Freiburg verkehrt

Wo liegen die Gründe für häufige Staus auf der B31 und was sagt die Stadt zum Schleichverkehr?

B31-Stau, Schleichweg-Ärger, Tempo-30-Frust: In Freiburg vergeht fast keine Woche, ohne dass der alltägliche Verkehrs-Irrsinn Kopfschütteln auslöst. Aktuellster Aufreger: Der Rückstau auf der B31 und die Frage der Ampelschaltungen. Doch auch Langzeit-Themen sind noch immer nicht vom Tisch. Was sagt die Stadt?Die B31 in Freiburg bleibt für Überraschungen gut. An Pfingsten etwa war die Aufregung groß, Autofahrer gerieten in Untergangsstimmung. Auslöser für die Unruhe waren vorab angekündigte mehrtägige Sanierungen an der Kreuzung zur Schwabentorbrücke. Doch am Ende passierte: fast nichts. Der erwartete Horror-Stau blieb aus. Anfang August dagegen genügte ein Crash auf der Leo-Wohleb-Brücke, um das ganze System ins Wanken zu bringen – kilometerlange Rückstaus vom Schwabentorring bis nach Littenweiler waren die Folge.


Das Rathaus gibt sich zerknirscht – ein bisschen
Im Garten- und Tiefbauamt der Stadt bekommt man auf der Suche nach den Gründen für die häufigen Staus auf der B31 eine einfache Antwort: „Der Hauptgrund für die Rückstaus auf der B 31 ist das hohe Verkehrsaufkommen“, sagt die städtische Sprecherin Martina Schickle. Doch spielt nicht auch die Ampelschaltung eine Rolle? Ein Bericht in der Badischen Zeitung, der vor einer Woche diese Frage aufwarf, heizte die Diskussion an. Doch laut Schickle sei in Sachen „Grüne Welle“ alles ausgereizt, mehr lässt sich bei den Ampeln nicht herausholen. „Deren Kapazität lässt sich nicht weiter erhöhen“, sagt sie. Grund seien die vielen Querverkehre an den Brücken, ob zu Fuß, mit dem Fahrrad, mit der Straßenbahn oder dem Auto. Schon heute müssten diese Verkehrsteilnehmer „zu Gunsten des Verkehrsflusses der B31 ohnehin schon lange Wartezeiten in Kauf nehmen“, sagt Schickle. In dieser Situation genügten „kleine Störungen, um einen größeren Stau auszulösen.“ Verschärft wird das Problem dadurch, dass in der Kartäuserstraße derzeit eine Einbahnregelung gilt. Hinzu kommt, dass die grüne Welle an Tempo 30 angepasst wurde, da auf der B31 zwischen Schützenalleetunnel und Kronenbrücke ganztägig eine Höchstgeschwindigkeit von 30 km/h gilt. „Deswegen ist auch die Koordinierung der Ampelanlagen auf diese Geschwindigkeit ausgerichtet“, sagt Schickle. Dabei erreichten schon zu Tempo-50-Zeiten die Autofahrer kaum das erlaubte Höchsttempo.
Nächster Unruheherd: Die noch immer unbefriedigende Situation in der östlichen Basler Straße und in der Lorettostraße. In der Lorettostraße sei „das Verkehrsaufkommen höher, als dies aus Sicht des Quartiers wünschenswert ist“, räumt Schickle ein. Der Gemeindevollzugsdienst (GVD) würde aber regelmäßig Tempokontrollen durchführen. Zerknirscht gibt sich die Stadt in Sachen Basler Straße, zumindest ein bisschen. Die städtischen Zahlen zeigen, dass die Verkehrsbelastung dort seit Inbetriebnahme der umgebauten Kronenstraße zurückgegangen ist. Doch nach wie vor gibt es zu viel Schleichverkehr in der Straße, die nur von Anliegern befahren werden darf. „Aus Sicht der Stadtverwaltung ist die Entwicklung noch nicht zufriedenstellend“, so Schickle. Anwohner berichten von gefährlichen Situationen, von Radlern, die auf den Gehweg ausweichen müssen oder von Autos und Lkws, die die Radfahrer bedrängen. Ein Unfallschwerpunkt sei die Straße laut Polizei aber nicht.
Zufrieden ist die Stadt mit der Kreuzung an der Heinrich-von-Stephan- und Merzhauser-Straße beim Victoriahaus. Auch wenn die Riesenkreuzung während des Umbaus der Kronenstraße ein Auslöser für lange Rückstaus war. „Seit die Kronenstraße wieder zur Verfügung steht, gibt es dieses Problem nicht mehr“, sagt Schickle. Die provisorische Verkürzung des rechten Fahrstreifens in die Merzhauser Straße wurde aber aufgehoben. Der Platz wird gebraucht, damit sich Geradeausfahrer und Rechtsabbieger nicht in die Quere kommen – vor allem bei viel Verkehr.

Matthias Joers

Zurück