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So sieht es im sanierten Augustinermuseum aus – Eröffnung am 28. Februar

In der Schatzkammer des Augustinermuseums sind unter anderem mittelalterliche Bildteppiche zu sehen. Foto: Museen Freiburg/Marc DoradzilloIn der Schatzkammer des Augustinermuseums sind unter anderem mittelalterliche Bildteppiche zu sehen. Foto: Museen Freiburg/Marc Doradzillo

Nach mehr als zwei Jahrzehnten Bauzeit öffnet das komplett sanierte Augustinermuseum am Samstag, 28. Februar, seine Türen. Mit Fertigstellung der neuen Ausstellungsräume im ehemaligen Konvent und den
Gewölbekellern ist das Haus komplett: Modern, barrierearm, interaktiv und partizipativ präsentiert das Museum auf rund 3.400 Quadratmetern Kunst- und Kulturgeschichte der Region und verbindet Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.

Gefeiert wird die Fertigstellung mit einem Eröffnungswochenende am Samstag, 28. Februar, und Sonntag, 1. März. Mehr zum Programm unter https://www.freiburger-wochenbericht.de/das-augustinermuseum-feiert-am-28-februar-und-1-maerz-eroeffnungswochenende/. Der Eintritt in das Museum ist bis einschließlich Sonntag, 8. März, kostenfrei.

Bei einem Presserundgang am Donnerstagvormittag durften zahlreiche Journalisten sich schon vor der Eröffnung ein Bild von den neuen Räumlichkeiten machen. Hier sind Handwerker nach wie vor am Werk, damit bis zum Samstag alles fertig ist. „Das ist ein besonderer und lang ersehnter Festtag für Freiburg. Das Augustinermuseum erstrahlt in neuem Glanz und alter Pracht. Das war eine große gemeinsame Kraftanstrengung, nun kehrt ein kultureller Leuchtturm in unsere Stadt zurück“, betonte Oberbürgermeister Martin Horn am Donnerstag. Aber damit nicht genug: Der Augustinerplatz soll bis Mai wieder komplett begehbar sein, ohne Bauzäune, mit mehr Platz, Sitzgelegenheiten und einem größeren Spielplatz.

„Ich bin froh und dankbar, dass die Sanierung und Erweiterung des Augustinermuseums nun noch kurz vor Ende meiner Amtszeit als Bürgermeister vollendet werden konnte. Es war ein langer Weg mit vielen Höhepunkten und auch Tiefschlägen. Aber der engagierte Einsatz der vielen Beteiligten hat sich in jeder Hinsicht gelohnt. Wir laden alle Freiburger ein, die Gelegenheit zu ergreifen, einen neuen, frischen Blick auf Freiburger Kunst- und Kulturgeschichte zu gewinnen“, ergänzte der Erste Bürgermeister Ulrich von Kirchbach.

Drei Bauabschnitte waren nötig, um das Mammutprojekt zu stemmen. Der Startschuss fiel 2002 mit dem Beschluss im Gemeinderat. Den Auftakt bildete die Erneuerung der ehemaligen Klosterkirche. 2016 war der zweite Bauabschnitt, das Haus der Graphischen Sammlung, fertig. Nach dem 100-jährigen Jubiläum des Augustinermuseums im Jahr 2023 ist die Eröffnung von Kreuzgang, Konventgebäude und historischen Gewölbekellern nun der Abschluss des dritten und letzten Bauabschnitts. In dem denkmalgeschützten Gebäude ist für rund 95 Millionen Euro ein moderner Museumsbau entstanden.

„In diesen über zwei Jahrzehnten ist seit dem ersten Mauerdurchbruch viel passiert: Es war ein langer und harter Weg, der uns vor viele Herausforderungen gestellt hat. Viele geplante, aber auch unvorhersehbare Herausforderungen mussten gemeistert werden“, so Baubürgermeister Martin Haag. So hatte beispielsweise ein Pilzbefall in der Dachkonstruktion die Sanierung verzögert.

Hochmoderne Technik in Doppelböden und Wänden sorgt für das richtige Klima für die empfindlichen Kulturschätze, auf eine möglichst barrierearme Gestaltung wurde viel Wert gelegt. Mit rund 1.600 Quadratmetern zusätzlicher Ausstellungsfläche auf vier Etagen hat sich das Museum verändert – im Fokus stehen nun Stadt- und Kulturgeschichte. Diese bilden einen deutlichen Gegenpol zur
Ausstellung überwiegend sakraler Kunst im ehemaligen Kirchengebäude. Auch der Einsatz neuer Medien – von Präsentationen und Animationen über interaktive Stationen bis hin zum immersiven Raum –
macht den Unterschied.

Schatzkammer und Stadtgeschichte: Die neuen Ausstellungbereiche

Mit den zahlreichen Themenbereichen spannt das Museum einen weiten Bogen von der frühen Geschichte bis in die Gegenwart. Neu ist auch: Ab jetzt ist ein kompletter Rundgang im Augustinermuseum möglich, von der Glasmalerei geht es direkt zum Bereich Stadtgeschichte, der bisher im Wentzingerhaus untergebracht war. Von Rittern, Bächle und Jahrhundertbaustellen: Was Freiburg in den vergangenen 900 Jahren prägte und wie sich die Stadt entwickelte, zeigen zahlreiche Objekte und Modelle. Im Fokus steht auch die faszinierende Baugeschichte des Münsters.

In der Schatzkammer sind mittelalterliche Bildteppiche, Goldschmiedekunst oder Raritäten wie der Adelhauser Tragaltar aus dem 8. Jahrhundert zu bestaunen. Auch in den Bereichen Religion und Klosterleben gibt es viel zu entdecken. In einer immersiven Rauminstallation erleben die Besucher den Schwarzwald – sie streifen zwischen den Bäumen umher oder schauen den Glasbläsern am Ofen zu.

Prunkvoll wird es in der Barockgalerie, die Malerei von 1600 bis 1800 zeigt, in der Welte-Lunge dreht sich dagegen alles um Freiburger Musikgeschichte. Die selbstspielenden Instrumente der Firma M. Welte & Söhne sind weltbekannt. Das Schaudepot zeigt rund 1.300 Notenrollen, die auf dem Steinway-Welte- Flügel abgespielt werden können.

Der Bereich Protest und Revolution reicht von der Badischen Revolution über die Atomkraft bis hin zu aktuellen Bewegungen wie „Fridays for Future“ oder „I can’t breathe“. Im „Frei_Raum“ ist die erste Jahresausstellung „Zukunfts(t)räume. Ein Museum im Wandel“ zu sehen.

Info: Das Augustinermuseum mit dem Café Kien ist dienstags bis sonntags von 10 bis 17 Uhr und freitags bis 19 Uhr geöffnet. Bis einschließlich Sonntag, 8. März, ist der Eintritt frei. Danach kostet er 12 Euro, ermäßigt 8 Euro. Für Menschen unter 27 Jahren, mit FreiburgPass, FamilienCard oder Museums-PASS-Musées ist der Eintritt frei. Das Ticket gilt als Tageskarte für alle Häuser der Museen Freiburg. Alle Informationen zum Augustinermuseum, zu den Veranstaltungen und Bildungsangeboten gibt es unter www.museen.freiburg.de

Meisterwerke der Godlschmiedekunst werden in der Schatzkammer ausgestellt. Foto: Museen Freiburg/Marc Doradzillo
Prunkvolle Malerei von 1600 bis 1800 in der Barockgalerie Foto: Museen Freiburg/Marc Doradzillo
Bei der Stadtgeschichte steht steht auch die faszinierende Baugeschichte des Münsters im Fokus – es war im Mittelalter zentraler Treffpunkt und weit mehr als ein Gotteshaus. Foto: Schuh
Beeindruckendes Gemälde: der 400 Jahre alte Korntawerplan zeigt das einstige Freiburg Foto: Museen Freiburg/Marc Doradzillo
Multimediales Erlebnis: Der immersive Schwarzwald-Raum Foto: Museen Freiburg/Marc Doradzillo
In der Welte-Lunge mit selbstspielendem Flügel steht die Musikgeschichte im Mittelpunkt Foto: Patrick Seeger
Im „Frei_Raum“ ist die erste Jahresausstellung „Zukunfts(t)räume. Ein Museum im Wandel“ zu sehen. Foto: Schuh
Ein Bereich beschäftigt sich mit Protestbewegungen: von der Badischen Revolution bis hin zu „Fridays for Future“. Foto: Museen Freiburg/Marc Doradzillo
Im Museum dreht sich viel um die Geschichte der Stadt. Foto: Schuh