Hoffen auf den Advents-Effekt

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Weihnachtsgeschäft im Einzelhandel: Die Adventssamstage sind die wichtigsten Tage des Jahres

 Touristen und Weihnachts-Shopper bevölkern derzeit die Freiburger Innenstadt. Die eigentlich so besinnliche Adventszeit ist ein enorm wichtiger  Wirtschaftsfaktor für den Freiburger Handel. Die Hoffnungen der Händler sind jedoch eher gedämpft. Laut dem Handelsverband Südbaden wird an  den Adventssamstagen  im Vergleich zu normalen Samstagen mindestens der doppelte oder dreifache Umsatz gemacht. Der Absatzboom betrifft vor allem einige Bereiche: Spielwaren, Bücher, Uhren, Schmuck, Kosmetik, Deko und Sportartikel sind sehr stark vom Weihnachtsgeschäft abhängig. Bis zu 25 Prozent des Jahresumsatzes werden jetzt in diesen  Segmenten  getätigt. Auch Smartphones, Tablets und Konsolen sind sehr gefragt. Zudem nehme seit Jahren die Bedeutung des Gutscheins zu. Aufgrund der gesamten Gemengelage von Inflation bis Strompreisen und der Tatsache, dass die Regierung derzeit wenig erbauliche Signale sendet, erwartet Peter Spindler, Hauptgeschäftsführer vom Handelsverband Südbaden, insgesamt jedoch eine gedämpfte Konsumfreude. „Für ein sehr gutes Weihnachtsgeschäft sind die Rahmenbedingungen einfach zu schlecht, wobei es sicherlich einige Branchen, wie etwa Sportartikel und Lebensmittel, geben wird, für die es sehr gut laufen wird“, so Spindler.
Einen klitzekleinen Lichtstreif gibt es jedoch: Laut der jüngsten Studie des Nürnberger Konsumforschungsunternehmens GfK hat sich rechtzeitig zum Weihnachtsgeschäft  die Konsumstimmung in Deutschland verbessert. Denn auch in diesem Jahr füllen sich die Konten mit Weihnachtsgeld. Im Vergleich zu früheren Jahren vollzieht sich die Konsumstimmungsaufhellung jedoch auf niedrigem Niveau. Neben der Inflation hätten laut GfK Verbraucher vor allem die internationalen Krisen als Grund für die Unsicherheit angegeben.
Lobend erwähnt Peter Spindler den Freiburger Weihnachtsmarkt. „Es ist ein wirklich sehr schöner Weihnachtsmarkt und dadurch, dass er über weitere Teile der Innenstadt aufgefächert wurde, ist er ein positiver Impulsgeber für den Handel. Er bringt Frequenz. Laut Umfragen sucht jeder dritte Weihnachtsmarktbesucher auch den Handel auf“, so Spindler.

„Erfahrungsgemäß geht es erst richtig los ab dem ersten Adventswochenende. Dann werden wir mehr wissen, wie es in diesem Jahr laufen wird“, sagt Lena Sutter-Kiefer, Vorsitzende der Händlergemeinschaft „z'Friburg in der Stadt“. Auch, wenn die Innenstadt-Frequenz mit dem Weihnachtsmarkt merklich zugenommen habe, herrschten im Handel eher gemischte Gefühle. „Aber die Hoffnung ist da, dass es ab Samstag richtig losgeht. Der Handel ist jedenfalls vorbereitet, wir stehen alle parat“, so Sutter. Sie setzt darauf, dass die Menschen wegen der festlichen Stimmung in die Stadt kommen und ganz bewusst regional bei familiengeführten Einzelhändlern kaufen wollen statt im anonymen Onlinehandel.
Zu einem echten Renner hat sich vor diesem Hintergrund der „Freiburger Gutschein“ (www.freiburg-zeit.de/freiburger-gutschein) entwickelt. Namhafte Geschäfte  haben sich vor einigen Jahren zusammengetan und diesen Gutschein  ins Leben gerufen. „Die Nachfrage ist weit höher als wir erhofft haben“, so Sutter-Kiefer.
Übrigens: Die Woche vor Weihnachten ist traditionell die umsatzstärkste des Jahres.  Zusätzlich befeuert wird das durch den starken Trend, Geschenke erst auf der Zielgeraden zu Heiligabend zu kaufen.

Sven Meyer