Er ist wieder da

SC holt Vincenzo Grifo zurück – nur einen klitzekleinen Haken gibt es

Am finalen Tag der Transferperiode der Fußball-Bundesliga ging es nochmal hoch her beim SC. Zwei Spieler verließen den Klub. Vor allem aber verkündete der Sportclub eine Neuverpflichtung. Und was für eine. Vincenzo Grifo, der schon in der Rückrunde seinen Wert für Freiburg unter Beweis stellte, kehrt zurück in den Breisgau. Dieses Mal als fester Neuzugang.Vielleicht war es mit dem Nachmittag des 18. Mai ja schon vorgezeichnet, dass der erneute Abschied von Vincenzo Grifo aus Freiburg nur ein vorübergehender sein würde: „Grifo, du bist ein Freiburger!“, sangen damals viele tausend Stimmen auf der Nordtribüne des SC-Stadions. Auch später, beim Fanfest zum Abschluss der Saison, hörten die Gesänge nicht auf. Die SC-Fans überhäuften den Deutsch-Italiener mit Zuneigung. Vom Verein gab’s für Grifo Blumen, ein schönes Bild zum An-die-Wand-Hängen und viele, viele Komplimente.
Offensichtlich entschied sich der 26-Jährige nun, diese Liebe zu erwidern. Grifo ist zurück beim SC.
Am Montagabend, zehn Minuten nach Schließen des Sommer-Transferfensters der Bundeliga, ist die offizielle Presseerklärung des SC da. Wichtigstes Detail: Freiburg verpflichtet Grifo fest von der TSG Hoffenheim. Keine Leihbasis, kein Hintertürchen. Dem Vernehmen nach liegt die Ablösesumme bei 7 Millionen Euro, auch wenn es dafür keine offizielle Bestätigung gibt. Sollte die Zahl aber zutreffen, wäre Grifo das Etikett des teuersten Einkaufs der SC-Historie sicher – bisher hält der Schweizer Admir Mehmedi (6 Millionen Euro) diesen Rekord.
So oder so, Freiburg hat einen Coup gelandet. Seit Monaten wurden die SC-Verantwortlichen nicht müde zu betonen, wie illusorisch eine Verpflichtung Grifos wäre. Was die Sache begünstigte: Trotz starker Leistungen in der Sommervorbereitung spielte Grifo nach dem Ligastart fast keine Rolle mehr unter dem neuen Hoffenheim-Trainer Alfred Schreuder. Am zweiten und dritten Spieltag stand er bei der TSG nicht mal mehr im Kader. Über Freiburg sagte Grifo am Montag: „Für mich war klar, dass ich bei einem Wechsel nur nach Freiburg gehe und ich bin sehr froh, dass es noch geklappt hat.“
Einen kleinen Haken hat der Wechsel allerdings: Als hätten die Spielplanmacher der ersten Bundesliga bei der Festlegung der Termine eine Vorahnung gehabt (und einen eigensinnigen Humor dazu), steht dem SC ausgerechnet als nächstes die Auswärtsfahrt zur TSG Hoffenheim bevor. SC-Sprecher Sascha Glunk bestätigt, dass Grifo – wie schon bei seiner Leihe im vergangenen Winter – dann nicht wird spielen dürfen. Darauf haben sich beide Vereine geeinigt. „Das ist Teil der Vereinbarung und sicher auch der Kurzfristigkeit des Transfers geschuldet“, bestätigt Glunk dem Wochenbericht. Darf Grifo, der beim SC wieder die Nummer 32 trägt, wenigstens im Rückspiel ran? „Ja“, sagt Glunk.
Als Grifo, der im November 2018 sein Debüt für die Nationalelf Italiens feierte, in der Rückrunde an Freiburg verliehen war, brachte er es in 16 Spielen auf sechs Tore und vier Vorlagen. Grund genug für SC-Vorstand Jochen Saier jetzt erneut zuzuschlagen: „Die Erfahrungen in der Vergangenheit, seine sportliche Qualitäten und seine hohe Identifikation mit dem Sportclub veranlassten uns zu diesem Schritt“, sagt Saier. Gleichzeitig räumt er ein, dass es gar nicht beabsichtigt war, noch einen Spieler zu holen. Mit Ausnahme dieses einen Spielers namens Grifo. „Als sich jetzt kurzfristig die Option ergab, Vince fest zu verpflichten, mussten wir nochmals handeln“, sagt Saier. Grifo reist nun erstmal mit der italienischen Nationalmannschaft zu den Länderspielen gegen Armenien und Finnland. Danach wolle er an die „Leistungen der Rückrunde anknüpfen“, sagt er.
Der SC gab derweil noch drei weitere Personalien bekannt: Der umworbene Torhüter Alexander Schwolow verlängerte seinen Vertrag, was laut Jochen Saier „alles andere als selbstverständlich“ ist. Den Klub verlassen haben am Montag dagegen Angreifer Tim Kleindienst, der zu Zweitligist Heidenheim wechselt und Patrick Kammerbauer. Der 22-Jährige wird Spielpraxis bei Eintracht Braunschweig, dem Tabellenführer der Dritten Liga, sammeln.
Gerichtet sind die Augen beim SC aktuell auch auf Luca Waldschmidt. Der 23-jährige Shootingstar wurde von Bundestrainer Joachim Löw erstmals in die A-Nationalmannschaft berufen. Schon am kommenden Freitag gegen die Niederlande oder am Montag gegen Nordirland könnte der SC-Angreifer sein Länderspieldebüt feiern.

Matthias Joers

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