Am 5. März gehen schon zum zweiten Mal Schülerinnen und Schüler in Freiburg gegen die Wehrpflicht auf die Straße. Zum letzten Streik kamen 1.000 Personen – die Veranstalter rechnen diesmal mit ähnlich vielen. Emma (Nachname ist der Redaktion bekannt) vom Streikkommitee erklärt die Hintergrunde.
Am 5. März rufen Schülerinnen und Schüler erneut zum Schulstreik gegen die Wehrpflicht auf – es ist bereits der zweite derartige Streik in Freiburg. Beim ersten Streik am 5. Dezember seien nach Angaben der Organisatorinnen und Organisatoren rund 55.000 Jugendliche in 90 Städten deutschlandweit auf die Straße gegangen – 1.000 allein in Freiburg. In der Zwischenzeit habe sich die Bewegung weiter vergrößert. „Seitdem haben sich an Schulen überall in Deutschland neue Streikkomitees gegründet, und es kommen immer noch mehr dazu“, erklärt Emma vom Streikkomitee. Ziel sei es, den Protest dauerhaft an den Schulen zu verankern: „Mit diesen Streikkomitees bilden wir eigenständige Schülerorganisationen und tragen unsere Anliegen direkt dahin, wo wir einen großen Teil unserer Zeit verbringen: nämlich in unsere Schulen.“
Die Erfahrungen aus dem ersten Streik seien gemischt gewesen. Neben großer Motivation habe es auch Widerstände gegeben. „Eine Erfahrung, die wir beim letzten Streik gemacht haben, ist, dass viele Schulleitungen und Lehrpersonen oft nicht hinter uns stehen“, sagt Emma. So berichtet sie, es seien keine Räume für Treffen zur Verfügung gestellt oder Plakate abgerissen worden. Mancherorts seien politisch engagierte Schülerinnen und Schüler beobachtet oder zu Gesprächen mit der Schulleitung gebeten worden, in Stuttgart habe es sogar Verwarnungsgelder gegeben. Dennoch zeigt sich Emma entschlossen: „Davon lassen wir uns aber nicht einschüchtern, sondern machen nur umso motivierter weiter. Die Einschüchterungsversuche zeigen, dass unser Protest einen wunden Punkt trifft.“
Der Ablauf am 5. März ist klar geplant: Bereits am Morgen soll es einen Infostand geben, um 10 Uhr startet die Demonstration durch die Stadt, bei der auch Schulen angesteuert werden. Schon beim letzten Mal sei die Stimmung sehr kraftvoll gewesen. Man habe gemerkt, „wie wütend alle auf die Politik sind, aber auch wie viel Motivation da ist, gemeinsam diesen Protest auf die Straße und in unsere Schulen zu tragen“.
Inhaltlich richtet sich der Streik vor allem gegen eine mögliche Wiedereinführung der Wehrpflicht und gegen Aufrüstung insgesamt. „Es gibt ganz viele Gründe, warum wir uns als Jugendliche gegen die Wehrpflicht wehren sollten“, betont Emma. Viele wollten nicht „ein Jahr lang in der Kaserne von Vorgesetzten angeschrien werden oder zum Sterben in den Krieg ziehen“. Aus Sicht des Streikkomitees liege die Bundeswehr und die Aufrüstung „nicht in unserem Interesse“. Statt junge Menschen zum Militärdienst zu verpflichten, fordern die Organisatorinnen und Organisatoren „eine Zukunft ohne Zwangsdienst und ohne Militarisierung der Gesellschaft“.
Die Demo beginnt am Donnerstag, 5. März um 10 Uhr auf dem Platz der Alten Synagoge in Freiburg. Davor sind die Organisatoren mit einem Infostand vor Ort.


Zum zweiten Mal schwänzen Schülerinnen und Schüler am Donnerstag die Schule, um gegen die Wehrpflicht zu demonstrieren. Foto: Rita Eggstein