„Ich hab’ mega Bock auf die EM“

Erfolg für Markus Görger: Freiburger Nachwuchsleichtathlet löst das Ticket für U20-Europameisterschaft in Italien

Nachwuchsläufer Markus Görger vom Leichtathletik-Club Freiburg (LAC) hat die U20-EM-Norm über 5.000 Meter geknackt. Bei der 2. Langen Laufnacht in Karlsruhe unterbot er seine persönliche Bestzeit um zehn Sekunden. Seine Vorfreude auf die Europameisterschaft Ende Juli in Italien ist riesig.

Markus Görger strahlt mit der Sonne um die Wette. Im Leichtathletikstadion der Staudinger Schule sitzt er auf dem Rasen und erzählt von seinem Coup. Währenddessen bereiten sich die Teamkollegen des 19-Jährigen mit LAC-Trainer Johannes Eisele auf das abendliche Training vor.
Das Gehirn ausgeschaltet
14:15,91 Minuten – dieses Zeit lief Görger über die 5.000 Meter-Distanz bei der Laufnacht in Karlsruhe am vergangenen Freitag. Gleich im ersten Anlauf unterbot er damit die Norm (14:22,50) für die U20-Europameisterschaft Mitte Juli im italienischen Toskana-Städtchen Grosseto. Anfangs lag er in Karlsruhe weit hinten. In Görgers Kopf begann es da zu arbeiten – aber nicht lange, erzählt er: „Wenn Du jetzt anfängst zu zweifeln, klappt es nie. Also habe ich das Gehirn ausgeschaltet.“ Görger lief, und kam mit neuer persönlicher Bestzeit und unterbotener Norm ins Ziel. Mit ihm auf der Bahn war sein Kumpel Lukas Eisele (LG Filder), mit dem er über Ostern im Trainingslager war. „Er lief fast das ganze Rennen vor mir. Das allein hat mich schon super motiviert.“ Die Stimmung in Karlsruhe, die Trommler, die Musik, und die Zuschauer, die ganz nah, direkt auf der Bahn stehen, taten ihr Übriges. „Cooles Stadion, cooles Meeting“, lautet Görgers Fazit von dem erfolgreichen Trip in die nordbadische Stadt. Jetzt also Italien. Es ist seine erste Bahn-EM. 2015 war er bereits bei der U18-Weltmeisterschaft dabei. „Bei den Europameisterschaften sind es meistens taktische Rennen. Gerade der letzte Kilometer ist mit Zeiten von unter 2:35 oder 2:30 sehr viel schneller.“ Deshalb muss er an seiner Schnelligkeit arbeiten. Vorraussagen trifft er keine, Druck hat er auch nicht: „Es kommt auf die Tagesform an – und wie die nächsten zwei Monate laufen.“ Derzeit plagen ihn leichte Probleme mit einer Schienbeinentzündung. In der europäischen Saison-Bestenliste steht er mit seiner Zeit aktuell an Rang zwei hinter dem Schweden Suldan Hassan. „Aber die Saison geht erst los. Da kommen jetzt jedes Wochenende neue Läufer dazu“, erklärt Görger. „Aufregend“ sei das: „Ich hab’ mega Bock international dabei zu sein.“ 2016 sei ein „Seuchenjahr“ gewesen. Abitur-Stress und ein Eisenmangel hatten ihm zugesetzt. Alles vergessen. „Jetzt geht es wieder bergauf“, sagt Görger – und strahlt. Matthias Eisele

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