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Freiburg: Viel Kritik an der Verpackungssteuer bei Dehoga-Empfang

Dehoga Neujahrsempfang Landtagswahl Dehoga Hagel CDUAuch CDU-Spitzenkandidat Manuel Hagel zeigte als Ehrengast der Dehoga wenig Verständnis für die Freiburger Verpackungssteuer. Foto: Joers

Wie blicken Hotellerie und Gastronomie in der Region Freiburg auf das Jahr 2026? Beim Neujahrsempfang der Kreisverbände des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga) war vor allem die Erleichterung groß über die umgesetzte Mehrwertsteuersenkung für die Gastronomie. Das Aufregerthema Nummer eins bleibt aber die Freiburger Verpackungssteuer.

Rund 200 Gäste aus Gastronomie und Politik kamen am Montag ins Schlossbergrestaurant Dattler. Dort hatten die Kreisverbände des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga) aus Freiburg und dem Umland zum alljährlichen Neujahrsempfang geladen. Prominentester Gast war Manuel Hagel, Spitzenkandidat der CDU für die anstehende Landtagswahl. Und er hatte eine Botschaft an die Freiburger Kommunalpolitik im Gepäck: „Lassen Sie das mit der Verpackungssteuer“, sagte Hagel in breitestem Schwäbisch und sprach das Freiburger Aufregerthema dieser Tage schlechthin an. Die Steuer sei ein Bürokratiemonster und führe zu Preissteigerungen, so Hagel. „Was schaffen wir da für ein Land?“,
fragte der CDU-Mann.

Seit dem 1. Januar gilt die neue Steuer und zieht seitdem reichlich Kritik auf sich. Vor allem die Tatsache, dass die Steuer auch dann erhoben werde, wenn Speisen oder Getränke im Lokal verzehrt werden, sorgt bei Gastronomen für Kopfschütteln – zum Beispiel bei den Kinobetreibern von Harmonie und Friedrichsbau, die nun jede Popcorn-Tüte mit 50 Cent Steueraufschlag an die Kunden verkaufen. „Für die Entscheidung des Gemeinderats fehlt uns jedwedes Verständnis“, schreiben die Kinobetreiber in einem Statement auf ihrer Homepage. Beim Dehoga-Empfang sprach auch Oberbürgermeister Martin Horn das Thema an und kritisierte die Steuer ebenfalls. „Ich hoffe, dass der Gemeinderat im Laufe des Jahres sich noch einmal mit der Verpackungssteuer beschäftigen und diese nachjustieren wird“, so Horn.

Der Freiburger Dehoga-Vertreter Christoph Glück (links) und Anna Wiesler (Dehoga-Vorsitzende Hochschwarzwald) mit OB Martin Horn und Hausherr Jörg Dattler beim Neujahrsempfang der Dehoga. Foto: Joers

Überaus zufrieden zeigten sich die Gastronomen mit der lange geforderten Mehrwertsteuersenkung auf sieben Prozent für die Gastronomie. „Wir haben lange dafür gekämpft“, sagte Anna Wiesler, Dehoga-Vorsitzende Hochschwarzwald und Juniorchefin vom Seehotel Titisee. „Mit dieser Entscheidung ziehen wir wieder mit etwas größerem Optimismus in die Zukunft“, sagte sie. Vielen Gastronomen brächte die Steuersenkung mehr Planungssicherheit, sagte auch Alexander Hangleiter, Leiter der Geschäftsstelle Freiburg des Hotel- und Gaststättenverbands Dehoga. Die Betriebe erhielten mehr wirtschaftlichen Spielraum und auch die Arbeitsplätze würden dadurch sicherer. Und Anna Wiesler sagte, dass auch die Gäste von der Sieben-Prozent-Steuer profitieren werden, denn es werde natürlich Betriebe geben, die die Preise senken. CDU-Spitzenkandidat Hagel sagte: „Der Besuch einer Wirtschaft dürfe nicht zum Luxusgut für Besserverdienende werden“.