Ein erster Schritt ist getan

Rathaus antwortet auf Brandbrief der Händler: Fahrscheinfreie Samstage und Aktionstage geplant

Für große Aufregung vor rund vier Wochen sorgte ein Brandbrief, den 100 Händler und Gastronomen an das Rathaus richteten. Nun liegt die Antwortschreiben von Oberbürgermeister Martin Horn und der FWTM vor. Es beinhaltet erste Vorschläge, um noch in diesem Jahr den von Samstagsdemos und Coronapandemie geplagten Innenstadthandel zu beleben. Die beiden Schreiben, die dem Wochenbericht vorliegen, sind eine Bestandsaufnahme der Situation in der Innenstadt. „Wir können die Zeit nicht zurückdrehen. Der Online-Handel wird immer eine Herausforderung bleiben“, schreibt Oberbürgermeister Martin Horn an die Unterzeichner des Brandbriefes. Die hatten vor vier Wochen Alarm geschlagen, angesichts der anhaltenden Krise der Innenstadt, die speziell kleinere Händler in große Nöte bringt. „Es ist fünf nach zwölf“, so die unmissverständliche Warnung der rund 100 Einzelhändler und Gastronomen.


Verkaufssonntage vom Tisch
Die Stadtverwaltung hat die Botschaft gehört und will darauf mit einem Maßnahmenbündel reagieren. Konkret schlägt das Rathaus noch für dieses Jahr „mehrere fahrscheinfreie Samstage“ und „die Durchführung von Aktionssamstagen“ vor. Die entsprechenden Gemeinderatsdrucksachen seien in Arbeit. Der Gemeinderat werde „noch vor der Sommerpause über fahrscheinfreie Samstage abstimmen können“, so OB Horn.
Die drei geplanten Familiensamstage sind für den 21. Mai, den 8. Oktober und den 12. November geplant und stehen jeweils unter einem eigenen Motto. Zusätzlich werden erstmals im September die „Freiburg Fashion Days“ stattfinden. Für das mehrtägige Innenstadtevent liegt inzwischen eine Förderzusage des Landes Baden-Württemberg vor. Zusätzlich laufe ein Antrag um eine Bundesförderung, mit der weitere Maßnahmen für die Jahre 2022 bis 2025 finanziert werden könnten. In Kürze will die Stadt zudem vier öffentliche Plätze mit frei nutzbaren Stühlen bestücken. Und im Herbst startet im Colombipark der Probelauf für einen After-Work-Markt.
Susanne Atila, Geschäftsführerin der Händlergemeinschaft z'Friburg begrüßt die Maßnahmen: „Wir freuen uns auf die Samstage mit dem kostenfreien ÖPNV. Das ist auf jeden Fall ein guter Schritt“, sagt sie. Auch habe sich der Austausch mit der Stadt seit dem Antritt von Thorsten Schäfers als Innenstadtkoordinator stark verbessert. Inzwischen würden wöchentlich Gespräche stattfinden. Doch nicht jedem Wunsch aus der Händlerschaft will das Rathaus nachkommen. Eine erneute Absage, zumindest für 2022 und 2023, erteilte die Stadtverwaltung der Idee eines verkaufsoffenen Sonntags. Eine Entscheidung, die gemeinsam mit den Handelsvertretern erfolgt sei, betont OB Horn. Nicht nur seien Gewerkschaften und auch einzelne Händler gegen Verkaufssonntage. Man sei auch „zur Überzeugung gelangt, dass dem Einzelhandel und den darin Beschäftigten mehr geholfen ist, wenn die Aktionssamstage zu umsatzstarken Besuchermagneten werden“, so Martin Horn.
Ein „wunder Punkt“, sagt Susanne Atila, bleibe indes die Erreichbarkeit der Innenstadt mit dem Auto. Im Schreiben des Oberbürgermeisters steht hierzu wenig Konkretes. „Aber das ist für uns essentiell wichtig. Deshalb ist das ein Thema, an dem wir dran bleiben werden“, erklärt Susanne Atila.

Matthias Joers

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