Der amtierende Freiburger Oberbürgermeister Martin Horn (parteilos) hat zum Auftakt seines OB-Wahlkampfs eine Initiative gegen die Wohnungslosigkeit in Freiburg angekündigt. „Das Thema muss gebündelt angegangen werden“, so der OB. Der Anstieg der Wohnungslosigkeit in Freiburg insbesondere unter Frauen sei nicht hinnehmbar. Beim sozialen Wohnungsbau wolle er verstärkt das Land in die Pflicht nehmen.
Außerdem wolle der Amtsinhaber Freiburg dauerhaft unter den fünf attraktivsten Standorten für Unternehmensgründungen in Deutschland etablieren, so Horn am Montag weiter. Ab diesem Mittwoch werde er mit dem Haustür Wahlkampf beginnen, um für seine Wiederwahl um Vertrauen zu werben: Er wolle Tausende Umfrage-Postkarten unter die Bevölkerung bringen, um dort die Stimmung und Bedürfnisse der Menschen abzufragen. Via QR-Code könne jeder sich an der Erhebung beteiligen und Wünsche und Kritik einbringen. „Mir ist wichtig, noch einmal ’Ja, ich will’ zu sagen zu dieser Kandidatur“, so Horn am Montag.
Den Rücken gestärkt bekommt er dabei von der Unterstützer-Initiative „Wir für hier“, in der von der Schülerin bis zum Orchester-Intendanten ein breiter Querschnitt durch die Freiburger Stadtgesellschaft vertreten ist, und die nicht spart mit Lob für „ihren“ OB: Er fühle sich durch Horns Standortpolitik „gut abgeholt“ als Unternehmer, so Jobrad-Gründer und „Wir für hier“-Mitglied Ulrich Prediger am Montag. Horn habe die richtige „kommunikative Handschrift“ und setze sich für die Kulturschaffenden ein, lobte Hans-Georg Kaiser, der Intendant des Freiburger Barock Orchesters (FBO). Horn sei obendrein „erreichbar für jeden“ und sehr interessiert am interreligiösen Dialog in Freiburg, so Senay Awad vom Sozialdienst muslimischer Frauen: seit Horns Wahl vor acht Jahren könnten sich Muslime erstmals als Teil der Mehrheitsgesellschaft in Freiburg fühlen. „Wir brauchen Martin Horn in Freiburg“, so Awads Fazit.
OB: „Bin kein Polterer und kein Spalter“
Horn tritt für eine zweite Amtszeit in Freiburg an. Aufgrund des derzeitigen Landtagswahlkampfes wolle er aber erst ab März weitere konkretere Details zu seinen Vorhaben für die kommenden acht Jahre konkretisieren. Ihm sei es jedoch wichtig, so der Amtsinhaber, eine neue Vision für die Freiburger Innenstadt zu entwickeln. Als Beispiel nannte er Pläne, einmal im Jahr über mehrere Tage hinweg eine Illumination des Freiburger Münsters im Kulturleben zu etablieren. Mit den Einnahmen solle der Erhalt des Freiburger Münsters unterstützt werden.
Ihm liege außerdem am Herzen, im Wahlkampf auf das Miteinander der Menschen zu setzen und nicht Wahlkampf gegen einen oder mehrere seiner Herausforderer zu führen. Konfrontiert mit dem Vorwurf, er gelte in Teilen der Gesellschaft in Freiburg als zu konfliktscheu und verspreche den Leuten zu viel, sagte Horn am Montag, er sei eben „kein Polterer und kein Spalter“. Ihm gehe es immer um bestmögliche Lösungen für die Stadt. Seine Wahlversprechen aus dem Jahr 2016 habe er nahezu komplett umgesetzt. Bernd Peters


OB Martin Horn im Kreise seiner Unterstützer – darunter Jobrad-Gründer
Ulrich Prediger (links), Innenstadt-Akteurin Anca Rosler-Koslar (2.v.l.),
Senay Awad (Sozialdienst muslimischer Frauen, 3.v.l.) und Barock-Orchester Intendant Hans-Georg Kaiser (rechts). Foto: Bernd Peters