Hoch über den Dächern von Herdern thront das Panoramahotel Freiburg. Doch seit einem verheerenden Brand im Juni 2024 ist das Hotel nicht länger in Betrieb. Ein Zustand, den die jetzigen Eigentümer ändern möchten. Nun stellten sie ihre Pläne vor.
Dort, wo sich schon ab 1855 ein von der Stadt genehmigtes Ausflugslokal befand und Ausflügler das Panorama genossen, soll es nach dem Willen von Jürgen Elsing eine vielversprechende Zukunft geben. „Wir wollen etwas Schönes für Freiburg machen“, sagt der Investor von der Berliner Immobilienfirma Virtus Holding. In der jüngsten Sitzung des Freiburger Gestaltungsbeirates stellten die neuen Eigentümer des Panoramahotels sowie Architekt Kilian Kresing aus Münster das Ergebnis ihrer Machbarkeitsstudie vor. So soll aus dem bisherigen Tagungshotel ein Magnet für Wellness-Suchende werden. Seit Corona sei das Tagungsgeschäft eingebrochen. „Bei Day-Spa-Angeboten gibt es in Freiburg aber noch viel Bedarf“, so Elsing.
Architekt Kresing führt aus, dass der 1972 fertiggestellte Betonbau „ein Kind seiner Zeit“ sei. Die „brutalistische Anmutung“ der Fassade wollen die neuen Eigentümer durch ein leichteres und naturverbundeneres Erscheinungsbild ersetzen. Das Bestandsgebäude soll in den Rohbauzustand zurückgebaut werden und eine neue thermische Hülle aus Holz erhalten. Das Energiekonzept sieht Kälte und Wärme aus dem Boden vor. Fassadenbegrünungen sollen das Gebäude stärker in seine natürliche Umgebung einfügen. Der bestehende Pool soll nach außen hin vergrößert werden. „Wir wollen das Gebäude in die Zukunft katapultieren für die kommenden 70 Jahre“, sagt Architekt Kresing.
Durch neue Zuschnitte und eine Vergrößerung der Badezimmer soll sich die Zahl der Zimmer von 86 auf 62 verringern. Damit sich das Vorhaben rechnet, planen die Investoren jedoch ein zusätzliches Geschoss mit weiteren 15 Zimmern ein. Hier äußerte der Gestaltungsbeirat Vorbehalte, da sich die flache Gebäudesilhouette durch die Aufstockung verändern würde. „Wir können die Pläne sehr gut nachvollziehen, haben hier aber Bauchschmerzen“, sagt Beiratsmitglied Stefanie Eberding. Das Gremium rät außerdem von starken Eingriffen in die Natur ab. „Was wir nicht wollen, sind massive Stützwände“, sagt Eberding mit Blick auf den geplanten Außenpool.
Noch stehen die Planungen am Anfang, da das Sachverständigenverfahren mit der Versicherung laut Jürgen Elsing noch nicht abgeschlossen sei. Großes Interesse an dem geplanten Bauvorhaben zeigt aber bereits der Bürgerverein Herdern, dessen Vorstandsmitglieder Christian Ledinger und Magnus M. Gees die Sitzung mitverfolgten. „Erheblichen Klärungsbedarf“ sieht der Bürgerverein vor allem an der geplanten Parkplatzlösung und sieht Eingriffe in die Natur kritisch. Gleichzeitig signalisierte der Bürgerverein seine Gesprächsbereitschaft und lud das Hotel-Team zu einer Sitzung des Vereins ein.


So könnte das Panoramahotel nach den aktuellen Entwürfen künftig aussehen. Foto: Kresings Architekten