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Über 40 Weißstorchpaare brüten wieder im Freiburger Stadtgebiet

Dieses Storchenpaar auf dem Mundenhof hat bereits ein Nest bezogen. Foto: Gustav BickelDieses Storchenpaar auf dem Mundenhof hat bereits ein Nest bezogen. Foto: Gustav Bickel

Es klappert wieder auf dem Mundenhof und den Kirchtürmen in den Freiburger Ortsteilen. Bereits seit Februar sind die Weißstörche aus ihren Winterquartieren zurück und beziehen ihre Nester. Dabei geht es nicht immer friedlich zu.

Die Ehrenamtlichen des Vereins Weißstorch-Breisgau e.V. haben im Vorjahr 44 Nester auf Freiburger Stadtgebiet zwischen Ebnet, St. Georgen, Munzingen und Hochdorf gezählt. Und die seien auch inzwischen bis auf wenige Ausnahmen alle wieder belegt, berichtet Vorsitzender Gustav Bickel, der in Freiburg-Opfingen lebt.

Doch ob die jetzigen Nestinhaber auch auf ihrem Nest bleiben können, ist keineswegs sicher. „Es finden Nestkämpfe statt.“ Dabei geht es mit spitzem Schnabel ordentlich zur Sache, denn die besten Nester, bevorzugt hoch oben, beispielsweise auf einem Kirchturm, sind heiß begehrt. Bickel hat einen Kampf, der für einen der beteiligten Störche sogar tödlich endete, noch eindrücklich in Erinnerung.

Nicht nur beim Hoheitsrecht über das Storchennest, sondern auch beim Zusammenfinden der Paare gibt es noch Änderungen. Störche seien ihrem Nest deutlich treuer als ihrem Partner, sagt Bickel. Wenn ein Storch etwas verspätet in der Brutregion ankommt, kann es durchaus sein, dass der Vorjahrespartner bereits mit einem anderen Storch auf dem Nest sitzt.

Gustav Bickel vom Verein Weißstorch-Breisgau bereitet das Nest auf dem Kirchturm in Munzingen vor.
Foto: Gustav Bickel

Auch wenn die Störche hohe Nistplätze, die ihnen einen guten Blick auf das Futterangebot, Feinde und Konkurrenz erlauben, bevorzugen, beziehen sie manchmal aber auch gezielt niedrigere Nistplätze. So beispielsweise auf dem Mundenhof, wo einem Storchenpaar ein Kletterbaum, der eigentlich für Kinder gedacht war, gefiel. Der Freiburger Tierpark beherbergt seit etlichen Jahren mit 30 Storchennestern eine regelrechte Storchenkolonie. Manchmal würden auch denkbar ungeeignete Orte wie betriebene Schornsteine oder Strommasten von Störchen als Nistplatz auserkoren, sagt Bickel. Der Verein ist dankbar, wenn Bürger ihnen neu hinzugekommene Nester melden. Nicht nur für die Statistik, sondern auch, um bei ungeeigneten Nistplätzen beraten zu können.

In den vergangenen Jahren konnten die ehrenamtlichen Storchenbetreuer des Vereins in ihrem Gebiet zwischen Markgräflerland und Ortenau eine stetige Zunahme der Brutpaare beobachten. Während 2000 gerade einmal 18 Storchenpaare gezählt wurden, waren es 2014 bereits 90. Im vergangenen Jahr zählten sie 237 Brutpaare. Doch dieses Frühjahr scheint das exponentielle Wachstum der hiesigen Storchenpopulation gestoppt zu sein. Grund dafür könnte die Vogelgrippe sein, der im vergangenen Herbst viele Störche in ihren Winterquartieren in Spanien zum Opfer gefallen sind.

Viele Weißstorchpaare in Freiburg sind bereits fleißig am Brüten. Mit dem Schlüpfen der Jungtiere kann voraussichtlich ab Ende April gerechnet werden.

Info: weissstorch-breisgau.de