Der SC Freiburg hat das Tor zum Erreichen des Europa League-Achtelfinals weit aufgestoßen. Vor 27.600 Zuschauern im Hochsicherheitsspiel gegen den israelischen Verein Maccabi Tel Aviv erzielte Igor Matanovic den späten 1:0 (0:0)-Siegtreffer. Für Unmut sorgte der verzögerte Einlass ins Stadion. SC und Polizei äußerten sich im Nachgang zu den Gründen.
Kreisende Hubschrauber und Drohnen über der Innenstadt und dem Stadion, ein riesiges Polizeiaufgebot sowie ein Fanboykott auf der Südtribüne: Das Europa League-Heimspiel des SC Freiburg gegen Tel Aviv war alles andere als gewöhnlich. Das zeigte sich schon am Einlass ins Stadion.
Der verzögerte sich nämlich deutlich. Ursprünglich um 16.45 Uhr sollten die Stadiontore öffnen. Doch noch kurz vor Anpfiff um 18.45 Uhr waren vor allem weite Teile der Sitzplatz-Osttribüne völlig verwaist. „Trotz aller intensiver Vorbereitungen kam es leider zu Verzögerungen beim Einlass. Grund sind die zeitaufwendigen Sicherheitsüberprüfungen“, vermeldete der SC Freiburg um kurz vor 18 Uhr auf der Plattform Bluesky.
ℹ️ Trotz aller intensiver Vorbereitungen kam es leider zu Verzögerungen beim Einlass. Grund sind die zeitaufwendigen Sicherheitsüberprüfungen. Wir danken für euer Verständnis.
— SC Freiburg (@scfreiburg.com) 22. Januar 2026 um 17:55
Während sich bei Temperaturen um die null Grad vor dem Stadion lange Schlangen bildeten, stieg der Frust bei den Fans angesichts der mangelhaften Organisation am Einlass. „Absolute Frechheit! Seit Tagen wird darüber berichtet und dann lassen Sie uns hier vor verschlossenen Türen stehen“, ließ ein Fan in einem SC-Fanforum auf Facebook seinem Unmut freien Lauf. Teilweise reichte die Schlange bis in die Achim-Stocker-Straße. Mehrere Freiburger Ultra-Gruppierungen blieben dem Spiel komplett fern aus Protest gegen die strengen Sicherheitsvorkehrungen. Unter anderem war es verboten Taschen, Rucksäcke sowie Fahnen mit ins Stadion bringen.
SC Freiburg und Polizei äußern sich und danken den Fans
Am späten Abend begründete der SC Freiburg in einem gemeinsamen Statement mit der Polizei die Einlassverzögerungen mit „zusätzlich notwendig gewordenen Sicherheitsüberprüfungen von Mitarbeitenden des Ordnungs- und Sicherheitsdienstes.“ Im Mittelpunkt hätten dabei zu jeder Zeit die Gewährleistung der Sicherheit aller Stadionbesucher gestanden, hieß es weiter. Da keine wesentlichen Sicherheitsbedenken bestanden hätten, sei der Anpfiff dann pünktlich gemäß den Regularien der UEFA erfolgt. Bei den Fans bedankten sich Verein und Behörden „ausdrücklich für ihre Geduld und ihr äußerst kooperatives und ruhiges Verhalten“, so die Mitteilung.
Aus sportlicher Sicht verlief das Spiel dagegen am Ende versöhnlich. Die Mannschaft von Trainer Julian Schuster hat sich gegen Maccabi Tel Aviv einen wichtigen Sieg und nahezu die vorzeitige Qualifikation für das Achtelfinale gesichert.

Die entscheidende Szene fiel in der 82. Minute, als Igor Matanovic per Kopfball aus einer präzisen Flanke von Christian Günter das einzige Tor des Spiels erzielte. Damit traf der Kroate für Freiburg in drei der letzten vier Pflichtspielen. „Das hat sich sehr gut angefühlt. Gerade in dem Moment, als der Ball in den Knick geflogen ist. In der Situation hat alles super gepasst, auch die Flanke von Günni“, sagte Siegtorschütze Matanovic gegenüber RTL. Der Treffer belohnte die dominierende Phase der Breisgauer in der zweiten Halbzeit, nachdem es vor dem Seitenwechsel noch an klaren Torchancen mangelte.
Mit dem 1:0-Erfolg bleiben die Breisgauer in der Europa League ungeschlagen und festigen ihre Position in der Ligaphase. Im nächsten und letzten Gruppenspiel tritt Freiburg auswärts beim OSC Lille an, wobei ein weiteres Erfolgserlebnis den direkten Einzug ins Achtelfinale perfekt machen könnte.



Lange Schlangen bei Minusgraden: Der Einlass ins Europa-Park Stadion verlief alles andere als reibungslos. Foto: Detlef Berger