Das Werk „Choi Hung Estate Basketball“ aus Hongkong des Fotokünstlers Pelle Cass. Foto: Pelle Cass
Ausprobieren, Barrieren abbauen und Regeln neu denken: Das Museum für Neue Kunst verwandelt sich ab Freitag, 1. Mai, in ein Spielfeld. Die Besuchenden werden zu Akteuren oder Beobachtern an der Seitenlinie. In 22 Werken hinterfragen 17 internationale Künstler soziale, kulturelle und gesellschaftliche Dimensionen des Sports.
Die Ausstellung „Spielfeld. Sport & Kunst“ eröffnet neue Perspektiven: Was geschieht, wenn man Regeln verändert oder völlig neu denkt? Funktionen und Formen von Sportgeräten abwandelt? Oder Sport vom Leistungsgedanken befreit? Schirmherr ist der ehemalige SC Freiburg-Trainer Christian Streich, der in der Ausstellung mit Audio-Kommentaren zu einzelnen Kunstwerken vertreten ist. Die Schau läuft bis Sonntag, 11. Oktober.
Tanzen zu Live-Musik: Das 14-köpfige Cotton Club Swing Orchestra steht für authentischen Bigband-Swing der 30er und 40er Jahre.
Foto: Valentin Behringer
Am Samstag, 2. Mai, lädt die Tanzschule Gutmann zum Maiball ins Ballhaus Freiburg ein. Der Abend markiert traditionell den Beginn der warmen Jahreszeit – ein festlicher Anlass, bei dem Tanz, Musik und Begegnung im Mittelpunkt stehen. Einlass ist ab 20 Uhr, das Programm dauert bis 2 Uhr.
Der Maiball verbindet klassische Tanzkultur mit einem modernen Eventformat und bringt Gäste aus der gesamten Region zusammen. Rund 700 Menschen feiern jedes Jahr bei diesem Ball den Start in den Mai auf mehreren Tanzflächen.
Im Mittelpunkt des Abends steht die große Standard/Latein-Tanzfläche, auf der Gäste in festlicher Atmosphäre tanzen können. Parallel dazu sorgt auf einem eigenen Floor ein musikalisches Highlight für besondere Stimmung: das Cotton Club Orchestra. Mit seinem Programm lässt die Band den Klang des „Golden Age of Jazz“ aufleben. Swing, Klassiker und tanzbare Arrangements schaffen eine besondere Atmosphäre – sowohl für leidenschaftliche Tänzer als auch für Gäste, die den Abend einfach genießen möchten.
Weitere Floors ergänzen das Programm mit unterschiedlichen Musikrichtungen. Dazu kommt eine Silent Disco, bei der die Gäste zwischen verschiedenen Musikkanälen wählen können. Mehrere Tanzshows sind Teil des Abendprogramms und zeigen eindrucksvoll, welche Vielfalt auf den Parketten möglich ist. Im Anschluss an die Shows wird einer der Tanzsäle zur Aftershow-Party mit Oliver Schmitt-Hartmann. Der Musiker bringt seine gefühlvolle Live-Performance ins Ballhaus Freiburg.
Max Giermann nahm sich natürlich Zeit für einen Schnappschuss mit dem Moderatoren-Duo Ida Wülfert und Neo Ulmann. Foto: Thomas Kunz
Einen Abend mit vielen Lachern und voller persönlicher Anekdoten erlebten die Besucher bei „Nachgefragt“ am Freitagabend im Rotteck-Gymnasium. Zu Gast war kein Geringerer als Comedy-Star Max Giermann, der in Freiburg aufgewachsen ist und mittlerweile wieder hier wohnt. Der plauderte gut gelaunt zwei Stunden lang mit den Schülern Ida Wülfert und Neo Ulmann über Kunst, Comedy, seine Rückkehr nach Freiburg und mehr.
Die Idee für seinen eigenen Wein, den er mit dem Winzer Thomas Walz aus Heitersheim produziert, entstand „aus einer Bierlaune heraus in einer Kneipe“ – dafür war er öfter in der Region. „Das wahnsinnig schöne Umland habe ich anders wahrgenommen als früher.“ Mittlerweile ist Freiburg wieder seine Heimat, „hier ist die Welt noch ein bisschen in Ordnung.“
Ab 14. Mai ist er wieder bei der Erfolgsshow „LOL“ bei Amazon Prime zu sehen. „Es ist toll, dass man da alles machen kann, was man will. Es sind wirklich sechs Stunden, in denen man zusammen ist und nicht lachen darf, da ist nichts gescripted. Es macht total Spaß, ist aber auch schwer, denn als Comedian ist das Lachen ja eigentlich meine Belohnung. Da fragt man sich schon: ist es völlig unlustig? Früher hat mich das oft wahnsinnig nervös gemacht, mittlerweile kann ich besser mit dem Scheitern umgehen.“ Im Gegensatz dazu sei es ihm bei seinen Kunstwerken – Giermanns neue Leidenschaft – „ein bisschen egal, was andere darüber denken.“
Beim spontanen Malen mit den Schülern seiner Version Freiburgs entsteht ein Bild tanzender Freiburger. Parodien von Klaus Kinski, Stefan Raab oder Markus Lanz haben ihn bekannt gemacht. Die gibt er an diesem Abend auch zum Besten und sorgt damit für Lacher und Applaus beim Publikum. Übrigens, um das einzustudieren, nimmt sich der Comedian sechs Wochen Zeit, damit es auf der Bühne später locker wirkt.
Freuen sich über die Verstärkung für die Nachtmediatoren (v.l.): Ramon Oswald, Leiter der Abteilung Öffentlicher Raum beim Amt für Öffentliche Ordnung, die „Night Owles“ Edwin Velasco-Caicedo, Rachel Staffa, Sakhi-Ahmad Noori, Joris Kamerzin, Jade Decker, Aaron Aschenbrenner, und Elena Liegl, Ordungsbürgermeisterin Carolin
Jenker und Franziska Scheuble, Leiterin des Amts für öffentliche Ordnung. Foto: Schuh
Sie sprechen mit Feiernden, die die Musik laut aufgedreht haben, oder weisen darauf hin, wo Müll entsorgt werden kann. Die Freiburger Nachtmediatoren sind nun schon im vierten Jahr im Einsatz – und ihr Engagement zahlt sich aus. So gab es zum Beispiel von Anwohnern am Seepark deutlich weniger Beschwerden. Mit ihren leuchtend roten T-Shirts erkennt man sie schon von Weitem: Insgesamt elf Nachteulen sind ab sofort donnerstags, freitags, samstags und vor Feiertagen jeweils von 17 bis 23 Uhr unterwegs, meist in Zweierteams – im Seepark, in der Innenstadt, im Colombipark, im Eschholzpark, an der Dreisam und auf dem Stühlinger Kirchplatz.
„Die Reaktionen sind größtenteils sehr positiv. Viele kennen uns auch noch nicht. Wir setzen uns für gegenseitiges Verständnis und ein respektvolles Miteinander ein. Als Nachtmediator sollte man aber auch Humor haben und nichts persönlich nehmen“, erzählt Rachel Staffa, die seit einem Jahr dabei ist. „Wir gehen auf die Leute zu und führen meist konstruktive Gespräche. Wenn wir Glück haben, funktioniert es beim ersten Mal und die Musik bleibt leiser. Wenn nicht, kommen wir nochmal vorbei. Das ist der große Vorteil, dass wir dauerhaft vor Ort sind“, so Jade Decker, die bereits seit Anfang an Teil des Projekts ist.
Situation im Seepark „deutlich verbessert“
Sie unterstützen auch praktisch, informieren, wo die nächste Grillwiese oder öffentliche Toilette ist, ab wann die Nachtruhe gilt, begleiten bei Bedarf zur nächsten Bahnhaltestelle oder geben Müllbeutel aus, damit Verpackungen und Flaschen nicht einfach liegen bleiben. Und das zeigt Wirkung: „Im Seepark hat sich die Situation deutlich verbessert“, so Ramon Oswald, Leiter der Abteilung Öffentlicher Raum beim Amt für öffentliche Ordnung. Von Anwohnern am Seepark gab es deutlich weniger Beschwerden in den letzten Jahren. Viele potenzielle Konflikte entstünden erst gar nicht.
„Die Nachtmediatoren sind eine echte Erfolgsgeschichte. Ich bin überzeugt vom präventiven Ansatz – die positiven Rückmeldungen der Anwohnenden und auch der Feiernden bestärken uns auf diesem Weg“, so auch Ordnungsbürgermeisterin Carolin Jenkner. Das präventive Team sei „eine Besonderheit, deshalb werden wir schon von anderen Städten angefragt“, sagte Franziska Scheuble, Leiterin des Amts für öffentliche Ordnung.
Gestartet ist das Projekt im Mai 2023 mit vier Nachtmediatoren. Mit elf in Teilzeit beschäftigten Mitarbeitern sind die Nachteulen in diesem Sommer deutlich präsenter. Ein kleines Team war auch im vergangenen Herbst und Winter im Einsatz.
Kai Stänickes surreal-traumhaftes Werk „Der Heimatlose“ gewann auf der diesjährigen Berlinale den Teddy Jury Award. Im Kandelhof wird der Film am 2. Mai gezeigt. Foto: DCM
Freiburg wird wieder zum Herzstück des queeren Kinos: Vom 29. April bis 6. Mai öffnet das Freiburger Kino Kandelhof seine Türen für das älteste queere Filmfestival Deutschlands, das jedes Jahr aus einem Team von rund zwölf ehrenamtlich arbeitenden Film-Enthusiasten zusammengestellt und präsentiert wird. Auf dem Programm stehen rund 25 Spielfilme und Dokumentationen sowie Kurzfilme.
Zu sehen sind beispielsweise der deutsche Film „Der Heimatlose“ – Regisseur Kai Stänicke wird seinen Film persönlich vorstellen – „Pas de vagues“ („The Good Teacher“) oder „Animol“. Regisseur Sandy DuBowski stellt seine Doku „Sabbath Queen“ vor, David Moragas seinen neuen Film „Another Man“. Am 3. Mai ist das Theater Freiburg zu Gast: hier findet ein Gespräch mit dem türkischen Autor und Theaterregisseur Onur Karaoğlu und eine Lesung aus seinem Stück „Love Western“ statt.
Halbfinale, erster Teil: Beim SC Braga will der SC den Grundstein für den Finaleinzug legen. Foto: Detlef Berger
Der SC Freiburg hat ein großes Ziel vor Augen, nämlich in der Europa League das Finale zu erreichen. Die jüngsten beiden Niederlagen im DFB-Pokal und in der Liga beim BVB sollen daran nichts ändern. Alles, was jetzt zählt, ist das Gastspiel am Donnerstag beim SC Braga (21 Uhr / RTL).
„Wir wissen das schon gut einzustufen“, sagte SC-Trainer Julian Schuster nach der deutlichen 0:4-Niederlage in Dortmund und dem bitteren Aus im Pokal-Halbfinale beim VfB Stuttgart (1:2 in der 119. Minute nach Verlängerung). „Das wird uns nicht von unserem Weg abbringen, ganz im Gegenteil“, so Schuster. Auch das Erreichen des siebten Platzes in der Bundesliga steht beim SC Freiburg weiterhin ganz oben auf der Agenda. „Wir wissen alle, was das bedeutet. Das ist das klare Ziel“, so der Freiburger Chefcoach.
Das ist der Gegner
Der Europa League-Halbfinalgegner hat es aber in sich. Bragas Weg in die Europa League führte über die Qualifikationsrunde. Die Ligaphase schlossen die Portugiesen als Tabellensechster wie der SC Freiburg mit fünf Siegen, zwei Remis und einer Niederlage ab – lediglich mit einem Tor mehr als die Breisgauer. In der Ligaphase blieb Braga bei den Siegen gegen Feyenoord Rotterdam (1:0), Celtic Glasgow (2:0), Roter Stern Belgrad (2:0), OGC Nizza (1:0) und Nottingham Forest (1:0) jeweils ohne Gegentor. Die einzige Niederlage gab es gegen Freiburgs Achtelfinal-Gegner KRC Genk (3:4). Auch im Viertelfinale behielten die Portugiesen eine weiße Weste gegen Ferencvaros Budapest (2:0 auswärts und 4:0 im Heimspiel). In der Primeira Liga liegt Braga aktuell auf dem vierten Tabellenplatz und bestätigt damit seinen Status als „Best of the Rest“ hinter den drei Traditionsklubs aus Porto und Lissabon. Am Wochenende feierte die Mannschaft von Trainer Carlos Vicens einen 1:0-Auswärtssieg beim Drittletzten Casa Pia.
Kräftemäßig sehen sich die Freiburger gewappnet für die Hinspiel-Partie am Donnerstag in Portugal. „Wir haben ein Highlight-Spiel, ein Halbfinale, da sollten alle Körner wieder da sein“, sagt Mittelfeldspieler Maximilian Eggestein.
Erfolgreicher Auftakt: Die FT 1844 Freiburg startete die Veranstaltungsreihe „Female Health“. Foto: FT
Mit einer gut besuchten Auftaktveranstaltung am 22. April ist die Veranstaltungsreihe „Female Health“ der Freiburger Turnerschaft (FT) erfolgreich gestartet. Über 70 Interessierte nahmen an der Eröffnung im Multimediaraum in der Act-Now-Halle teil. Den inhaltlichen Schwerpunkt des Abends setzte der Vortrag von Sportwissenschaftlerin Jana Strahler zum Thema „Frauen im (Spitzen-)Sport“.
Die Auftaktveranstaltung bildet den Einstieg in eine Reihe vertiefender Workshops, in denen die Inhalte praxisnah weitergeführt werden. Das große Interesse zeigt sich auch hier deutlich: 61 Sportlerinnen sowie Trainerinnen und Trainer haben sich bereits für die kommenden Workshops mit den ausgebildeten Female Health Coaches der FT angemeldet.
Mit der Veranstaltungsreihe „Female Health“ bietet die FT ein kostenloses Angebot, das sich gezielt an die Bedürfnisse von Frauen im Sport richtet und gleichzeitig Trainerinnen und Trainer für das Thema sensibilisiert. Die Veranstaltungsreihe leistet damit einen wichtigen Beitrag zu mehr Wissen, mehr Sichtbarkeit und langfristig zu mehr Chancengleichheit im Sport.
In der Echte Helden Arena wird der kanadische Stürmer Parker Bowles bald wieder zu bestaunen sein. Foto: Detlef Berger
Eishockey-Zweitligist EHC Freiburg hat die Rückkehr von Parker Bowles zur kommenden Saison bekanntgegeben. Der kanadische Stürmer wird erneut das Trikot der Wölfe tragen.
Parkers Bowles, der bereits in der Saison 2023/24 für den EHC Freiburg auf dem Eis stand, überzeugte sowohl sportlich als auch menschlich und entwickelte sich schnell zu einem wichtigen Bestandteil der Mannschaft. Mit starken 56 Scorerpunkten, darunter 31 Tore, avancierte er zum Topscorer der Wölfe. In den darauffolgenden zwei Jahren beim Ligakonkurrenten aus Bad Nauheim konnte er seine Offensivqualitäten eindrucksvoll bestätigen, ehe er nun zu den Wölfen zurückkehrt.
„Wir sind sehr glücklich, Parker wieder bei uns zu haben. Er kennt den Standort, die Liga und unsere Erwartungen genau. Zudem standen wir in Freiburg bereits gemeinsam auf dem Eis, sodass ich aus eigener Erfahrung weiß, dass seine Qualitäten unserem Spiel guttun werden“, erklärt Interims-Sportchef Simon Danner.
Auch Parker Bowles selbst blickt voller Vorfreude auf seine Rückkehr: „Freiburg hat für mich immer eine besondere Bedeutung gehabt. Ich freue mich darauf, wieder vor den Fans zu spielen und gemeinsam mit dem Team erfolgreich zu sein.“
Weiterhin für die Wölfe auf dem Eis stehen werden zudem auch die beiden Leistungsträger Christian Billich und Nikolas Linsenmaier. Gemeinsam standen beide in beeindruckenden 1.597 Pflichtspielen für die Wölfe auf dem Eis. (fwb)
Am Ende ihrer glanzvollen Karriere muss Miranda Priestly (Meryl Streep) das Runway-Magazin vor dem Untergang bewahren. Foto: Disney
Mit Spannung erwartete Fortsetzung des Kultfilms von 2006: Fast 20 Jahre nach ihren legendären Auftritten als Miranda, Andy, Emily und Nigel kehren Meryl Streep, Anne Hathaway, Emily Blunt und Stanley Tucci zu den Fashion-Hotspots von New York und in die eleganten Büros des Runway-Magazins zurück.
Miranda Priestly (Meryl Streep, „Die Eiserne Lady“) sieht sich am Ende ihrer glanzvollen Karriere mit einer existenziellen Krise konfrontiert. Das Runway-Magazin leidet unter dem massiven Rückgang von Anzeigenkunden und der schwindenden Relevanz gedruckter Publikationen – denn die Digitalisierung macht auch vor der Modeindustrie nicht Halt. Dann trifft sie auch noch auf ihre ehemalige Assistentin Andy Sachs (Anne Hathaway, „Les Misérables“). Die ist mittlerweile zu einer erfolgreichen Führungskraft in der Modebranche aufgestiegen. Die beiden stehen sich nun als Rivalinnen gegenüber – doch Miranda ist auf die Hilfe von Emily angewiesen, um die Runaway vor dem Untergang zu bewahren.
Der Film vereint die Originalbesetzung mit Regisseur David Frankel und Drehbuchautorin Aline Brosh McKenna. Mit dabei sind auch wieder Emily Blunt („A Quiet Place“), Stanley Tucci („Spernova“), Tracie Thoms („Rent“) und Tibor Feldman („The International“) die erneut in ihren Rollen aus dem ersten Film zu sehen sind. Aber auch eine Reihe neuer Charaktere ist dabei, unter anderem gespielt von Kenneth Branagh („Harry Potter und die Kammer des Schreckens“), Simone Ashley („Bridgerton“), Justin Theroux („Fallout“), Lucy Liu („Kill Bill“), und B.J. Novak („The Office“). „Der Teufel trägt Prada“ basiert auf dem Bestseller-Roman von Lauren Weisberger, einstige Assistentin von Anna Wintour, der berüchtigten Chefin der US-Vogue.
Mirandas einstige Assistentin Andy (Anne Hathaway) ist jetzt selbst erfolgreich in der Modeindustrie. Foto: Disney
Martin Horn bei der Ankunft auf dem Rathausplatz an der Seite seiner Frau Irina. Foto: Thomas Kunz
Der alte Oberbürgermeister ist auch der neue: Martin Horn knackt bereits im ersten Wahlgang die 50-Prozent-Marke und lässt die Konkurrenz mit deutlichem Abstand hinter sich. Für Horn wird es nun darum gehen, mit den Grünen im Gemeinderat wieder rasch zur Sachpolitik zurückzukehren.
Der Freiburger Rathausplatz erlebte am frühen Sonntagabend gegen kurz nach 19 Uhr einen kleinen Jubelsturm: Eine riesige Menschentraube sammelte sich um Oberbürgermeister Martin Horn, als dieser von der KaJo kommend Richtung Bühne lief. Rhythmisches Klatschen und „Martin, Martin“-Rufe empfingen den Wahlsieger. Einer der ersten Gratulanten war Achim Wiehle, der sich im Rennen um den Rathauschefsessel mit Platz drei (10,5 Prozent) begnügen musste. Horns Ergebnis von 52,9 Prozent ließ keine Zweifel zu, während die links-grüne Kontrahentin Monika Stein 29,6 Prozent der Stimmen erzielte. „Danke, Freiburg – für mehr als 50 Prozent!“, rief Horn ins Mikrofon, als er sich endlich zur Bühne durchgekämpft hatte.
Die Deutlichkeit des Wahlergebnisses überraschte auch Politikwissenschaftler Michael Wehner, Leiter der Landeszentrale für politische Bildung, der einen zweiten Wahlgang im Vorfeld durchaus für möglich gehalten hatte. Horn habe aber letztlich im Wahlkampf alles richtig gemacht. „Man kann den Wahlkampf von Martin Horn auch kritisch sehen, weil er relativ inhaltsleer war. Aber er hat eine Gabe: Er verkörpert die Erzählung, die wir in Freiburg gerne hören, nämlich dass Freiburg anders ist. Er verkörpert eine jugendliche, moderne, urbane Großstadt, die gemeinsam versucht, die Probleme zu lösen und nicht im Sinne einer Parteipolitisierung“, so Wehner.
Stein: „Deutliches Signal“
Herausforderin Monika Stein, die nun ihren Job als GEW-Landesvorsitzende fortführen wird, konnte am Ende nur zwei von 35 Stadtbezirken gewinnen: den Altstadt-Ring und deutlich im Vauban. Horn erlebte einen Durchmarsch. Seine besten Ergebnisse erzielte er in den Außengebieten (Hochdorf: 63,8 Prozent, Opfingen: 68,9 Prozent, Kappel: 58,6 Prozent) und in den westlichen Stadtteilen. „Es ist natürlich schwer gegen einen amtierenden, beliebten Amtsinhaber zu kandidieren. Es ist ein klares deutliches Signal, dass Freiburg mit Martin Horn weiterarbeiten möchte“, räumte Monika Stein ein. Zerknirscht zeigte sich auch Achim Wiehle, der von der CDU unterstützt wurde und der sein mit Abstand bestes Ergebnis in Hochdorf holte (21,1 Prozent). „Es ist leider nicht so gelaufen, wie wir uns das vorgestellt haben. Deshalb gilt es die Niederlage einzugestehen und Martin Horn für die künftige Amtszeit gutes Gelingen für Freiburg zu wünschen“, so der Freiburger Unternehmer.
Foto: FWB-Grafik – Quelle: Stadt Freiburg
Für Amtsinhaber Martin Horn gilt es nun, mit den Grünen, die Monika Stein unterstützt hatten und die die stärkste Kraft im Gemeinderat stellen, wieder in ein konstruktives Arbeiten zu kommen. Er zeigte sich zuversichtlich, dass das funktionieren wird – trotz Streitpunkten wie der Verpackungssteuer. „Das Wahlergebnis ist ein klarer Rückenwind für die Inhalte, die ich biete. Ich bin überzeugt, dass das die nächsten acht Jahre auch überparteilich gelingen wird“, so Horn. Als ein positives Signal darf da gelten, dass die grüne Fraktionsspitze am Sonntagabend auch auf Horns Wahlparty im Friedrichbau vorbeischaute.
So mancher Wahlkämpfer musste am Sonntagabend nach Kräfte zehrenden Wochen erstmal durchschnaufen. Erfreulich war: Freiburg zeigte mit einer Wahlbeteiligung von 56,1 Prozent (mehr als 2018), dass es hier ein großes Interesse an Kommunalpolitik gibt. Und auch der Kandidat-O-Mat der Landeszentrale für politische Bildung verzeichnete allein 60.000 Nutzer.