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Wie eine junge Steinmetzin dank der Haufe Group das Freiburger Münster bewahrt

Münsterbauhütte Haufe Group SteinmetzinMaya Thyssen und Birte Hackenjos (CEO Haufe Group, re.) in der Werkstatt der Münsterbauhütte. Foto: Joers

An der Münsterbauhütte Freiburg arbeitet Maya Thyssen an historischen Steinen und trägt dabei das Logo der Haufe Group. Für zwei Jahre übernimmt das Freiburger Unternehmen ihr Gehalt. Was das für die junge Steinmetzin bedeutet?

Es ist eine ungewöhnliche Kooperation – und eine, die die Freiburger Münsterbauhütte in dieser Form noch nie hatte: Die Freiburger Haufe Group, die allein am Stammsitz in Freiburg rund 2.000 Menschen beschäftigt und insgesamt 2.700 Mitarbeitende hat, übernimmt für mindestens zwei Jahre das Gehalt einer jungen Steinmetzin am Freiburger Münster. „Als ich erfahren habe, dass meine Stelle dank Sponsoring möglich ist, hat mich das sehr beeindruckt“, sagt Maya Thyssen. Im Handwerk werde man oft übersehen. Dank dieser Kooperation sei das nun anders, so die gelernte Steinmetzin und Steinbildhauerin. Von 2018 bis 2021 absolvierte sie an der Münsterbauhütte ihre Ausbildung und ist seit Januar wieder zurück. „Ich habe mich vom ersten Tag an in die Stadt verliebt und bin auch oft genug ins Bächle getreten“, sagt sie.

Denn aufgewachsen ist Thyssen im englischen Canterbury, „mit Blick auf die Kathedrale“, wo sie schon als Kind in der Goldschmiede-Werkstatt ihres Vaters mithalf. „Die Tradition der Denkmalpflege wurde uns sehr früh vermittelt und wie wichtig es ist, Kulturerbe für kommende Generationen zu erhalten“, sagt Thyssen.

Von links: Haufe Group-CEO Birte Hackenjos, Münsterbauverein-Aufsichtsratsvorsitzender Ernst Ulrich Dobler, Steinmetz-Gesellin Maya Thyssen, Münsterbaumeisterin Anne-Christine Brehm und Münsterbauvereins-Vorsitzende Martina Feierling-Rombach. Foto: Joers

Dieser Gedanke sei laut Haufe Group-CEO Birte Hackenjos auch mitentscheidend gewesen, wieso das Digitalunternehmen das Sponsoring übernahm. „Tradition und Vergangenheit sind uns wichtig. Aber es geht darum, das, was sinnvoll und erhaltenswert ist, in die Zukunft zu tragen. Damit wir auch in Zukunft das Münster haben, unterstützen wir gerne die Münsterbauhütte“, so Hackenjos. Auch in der eigenen Belegschaft sei die Idee für das Stellensponsoring gut angekommen, so Hackenjos: „Maya Thyssen ist die erste Steinmetzin in unserem Unternehmen“, scherzt die Haufe-Chefin.

Münsterbaumeisterin Anne-Christine Brehm, die noch bis Ende März im Amt ist und danach eine Professurstelle an der Uni Heidelberg antritt, zeigt sich dankbar für die Spende, die weit über 100.000 Euro beträgt. „Wir brauchen zurzeit jeden Mann und jede Frau“, so Brehm. Unter anderem steht 2027 am Münsterturm die große Oktogon-Sanierung an. Da ist die Kooperation mit der Haufe Group hochwillkommen – vor allem deshalb, weil zwei Drittel des Jahresbudgets des Münsterbauvereins aus Spenden besteht, so Vorsitzende Martina Feierling-Rombach.

Maya Thyssen ist bei der Arbeit am Münster im Übrigen gut an ihrer Kleidung zu erkennen – denn unter ihrer Arbeitskluft trägt sie ein Shirt mit dem Haufe-Logo. „Ziemlich cool“, findet sie selbst.

Behörde sieht Social-Media-Posts von Freiburgs OB Horn nicht als unzulässige Wahlwerbung

Social Media Martin Horn

Das Regierungspräsidium Freiburg hat Beiträge von Oberbürgermeister Martin Horn unter die Lupe genommen. Die Vorwürfe der Wahlwerbung entkräftet die Rechtsaufsichtbehörde – mit einer Einschränkung.

Das Regierungspräsidium Freiburg (RP) hat nach einer Prüfung festgestellt, dass die Social-Media-Beiträge von Freiburgs Oberbürgermeister Martin Horn keine unzulässige Wahlwerbung darstellen. Das erklärte das RP am Mittwoch in einer Pressemitteilung. Dies gilt insbesondere für die Beiträge, die Horn zu seinen Terminen mit dem Deutschen Roten Kreuz veröffentlicht hat.

Anlass der Prüfung der Rechtsaufsichtsbehörde des RP war eine Presseanfrage. Die Frankfurter Allgemeine Zeitung hatte die Anfrage gestellt. Das RP hat sich dabei einen Gesamteindruck über den städtischen Social-Media-Auftritt des Oberbürgermeisters seit Anfang des Jahres verschafft. Die Behörde sei zu dem Schluss gekommen, „dass die Beiträge einen Bezug zu den Aufgaben der Stadt Freiburg aufweisen und somit von der Äußerungsbefugnis des Oberbürgermeisters umfasst sind“, so das RP.

Kritisiert wurden in der medialen Berichterstattung insbesondere zwei Beiträge mit dem Deutschen Roten Kreuz, die am 28. Januar und 3. Februar 2026 veröffentlicht wurden. Diese seien nach Auffassung des RP zulässig, „da sie eine sachgerechte und objektiv gehaltene Information über kommunale Aufgaben des Gemeinwohls, der Daseinsvorsorge sowie Sicherheit und Ordnung darstellen“.

Das Regierungspräsidium stellt klar, dass es grundsätzlich zulässig ist, wenn Städte die hoheitlichen Social-Media-Auftritte ihrer (Ober-)Bürgermeister mit städtischen Mitteln betreiben, um die Bürgerinnen und Bürger über aktuelle Entwicklungen zu informieren und die Transparenz der Verwaltung zu fördern.

Allerdings können in der unmittelbaren Vorwahlzeit auch neutral gehaltene Veröffentlichungen zur unzulässigen Wahlwerbung werden. Die Veröffentlichung der Beiträge mit dem Deutschen Roten Kreuz fand allerdings noch nicht in der „heißen Phase“ des Wahlkampfes statt, in der äußerste Zurückhaltung geboten sei und die Öffentlichkeitsarbeit in Form von Arbeits-, Leistungs- und Erfolgsberichten Einschränkungen unterliege. Die heiße Phase des Wahlkampfs beträgt mindestens vier bis sechs Wochen vor der Wahl. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der beiden Beiträge war die Stelle des Oberbürgermeisters der Stadt Freiburg jedoch noch nicht einmal ausgeschrieben. Zudem lag der Zeitpunkt der Veröffentlichungen knapp drei Monate vor dem Wahltermin am 26. April 2026.

Stadtverwaltung sieht sich bestätigt

Das Freiburger Rathaus sieht sich durch die Stellungnahme des RP in ihrer Handhabung von Social-Media-Posts bestätigt. „Mit ihrer Stellungnahme bescheinige das RP der Stadt Freiburg, dass beide Posts keine unzulässige Wahlwerbung darstellen und sie nicht gegen das Neutralitätsgebot verstoßen. Damit bestätigt sie die Linie der städtischen Presse- und Öffentlichkeitsarbeit“, so die Stadtverwaltung in einer eigenen Pressemitteilung vom Mittwochnachmittag.

Inzwischen sei Social Media neben den klassischen Informationskanälen ein wesentlicher Kommunikationskanal in der modernen Verwaltungskommunikation, um zu informieren und nachvollziehbare Entscheidungen und Hintergründe der Stadtverwaltung zu vermitteln. Die Stadt erfülle deshalb den staatlichen Informationsauftrag auch auf diesen Kanälen. Diese Verwaltungskommunikation sei mittlerweile in vielen anderen deutschen Kommunen sowie in der Landes- und Bundesverwaltung, wie
auch in Freiburg, Standard.

Hund Balou besucht Patienten auf der Intensivstation des St. Josefskrankenhauses

Balous Besuch, zusammen mit Intensivpflegerin Andrea Mies, wirkt beruhigend.Balous Besuch, zusammen mit Intensivpflegerin Andrea Mies, wirkt beruhigend. Foto: Artemed Kliniken Freiburg

Ein Bernerdoodle namens Balou besucht Patienten auf der Intensivstation des Freiburger St. Josefskrankenhauses – mit messbarem Effekt. Was vor zwei Jahren mit Intensivpflegerin Andrea Mies und ihrem Hund Balou begann, hat sich zu einem wissenschaftlichen Projekt mit großem Echo entwickelt. „Wir wollten zeigen, dass tiergestützte Interventionen auch im hochsensiblen Intensivbereich machbar und wirksam sind“, sagt Andrea Mies. Zu ihr gehört Balou, dreieinhalb Jahre alt, ein Mix aus Großpudel und Berner Sennenhund und ausgebildeter Therapiehund.

Können der Blick in Balous dunkle Augen, der Kontakt mit seinem weichen Fell schwerkranken Patienten auf der Intensivstation helfen? Die Erfahrungen, die Andrea Mies bei ihren Patientenbesuchen mit Balou gemacht hat, sprechen dafür, doch um neue Therapieansätze zu etablieren, braucht es weit mehr als persönliche Erfahrungen.

Gemeinsam mit Dorothea Allendorf, die die Intensivstation des St. Josefskrankenhauses leitet, der Projektmanagerin Christina Schneider und der wissenschaftlichen Mitarbeiterin Clara Vatterot startete Mies eine klinische Studie mit 24 Intensivpatienten und Balou. Nach ihrem Einverständnis zur Studienteilnahme wurden die Patienten nach dem Zufallsprinzip auf eine von zwei Gruppen verteilt. Während die Patienten der ersten Gruppe zweimal Besuch von Andrea Mies und Balou erhielten, ging sie zu den Patienten der zweiten Gruppe ohne ihren Hund. Das Studienteam erfasste unter anderem wie sich die Herzfrequenz der Patienten veränderte, wie die Patienten ihren Stresslevel auf einer Skala von eins bis zehn einschätzten und wie sich die Dauer des Klinikaufenthalts zwischen den Gruppen unterschied.
Im Februar wurden die Ergebnisse erstmals bei einem deutschen Fachkongress für Intensivmedizin in Bremen vorgestellt und sorgten für Furore: Bei Patienten, bei denen Balou mit am Krankenbett war, sank die Herzfrequenz, die Patienten gaben an, weniger gestresst zu sein, zeigten mehr positive Reaktionen wie ein Lächeln und kommunizierten mehr als die Patienten, die Besuch von Andrea Mies ohne Balou erhalten hatten. „Zwar konnten wir auch durch den Besuch von Andrea ohne Balou eine positive Veränderung nachweisen, aber sie war deutlich weniger stark als bei den Besuchen, bei denen Balou mit dabei war“, sagt Clara Vatterot.

Auch andere Kliniken zeigen Interesse an dem Konzept des St. Josefskrankenhauses

Besonders beeindruckend zeigte sich die Wirkung des Besuchs von Balou bei den Aufenthaltszeiten im Krankenhaus: Patienten, die Balou besucht hatte, konnten früher von der Intensivstation auf die Normalstation verlegt werden und hatten insgesamt einen sehr viel kürzeren Krankenhausaufenthalt als die Patienten ohne Besuch von Balou.

Zwar sei die Zahl der Studienteilnehmer mit 24 Patienten klein und die Ergebnisse müssten deshalb vorsichtig interpretiert werden, sagt Clara Vatterot, aber dem Team ist im deutschsprachigen Raum ein Durchbruch gelungen. Bisher gab es vergleichbare Daten nur aus Großbritannien und den USA. Eine von den Krankenkassen erstattungsfähige Leistung sind die Besuche von Balou bisher nicht.

Nach dem Kongress erreichten das Team zahlreiche Anfragen. „Viele wollten wissen, wie wir das hygienisch und organisatorisch gelöst haben“, sagt Christiane Schneider. Es brauchte interne Überzeugungsarbeit, ein Hygienekonzept und intensives Training für Balou, um das Projekt auf der Intensivstation, wo strenge Hygienevorschriften ein Muss sind, durchführen zu können. Begleitet von einer Hundetrainerin übte Andrea Mies mit Balou, wohin er seinen Kopf am Krankenbett legen soll – auf eine Hygieneunterlage. Auch das Gesundheitsamt kam vorbei, um sich Balous Arbeitseinsatz kritisch anzuschauen. Das Hygienekonzept funktioniert: Infektionen hätte es bei keinem der Patienten gegeben, sagt Dorothea Allendorf.

„Wahnsinnig ruhig und liebevoll“ beschreibt Andrea Mies ihren Hund. Ideal in der lauten, technischen und für die Patienten oft angstbesetzten Umgebung einer Intensivstation. Und genauso wichtig: Balou geht gerne dorthin. „Wenn ich zu Hause sage: „Komm, wir gehen arbeiten“, dann steht er an der Tür.“

Was sich die Freiburger Wirtschaft von der OB-Wahl erhofft: „Wir brauchen mehr als nur Moderation“

IG Nord Christian SchulzChristian Schulz, Vorsitzender der Interessengemeinschaften IG Nord und IG Haid: „Ein ’Weiter so’ können wir uns als Wirtschaftsstandort nicht leisten, und wir sind gespannt, welche Impulse Martin Horn für den Innovations- und Wirtschaftsstandort Freiburg setzen wird,“ Foto: Breidenbach

Das „Super-Wahljahr“ in Freiburg ist in vollem Gang: Auf die Landtagswahl im März folgt der Kampf um den Chefsessel im Freiburger Rathaus im April. Wohnungspolitik ist ein Top-Thema dabei. Aber wie steht es um die Wirtschaft? Christian Schulz, Vorsitzender der Interessengemeinschaften IG Haid und IG Nord in Freiburg, in denen zahlreiche Unternehmen engagiert sind, legt im Interview den Finger in die Wunde.

Herr Schulz, der amtierende Oberbürgermeister Martin Horn wirbt mit Erfolgen beim Klimaschutz und dem neuen Stadtteil Dietenbach. Ist er auch aus Sicht der Unternehmerschaft der Richtige für Freiburg in einer wirtschaftlich angespannten Lage?

Christian Schulz: Die Antwort ist zwiespältig. Wir erkennen an, dass Martin Horn ein guter Moderator ist und die Stadtverwaltung moderner aufgestellt hat. Aber für uns Unternehmer zählt das Ergebnis im Geldbeutel und bei der Standortqualität. Und da ist die Bilanz ernüchternd: Wir haben die höchsten Mieten, einen massiven Mangel an Gewerbeflächen und einen Gemeinderat, der ideologische Projekte wie die Verpackungssteuer gegen den Rat der Wirtschaft durchdrückt. Ein ’Weiter so’ können wir uns als Wirtschaftsstandort nicht leisten, und wir sind gespannt, welche Impulse Martin Horn für den Innovations- und Wirtschaftsstandort Freiburg setzen wird, wenn wir ihn im März zum Austausch mit der IG Nord und der IG Haid treffen werden, zu dem wir ihn eingeladen haben.

Sie sprechen die Verpackungssteuer an. Martin Horn hatte sich dazu ja skeptisch gezeigt, wurde aber im Gemeinderat überstimmt. Wie bewerten sie das?

Schulz: Das ist genau der Punkt: Martin Horn agiert oft als Getriebener des Gemeinderats. Er hat zwar medienwirksam eine ’Mehrwegoffensive’ vorgeschlagen, aber am Ende hat er zugelassen, dass Freiburg einen Weg einschlägt, der Gastronomie und Handel massiv mit Bürokratie belastet. Für uns ist das ein Vertrauensbruch. Ein Oberbürgermeister muss in solchen Momenten Führung zeigen und die Reißleine ziehen, wenn ein Projekt die lokale Wirtschaft schädigt. Wir brauchen einen OB, der für den Mittelstand kämpft, nicht nur moderiert.

Wie steht es um Wohnbau und Platz fürs Gewerbe? Dietenbach soll Entlastung bringen, kostet aber auch viel Geld. Übernimmt sich Freiburg finanziell?

Schulz: Dietenbach ist notwendig. Wir beobachten aber mit Sorge, dass die Baukosten explodieren, während der OB betont, dass die Hälfte des Wohnraums gefördert sein muss. Das klingt sozial, führt aber dazu, dass privates Kapital abwandert und die Stadt die Zeche zahlt. Unserer Wirtschaft fehlen zudem Gewerbeflächen für kleine und mittelständische Betriebe. Wenn Horn in einer zweiten Amtszeit nicht liefert und die Verschuldung weiter so rasant ansteigt, gefährdet er die Investitionsfähigkeit unserer Stadt für Jahrzehnte. Wir fordern deshalb klare Prioritäten: Erst die Infrastruktur und Gewerbeflächen sichern, dann die Sozialprojekte.

Ein Dauerbrenner der Kritik war und ist für sie ja die Verkehrspolitik. Der OB verteidigt hohe Parkgebühren und den Rückbau von Fahrspuren. Hat er damit nicht den Zeitgeist auf seiner Seite?

Schulz: Zeitgeist füllt keine Ladenkassen und sichert keine Arbeitsplätze. Wir unterstützen das Ziel einer lebenswerten Stadt, aber Horns Kurs fehlt das Augenmaß. Freiburg hat mittlerweile Parkgebühren, die auf dem Niveau von Metropolen wie London oder Paris liegen. Das ist ein massiver Standortnachteil für Handel und Gastronomie. Wer aus dem Umland kommt, überlegt sich dreimal, ob er für einen Einkauf nach Freiburg fährt oder lieber ins Internet oder auf die grüne Wiese abwandert. Wir fordern vom OB hier mehr als nur Verbotspolitik: Wir brauchen intelligente Park-and-Ride-Systeme, die funktionieren, und eine Erreichbarkeit, die nicht an der Stadtgrenze endet. Wer die Autos aussperrt, ohne echte Alternativen für Pendler und Kunden zu schaffen, sägt am Ast, auf dem unser Wohlstand sitzt.

Die Zukunft des Freiburger Flugplatzes entwickelt sich auch zum Wahlkampfthema. Ist das Ende des Flugplatzes besiegelt?

Schulz: Wenn es nach dem OB geht, scheint die Richtung klar: Er hält sich zwar alle Optionen offen, aber der Druck, dort Wohnraum zu schaffen, ist enorm. Wir Wirtschaftsvertreter warnen jedoch davor, den Flugplatz leichtfertig zu opfern. Er ist eben nicht nur ein ’Spielplatz für Hobbyflieger’. Er ist eine kritische Infrastruktur für den Wirtschaftsstandort: Wenn wir den Flugplatz schließen, kappen wir Freiburg von einer internationalen Anbindung ab, die man nie wieder zurückholen kann. Wohnraum ist wichtig, aber wir dürfen dafür nicht die langfristige infrastrukturelle Zukunftsfähigkeit der Stadt zerstören.

Das Interview führte Bernd Peters

Freiburgs Autohändler-Urgestein Franz-Xaver Grünwald über Abschiedsgerüchte: „Ein Quäntchen Wahrheit gibt es immer“

65 Jahre VW Gehlert Freiburg Franz-Xaver GrünwaldVerkäufer durch und durch: Franz-Xaver Grünwald feiert 65 Jahre Autohaus Gehlert. Foto: Joers

Vom Lehrling zum Miteigentümer: Beim 65 Jahre-Jubiläum des Autohaus Gehlert feiert Freiburg einen außergewöhnlichen Unternehmer, der gerade seinen 88. Geburtstag feierte. Wie Franz-Xaver Grünwald über das Aufhören denkt, sagt er dem Wochenbericht.

Doppelt Grund zum Feiern im Autohaus Gehlert, dem VolkswagenZentrum in der Tullastraße und Experte für Audi, Seat und CUPRA: Denn in diesem Jahr wird Gehlert 65 Jahre alt. Einen Grund zum Feiern – nämlich seinen 88. Geburtstag am 23. Februar – hatte auch Franz-Xaver Grünwald, geschäftsführender Gesellschafter des Hauses. Noch immer ist der gebürtige Freiburger beruflich sehr aktiv.

„Ich habe ein erfülltes Berufsleben“, sagt Grünwald, der seine Ausbildung zum Automobilkaufmann bei der Südbadischen Automobil GmbH (später Baden Auto) am 1. April 1957 begann. „Das war kein Aprilscherz, sondern wurde ein beruflicher Erfolg über Jahrzehnte“, sagt er rückblickend. Seine damaligen Chefs, Bernhard Kannenberg und Sebastian Hiemenz hätten seinen Drang zum Arbeiten schnell erkannt und förderten das Verkausftalent. Damals akquirierten die Verkäufer noch bei abendlichen Hausbesuchen. „Man saß teilweise bis abends 22 Uhr bei den Familien im Wohnzimmer und wartete auf eine Vertragsunterschrift“, erinnert sich Grünwald. Doch allein in seinem ersten Ausbildungsjahr verkaufte er 250 Autos, vor allem Käfer und Transporter.

Als Kannenberg, Wolfgang Gehlert und Heinz Gröschel 1961 das VW-Autohaus Gehlert gründeten, war auch Grünwald an Bord. Der erste harte Schlag für das junge Unternehmen war der nächtliche Großbrand des Neubaus an der Karlsruher Straße im Januar 1969. Die mutmaßliche Brandstiftung bleibt bis heute ein Rätsel. Das Unternehmen musste quasi bei null anfangen. „Es war keine leichte Zeit“, sagt Grünwald.

Ein stolzer Unternehmer

Anfang der 70er Jahre liebäugelte er mit einem Wechsel zur Konkurrenz: „Mein damaliger Chef hat meine Wanderlust aber unterbunden, indem er mich zum Mitgesellschafter machte“, erzählt er. Mit Blick auf das 65-jährige Jubiläum „macht mich stolz, das noch viele Mitarbeiter der ersten Stunde bis heute im Betrieb sind. Gute Mitarbeiter sind Gold wert“, sagt er. Heute beschäftigt das Unternehmen 131 Mitarbeiter. Zu den kursierenden Gerüchten, der 88-Jährige denke an ein baldiges Aufhören, sagt er schmunzelnd: „Gerüchte hört man überall. Ein Quäntchen Wahrheit findet man darin immer.“

Für das vielfach ausgezeichnete Autohaus Gehlert, das mit der neuen CUPRA Garage einen wichtigen Schritt in Richtung Zukunft gegangen ist, steht jetzt das Jubiläum im Vordergrund: „65 Jahre bedeutet für mich Dankbarkeit für die Treue der Kunden. Und Dankbarkeit zeigt man mit besonderen Angeboten, ob bei Neu- oder Gebrauchtwagen oder im Servicebereich.“

Das Autohaus Gehlert in der Tullastraße in Freiburg. Foto: Joers

    Das Line-up für das Freiburger „Sea You“-Festival ist komplett

    Mehr als 150 Acts der Elektroszene sorgen dieses Jahr auf sechs Stages für Partystimmung. Foto: Sea YouMehr als 150 Acts der Elektroszene sorgen dieses Jahr auf sechs Stages für Partystimmung. Foto: Sea You

    Vom 17. bis 19. Juli sorgen beim „Sea You“-Festival am Tunisee mehr als 150 Acts der Elektroszene auf sechs Stages für Partystimmung. Mit dabei sind internationale Topacts und Stars der Szene. Unter anderem Amelie Lens, Boris Brejcha, Bunt., Miss Monique, Anna b2b Kölsch (zum ersten Mal in Europa), Deborah De Luca, Neelix, Alle Farben, Adam Beyer, Novah, Hannah Laing, Schrotthagen, I Hate Models, Omiki, Winson, Avaion, Cloudy, Azyr, Mischluftt, Fantasm, Vieze Asbak, Ely Oaks, A.N.I., Bennett b2b Macon, Gestört aber Geil, Ghost Rider, Klofama, Mausi, Nicolas Julian, Paraçek, Ranji, Vegas und VIMA.

    Am Tunisee erwartet die Besucher eine einzigartige Festivallandschaft mit Highlights wie einer kostenlosen Wasserski-Anlage, Daybetten zum Chillen, farbenfrohen XXL-Flamingos auf dem See und mehr. Camping ist für Tagesgäste möglich. Weitere Infos und Tickets unter https://www.seayou-festival.de

    Besonderes Konzert: Freiburger Barockorchester lädt zu „Hear! we move“ ein

    Für das Sonderkonzert wird bereits seit Januar geprobt.Für das Sonderkonzert wird bereits seit Januar geprobt. Foto: Andreas Heideker

    Am 21. März bringt das Freiburger Barockorchester (FBO) im Konzerthaus Freiburg das Sonderkonzert „Hear! we move“ auf die Bühne. Ein Format, in dem Kinder mit und ohne Hörbeeinträchtigung selbst zu aktiven Gestaltern auf der Bühne werden und zu den Klängen von Freiburger Barockorchester und Ensemble Recherche performen. In Kooperation mit dem Freiburger Institut für Musikermedizin (FIM) und dem musikalischen Partner Ensemble Recherche entsteht ein Konzertprojekt, das barocke und zeitgenössische Musik in inklusiven Formen zusammenführt. Die gemeinsame Arbeit mit rund 120 beteiligten Schülern begann bereits im Januar.

    Schüler der Klassenstufen fünf bis zehn – darunter Kinder mit Cochlea-Implantaten, Hörhilfen und weiteren Herausforderungen – erarbeiten gemeinsam mit der Berliner Choreografin Ece Bodo-Çınar und den beteiligten Musikern ein Programm zwischen barocker Musik und zeitgenössischen Werken, mit dem besonderen Highlight einer Uraufführung: Die Komponistin Kathrin Denner hat eigens für Hear! we move die beiden Stücke „Zustand 1“ und „Zustand 2“ komponiert, die im Konzert FBO, Ensemble Recherche und die Schüler vereint aufführen werden und so die Idee des Zusammenklangs unterstreichen.
    Thematisch nimmt das Projekt die antike Vorstellung des Sphärenklangs auf – die Idee einer harmonischen Ordnung, in der Bewegung, Musik und Menschlichkeit miteinander in Resonanz treten. Weitere Infos unter barockorchester.de.

    Himalaya, Kuba und Costa Rica: Drei Mundologia-Voträge in Freiburg

    Tobias Hauser zeigt bei „Costa Rica – Reise in den tropischen Garten Eden“ die beeindruckende Artenvielfalt des Landes. Hier eine Aufnahme aus einem Krankenhaus für Faultiere.Tobias Hauser zeigt bei „Costa Rica – Reise in den tropischen Garten Eden“ die beeindruckende Artenvielfalt des Landes. Hier eine Aufnahme aus einem Krankenhaus für Faultiere. Foto: Tobias Hauser

    In „Zwischen Himmel und Erde – Meine Wege durch den Himalaya“ führt Abenteurer und Autor Bruno Baumann am 13. März in die entlegensten Regionen des höchsten Gebirges der Erde. Seine Expeditionen reichen von den tiefen Schluchten Osttibets bis zu den Klöstern in Ladakh, von alten Karawanenrouten nach Mustang und durch Nepals wilden Westen bis zum sagenumwobenen Reich Guge. Eindrucksvolle Bilder und Begegnungen mit Menschen, die inmitten dieser extremen Landschaft leben, machen sichtbar, wie sehr der Himalaya nicht nur geografische Grenze, sondern auch kultureller Korridor ist. Start ist um 19:30 Uhr.

    Am 14. und 15. März, jeweils um 19:30 Uhr, richtet der Fotojournalist Tobias Hauser seinen Blick auf zwei Welten jenseits des Atlantiks. In „Kuba – zwischen Traum und Wirklichkeit“ spürt er seit über 30 Jahren den Veränderungen auf der Karibikinsel nach – zwischen sozialistischem Erbe, Alltagssorgen und der Hoffnung auf Neues. Dabei integriert er auch seine jüngsten Eiblicke in die Veränderungen im Land, erst im Februar diesen Jahres war er wieder vor Ort. Mit „Costa Rica – Reise in den tropischen Garten Eden“ eröffnet er das Panorama einer Natur voller Artenvielfalt: von Regen- und Nebelwäldern über aktive Vulkane bis hin zu Begegnungen mit Meeresschildkröten, Haien und der indigenen Bevölkerung.
    Online-Tickets sowie ausführliche Informationen zum Programm und zu den Vorverkaufsstellen unter www.mundologia.de


    Der Freiburger Münsterplatz als Serienkulisse: Hier wird die TV-Produktion „Tamim“ gedreht

    Auf dem Münsterplatz entstehen Aufnahmen für eine SWR/ARTE-Miniserie.Auf dem Münsterplatz entstehen Aufnahmen für eine SWR/ARTE-Miniserie. Eine romantische Komödie, die in Freiburg spielt. Foto: Joers

    Habt ihr schon die Dreharbeiten auf dem Münsterplatz entdeckt? Hier entstanden Aufnahmen für die SWR/ARTE-Miniserie „Tamim“ für die Nachwuchsreihe „Debüt im Dritten“. Darum geht es in der sechsteiligen romantischen Komödie: Tamim stammt aus Syrien und arbeitet seit zehn Jahren in seiner neuen Heimat Deutschland als Ingenieur. Endlich bekommt er seinen deutschen Personalausweis und will nun unbedingt eine Frau finden und heiraten. Nach einigen Fehlversuchen mit Dating-Apps verliebt er sich unsterblich in Laura. Sie ist chaotisch, charmant und schwer zu beeindrucken. Aber sie mag ihn, lässt sich sogar zu einem Date überreden. Schon beim zweiten Treffen offenbart Tamim ihr, sie gerne heiraten zu wollen. Doch so selbstverständlich dieser Antrag für Tamim ist, so selbstverständlich ist für Laura ihre On-/Off-Beziehung mit ihrem besten Freund, dem Fußballtrainer Max, und ihre Ablehnung gegen alles, was sie irgendwie festlegen könnte.

    Regisseurin ist Christina Tournatzés, Tamim wird gespielt von Aziz Dyab, den wir aus dem Kinofilm „One Hit Wonder“ oder der Netflix-Serie „Unorthodox“ kennen. Jaëla Probst schlüpft in die Rolle von Laura – die Schauspielerin war schon in der „Netflix“-Serie „Alphamännchen“ oder bei der Serie „4 Blocks“ zu sehen.

    „Tamim“ spielt in Freiburg, hier wird 25 Tage lang gedreht und noch einige Tage in München. Direkt auf dem Münsterplatz wurde eine Szene mit Tamim und Laura als frisch verliebtem Paar gedreht. Und unmittelbar in Münsterplatznähe auch noch eine Szene, die aus einer späten Folge stammt, da geht es um eine Begegnung zwischen Tamim, Laura und Lauras Ex-Freund Max (Dennis Mojen), der sich noch nicht damit abgefunden hat, dass sie mit einem anderen zusammen ist.

    „Das ganze Team ist sehr gern in Freiburg, freut sich, dass es von der Bevölkerung so entspannt und freundlich aufgenommen wird und so viele gute Motive gefunden hat“, betont Annette Gilcher vom SWR. Ich bin schon sehr gespannt auf das Ergebnis. Wann die Serie ausgestrahlt wird, ist noch nicht bekannt. Ich halte euch auf dem Laufenden!

    Jaëla Probst spielt die chaotische und charmante Laura… Foto: Alexander Schank
    … in die sich Tamim (Aziz Dyab) Hals über Kopf verliebt. Foto: Aziz Dyab

    Comedy-Star Max Giermann ist in neuem Pixar-Kinohit „Hoppers“ zu hören

    Sie leihen Animationsfiguren im Kinofilm „Hoppers“ ihre Stimme: die Comedians (v.l.) Max Giermann, Alina Khani und Martina Hill. Hier bei der Deutschlandpremiere des Films in Berlin.Sie leihen Animationsfiguren im Kinofilm „Hoppers“ ihre Stimme: die Comedians (v.l.) Max Giermann, Alina Khani und Martina Hill. Hier bei der Deutschlandpremiere des Films in Berlin. Foto: www.instagram.com/alinakhani

    Der neue Pixar-Animationsspaß „Hoppers“ ist schon jetzt ein Kinohit: In Deutschland und den USA hat der nach dem Start vergangene Woche direkt den ersten Platz in den Kinocharts erobert. In dem Film schlüpft ein Mädchen dank einer neuartigen Technik in den Körper eines Roboter-Bibers und taucht so in die Tierwelt ein.

    Für die deutsche Version sind die Sprechrollen prominent besetzt, unter anderem mit den Comedians Martina Hill, Alina Khani und Max Giermann, der in Freiburg wohnt. Die drei ließen sich die offizielle Kinopremiere in Berlin natürlich nicht entgehen. Max Giermann spricht in dem Film gleich zwei Rollen, die des Vogel- und des Amphibienkönigs. „Ich habe generell eine große Affinität zu Animationsfilmen. Ich wollte lange selber Animationszeichner werden. Ich liebe das einfach, auch Zeichentrick habe ich früher geliebt. Insofern ist es eine tolle Verbindung zwischen dieser Leidenschaft und eben auch dem Arbeiten mit Stimmen, was ich ja auch ganz gerne mache“, verrät Max Giermann im Interview mit moviepilot.de. Seine Pixar-Lieblingsfilme sind übrigens „Ratatouille“ und „Toy Story“.