Der Sommer wird entspannt

Das Pandemiegeschehen ebbt ab, auch weil immer mehr Menschen geimpft sind – Zeit für Optimismus

In Freiburg lag die 7-Tage-Inzidenz zuletzt unter der Marke von 15. Das lässt auf einen entspannten Sommer hoffen. Experten, die der Wochenbericht befragte, machen Mut. Ein Arzt der Uniklinik warnt jedoch auch vor übergroßen Erwartungen.

Das sagt der Virologe:
„Ich glaube, wir werden im Sommer eine deutliche Beruhigung des Infektionsgeschehens erleben“, erklärt Hartmut Hengel, Ärztlicher Direktor des Instituts für Virologie an der Uniklinik. Erfreulich sei, dass aufgrund der kontinuierlichen Durchimpfung der Bevölkerung der Anteil derer, die für das Virus empfänglich seien, immer weiter abnehme. Abgehakt sei die Pandemie damit aber längst nicht: „Aufgrund der englischen und der indischen Varianten und in Zukunft möglicherweise noch weiterer Mutationen haben wir es in diesem Jahr mit Viren zu tun, die leichter übertragbar sind als das ursprüngliche Virus“, so Hengel. Im Herbst könne sich daher trotzdem nochmal eine vierte Welle entwickeln. Ob das eine hohe, kontinuierliche Welle werde oder nur lokale begrenzte Ausbruchsgeschehen, die immer wieder aufflackern, sei dabei offen. Fest steht: „Das Virus kann beträchtliche Mutationen generieren, daher wird auch dieses Coronavirus nicht auf einmal völlig von der Bildfläche verschwinden“, so Hengel. Mit den Impfstoffen hätte man jedoch eine starke Waffe parat.


Gastronomie und Freizeit:
Die Inzidenz in Freiburg lag am Dienstag knapp unter 15. Tests für Gastronomie-Außenbereiche, aber auch für Freibad und kleinere Open-Air-Kulturevents fallen seit dieser Woche weg. Bars und Restaurants dürfen bis 1 Uhr offen bleiben. Ein Faktor, der auch im Hinblick auf die Fußball-EM für viele Lokale wichtig ist. Sofern das Wetter mitspielt, steht einem stimmungsvollen Turnier-Sommer nichts mehr im Wege: „Auf den bestehenden Freisitzflächen, also auch in Biergärten, dürfen Gastronomen die Spiele zeigen“, erklärt Markus Geugelin vom Ordnungsamt Freiburg. „Die Lage in der Gastronomie gestaltet sich hoffnungsvoll. Jetzt brauchen wir nur noch besseres Wetter“, erklärt Dehoga-Chef Alexander Hangleiter. Dass die Stadt Freiburg abermals beschlossen habe, dass die Wirte keine Gebühr für Freisitzflächen zahlen müssten, bezeichnet Hangleiter als Segen – zumal der Betrieb in den Innenräumen aufgrund der Abstandregeln noch weit vom Normalmaß entfernt sei. Umso erfreulicher für die Branche, dass der Wunsch für besseres Wetter wohl erhört werden wird: Kommende Woche soll es im Breisgau bis zu 30 Grad warm werden.


Tourismus:
Essen gehen, Sommernachts-Kino erleben – das ist wieder möglich. Auch dürfen wir wieder Urlaube planen. Dass sich die Lage entspannt, merkt man am EuroAirport. „Wir stellen eine verstärkte Nachfrage fest, insbesondere zu Zielen in Spanien, Portugal und Italien“, erklärt Flughafensprecherin Walburga Bur. „Die Balearen und die Kanaren zählen dabei zu unseren Top 10. Auch Hurghada am Roten Meer, Lissabon, Porto und Barcelona haben eine starke Nachfrage“, so die Sprecherin. Rund ums Fliegen gelten natürlich höchste Covid-Sicherheitsmaßnahmen. Das Tragen einer chirurgischen Maske ist im ganzen Terminal und im Flugzeug obligatorisch. Und es gilt zu beachten: Wer Reisen will, muss sich bewusst sein, dass es situationsbedingt jederzeit zu Anpassungen im Flugplan kommen kann. Wem das zu stressig ist, zieht heimische Gefilde vor. Laut Dehoga-Chef Hangleiter gestaltet sich die Nachfrage bei Schwarzwald-Übernachtungen sehr erfreulich. Und auch ein Tag im Freibad, am Fluss oder am See kann wie ein kleiner Urlaub wirken.

Sven Meyer

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