Eine magische Nacht ohne Happy End

Abstieg und Abschied: Die FT-Volleyballer steigen in die Dritte Liga ab – 1.100 Zuschauer sorgen für eine großartige Kulisse im letzten Zweitligaspiel in der Burdahalle

Es hat nicht sollen sein: Ausgerechnet in ihrem letzten Spiel in der Burdahalle müssen die Volleyballer der Freiburger Turnerschaft den bitteren Gang in die Dritte Liga antreten. FT-Manager Florian Schneider verspricht, alles für die Rückkehr in die Zweite Liga zu tun.Ja, das letzte Heimspiel der FT-Zweitligavolleyballer in der Burdahalle war ein trauriges Ereignis. Das erhoffte Wunder, der Last-Minute-Klassenerhalt in der zweiten Volleyball-Bundesliga Süd, blieb am Samstagabend aus. Und dennoch war es ein denkwürdiger Abend. Einer von der Sorte, an den sich die 1.100 Fans, die in der Freiburger Burdahalle dabei waren, wohl noch lange erinnern werden.
Noch lange nach Spielschluss wirkte das Geschehen nach. Unter dem Dach der Burdahalle wurde gefachsimpelt, worin die Gründe für den Abstieg lagen und welche Folgen er hat. Große Wehmut machte sich breit. Der junge FT-Trainer Jakob Schönhagen saß am Spielfeldrand, und versuchte wie seine Spieler das Ereignis zu verarbeiten. Kurz zuvor hatte sich Manager Florian Schneider an das Publikum gewandt. Es fiel ihm sichtlich schwer, die passenden Worte zu finden.
„Wir haben uns alle einen anderen Abschied von der Burdahalle gewünscht“, sagte Schneider. Wie sich das Publikum auf den Rängen an diesem Abend aber präsentiert habe, sei „unglaublich“ gewesen, sagte Schneider. Und so sei es trotz des Abstiegs doch ein „würdiger“ Abschied von der alten Halle gewesen. Künftig spielt die FT in einer neuen Dreifeldhalle.
Ausgerechnet gegen den frisch gebackenen Zweitligameister Eltmann hatten die FT-Volleyballer um den sportlichen Verbleib in der Liga kämpfen müssen. Den Kampf nahm die Affenbande an. Der erste Satz ging an Freiburg, deutlich sogar, mit 25:17. Danach aber nahmen die Gäste Fahrt auf und entschieden die folgenden drei Sätze für sich: 1:3 (25:17; 14:25; 21:25; 20:25) lautete der Endstand aus Sicht der Hausherren. Und in den Parallelspielen der Freiburger Konkurrenz um den Klassenerhalt lief es nicht besser: Gotha entledigte sich dank eines klaren Dreisatzsiegs gegen Karlsruhe aller Abstiegsnöte. Und Mimmenhausen holte sich den letzten, rettenden Punkt durch das Erreichen des Tiebreaks beim 2:3 gegen Rüsselsheim II. Die Freiburger gingen leer aus.
Auf den Rängen aber war von Abstiegstristesse wenig zu spüren. Auch nicht dann, als sich nach dem verlorenen dritten Satz in der Halle herumsprach, dass der Abstieg nun Gewissheit war. Nur ein 3:0- oder 3:1-Sieg hätte der FT an diesem Abend die Rettung gebracht. Doch der Freiburger Anhang bejubelte und beklatschte das Team weiterhin frenetisch, selbst noch im Schlusssatz.
Und Applaus gab’s nicht für Freiburg. Als nach der Partie die Meisterehrung für die Heitec Volleys Eltmann über die Bühne ging, stimmten die Fans „Eltmann, Eltmann“-Sprechchöre an. Auf ihre alten Tage erlebte die Burdahalle wahrlich einen besonderen Abend.
Für Florian Schneider und die FT geht es nun an die Arbeit für die neue Saison. „Ich verspreche, wir werden alles dafür tun, um zurückzukehren“, sagte er am Samstagabend, nicht ohne ein Wort der Warnung zu hinterlassen: „Mal eben schnell wieder aufsteigen, so leicht wird es nicht werden“, erklärte er. Und gegenüber der BZ sagte er, dass er sich wünsche, dass Jakob Schönhagen als Trainer weitermacht: „Ihn trifft am Abstieg die kleinste Schuld“.

Matthias Joers

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