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Porträt einer Poetin: Sandra Hüller als Ingeborg Bachmann

Ingeborf Bachmann (Sandra Hüller) in ihrer Wohnung in Rom.Ingeborf Bachmann (Sandra Hüller) in ihrer Wohnung in Rom. Foto: Zeerone Film GmbH

In einer poetischen Spurensuche lässt Regisseurin Regina Schilling das Publikum am Entstehen von Kunst teilhaben: Schauspielerin Sandra Hüller nähert sich dem Leben von Ingeborg Bachmann an einem imaginären Tag und verleiht ihren Worten eine eindringliche Präsenz.

Mit einem kunstvollen Geflecht aus improvisierten Szenen, Archivschätzen, Interviews und Bachmanns eigenen Texten durchmisst der Film die zentralen Lebensphasen der Autorin – von der Kriegskindheit in Kärnten über den Aufstieg zum Star der Gruppe 47 bis zu den letzten Tagen in Rom. Der Weg ist gezeichnet von ihren komplizierten Beziehungen zu Paul Celan, Hans Werner Henze und Max Frisch und einem unnachgiebigen Ringen um eine eigene Sprache.

Neubau an zentraler Stelle: Wie sieht die Zukunft des „Adam-Hauses“ aus?

Das „Adam-Haus“ soll einem Neubau weichen. Die städtebauliche Voruntersuchung schlägt als Idee eine unterirdische Verlängerung der Bahnhofsunterführung ins Untergeschoss des Neubaus vor.Das „Adam-Haus“ soll einem Neubau weichen. Foto: Joers

An einer städtebaulich bedeutenden Ecklage gegenüber des Hauptbahnhofs soll ein Hochhaus-Projekt auf den Weg gebracht werden. Das bestehende zwölfgeschossige Gebäude an der Eisenbahnstraße/Bismarckallee – auch „Adam-Haus“ genannt – soll demnach abgerissen und neu gebaut werden. Auch im Untergrund ergäben sich dadurch Chancen.

Im Freiburger Wochenbericht vom 15. Februar 1968 wurde mit überschwänglichen Worten die nahende Eröffnung eines neuen Ladenzentrums am Eingang zur Eisenbahnstraße begrüßt. Das Modegeschäft „Adam“ eröffnete im 1967 erbauten Hochhaus der Iduna-Versicherung seine Türen – „ein Fachgeschäft, das sich, wie schon der Name vermuten lässt, an die Herrenwelt wendet“, so der Wochenbericht damals. Das Hochhaus, in dem auch Büros und weitere Geschäfte unterkamen, wurde als „besonders eindrucksvolle Visitenkarte einer modernen und aufgeschlossenen Stadt“ gepriesen.


Nun blickt das sogenannte „Adam-Haus“ wohl seinem Ende entgegen. Am Mittwoch beschäftigt sich der Bau-, Umlegungs- und Stadtentwicklungsausschuss der Stadt Freiburg mit den Ergebnissen einer städtebaulichen Voruntersuchung für das Eckgrundstück zwischen Eisenbahnstraße und Bismarckallee. Dem Grundstück komme aufgrund seiner Lage im Ein- und Ausgangsbereich des Hauptbahnhofs „eine herausgehobene städtebauliche Bedeutung zu“, heißt es im Stadtplanungsamt. Die Studie, die vom Architektur- und Stadtplanungsbüro ASTOC zusammen mit Fachplanern durchgeführt wurde, kommt zu dem Ergebnis, dass eine Sanierung des Bestandsgebäudes zwar technisch möglich sei. Aufgrund des damit verbundenen großen Aufwands könne über den Bestandserhalt jedoch „keine gute Lösung und auch keine Wirtschaftlichkeit erreicht“ werden, heißt es in der Vorlage. Vor allem die niedrigen Raumhöhen, die mangelnde Tageslichtversorgung, unzureichende Belüftung, veraltete Haustechnik und Brandschutzmängel stünden dem entgegen. Schon jetzt gebe es dort eine Leerstandsquote von 20 Prozent.

Eigentümer des Gebäudes ist die Sicore Real Assets, eine Immobilieninvestmentfirma mit Sitz in Hamburg. Dort spricht man sich nach Abwägung aller Aspekte gegen einen Erhalt des Gebäudes aus. Noch steht das Vorhaben aber ganz am Anfang. Die formale Investitionsentscheidung stehe noch aus, wie der für das Projekt zuständige Pressesprecher Johannes Braun auf Anfrage mitteilt. Die Freiburger Stadtverwaltung schlägt für den geplanten Neubau ein Wettbewerbsverfahren vor. Der Clou: Auch die Bahnhofsunterführung spielt darin eine Rolle.

Im geplanten Wettbewerbsverfahren für das „Adam-Haus“ am Hauptbahnhof könnte die Unterführung unter der Bismarckallee eine gewichtige Rolle spielen. So soll geprüft werden, ob das Neubauvorhaben dazu beitragen kann, die Unterführung attraktiver und barrierefrei nutzbar zu machen. Die Idee: Die Handelsflächen des möglichen Neubaus könnten auf das Untergeschoss ausgeweitet werden und so an die Bahnhofsunterführung angebunden werden. Die Passanten könnte also unterirdisch direkt weiterlaufen in die Geschäfte des Neubaus. Die südliche Treppe der Unterführung würde in diesem Fall wegfallen. Die Freiburger Wirtschaftsförderung (FWTM) soll für diese Idee ihre Erfahrungen in das Verfahren einbringen.

Das Freiburger Stadtverwaltung sieht in einem Neubau viele Vorteile. So könne eine Neuentwicklung mit zeitgemäßen Geschosshöhen, flexiblen Flächenzuschnitten, besseren Belichtungs- und Belüftungsmöglichkeiten sowie modernen Rettungs- und Erschließungswegen „eine langfristigere Nutzungsperspektive bieten“, heißt es. Ziel des geplanten Wettbewerbs ist es, eine Architektur zu finden, die sowohl den städtebaulichen Anforderungen als auch den Bedürfnissen künftiger Nutzer gerecht wird. Dabei soll auch geprüft werden, wie das neue Gebäude zur Belebung und Verbesserung der öffentlichen Räume im Umfeld beitragen kann.


Neben der Wettbewerbsauslobung ist die Vorbereitung eines Aufstellungsbeschlusses für einen Bebauungsplan vorgesehen. 2027 soll beides in Bauausschuss zum Beschluss eingebracht werden.

Die städtebauliche Voruntersuchung schlägt als Idee eine unterirdische Verlängerung der Bahnhofsunterführung ins Untergeschoss des Neubaus vor. Eine der beiden Treppen würde dafür wegfallen. Visualisierung: Astoc

Die regionale Band „Finsterforst“ tritt beim Wacken-Festival auf, davor gibt’s ein Konzert in Freiburg

„Wir wollten unbedingt wieder hier spielen, und das Artik bietet sich als Location bestens an“, so Simon Käflein (3.v.l.), der die Musik schreibt, Gitarre spielt und gelegentlich im Background singt, über das Konzert in Freiburg. Hier mit seinen Bandkollegen (v.l.): Sebastian Scherrer, David Schuldis, Oliver Berlin, Cornelius Heck, Johannes Joseph und Tobias Weinreich.„Wir wollten unbedingt wieder hier spielen, und das Artik bietet sich als Location bestens an“, so Simon Käflein (3.v.l.), der die Musik schreibt, Gitarre spielt und gelegentlich im Background singt, über das Konzert in Freiburg. Hier mit seinen Bandkollegen (v.l.): Sebastian Scherrer, David Schuldis, Oliver Berlin, Cornelius Heck, Johannes Joseph und Tobias Weinreich. Foto: Oliver König

Seit mehr als 20 Jahren begeistert die Band „Finsterforst“ Metalfans. Die Veröffentlichung ihres neuen Albums feiern die Bandmitglieder aus der Region und dem Schwarzwald mit einem besonderen Konzert im Freiburger Artik am 27. Juni. Am 1. August tritt die Band beim legendären Wacken-Festival auf. Was das für die Band bedeutet und wie sich deren Sound verändert hat, verrät Gründungsmitglied Simon Käflein im Gespräch mit Saskia Schuh.

Die Band beschreibt ihren Stil als Black Forest Metal. Was kann man sich darunter vorstellen?

Simon Käflein: In den Anfangstagen vor rund 20 Jahren waren wir im damaligen Pagan-Folk-Metal-Hype unterwegs. Viele Bands – vor allem aus Skandinavien – inszenierten sich mit Trinkhörnern und Wikinger-Ästhetik, und auf diesen Zug sind wir mit aufgesprungen. Mit der Zeit hat sich unsere Musik jedoch stark verändert: Sie wurde schwerer, härter, tiefgründiger und aufwendiger. Viele Elemente kamen hinzu – neben Schlagzeug und E-Gitarren etwa Keyboard-Flächen, orchestrale Passagen, Akkordeon, Akustikgitarren und Chorgesang. Wir haben uns – auch mit einem Augenzwinkern – den Stempel Black Forest Metal gegeben. Das passt zum Bandnamen Finsterforst und ist ein Verweis auf den Schwarzwald. Wer dabei an Black Metal denkt, liegt nicht völlig falsch, denn Einflüsse gibt es.


Eines der Markenzeichen sind aber auch sehr lange Songs?

Käflein: Ja. Unsere Stücke waren von Beginn an überdurchschnittlich lang, und im Laufe der Jahre sind Struktur und Komplexität weiter gewachsen. Wir haben die 20-Minuten-Marke geknackt, auf unserem Album „Zerfall“ von 2019 gibt es etwa den Song „Ecce Homo“, der 36 Minuten dauert. 2022 haben wir mit „Jenseits“ eine EP veröffentlicht, die aus einem einzigen, 40-minütigen Stück besteht. Gleichzeitig habe ich irgendwann gedacht: Es macht zwar Spaß und ist ein Markenzeichen, aber wir rudern etwas zurück. Auf dem neuen Album gibt es noch ein langes Stück, insgesamt sind die Strukturen jedoch zugänglicher geworden. Das hat sich in den letzten Jahren einfach so entwickelt.


Das Release-Konzert für das neue Album spielt die Band in Freiburg. Wie besonders ist es, in der Heimat aufzutreten?

Käflein: Das liegt für uns nahe. Freiburg und die Region sind unsere Heimat: Einige der Bandmitglieder kommen aus dem Elztal, andere aus dem Dreisamtal. Wir wollten unbedingt wieder hier spielen, und das Artik bietet sich als Location bestens an. Als Support ist das Hack String Quartet dabei, geleitet von Jonathan Heck, dem Bruder unseres Drummers. Danach spielen wir zwei Stunden. Das wird ein langes Set – ich bin extrem gespannt.


Der neue Song „Stille Nacht“ hat schon über 37.000 Klicks auf YouTube. Was erwartet die Fans auf dem neuen Album?

Käflein: Unser Sänger Olli verarbeitet auf dem aktuellen Album auch persönliche Erfahrungen. Er ist studierter Sozialarbeiter mit einem sehr fordernden Job und arbeitet mit Menschen in schwierigen Lebenslagen. Dazu kommt der Blick auf unsere Gesellschaft insgesamt: Es gibt viele Problemfelder, Social Media ist nur eines davon. Daraus ergeben sich unzählige Themen. Musikalisch hört man den typischen Finsterforst-Sound. Jedes Album soll dennoch eigene Akzente setzen: Wie erwähnt sind mehrere Songs diesmal kürzer und strukturell simpler – gleichzeitig bleibt die Musik extrem hart und tief. Auch zwei Coversongs finden sich hier wieder.


Inwiefern sind die Region und der Schwarzwald eine Inspiration?

Käflein: Ich kann nur für mich sprechen: In die Musik fließt alles ein, was ich höre und erlebe. Aber ich habe ein starkes Verbindungsgefühl zum Schwarzwald. Ich bin sehr gern dort. Der Schwarzwald kann düster, episch, geheimnisvoll, schön, aber auch wild, wüst, tief und dunkel sein – er ist in jeder Witterung atemberaubend. Beim Schreiben habe ich diese Bilder im Kopf und eine klare Vision, wie die Musik klingen soll.


Die Band tritt dieses Jahr wieder bei Wacken auf – das zweite Mal nach 2013. Wie groß ist die Vorfreude?

Käflein: Die Vorfreude ist riesig, und wir sind sehr aufgeregt. Es gibt kaum eine größere Bühne für Metal-Festivals. Unser erster Auftritt 2013 war schon ein absolutes Highlight für uns. Damals spielten wir am Samstag zur Primetime auf der Wackinger Stage, dieses Jahr dürfen wir wieder zur Primetime ran. Wir sind dankbar für die Gelegenheit – die hat nicht jede kleinere Band.

Was steht dieses Jahr noch an?

Käflein: Zunächst erscheint das Album am 31. Juli, also unmittelbar vor unserem Wacken-Auftritt. Für 2027 hoffe ich auf einige Festival Gigs. Aber die meisten von uns haben Familie und Jobs. Da ist Touren nicht leicht, zumal die Band unser Hobby ist und kein Beruf. Aber ich bin optimistisch und hoffe auf ein starkes Jahr.

Info: Album-Release-Konzert von „Finsterforst“ mit dem Hack String Quartet als Support am 27. Juni, 21 Uhr im Artik (Haslacher Straße 43). Mehr unter www.finsterforst.de.

„Einer für Bayern“: Viel Lob für Manzambi nach seinem WM-Doppelpack

Manzambi„Einer für Bayern“: Johan Manzambi (links), hier beim Bundesliga-Gastspiel der Münchner in Freiburg. Foto: Detlef Berger

Johan Manzambi vom SC Freiburg gelang für die Schweiz am Donnerstag ein Doppelpack bei der Fußball-Weltmeisterschaft. Sein mitreißender Auftritt gegen Bosnien-Herzegowina sorgt nun für viel Aufsehen.

Nach seinem Doppelpack im zweiten WM-Spiel der Schweiz beim 4:1 gegen Bosnien-Herzegowina wird Freiburgs Johan Manzambi von Experten und Medien mit Lobeshymnen überhäuft. „Sank Johan“ titelt zum Beispiel die Schweizer Zeitung Blick.

Und für Fußball-Weltmeister und Magenta-TV-Experte Thomas Müller ist der als Joker eingewechselte Freiburger sogar ein Kandidat für einen Wechsel zum FC Bayern München. „Man spürt die Flexibilität und Unbekümmertheit, aber auch schon eine gewisse Reife. Ich finde seine Entwicklung sehr, sehr gut“, so der 36-Jährige und rät seinem Ex-Verein: „Das ist für mich einer, den sich auch der FC Bayern mal genauer anschauen sollte.“ „Oder der BVB“ , grätschte Müllers Experten-Kollege und Ex-Dortmunder Mats Hummels sofort dazwischen.

Auch der Schweizer Mannschaftskapitän Granit Xhaka lobt das Auftreten der Einwechselspieler (darunter auch Torschütze Ruben Vargas). Über Manzambi sagte Xhaka: „Er ist jung, er hat eine große Zukunft vor sich.“

Für Manzambi selbst ging nach seinen beiden Toren in der 74. und der 90. Minute nach eigener Aussage „ein Traum“ in Erfüllung. „Heute kann ich sicher nicht schlafen“, sagte der 20-Jährige, der großen Anteil an der zurückliegenden Erfolgssaison des SC Freiburg hatte.  In 27 Bundesligaspielen für den SC erzielte er in der vergangenen Saison fünf Tore und kam auf vier Vorlagen. „Wenn ich spiele, will ich immer einen Impact haben. Heute denke ich, dass ich der Mannschaft gut geholfen habe“, sagte Manzambi, der im zweiten WM-Spiel seiner Karriere zum ‚Man of the Match‘ gekürt wurde.

30 Jahre Konzerthaus Freiburg: Wie ein anfangs umstrittenes Haus die Stadt geprägt hat

Konzerthaus FreiburgAm 28. Juni 1996 wurde das Konzerthaus eröffnet. 30 Jahre später wird der runde Geburtstag groß gefeiert. Foto: Bode Fotografie / FWTM

Seit drei Jahrzehnten ist das Konzerthaus Freiburg ein zentraler Ort der Begegnung: Konzerte, Kongresse, Kultur – aufgrund ihrer Wandelbarkeit ist die am 28. Juni 1996 eröffnete Event-Location inzwischen nicht mehr aus der Stadt wegzudenken. Doch ganz am Anfang standen scharfe Debatten.

Was wäre Freiburg nur ohne sein Konzerthaus? Eine solche Frage überhaupt nur in den Raum zu stellen, hätte vor 30, 40 Jahren hitzige Diskussionen ausgelöst. Denn bevor im Mai 1992 die ersten Bagger anrollten, um die Baugrube auszuheben, erlebte Freiburg eine Dekade voller Diskussionen über das Für und Wider eines solchen Bauwerks. Die scharfen Debatten gipfelten schließlich am 26. Juni 1988 in Freiburgs allererstem Bürgerentscheid, den die Gegner des Konzerthauses sogar für sich entscheiden konnten – doch letztlich am Quorum von damals 30 Prozent scheiterten.

Mit der Eröffnung des Konzerthauses am 28. Juni 1996 endete eine mehr als zehnjährige Entwicklungs- und Bauhistorie eines der größten Projekte in Freiburg nach dem zweiten Weltkrieg. Auch die feierliche Eröffnung durch den damaligen Oberbürgermeister Rolf Böhme, ohne den es das Haus laut des damaligen FWTM-Geschäftsführers, Bernd Dallmann, gar nicht geben würde, wurde von Protesten begleitet.

Von Pop bis Klassik

30 Jahre später hat sich dieses Bild komplett gewandelt. Daniela Stobert, Leiterin des Konzerthauses und des Historischen Kaufhauses, berichtet, dass „viele damalige Gegner heute selbst Veranstalter sind“. Die Zahlen sprechen für sich: An 270 Tagen im Jahr ist das Konzerthaus ausgelastet. Insgesamt 5,4 Millionen Gäste haben seit der Eröffnung 11.000 Veranstaltungen verschiedener Formate besucht. „Ein Dach für alle“ – so betitelte Josef Diel (1936–2012), damals Stadtbau-Chef, sein Buch über das Konzerthaus – und sollte mit dieser Losung von einem „Haus für alle“ letztlich Recht behalten.

Freiburgs damaliger OB Rolf Böhme und der frühere FWTM-Chef Bernd Dallmann 1996 bei der symbolischen Schlüsselübergabe.Konzerthaus Schlüsselübergabe. Foto: FWTM

Feiern wird die Freiburg Wirtschaft Touristik und Messe GmbH (FWTM) den Konzerthaus-Geburtstag am 28. Juni mit einem Festakt – auf den Tag genau 30 Jahre nach der Eröffnung. Zum Festakt erhalten neben geladenen Gästen aus Kultur, Politik und Wirtschaft auch interessierte Gäste aus der Stadtgesellschaft die Möglichkeit zur Teilnahme über Verlosungen in verschiedenen Medien. Auch der Freiburger Wochenbericht hat Eintrittskarten verlost.

Von Comedy bis Klassik, von Tagungen bis Kongressen, von Politik bis Popkultur – in drei Jahrzehnten hat das Konzerthaus Freiburg viel erlebt. So waren unter anderem Helene Fischer, David Garrett, Papst Benedikt XVI. oder Bundeskanzlerin Angela Merkel zu Gast. Seit der Eröffnung sind hier das Freiburger Barockorchester, das Philharmonische Orchester, das SWR-Symphonieorchester und die Albert Konzerte zuhause.

Laut Hausleiterin Daniela Stobert seien Konzert- und Kulturverstanstaltungen mit 60 Prozent die Hauptnutzung, 40 Prozent der Auslastung fielen auf Kongresse, Tagungen oder Events. Veranstalter sind jeweils die Mieter, nicht die FWTM. „Wir stehen mit unserem Team bei Veranstaltungen natürlich beratend und begleitend zur Seite“, sagt Stobert.

Überzeugen kann das Haus dank seines ausgeklügelten Konzeptes. So lässt sich der Boden im Rolf-Böhme-Saal absenken oder anheben – je nachdem, ob eine Tagung oder ein Konzert stattfindet. Innerhalb von drei Stunden inklusive Reinigung ist der Umbau vom ebenen Kongresssaal in einen bestuhlten Konzertsaal vollzogen. „Das automatische Absesenken des Bodens dauert nur wenige Minuten. Der Großteil ist Handarbeit“, sagt Christoph Scherbarth, stellvertretender Leiter des Hauses. Hinzu kommen weitere Säle und Tagungsräume bis hin zur Tanzfläche mit Blick auf die Stadt. Das macht das Gebäude flexibel nutzbar für Veranstaltungen unterschiedlicher Größenordnungen.

Im Frühjahr schaffte die FWTM für das Konzerthaus zudem einen eigenen Steinway-Konzertflügel an und unterstrich damit den Anspruch des Hauses als erstklassige Spielstätte. Auch Nachhaltigkeit wird hier groß geschrieben: Sämtliche Leuchtmittel sind auf LED umgerüstet worden, geheizt wird mit Fernwärme und Mehrweg-Geschirr gab es schon vom ersten Tag an im Konzerthaus. Hinzu kommen turnusmäßige Wartungen in den Sommermonaten. „Wir legen großen Wert darauf, das Haus auch nach 30 Jahren auf dem neuesten Stand zu halten“, sagt FWTM-Geschäftsführer Jens Mohrmann.

Quelle: Konzerthaus Freiburg / FWTM

Chronik – 30 Jahre Konzerthaus Freiburg

12. November 1985
Grundsatzbeschluss im Gemeinderat für den Bau einer Kultur- und Tagesstätte

Oktober 2025
Konzert mit Lang Lang

November 1987
Das Berliner Architekturbüro von Dietrich Bangert gewinnt den Architektenwettbewerb.

Juni 1988
Bürgerentscheid über den Bau des Konzerthauses. 56 Prozent stimmen gegen den Bau, doch die Wahlbeteiligung war zu niedrig – das Quorum wird verfehlt.

Mai 1992
Baubeginn für das Konzerthaus

Oktober 1992
Grundsteinlegung

Januar 1994
Der Gemeinderat beschließt den Namen: Konzerthaus Freiburg

Juni 1996
Feierliche Eröffnung des Konzerthauses mit Ministerpräsident Erwin Teufel

Juli 1996
„Tag der offenen Tür“ für die Besucher

Juni 2001
Deutsch-Französisches Gipfeltreffen u.a. mit dem Französischen Staatspräsidenten Jacques Chirac und
Bundeskanzler Gerhard Schröder

Oktober 2001
Verleihung Deutscher Umweltpreis mit Bundespräsident Johannes Rau

25.Mai 2003
Konzert mit Montserrat Caballé

März 2009
Konzert mit Helene Fischer

September 2011
Rede von Papst Benedikt XVI.

Prominente Gäste gab es viele im Konzerthaus –- allen voran Papst Benedikt XVI. im Jahr 2011. Foto: FWTM / Schoenen

2015 bis 2017
Dachsanierung und Installation einer Photovoltaikanlage

2016
Festakt zum 125. Geburtstag von Walter Eucken sowie Wahlkampfveranstaltung der CDU zur Landtagswahl mit Bundeskanzlerin Angela Merkel

April 2024
Umfassende Fassadensanierung

Lesen Sie mehr über das Konzerthaus-Jubiläum auf unseren Sonderseiten.

Großes Festival: „Chorwärts – Freiburg singt alemannisch“ vom 26. bis 28. Juni

Auch die „Soulfamily“ ist beim Festival „Chorwärts“ dabei.Auch die „Soulfamily“ ist beim Festival „Chorwärts“ dabei. Foto: Privat

Alemannisch z`singe – das ist beim diesjährigen Chorwärts-Festival das gemeinsame Anliegen der Veranstalter Chorstadt Freiburg und Chorverband Breisgau. Die Besonderheit: Jeder der mehr als 60 teilnehmenden Chöre wird mindestens ein Lied in alemannischer Mundart präsentieren.

Den Anfang macht die 9. Freiburger Chornacht am Freitagabend. Ab 18 Uhr musizieren die Chöre auf den Bühnen Basler Hof, Rathausinnenhof, Augustinerplatz und im Stadtgarten. Der Abschluss wird das gemeinsam gesungene „Der Mond ist aufgegangen“ um Mitternacht im Stadtgarten sein .

Der Samstag steht dann ganz im Zeichen der Kinder-, Jugend- und Schulchöre. Ab 10.30 Uhr im Stadtgarten und auf dem Augustinerplatz und ab 15 Uhr auch im Baslerhof und im Innenhof des Schwarzen Klosters.Der Abschluss des Samstags findet um 19 Uhr im Stadtgarten statt. Mit dabei das Jazz-Duo „Lose ä Mol“, der „Junior Jazzchor“, der Kammerchor „Vocale Neuburg“ und der Gebärdenchor “Singende Hände“.

Am Sonntag beginnt das Programm um 10.30 Uhr mit Chören aus Freiburg und der Region. Aber auch der Kammerchor „Vocale Neuburg“ aus Vorarlberg und der Winzerchor „La Chorale des Vignerons de Goxwiller“ aus dem Elsass sind zu Gast.
Als weiteres Highlight gibt es das „Offene Singen“ mit Uli Führe. Außerdem ergänzt die Aufführung der „Alemannischen Passion“ um 14 Uhr in der Konviktkirche das Programm. Beim Abschlusskonzert bringen Chöre aus Freiburg und der Region die Bühne mit Stücken in alemannischer Mundart zum Schwingen. Dabei schlägt der Dialekt-Comedy-Preisträger Fabian Bürkin mit seiner Moderation Brücken zwischen den Formationen. Für den alemannischen Drive sorgt die Folk-Rock-Band “Goschehobel“. Und dann das Finale: die Freiburger A-Cappella-Gruppe „anders“. Der Eintritt zu allen Veranstaltungen ist frei, um Spenden wird gebeten.

Mehr unter chorwaerts-freiburg.de.

Metal-Songs, große Gefühle und Malle-Party: So war’s bei den Münsterplatzkonzerten

Popsänger Clueso begeisterte mit emotionalen Songs und seiner lockeren Art.Popsänger Clueso begeisterte mit emotionalen Songs und seiner lockeren Art. Foto: Maximo-Hans Musielik

Für Freiburger Konzertfans war es definitiv eines der Highlights des Jahres: Bei den Münsterplatzkonzerten wurde der Platz rund um das Wahrzeichen wieder zur Bühne für Musik. Rund 23.000 Besucher zog das Live-Spektakel an – der Rekord von 27.500 vom Vorjahr konnte nicht geknackt werden. Trotzdem zeigen sich die Veranstalter zufrieden: „Es kann nicht jedes Jahr einen Rekord geben“, so Marc Oßwald von Vaddi Concerts gegenüber der BZ.

Eröffnet wurde die vierte Auflage des Festivals mit einer „Spanischen Nacht“ der Albert Konzerte, am Tag darauf gab es dann eine besondere Premiere. Mit Sabaton ließ es erstmals eine Heavy-Metal-Band auf dem Münsterplatz krachen. Selbst ein wenig Regen – der einzige während der sechs Festivaltage – konnte ihnen und den Fans nichts anhaben. „Durch Regen. Durch Sturm. Freiburg stand stark. Ein großes Lob an alle unglaublichen Menschen in dieser Menge“, postete die Band samt zahlreicher Fotos und Videos bei Instagram. Popsänger Clueso begeisterte nicht nur mit emotionalen und mitreißenden Songs, sondern auch mit seiner lockeren Art, zahleichen Anekdoten und weil er die Nähe des Publikums suchte und auch mal die Hände in die Menge streckte.

Für Malle- und Partystimmung sorgte dagegen die Band SDP – ihr Konzert war schon lange ausverkauft. „Danke Freiburg…wenn du etwas liebst, dann musst du dafür brennen“, posteten sie samt Bühnen-Schnappschuss. Am Samstag kamen dann Liebhaber elektronischer Musik auf ihre Kosten. Hier sorgten die gefeierten DJs Marco Carola, Jan Blomqvist und Nora En Pure für Stimmung. „Es war so schön und heiß“, schrieb letztere bei Instagram. Zum Finale präsentierte das Freiburger Barockorchester ein „Italienisches Fest“. Die fünfte Auflage der Reihe findet im kommenden Jahr vom 1. bis zum 6. Juni statt – da dürfen sich Musikfans bestimmt wieder auf ein abwechslungsreiches Programm freuen!

Mit „Sabaton“ gab’s erstmals Heavy Metal auf dem Münsterplatz – die Band und deren Fans feierten die Konzertlocation. Foto: www.instagram.com/sabatonofficial
Die Band SDP brachte Malle-Feeling ans Münster – die Stimmung war ausgelassen. Foto: Moreli Ketterer
Am Samstag sorgten DJs wie Nora En Pure für Partystimmung. Foto: Stefan Eckenfels

„Let’s Dance“-Stars bringen internationales Tanzfestival im Juli nach Freiburg

Die Stars aus „Let’s Dance“ hautnah erleben: Melissa Ortiz-Gomez unterrichtet bei der Euro Dance Festival Freiburg-Edition am Samstag und Sonntag gleich mehrere Workshops. Die Stars aus „Let’s Dance“ hautnah erleben: Melissa Ortiz-Gomez unterrichtet bei der Euro Dance Festival Freiburg-Edition am Samstag und Sonntag gleich mehrere Workshops. Foto: Valentin Behringer

Diesen Termin sollten sich Tanzfans vormerken: Vom 30. Juli bis 2. August verwandelt die Freiburg-Edition des Euro Dance Festivals das Ballhaus in eine Bühne für Workshops, Shows und mehr. Die Sommerausgabe von Europas größtem Tanzfestival bringt auch dieses Jahr bekannte Gesichter aus der TV-Show „Let’s Dance“ sowie zahlreiche internationale Trainer nach Freiburg. Mit dabei sind unter anderem Valentin Lusin, Ekaterina Leonova, Paul Lorenz, Sergiu und Anastasia Maruster sowie Melissa Ortiz-Gomez. Gemeinsam mit weiteren internationalen Coaches gestalten sie ein umfangreiches Workshop-Programm für Tanzbegeisterte aller Levels. Auch in diesem Jahr werden wieder rund 1.800 Gäste erwartet.

„Die Freiburg-Edition lebt von ihrer besonderen Atmosphäre: internationale Coaches, unterschiedliche Tanzstile und viele Menschen, die ihre Begeisterung für Tanz teilen“, sagt Johnny Schmidt-Brinkmann, Inhaber der Tanzschule Gutmann. Auf dem Programm stehen Workshops in Standard/Latein, Salsa, Discofox, West Coast Swing, Tango Argentino und weiteren Tanzrichtungen. Ergänzt wird das Festival durch Shows, Social Dancing und Abendveranstaltungen. Highlights sind unter anderem die Summer Salsa Night oder der Sommernachtsball.

Mehr unter www.euro-dance-festival.com. Schaut vorbei!

Großbaustellen auf B31a und Zähringer Straße sorgen für Stau in Freiburg

In Freiburg beginnen die Bauarbeiten auf der B31a stadtauswärtsAutos, wohin das Auge sieht: Die Sanierungsarbeiten auf der B31a haben gerade erst begonnen. Foto: Thomas Kunz

Die Stadt Freiburg erlebt einen staureichen Sommer: Bauarbeiten auf der B31a und an den Stadtbahn-Gleisen in Zähringen bringen den Verkehr ins Stocken. Besserung ist in Sicht.

Dass Geduld auf Freiburgs Straßen stets ein guter Wegbegleiter ist, ist ja nichts Neues. Laut Angaben des Karten- und Navigationsspezialisten TomTom verloren Pendler in der Stadt Freiburg im vergangenen Jahr 61 Stunden im Stau (auf einer Strecke von zehn Kilometer). Die Durchschnittsgeschwindigkeit im Stadtgebiet betrug 28,8 Kilometer pro Stunde.
Zurzeit allerdings müssen Autofahrer besonders gute Nerven mitbringen. Vor einer Woche fiel der Startschuss für eine rund drei Kilometer lange Baustelle auf der B31a stadtauswärts Richtung Kaiserstuhl. Die Sanierungsarbeiten führen zu kilometerlangen Rückstaus auf einer der Hauptverkehrsadern durch Freiburg. Grund dafür sind die lange Einspurigkeit im Baustellenbereich und die auffahrenden Fahrzeuge an den einzelnen Zufahrten. Parallel dazu laufen im Freiburger Norden Sanierungsarbeiten der Freiburger Verkehrs AG an den Gleisen der Zähringer Straße. Auch dort staut sich der Verkehr.

Beim Regierungspräsidium Freiburg (RP), das für die Arbeiten an der B31a zuständig ist, stehen die Telefone seitdem nicht mehr still. „Verständlicherweise sind in den vergangenen Tagen Beschwerden von Bürgerinnen und Bürgern bei uns eingegangen. Wir erklären die Situation in jedem Einzelfall, verweisen auf die anstehende Entspannung und bitten um Verständnis“, berichtet Pressesprecherin Heike Spannagel.

Gleichzeitig geht man im RP davon aus, dass baldige Besserung in Sicht ist. Die Bauarbeiten gingen wie geplant voran, auch weil die zuständige Baufirma sich durch erhöhten Maschineneinsatz und Wochenendarbeit an den Zeitplan halte, so Spannagel. „Wir gehen davon aus, dass sich die Verkehrslage ab Donnerstag entspannen wird: Wie geplant, wird am Mittwoch die derzeit gesperrte Überholspur fertig saniert sein, so dass dann die Erneuerung der rechten Fahrspur beginnen kann.“ Diese werde abschnittsweise gesperrt und saniert. Los geht es an der Anschlussstelle Lehen. Dann wandert die Baustelle Abschnitt für Abschnitt bis zur Berliner Allee. „Zwar wird sich der Verkehr auf der B 31 auch in dieser Phase stauen, aber in deutlich geringerem Ausmaß“, so die RP-Sprecherin.

Vorwärts geht es laut Angaben der Freiburger Verkehrs AG (VAG) auch bei den Gleisarbeiten in der Zähringer Straße. Neben den jahrzehntealten Gleisen werden dort Haltestellen und im Untergrund Leitungen für Fernwärme, Gas und Wasser sowie die Kanalisation modernisiert. Die VAG rät den Fahrgästen des Schienenersatzverkehrs (SEV) dazu, Zeit mitzubringen. „Aufgrund der angespannten Verkehrslage kann es entlang der SEV-Strecke zu Staus kommen“, so die VAG, Verspätungen der SEV-Busse seien nicht ausgeschlossen.

Aufgrund der Gleisbauarbeiten in Zähringen kommt der Verkehr nur quälend langsam vorwärts. Foto: Thomas Kunz

Die perfekte Mischung aus Großbaustellen an gleich mehreren Ausfallstraßen sorgt dafür, dass auch Einsatzkräfte von Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst umdisponieren, um den Stau zu umgehen. So hält die Freiwillige Feuerwehr laut einem BZ-Bericht eine Fahrzeugbesatzung im Gerätehaus in der Tullastraße ständig einsatzbereit – für die berufstätigen Feuerwehrleute ist vor Ort sogar eigens ein Home-Office-Arbeitsplatz geschaffen worden. Der Rettungsdienst von Rotem Kreuz und Maltesern verlegte zusätzliche Rettungswagenbesatzungen nach Umkirch. Vermehrt kommt zudem der Rettungshubschrauer zum Einsatz.
Konsequenzen aus dem Stau-Dilemma will die Stadt Freiburg ziehen. Die Gleichzeitigkeit von Großbaustellen dieser Art soll rasch aufgearbeitet werden. „Wir laden noch vor der Sommerpause alle betroffenen Unternehmen und Bauherren zu einem Abstimmungstermin ein“, sagt Koja Mälicke von der städtischen Pressestelle. „Ziel ist es, die Abstimmung – und damit die Koordinierung und Planung – zu verbessern. So sollen nach Möglichkeit die verkehrlichen Auswirkungen verbessert werden.“

Kampf gegen Fahrraddiebe: E-Bike-Streife der Freiburger Polizei verstärkt Kontrollen

Die Fahrradgruppe der Polizei Freiburg ist mit E-Bikes in der Stadt unterwegs – sie haben bei ihren Kontrollen nun vor allem Raddiebe im Visier.Die „Fahrradgruppe“ der Polizei Freiburg ist mit E-Bikes in der Stadt unterwegs – sie haben bei ihren Kontrollen nun vor allem Raddiebe im Visier. Foto: Schuh

Allein im vergangenen Jahr registrierte die Polizei im Stadtkreis Freiburg mehr als 2.700 Fahrraddiebstähle. Nur 7,5 Prozent der Fälle konnten aufgeklärt werden. Damit sich das ändert, ist die Fahrradgruppe nun nicht mehr nur im Einsatz, um Verkehrsverstöße zu kontrollieren. Sie sind nun auch verstärkt Fahrraddieben auf der Spur.

Speziell geschulte Polizisten sind seit Mai 2025 mit E-Bikes im Stadtgebiet Freiburg auf Streife. Sie überwachten bisher vor allem Brennpunkte, wo viele Radler unterwegs sind und es öfter zu Unfällen kommt. Jetzt haben sie vor allem auch Fahrraddiebe im Visier. „Wir haben eine schlechte Aufklärungsquote von 7,5 Prozent. Wir wollen so den Kontroll- und Fahndungsdruck erhöhen, die Fälle reduzieren und die Täter ermitteln“, erklärte Heiko Baumgärtner, Leiter der Verkehrspolizeiinspektion,
bei einem Pressegespräch am Dienstag.

In den kommenden Monaten wird es verstärkte Kontrollen geben. Gezielt sollen gestohlene Räder aufgespürt und Täter geschnappt werden. „Wir picken uns Radfahrer für eine Kontrolle raus, wenn etwas nicht passt. Beispielsweise wenn ein Mann auf einem Kinder- oder Frauenrad unterwegs ist“, sagte Andreas Meier, Leiter der Fahrradgruppe. Dann wird das Rad anhand der Rahmennummer überprüft und mit einer bundesweiten Datenbank gestohlener Räder abgeglichen, und es wird nachgefragt, wo es gekauft wurde. Stellt sich heraus, dass es geklaut ist, gebe der Täter auch gerne mal Gas, da sei eine Verfolgung auf dem Rad leichter als mit dem Streifenwagen. Die Polizisten auf dem Rad kontrollieren beispielsweise auch in Parks oder auf Radschnellwegen. „Wir sind in Zweier- oder Dreierteams in der Stadt unterwegs. Wir kriegen viel mehr mit und werden öfter angesprochen, das Feedback ist bisher sehr positiv“, so Andreas Meier.

Seit 1. April wurden mehr als 20 geklaute Fahrräder sichergestellt. Allein im vergangenen Jahr gab es im Stadtkreis Freiburg 2.704 solcher Fälle – ein Anstieg von 16,8 Prozent. Der Sachschaden liegt bei mehr als vier Millionen Euro. Vor allem hochwertige Pedelecs sind bei den Dieben begehrt. Zum Vergleich: In Karlsruhe waren es im Jahr 2025 1.400 gestohlene Räder, in Mannheim 1.250. In Freiburg sind die Fahrraddiebe laut den Polizisten meist am Nachmittag und Abend unterwegs. Oft werden die Räder beispielsweise mit einem Transporter nach Frankreich gebracht und zwischengelagert, bevor es nach Osteuropa geht.
Deshalb der Appell der Beamten: „Jeder, der etwas Verdächtiges sieht, sollte den Notruf wählen“, so Andreas Meier. Das erhöhe die Wahrscheinlichkeit deutlich, den Dieb auf frischer Tat zu erwischen. Außerdem sei es wichtig, sich die Rahmennummer zu notieren, und ganz wichtig: „Ein teures Rad sollte auf jeden Fall ein vernünftiges Schloss haben“.