Was folgt auf Kaiser?

Das Traditions-Modehaus startet den Räumungsverkauf – die Nachnutzung ist noch offen

Seit einer Woche läuft im Freiburger Modehaus Kaiser der Räumungsverkauf. Es ist die letzte Etappe vor der endgültigen Schließung der traditionsreichen Häuser im kommenden Juni. Was danach mit den Räumlichkeiten geschieht, ist bislang noch offen.Mit einer großen Foto-Kampagne des Freiburger Fotografen Felix Groteloh verabschieden sich die 215 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kaiser Modehäuser von ihren Kunden – „Wir sagen Danke“ lautet das Motto der Schaufenster-Motive, die zurzeit viele Blicke auf sich ziehen. Für die Kunden bringt der Räumungsverkauf hohe Preisnachlässe. Doch im Juni ist Schluss – die im Herbst bekannt gegebene Geschäftsaufgabe zwingt Kaiser nach 60 Jahren Firmengeschichte das Damenhaus, das Herrenhaus und S1 für immer zu schließen. Was danach kommt, ist offen: „Wir stehen mit interessanten Mietern und Investoren in Gesprächen“, erklärt Kaiser-Geschäftsführer Frank Motz.
Insidern zufolge könnte es auf die Textilunternehmen Peek & Cloppenburg oder Primark hinauslaufen. David Lehr, Geschäftsführer des benachbarten Modehauses Breuninger wünscht sich, „dass die Nachnutzung der Kaiser-Immobilie im gesamtstädtischen Kontext gesehen wird, so dass Synergieeffekte zum bestehenden Angebot entstehen können“. Lehr spricht als Vorstandsmitglied der Händlergemeinschaft z'Friburg in der Stadt auch für die Freiburger Händlerschaft. Die sorgt sich schon länger um die Zukunft der City angesichts der sinkenden Innenstadtfrequenz und zurückgehender Umsätze. „Wichtig ist aus unserer Sicht, dass alle Akteure der Stadt – Rathaus, Händler, Kultur und Stadtmarketing – zusammen eine gemeinsame Strategie für eine lebendige und lebenswerte Innenstadt haben, die neue Akzente setzt“, so Lehr. Dazu gehörten eine „gute Erreichbarkeit“ und „eine hohe Aufenthaltsqualität durch ein vielfältiges Angebot“.
Wie es mit den Kaiser-Immobilien weitergeht, treibt auch die Freiburg Wirtschaft Touristik und Messe GmbH (FWTM) um. „Wir stehen in engem Austausch mit den Verantwortlichen der Kaiser-Immobilien“, sagt FWTM-Chefin Hanna Böhme. Mit einer Einschätzung zur Nachnutzung hält sie sich zurück. „Wir hoffen allerdings, dass es keinen Leerstand gibt und die Nachnutzung im Sinne einer Attraktivierung der Innenstadt unterstützend sein wird.“ Eine Situation wie im Gebäude der früheren Sportarena, das nach der Übernahme durch einen Immobilieninvestor monatelang leer stand, will man an der Kaiser-Joseph-Straße nicht sehen. Deshalb stehe die „städtische Wirtschaftsförderung natürlich unterstützend zur Seite, sofern dies vom Eigentümer gewünscht ist“. Der Handlungsspielraum der FWTM sei aber auf Beratung und Vermittlungshilfe begrenzt: „So sind die Ideen und Konzepte der Immobilienbesitzer letztendlich ausschlaggebend für die weitere Nutzung der jeweiligen Fläche“, sagt Böhme.

Matthias Joers

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