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Michael Obrecht hat den Rollkunstlauf geprägt – jetzt tritt Mister Rollkunstlauf mit 75 Jahren kürzer

Mister Rollkunstlauf: Michael Obrecht holte seinen Sport ins Rampenlicht. Foto: Kilian Kreb/ FTMister Rollkunstlauf: Michael Obrecht holte seinen Sport ins Rampenlicht. Foto: Kilian Kreb/ FT

Früher war Michael Obrecht vor allem eines: ehrgeizig. Sehr ehrgeizig. „Ich wollte aus allen meinen Sportlerinnen und Sportlern Weltmeister machen“, sagt er rückblickend. Und es ist ihm auch häufig gelungen: Frank Albiez, Kiki (Frédérique Florentin) sowie die Brüder Stefan und Daniel Müller wurden Weltmeister in der Kombination. Früher gab es nur die Kombination – bestehend aus Pflicht und Kür. Die Kür, sagt Obrecht, sei nichts für reine Fleißarbeiter gewesen. „Da braucht man Dinge, die man nicht erlernen kann.“ Talent unter anderem. Kiki hatte reichlich davon. „Wenn sie eine Kür einmal fehlerfrei konnte, dann saß sie. Bombensicher“, erzählt er begeistert. Seine jüngste Weltmeisterin Alina de Silva holte 2023 den Titel in der Pflicht. „Eine unglaublich nervenstarke Sportlerin“, sagt er voller Stolz. Als Sportler hat es Michael Obrecht zu vier Weltmeistertiteln in der
Kombination gebracht.

Vierfacher Weltmeister

Obrecht ist nahe des FT-Sportparks aufgewachsen. Die einfache Betonfläche – über die später das Parkett und dann die Schauenberghalle gebaut wurde – hatte er quasi ständig vor Augen. Der entscheidende Moment kam dann Anfang der 60er-Jahre: eine Schaulaufprobe, Markus Gallmann als Solist – und plötzlich war Obrecht mittendrin. „Auf einmal hatte ich einen Ballon in der Hand und bin bei der Show mitgelaufen.“

Die Trainingsbedingungen waren damals überschaubar. Einer seiner damaligen Trainer konnte selbst nicht mal Rollschuhlaufen, erzählt Obrecht lachend. Umso erstaunlicher: Bei den Deutschen Meisterschaften 1964 in der Freiburger Stadthalle wurde der damals 13-jährige Obrecht Vierter im Jugendbereich. Drei Jahre später startete er bereits in der Meisterklasse, wurde Zweiter und qualifizierte sich für die WM in Birmingham, wo er den fünften Platz in der Kombination belegte. 1968 folgte WM-Silber, 1970 in Nebraska der erste Weltmeistertitel. Insgesamt wurde Michael Obrecht viermal Weltmeister: 1970, 1971, 1972 und 1974. 1973 bremste ihn eine Verletzung aus. 1975 beendete er seine aktive Laufbahn. Eigentlich wollte er 1976 noch bei der WM in Rom starten – doch seine Mutter, jahrelang Leiterin der Rollkunstlaufabteilung, fand das keine gute Idee. „Nur über meine Leiche“, war ihre Antwort auf seine damaligen Ambitionen, erzählt Obrecht schmunzelnd.

Statt Rom kam etwas viel Größeres: Märchen auf Rollen. Die Idee kam von seiner Mutter, die erste Show 1976 hieß Peterchens Mondfahrt – und war der Beginn einer 50-jährigen Erfolgsgeschichte. „Von den Rollkunstlaufshows lebt der Sport“, sagt Obrecht. „Hier haben wir den Nachwuchs generiert.“ Shows machen den Sport attraktiv. „Ich bin ein Show-Mensch“. Unvergessen bleibt für ihn aber auch die WM 2009 in Freiburg: hochprofessionell, fantastisch organisiert. Für Obrecht: bis heute unerreicht.

Schon mit 15 war er Übungsleiter. 1980 wurde er festangestellter Vereinstrainer, später Landes- und Bundestrainer. Eigentlich sollte er etwas „Ordentliches“ werden, studierte Sport und Deutsch auf Lehramt. Halbherzig. Bei einer Sportprüfung erlitt er einen Muskelfaserriss. „Darüber habe ich mich sehr gefreut“, sagt er und lacht. Das war das Ende des Studiums – und der Anfang der Karriere von Mister Rollkunstlauf.

„Ich bereue nichts“

Heute ist Michael Obrecht 75 Jahre alt. Anfang Februar legte er sein Amt als stellvertretender Abteilungsleiter und Pressewart der FT-Rollkunstlaufabteilung nieder. Jetzt reist er durch die Republik, schaut sich Musicals an und kennt den Berliner Theaterbetrieb besser als so mancher Einheimische. Zuhause entspannt er gerne, gibt noch „zum Spaß“ etwas Training und freut sich auf Tatort-Sonntage. „Ich schlaf regelmäßig ein“, erzählt er schmunzelnd, „und wache weit nach Ende des Films wieder auf.“
Dankbar blickt er zurück. Sein Ehrgeiz, sein Mut und die Möglichkeiten, die er hatte, haben den Rollkunstlauf in Freiburg und weit darüber hinaus ins Rampenlicht gerückt. Besonders stolz ist er auf die Nanny auf dem Dach. „Ein richtiges Musical.“ Über 100 Läuferinnen und Läufer standen bei den Märchen auf der Fläche – Deutsche, Europa- und Weltmeister, von jung bis alt.

In Freiburg waren die Märchen auf Rollen eine Marke, und die Vorstellungen immer ausverkauft. Der Rollkunstlauf hat von ihm profitiert – und er von seinem Sport. „Ich bereue nichts“, sagt er. Über 20-mal war er in Australien, zweimal beim Sommerfest des Bundeskanzlers eingeladen. Einmal bei Willy Brandt – daran erinnert er sich. Wer der zweite Kanzler war? „Keine Ahnung. Ich stand da neben Karin Dor und Pierre Brice – da kann ich mich beim besten Willen nicht mehr an den Bundeskanzler erinnern“, sagt er und lacht wie so häufig. Auch das aktuelle Sportstudio lud ihn ein.

Fünf Jahrzehnte Shows auf Rollen, rund sechs Jahrzehnte als Trainer, unzählige Läuferinnen und Läufer zu Titeln geführt und selbst zahlreiche Erfolge gefeiert: Michael Obrecht prägte den Rollkunstlauf wie kaum ein anderer und half, einen Sport sichtbar zu machen, der sonst in der Nische steht. Gut, dass Michael Obrecht kein Lehrer geworden ist.

„Tränchen in den Augen“: Emotionale Auftaktshow von „Immer wieder sonntags“ im Europa-Park

Die letzte Staffel soll die „geilste Saison in der Geschichte von 'Immer wieder sonntags'“ (IWS) werden, verspricht Moderator Stefan Mross bei der Auftaktshow im Euro-Park. Hier mit IWS-Außenreporterin und "Der Bergdoktor"-Star Ronja Forcher.Die letzte Staffel soll die „geilste Saison in der Geschichte von ‚Immer wieder sonntags’“ (IWS) werden, verspricht Moderator Stefan Mross bei der Auftaktshow im Euro-Park. Hier mit IWS-Außenreporterin und „Der Bergdoktor“-Star Ronja Forcher. Foto: Joachim Hahne

Die beliebte Schlagershow „Immer wieder sonntags“ ist im Europa-Park in ihre letzte Saison gestartet. Bei der Auftaktshow wurde Moderator Stefan Mross ganz emotional, weil die Sendung nach über 30 Jahren aus Kostengründen eingestellt wird. „Ich habe mir wirklich lange überlegt, was soll ich denn zur ersten Sendung beziehungsweise zur ersten Moderation erzählen? Sie haben es ja alle mitbekommen“, sagte der 50-Jährige. Das zähle jetzt aber überhaupt nicht, „an dieser Stelle will ich mich erstmal bedanken, beim SWR, bei der ARD, bei Werner Kimmig Entertainment, bei meinem besten Freund, beim Europa-Park“, zeigte er sich versöhnlich. Seine Gäste an diesem Sonntag – darunter Andy Borg und Beatrice Egli – bezeichnete Mross als Freunde, die ihn seit vielen Jahren unterstützt hätten.

Die letzte Staffel soll die „geilste Saison in der Geschichte von ‚Immer wieder sonntags’“ werden. Nach der Sendung postete Mross auf Instagram auch noch ein emotionales Fazit zur ersten Folge. Unter einem gemeinsamen Bild mit Andy Borg und der Band „Die Fetzigen“ schrieb er: „Ich geb’s zu: Ich hatte Tränchen in den Augen“. Die Zuschauer dürfen sich auf weitere zwölf Folgen aus dem Europa-Park freuen, dass die Show beliebt ist wie eh und je, zeigten auch die Einschaltquoten: mehr als 1,1 Millionen Schlagerfans waren dabei. In den kommenden Folgen wird Stefan Mross bestimmt noch das eine oder andere Tränchen vergießen!

Die Wüste Gobi ist Extremläuferin Brigid Wefelnbergs nächstes Ziel

In der Wüste (hier in Mauretanien) fühlt sich Extremläuferin Brigid Wefelnberg in ihrem Element. Foto: PrivatIn der Wüste (hier in Mauretanien) fühlt sich Extremläuferin Brigid Wefelnberg in ihrem Element. Foto: Privat

Brigid Wefelnberg, 62, liebt die Wüste – und sie liebt es, ihre Komfortzone zu verlassen. Im Oktober 2025 startete die Läuferin der FT 1844 Freiburg in der Wüste Gobi, im Januar 2026 in Mauretanien. Im Juni geht es weiter: Dann stehen 520 Kilometer durch die Wüste Gobi auf dem Programm.„Ich war im siebten Himmel, als ich in Mauretanien an den Start ging“, erzählt die Extremläuferin, die Anfang Januar vom kalten Schwarzwald in die Sahara flog, um am Trans333 Non-Stop-Lauf teilzunehmen.

Schon 2019 absolvierte sie dort einen 1.000-Kilometer-Non-Stop-Lauf, 2022 sogar einen 1.200 Kilometer langen Non-Stop-Lauf – die Krönung ihrer bisherigen Karriere. Für die FT-Läuferin ist die Wüste ein Refugium. Beim 333-Kilometer-Lauf, bei dem sie als erste Frau und einzige Finisherin durchs Ziel lief, war sie 72 Stunden unterwegs – geschlafen hat sie insgesamt nur sechs bis sieben Stunden. „Heute brauche ich sonst viel mehr Schlaf als früher, beim Wettkampf aber weniger – der Ehrgeiz treibt mich sehr stark an“, sagt Wefelnberg, die seit 20 Jahren an Extremläufen teilnimmt. Auch ihre Osteoporose-Erkrankung, über die sie offen spricht, hält sie nicht auf. Wie viele Läufe es bisher insgesamt waren, weiß sie nicht genau: „Ich schätze, über 80. Die Zahl ist nicht so wichtig. Ich liebe es, diesen Sport unter extremen Bedingungen weit außerhalb der Komfortzone zu betreiben!“

Extremlaufen bedeutet Selbstverantwortung

Für Wefelnberg bedeutet Extremlaufen vor allem Selbstverantwortung: Navigation, Ernährung, Schlaf – alles liegt in ihrer Hand. „Viele Trail-Läufe sind inzwischen so organisiert, dass man sich kaum um etwas kümmern muss. Bei vielen Wüstenläufen aber Gott sei Dank noch nicht. Ich mag Sicherheit – aber Komfort brauche ich nicht“, erklärt sie. Auch bei der Navigation setzt sie auf Einfachheit: „Viele nutzen hochmoderne GPS-Uhren. Ich bin aus gutem Grund absolut oldschool. Als Hauptnavigationsgerät nutze ich ein Garmin, ein Modell, das man in der Hand hält. Ansonsten nur ein paar Apps als Backup, die offline funktionieren. Mein Garmin funktioniert auch offline.“

In Mauretanien bewies diese Herangehensweise ihren Wert: In einem starken Sandsturm stieß sie auf den bis dahin zweitplatzierten Läufer, dessen Navigationssystem den Geist aufgegeben hatte. Er hatte die Orientierung verloren, doch gemeinsam und mit Brigids Garmin erreichten sie sicher den nächsten Checkpoint. Am Ende war Wefelnberg die einzige Frau von drei Starterinnen, die das Ziel erreichte. „Was für ein genialer Wüstenlauf!“, schwärmte Wefelnberg. „Nachts mussten wir mitten im Auge von Afrika, dem berühmten geologischen Phänomen Mauretaniens, etliche gewaltige, auch steinige Dünenabschnitte besteigen, danach nicht enden wollende Salzseen überqueren – an Kamelherden vorbei. Genau mein Ding!“

Der Lauf war auch eine Art Wiedergutmachung. Ihren letzten Ultra, den 400 Kilometer langen „Ultra Gobi“ im Oktober 2025, musste sie nach 54 Kilometern abbrechen: Bei einem Sturz hatte sie sich beide Daumen gebrochen. „Es war kein schöner Moment. Ich habe gerungen, ob ich weiterlaufen kann. Doch die bevorstehende Gebirgsstrecke war zu anspruchsvoll, und ich konnte das GPS nicht bedienen, nicht einmal meine Schuhe binden“, erinnert sie sich. Doch Wefelnberg ließ sich nicht entmutigen. Nach der Versorgung ihrer Daumen kehrte sie als Volunteer ins Rennen zurück – ein Einsatz, für den andere Läufer ihr später dankten.

„Ich laufe nur old school“

Die nächste Reise steht jetzt im Juni an – zum 520 Kilometer langen „The Track“ in der Mongolei, den sie bereits im australischen Outback und in der Namib-Wüste in Namibia absolviert hat. Zehn Tage durch die Wüste Gobi, wo nachts Temperaturen von bis zu minus 20 Grad herrschen können. Am 11. Juni geht der Flug in die mongolische Hauptstadt Ulaanbaatar. Direkt anschließend folgt der 24-Stunden-Lauf für Kinderrechte in Freiburg. „Das wird sehr sportlich werden!“ Im November könnte sie das Jahr mit einem 1.400-Kilometer-Lauf krönen. „1.200 Kilometer habe ich schon geschafft, 1.400 wären toll. Davon träume ich schon lange. Aber natürlich laufe ich nur old school – mit zwei Garmins und Batterien“, sagt sie lachend.

ADHS: Wenn Anderssein zur Diagnose wird

Nicht alle Kinder mit ADHS werden diagnostiziert – umso mehr Erwachsene bekommen heute eine ADHS-Diagnose. Foto: Adobe-Stock

Immer mehr Menschen diagnostizieren sich selbst eine Aufmerksamkeitsdefizitstörung oder eine Autismusspektrumsstörung – oft inspiriert von dementsprechenden Kanälen in den sozialen Medien. Warum die Diagnosezahlen tatsächlich steigen und was Betroffene tun können, erläutert Swantje Matthies, Oberärztin in der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie in Freiburg.

In den sozialen Medien ist oft die Rede von Neurodivergenz: Was bedeutet das und gibt es belastbare Zahlen, wie viele Menschen daran leiden?

Swantje Matthies: An sich ist Neurodivergenz kein Begriff aus der Krankheitslehre, mit der wir uns als Ärzte beschäftigen. Der Begriff sollte ursprünglich so was wie kognitives Anderssein beschreiben und entstand im Rahmen des Kampfes von uns für Menschen, die sich anders fühlen. Später wurde er eher zum Begriff einer politischen Bewegung. An sich handelt es sich bei Neurodivergenz also nicht um eine Krankheit. Es lässt sich auch nicht genau sagen, welche psychischen Erkrankungen und Konditionen dazu gehören. Die Rede ist oft von Entwicklungsstörungen wie Autismus oder ADHS, aber auch Teilleistungsstörungen wie LRS und Dyslexie. Auch Hochsensibilität wird oft darunter genannt, dabei handelt es sich wiederum um einen Begriff, den manche Menschen für sich selbst verwenden, der nicht gut definiert ist und auch nicht zu den psychischen Erkrankungen zu rechnen ist. Vor diesem Hintergrund ist es schwer, „belastbare Zahlen“ für das Vorkommen von Neurodivergenz zu nennen. Denn das Konstrukt ist nicht scharf definiert. Für psychische Erkrankungen wie ADHS beispielsweise lassen sich hingegen Zahlen nennen. Man geht davon aus, dass zweieinhalb bis vier Prozent der Erwachsenen von einer ADHS betroffen sind, im Kindesalter sind die Zahlen doppelt so hoch.

Haben sich diese Zahlen in der Vergangenheit verändert?

Matthies: Die Diagnosezahlen für Entwicklungsstörungen steigen, das heißt aber nicht, dass die Erkrankung zunimmt, sondern dass mehr Diagnosen gestellt werden. Gerade bei der Zunahme von ADHS-Diagnosen im Erwachsenenalter sind zum Beispiel auch Menschen dabei, die im Kindesalter schon einmal diagnostiziert wurden und jetzt wieder in der Statistik auftauchen. Und gerade weil das Thema so in den Fokus gerückt ist, haben viele Menschen, die im Kindesalter übersehen wurden, einen Diagnosebedarf.

Früher war es der Zappelphilipp, heute gibt es die ADHS-Diagnose – was ist dran an dem Vorurteil?

Matthies: ADHS als Kinderkrankheit gerade bei Jungen kennen wir schon sehr lange und auch die Behandlungsmöglichkeiten. Die sogenannte Awareness für solche Erkrankungen ist dadurch gewachsen.

Swantje Matties ist Oberärztin der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie. Foto: Matthies

Was halten Sie von sogenannten Selbstdiagnosen?

Matthies: Der Vorteil der sozialen Medien ist, dass sie die Leute aufklären können. Allerdings sind auch viele Fehlinformationen im Netz zu finden. Und Erfahrungsberichte können auch irreführend sein. Wer sich umfassend informiert hat, kann das Gefühl bekommen, sich im Gesamtbild wiederzuerkennen. Damit kann man richtig liegen, aber es können natürlich auch andere Erkrankungen oder Gründe dahinterstecken. Eine Selbstdiagnose ist deswegen nicht gut möglich. Es ist aber durchaus okay, zu sagen, dass man bestimmte Eigenschaften bei sich erkennt, und sich dann weiter darüber zu informieren.
Welchen Weg könnte man dann gehen?Matthies: Nicht jede Person, die glaubt, ADHS oder Autismus zu haben, muss zwangsläufig zum Arzt oder Therapeuten – das ist aufgrund der langen Wartezeit auch oft frustrierend. Betroffene können sich weiter informieren: Zum Beispiel bei Selbsthilfegruppen, Informationsveranstaltungen oder mit Hilfe von Büchern. Wichtig ist, dass man sich wirklich gut informiert und nicht nur oberflächlich. Möglichkeiten zur Selbsthilfe sind dort und in den sogenannten DiGAs zu finden.

Wann ist der Weg zum Therapeuten angezeigt?

Matthies: Manche Menschen sind von ihrer Erkrankung schwer beeinträchtigt: Zum Beispiel schaffen sie es nicht, einen Job zu behalten, eine Partnerschaft zu führen oder sich und ihre Kinder zu versorgen. Auch wenn die ADHS Auswirkungen auf Ausbildung oder Studium hat und dieses erschwert, sollte man zur Diagnostik gehen.

Informationen bieten zum Beispiel die Selbsthilfegruppen ADHS Deutschland e. V. (www.adhs-deutschland.de) oder Aspies e. V. (www.aspies.de).

50.000 Güterzüge weniger durch Freiburg

Von links: Nicole Razavi, Verkehrsministerin des Landes Baden-Württemberg, Philipp Nagl, Vorstandsvorsitzender der DB-InfraGO, Patrick Schnieder, Bundesverkehrsminister und Clarissa Freundorfer, Konzernbevollmächtigte für das Land Baden-Württemberg. Foto: Enya Steinbrecher

Mit einem symbolischen Spatenstich haben die Deutsche Bahn, der Bund und das Land Baden-Württemberg am vergangenen Freitag den offiziellen Baubeginn für die neue Güterzugstrecke im Rheintal eingeläutet. Das Infrastrukturprojekt ist Teil des Ausbaus der Bahnverbindung Karlsruhe–Basel und des europäischen Güterverkehrskorridors Rotterdam–Genua.

Es war ein bedeutender Spatenstich, der sich am vergangenen Freitag zwischen den Gemeinden Reute und Teningen ereignet hat: Nach Jahrzehnten der Vorbereitungen geht es nun mit dem Ausbau der Rheintalbahn voran.

Die neue Strecke wird zwischen Offenburg und Müllheim im Markgräflerland entlang der Autobahn A5 verlaufen und künftig den Güterverkehr von der bestehenden Rheintalbahn aufnehmen. Gemeinsam mit der Bestandsstrecke stehen damit künftig vier statt bislang zwei Gleise zur Verfügung. Ziel ist es, die Kapazitäten für den Schienengüterverkehr deutlich zu erhöhen und gleichzeitig mehr Raum für den Nah- und Fernverkehr zu schaffen.

Zum Auftakt der Bauarbeiten wurde der erste Bauabschnitt zwischen Riegel und March gestartet. Auf einer Länge von rund elf Kilometern entstehen hier zwei zusätzliche Gleise, die im Regelbetrieb ausschließlich für Güterzüge genutzt werden. Die Bauzeit für diesen Abschnitt wird auf etwa sechs Jahre geschätzt.

DB-InfraGO-Vorstandsvorsitzender Philipp Nagl bezeichnete den Baubeginn als „neues Kapitel beim Ausbau der Rheintalbahn“ und betonte die Bedeutung des Projekts für einen leistungsfähigen und umweltfreundlichen Schienenverkehr.

undesverkehrsminister Patrick Schnieder sprach von einem der wichtigsten europäischen Schienenprojekte, das sowohl den Güterverkehr stärke als auch die Menschen entlang der bestehenden Strecke entlaste. Baden-Württembergs Verkehrsministerin Nicole Razavi hob die wirtschaftliche Bedeutung des Ausbaus für die Region sowie die Verlagerung des Verkehrs von der Straße auf die Schiene hervor.

Ein wesentlicher Vorteil der neuen Güterzugstrecke liegt in der Entlastung der Anwohnerinnen und Anwohner entlang der heutigen Rheintalbahn. Nach Angaben der Deutschen Bahn werden künftig rund 50.000 Güterzüge pro Jahr Freiburg und die umliegenden Gemeinden umfahren. Dadurch soll die Lärmbelastung entlang der bestehenden Strecke spürbar sinken.
Die neue Güterzugstrecke wird insgesamt mehr als 90 Kilometer lang sein. Wann die Gesamtstrecke in Betrieb gehen kann, hängt von den noch ausstehenden Genehmigungsverfahren für die weiteren Bauabschnitte ab.

Die Freiburger Johanniter bieten erstmals einen Outdoor-Erste-Hilfe-Kurs an

Wie versorgt man einen Verletzten im Wald? Das lernen die Teilnehmer unter anderem bei dem Outdoor-Kurs.Wie versorgt man einen Verletzten im Wald? Das lernen die Teilnehmer unter anderem bei dem Outdoor-Kurs. Foto: Johanniter/Grosser

Ein Sturz vom Mountainbike oder ein verstauchter Knöchel – in der Natur kann man schnell in Situationen kommen, in denen man sich selbst oder anderen helfen muss. Für solche Notfälle bieten die Freiburger Johanniter jetzt einen Outdoor-Erste-Hilfe-Kurs an. Was die Teilnehmer erwartet, erklärt Kursleiter Michael Geis im Gespräch mit Saskia Schuh.

Was ist das Besondere an diesem Outdoor-Erste-Hilfe-Kurs?

Michael Geis: Das Besondere ist zunächst, dass der Kurs draußen stattfindet, da sind die Rahmenbedingungen völlig andere. Bis auf eine kurze Einweisung in der Dienststelle geht es direkt raus ins Gelände. Wir stellen Szenarien nach und trainieren Schritt für Schritt: Druck, Verbände, Schienen und so weiter. In einem normalen Erste-Hilfe-Kurs überbrückt man meist nur acht bis zehn Minuten, bis der Rettungswagen eintrifft. Outdoor kann es zwei, drei oder vier Stunden dauern, bis Hilfe kommt. Bei längeren Unternehmungen wie Expeditionen oder mehrtägigen Skitouren kann es auch ein oder zwei Tage dauern.

Welche Unterschiede gibt es noch?

Geis: In der Outdoor-Ersten-Hilfe geht es nicht nur um die klassischen Skills, sondern auch um eine andere Vorgehensweise am Unfallort. Eigensicherung hat hier einen deutlich höheren Stellenwert: zuerst retten und absichern, dann die Verletzung beurteilen. Bei Brüchen etwa ist das Vorgehen anders, Transportfragen spielen eine größere Rolle. Hinzu kommen Aspekte wie provisorische Unterkünfte, Regenschutz, Feuer machen oder Nahrungsbeschaffung – kein reines Survival-Training, aber Elemente davon gehören dazu.

Wie läuft so ein Kurs ab?

Geis: Schwerpunkte sind Verletzungen, Frakturen, Blutungen, Schock bei Verletzung und die Unterbrechung von blockierenden Gruppendynamiken in der Ausnahmesituation. Wir stellen zum Beispiel die Situation nach, dass jemand vom Weg abgekommen ist – in lawinen- oder erdrutschgefährdetem Gelände. Beim Mountainbiken kann es passieren, dass jemand mitten im Trail stürzt. Dann ist es entscheidend, die Person zuerst aus der Gefahrenzone zu bringen, bevor andere hineinfahren. Wir starten aber nicht gleich mit Extremszenarien.

Was wird geübt?

Geis: Eine typische Übung: Wandern in unwegsamem Gelände, eine Person kann wegen einer Verstauchung nicht mehr laufen. Dann heißt es einsammeln und zum Rettungspunkt bringen. Wir üben, wie man Rettungspunkte findet, Karten offline liest und mit dem Kompass arbeitet. Bei einem Beinbruch schienen wir so, dass Transport möglich ist. Jemand stürzt einen Hang hinab, ein Ast verursacht eine tiefe Verletzung am Oberschenkel: Wie stoppe ich die Blutung? Solche Situationen üben wir intensiv. Anders als im Erste-Hilfe-Kurs, wo wir schulbuchmäßig trainieren, lassen wir die Teilnehmenden selbst handeln. Fehler sind nicht schlimm, sie passieren. Entscheidend ist, zu erkennen: Ich habe einen Fehler gemacht, jetzt muss ich darauf reagieren, also anders versorgen, anders transportieren oder anpassen. Durch das Üben von Ausnahmesituationen wollen wir den Teilnehmern die Sicherheit vermitteln, in solchen Situationen zielorientiert helfen zu können und handlungsfähig zu bleiben. Das Wichtigste ist zu handeln.

Wie sind Sie auf die Idee gekommen?

Geis: Das war zu einem großen Teil meine persönliche Motivation. Survival-Techniken und Outdoor-Erste-Hilfe beschäftigen mich seit Jugendtagen. Ich wollte so einen Kurs schon lange umsetzen. In Mannheim gibt es das Angebot bei den Johannitern bereits, da lag es nahe, das auch in Freiburg zu machen. Die Umgebung mit der Nähe zum Schwarzwald eignet sich dafür hervorragend.


An wen richtet sich der Kurs?

Geis: Zielgruppen sind vor allem Mountainbiker, Wandernde, Tourenradler sowie Jäger, Waldarbeiter oder Mitarbeiter in Waldkindergärten. Grundsätzlich ist der Kurs für alle sinnvoll, die größere oder abgelegenere Touren planen oder sich häufiger abseits leichter Wege bewegen. Im weiteren Sinne kann das Wissen auch in Zeiten zunehmender Extremwetter und Krisen nützlich sein – auch wenn es dafür wiederum spezialisierte Kurse gibt. Hilfreich ist ein normaler Erste-Hilfe-Kurs im Vorfeld. Wichtig: Unser Kurs ist kein BG-Kurs und ersetzt ihn nicht – Betriebshelfer müssen weiterhin den regulären Erste-Hilfe-Kurs absolvieren. Wir rechnen mit rund 20 Teilnehmern pro Kurs.

Haben Sie dafür spezielle Weiterbildungen absolviert?

Geis: Ja, mehrere. Ich beschäftige mich seit frühester Jugend mit dem Thema – damals war Rüdiger Nehberg für viele ein Vorbild in Sachen Survival. Das Interesse hat mich immer wieder begleitet. Unter anderem bin ich ehrenamtlich Erste-Hilfe-Ausbilder für die Breitenausbildung und für die Betriebshelfer.


Beobachten Sie eine Tendenz zu mehr Unfällen in der freien Natur?

Geis: Ich glaube, die Tendenz ist steigend. Vermutlich spielen Fehleinschätzungen von Wetter- und Klimabedingungen eine Rolle, gerade bei Bergwanderungen. Es reicht schon, am Feldberg abseits zu wandern und falsches Schuhwerk zu tragen. Unterkühlung und Hitzschlag sind wichtige Themen, die oft unterschätzt werden. Dann ist es sinnvoll zu wissen, was zu tun ist.

In der freien Natur „kann es zwei, drei oder vier Stunden dauern, bis Hilfe kommt“, so Kursleiter Michael Geis von den Freiburger Johannitern. Foto: privat

Perfekter Sommersong: Der Brass Remix von „Schwarzwald Sound“ der Band Zweierpasch

Mit der Maddis'son Brass Band hat Zweierpasch einen Brass Remix der Single „Schwarzwald Sound“ veröffentlicht. Mit der Maddis’son Brass Band hat Zweierpasch einen Brass Remix der Single „Schwarzwald Sound“ veröffentlicht. Foto: Panoramique_Pix

Die HipHop Band Zweierpasch hat einen Brass Remix ihrer Single „Schwarzwald Sound“ veröffentlicht. Gemeinsam mit der Maddis’son Brass Band hat sie dafür in den Höhen des Schwarzwalds eine Musikvideo gedreht. Mit am Set waren neben den 10 Musikern ein T-Rex sowie rund 150 Zuschauer, die den Dreh vor spektakulärem Panorama gebannt verfolgten. 

Das Video zeigt die acht Blechbläser und zwei Zweierpasch-Frontmänner Felix und Till Neumann bei ihrer Performance im stimmungsvollen Sonnenuntergang auf der Zuflucht bei Oppenau. Herrlich eingefangen sind darin die Weiten des mittleren Schwarzwalds und im goldenen Abendlicht funkelnde Blasinstrumente. Besonders eindrücklich wirkt das wuchtige Susafon, gespielt von Björn Geiger, der sowohl Instrumentalist als auch versierter Sänger ist. Zur Band gehören neben ihm die Musiker Mathias Herzog, Pirmin Landmann, Simon Goldschagg, Lukas Stein, Lukas Scherzinger, Iwo Deibert, Johannes Hepe, Naomi Fuchs, Jan-Christoph Winkler und Nicolas Nagler.

Der perfekte Song für den Start in den Sommer!

Mehr unter https://www.instagram.com/p/DYznF4IIwc-/

Vom ESC in den Europa-Park: Sarah Engels genießt Auszeit mit der Familie

Sängerin Sarah Engels gönnte sich nach dem ESC-Trubel eine Auszeit im Europa-Park Sängerin Sarah Engels gönnte sich nach dem ESC-Trubel eine Auszeit im Europa-ParkSängerin Sarah Engels gönnte sich nach dem ESC-Trubel eine Auszeit im Europa-Park. Foto: Europa-Park

Nur wenige Tage nach ihrem Auftritt auf der größten Musikbühne Europas besuchte Sarah Engels gemeinsam mit ihrer Familie das Europa-Park Erlebnis-Resort. Die Sängerin, die Deutschland beim Eurovision Song Contest 2026 in Wien vertreten hatte, genoss in Deutschlands größtem Freizeitpark eine private Auszeit abseits des Rampenlichts.

Bei ihrem Besuch in Rust erlebte Sarah Engels die besondere Atmosphäre des Europa-Park. Zwischen liebevoll thematisierten europäischen Themenbereichen, abwechslungsreichen Attraktionen und sommerlichem Entertainment bot Deutschlands größter Freizeitpark den idealen Rahmen für gemeinsame Familienzeit. Bei Temperaturen über 30 Grad durfte auch ein Ausflug in die Wasserwelt Rulantica nicht fehlen.

Grammy-Preisträger Pat Metheny tritt am 19. Juni im Freiburger Konzerthaus auf

m Zentrum seiner Show steht Pat Methenys neues Studio Album – das Erste seit sechs Jahren.m Zentrum seiner Show steht Pat Methenys neues Studio Album – das Erste seit sechs Jahren. Foto: Jimmy Katz

Pat Metheny zählt seit Jahrzehnten zu den prägendsten Gitarristen des modernen Jazz – ein echter Ausnahmemusiker, der wie kaum ein anderer technische Meisterschaft, unerschöpfliche Neugier und starken Ausdruck vereint. Am 19. Juni, 20 Uhr, gastiert der 20-fache Grammy-Preisträger im Freiburger Konzerthaus.

Im Zentrum der Show steht Pat Methenys neues Album „Side-Eye III+“, sein erstes Studioalbum seit sechs Jahren. Hierfür hat er seine Kernbesetzung, bestehend aus ihm, Chris Fishman (Piano/Keyboards) und Joe Dyson (Drums), um den Bassisten Jermaine Patton sowie den Percussionisten und Sänger Leonard Patton erweitert. Dieses fünfköpfige Line-up stellt für Metheny einen Blick in die Zukunft seines Side-Eye Projektes dar. Da das im Studio aufgenommene Ergebnis von „Side-Eye III+“ im Trio-Format nicht zufriedenstellend reproduzierbar ist, nahm er die Herausforderung dankend an, andere Herangehensweisen an das neue Material zu finden. Metheny-Fans wissen, wie viel kreative Energie dies bei ihm freisetzt, daher darf sich sein Publikum live auf echte Sternstunden freuen.

Für seine Arbeit hat Pat Metheny nahezu sämtliche Ehrungen erhalten, die die Jazzwelt zu vergeben hat – darunter 20 Grammy Awards in verschiedenen Kategorien, drei Goldalben sowie die Aufnahme in die DownBeat Hall of Fame. 2018 wurde er zudem als NEA Jazz Master ausgezeichnet, die höchste Auszeichnung des US-amerikanischen Jazz.

Tickets unter 07641 / 96 28 28 40 und www.karoevents.de, bei der Badische Zeitung und bei allen bekannten (ReserviX-) Vorverkaufsstellen.

Wildbienen und Afterwork-Waldbaden im Juni beim Freiburger Waldhaus

Ein Bild aus der aktuellen Naturfotografie-Ausstellung im Waldhaus: Eine Zweifarbige Schneckenhausbiene (Osmia bicolor) tarnt das Gehäuse mit Grashalmen. Foto: ENJ 2023/Solvin ZanklEin Bild aus der aktuellen Naturfotografie-Ausstellung im Waldhaus: Eine Zweifarbige Schneckenhausbiene (Osmia bicolor) tarnt das Gehäuse mit Grashalmen. Foto: ENJ 2023/Solvin Zankl

Seit 2008 bietet das Waldhaus Freiburg mit verschiedenen Veranstaltungsformaten Umweltbildung zum Thema Wald und Nachhaltigkeit an. Im Juni locken gleich mehrere besondere Veranstaltungen. Los geht es am Mittwoch, 10. Juni, mit einem Waldspaziergang im Stadtwald. Am Sonntag, 14. Juni, gastiert „Fräulein Brehms Tierleben“ mit zwei Vorführungen im Waldhaus: Um 14 Uhr geht es um die Wildkatze und um 16 Uhr stehen Wildbienen im Mittelpunkt.

In weiteren Juni-Veranstaltungen geht es um Afterwork-Waldbaden, das Stadtwaldarboretum und den Wildbienengarten in Opfingen. Einen Grünholzhocker selbst bauen können Teilnehmer am 27. Juni (erster Teil). Mehr Infos und Anmeldung: www.waldhaus-freiburg.de/veranstaltungskalender oder telefonisch 0761 89 64 7710