Eine 24-stündige Survival-Challenge im Schwarzwald, die die Teilnehmer an ihre Grenzen bringt. Das ist im neuen YouTube-Format „1vsWOOD24“ von Lars Konarek zu sehen. Der Freiburger ist seit über 20 Jahren Survival Guide und war schon bei mehr als 100 Fernsehproduktionen dabei. Was das Besondere an seinem YouTube-Format ist, erzählt er im Gespräch mit Saskia Schuh.
Wie sind Sie auf die Idee für dieses YouTube-Format gekommen?
Lars Konarek: Es gibt viele ähnliche Formate. Ich wollte jedoch etwas schaffen, das in die Tiefe geht und den Entwicklungsprozess der Teilnehmer zeigt. Bei dieser Challenge sind beispielsweise eine Ingenieurin oder eine Entomologin dabei, die keine Erfahrung im Survival-Bereich haben. Mit dem Format möchte ich zeigen, wie jemand draußen Fortschritte macht, mit einer Ausrüstung, die die Person selbst wählt. Außerdem gibt es in jeder Folge ein Feuergespräch, in dem man den Teilnehmer kennenlernt.
Sie waren bereits bei über 100 Fernsehproduktionen – unter anderem Galileo oder National Geographic – dabei, im Gegensatz zu vielen davon ist Ihr Format nicht inszeniert?
Konarek: Genau, es gibt kein Drehbuch. Als Survival-Guide begleite ich das Projekt persönlich, gebe aber nur wenige Tipps am Anfang. Ich sage zum Beispiel, dass Laub in einer kalten Nacht ein guter Isolator ist und man die Kleidung damit ausstopfen kann, um Körperwärme zu halten.
Gab es Herausforderungen?
Konarek: Wir haben früh im Jahr gedreht: Anfang Februar bis Anfang März, mit nächtlichen Temperaturen teils bis minus zwei Grad. Aus überlebenstechnischer Sicht ist Deutschland mit einer Durchschnittstemperatur von 8,5 Grad Celsius eine Todeszone. Mit Feuchtigkeit, Wind, Niederschlag und Morgentau – das ist eine enorme Herausforderung. Unterkühlung ist lebensbedrohlich. Jeder Teilnehmer hatte diese eine gefährliche Nacht und musste sie mit den gewählten Gegenständen, Wissen oder Improvisation überstehen.
Hat Sie bei den Dreharbeiten etwas überrascht?
Konsarek: Ja. Die Auswahl der Gegenstände hat mich bei fast allen überrascht – ich hätte komplett anders gewählt. Das sagten mir auch Zuschauer. Man muss aber fair sein: Die Teilnehmer wussten nicht, dass sie mit einer Holzwährung – Tokens – spontan einkaufen müssen. Außerdem hat mich beeindruckt, wie zäh die Frauen sind. Alle Teilnehmerinnen hatten enormen Biss. Da kann sich mancher Herr eine Scheibe abschneiden.
Wie fiel das Feedback der Teilnehmer aus?
Konarek: Alle haben mir ein extrem positives Feedback gegeben. Viele sagten danach, sie würden ihr Leben in irgendeiner Weise positiv verändern, die Natur für sich entdecken und den Fokus neu setzen. Das freut mich besonders, weil ich mir genau das gewünscht habe: Menschen zu sensibilisieren, rauszugehen in die Natur.
Haben Sie bereits ein neues Format geplant?
Konarek: Das Format wird gut angenommen. Natürlich habe ich nicht die Reichweite wie Seven vs. Wild mit Millionen Zuschauern – ich stemme das ja allein. Aber wenn es so weitergeht, könnte es eine zweite Staffel geben. Die wäre einen Tick härter und hätte ganz andere Herausforderungen.
Info: Die ersten Episoden der Survival-Reportage „1vsWOOD24“ sind unter www.youtube.com/@larskonarek zu sehen. Insgesamt gibt es acht Folgen, diese werden sonntags um 19 Uhr veröffentlicht.



Bei der Survival-Challenge gingen die Teilnehmer an ihre Grenzen Foto: Lars Konarek