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Übers Wasser fliegen: Trendsport eFoil ausprobieren am Tunisee und Rhein

Mit eFoil über Tunisee und Rhein fliegen, ganz ohne Wind: Die Freiburger Familie Schillinger erklärt, wie Einsteiger bei efoil emotions sicher starten.

Die Schillingers sind eine Familie, die man im besten Sinne als äußerst aktiv beschreiben darf. Vater Stefan ist von Beruf Aus- und Fortbildner von Lehrkräften, Fraktionsvorsitzender der Freiburger SPD im Gemeinderat und Bürgervereinsvorsitzender im Stadtteil Mooswald. Sein Sohn Tim, demnächst Elftklässler, spielt Tennis, Schlagzeug im Orchester und musiziert bei der Guggemusik der Eckepfätzer. Dazu sind beide sehr sportbegeistert.

Trendsport vom Meer

Kaum zu glauben, dass in diese Terminkalender ein weiteres, zeitintensives Hobby passt. Aber auch das ist schnell erklärt: „Die Familie macht gerne Wassersport“, zum Beispiel Surfen und Wingfoilen, berichtet Stefan Schillinger. Aber: „Stundenlanges Warten auf Wind ist nicht unser Ding. Und so efoilen wir zu allen Jahreszeiten, wenn es kalt wird eben mit entsprechendem Neopren.“

Efoils sind seit einigen Jahren vor allem am Meer zu sehen, etwa in Italien oder Holland. Nun schwappt der Trend mit den Surfbrettern zum Fliegen allmählich nach Deutschland. Auf dem Tunisee in Freiburg und auf dem Rhein bei Breisach bieten die Schillingers Kurse an. Eine 90-minütige Schnupperstunde (119 Euro) bringt Anfänger aufs Wasser. Wichtig: Wer sich auf Binnengewässern in Deutschland auf ein eFoil stellen möchte, muss mindestens 16 Jahre alt sein. Nach oben gibt es keine Altersgrenze. Kürzlich hatte Schillinger einen 76-Jährigen auf dem eFoil stehen, der rasch Erfolge erzielen konnte. „Hilfreich ist es, wenn man Erfahrung mit Skifahren, Snowboarden, Skateboarden oder Ähnlichem hat“, so Schillinger. Auch der 76-Jährige sei Skilehrer gewesen.

Wie erlernt man das?

Gerade Anfänger benötigen aber die Anleitung eines fachkundigen Lehrers. „Man steigt nicht einfach aufs eFoil und fliegt los, sondern nähert sich Schritt für Schritt: Erst im Liegen, dann im Vierfüßlerstand, dann stehend“, erläutert Stefan Schillinger. Neben einer kurzen Sicherheits- und Theorieschulung erhalten die Kursteilnehmenden eine persönliche Betreuung. Der Efoil-Lehrer fährt neben dem Schüler und gibt kleine Hinweise, wie zum Beispiel „den rechten Fuß fünf Zentimeter nach vorne“ oder „ein bisschen mehr Gas“: „Mit diesen kleinen, aber enorm wichtigen Korrekturen geht’s ins Fliegen“, so Schillinger. Die Geschwindigkeit steuert man über einen Controller, den man in der Hand hält.

Ist eFoilen gefährlich?

Unfälle seien „sehr, sehr selten“ und passierten vorwiegend mit unzuverlässigen „Billig-eFoils“, die über einen gewöhnlichen Propellerantrieb verfügten, so der Freiburger Familienvater. Das Premiumboard von der Firma Aerofoils, einem Spinoff von Audi, das Tim und Stefan Schillinger dank einer Kooperation nutzen, hat dagegen einen Impeller. „Bei Propellern kann mal ein Zeh reinkommen, beim Impeller hingegen kann nichts passieren“, so Schillinger. Zudem lassen sich bei den Premiumboards der Grad der Beschleunigung und eine Maximalgeschwindigkeit festlegen. Anfänger können in der Regel bereits bei 18 Kilometer pro Stunde erste Flugerlebnisse feiern. Die Höchstgeschwindigkeit von 55 Kilometer pro Stunde, die die Premiumboards schaffen, muss man als Anfänger also gar nicht erreichen.

Schillinger, der bereits am Mittelmeer, am Gardasee, aber eben auch ganzjährig auf dem Rhein unterwegs war, kann das Fahrgefühl nur empfehlen. Das eFoilen folgt einer klaren Vorgabe: Erst fährt man gegen den Wind, dreht dann eine Kurve und fährt zurück mit der Geschwindigkeit des Windes: „Dann ist es für den Fahrer absolut windstill, absolut ruhig, einfach herrlich!“ Matthias Joerse

Info: eFoil-Kurse am Tunisee und am Rhein. Buchung im Voraus notwendig, passendes Material (Helm, Auftriebsweste, Neoprenanzug) wird gestellt. Infos auf www.efoil-emotions.de oder hier auf Instagram