Italienische Gedanken

Vor dem Auswärtsspiel in Wolfsburg: Grifos Zukunft in Freiburg wird immer mehr zum Thema

Ausgerechnet in der wichtigen englischen Woche rückt die Zukunft von Vincenzo Grifo zunehmend in den Mittelpunkt des Interesses. In TV-Interviews reden SC-Vorstand Saier und Grifos Berater über einen möglichen Vereinswechsel. Daher lautet heute in Wolfsburg (20 Uhr/Sky) und am Samstag gegen Mainz (15.30 Uhr) die Frage: Lässt sich Edeltechniker Grifo davon irritieren?

Die 2:5-Niederlage gegen Bremen?  „Absolut ad acta gelegt“, sagt SC-Trainer Christian Streich. Sein Team solle sich nun voll auf das Spiel beim wiedererstarkten VfL Wolfburg konzentrieren. Und danach auf den kommenden Samstag, wenn mit Mainz der nächste vom Abstieg bedrohte Gegner nach  Freiburg kommt. Streichs Vorgabe: „Geschlossen als Mannschaft nach Wolfsburg, mutig raus auf den Platz gehen und fighten – und sich keine Gedanken über die Tabellensituation oder sonst etwas
 machen.“
Das gilt auch für Vincenzo Grifo. Dem Deutsch-Italiener fehlte –  wie einigen seiner Mitspieler –  gegen Bremen die nötige  Leichtigkeit und Präzision.  „Er hatte zwei, drei Ballverluste, die für ihn  ungewöhnlich waren. Das geht auch an ihm nicht spurlos vorüber“, sagt Streich über Grifo.
Die andere Frage wird sein, wie der 23-Jährige all die Spekulationen um seine Zukunft verarbeitet. Darum ging es nämlich am Sonntag  nach dem 2:5 in einer TV-Talkrunde des Senders Sport1. Grifos Berater, Ex-Bayern-Spieler Thomas Strunz, sagte dort:  „Es gibt Interessenten“ – was, so Strunz, „völlig klar“ sei, wenn „ein Spieler fünf Treffer und elf Tor-Vorlagen beim SC Freiburg in der Bundesliga vorweisen kann.“ Seit Samstag hat Grifo  sogar sechs Tore auf dem Konto. In der selben TV-Show saß übrigens – ob Zufall oder nicht – auch Jochen Saier, Vorstand Sport des SCF. Saier sagte zum Fall Grifo: „Die Situation ist offen“, und fügte an: „Wir kämpfen um alle Spieler. Es ist aber auch Teil unserer Idee, dass wir ab und zu – in einer guten Balance – einen größeren Transfer tätigen müssen.“
Ein Beobachter aus BergamoAls heißer Kandidat für einen Grifo-Transfer gilt Borussia  Mönchengladbach, wie der Express jüngst meldete. Dass Grifo aber tatsächlich ein Gladbacher Fohlen wird, ist noch längst nicht sicher. Beim Heimspiel gegen Bremen saß nach Informationen des Wochenberichts der Technische Direktor des italienischen Erstligisten Atalanta Bergamo, Giovanni Sartori, auf der Haupttribüne. Dieser schrieb sich drei Namen auf – unter anderem den von Grifo.
Für den Freistoßspezialisten und seine Teamkollegen geht es nun aber um wichtige Punkte in der Liga. Sechs Zähler trennen den SC vom Relegationsplatz. Haben Grifo und die Mannschaft ihr Nervenkostüm im Griff? „Das wird sich zeigen“, sagte Grifo nach dem 2:5 gegen Bremen.  Matthias Eisele

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