bz.medien-logo

OB-Wahl: Monika Stein stellt den Freiburger Flugplatz in Frage

Monika Stein OB-Wahl FreiburgMonika Stein (3.v.l.) mit einem Teil ihrer Unterstützer (v.l.): Sophie Schwer (Grüne), Emirye Gül (Grüne Alternative), Bärbel Schäfer (Grüne), Marlene Rietkötter (Unabhängige Frauen) und Gregor Mohlberg (Linke Liste). Foto: Joers

Am 26. April wählt Freiburg einen neuen Oberbürgermeister. Monika Stein, die bereits 2018 als Kandidatin bei der OB-Wahl antrat, möchte mit fünf Schwerpunkt-Themen in den Wahlkampf gehen. Diese skizzierte sie auf einer Pressekonferenz an der Seite ihres Unterstützerkreises.

„Ich habe mich sehr gefreut, dass ich von mehreren Seiten angesprochen worden bin, ob ich mir vorstellen könnte, wieder zu kandidieren“, sagte die gebürtige Freiburgerin. Auch wenn Monika Stein Amtsinhaber Martin Horn aufgrund dessen Amtsbonus bei der Wahl am 26. April im Vorteil sieht, rechnet sie sich nach eigener Aussage reelle Chancen auf einen Wahlsieg aus. „Sonst würde ich das auch nicht machen“, sagt Stein. Unterstützt wird sie von einem breiten Bündnis, darunter die Grünen, die Linke Liste, die Grüne Alternative Freiburg, Urbanes Freiburg sowie die Unabhängigen Frauen Freiburg.

Gewerbe statt Flugplatz

Zu ihren Schwerpunktthemen zählt Stein bezahlbares Wohnen, Entlastung für Familien, Klimaschutz, Verkehrswende sowie eine bürgerfreundlichere Verwaltung. Außerdem schlägt sie eine Umnutzung des Freiburger Flugplatzes vor – politisch ein heißes Eisen. Statt Fliegerhallen schweben ihr auf den versiegelten Flächen Gewerbeansiedlungen vor. „Diese Fläche wird in meinen Augen falsch genutzt. Freiburg braucht neue Gewerbeflächen, um für Arbeitgeber und Investoren attraktiv zu bleiben“, sagt Stein. Gleichzeitig soll der Flugplatz Freiräume für Erholung bieten – Stein zieht hier den Vergleich zum Tempelhofer Feld in Berlin. Auch sportliche Nutzungen schlägt sie vor. Ihr sei klar, dass es dafür Gegenwind geben werde und „dass diejenigen, die den Flugplatz nutzen, keine Freudenstürme von sich geben werden“. Aber das müsse eine Oberbürgermeisterin „aushalten und moderieren können“, so Stein.

Im Ringen um die Wohnproblematik möchte die 55-jährige Lehrerin das städtische Referat für bezahlbares Wohnen wiederbeleben. „Das muss Chefsache sein“, so Stein, die sich auch klar für den Bau des Stadtteils Dietenbach ausspricht. Gleichzeitig will sie sich dafür einsetzen, bezahlbaren Wohnraum zu erhalten oder nachzuverdichten, statt diesen abzureißen und neu zu bauen. „Überall, wo Sanierung oder Aufstockung möglich ist, müssen wir bei diesen Maßnahmen die graue Energie mit einberechnen“, so Stein.

Um Familien zu entlasten, schlägt sie zusätzliche Beitragsstufen bei den Kitagebühren vor. „So können wir dafür sorgen, dass die unteren Einkommensstufen entlastet werden und nur die oberen Einkommensgruppen gleich bleiben oder mehr zahlen“, sagt die Landesvorsitzende der Bildungsgewerkschaft GEW. Zusätzlich will sie das Wohngeldamt so stärken, „dass die Menschen nicht ein Jahr auf einen Bescheid warten“.

In Sachen Klimaschutz setzt Stein auf die Schaffung eines kommunalen Klimafonds, um die Stadt hitzeresistenter zu machen – „und zwar deutlich schneller als bisher“. Maßnahmen wie weniger Hitzebelastung auf öffentlichen Flächen, Fassadenbegrünungen oder den Umbau zur Schwammstadt zählt sie auf. Ein klares Nein zum Freiburger Stadttunnel, wie in der Vergangenheit, vermied sie dagegen. In einem Statement schreibt Stein: „In meiner Zeit im Stadtrat habe ich immer eine kritische Position zum Projekt Stadttunnel vertreten und dazu stehe ich persönlich auch heute noch. Als Oberbürgermeisterin werde ich jedoch selbstverständlich alle aktuellen und zukünftigen Beschlüsse des Gemeinderates zu diesem Projekt konstruktiv umsetzen.“