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Aktionsmonat „Engagierter Juni“ mit fast 100 Veranstaltungen von Initiativen und Vereinen

Workshops, Weiterbildungen, Feste, Tage der offenen Tür, Führungen und viele weitere Aktionen: Das Engagement der Freiburger steht im Mittepunkt vieler Veranstaltungen.Workshops, Weiterbildungen, Feste, Tage der offenen Tür, Führungen und viele weitere Aktionen: Das Engagement der Freiburger steht im Mittepunkt vieler Veranstaltungen. Foto: Patrick Seeger/Stadt Freiburg

Viele Menschen in Freiburg engagieren sich ehrenamtlich. Sie helfen Kindern beim Lesenlernen, sammeln Müll an der Dreisam oder begleiten Geflüchtete bei Behördengängen. Der Aktionsmonat „Engagierter Juni“ will dieses Engagement sichtbar
machen. Von Montag, 1. Juni, bis Dienstag, 30. Juni, stellen Initiativen und Vereine sich mit einem üppigen Programm vor.

Für alle, die sich für Freiburgs Orte des Engagements interessieren, gibt es am Freitag, 12. Juni, um 15, 16 und 17 Uhr eine spannende Stadt-Rallye: die „Tür zu Tür Tour“. Neben dem Ziel, die Vielfalt des Engagements in Freiburg sichtbar zu machen und zu feiern, möchte sich die Stadt bei den Menschen, die sich engagieren, bedanken. So können Engagierte am Samstag, 13. Juni, kostenlos alle städtischen Museen besuchen.

Einer der Höhepunkte ist der Aktionstag „Engagement an einem Tisch“ am Donnerstag, 18. Juni, auf dem Platz der Alten Synagoge. Hier stellen von 16 bis 19 Uhr über 70 Initiativen ihr Engagement vor. Unter anderem ist das Kunstmobil vor Ort und bietet kreative, interaktive Angebote. Zwei Theaterführungen ergänzen den Tag. Auch für das leibliche Wohl ist gesorgt: Dank Foodsharing, dem Bike-Café und dem Weltacker. Nachts kreativ werden können Interessierte am Freitag, 19. Juni. Zum ersten Mal findet in Freiburg die „Nachtschicht“ statt. Von 18 Uhr bis Mitternacht sind gemeinwohlorientierte Initiativen und örtliche Kreativunternehmen aktiv.

Ausklingen wird der „Engagierte Juni“ am 29. und 30. Juni mit Möglichkeiten zur Vernetzung. Am Montag, 29. Juni, werden bei einem Filmabend unter dem Motto „Engagement in Film und Ton“ kurze Filme gezeigt. Hierfür können Filme (maximal zehn Minuten) per Mail an engagement@
freiburg.de vorgeschlagen werden.

Den Kalender mit dem vollständigen Programm gibt es auf www.freiburg.de/engagierterjuni.

Kunst im Faulerbad: Finissage und besonderes Konzertevent

Die Ausstellung „Kunst auf der Liegewiese und in der Faulerstraße“ 2025/26 endet zum 13. JuniDie Ausstellung „Kunst auf der Liegewiese und in der Faulerstraße“ 2025/26 endet zum 13. Juni . Fotos: Sabine Felder/Johannes Bierling

Die Ausstellung „Kunst auf der Liegewiese und in der Faulerstraße“ 2025/26 endet zum 13. Juni mit der Finissage und einem besonderen Konzertevent. Nach der Eröffnung um 17 Uhr durch den Kultur- und Sozialbürgermeister Roland Meder tritt das „Das Buschorchester – kleines Ensemble“ auf. Das Ensemble unter der Leitung von Christian Deichert verbindet die Musik verschiedener Kulturen mit mitreißender Rhythmik, selbst gefertigten Instrumenten und faszinierenden Stimmen. Bei der Ausstellung sind Werke der Künstler Johannes Bierling, Ronald Dörfler, Sabine Felder, Alois Landmann, Ulrich Sälzle, Dietrich Schön, Sandra Simon, Skylar Schmidt, René Sieber, Jörg Siegele, Ralf Weber und Peter Zimmermann zu sehen.

Kinotipp: In „Solo Mio“ ist Kevin James als Single auf Hochzeitsreise

Matt (Kevin James) und die quirlige Italienerin Gia (Nicole Grimaudo) sind auf einer Wellenlänge.Matt (Kevin James) und Gia (Nicole Grimaudo) sind auf einer Wellenlänge. Foto: Constantin Film

Manchmal schreibt das Leben doch die besten Geschichten, wenn es nicht nach Plan läuft: Als Matt solo und mit frisch gebrochenem Herzen in seine geplante Hochzeitsreise aufbricht, ahnt er noch nicht, dass seine Geschichte eine überraschende Wendung nehmen wird. Zwischen Sonne, Lebensfreude und ganz neuen Begegnungen erlebt er das Abenteuer seines Lebens.

Jahrelang hat Matt (Kevin James, „Der Kaufhaus Cop“, „King of Queens“) gespart, um seiner Verlobten (Julie Ann Emery, „Preacher“) eine Traumhochzeit in Italien und unvergessliche Flitterwochen zu ermöglichen. Doch dann lässt seine Zukünftige ihn plötzlich allein vor dem Altar zurück. Mit gebrochenem Herzen bleibt Matt nichts anderes übrig, als die teuer gebuchte Reise allein anzutreten. Er reist quer durch das Land und versucht, die Geschehnisse zu verarbeiten.

Dabei trifft er auf die quirlige Italienerin Gia (Nicole Grimaudo, „Männer al Dente“), deren Frohsinn ihm neue Perspektiven eröffnet. Gemeinsam entdecken sie, wie das Leben und die Liebe unerwartete Wendungen nehmen können – und dass Glück oft dann entsteht, wenn man es nicht sucht. Denn für Matt ist dies nicht nur eine unvergessliche Reise, sondern eine zweite Chance.

Unter der Regie von Chuck und Dan Kinnane („Home Team“) zeigt Publikumsliebling Kevin James in „Solo Mio“ seine romantische Seite – eine bewegende Liebeskomödie voller Charme, Emotionen und ganz viel Dolce Vita.
Gemeinsam mit John und Patrick Kinnane schrieb Kevin James auch das Drehbuch zum Film. In weiteren Rollen spielen Kim Coates („Sons of Anarchy“, „Bad Blood“), Jonathan Roumie („The Chosen“) sowie Alyson Hannigan („American Pie“-Reihe, „How I Met Your Mother“).

Neuanfang statt Abgang in der Komödie „Ticket fürs Leben“

Chansonnier Antoine Toussaint (Gérard Darmon) trifft auf die temperamentvolle Victoire (Valérie Lemercier). Foto: Weltkino FilmverleihChansonnier Antoine Toussaint (Gérard Darmon) trifft auf die temperamentvolle Victoire (Valérie Lemercier). Foto: Weltkino Filmverleih

Der Chansonnier Antoine Toussaint (Gérard Darmon) ist seit Jahrzehnten ein gefeierter Star. Als er auf der Bühne zusammenbricht, scheint das Ende seiner Karriere besiegelt. Frustriert plant er seinen Abgang und nimmt den nächsten Zug nach Genf. Doch die Reise verläuft anders als geplant, denn in seinem Abteil sitzt die temperamentvolle Victoire (Valérie Lemercier) – glühender Fan des Sängers und voller unerschütterlichem Optimismus. Antoine will sie schnellstens wieder loswerden, doch Victoire lässt sich schwer abwimmeln und bringt – ohne es zu ahnen – seine Pläne ins Wanken. Zu seiner großen Überraschung wächst ihm die quirlige Nervensäge langsam ans Herz.

Mit viel Humor und unverkennbar französischer Leichtigkeit erzählt der Film von unerwarteten Neuanfängen und spätem (Liebes-)Glück.

„Verflucht normal“ erzählt die berührende Geschichte von John Davidson

Dass die Queen ein unkontrollierbares „Problemkind“ mal mit dem Orden des British Empire auszeichnen würde, damit hätte wohl niemand gerechnet – am allerwenigsten John Davidson selbst. In den frühen 1980er-Jahren wächst John (Scott Ellis Watson) in einer schottischen Kleinstadt auf. Im Alter von zwölf Jahren beginnt er unter heftigen nervösen Tics zu leiden. Aufgrund dieser erst Jahre später als Tourette-Syndrom diagnostizierten Erkrankung wird sein Leben zu einem endlosen Spießrutenlauf.

Mit Mitte 20 lebt John (Robert Aramayo) noch bei seiner Mutter (Shirley Henderson). Die Nebenwirkungen der starken Medikamente, auf die er angewiesen ist, rauben ihm fast jeden Lebensmut, als die zufällige Begegnung mit seinem Schulfreund Murray (Francesco Piacentini-Smith) und dessen Mutter Dottie (Maxine Peake) endlich eine Wendung bringt. Dottie ist Krankenschwester und akzeptiert John, so wie er ist. Sie nimmt ihn in ihrer Familie auf und findet sogar einen Job für ihn als Assistent des Gemeindezentrum-Hausmeisters Tommy (Peter Mullan). Ein aberwitziges Vorstellungsgespräch, bei dem Tommy wie kein anderer auf Johns Tics reagiert, legt den Grundstein für eine innige Freundschaft.

Langsam findet John den Mut und die Zuversicht, ein selbstbestimmtes Leben zu führen und erkennt, wie wertvoll seine Erfahrungen auch für andere sind. Basierend auf der Lebensgeschichte des echten John Davidson, erzählt der Film mit einfühlsamem Humor und großer Wärme davon, wie er trotz seiner Tourette-Erkrankung, trotz Ausgrenzung und mangelndem Verständnis seinen Weg findet und schließlich zu einem der bekanntesten Aktivisten für Tourette-Aufklärung wird.

Von der WhatsApp-Idee zur Hilfsinitiative: Black Forest Unit unterstützt über 400 Kinder in der Region

Luis Demigo und Enrico Stanciu (von links) sind die Gründer von Black Forest Unit. Foto: Privat

Was mit einer kleinen Weihnachtsaktion begann, hat sich innerhalb weniger Jahre zu einem sozialen Projekt entwickelt, das in Freiburg und Umgebung Hunderte Kinder und Familien erreicht. Hinter der Black Forest Unit stehen Luis Demingo und Enrico Stanciu – zwei junge Männer, die nicht nur eine gemeinsame Idee verbindet, sondern auch ähnliche persönliche Erfahrungen.

Kennengelernt haben sich die beiden über einen gemeinsamen Freund. Auslöser war zunächst eine einfache Hilfsaktion: Luis Demingo hatte über seinen WhatsApp-Status nach Geschenken für Familien und Kinder gesucht, die Unterstützung benötigen. Enrico Stanciu wurde darauf aufmerksam und erkannte schnell, dass daraus mehr entstehen könnte als nur eine einmalige Spendenaktion.

Persönliche Erfahrungen als Inspiration

Was die beiden früh zusammenschweißte, waren jedoch vor allem ihre persönlichen Lebensgeschichten. Sowohl Demingo als auch Stanciu sind mit suchtkranken Elternteilen aufgewachsen. Erfahrungen mit Instabilität, Angst und emotionaler Überforderung prägten ihre Kindheit – und gleichzeitig ihren Wunsch, heute anderen Menschen Unterstützung zu geben.
Aus dieser Motivation entstand Schritt für Schritt die Black Forest Unit. Im Mittelpunkt steht dabei vor allem der Gedanke der Gemeinschaft. Ziel des Projekts ist es, Menschen zusammenzubringen und dort Hilfe anzubieten, wo soziale Not oft im Verborgenen bleibt. Besonders Kindern und Familien möchten die Initiatoren das Gefühl vermitteln, nicht allein oder vergessen zu sein.

„Gerade, wenn man selbst schwierige Situationen erlebt hat, weiß man oft, wie viel schon kleine Gesten bewirken können“, sagen die beiden.

Die mittlerweile größte Aktion der Black Forest Unit ist die jährliche Weihnachtsaktion für Kinder aus Heimen und bedürftigen Familien. Während 2022 zunächst rund 180 Kinder erreicht wurden, profitieren inzwischen weit über 400 Kinder in Freiburg und der Region von der Initiative.

Darüber hinaus engagiert sich die Gruppe mit interkulturelle Essensangeboten, unterstützt Kampfsportprogramme für Kinder mit belasteten familiären Hintergründen sowie Futterspendenaktionen gemeinsam mit der „Treue Begleiter Tiertafel“. Außerdem arbeitet die Black Forest Unit mit sozialen Einrichtungen, Vereinen sowie Partnern aus Freiburg zusammen. Aktuell dokumentieren Demingo und Stanciu ihren Weg zudem filmisch, um auch die persönlichen Geschichten hinter sozialen Projekten sichtbar zu machen.

Eine besondere Anerkennung erhielt die Black Forest Unit im Jahr 2025: Für ihr junges soziales Engagement wurden die beiden Gründer mit dem Freiburger Ehrenamtspreis ausgezeichnet. Überreicht wurde die Ehrung von Freiburgs Oberbürgermeister Martin Horn. Ausgezeichnet wurde die Initiative insbesondere für ihren Einsatz zugunsten von Kindern, Familien und sozialen Einrichtungen in Freiburg.

Für die Gründer ist die Auszeichnung vor allem ein Zeichen dafür, dass gesellschaftlicher Zusammenhalt aktiv gestaltet werden kann – auch von jungen Menschen. Langfristig möchten Luis Demingo und Enrico Stanciu mit der Black Forest Unit mehr als einzelne Hilfsaktionen schaffen. Ihr Ziel ist es, eine Bewegung aufzubauen, die Menschen verbindet und zeigt, wie viel gemeinschaftliches Engagement in einer Stadt bewegen kann.

In einer Zeit, in der sich viele Menschen zunehmend voneinander entfernen, sehen sie echte Gemeinschaft als einen der wichtigsten Werte überhaupt. Ihre Erfahrung aus den vergangenen Jahren zeige vor allem eines: Auch ohne große finanzielle Mittel könne viel Positives entstehen – wenn Menschen gemeinsam an eine Idee glauben. Enya Steinbrecher

Nach 16 Jahren verlässt Friederike Schulte das Carl-Schurz-Haus

Friederike Schulte verlässt das Carl-Schurz-Haus. Foto: Carl-Schurz-Haus

Von Barack Obama bis Donald Trump: Während ihrer 16 Jahre am Carl-Schurz-Haus erlebte Friederike Schulte tiefgreifende Veränderungen im transatlantischen Verhältnis. Zum Abschied blickt sie auf bewegte Jahre, besondere Begegnungen und neue Herausforderungen für demokratischen Dialog.

Nach 16 Jahren verlassen Sie das Carl-Schurz-Haus. Wie fühlt sich dieser Schritt an?

Friederike Schulte: Ich war eigentlich immer in Bewegung. Ich bin vor knapp 16 Jahren auf den fahrenden Zug aufgesprungen – und jetzt springe ich auch wieder von einem fahrenden Zug ab. Ich hoffe, dass ich später einmal Zeit habe, alles Revue passieren zu lassen. Im Moment überwiegt vor allem die Dankbarkeit, ich freue mich aber auch darauf, etwas Neues auszuprobieren.

Wenn Sie auf diese Jahre zurückblicken: Was hat sich in dieser Zeit verändert?

Schulte: Diese Jahre lassen sich eigentlich gar nicht zusammenfassen. Ich habe während der zweiten Amtszeit von Barack Obama angefangen, dann kamen zweimal Donald Trump und einmal Joe Biden. Insgesamt ist vieles unberechenbarer geworden. Dadurch hat unsere Arbeit auch an Relevanz gewonnen. Der Kontakt zwischen Menschen, der Dialog, offene Gespräche – all das ist dringlicher denn je.

Hat die politische Entwicklung das Verhältnis zwischen Deutschland und den USA und damit auch Ihre Arbeit beeinflusst?

Schulte: Der Fokus hat sich verändert. Das Verhältnis zwischen Deutschland und den USA ist so komplex geworden, dass viele Menschen sagen: „Die können doch nicht einfach abstrakte Malerei zeigen und Romane besprechen, wenn die Politik so turbulent ist.“ Deshalb standen politische Debatten zunehmend im Zentrum unseres Programms. Dafür gibt es in der lokalen Bevölkerung einen großen Bedarf. Gerade weil demokratische Grundgedanken heute wieder infrage gestellt werden, müssen wir neu darüber sprechen. Der binationale Blick hilft dabei oft auch, Rückschlüsse auf die eigene Kultur zu ziehen.

Gab es dabei auch einen stabilen Kern, auf den Sie sich verlassen konnten?

Schulte: Ja, absolut. Das Institut konnte sich immer auf seine Satzung und auf die Gründungsidee der Amerika-Häuser berufen. Diese entstanden ja im Kontext der Demokratisierung nach dem Zweiten Weltkrieg. Wir sind der Pflege des transatlantischen Verhältnisses verpflichtet – darauf kann man immer wieder aufbauen.

Welche Momente sind Ihnen besonders in Erinnerung geblieben?

Schulte: Über die Jahre konnten wir viele tolle Persönlichkeiten nach Freiburg holen, auch eigene Idole. Ich bin zum Beispiel ein großer Fan von David Sedaris. Damit hat sich für mich ein Traum erfüllt. Sehr beeindruckend war auch die Gespräche mit der Holocaust-Überlebenden Ruth Klüger, die mehrere Tage hier war. Aber es gab auch Pleiten, Pech und Pannen. Wenn man komplexe Veranstaltungen mit Kunstinstallationen plant und plötzlich etwas zusammenbricht, dann stehen am Ende alle mit Tesafilm da, improvisieren gemeinsam und legen Nachtschichten ein. Gerade solche Situationen schweißen ein Team zusammen. Generell ist das Carl-Schurz-Haus einfach ein schöner, idealistischer Ort: Ich bin jeden Tag gern hierher gekommen. Durch die vielen Lehrkräfte, die hiertätig sind, herrscht eine sehr bunte Atmosphäre. Alle sind Native Speaker von verschiedenen Kontinenten, und auf den Fluren ergeben sich ständig spontane Gespräche. Das Haus war immer offen, lebendig und international.

Sie verlassen Freiburg und ziehen auf die Nordseeinsel Pellworm. Wie kam es dazu?

Schulte: Dort liegen die familiären Wurzeln meiner Mutter, und dieser Ort zieht mich schon viele Jahre an. Jetzt gebe ich dem endlich nach und bin ganz offen und gespannt auf den Orts- und Perspektivwechsel. Zunächst werde ich dort ein Ferienhaus verwalten und schauen, was sich daraus entwickelt.

Das Carl-Schurz-Haus steht finanziell unter Druck. Mit welchen Gefühlen gehen Sie in dieser Situation?

Schulte: Das ist schwierig. Wir suchen weiterhin nach einer passenden Immobilie und kämpfen gleichzeitig mit Budgetkürzungen. Das ist aus meiner Sicht der absolut falsche Moment, um diese komplexe und wichtige Arbeit herunterzukürzen. Gerade Projekte wie unsere Medienkompetenz-Workshops an Schulen sind heute enorm wichtig. Wir leben in einer Zeit, in der viele Menschen nur noch in ihren eigenen Informationsblasen unterwegs sind. Wenn ausgerechnet in solchen Zeiten Gelder für unsere Arbeit infrage gestellt werden, ist das problematisch.

Zum Abschied kuratieren Sie noch die Ausstellung „Inselmenschen – Island People“. Was bedeutet Ihnen dieses Projekt?

Schulte: Das ist für mich ein besonders schöner Abschluss. Die Ausstellung von Ulrich Mack zeigt Bilder von Menschen auf Pellworm und von den Outer Banks in North Carolina und eröffnet damit transatlantische Perspektiven auf das Leben auf Inseln. Dieses Projekt hat für mich eine große persönliche Bedeutung und ist in gewisser Weise auch wegweisend.

Und wie fällt Ihnen der Abschied insgesamt?

Schulte: Es erleichtert mir sehr, dass ich mit Roman Seebeck einen tollen Nachfolger habe. Ich habe das gute Gefühl, das Haus in sehr versierte Hände zu übergeben. Und manchmal ist es auch gut, wenn jemand Neues mit frischem Blick an bestehende Probleme herangeht.

Im Freiburger Münster ist die spektakuläre Kunstinstallation „Sichtbar – Unsichtbar“ zu sehen

Die Fäden im und über dem Altarraum und dem Mittelschiff des Münsters verändern ihr Erscheinungsbild mit dem Lichteinfall und den Tageszeiten. Foto: Bernd PetersDie Fäden im und über dem Altarraum und dem Mittelschiff des Münsters verändern ihr Erscheinungsbild mit dem Lichteinfall und den Tageszeiten. Foto: Bernd Peters

Sechs Wochen lang hat die bayerische Künstlerin Elke Maier im Freiburger Münster gearbeitet. Dutzende Kilometer Baumwollgarn wurden dabei zu Kunst. Nun ist Maiers Installation „Sichtbar – Unsichtbar“ fertiggestellt. Sie ist eine Premiere für das Münster und wurde am Pfingstmontag bei einer Vernissage im gut gefüllten Kirchenschiff der Öffentlichkeit vorgestellt.

Elke Maier, die in Kärnten lebt, hat eigentlich Malerei studiert. Seit über 20 Jahren jedoch spannt sie kilometerlange Kunstinstallationen aus weißem Baumwollgarn in Kirchen auf, unter anderem in Graz, Wien und Salzburg. In Bamberg wurden für ihre bisher größte Arbeit rund 50 Kilometer Faden verarbeitet. In Freiburg dürften es noch mehr sein, denn hier ist die bislang größte Arbeit der Künstlerin zu sehen. Bis Ende September, dann werden die Fäden entfernt. Ginge es nach ihr, so Maier, könnte ihr Werk auch länger Bestand haben. Es wäre spannend für sie zu sehen, wie das Garn sich mit der Zeit verändert und verfärbt.

Dem Mammutkunstwerk gingen von der Idee bis zur Umsetzung rund sieben Jahre voraus. Damals wurde Katharina Seifert, Kunstreferentin und Kuratorin am Erzbischöflichen Ordinariat in Freiburg, auf Maiers Arbeitsweise aufmerksam. Fünf Jahre später begannen die konkreten Vorbereitungen, und auf der Zielgeraden der Arbeit wurde Maier von ihrem Sohn Aaron eine Woche lang beim Fäden-Aufspannen unterstützt. „Elke Maier lässt uns das Münster neu sehen“, so Seiferts Fazit am Montag. „Sie macht die Räume zwischen der Architektur des Münsters sichtbar.“ Jede Kirche, in der Maier arbeitet, verändert durch deren Installationen ihr Gesicht auf eine andere, einmalige Weise. Um ihre Fäden zu befestigen, greift sie ausschließlich auf vorhandene Bauelemente zurück. Der Denkmalschutz würde etwas anderes auch nicht zulassen, so Seifert. Ortsspezifische Kunst also, die prozessual, zeitlich begrenzt und „immersiv“ ist, indem sie die Kirchenbesucher während der Arbeit am Entstehen des Werks mitten in der Arbeit teilhaben lässt.

Hunderte Arbeitsstunden

Maiers Fäden im und über dem Altarraum und dem Mittelschiff des Münsters verändern ihr Erscheinungsbild mit dem Lichteinfall und den Tageszeiten. „Sichtbar – Unsichtbar“ sieht also keine zwei Mal gleich für die Kirchenbesucher aus. Dieser „Dialog mit dem Licht“ entfalte eine nahezu meditative Wirkung, so Kunsthistorikerin Antje Lechleiter bei der Vernissage im Gespräch mit Elke Maier, die wiederum betonte, dass es ihr vor allem um einen Eindruck der Schwerelosigkeit und eine Art „innere Aufrichtung“ bei ihrer Kunst gegangen sei. Das habe, bei aller körperlichen Anstrengung, die so ein Fadenkunstwerk über Hunderte Arbeitsstunden in einer Kirche dieser Größe verursacht, den Effekt gehabt, dass sie sich immer leichter gefühlt habe, je länger und anstrengender ihr sechswöchiger Schaffensprozess wurde. Und anstrengend muss diese Arbeit tatsächlich gewesen sein: Vom Altarraum aus erstrecken sich Maiers Garne über 120 Meter weit hinein ins Mittelschiff des Münsters. Wie „Sichtbar – Unsichtbar“ genau aussehen würde, sei vorher nicht absehbar gewesen, so die Künstlerin. Alles sei vom Eindruck bestimmt worden, den der Kirchenraum auf sie gehabt habe. „Je länger ich gearbeitet habe, desto mehr hat der Raum mich berührt“, so die Künstlerin.

Die 43.000 Euro Projektkosten konnten mithilfe der Erzbischof-Hermann-Stiftung des Bistums Freiburg gestemmt werden. Für die Stiftung betonte Dompfarrer Alexander Halter am Montagabend, dass die Installation Elke Maiers „eine neue Bedeutungsschicht“ über den Kirchenraum gelegt habe und viele Fragen an die Besucher und Betrachter stelle. Kunst dürfe in solch einer Weise „irritieren und herausfordern“, so Halter. Dass eine Leserbriefschreiberin sich in der Bistumszeitung „Konradsblatt“ über Maiers Werk als „symbolischen Firlefanz, den keiner braucht“ moniert
habe, greife daher viel zu kurz.

Bernd Peters

Die Ausstellung „Sichtbar – Unsichtbar“ im Freiburger Münster ist bis zum 28. September zu sehen. Begleitet wird die Installation von einer Fotoausstellung im Münsterforum in der Herrenstraße 33 in Freiburg.

SC-Kicker werden nach dem Europa-League-Finale gefeiert wie Sieger

Beim Empfang auf der Messe waren SC Trainer Julian Schuster und sein Team noch sichtlich geknickt von der Niederlage - die Euphorie der Fans war trotzdem riesig. Foto: Detlef BergerBeim Empfang auf der Messe waren SC Trainer Julian Schuster und sein Team noch sichtlich geknickt von der Niederlage – die Euphorie der Fans war trotzdem riesig. Foto: Detlef Berger

Trotz der Niederlage im Finale der Europa League wurden die Spieler des SC Freiburg am Donnerstag nach ihrer Rückkehr aus Istanbul wie Sieger empfangen. Rund 5.500 Fans waren auf den Messplatz geströmt, um das Team von Trainer Julian Schuster euphorisch zu feiern. Als sie die Bühne betraten, war der Jubel riesig und die Fans sangen „Oh wie ist das schön“. Die Fußballer waren noch sichtlich geknickt und konnten sich nicht so richtig freuen. „Es fällt uns allen hier im Moment wirklich schwer, weil unser Ehrgeiz unglaublich groß war. Wir hatten über die letzten Wochen den Glauben entwickelt, dass wir nicht nur im Finale stehen, sondern den Pokal mit nach Freiburg bringen. Diesen Schmerz werden wir umwandeln in Energie und in Kraft – und das wird uns nur noch besser und stärker machen“, so Julian Schuster.

Von den Fans gefeiert zu werden, war für die Spieler definitiv wichtig: „Es tut uns unglaublich gut, euch alle hier zu sehen und hilft uns allen sehr, diesen Schmerz zu verarbeiten.“ Auch wenn die Absage für die Nationalelf von Julian Nagelsmann schon feststand, skandierten die Fans „Ginter zur WM“. „Wir haben alle wahnsinnig viel investiert und haben alle eine sehr, sehr besondere Saison daraus machen können“, sagte Matthias Ginter auf der Bühne zu Moderator Tom Bartels. Schon zum dritten Mal habe der SC die Quali für die Champions League knapp verpasst, „irgendwann sind wir dran.“

Bei dem Empfang durften sich die Spieler auch ins Goldene Buch der Stadt eintragen. Voll des Lobes war natürlich auch Rathaus-Chef Martin Horn, der ebenfalls erst aus Istanbul zurückgekehrt war. „Das ist der größte Erfolg in der Vereinsgeschichte. Wir sind stolz auf euch. Das größte und wichtigste Aushängeschild der Stadt. Danke an diesen tollen Verein – den europaweiten Botschafter der Stadt“, sagte er. Jetzt geht es für die Kicker erstmal in den wohlverdienten Urlaub, damit sie in der Liga und in der Conference League wieder durchstarten können – wir freuen uns darauf!

Rund 5.500 Fans waren gekommen, um die Spieler zu feiern. Foto: Detlef Berger
Emotional wurde es auch, als „Chicco“ Höfler verabschiedet wurde. Foto: Detlef Berger
Matthias Ginter und seine Mannschaftskollegen durften sich ins Goldene Buch der Stadt eintragen. Foto: Detlef Berger
Anlässlich des Finales leuchtete vieles in Freiburg in rot – wie das Stadttheater. Foto: SC Freiburg

Schönheitswettbewerb: Spanierin zum „Face of WM“ im Europa-Park gekürt

Sie ist das „Face of WM 2026“: Dalina Polat (Mitte) aus Spanien – hier mit den Moderatoren des Abends Joachim Llambi und Babett Konau.Sie ist das „Face of WM 2026“: Dalina Polat (Mitte) aus Spanien – hier mit den Moderatoren des Abends Joachim Llambi und Babett Konau. Foto: Europa-Park

Im Europa-Park stand Fußball am Donnerstagabend im Mittelpunkt. Internationale Schönheit, Glamour und Fußballbegeisterung herrschten in der Silver Lake City. Denn hier wurde das internationale Finale des Schönheitswettbewerbs „Face of WM 2026“ gefeiert. 19 nationale Landessiegerinnen präsentierten sich dem Publikum und einer VIP-Jury, in der unter anderem der Ex-Fußballprofi Cacau und Ex-Europameister Markus Babbel saßen.

Die Teilnehmerinnen reisten aus zahlreichen Ländern an und sorgten mit Eleganz, Persönlichkeit und internationalem Flair für eine außergewöhnliche Atmosphäre. Moderiert wurde das Showevent von „Let’s Dance“-Juror Joachim Llambi und Ex-Miss Germany Babett Konau. Nach mehreren Showdurchgängen, Interviews und Präsentationen entschied die Jury über die Gewinnerinnen des Abends. Der Sieg ging an Dalina Polat aus Spanien, gefolgt von Dirodia de Haseth aus Curaçao und Katharina Westphal aus Deutschland auf dem dritten Platz. Die Siegerin erhielt ein Preisgeld in Höhe von 3.000 Euro. Insgesamt wurden Preisgelder in Höhe von 6.000 Euro vergeben.

„Die Atmosphäre war einzigartig. Die Verbindung aus Internationalität, Europa-Park, Fußball-WM und emotionaler Bühnenshow hat diesen Abend zu etwas ganz Besonderem gemacht“, so Veranstalterin Ines Klemmer.

Unter anderem Ex-Fußballprofi Cacau saß in der Jury des Events. Foto: Europa-Park
Die Top 3: Dirodia de Haseth (2. Platz), Dalina Polat (Face of WM) und Katharina Westphal (3. Platz) (von links nach rechts)