Nachtleben nimmt Fahrt auf

In Clubs und Diskotheken in Freiburg herrscht fast wieder Vor-Corona-Stimmung

Das Freiburger Nachtleben litt stark unter der Pandemie, nun kann endlich wieder ohne Einschränkungen gefeiert werden – ohne Maske und unter vollem Körpereinsatz. Eine Befragung unter Clubbetreibern in der Stadt zeigt aber, dass die Feierlaune noch verhalten ist und erst so langsam in Fahrt kommt.„Wir hinken natürlich noch dem Jahr 2019 hinterher sind aber sehr otimistisch, dass wir an diese Erfolge anknüpfen können“, konstatiert Christopher Hackl, der für gleich drei Betriebe im Freiburger Nachtleben steht, die Maria Bar, Hackls Zapfbar und das Rothaus – Schwarzwald Erleben. Ähnliches kann auch Pino Raia berichten, der ebenfalls mit drei Locations – dem Neko, dem Karma und dem Coucou – in der Stadt vertreten ist. „Letztes Wochenende war richtig Bombe“, berichtet er erfreut. Zum ersten Mal sei das Karma wieder „richtig voll“ gewesen. Auch zuvor seien die Gäste zwar schon zurückgekommen, „aber jetzt war es zum ersten Mal fast wieder wie früher.“


Maske trägt kaum noch jemand
Angst vor Ansteckung scheint bei denen, die kommen, nicht vorherschend zu sein: „Also in unseren drei Lokalen tragen 90 Prozent der Gäste keine Maske mehr“, weiß Hackl zu berichten. Raia sieht bei ihm auch fast niemandem mehr mit Maske feiern. Dafür müsse man sich nun erstmal wieder einen Namen machen bei den Gästen, so Raia. „Nach zwei Jahren Pause kennen beispielsweise viele Studenten das Karma gar nicht mehr“, berichtet er, „deshalb haben wir massiv Marketing betrieben und auch an unserem Angebot gefeilt.“
Michael Musiol, Geschäftsführer und künstlerischer Leiter des Jazzhaus, kann vor allem am Alter Unterschiede ausmachen. „Während die Jüngeren gerne wieder feiern und dabei auch etwas unbeschwerter sind, verhalten sich die Älteren etwas vorsichtiger oder kommen gar nicht“, schildert er seine Eindrücke. Vor allem bei Jazz-, Blues- oder Weltmusik-Konzerten, die tendenziell ein eher älteres Publikum anzögen, sei die Zurückhaltung noch deutlich spürbar. „Hier liegen wir teilweise immer noch erst bei 50 Prozent Auslastung“, so Musiol. Etwa zehn Prozent der Gäste trügen nach seiner Schätzung noch Maske. Bei den beliebten Jazzhaus-Partys sei der Zuspruch deutlich größer, hier sei auch die Zielgruppe eine jüngere.
Generell könne man sagen, dass es sicher noch einige Zeit brauche, bis man wieder auf dem alten Stand sei, „zudem weiß man auch nicht, was im Herbst wieder auf uns zukommt.“ Doch Musiol bleibt optimistisch: „Wir planen das Jahr durch.“
Ebenso wie Pino Raia. Er stockt aktuell sein Personal auf und hofft nun auf den Sommer. Mit Salsa-Partys im Coucou und Schlager im Karma will er die Leute wieder auf die Tanzflächen locken: „Wir sind einfach froh, dass wir wieder weitermachen dürfen.“

Claudia Kleinhans

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