Wo in Freiburg das hippste Tier lebt

Alpakas sind die neuen Einhörner – sagt das Internet: Am Mundenhof erfährt man mehr über das Trendtier 2018

Wenn ein Tier im Internet gehyped wird und es dann den Sprung auf Tassen, T-Shirts und Pullover schafft, weiß man: Ein neues Trendtier ist da. 2018 ist das das Alpaka. In Freiburg lebt die Kamelart seit über 25 Jahren – und das ganz ohne Hype.„Ich weiß, dass die Alpakas seit zwei, drei Jahren im Kommen sind“, sagt Till Meinrenken vom Freiburger Munden-hof. Obwohl der Leiter der KonTiki-Einrichtung wenig mit Internet-Hypes am Hut hat, ist auch ihm nicht entgangen, dass Alpakas zum Gesprächsthema geworden sind. Meinrenken glaubt, dass der Boom aus den USA kommt, wo es seit kurzem steuerliche Vergünstigungen gibt, wenn Eigentümer ihr Haus in eine Farm umwandeln. „Die Leute stellen sich dort einfach ein paar Alpakas vor die Tür und sparen so die Grundsteuer“, sagt Meinrenken. Seither wird das Internet mit Alpaka-Bildchen geflutet. „Lamas und Alpakas sind die neuen Trendtiere“, verkündeten in diesem Jahr auch seriöse Medien wie die Süddeutsche Zeitung. Plüschtiere, Tassen, Turnbeutel, Schlüsselanhänger, T-Shirts – fast alles, was sich zu Geld machen lässt, wird neuerdings mit Alpaka-Motiven angeboten. Eulen, Einhörner oder Flamingos haben ausgedient – lang lebe das Alpaka.
Wie es wirklich lebt, kann man am Mundenhof erfahren. Seit über 25 Jahren werden die Tiere dort gehalten. Wobei man den flauschigen Wiederkäuern nicht blöd kommen sollte. „Viele haben großen Respekt vor den Tieren, weil sie spucken können“, sagt Meinrenken. Die Spuckerei ist ein Warnsignal, dass die Tiere bei ihren Artgenossen anwenden, wenn diese sich untereinander auf den Keks gehen. Während die artverwandten Lamas als Lasttiere gezüchtet werden und damit an den Menschen gewöhnt sind, zeigen Alpakas weniger Interesse am Menschen. Man müsse sich in die Tiere einfühlen, sagt Meinrenken: „Sie sind sensible Tiere, die sehr respektvoll behandelt werden wollen“. Bei KonTiki (Kontakt-Tier-Kind) lernen die Kinder den richtigen Umgang mit den Tieren.
Einige der Mundenhof-Alpakas erreichen bald ihre maximale Lebenserwartung von 20 Jahren. Daher kommen demnächst zwei neue Jungtiere. Ein Freiburger KonTiki-Team aus vier Kindern und vier Erwachsenen hatte bei der ARD-Sendung Montagsmaler ein Preisgeld gewonnen. „Einer der Väter hat das Preisgeld aus der eigenen Tasche mehr als verdoppelt, so dass wir uns jetzt zwei neue Tiere leisten können“, sagt Meinrenken. Auf dem Mundenhof werden die Alpakas also noch viele Jahre trendy sein – selbst wenn sie im Rest der Welt dann irgendein anderes Tier auf Tassen drucken werden.

Matthias Joers

Zurück