Am vergangenen Donnerstag fiel der Startschuss fürs Jubiläumsjahr. Am 14. Oktober 1901, nahmen die ersten Straßenbahnen ihren Betrieb zwischen dem Rennweg und Günterstal auf. Auf einem Teil dieser historischen Strecke fuhr nun die neueste Straßenbahn der VAG. Anlässlich des Jubiläums gibt es dieses Jahr außerdem ein großes Fest und weitere Aktionen.
„Die Straßenbahn ist aus Freiburg nicht mehr wegzudenken“, betonte Oberbürgermeister Martin Horn. „Während viele andere Städte in den 1960er- und 1970er-Jahren ihre Straßenbahnen komplett stilllegten und sich ausschließlich aufs Automobil ausrichteten, habe es in Freiburg ein klares Bekenntnis zur Tram gegeben. „Die Stadt profitiert bis heute von dieser Entscheidung.“
Große Veränderungen gab es bei der Technik: „Wenn man die ersten Hobel mit den heutigen Fahrzeugen vergleicht, sieht man, wie stark sich der Stadtbahnverkehr verändert hat. Die Bahnen sind ruhiger, moderner, deutlich länger und bieten viel mehr Komfort für Fahrgäste“, so VAG-Vorstand Oliver Benz.
Allein in Bezug auf die Anzahl der Fahrgäste wird der Unterschied deutlich: Die zweiachsigen Triebwagen, die 1901 die Wagen ablösten, die von Pferden gezogen wurden, waren zehn Meter lang und boten Platz für 29 Fahrgäste. Die neueste Bahn vom Typ Urbos 100 mit 42 Metern Länge kann dagegen rund 250 Fahrgäste transportieren.
Großes Fest im September
Auch das Schienennetz hat sich seither deutlich weiterentwickelt. „Das Liniennetz der VAG ist seit den Anfangstagen von rund neun Kilometern auf heute mehr als 40 Kilometer angewachsen“, so VAG-Vorstand Stephan Bartosch. Waren es anfangs 36 Haltepunkte, sind es heute 76 Haltestellen.
Großes Fest im SeptemberZum Auftakt des Jubiläumsjahres startete die neue Bahn – frisch beklebt im Jubiläumsdesign – am Europaplatz und rollte auf einem Teil der historischen Strecke zum Klosterplatz in Günterstal. Eine Ausnahme, im Regelbetrieb ist diese dort nicht unterwegs, denn die Haltestellen sind dort zu kurz.
Unterwegs nutzte Martin Horn die Gelegenheit, um von ein paar historischen Geschichten rund um das Jubiläum zu berichten. Beispielsweise kamen bei der Eröffnung der Straßenbahn 1901 Sommer-Cabrios zum Einsatz – drei offene Beiwagen fuhren Richtung Günterstal. Die Damen genossen frischen Fahrtwind, die Herren die Aufmerksamkeit. Aber schon 1918 war Schluss mit dem offenen Fahrspaß.
Bereits 1899 wurde beschlossen: Strom und Straßenbahn kommen gleichzeitig. Der historische Betriebshof in der Urachstraße und das E-Werk in der Eschholzstraße ähneln sich daher im Bau unverkennbar. Die ersten Wagen sahen aus wie riesige Holzkisten und hießen schnell „Hobel“. Der Spitzname kommt vom Material – fast alles außer dem Fahrgestell bestand damals aus Holz. Manch Freiburger nennt die Straßenbahnen heute noch „Hobel“. Lange konnten die Straßenbahnen das Schwabentor nur einseitig durchfahren. Die stadtauswärts fahrenden Wagen mussten einen Umweg machen.
Auch die Höhepunkte des Jubiläumsjahrs wurden vorgestellt: Von März bis Oktober gibt es Sonderfahrten auf den Spuren der Straßenbahngeschichte im historischen Triebwagen 56 aus dem Jahr 1927 durch Freiburg sowie Führungen zur Geschichte auf dem Betriebshof der VAG auf der Haid. Fahrgäste dürfen sich in den Straßenbahnen auf Aktionen und kleine Geschenke freuen. Ein großes Jubiläumsfest wird auf dem Betriebshof Süd in der Urachstraße am Wochenende, 26. und 27. September, gefeiert – ein Event der Freunde der Freiburger Straßenbahn e.V. mit Unterstützung der VAG. Mit Foodtrucks,
Foto- und Fahrzeugausstellungen, Sonderfahrten, Pendelverkehren zur Innenstadt, Musik und mehr.


Sie tauften die Jubiläumsbahn mit Wasserfontänen in den Farben der fünf Freiburger Straßenbahnlinien: Baubürgermeister Martin Haag, VAG-Vorstand Oliver Benz, Oberbürgermeister Martin Horn, VAG-Mitarbeiterin Christine Ritter, VAG-Vorstand Stephan Bartosch, VAG-Mitarbeiterin Marie Pflug. Foto: VAG Freiburg/Anja Thölking