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Die Wüste Gobi ist Extremläuferin Brigid Wefelnbergs nächstes Ziel

In der Wüste (hier in Mauretanien) fühlt sich Extremläuferin Brigid Wefelnberg in ihrem Element. Foto: PrivatIn der Wüste (hier in Mauretanien) fühlt sich Extremläuferin Brigid Wefelnberg in ihrem Element. Foto: Privat

Brigid Wefelnberg, 62, liebt die Wüste – und sie liebt es, ihre Komfortzone zu verlassen. Im Oktober 2025 startete die Läuferin der FT 1844 Freiburg in der Wüste Gobi, im Januar 2026 in Mauretanien. Im Juni geht es weiter: Dann stehen 520 Kilometer durch die Wüste Gobi auf dem Programm.„Ich war im siebten Himmel, als ich in Mauretanien an den Start ging“, erzählt die Extremläuferin, die Anfang Januar vom kalten Schwarzwald in die Sahara flog, um am Trans333 Non-Stop-Lauf teilzunehmen.

Schon 2019 absolvierte sie dort einen 1.000-Kilometer-Non-Stop-Lauf, 2022 sogar einen 1.200 Kilometer langen Non-Stop-Lauf – die Krönung ihrer bisherigen Karriere. Für die FT-Läuferin ist die Wüste ein Refugium. Beim 333-Kilometer-Lauf, bei dem sie als erste Frau und einzige Finisherin durchs Ziel lief, war sie 72 Stunden unterwegs – geschlafen hat sie insgesamt nur sechs bis sieben Stunden. „Heute brauche ich sonst viel mehr Schlaf als früher, beim Wettkampf aber weniger – der Ehrgeiz treibt mich sehr stark an“, sagt Wefelnberg, die seit 20 Jahren an Extremläufen teilnimmt. Auch ihre Osteoporose-Erkrankung, über die sie offen spricht, hält sie nicht auf. Wie viele Läufe es bisher insgesamt waren, weiß sie nicht genau: „Ich schätze, über 80. Die Zahl ist nicht so wichtig. Ich liebe es, diesen Sport unter extremen Bedingungen weit außerhalb der Komfortzone zu betreiben!“

Extremlaufen bedeutet Selbstverantwortung

Für Wefelnberg bedeutet Extremlaufen vor allem Selbstverantwortung: Navigation, Ernährung, Schlaf – alles liegt in ihrer Hand. „Viele Trail-Läufe sind inzwischen so organisiert, dass man sich kaum um etwas kümmern muss. Bei vielen Wüstenläufen aber Gott sei Dank noch nicht. Ich mag Sicherheit – aber Komfort brauche ich nicht“, erklärt sie. Auch bei der Navigation setzt sie auf Einfachheit: „Viele nutzen hochmoderne GPS-Uhren. Ich bin aus gutem Grund absolut oldschool. Als Hauptnavigationsgerät nutze ich ein Garmin, ein Modell, das man in der Hand hält. Ansonsten nur ein paar Apps als Backup, die offline funktionieren. Mein Garmin funktioniert auch offline.“

In Mauretanien bewies diese Herangehensweise ihren Wert: In einem starken Sandsturm stieß sie auf den bis dahin zweitplatzierten Läufer, dessen Navigationssystem den Geist aufgegeben hatte. Er hatte die Orientierung verloren, doch gemeinsam und mit Brigids Garmin erreichten sie sicher den nächsten Checkpoint. Am Ende war Wefelnberg die einzige Frau von drei Starterinnen, die das Ziel erreichte. „Was für ein genialer Wüstenlauf!“, schwärmte Wefelnberg. „Nachts mussten wir mitten im Auge von Afrika, dem berühmten geologischen Phänomen Mauretaniens, etliche gewaltige, auch steinige Dünenabschnitte besteigen, danach nicht enden wollende Salzseen überqueren – an Kamelherden vorbei. Genau mein Ding!“

Der Lauf war auch eine Art Wiedergutmachung. Ihren letzten Ultra, den 400 Kilometer langen „Ultra Gobi“ im Oktober 2025, musste sie nach 54 Kilometern abbrechen: Bei einem Sturz hatte sie sich beide Daumen gebrochen. „Es war kein schöner Moment. Ich habe gerungen, ob ich weiterlaufen kann. Doch die bevorstehende Gebirgsstrecke war zu anspruchsvoll, und ich konnte das GPS nicht bedienen, nicht einmal meine Schuhe binden“, erinnert sie sich. Doch Wefelnberg ließ sich nicht entmutigen. Nach der Versorgung ihrer Daumen kehrte sie als Volunteer ins Rennen zurück – ein Einsatz, für den andere Läufer ihr später dankten.

„Ich laufe nur old school“

Die nächste Reise steht jetzt im Juni an – zum 520 Kilometer langen „The Track“ in der Mongolei, den sie bereits im australischen Outback und in der Namib-Wüste in Namibia absolviert hat. Zehn Tage durch die Wüste Gobi, wo nachts Temperaturen von bis zu minus 20 Grad herrschen können. Am 11. Juni geht der Flug in die mongolische Hauptstadt Ulaanbaatar. Direkt anschließend folgt der 24-Stunden-Lauf für Kinderrechte in Freiburg. „Das wird sehr sportlich werden!“ Im November könnte sie das Jahr mit einem 1.400-Kilometer-Lauf krönen. „1.200 Kilometer habe ich schon geschafft, 1.400 wären toll. Davon träume ich schon lange. Aber natürlich laufe ich nur old school – mit zwei Garmins und Batterien“, sagt sie lachend.