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Sicherheit an Badeseen im Fokus: Laut DLRG schon jetzt mehr schwere Badeunfälle als im vergangenen Jahr

Neue Schilder am Flückiger See weisen in mehreren Sprachen auf Gefahren hin – hier wird auch der Einsatz von Rettungsringen getestet. Erst am gestrigen Dienstag gab es dort einen Sucheinsatz wegen eines mutmaßlichen Badeunfalls. Die groß angelegte Suchaktion verlief jedoch ergebnislos.Neue Schilder am Flückiger See weisen in mehreren Sprachen auf Gefahren hin – hier wird auch der Einsatz von Rettungsringen getestet. Erst am gestrigen Dienstag gab es dort einen Sucheinsatz wegen eines mutmaßlichen Badeunfalls. Die groß angelegte Suchaktion verlief jedoch ergebnislos. Foto: Thomas Kunz

Bei dem sommerlichen Wetter suchen viele Freiburger die Abkühlung in Badeseen. Schon jetzt gab es laut DLRG am Großen Opfinger See doppelt so viele schwere Badeunfälle wie im vergangenen Jahr. Neue Schilder an den Seen sollen auf die
Gefahren hinweisen, aber auch Rettungsringe werden getestet.

Der jügnste Fall: Am Dienstag, 30. Juni um kurz nach 10 Uhr meldete ein Zeuge, dass eine Frau im Flückigersee in Freiburg untergegangen sei. . Feuerwehr, THW, DLRG und Polizei leiteten sofort eine großangelegte Such- und Rettungsaktion ein. Trotz des intensiven Einsatzes von Tauchern verlief die Suche ergebnislos. Die Maßnahmen mussten am Nachmittag eingestellt werden; die unbekannte Person bleibt weiterhin vermisst.

Auf Initiative von sechs Fraktionen befasst sich der Freiburger Gemeinderat aktuell mit dem Thema Sicherheit an den Badeseen. „Nachdem an den Freiburger Seen lange niemand mehr ertrunken war, ist durch mehrere tödliche Badeunfälle in den letzten beiden Jahren das Thema vermehrt in den Fokus gerückt“, heißt es in der Drucksache der Stadtverwaltung.

Im engen Austausch steht man mit der DLRG-Ortsgruppe Freiburg. Laut dieser passieren in Seen die meisten tödlichen Badeunfälle durch „stilles Ertrinken“. „Dabei ruft die Person nicht nach Hilfe und es fehlt die Kraft, um sich über Wasser zu halten“, erklärt Ute Nostadt, stellvertretende Vorsitzende der DLRG Ortsgruppe. In den meisten Fällen ertrinken Nichtschwimmer, Menschen unter Alkohol- oder Drogeneinfluss oder es tritt plötzliches Herzversagen auf. Eine unterschätzte Gefahr sei auch die Abbruchkante an den Seen: „Der Boden bricht ab, man erschrickt und kann vielleicht nicht gut schwimmen, dann wird es gefährlich.“

Am Großen Opfinger See gibt es von Mitte Mai bis Mitte September einen DLRG-Wachdienst. Die Wachstation am Südufer ist samstags von 14 bis 19 Uhr und sonntags von 12 bis 18 Uhr besetzt. Aufgrund des sommerlichen Wetters ist hier viel los: „ Es gab an den vergangenen zwei bis drei Wochenenden bereits doppelt so viele schwere Badeunfälle wie im vergangenen Jahr.“ Das heißt: Personen sind im Wasser untergegangen und beinahe ertrunken, konnten aber gerettet – und mussten nicht reanimiert – werden. Die DLRG ist aber auch für sonstige erste Hilfe im Einsatz, jüngst beispielsweise wegen eines anaphylaktischen Schocks oder einer gebrochenen Schulter. An den anderen Seen gibt es einen solchen Wachdienst nicht, „das wäre für jeden wünschenswert, aber das können wir nicht leisten“. Damit Rettungsfahrzeuge freie Fahrt am Kleinen und Großen Opfinger See haben, wurden Halteverbots-Zonen eingerichtet.

Sechs Übersichtstafeln informieren – neu ergänzt durch einfache Piktogramme, die vor einer wechselnden Wassertiefe warnen. Am Kleinen Opfinger See befinden sich ebenfalls Hinweisschilder. Im Seepark wurden 2025 die alten durch 14 neue Schilder ersetzt – mehrsprachig und mit Piktogrammen. Auch am Moosweiher und am Dietenbachsee werden 2026 neue Schilder aufgestellt. „Wir setzen klar auf Prävention und Sensibilisierung für die vom Wasser ausgehende Gefahr. Die neuen Schilder sind super, denn so kann sie jeder verstehen.“


An vier Stellen am Flückingersee werden Rettungsringe aufgehängt. Erstmal für einen einjährigen Test. Allerdings geht die Verwaltung davon aus, dass das Risiko für Vandalismus groß ist. „Jede Hilfe ist prinzipiell gut, man muss aber schauen, ob es wirklich etwas bringt. Aber allein, dass diese dort platziert werden, erhöht bei den Besuchern das Bewusstsein für die Gefahr“. Geprüft werde von der Verwaltung zudem, welche Möglichkeiten es gibt, Seezugänge baulich sicherer beziehungsweise barrierefrei zu gestalten.

Generell gilt am Badesee: „Man sollte aufeinander aufpassen und vor allem Kinder in Sichtweite behalten. Wenn man eine Person in Not im Wasser entdeckt, sollte man direkt helfen, aber nur, wenn man es sich zutraut. Wenn nicht, sollte man andere auf sich aufmerksam machen, sich die Stelle gut merken und den Notruf wählen, je schneller, desto besser“, so Ute Nostadt.
Beim DLRG ist montags Ausbildungstag, da gibt es zahlreiche Schwimmkurse für Kinder oder Erwachsene. Da vor allem Migranten und ausländische Studierende als Risikogruppe für Badeunfälle gelten, gibt es für diese Kampagnen, Workshops und Schwimmkurse.