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Deutscher WM-Kader ohne Matthias Ginter

Ginter SC FreiburgMatthias Ginter steht nicht im deutschen WM-Kader. Foto: Detlef Berger

Darf Matthias Ginter mit zur WM oder nicht. Diese Frage wurde in den letzten Monaten rauf und runter diskutiert. Der 32-Jährige Innenverteidiger des SC Freiburg ließ derweil Leistungen sprechen. Jetzt steht die Entscheidung fest.

Jetzt ist klar: Matthias Ginter steht nicht im deutschen WM-Kader für das Turnier in den USA, Kanada und Mexiko. Bundestrainer Julian Nagelsmann sagte bei der offiziellen Kaderbekanntgabe am Donnerstag: „Die Gespräche waren fies. Es war wichtig, dass wir Spieler nominieren, die die letzten drei Jahre schon dabei waren.“ Konkret sagt der Bundestrainer zu Ginter: „Das ist kein leichtes Gespräch. Er hat sich sportlich absolut nichts vorzuwerfen. Aber er war die letzten drei Jahre nicht dabei. Das kann mir vorwerfen. Aber dafür gab es Gründe. So ein Gespräch ist unangenehm, und es ist nachvollziehbar, dass er gefrustet ist, weil er den Anspruch hat, dabei zu sein.“

Noch am späten Mittwochabend nach der bitteren Finalniederlage gegen Aston Villa in der Europa League äußerte sich der Freiburger Abwehrhüne zu seinen WM-Chancen. „Ich weiß noch nichts und selbst wenn ich etwas wüsste, würde ich nichts sagen“, sagte Ginter im Besiktas-Stadion. Bis ganz zuletzt ließ Julian Nagelsmann den Innenverteidiger also im Unklaren.

Für Ginter muss die Nicht-Nominierung eine Enttäuschung sein. Denn eine eindeutige Sprache sprechen Ginters Leistungsdaten in der zurückliegenden Saison. Auffällig: Ginter machte nicht nur mit seinem Kerngeschäft, der Abwehrarbeit, auf sich aufmerksam. Er glänzte außerdem als Torschütze und Vorbereiter. Der Weltmeister von 2014 kam in dieser Saison auf 12 Scorerpunkte (5 Tore, 7 Assists) – im direkten Vergleich übertrumpfte er damit auch seine Konkurrenten im deutschen WM-Kader. Nicht mal Bayerns Jonathan Tah oder Dortmunds Nico Schlotterbeck können solche Werte vorweisen. Dazu spielte der gebürtige Freiburger seine Stärken bei Standards aus. Ein weiterer Vorteil: Ginter ist flexibel einsetzbar – auch die Positionen auf dem Abwehrflügel und im zentralen Mittelfeld sind ihm nicht fremd.

Qualitäten, auf die Nagelsmann nun doch nicht setzt. Statt dessen nominiert er Malick Thiaw. Auch Torwart Noah Atubolu ist nicht an Bord. „Wir haben uns für die besten drei Torhüter in Deutschland entschieden mit Manuel (Neuer), Oli (Baumann) und Alex (Nübel)“, sagte der Bundestrainer.