarrette) verhält sich auf einmal seltsam und zeigt starkes Interesse an Bear. Foto: Focus Features
Als der hoffnungslose Romantiker Bear einen magischen Gegenstand nutzt, damit sein Schwarm endlich Gefühle für ihn entwickelt, muss er feststellen, dass manche Wünsche einen finsteren, unheimlichen Tribut fordern. Der Hype um den Film ist riesig, der bereits mehr als 287 Millionen Dollar eingespielt hat.
Bear (Michael Johnston, „Teen Wolf“) leidet unter dem unerwarteten Tod seiner Katze. Auf der Suche nach einem Halt beschließt er, an diesem Abend endlich seiner langjährigen Flamme Nikki (Inde Navarrette, „Tote Mädchen lügen nicht“) seine Gefühle zu gestehen. Er nutzt ein „One-Wish-Willow“, um sie für sich zu gewinnen. Dieser magische Gegenstand erfüllt Wünsche, wenn man ihn zerbricht. Zunächst scheint er genau das zu bekommen, was er sich schon immer wünschte. Doch Nikki verhält sich auf einmal seltsam, und plötzlich ist sie es, die ein starkes Interesse an ihm zeigt – sie ist geradezu besessen vor Liebe. Was als Erfüllung eines Herzenswunsches beginnt, entwickelt sich rasch zu etwas Dunklem und Unheimlichem. Ein Pakt, den er mit dem übernatürlichen Artefakt unwissentlich geschlossen hat, fordert einen hohen Preis.
Der vermeintlich harmlose Wunsch wird zunehmend zu einem wahr gewordenen Albtraum mit weitreichenden Konsequenzen. In weiteren Rollen sind Cooper Tomlinson („Friendzoned“), Megan Lawless („Play by Play“) und Andy Richter („Buddy – Der Weihnachtself“) zu sehen. Der 26-jährige YouTuber und Filmemacher Curry Barker („The Chair“) führte Regie, schrieb das Drehbuch und hat den Film selbst geschnitten. Er wurde vor allem durch seinen YouTube-Channel „that’s a bad idea“ bekannt. Dort veröffentlichte er auch seinen ersten Spielfilm, den Horrorfilm „Milk & Serial“.
In den USA ist der Hype um den Film groß und spielte bislang bereits mehr als 287 Millionen Dollar ein. Damit gilt er schon jetzt als bislang erfolgreichster Horrorfilm des Jahres. Und das, obwohl die Produktion gerade einmal 750.000 Dollar gekostet hat.
Supergirl (Milly Alcock) schließt sich aufgrund eines skrupellosen Gegners widerwillig mit einem ungewöhnlichen Verbündeten zusammen. Foto: Warner Bros.
In „Supergirl “ absolviert Kara Zor-El alias Supergirl (Milly Alcock, „House of the Dragon“), die Cousine von Superman, ihren ersten Einsatz im neuen DC-Filmuniversum. Supergirl ist willensstark und nicht selten etwas leichtsinnig. Dennoch strahlt sie eine eigene Art von heroischer Kraft aus: Sie ist stets aufrichtig und authentisch.
Aufgrund eines skrupellosen Gegners schließt sich Kara widerwillig mit einem ungewöhnlichen Verbündeten zusammen. Dabei versuchen sie, das eigene Verlangen nach Rache mit dem Kampf für Gerechtigkeit in Einklang zu bringen – und das Leben von Karas Hund Krypto zu retten.Craig Gillespie („I, Tonya“) führte Regie, in weiteren Rollen sind Matthias Schoenaerts, Eve Ridley, Emily Beecham und Jason Momoa zu sehen.
Ingeborf Bachmann (Sandra Hüller) in ihrer Wohnung in Rom. Foto: Zeerone Film GmbH
In einer poetischen Spurensuche lässt Regisseurin Regina Schilling das Publikum am Entstehen von Kunst teilhaben: Schauspielerin Sandra Hüller nähert sich dem Leben von Ingeborg Bachmann an einem imaginären Tag und verleiht ihren Worten eine eindringliche Präsenz.
Mit einem kunstvollen Geflecht aus improvisierten Szenen, Archivschätzen, Interviews und Bachmanns eigenen Texten durchmisst der Film die zentralen Lebensphasen der Autorin – von der Kriegskindheit in Kärnten über den Aufstieg zum Star der Gruppe 47 bis zu den letzten Tagen in Rom. Der Weg ist gezeichnet von ihren komplizierten Beziehungen zu Paul Celan, Hans Werner Henze und Max Frisch und einem unnachgiebigen Ringen um eine eigene Sprache.
Das „Adam-Haus“ soll einem Neubau weichen. Foto: Joers
An einer städtebaulich bedeutenden Ecklage gegenüber des Hauptbahnhofs soll ein Hochhaus-Projekt auf den Weg gebracht werden. Das bestehende zwölfgeschossige Gebäude an der Eisenbahnstraße/Bismarckallee – auch „Adam-Haus“ genannt – soll demnach abgerissen und neu gebaut werden. Auch im Untergrund ergäben sich dadurch Chancen.
Im Freiburger Wochenbericht vom 15. Februar 1968 wurde mit überschwänglichen Worten die nahende Eröffnung eines neuen Ladenzentrums am Eingang zur Eisenbahnstraße begrüßt. Das Modegeschäft „Adam“ eröffnete im 1967 erbauten Hochhaus der Iduna-Versicherung seine Türen – „ein Fachgeschäft, das sich, wie schon der Name vermuten lässt, an die Herrenwelt wendet“, so der Wochenbericht damals. Das Hochhaus, in dem auch Büros und weitere Geschäfte unterkamen, wurde als „besonders eindrucksvolle Visitenkarte einer modernen und aufgeschlossenen Stadt“ gepriesen.
Nun blickt das sogenannte „Adam-Haus“ wohl seinem Ende entgegen. Am Mittwoch beschäftigt sich der Bau-, Umlegungs- und Stadtentwicklungsausschuss der Stadt Freiburg mit den Ergebnissen einer städtebaulichen Voruntersuchung für das Eckgrundstück zwischen Eisenbahnstraße und Bismarckallee. Dem Grundstück komme aufgrund seiner Lage im Ein- und Ausgangsbereich des Hauptbahnhofs „eine herausgehobene städtebauliche Bedeutung zu“, heißt es im Stadtplanungsamt.
Bestandssanierung aus wirtschaftlicher Sicht „keine gute Lösung“
Die Studie, die vom Architektur- und Stadtplanungsbüro ASTOC zusammen mit Fachplanern durchgeführt wurde, kommt zu dem Ergebnis, dass eine Sanierung des Bestandsgebäudes zwar technisch möglich sei. Aufgrund des damit verbundenen großen Aufwands könne über den Bestandserhalt jedoch „keine gute Lösung und auch keine Wirtschaftlichkeit erreicht“ werden, heißt es in der Vorlage. Vor allem die niedrigen Raumhöhen, die mangelnde Tageslichtversorgung, unzureichende Belüftung, veraltete Haustechnik und Brandschutzmängel stünden dem entgegen. Schon jetzt gebe es dort eine Leerstandsquote von 20 Prozent.
Eigentümer des Gebäudes ist die Sicore Real Assets, eine Immobilieninvestmentfirma mit Sitz in Hamburg. Dort spricht man sich nach Abwägung aller Aspekte gegen einen Erhalt des Gebäudes aus. Noch steht das Vorhaben aber ganz am Anfang. Die formale Investitionsentscheidung stehe noch aus, wie der für das Projekt zuständige Pressesprecher Johannes Braun auf Anfrage mitteilt. Die Freiburger Stadtverwaltung schlägt für den geplanten Neubau ein Wettbewerbsverfahren vor. Der Clou: Auch die Bahnhofsunterführung könnte im geplanten Wettbewerbsverfahren für das „Adam-Haus“ eine gewichtige Rolle spielen.
So soll geprüft werden, ob das Neubauvorhaben dazu beitragen kann, die Unterführung unter Bismarckallee attraktiver und barrierefrei nutzbar zu machen. Die Idee: Die Handelsflächen des möglichen Neubaus könnten auf das Untergeschoss ausgeweitet werden und so an die Bahnhofsunterführung angebunden werden. Die Passanten hätten also die Möglichkeit unterirdisch direkt in die Geschäfte des Neubaus weiterzulaufen. Die südliche Treppe der Unterführung würde in diesem Fall wegfallen. Die Freiburger Wirtschaftsförderung (FWTM) soll für diese Idee ihre Erfahrungen in das Verfahren einbringen.
Das Freiburger Stadtverwaltung sieht in einem Neubau viele Vorteile. So könne eine Neuentwicklung mit zeitgemäßen Geschosshöhen, flexiblen Flächenzuschnitten, besseren Belichtungs- und Belüftungsmöglichkeiten sowie modernen Rettungs- und Erschließungswegen „eine langfristigere Nutzungsperspektive bieten“, heißt es. Ziel des geplanten Wettbewerbs ist es, eine Architektur zu finden, die sowohl den städtebaulichen Anforderungen als auch den Bedürfnissen künftiger Nutzer gerecht wird. Dabei soll auch geprüft werden, wie das neue Gebäude zur Belebung und Verbesserung der öffentlichen Räume im Umfeld beitragen kann.
Neben der Wettbewerbsauslobung ist die Vorbereitung eines Aufstellungsbeschlusses für einen Bebauungsplan vorgesehen. 2027 soll beides in den städtischen Bauausschuss zum Beschluss eingebracht werden.
Die städtebauliche Voruntersuchung schlägt als Idee eine unterirdische Verlängerung der Bahnhofsunterführung ins Untergeschoss des Neubaus vor. Eine der beiden Treppen würde dafür wegfallen. Visualisierung: Astoc